Wirtschaft
Medizin examinieren zu lassen und weist auf
Privileg zur ärztlichen Prüfung hin, das ihr
Aus der engeren Heimat
Ver-
Nach i. R.
Max Reichard. Mit ihm ist ein Forstmann, Jäger und Naturfreund dahingegangen, der mit dem Krofdorfer Wald aufs engste verbunden war. In Straßburg geboren, war der Verstorbene als Oberförster im Elsaß tätig, führte zu Beginn des Weltkrieges mit den Grenzschutz dort, während seine Familie unter Zurücklassung von allem Hab und Gut flüchten mußte. Als Kompanieführer erhielt er schon 1914 in Flandern einen Kopfschuß, der ihm bis zum Lebensende zu schaffen machte. 1917 übernahm er die Oberförsterei Krofdorf. Nach seiner Pensionierung 1932 zog er zunächst nach Gießen, doch die Nähe des Waldes und auch der Gleiberg veranlaßten dann feine Uebersiedlung nach Gleiberg, wo er von seinem Häuschen aus stets die Stätten der ihm liebgewordenen Heimat sehen konnte. Ein stattliches Trauergeleit folgte dem Sarg, den Berufskollegen in die grün ausgeschlagene Gruft senkten, während Jägerhörner vom Wald her erklangen. Kränze und Worte des Dankes und der Treue überbrachten die politische Ortsgruppe, die ehemaligen 24er Jäger, sein Kriegsbataillon, die Vereinigung ehemaliger Jäger und Schützen, die Forstbeamten des Kreises Wetzlar, die Forstbezirksgruppe Gießen und die Gemeinde Krofdorf-Gleiberg. Männer im braunen Ehrenkleid schossen die Ehrensalve übers offene Grab, und aus der Ferne klang das „Halali", der Hornruf „Jagd vorbei!"
< Wißmar, 6. Juni. In der Nacht zum Sonntag wurde bei dem Landwirt Gg. Speier (Haus Nr. 115) ein Einbruch verübt, wobei die Tater fast sämtliche Wurst seiner Hausschlachtung Mitnahmen.
auf der Stelle eintrat. Der bedauernswerte unglückte hinterläßt Frau und Kind.
Kreis Wehlar.
<5 Krofdorf-Gleiberg, 8. Juni, längerem Krankenlager verstarb Forstmeister
Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.
Jtinbermarff in Gießen.
Auf dem gestrigen Rinder- (Nutzvieh-) Markt waren aufgetrieben: 419 Stück Großvieh, 104 Fresser, 141 Kälber. Es kosteten: Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 460 bis 500 RM., 2. Qualität 280 bis 360, 3. Qualität 210 bis 240, Rinder, bis ^jährig, 90 bis 160, % = bis zweijährig 150 bis 190, tragend 260 bis 430, Kälber bis zwei Wochen 20 bis 25, bis vier Wochen 25 bir 30, bis sechs Wochen 35 bis 55 RM. — Markt- verlauf: schlecht, großer Ueberstand. — Nächster Markt: 22. Juni 1937.
Aranksuter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 8. Juni. Auftrieb: Kälber 1076 (gegen 1098 am letzten Dienstagsmarkt), Hämmel und Schafe 39 (45), Schweine 5457 (5318). Notiert wurden je 50 Kilogramm Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 61 bis 65 (65), b) 55 bis 59 (55 bis 59), c) 45 bis 50 (45 bis 50), d) 30 bis 40 (35 bis 40). Hämmel und Schafe nicht notiert. Schweine a) 54 (54), bl) 54 (54), b2) 54 (54), c) 53 (53), d) 50 (50). Sauen gl) 53 bis 54 (54), g2) 52 (52). Marktverlauf: Kälber und Schweine wurden zugeteilt. Hämmel und Schafe mittelmäßig.
Frankfurter Obff- und Gemüjemarkt.
