Reue internationale Klassenrekorde für Flugzeuge mit Nutzlast.
Fliegerleutnant Bruno Mussolini, der zweite Sohn des italienischen Regierungschefs, hat zusammen mit Oberleutnant B i s e o auf einem dreimotorigen Bombenflugzeug drei neue internationale Klassenrekorde für Flugzeuge mit Nutzlast aufgestellt. Mit 2000 Kilogramm erreichten sie auf einer Rundstrecke bei Livorno über 1000 Kilometer einen Durchschnitt von 423,618 Kilometer und übertrafen damit zugleich die Bestleistungen für Flugzeuge mit Nutzlasten bis 500 und bis 1000 Kilogramm. Oberleutnant Bifeo hielt bisher die Rekorde mit einem Stundenmittel von 390,371 Kilometer^
Zahlreiche Todesopfer der Hitzewelle in Amerika.
Durch die anhaltende Hitzewelle im Osten der Bereinigten Staaten sind wieder zahlreiche Menschen dem Hitzschlag erlegen. Die Zahl der Todesfälle hat sich aus 37 erhöht. In der Innenstadt von Neuyork herrscht durchschnittlich eine Hitze von 40 Grad Celsius im Schatten, die das Leben in den engen Straßen des Arbeiterviertels zur Qual macht. Tausende fliehen vor der unerträglichen Hitze aus ihren Mietskasernen und übernachten in den öffentlichen Parkanlagen. Die Polizei bewacht hier die Schlafenden, um sie vor Taschendieben zu sichern.
Kunst und Wissenschaft
München rüstet zum Festzug am „Tag der Deutschen Kunst".
Seit Wochen sind die Vorbereitungen für den Festzug „2000 Jahre d e u t sch e Kultur", der sich am „Tag der Deutschen Kunst" durch die Straßen Münchens bewegen wird, im Gange. Daß dieser Festzug alle früheren Veranstaltungen dieser Art in den Schatten stellen wird, zeigte eine von der Leitung des „Tags der Deutschen Kunst" veranstaltete Rundfahrt durch einen Teil der Werkstätten und Ateliers, in denen Münchener Künstler und Kunsthandwerker den Festzug vorbereiten. Unter fachkundiger Führung besichtigten die Vertreter der Presse die Werkstätten im Deutschen Museum, eine Kostümprobe im Nattonaltheater und die Ateliers in der Akademie der Bildenden Künste, wo die Gobelins und Plastiken ferttggestellt werden. Den Abschluß bildete ein Besuch in den Ausstellungshallen, wo weitere Großplastiken und die Modelle des „Hauses der Deutschen Kunst" und der Zeppelinwiese entstehen.
Kleine politische Nachrichten.
Der neue deutsche Gesandte für Irland, Dr. Eduard Hempel, traf am Mittwoch in Dublin ein. Er wurde bei seiner Ankunft von einem Vertreter des irischen Außenministeriums und dem Oberbürgermeister von Dublin empfangen. Deutscherseits hatten sich die Mitglieder der Legation unter Führung des deutschen Geschäftsträgers Dr. Hans Köster sowie Vertreter der Partei eingefunden. Dr. Köster wird sich in drei Wochen nach Kapstadt begeben, um dort seinen neuen Aufgabenkreis als deutscher Geschäftsträger ^wahrzunehmen.
Der auf Einladung der Reichsregierung gelegentlich einer Studienreise durch Europa zum Staatsbesuch in Deutschland weilende argentinische Senator Dr. S o r o n d o ist Donnerstag mittag nach einwöchigem Aufenthalt in Süd- und Westdeutschland mit dem „Fliegenden Kölner" in Berlin eingetroffen. Dr. S o r o n d o , der eine Zeitlang auch das Amt des Innenministers bekleidet hatte, hat sich in seiner Heimat in letzter Zeit vor allem durch die Einbringung eines Gesetzentwurfes zur Bekämpfung des Bolschewismus einen Namen gemacht.
