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HrJgf Swdfes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)Mittwoch, 9. Zum (957

Aus dem Reiche der Krau.

Rohfloff-Mobilisierung im Haushalt.

Ein wesentlicher Punkt des Dierjahresplanes ist die Beschaffung der Rohstoffe für die Produktion. Sie wird mit den besten Erfolgsaussichten nach zwei Richtungen in Angriff genommen. Einmal durch die Sammlung und Verwertung der in 17 Millionen Haushaltungen bisher brach liegenden Rohstoffmen­gen und ferner durch Umstellung auf vorhandene und neu erfundene Rohstoffe. Was an wiederoer- arbeitungsfähigem Material in den Haushaltungen bisher ungenutzt schlummert, davon macht man sich nur schwer eine Vorstellung. Es gibt keinen Haus­halt, in dem sich nicht Teile von unbrauchbar ge­wordenem Handwerkszeug, zerbrochene Haushal­tungsmaschinenteile, angesammelte Metallteile aller Art, Stoffreste, Lappen, Papier und dergl. fänden, deren Erfassung und Wiederverarbeitung einen dop­pelten Vorteil bietet. Fließen diese Rohstoffe wieder in den Kreislauf des Produktionsprozesses, dann werden wir nicht nur unabhängiger von der aus­ländischen Rohstoffeinfuhr und sparen an De­visen, sondern die Aufarbeitung der Abfall-Roh­stoffe bindet auch Arbeitskräfte und wird dazu bei­tragen, die letzten Arbeitslosen in den Produktions­prozeß einzuschalten.

Es muß aber von vornherein vermieden werden, der Rohstoffsammlung den Anstrich einer einmaligen Entrümpelung des Haushaltes zu geben, denn es kommt ganz besonders darauf an,' daß nach der ersten großen Erfassung aller vorhandenen Roh­stoffe, die laufend entstehenden Abfälle regel­mäßig der Wiederverarbeitung z u - f l ießen und daß hierdurch schon automatisch ein Teil des Rohstoffbedarfs laufend gedeckt wird. Hier kommt es auf die entscheidende Mitarbeit jedes einzelnen Haushalts an und es ist nur eine Gewöhnung der Familienmitglieder erfor­derlich, um das Wiederverwertbare vom Nutzlosen zu unterscheiden und nicht in den Müll-, sondern in den Abfallkasten zu werfen. Eine sogenannte Abfallkiste, die nicht zu klein sein darf, wird man zweckmäßig in jedem Haushalt bereitstellen. Und was soll nun in dieser Kiste gesammelt wer­den? In erster Linie alle Metallabfälle, also leer gewordene Konserven- und Milchbüchsen, un­brauchbar gewordene Nägel, Haken und Schrauben, alle unbrauchbar werdenden Metallgeräte, auch leere Tuben von Zahncreme, Hautcreme usw. Sta- niol, sogenanntes Silberpapier wie es zu Umhül­lungen von Schokolade und Zigaretten verwendet wird. Ferner alle Lappen und Flicken, jeder Rest von Wolle, Baumwolle und Leinen, auch Reste von Bindfaden, gebrauchte Korke, und schließlich Papier. Alle diese Abfälle sind eigentlich keine Abfälle, sondern Rohstoffe, die aufgearbeitet und wiederverarbeitet werden können. Es ist volkswirt­schaftlich betrachtet sinnlos, daß man diese Dinge in den Müllkasten wirft und vernichtet, während die Industrie die Rohstoffe vom Ausland einkaufen muß. Haben wir diese Zusammenhänge richtig er­kannt, dann besteht kein Zweifel daran, daß jeder einzelne Volksgenosse interessiert mitwirkt und der Einsatz der ganzen Volksgemeinschaft wird dann den Erfolg der Gesamtaktion sicherstellen. Z. d. R.

Die Frau aus dem Lande.

Ein großes und schönes Arbeitsfeld.

' V. A. Die Reichsnährstandsausstel- lung in München hat in besonderem Maße die Arbeitslast der Landfrau zur Darstellung gebracht und an praktischen Beispielen gezeigt, wie diese Arbeit im. Interesse größeren Erfolges und gesteigerter Arbeitsfreude rationalisiert werden kann.

Der Eindruck, daß die Arbeit der Landfrau weit über das Maß hinausgeht, das eine Stadtfrau zu bewältigen hat, ist aber doch nicht ganz richtig. Gewiß, neben dem Haushalt hat die Landfrau auch noch den Hof zu betreuen, insbesondere sich um den Garten, um das Kleinvieh, um den Kuh- und Schweinestall zu kümmern; ja, sie muß im Be­darfsfälle sogar mit hinaus auf das Feld. Alle diese Arbeiten erfordern besondere körperliche An­strengungen, wie sie in der Regel die Stadtfrau nicht aufzuwenden hat. Der Mensch ist aber ein Gewohnheitstier. Und es ist damit noch keineswegs gesagt, daß die Landfrau die Arbeit einer vielbe­schäftigten Stadtfrau weniger drückend empfinden würde, wenn sie plötzlich in diesen Lebenskreis ver­setzt wäre.