Frankfurt a. M., 8. Juni. Der Gemüse- markt verzeichnete allgemein sehr starkes Angebot, besonders von Kohlrabi, Karotten, Gurken, Spargel, Rettich und Frühwirsing. Das Angebot von Salat ist wegen der Trockenheit zurückgegan- gen. Das Geschäft war schleppend, nur Salat lebhaft und höher im Preise. In Gurken und Kohlrabi verblieben Ueberstände. Es notierten in RM.: Blumenkohl (T = Treibhaus) 100 Stück 20 bis 40, Steige, 12 Stück, 3,75 bis 4,25 holl., Bohnen (T) 50 Kilo (60), Erbsen 50 Kilo 16 bis 20, Gurken (T) 100 Stück 18 bis 30, Karotten, 100 Bündel, 10 bis 14, Kartoffeln alt, 50 Kilo 3,90, Kartoffeln, neue, lang, 10 bis 11,50 ital., Kohlrabi 100 Stück 5 bis 9, Rettich 100 Stück 5 bis 10, Römischkohl 50 Kilo 5 bis 8, Kopfsalat 100 Stück 7 bis 12, Spargel 50 Kilo I 36 bis 38, II 33 bis 34, III 27 bis 29, IV 12 bis 15, Spinat 50 Kilo 12 bis 18, Tomaten 50 Kilo 43 bis 50 holl., Weißkraut (Spitzkohl) 50 Kilo 6 bis 8, Frühwirsing 50 Kilo 7 bis 8, Zwiebeln 50 Kilo 9 bis 9,50, Aegypten.
Am Ob st markt war heute das Angebot von Erdbeeren etwas schwächer, aber ausreichend. Kirschen werden stärker angeliefert. Für grüne Stachelbeeren zeigt sich nur schwaches Interesse, so daß kaum Angebot vorlag. Preise allgemein rückläufig. Nur Auslesen von Erdbeeren und Kirschen erzielten Preise über Notiz. Bananen, Kiste 12,5 Kilo netto, 7,50 Kam., 8,50 bis 9 Westind., Erdbeeren I 50 Kilo 40 bis 45, II 32 bis 38, III 24 bis 27, Kirschen 50 Kilo 30 bis 45, 30 bis 35 ital., grüne Stachelbeeren 50 Kilo 14 bis 16.
*
Die Industrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft: 399: Oberschlesischer Wechselverkehr — Nachnahmen und Frachtzahlung. — 400: Güterverkehr mit Deutschland-Polen. — Frankaturzwang und Nachnahmeverbot. — 401: Güterverkehr mit Belgien — Nachnahmen und Frachtzahlung. — 402: Güterverkehr mit England — Londoner lieber- einkommen (LUeG.) — Nachnahmen und Frachtzahlung. — 403: Anordnung — Z 2 — der lieber- wachungsstelle für Seide, Kunstseide und Zellwolle (Handel mit zellwollenen Spinnstoffen. — 404: Anordnung Nr. 7 der Ueberwachungsstelle für Papier (Herstellung von holzfreien Schreib- und Druckpapieren und Kartons).
für das Jubiläum des Vereins gebildete Frauenchor versammelt zu Ehren der Gäste. Der Vereinsvorsitzende Hch. Grandhomme und Bürgermeister Menget begrüßten in herzlichen Worten die Freunde aus der neuen Welt. Der Chor trug mehrere Lieder vor. Der eine Gast dankte in bewegten Worten für die herzliche Aufnahme und wies auf die enge, treue Verbundenheit des Deutschtums drüben hin. Immer gelte drüben ihr Wirken der alten deutschen Heimat. Zu dem Jubiläum des hiesigen Männerchors werden weitere Gäste vom Bruderverein Neuyork erwartet.
Preußen.
Tödlicher Sturz vom Baugerüst.
* Kinzenbach, 8. Juni. In unserem Orte ereignete sich heute an einer Baustelle ein schwerer Unglücksfall, dem ein Menschenleben zum Opfer fiel. Der bei dem Weißbindermeister Rinn beschäftigte E. Leib aus Gleiberg, der gegenwärtig am Neubau von Lehrer Raube tätig ist, kam schwer zu Fall. Er geriet, als er eben im Begriff war, feinen Arbeitsplatz zur Mittagspause zu verlassen, mit einer Stromleitung in Berührung und stürme vom Gerüst so unglücklich ab, daß der Tod
Tödlicher Unglücksfall.
