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japanische und chinesists
Peiping, 9. Juli. (DNB.-Funkspruch.) (Ost- asiendienst des DNB.) Die in der Nacht zum Freitag nach Mitternacht aufgenommenen Verhandlungen, bei denen die chinesische Seite durch General Tschangyunjung, die japanische Kwantungarmee durch Major Matsui und die japanische Nordchina-Garnison durch Oberstleutnant Wachii vertreten war, führten am Freitag früh tim 4 Uhr zu einem vorläufigen W a f f e n st i l l - stand uni) zur Zurückziehung sowohl der japanischen, als auch der chinesischen Truppen.
Die Bedingungen des Waffenstillstandes sehen vor, daß die chinesischen Truppen das Ostufer des Hun-Ho-Flusses und den Brückenkopf Kungtschiying (Wanpinghsien) räumen und bis auf Tschangkuotschuang, 3 Kilometer westlich vom Hun- Ho-Fluß zurückgehen. Die bisher westlich von Pei- xing in Garnison liegenden Truppen der 37. Division werden durch Einheiten der 38. Division ersetzt. Die Japaner räumen das westliche Ufer Les Hun-Ho und gehen in nordöstlicher Richtung Zurück.
Die beiderseitige Räumung des Schauplatzes der Zusammenstöße wurde ent- Iprechend diesen Bedingungen sofort in Angriff genommen. Don drei kriegsstarken japanischen Kompanien rückte eine ab, während die Selben übrigen die Bewegungen der chinesischen Truppen weiter beobachten. Die chinesischen Truppenteile werden gleichfalls zurückgenommen und zunächst durch zwei Kompanien Gendarmerie ersetzt.
Anscheinend führte aber ein neuerliches Mihver- ftändnis zur Wiederaufnahme der Feind- jeUg feiten, denn zwischen 5 und 6 Uhr war vus Richtung der Marco-Polo-Brücke trotz starkem Regen wieder heftiger Kanonendonner Zu hören. Nach zuverlässigen Angaben beliefen sich kdie Verluste bis zum Waffenstillstand von den Japanern auf 16 Tote und über 40 Verwundete mnd bei den Chinesen auf etwa 5 0 Tote.
Sturm gegen den
Jüdische llnersättli
London, 8. Juli. (DNB.) Der Vorsitzende der Palästinakommission, Lord Peel, richtete am Donnerstagabend über den englischen Rundfunk einen Appell an die Araber und Ju den, die Teilungsvorschläge mit gutem Willen zu prüfen. Es 3dbe sich gezeigt, daß die Idee des gemeinsamen
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Die punktierte Fläche zeigt das für den Judenstaat i:n Aussicht genommene Gebiet, das der Korridor Jaffa-Jerusalem unterbricht. — (Scherl-M.)
palästinensischen Bürgertums jeden Tag hoffnungsloser wurde. Der Ausschuß sei zu der Ueberzeugung gekcmmen, daß eine Neuordnung eintreten mußte. Die Fortsetzung des gegenwärtigen Systems würde iiu einer Katastrophe führen.
Der Palästina-Bericht wurde am Donnerstag in )een Wandelgängen des Unterhauses lebhaft besprochen. Soweu. sich bisher feststellen läßt, wird die Mehrheit der Abgeordnetem den Plan unterstützen,
Aus all
Feierlicher Empfang der Chemiker durch die Stadt Frankfurt.
NSG. Im Bürgersaal des Rathauses zu Frank- purt a. M. wurden die zur Tagung des V D C H. versammelten Chemiker aus allen Ländern feierlich empfangen. Dem Empfang wohnte neben Vertre- I'ern der Partei, der Regierung und der Wehrmacht ouch stellvertretender Gauleiter und Bürgermeister Linder bei. Oberbürgermeister und Staatsrat Dr. R r e b s gab einen geschichtlichen Rückblick auf die Vergangenheit des Vereins Deutscher Chemiker, der vor 50 Jahren in Frankfurt ins Leben gerufen worden ist, und dessen Mitgliederzahl sich von 200 heute auf 10 000 Mitglieder erhöht hat. Es ist zu erwarten, daß der Verein durch die Eingliederung n den NSBDT. einen weiteren Aufschwung nehmen wird. Nach Worten des Dankes an die Erbauer und geistigen Inspiratoren der A ch e m a VIII prach Dr Krebs den Wunsch aus, die Chemiker- Tagung möge immer in Frankfurt abgehalten werden, und gab bekannt, daß die Erhaltung und Fortführung der Kunststoff-Ausstellung durch die Stadt sichergestellt sei.