Auch die S t a d t f r a u ist ja in der Regel nicht ausschließlich mit ihrer Schönheitspflege und bestenfalls noch mit ihrer Küche beschäftigt, sondern hat entweder einen Beruf oder ist vor allem im kleinbetrieblichen Handel und Handwerk als Mithelfende tätig. Wenn von den nach der letzten Volkszählung 1933 in der Landwirtschaft tätigen 9,3 Millionen Menschen über die Hälfte weiblich sind, so wird dieser Anteil auch in einigen Gewerbe­zweigen, z. B. im Textil- und Bekleidungsgewerbe, im Nahrungsmittelgewerbe, in Handel und Hand­werk erreicht, z. T. sogar überschritten. Und gerade als Mithelfende ist auch die Stadtfrau im gewerb­lichen Betrieb zeitlich und körperlich so stark einge­spannt, daß sie sich in ihrer Arbeitsleistung wohl mit der Landfrau messen kann. Und selbst die Stadt­frau als Nur-Hausfrau, die ihren Haushalt durch­weg meist ganz allein betreuen muß, trägt mit ihren Besorgungen, Einkäufen usw. eine Arbeits­sülle, die sie zeitlich im gleichen Maße in Anspruch nimmt wie die Landfrau.

Warum junge Mädchen heute noch die Land­arbeit scheuen und das Leben in der Stadt bevor­zugen, liegt wohl nur in übertriebenen Vorstellun­gen begründet. Das L a n d j a h r und der weibliche Arbeitsdienst haben vielen Mädchen bereits gezeigt, daß das Leben auf dem Lande im Vergleich zum Stadtleben gar nicht so unerträglich ist und daß namentlich die Landfrau als beruflich Mitwirkende eine wirtschaftlich viel bestimmendere Rolle spielt. Lehrjahre sind natürlich auch hier keine Herren­jahre. Aber als verheiratete Landfrau kann sie eine Herrschaft und Schlüsselgewalt ausüben, die ihr der Lebenskreis der engeren Stadtwohnung nicht ge­währt. Der auf der Reichsnährstandsausstellung in München aufgebaute Bauernhof, wie er gewiß in sehr vielen Fällen in Deutschland noch nicht be­steht, aber durch den Reichsnährstand gefördert wird, zeigt bereits einen solchen Kulturgrad, daß er auch i<i den neuen städtischen Siedlungs­bauten nicht höher sein kann.

Mit Hilfe moderner Haushaltstechnik kann in den meisten Fällen heute schon jeder Bauernhaushalt so fortschrittlich ausgestaltet wer­den, daß die Landfrau auf keine technische Er­rungenschaft zu verzichten braucht. Gegenüber dem Konservativismus des alten Bauern in Fragen der Technik wird gerade die junge Landfrau, gleich- gülng ob sie als Bauers- oder Landarbeiterfrau tätig ist, fortschrittlich denken und der tech­nischen Ausgestaltung der bäuerischen Wirtschaft die Wege ebnen. Die Nährstandsausstellung stellt nicht nur gut und schlecht geführte Haushaltungen gegen­über, sie zeigt auch, wie eine musterhafte Haus­wirtschaft auszustatten und zu führen ist. Ob es sich um die stilgerechte Gestaltung der Wohnungs­räume, die zweckmäßige Anlage der Küche und der Wirtschaftskammern, um den Einbau der in den Keller versenkbaren Speisekammer, um die Anlage einer Wasserleitung, um den Einbau einer moder­nen Badeeinrichtung oder um sonst eine Verbesse­rung in Wohnung und Ställen handelt, immer wird die Frau in der Einführung und Anwendung tech­nischer Hilfsmittel aur Intensivierung und Arbeits­erleichterung den Anstoß geben, weil sie zu rechnen

versteht und aus Freude an ihrem Arbeitsbereich der Leistungssteigerung in der Landwirtschaft Vor­schub leistet.