Am Donnerstagvormittag traf, von Karlskrona kommend, die schwedische I. Panzerschiffdivision mit den Panzerschiffen „Sverige" und „Drottning Victoria" sowie dem Kreuzer „Gotland" im Reichskriegshafen Kiel zu einem fünftägigem Besuch ein.
Wer leben in Stahl.
„Schaffendes Volk" in der Eisenhütte.
Von unserem Sonderberichterstatter Joachim Boehmer.
Viersahresplanes gerecht wird. Von schweren Trägern und Gitterkonstruktionen ist nichts zu sehen, sondern das Dach, durch dessen Glasabdeckung die Sonne freundliche Strahlen in den Dunst der Arbeit an Oefen und Walzen sendet, wölbt sich wie von unsichtbarer Hand gehalten leicht zwischen den Wänden zu einer Höhe von 14 Meter empor. Diese
Eisen und Stahl haben uns die Welt erschlossen. Ob wir an unsere neuzeitlichen Verkehrsmittel oder an Schienen und Straßen, auf denen wir dahinrollen, denken, ob wir die Stätten unserer Arbeit oder unsere Wohnungen bauen, ob wir das Feld bestellen oder unsere täglichen Mahlzeiten bereiten, überall begleiten uns Eisen und Stahl und geben unserem Leben das Gepräge einer stählernen Zeit. Und doch wissen nur wenige von uns, wie Stahl und Eisen entstehen und mit welchen Mühen der Kopf- und Handarbeiter die Bereitung dieses vielseitigen Metalls verbunden ist. Wir wissen aber auch, daß es schwer möglich ist, den imposanten Betrieb eines Eisenhüttenwerks aus eigener Anschauung kennen zu lernen, nicht nur, weil sich unsere Hüttenwerke in der Nähe weniger Wohngebiete zusammengedrängt haben, sondern auch deshalb, weil sich der rauhe nicht ganz gefahrlose Betrieb einer Eisenhütte schlecht für einen Besichtigungsgang eigner.
Nichts kann aber die richtige Einschätzung von Stahl und Eisen und seine Bedeutung für unser Kulturleben kräftiger unterstreichen, als die Kenntnis von seinem Werden. Darum verdient die große Ausstellung unserer Stahlindustrie auf der Düsseldorfer Reichsschau „Schaffendes Volk" als Lehrschau die Beachtung aller Besucher. Hier können sie selbst erleben, wie durch das Zusammenwirken von Arbeitsmann, Chemiker und Ingenieur aus den Eisenerzen Erzeugnisse entstehen, die uns alltäglich begleiten. An einem elektrischen Schmelzofen erleben die Besucher von Zeit zu Zeit den wundervollen Anblick des Abstichs flüssigen Eisens und des Vergießens von Stahl. Weiter folgen sie dem Stahlblock in die Hammerschmiede, wo die sehnigen Arme des Schmiedes den glühenden Knüppeln die gewünschte Gestalt geben. Zwischen den Walzen eines hohen Gerüstes eilen die zu flachen Stahlbändern ausgewalzten Knüppel glühend hin und her, bis schließlich am Ende des Verarbeitungsweges kleine Brieföffner aus Flachstahl entstanden sind. Auch wird hier gezeigt, wie man Bandstahl kalt walzen kann und aus ihm unter Pressen und Stanzen Aschbecher herstellt. Ihr Aussehen wird durch Aufbringung metallischer Schutzüberzüge verschönert — ein Beweis dafür, daß auch in der Schwerindustrie mit größter Genauigkeit und Sauberkeit gearbeitet wird. An anderer Stelle der Stahlschau stauen sich die Menschen. Sie verfolgen mit gespanntem Interesse, mit wieviel Handfertigkeit und Erfahrung in einer kleinen Eisengießerei die Anstecknadeln gefertigt werden, die als bleibende Erinnerung mit den Besuchern fortwandern. So ist auf dieser Sonderschau unserer Stahlindustrie Gelegenheit geboten, sich anhand eines zwar kleinen, aber den Arbeitsverhältnissen der großen Werke genau entsprechenden Betriebes ein zuverlässiges Bild von den täglichen Mühen der in den Eisenhüttenwerken Schaffenden zu gewinnen.