Professor Dr. Duden und Dr B r e t s ch n e i - der, die sich um die Tagung und die Ausstellung besonders verdient gemacht haben, wurden von der stabt wertvolle Ehrengeschenke mit Widmung und Llrfunbe überreicht. In herzlichen Worten dankte Professor Dr. D u d en für die Ehrung und den freundlichen Empfang und übermittelte die ihm zugegangenen Grüße von Chemikern des In- und Auslandes, die an der Tagung nicht teilnehmen
d vor peiping.
e Truppen im Rückzug.
Ernste Warnung des japanischen Kabinetts an China.
Tokio, 9. Juli. (DNB. Funkspruch. Ostasien- dienst des DNB.) Das japanische Kabinett nahm in seiner Sitzung am Freitagvormittag zu den Ereignissen in Peiping eingehend Stellung. Nach Anhörung der Berichte des Außenministers, des Kriegsministers und des Marineministers wurde festgestellt, daß die Schuld an den blutigen Zwischenfällen a u f chinesischer Seite liege. Dennoch wolle sich das japanische Kabinett bemühen, eine weitere Ausdehnung der Zwischenfälle nach Möglichkeit zu verhindern. Dies setze allerdings eine gründliche Aenderung des chinesischen Standpunktes gegenüber den letzten Ereignissen und gegenüber den Rechten Japans in China voraus. Sollte wider Erwarten der Konflikt nicht beigelegt werden können und größere Ausmaße annehmen, so müsse die japanische Regierung schwerwiegende Maßnahmen ergreifen.
Angesichts des Ernstes der Lage beschlossen die Minister, sich ständig zu außerordentlichen Kabinettssitzungen in Tokio bereitzuhalten.
Aufschub der Reservisteuentlasiungen in Japan.
Tokio, 8. Juli. (Ostasiendienst des DNB.) Alle Divisionen der japanischen Armee, die westlich'von Kioto stationiert sind, erhielten den Befehl, die am 10. Juli fälligen Reservistenentlassungen bis zur Beilegung des nordchinesischen Konflikts aufzuschieben. Der Befehl erfolgte unmittelbar nach der Warnung des Kriegsministeriums an die nordchinesischen Truppen, die Kampfhandlungen umgehend einzustellen und die besetzten Ortschaften zu räumen oder auf ernste Gegenmaßnahmen der japanischen Armee gefaßt zu sein.
Palästina-Bericht,
hkeit und Habgier.
jedoch ist bei vielen Abgeordneten mit starker Opposition zu rechnen.
Der jüdische Abgeordnete Wedgewood erklärte, die Vorschläge seien sehr schlecht. Er hoffe, daß die Juden ihnen nicht zustimmen würden (!). Von jüdischer Seite wird auch gegen den Vorschlag im Bericht opponiert, daß der künftige jüdische Staat dem bei der Teilung stark zu kurz gekommenen arabischen Staat eine finanzielle Unterstützung zahlen soll. Die ganze jüdische Unersättlichkeit und Habgier offenbart sich aber in dem Geschrei jüdischer Kreise, das ihnen zugeteilte Land sei zu klein (!). Der Zionistenführer Perlzweig erklärte, der Aufteilungsplan bedeute einen niederschmetternden Schlag für die Juden. Es würde zu einem Kampf kommen, und die Juden würden um jeden Zoll Boden kämpfen. Laut Reuter haben mehrere Abgeordnete ihre Bedenken gegen den Vorschlag geäußert, einen jüdischen Korridor von Jerusalem nach Jaffa zu schaffen. Diese Abgeordneten weisen darauf hin, daß das Experiment des poliifchen Korridors sich nicht als erfolgreich erwiesen habe.
Ein arabischer Protest.
Jerusalem, 8.Juli. (DNB.) Das arabische Zentralkomitee veröffentlicht einen Aufruf an die arabische Bevölkerung von Palästina, in dem es gegen die Vergewaltigung arabischen Landes protestiert, das nicht nur den Arabern in Palästina, sondern der ganzen arabischen Welt gehöre und nun an d i e Juden aus- geliefert oder zum andern Teil einem ständigen Mandat zugesprochen werden solle. So würden die heiligen mohammedanischen Stätten aus Arabien herausgeschnitten! Das Zentralkomitee ermahnt die Bevölkerung, die Ruhe zu bewahren und kündigt an, es werde sich mit den a r a b i s ch e n F ü r st e n wegen weiterer Beschlüsse in Verbindung setzen.