Die Landjugend zeigte in München gymnastische Hebungen, die jedem städtischen Turn- und Sport­verein Ehre gemacht hätten. Der Reichsnährstand zeigte den Ausbau eines Badebeckens, wie er bei gemeinschaftlichem Zusammenwirken aller Dorf­bewohner mit einiger Arbeit und wenigen Geld­mitteln beschafft werden kann. Und so sind noch viele Vorkehrungen getroffen, um den jungen Men­schen und namentlich das junge Mädchen davon zu Überzeugen, daß nicht nur die Arbeit, sondern auch das Leben auf dem Lande besonders durch die Frau selbst vielseitig und reizvoll gestaltet werden kann. Es wäre nur zu wünschen, daß jedes junge Mädchen, soweit es nicht schon im Landdienst gewesen ist, die Fortschritte in der Landwirtschaft zur Kenntnis nimmt, sie mit ihrer städtischen Lebens­weise vergleicht, um zu erkennen, daß das Land in Zukunft der Frau eine größere und schönere Auf­gabe stellen kann als das zum Teil sehr einseitige Berufsleben der erwerbstätigen Frauen in der Stadt. Bt.

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PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

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In Ergänzung unserer letzten Modeskizze bringen wir heute praktische Kleider für die Ferien auf dem Lande.

Das ärmellose Kleid links ist aus hell­grünem Kattun mit braunen Tupfen, brau­nen Knöpfchen und braunem Leinengürtel. Der Rock ist stark glockig geschnitten und hat zwei Ta­schen. Em kurzes Beinkleid aus dem gleichen Kattun gehört dazu.

Das aparte Dirndlkleid ist aus rot- dunkelblau kariertem Kattun mit einer Schürze aus dunkelblauem und einer Bluse aus

weißem Leinen. Kleine Silberknöpfe schließen die Taille. Aus ganz grobem gelbem Stroh mit dunkel­blauem Leinenband ist der große Sommerhut.

Das Spielhöschen für Knaben (links) ist aus weißem Kattun mit roten Kringeln.

Das blaue Leinenkleidchen (rechts) hat einen Faltenrock, die Spielhose für Mäd­chen (Mitte) aus rot-weiß tariertem Kattun eine Art Hosenröckchen. Die Blenden, Taschen und der Gürtel sind aus weißem Kattun, die Knöpfe aus Perlmutter. H.

Kuchen-Allerlei.

Von Krida Aisch, Äad-Rauheim.

Ab und zu werden uns schon frische grüne Sta­chelbeeren angeboten. Sehr zart, sehr jung, eigentlich noch viel zu schade zum Kochen! Wir könnten sie gerade jetzt nur mit heimlichem schlech­tem Gewissen kochen, denn im Keller stehen ja noch die alten vom vorigen Jahre, vor denen wir uns bis jetzt gedrückt haben, weil sie nicht ganz nach unserem Wunsch geraten sind. Sie sind hart ge­blieben, obwohl wir sie doch ganz nach der Vor­schrift unserer Freundin zubereitet hatten. Dafür kann die Hausfrau nichts, denn es liegt an dem zu eisenhaltigen Wasser. Harte Stachelbeeren sind wirklich kein Genuß, und wir sind einen Augenblick in Versuchung, sie stillschweigend verschwinden zu lassen, mit der Entschuldigung: Es ist ja noch kein Zucker dran. Wir können sie aber doch retten, wenn wir den Saft abgießen und die Früchte auf ein Sieb schütten. Dies hängen wir über einen Topf mit kochendem Wasser und setzen die Früchte so lange dem Dampf aus, bis sie weich find Sind sie glatt und rund und gut, machen wir eine Tunke. Wir kochen etwas dickes Zuckerwasser, würzen nach Geschmack mit Zitronenschale und lassen die Beeren vorsichtig darin durchziehen, während wir ab und zu den Topf leicht schütteln. Ein kleiner Teelöffel Bienenhonig, der mit dem kalten Saft verrührt wird, hilft sie weiter mürben und würzen. Sind die alten Früchte verbraucht, können wir uns dem Genuß der frischen Beeren hingeben.

a Eigelb aufzuheben. Oft brauchen wir beim Kochen nur das Weiße vom Ei. Mancher ein­fache Pudding wird auch ohne das Gelbe locker. Die

schöne Farbe geben die Puddingpulver. Das Eigelb hilft uns eine spätere Tunke oder Suppe verbes­sern, wir müssen es nur richtig aufheben. Das Ei bekommt an einer Seite ein haselnußgroßes Loch, an der anderen Seite stechen wir mit der Stopf­nadel hinein und pusten nun nur das Weiße aus dem Ei heraus Das Gelbe bleibt drin. Die Löcher kleben wir mit Abfallschnitzeln der Briefmarken zu. Das Eigelb hält sich wochenlang.