* Reiskirchen, 8. Juni, heule morgen ereignete sich an einer Baustelle der Reichsaulobahn in der Gemarkung Bersrod ein schwerer Un- gl ü ck s f a l l, dem leider ein junges Menschenleben zum Opfer fiel. Der 27jährige Arbeiter Heinrich Krieg aus Gedern war heule morgen gegen 4.50 Uhr damit beschäftigt, eine Sprengladung in Felsgestein zu legen, die jedoch explodierte, bevor sich Krieg entfernen konnte. Die Sprengladung löste einen Teil des Felsens ab, der sofort den bedauernswerten Mann unter sich begrub. Der Tod des Verunglückten trat auf der Stelle ein. Krieg hinterläßt eine Frau und ein Kind. Die polizeilichen Ermittlungen über den Unfall sind im Gange.
Landkreis Gießen.
* Leihgestern, 8. Juni. Am Sonntag fand im Vereinslokal eine Mitgliederversammlung des hiesigen Gesangvereins „Eintracht" statt. Der Vereinsführer überreichte im Auftrage des Kreissängerführers den beiden Sängern Wilhelm Jung II. für 40jährige aktive Tätigkeit als Sänger, und Ludwig Schneider für 25jährige Vor- ftandsmitgliedschaft je eine Ehrennadel des Deutschen Sängerbundes mit den herzlichen Glückwünschen des Gau- und Kreisvorstandes sowie des Vereins. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde dann noch über die beabsichtigte Rheinfahrt gesprochen. 52 Teilnehmer meldeten sich bereits.
s. Lang-Göns, 8. Juni. Gestern entlud sich um die Mittagszeit ein schweres Gewitter über unserem Dorf, das in wolkenbruch- artigem Regen niederging und solche Mengen Wasser brachte, daß die Hundstaatenstraße, der Niederhofen und besonders die untere Hälfte der Breitgasse vollständig überschwemmt wurden. Die Anwohner mußten besondere Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, damit ihnen nicht das Wasser in den Hof und in den Keller drang. Sämtliche hier durchfahrenden Autos nahmen ein Wasserbad. Der Regen kam so schnell und stark, daß die Ableitungsrohre des Kanals nicht in der Lage waren, die Wassermenge abzuführen.
Kreis Schollen.
s. Schotten, 6. Juni. Der Metzgermeister und Gastwirt „Zur Linde", Heinrich Müller und Frau, geb. Schlörd, feierten gestern in körperlicher Frische und Gesundheit das Fest der goldenen Hochzeit. Viele Ehrungen wurden dem Paar erwiesen, der Männerchor brachte abends ein Ständchen. — Die Stadt führt in Verbindung mit dem Obst- und Gartenbauverein auch in diesem Jahre wieder einen Blumenschmuckwettbewerb durch. — Am vergangenen Donnerstag hatte der hiesige „Schottener Männerchor" Besuch vom Neuyorker Bruderoerei n. Zwei dortige Mitglieder des „Schottener Männerchors Neuyork", die Brüder Schilling, die aus Thalheim bei Tübingen stammen und dort ihre Eltern besuchten, hatten einen Abstecher nach hier unternommen. Sie freuten sich an der Schönheit unseres Gebirges und der Stadt. Abends hatte sich im Singsaal der Turnhalle der gesamte hiesige Männerchor und der
Lme denische Aerziin unter Friedrich dem Großen
Zum 175. Todestage von Dorothea Christine Erxleben.
Rhein-Mainische Börse.
Millagsbörse lustlos.
Fr a n kf urt a. M.,8.Juni. Der weiter verringerte Ordereingang und der Mangel an besonderen wirtschaftlichen Anregungen ließ die Börse sowohl am Aktien- wie am Rentenmarkt in sehr ruhiger Haltung eröffnen. Angesichts der herrschenden Ge- chäftsstille neigten die Kurse am Aktienmarkt überwiegend leicht zur Schwäche, wobei aber nur mäßige Veränderungen eintraten. Etwas stärker verändert lagen IG. Farben mit 164,75 (165,90), Moenus Maschinen mit 119 (120,50), Muag mit 148,25 (149), Hoesch Eisen mit 127,40 (128,40) und Zellstoff Waldhof mit 164,25 (165,25). Recht fest notierten dagegen Aschaffenburger Zellstoff mit 142,75 (141) und Jul Berger mit 141,75 (140,13). Leichte Erhöhungen zeigten außerdem einige Elek- trqmerte, niedriger aber Elektr. Lieferungen mit 136,25 (136,90). Auf den übrigen Marktgebieten lagen nur wenig Erstkurse vor, die nur Veränderungen bruchteiligen Ausmaßes zeigten.