Amerika will erst prüfen.
Washington, 8. Juli. (DNB.) Die Vorschläge der englischen Peel-Kommission zur Teilung Palästinas sind Gegenstand eingehender Betrachtungen und ausführlicher Meldungen der amerikanischen Presse. Außenminister Hüll gab in der Pressekonferenz am Donnerstag bekannt, daß sich bie Regie- rung bereits seit Wochen mit dieser Frage beschäftigt habe, aber die jetzt von England vorgeschlagene Teilungsformel genauer prüfen müsse, bevor sie Stellung nehmen könne.
?r Welt.
konnten. Ein Vertreter des Vereins Amerikanischer Chemiker und ein Vertreter der Norwegischen Chemischen Gesellschaft überbrachten ebenfalls Gruße und Glückwünsche. Anschließend trugen sich die Gäste in das Goldene Buch der Stadt em.
Deutschlands größtes Gebäude.
B e r l i n, 8. Juli. <DNB.) Auf dem E rw eite- rungsbau der Reichsbank wurde nach fast z/.jcihriger Bauzeit die Richtkrone emparaewunden. Das qrützte Gebäude der Reichshauptftad. ist damit im Rohbau vollendet. Reichsbankprasident Dr. Schacht als Bauherr hielt die Festansprache. Die Schwierigkeiten beim Bau dieses größten Gebäudes aus einem Guß, welches wir m Deutschland besitzen, und die Geschlch e des Baues verglich Dr. Schacht mit der Geschichte und dem Aufbau des Dritten Reiches durch den F u h - rer und Reichskanzler. Auch dabei habe es große Schwierigkeiten gegeben, die gemeistert worden seien Der Wille des Bauherrn, des Baumeisters und der Baugesellschaft und ihre einträchtige Zusammenarbeit hätten das große Werk zum Gelingen gebracht Genau so wollen wir alle auch stets dem Bauherrn des Dritten Reiches, Adolf Hitler, eine treue Baugefolgschaft fein. Dr. S ch ach t betonte u a weiter, daß nicht mit Luxus, sondern mit Sparsamkeit, aber auch mit größter Gediegenheit und Solidität gebaut worden sei. Dies entspreche dem Charakter des Notenbankinstitutes, welches dieses Gebäude beherbergen soll. Der Geist, der in der Reichsbank herrsche, sei der Geist der gediegenen Arbeit und der absoluten Zuverlässigkeit, mit dem
auch das deutsche Volk seinen Weg in die Freiheit beschreiten und sie erreichen werde.
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Am 5. Mai 1934 legte Reichsbankpräsident Dr. Schacht in Anwesenheit des Führers zu dem Erweiterungsbau der Reichshauptbank auf einem etwa 35 000 Quadratmeter großen Baugelände, von denen bereits 17 000 Quadratmeter bebaut wurden, den Grundstein. Es handelt sich um das größte Gebäude Berlins, denn dex umbaute Raum des gesamten Neubaues wird 680 000 Kubikmeter umfassen. Zum Vergleich dazu sei erwähnt, daß das Berliner Schloß 320 000 Kubikmeter, das Reichstagsgebäude 380 000 und das Reichsluftfahrtministerium 420 000 Kubikmeter umbauten Raum fassen. Die Nutzfläche des gesamten Neubaues wird 120 000 Quadratmeter umfassen und 5500 Angestellten und Beamten eine würdige Arbeitsstätte geben. Die Fundamentplatte ist vis zu 16 Meter unter der Straßenkrone in die Tiefe gesenkt worden. Etwa 130 000 Kubikmeter Erde mußten ausgehoben wer- den. Weit über 40 Häuser mußten diesem Giganten weichen. Seit drei Jahren haben hier täglich bis zu 800 Arbeiter Beschäftigung und Brot gefunden. Eine Vorstellung von dem Umfang des gesamten Gebäudekomplexes erhält man durch die Tatsache, daß unter den Höfen Garagenanlagen für etwa 400 Wagen geschaffen worden sind.
„Apostelkirche Johannes- verboten.