Für die gewaltigen Leistungen der Großbetriebe der Stahlindustrie sprechen zahlreiche imposante Ausstellungsstücke. Daß der deutsche Eisenhüttenmann auch schon vor Jahrzehnten Spitzenleistungen heroorbringen konnte, beweisen am besten die Radpaare einer Lokomotive aus demJahre 1 8 6 5. Diese Veteranen mit einem Alter von 63 Jahren haben sich erst vor zwei Jahren zur Ruhe gesetzt und in ihrem Leben auf einem Wege von 2 Millionen Kilometer die Erdkugel 50mal umrundet. Sie sind auch echte Kriegsveteranen, denn sie waren während des ganzen Weltkrieges vom ersten bis zum letzten Tage mit dabei, ohne an Haltbarkeit etwas eingebüßt zu haben. Wenn sie heute jüngeren Kameraden Platz gemacht haben, so nur deshalb, weil der hochwertige Stahl unserer
Zeit leichtere Bauarten zuläßt, die an Werkstoff und Kraft sparen helfen.
Ein stählernes Flugabwehrgeschütz und Panzerplatten aus Stahl veranschaulichen die neuzeitlichen Waffen. Unter dem Fußboden der Ausstellungshalle sind sieben Stahlschutzräume eingebaut, die in vollständiger Einrichtung Sicherheit gegen Luftangriffe geben. Aber auch für friedliche Arbeit zeigt die Ausstellung zahlreiche Bauteile aus Stahl. So wurde das erste eiserne Schiff vor 150 Jahren gebaut und eröffnete die stählerne Schiffahrt. Eine 13 Tonnen schwere Schiffsschraube aus Stahlguß zeugt in natürlicher Größe von den Anforderungen, die die Schiffahrt heute an den Stahl stellt.
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Was der Stahl auszuhalten vermag, wird besonders sinnfällig an der Ausstellung einer mit 6000 Schweißpunkten zusammengefügten Karosserie eines Kraftwagens veranschaulicht. An einem dieser Schweiß- punkte hängt das gewaltige Gewicht der gesamten Karosserie, ein beredter Zeuge neuzeitlicher Schweißkunst. Auch von der großen Unterführung im Duisburger Bahnhof ist ein 18 Meter weiter Rahmen- träger in geschweißter Ausführung zur Schau gestellt, während ein 5 Meter hoher Träger einer anderen Brücke in genieteter Ausführung darstellt, wie Schweißung und Nietung in edlem Wettbewerb nebeneinander bestehen.
Wenn der Besucher von dem hohen Stahlgerüst aus, das sich in der Mitte der Halle erhebt, das eifrige Schaffen zu seinen Füßen betrachtet, dann versäume er nicht, auch einmal seinen Blick gegen das Dach der großen Ausstellungshalle zu richten. Mit Erstaunen wird er feststellen, daß die 45 Meter tiefe Halle in einer Weite von 85 Meter stützen- los überbrückt ist. Er hat hier die neueste Ausführung eines Leicht st ahlbaues vor sich, die in ihrer schöpferischen Neukonstruktion durch Werkstoffersparnis den dringlichen Erfordernissen des
^MIMpflicheerfüttung, v. h. nicht sich genügen, sondern nach
der Allgemeinheit dienen.
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schöne Halle wird nicht immer in Düsseldorf bleiben. Wenn im Herbst die Reichsausstellung ihre Tore schließt, wird sie ebenso schnell, wie sie errichtet ist, wieder in ihre Bauelemente zerlegt und ihrer endgültigen Bestimmung im Herzen des Industriegebietes zugeführt werden. So findet der wißbegierige Besucher auch auf der Sonderausstellung „Eisen und Stahl" eine Leistungsschau des schaffenden Volkes, die ihn mit Stolz und Dankbarkeit erfüllen muß.
Letzte Meldung.