Auch an den Rentenmärkten dauerte die Geschäftsunlust fort. Kleine Umsätze kamen vorerst nur in der Kommunal-Umschuldungsanleihe bei unverändert 94,10 zustande.
Zu Beginn der zweiten Börsenstunde zeigte sich etwas Interesse für einzelne Spezialwerte, im gro- zen und ganzen blieb die Börse aber sehr ruhig und n den meisten.Fällen wichen die Kurse gegen den Anfang kaum ab. Höher gesucht waren Bemberg mit 133,50 nach 132,50, Verein. Stahl etwas lebhafter mit 123 nach 122,65, Hoesch um 0,40 v. H. erholt auf 127,75. Von erst später notierten Werten lagen BMW. 1,50 v. H. schwächer mit 150. Am Einheitsmarkt erhielt sich Kundschaftsnachfrage nach einigen Spezialpapieren.
Am Rentenmarkt kamen Altbefitz mit 126,50 (126,65), Reichsbahn-Vorzugsaktien mit 125,65 (125,40), 6 v. H. IG. Farben-Bonds mit 135,90 (135,25) zur Notiz. Oberhessen Provinzanleihe nach Pause 134,75. Goldpfandbriefe, Kornrnunal-Obliga- tionen und Stadtanleihen notierten unverändert, Liquidativnspfandbriefe überwiegend eine Tönung freundlicher, nur Pfälzische 101 (101,13).
Der Freiverkehr zeigte Adlerwerke Kleyer etwas lebhafter mit 114,65 bis 116,65, ferner wurden Brennabor mit 124 und Auto-Union mit 137 bis 138 umgesetzt. Sehr fest lagen Rastatter Waggon mit 38,75 nach zuletzt etwa 33 bis 34, wobei Gerüchte mitsprachen, die von einem Befitzwechsel in arische Hände wissen wollten.
Tagesgeld um). 2,25 v. H.
ilbenbbörfe behauptet.
Sowohl gegen den Frankfurter als auch gegen den Berliner Schluß zeigten die Kurse an der Abendbörse nur ganz geringfügige Veränderungen. Trotz des sehr kleinen Geschäfts infolge der fortdauernden Zurückhaltung der Kundschaft war die Tendenz durchaus gut behauptet und die Stimmung freundlich und zuversichtlich. Starke Beachtung fand die Einigung in der Ueberwachungsfrage. Von Montanwerten lagen Harpener 0,50 v. H. höher mit 174, auch Klöckner 0,25 v. H. freundlicher mit 137,50, dagegen bröckelten Hoesch 0,50 v. H. ab auf 127,25. Chemieaktien notierten unverändert, IG. Farben 164,50, Goldschmidt 138,40, Scheideanstalt 263. Von Versorgungswerten konnten sich RWE. mit 133,13 (134) nicht behaupten, jedoch Gesfürel 0,40 v. H. über Berlin mit 161. Maschinenaktien waren z. T. etwas fester, Moenus 119,50 (119), Junghans 134,50 (134), auch BMW. 0,50 höher mit 150,50, Daimler um). 139,75, Muag 149 (148,25). Bemberg auf Hauptversammlungs-Ausführungen 1 o. H. über Berlin mit 134. Der Einheitsmarkt war ohne besondere Vorgänge.
vom König bewilligt worden fei und von dem sie schon längst Gebrauch gemacht haben würde, „... wenn nicht meine bald darauf erfolgte Ver- heyrcttung, etliche Kinder, damit mich Gott von Zeit zu Zeit in meinem Ehestände gesegnet, verschiedene schwere und harte Krankheiten meines lieben Mannes, der Todt meines stetigen Vaters und dergleichen erhebliche Umstände solches bis hierher verzögert hätten". Schließlich bittet sie, die gegen sie ergangene Verfügung aufzuheben und ihr eine Frist zur Promotion zu fetzen, „... weil keine Gefahr in diesem kurtzen Verzüge vorhanden, auch sonsten nicht wenig arme Leute, welchen in Mangel des Geldes die Hülfe ermangeln möchte, am meisten darunter lejden würden".