Die Geheime Staatspolizei, Staatspolizeistelle Darmstadt, gibt unter dem 2. Juli 1937 bekannt:
Der Reichsführer SS. und Chef der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern hat durch Erlaß vom 12. Juli 1937 zu S — PP (II B) 4472/37 die Sekte „A p o st e l k i r ch e I o h a n n e s" (auch „Das Wiederkommen Jesu Christi, Meister in Jüngerscharen" genannt) auf Grund des § 1 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 mit sofortiger Wirkung für das gesamte Reichsgebiet aufgelöst und verboten und unter Hinweis auf die Strafbestimmungen des § 4 der genannten Verordnung jede Tätigkeit untersagt, die den Versuch einer Fort- ührung dieser Organisation ober einer Neugründung mit gleichen oder ähnlichen Zielen darstrllt.
Viermal Todesstrafe im Mordprozeß Roloff beantragt.
Prenzlau (Uckermark), 8. Juli. (DNB.) Im Mordprozeß Roloff wurde die Beweisaufnahme abgeschlossen. Der Schriftsachverständige wies einwandfrei nach, daß die bei den Leichen Lüdt - k e s und Kochans gefundenen Schreiben von der Hand R o l o f f s stammten. Sachverständiger Me- dizinalrat W e i tn a n n (Berlin) hat die Leichen der Opfer des Angeklagten untersucht. Sowohl Lüdtke als Worreschk seien durch einen sogenannten Genickschuß getötet worden. Die Art dieser Schüsse, so betont der Sachverständige, habe Aehnlichkeit mit bolschewistischen Hinrichtungsmethoden. Kriminalrat L o b b e s (Berlin), der die Ermittlungsarbeiten geleitet hat, äußerte sich über die Vernehmung Ro- loffs im Berliner Polizeipräsidium. Das Motiv zu seinen vielen lügenhaften Darstellungen und zahlreichen Selbstbezichtigungen ist nach Auffassung des Zeugen darin zu suchen, daß er die letzte Entscheidung hinauszögern wollte. Roloff sei ein feiger Mensch. Für seine moralische Verkommenheit spreche es, daß er skrupellos einen unschuldigen Menschen belastete. Hemmungslose Geldgier sei das Motiv für seine Taten gewesen. Der Sachverständige Prof. Müller-Heß, der Leiter des Institutes für ge- richtliche und soziale Medizin an der Universität Berlin, betonte, daß eine Geisteskrankheit oder Geistesschwäche bei Roloff nicht vorliege. Der 2Ingenagte sei ein haltloser Mensch, der ausgesprochen
Deutschland an her
In der ersten Zeit nach der Machtübernahme sah es die uns feindlich gesinnte ausländische Presse als ihre besondere Aufgabe an, ihren Lesern ein wahres Schreckensbild der angeblichen Leiden zu entwerfen, denen gerade die deutsche Arbeiterschaft ausgesetzt sei. „Brutale Unterdrückung", „Terror und Knechtung", „Furchtbare kapitalistische Ausdeutung", das war so etwa das Motto, unter dem dieser Feldzug der Lüge und Verleumdung stand. Im Laufe der Zeit jedoch trat mehr und mehr ein Wandel ein, denn zu viele Ausländer hatten sich selbst durch Reisen nach Deutschland ein Bild von der wahren Lage des deutschen Arbeiters gemacht, und die Eindrücke, die sie nach Hause brachten, ergaben das genaue Gegenteil von dem, was diese deutschfeindliche Presse bislang veröffentlicht hatte.
Heute ist die Entwicklung so weit gediehen, daß ein großer Teil der Auslandspresse offen und rückhaltlos das anerkennt, was das Dritte Reich für den deutschen Arbeiter geleistet hat. Unumwunden wird zum Ausdruck gebracht, daß das neue Deutschland gerade in der Arbeiterfrage niemals bei dem bislang Erreichten stehen bleibe, sondern daß es das zielbewußte Streben der Staatsführung fei, gerade dem handarbeitenden Volksgenossen die Förderung zukommen zu lassen, auf die er berechtigten Anspruch habe. So wird offen anerkannt, daß die Deutsche Arbeitsfront bereits in den wenigen Jahren ihres Bestehens soziale Leistungen vollbracht habe, die einzigartig daständen, wobei naturgemäß dem Wirken der NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" besondere Aufmerksamkeit gezollt wird, eine Feststellung, die man auch erst unlängst auf dem großen „Kraft-durch- Freude"-Kongreß in Harnburg^machen konnte.