Vierfaches Todesurteil gegen 2Roloff.
Breslau, 9. Juli. (DBB.) 3n dem feil einigen Tagen vor dem Schwurgericht in Breslau verhandelten Prozeß gegen den schwer vorbestraften 27 Jahre alten Willi Roloff wurde am Freitagvormittag das Urteil gefällt. Der Angeklagte wurde in vier Fällen zumTode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte verurteilt. Der Angeklagte nahm das Urteil mit stumpfsinniger Ruhe auf.
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Nachdem es am Donnerstag noch zu vereinzeltem Auftreten von Schauern gekommen war, hat sich inzwischen der Einfluß des durch die eingedrungene "kältere Luft aufgebaute Zwischenhoch fortgesetzt, lieber England hat sich jedoch eine kräftige Tiefdruckstörung entwickelt, die rasch vordringt und auch unserem Gebiet neue Witterungsverschlechterung bringen wird.
Aussichten für Samstag: Wieder unbeständig mit Niederschlägen, teilweise gewittriger Natur, zunächst noch warm und schwül, späterhin nach West drehende und auffrischende Winde.
Aussichten für Sonntag: Wieder aufkommende Besserung, aber noch nicht durchaus beständig und tagsüber nur mäßig warm.
Lufttemperaturen am 8. Juli: mittags 22,1 Grad Celsius, abends 15,8 Grad; am 9. Juli: morgens 15,8 Grad. Maximum 22,1 Grad, Minimum 12,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 8. Juli: abends 20,0 Grad; am 9. Juli: morgens 16,8 Grad. — Sonnenscheindauer 6,8 Stunden.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange (beurlaubt), Vertreter: Ernst Blumschein; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt bet Anzeigen: i. V. Hans Thein. D. A. VI. 37: 9104. Druck und Verlag: Brühl'fche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis 10 Pf. und Samstags
15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.
Hungen (Bismarck Straße 15), den 9. Juli 1937.
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Nach langem, schwerem Leiden ist gestern mein lieber, stets
treubesorgter Mann, mein guter Schwiegersohn, unser lieber
Bruder, Schwager und Onkel
Die Trauerfeier findet in Gießen am Montag, dem 12. Juli,
nachmittags 2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt
Beileidsbesuche höflich verbeten.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Berta Körker.
Willy Körker
für immer von uns gegangen.
Für die vielen Beweise der Teilnahme an unserem schweren Verluste sprechen wir unseren herzlichsten Dank aus.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Karl Fach und Frau Hans Zoll und Frau Anneliese Zoll.
Gießen, Koblenz, den 9. Juli 1937.
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von der Reise zurück
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Sonntag, den 11. Juli 1937:
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nachmittags von 16-18 Uhr im Kurpark
und abends von 20-22 Uhr
Promenadenkonzert
ausgeführt vom Musikzug der SA-Standarte 116, Gießen
Leitg.: Musikzugführer Bruno Herrmann
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Krofdorf-Fohn- bachtal-Freibad Schmelz - Fronhausen. Näheres siehe Aushänge.
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Reichsflilygrulwe Imker e. D. NlssMgr. Sieben Uehr- versammlnng am Samstag, 0. 10. Juli 1937, v. 19 bis 21 Uhr, bei Hopfeld, Gießen. B.
OieHeimatvereiiiigung Staufenberg hält am 11. Juli d.J.ihrSomm erlest auf Burg Staufenberg;. Anfang nachm. 4 Uhr. Eintritt ein» schl. Programm 30Rps.Musikst.d. Kapelle Zecher- Staufenberg.
Der Männerge- sangvereinStau- feuberg. Anspr. des Vorsitzenden. Volksreigenleingeübt von Fräul. Elli Kern). Aufführungen des
Turnv. Staufenberg. Tanz. Von 7-8 Essensvause. Bei beginnender Dunkelheit Beleuchtung der
Inneren Burg u. Feuerwerk. 46ooD Der Vorstand ladet alle Volks- genoss, herzl. ein.