Die sachliche Verteidigung erregte erst recht die Wut ihrer Gegner, besonders ihr Vorschlag, sich von ihren drei Anklägern examinieren zu lassen, findet nichts als Spott. „Hoho! es wäre ja an einem genug. Aber meine liebe Frau Diaconuffen, in quem finem wäre doch dieses, was käme denn da heraus? gewiß ein leeres Gezänke und Gewäsche, die liebe Frau judiziert nach ihrem feministischen Verstände, wenn sie etroan mit geborgtem Latein und Französischen könne um sich roerffen, so wäre sie schon doctorrnäßig... wäre sie Frau Diaconus Erxleben geblieben, so hätte sie alle gebührende Ehre, nun sie sich aber der Pfuscherey befleißigt, so verlieret sie allen Respect."
Dorotheas Antwort bestand darin, daß sie ein halbes Jahr später ihre lateinische Dissertation bei der medizinischen Fakultät in Halle einreichte. In der bald darauf ftattfinbenben mündlichen Prüfung, die über zwei Stunden dauerte, erregte sie das Erstaunen der Prüfungskommission, in dem Protokoll darüber heißt es, sie habe „... über die scientias theoreticas et practicas befragt, in lateinischer Sprache so solide und bescheiden geantwortet, daß man dergleichen nicht von dem geschicktesten Can- didato medicinali verhoffen könnte". Trotzdem zögerte die Fakultät, ihr die Doktorwürde zuzuerkennen, „weilen dieses ein Casus sine exemplo wäre, dergleichen auff keiner teutschen Akademie bis data passiert". Da war es wiederum der König, der helfend Eingriff und der verfügte, „nachdem der D. Chr. Erxleben besondere Wissenschaft und Geschicklichkeit in Studio medico angerühmet worden, gedachter Erxlebin gewöhnlichermaßen den Gradum in Eurer Fakultät nach ihrem petito zu erteilen". Sa erhielt im Jahre 1754 Dorothea a l s er st e deutsche Frau den medizinischen Doktorhut. Bis an ihr frühes Ende im Jahre 1762 entfaltete sie in ihrer Vaterstadt eine segensreiche Tätigkeit als Aerztin und Wohltäterin. Keineswegs aber dürfen wir sie uns als männliche Emanzipierte vorftellen, die über ihrem Beruf ihre Pflichten als Hausfrau und Mutter vernachlässigte. In dem von ihr selbst verfaßten Curriculum vitae schreibt sie darüber: „Ich würde übel handeln, wenn ich die Studia, die mich meiner Pflicht beständig erinnerten, auf eine solche Art treiben wollte, daß ich dabei die Pflichten außer Augen setzen wollte, die mir als einer Ehegattin und Mutter oblagen." Bei ihrem Tode wurde sie in ihrer Vaterstadt tief betrauert, aber auch weit darüber hinaus in deutschen Landen als „hochgelehrte und hocherfahrene Frau, eine Seltenheit des schönen Geschlechtes" gefeiert. C. K.
Dem Quedlinburger Arzt Christian Polykarp Leporin wurde am 13. November des Jahres 1715 eine Tochter geboren, die in der Taufe den Namen Dorothea Christine erhielt. Aus Freude an dem aufgeweckten Verstände des Mädchens unterrichtete der Vater sie in den humanistischen Fächern und bildete sie später zu seiner Gehilfin im Beruf aus. Dorothea bewies eine so leichte Auffassungsgabe, eine solche Hinneigung zu den Wissenschaften und vor allen Dingen ein so erstaunliches Geschick für den ärztlichen Beruf, daß der Vater, als sie 25 Jahre alt geworden war, sich an den König von Preußen wandte mit der Bitte, gestatten zu wollen, daß seine Tochter behufs Erlangung der Doktorwürde und der Venia practicandi vor der Fakultät Halle einem Examen Rigorosum unterworfen würde. Das Gesuch stellte etwas so Ungewöhnliches dar, daß vielleicht jeder andere Herrscher es mit Entrüstung abgelehnt hätte, in Preußen aber hatte soeben der junge Friedrich den Thron bestiegen, und der entschied in einer seiner berühmten eigenhändigen Randbemerkungen, daß der Leporin in der Erlangung der Doktorwürde keine Schwierigkeiten in den Weg zu legen wären. Trotzdem machte Dorothea von diesem seltenen Privileg zunächst keinen Gebrauch, da sie sich in eben dem Jahr mit Johann Christian Erxleben, dem Diakon an der Nikolaikirche ihrer Vaterstadt, verlobte und
bald darauf verheiratete.