Besonders beeindruckt zeigt sich in jüngster Zeit das Ausland durch die großzügige Ausgestal- tung d e s Urlaubs in Deutschland, ein Pro- blem, das im Rahmen unserer Sozialpolitik eine hervorragende Rolle spielt. Die Frage des Urlaubs ist auf dem Hamburger Kongreß ebenfalls ausführlich behandelt worden, und die Vertreter der ausländischen Abordnungen haben mit ihrer Anerkennung über das dabei von Deutschland bisher Geleistete nicht zurückgehalten und zum Ausdruck gebracht, daß das Dritte Reich auch in dieser Hm- sjch ein Vorbild für andere Staaten sei.
Wie haben sich die Dinge in den letzten Jahren entwickelt? Es ist noch in frischer Erinnerung, daß sowohl in der Zeit vor 1918 wie wahrend der Epoche des Weimarer Zwischenreiches die Frage des Urlaubs wie ein heißes Eisen behandelt mürbe, an das man am besten gar nicht rühren dürfe. Gewiß, an papierenen Entschließungen hat es niemals gefehlt, aber bei all den großen Worten, die gemacht wurden, vermißte der deutsche Arbeiter das Entscheidende: die Lat. Erst dem Nationalsozmlis- mus blieb es Vorbehalten, den grundlegenden Wandel zu schaffen und dem deutschen Arbeiter
feige fei. Er gehöre zu den asozialen Personlichkel- ten. Jedes Mittel sei ihm recht, um seine hemmungslose Geldgier zu befriedigen.
Der Staatsanwalt führte aus, es gebe Mörder, die mehr auf dem Gewissen hätten als Roldss, wie x. B. Haarmann, Kürten, Seefeld Atnb andere. Aber sie unterschieden sich von äern Angeklagten, dessen Beweggründe wie die Bestialität und Feigheit, mit der er zu Werke gegangen sei, einmalig dastünden. Der Staatsanwalt dankte der Berliner Mordkommission, den Formationen der Wehrmacht, der SA. und der NSKK., die sich sofort zur Jagd auf den Mörder zur Verfügung gestellt hätten, obwohl ihnen bekannt gewesen sei, daß diese Bestie ihnen jederzeit mit der Waffe in der Hand entgegentreten könnte. Er kam nach einer Schilderung der einzelnen Mordtaten zu der Feststellung, daß Roloff vier Menschen vorsätzlich und mit Ueberlegung getötet hat. Er beantragte, den Angeklagten Willi Roloff wegen Mordes in vier Fällen, darunter in drei Fällen in Tat» einheit mit schwerem Raube, viermal zum Tode zu verurteilen und ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit abzuerkennen.
Nach dem Vortrag des Verteidigers, der keine Milderungsgründe für den Angeklagten finden konnte, wandte sich der Vorsitzende an Roloff: „Angeklagter! Sie haben jetzt das letzte Wort. Wollen Sie kein Zeichen der Reue von sich geben? Der Angeklagte schweigt minutenlang. Vorsitzender (fortfahrend): „Wollen Sie denn in den entscheidenden Augenblicken Ihres Lebens nichts mehr sagen?" Der Vorsitzende wartet noch einige Minuten, aber Roloff schweigt. — Darauf wird die Der- bandlung auf Freitag vertagt. Es soll dann das Urteil verkündet werden.
Ehrengeschenk für kinderreiche Familien.
Die Stadtverwaltung Neuwied hat beschlossen, in Zukunft allen kinderreich en Familien der Stadt, denen das fünfte ober ein weiteres Kind geboren wird, ein Ehrengeschenk in Form eines Sparkassenbuches auf den Namen des neugeborenen Kindes mit einer Einlage von 30 Mark zu übergeben. Im allgemeinen soll nach dem Wunsche der Stadtverwaltung dieses Ehrengeschenk den Eltern des Kindes an dessen 10. Geburtstag freigegeben werden, um die Möglichkeit zur Beschaffung einer Pimofenunifoirrn ober einer Jung- mädelkleidung zu geven.
Drei kommunistische Mörder hingerichtet.