Aber auch nach ihrer Verheiratung und ganz besonders nach dem Tode ihres Vaters hörten die Patienten nicht auf, den Rat der Frau Diakonus nachzusuchen, und dies^ scheute sich nicht, den Hilfesuchenden beizustehen, sie zu besuchen und ihnen nach besten Kräften zu helfen. Ihre Erfolge müssen groß gewesen sein, denn zu Anfang des Jahres 1753 beklagten sich drei Quedlinburger Aerzte beim Stiftshauptmann der Stadt: „... wasmaaßen feit einigen Jahren hier Praxis medica durch die starke Pfuscherey dermaßen totaliter ruiniret worden, daß kein rechtschaffener Medicus hier mehr subsistteren kann..." Insonderheit fei daran „des Herrn Diakonus Eheliebste" schuld, die „mit einer unverschämten Verwegenheit in der medizinischen Pfuscherey sich sonderlich signalisieret, die Patienten öffentlich besuchet und sich ohne Scheu Frau Doktorin grüßen lässet." Natürlich fehlte auch nicht die Beschuldigung, daß kürzlich eine Patientin durch die unfackgemäße Behandlung der Frau Exleben gestorben sei. Tatsächlich echielt Dorothea die Weisung, „allen ungebührlichen Kurierens sich zu enthalten".
Die betreffenden Akten aus der Quedlinburger „Sttfts-Hauptmanney" sind im Jahre 1911 von Dr. Werner Fischer-Defoy im Archiv für Geschichte der Medizin neu herausgegeben worden und gewähren uns reichen Einblick in den Charakter dieser deutschen Frau. Mit Leidenschaft verwahrt sie sich dagegen, „in der edlen Medizin Zerrüttun- aen anzurichten", und versichert, stets in der redlichen Absicht kuriert zu haben, ihren Nächsten mit dem, was sie rechtschaffen erlernt habe, nach ihrem Vermögen zu dienen. Die meisten Pattenten behandle sie umsonst, so daß von materieller Schädi- guna der anderen Aerzte keine Rede sein könne. Sie macht^den Vorschlag, sich von ihren Anklägern in der ihr
Frankfurt a. M. |
Berlin
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5% Deutsche Reichsanleihe v. 1927 4% Deutsche Reichsanl. von 1934 6%% Doung-Anleihe von 1930 .. 41/2% Hesiische Volksstaat von 1929 4%% Deutsche Reichspostschatz von 1934 I......................
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Accumulatoren-Fabrik.......12
äKU-Kunstseide.............O
Aschaffenburg Zellstoff........8
Bemberg...................O
Bekula..................... g
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263 166,5 136,9 155,5 165,9
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58,75
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128,4 149,5
142,25 118,5
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127,25 98,25
124,25
160
158 133,75 150,75
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63 116,75 165,25 33,7
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263
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133,13
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203
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189,9 139,5 120,5
156,25
167 136,75 155,25
166 138,75
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138 59,13 170,5 128,4 149,5
142 117
137
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124,13
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134 151,4 152,25
171,4 102,5
218
203 122,75 62,25 116,5
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33,5
237,5
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133 165,75 128,5
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139,4 120,9 156,65
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160,65 138,25
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118,25
138 157,25
127
124,13
161
153,75 110,9 234,25
135 157,25 133.65 149,5 156,5 171,25 103,75 218,5
203 122,75 62,75 117.25
164
1 “
4%% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I..................
Buderus Eisen...............4
dement Heidelberg...........7
dement Karlstadt............6
Chade A.-C..................9
Conti Gummi.............. 11
Daimler Motoren............5
Dessauer Gas...............4
Deutsche Erdöl..............5
Deutsche Gold- und Silber .... 9
Deutsche Linoleum.......... 10
Elektrische Lieferungen........6
Elektrische Licht und Kraft.....7
3. G. Farben-Jndustrie.......7
Felten & Guilleaume.........6
Reichsanleihe-Altbesitz..........
Oberhessen Provinz-Anleihe- mit Auslos.-Rechten..............
4y2% Hess. L an desbk. Darmstadt
Goldpse. R. 12..............
5%% Hess. Landes-Hyp.-Bank Ltqu. Goldpse...............
4%% Preuß. Landespfdbr.-Anst.
Goldpse. R. 19..............
4y2% Preuß. Gold-Komm. R. 20
4y2% Darmstädter Komm.-Lan
Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe
Auslos.-Rechte 1..............
Gesfürel.................... 6
Th. Goldschmidt.............5
Gritzner Maschinen........... O
Harpener.................2y2
Hoesch Eisen...............3y2
Philipp Holzmann...........6
Ilse Bergbau................6
Ilse Genüsse................6
Kali Aschersleben............5
Klvcknerwerke ............. 4y2
Kokswerke und Chemische Fabrik 6
Lahmeyer.................. 6
Matnkraft...................4
Mannesmann...............3
Mansfelder Bergbau....... 6y2
Metallgesellschaft.............5
Crenftcin & Koppel..........O
Rheinische Braunkohle.......12
Rheinische Elektro............6
Rheinstahlwerke..............6
Rheinisch-Westfälische Elektro .. 6
Rütaerswerke ...............6
Salzdetfurth Kali.......... 7y2
Sckuckert & do...............6
Schultheis Payenhofer........4
Siemens & Halske...........8
Süddeutsche Zucker.......... 10
Vereinigte Stahlwerke...... 3y2
Westdeutsche Kaufhof.........O
Westeregeln Alkali............5
Zellstoff Waldhof............6
Liavi Minen...............0,6
4%% Franks. Hyp. Goldpse. R. 15
4/2% Franks. Hyp. Gold-Komm.
Obl. 2 3....................
5y2% Franks. Hyp. Liquidation Goldpse.....................
5y2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpse.....................
Steuergütschein-Verrechnungskurs 5% Goldmexikaner von 1899 .... 4% Oesterreichische Goldrente.... 4,2% Oesterreichische Silberrente. 4’/2 Ungarn Staats von 1913 .... 4% Ungarische Goldrente.......
4% Ungarische Staatsrente v. 1910
5% Rumänen von 1903.........
4y,% Rumänen Gold von 1913..
4% Einheits-lstumänen.........
4% Türken Bagdad l...........
4% Türken Bagdad 11..........
2 I. Anatolier..............
A.G. für Verkehrswesen......6
Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0
Hamburg-Amerika Paket......0
Norddeutscher Lloyd..........0
Deutsche Reichsbahn Borz.-Akt. 7
Retchsbanl................. 12
Berliner Handelsgesellschaft ... 6
Commerz- und Privat-Ban! ... 4
Deutsche Diskonto............4
Dresdner Bank..............4
Deoij
enmarff Berlin
— Frankfurt a. BL
7. Ium
8. Juni
7. Juni
8. Juni
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Ärmliche Notierung
Gelb
Bnel
Geld
Bnei
Geld
Brie«
Geld
Bries
Buenos Aires.............
0,761
0,765
0,761
0,765
Japan....................
0,716
0,718
0,716
0,718
Brüssel...................
42,02
42,10
42,06
42.14
Jugoslawien ..............
5,694
5,706
5,694
5,706
Rio de Janeiro............
0,164
0,166
0,166
0,168
Oslo ...................
61,87
61,99
61,89
62,01
Polen....................
47,10
47,20
47,10
47,20
Wien.....................
48,95
49,05
48,95
49,05
Kopenhagen...............
55,12
55,24
54,98
55,10
Lissabon..................
11,18
11,20
11,18
11,20
Danzig...................
47,10
47,20
47,10
47,20
Stockholm ................
63,47
63,59
63,50
63,62
London...................
12,31
12,34
12,315
12,345
Schweiz..................
56,94
57,06
57,00
57,12
HelsingforS................
5,445
5,455
5,445
5,455
Spanien..................
16,98
17,02
16,98
17,02
Paris....................
11,12
11,14
11,12
11,14
Prag.....................
8,676
8,694
8,676
8,694
Holland ..................
137,18
137,46
137,26
137,54
Budapest.................
—
Italien...................
13,09
13,11
13,09
13,11
Neuyork..................
2,498
2,502
2,498
2,502