In Berlin sinb der Walter Schulz aus Berlin, der Paul Zimmermann aus Berlin und Bruno Schröter aus Posen, die vom Schwurgericht in Berlin wegen Mordes und schweren ßanbfriebens» bruches zum Tode verurteilt waren, hingerich - tet worden. Die Genannten, von denen Zimmermann und Schröter häufig mit hohen Freiheitsstrafen, darunter Schröter wiederholt mit Zuchthaus, bestraft waren und von denen Schulz und Zimmermann nach dieser Tat zwei Raubüberfälle verübt haben, haben sich im Oktober 1931 an dem bis ins einzelne organisierten Feuerüberfall auf ein SA. -Lokal in Neu-Kölln, Schulz als Organisator, Zimmermann und Schröter durch Abgabe von Schüssen, beteiligt. Hierbei wurde der Gastwirt B ö w e ermordet und zwei weitere Personen lebensgefährlich verletzt. Die in demselben Strafverfahren erkannten Todesstrafen gegen Hellmut Schweers und Bruno Blank hat der Führer und Reichskanzler im Gnadenwege zu Zuchthausstrafen von zehn Jahren umgewanbelt. Diese beiden Verurteilten, die zur Zeit der Begehung der Tat noch jung und gut beleumundet waren, sind durch Verführung zur Beteiligung an dem Torrorakt gekommen und hatten sich bereits geraume Zeit vor der Machtübernahme vom Kommunismus losgesagt.
Spitze aller Stationen.
nicht nur zu einem Urlaub zu verhelfen, sondern auch dafür Sorge zu tragen, daß er diesen Urlaub richtig verbringt und er ihm zu einer wahren Erholung wird. Die Millionenzahl derer, die in den letzten Jahren mit „Kraft durch Freude" an die See und ins Gebirge, ja sogar in fremde Länder gefahren sinb, spricht hier eine beut* liebe Sprache. Wie weit schon bie Dinge bei uns gediehen sinb, geht daraus hervor, daß Deutschland mit seinem bezahlten Arbeiterurlaub heute ander Spitze aller Länder der Erde steht. Wenn wir uns vergegenwärtigen, daß nach dem Stand des Vorjahres tn Europa etwa 40 v. H. aller Arbeiter Anspruch auf Urlaub hatten und daß Deutschland mit rund 14 Millionen über die Hälfte dieser Arbeiter gestellt hat, bann können wir ruhig erklären, daß diese Zahlen für sich sprechen und besser als alle schönen Worte dokumentieren, daß unser Sozialismus tatgewordene Wirklichkeit ist.
Diese Leistungen Deutschlands gewinnen um so stärkeres Gewicht, wenn wir uns kurz vor Augen führen, was bisher in anderen Ländern erreicht worden ist. Man steht wohl bei allen Nationen auf dem Standpunkt, daß die Gewährung eines bezahlten Urlaubs einen Kernpunkt der Sozialpolitik darstellt, dem stärkste Aufmerksamkeit gebührt. Aber was nützt schließlich diese Erkenntnis, wenn sie von einer Verwirklichung noch weit entfernt ist! Außer Deutschland ist es eigentlich nur Italien, bas mit seinem „Dopolavoro" Vorbildliches geleistet hat, haben doch insgesamt 4 Millionen Arbeiter Anspruch auf Urlaub. — Aber schon in Großbritannien, in dem doch die Industrie eine weit wichtigere und behputenbere Rolle spielt als in Italien, liegen die Dinge ganz anders, werden doch hier etwa nur 2,5 bis 3 Millionen Menschen des Genusses eines Urlaubs teilhaftig. Dieser Zahl gegenüber stehen jedoch rund 9 Millionen Arbeiter, die keinen bezahlten Urlaub haben, das heißt also, daß für etwa 80 v. H. der Urlaub ein unbekannter Begriff ist. — Auch in Frankreich haben nur etwa 1,5 Millionen Arbeiter Urlaub, wobei die bemerkenswerte Er- scheinung zu verzeichnen ist, daß ja an sich im vergangenen Jahre die Gewährung eines bezahlten Urlaubs für bie in der Industrie, im Handel und in der Landwirtschaft tätigen Arbeiter gesetzlich festgelegt worden ist. Aber durch die ganzen inner- politischen Schwankungen, die sich in mehr als einer Hinsicht verhängnisvoll für den Arbeiter auswirken, ist diese- Gesetz noch keineswegs überall zur Durchführung gelangt. Und bei den zahlreichen Wirtschaftskämpfen und Streiks, die das ganze Land erschüttern, ist kaum anzunehmen, daß die Dinge so vorwärts getrieben werden können, wie es das Interesse der französischen Arbeiterschaft er- fordert. — In allen übrigen Ländern schließlich gibt es nur rund 1,5 Millionen Arbeiter, welche einen bezahlten Urlaub haben.