Butter frisch zu erhalten. Mancher hat den Wunsch, die erhaltene Butter aufzusparen, etwa für Festtage und Gäste, damit dann.der Tisch etwas reichlicher gedeckt sei. Als zuverlässig habe ich fol­gende Art der Aufbewahrung gefunden. Wir wa­schen die Butter gut in kaltem Wasser aus, machen davon einen festen Ballen und streichen ihn an. Dazu kochen wir eine Glasur von zwei Löffeln Wasser und sechs Löffeln Streuzucker Sie wird gut abgeschäumt und muß fast kalt sein, ehe wir den Butterklumpen mit Dem Pastetenpinsel damit rund­herum lackieren. Die Glasur trocknet schnell und schließt die Butter luftdicht ab. Wir müssen die Butter kühl und trocken aufheben. In die feine Zuckerhaut ist natürlich auch ein bißchen Butter eingedrungen. Diese nehmen wir für Kuchen und süße, warme Speisen. Ist der Butterklumpen grö­ßer, als man Butter für einmaligen Gebrauch neh­men darf, muß man die Schnittfläche wieder neu anstreichen. Die kleine Mühe lohnt sich, die Butter behält ihren guten frischen Geschmack.

Muß die Milch überkochen? Nein, denn ehe wir den Topf aufs Feuer setzen, streichen wir den inneren, oberen Rand einen Zentimeter breit mit einem Hauch Butter ein Heber den Fettstrich traut sich die Milch nicht, auch wenn wir nicht dabei stehen.

Die Hausfrau im Kleinkrieg gegen den Verderb.

Die sommerliche Wärme spielt dem Bemühen der Hausfrau, in Küche und Speisekammer nichts umkommen zu lassen, leicht einen Streich, wenn sie nicht sehr auf der Hut ist. Mit den Methoden des Kleinkriegs, durch unablässige Aufmerksamkeit und durch manchen kleinen Kniff begegnet sie der zer­störenden Kraft der warmen Temperatur. Einige dieser Kniffe seien zum Nutzen aller hier verraten.

Was läßt sich tun, wenn der Inhalt des Fett-Topfes ranzig geworden ist? Wir er­hitzen das Fett, in das wir eine große in Schei­ben geschnittene Kartoffel und eine Zwiebel tun, so lange, bis diese Einlagen sich bräunen. Dann sind nämlich die Fettsäuren, die bas Ranzigwerden verursachen, wieder gebunden und zur Ausscheidung gebracht. Zur besseren Haltbarkeit des Fettes kön­nen wir auch etwas Salz darin mitkochen lassen. Dann allerdings mit dem Salzen der Speisen vor­sichtig sein.

Alte Kartoffeln werden beim Kochen jetzt leicht dunkel und sehen unansehnlich aus. Dem Wasser etwas Milch zugesetzt es kann sehr gut Magermilch sein! verbessert ihr Aussehen und ihren Geschmack.

Die Radieschen, morgens auf dem Markt frisch eingekauft, sind abends, wenn wir sie zu Tisch bringen wollen, schon etwas welk. Was tun? Nicht die Radieschen selbst, sondern nur ihr Blattwerk eine Stunde vor Verbrauch ins Wasser legen sie sind beim Verzehren so krachfrisch, wie sie sein sollen.

Schnittblumen behalten doppelt solange ihre Frische, wenn wir eine Messerspitze Soda-Nitrar dem Wasser, in dem sie stehen, beifügen.

In der Küche fällt der S p ü I ft e i n bei heißem Wetter leicht durch einen unangenehmen Geruch auf, der aus dem Abflußrohr aufsteigt. Wir stellen aus 4 Liter kochendem Wasser, 2 Eßlöffeln Soda und 1 Teelöffel Salmiak eine Mischung her, die wir sehr heiß in den Spülstein gießen. Der üble Ge­ruch wird verschwinden.

Die E i n m a ch z e i t naht, wir untersuchen un­sere Geräte und stellen fest, daß die seinerzeit so gut gespülten Steinguttöpfe einen dumpfen Geruch haben, der auch nach dem Auswaschen mit heißem Wasser nicht aufhört. Wenn wir einen tüchtigen Löffel Senfmehl mit ein wenig kaltem Wasser an­rühren, es in die Töpfe tun, heißes Wasser nach­füllen und mit der Flüssigkeit tüchtig die Wände des Gefäßes abschwenken, dann mehrmals mit kla­rem Wasser nachspülen, haben wir wieder einen geruchfreien (Steintopf.

Die Hausfraumit Garten", also die Frau in der Stadtrandsiedlung, dem Eigenhäuschen, hat jetzt über allerhand ungebetene und unangenehme Gäste in Küche, Speisekammer und Keller zu kla­gen: Ameisen, Silberfischchen, Fliegen, Kellerasseln u. ä. Die Ameisen vertreibt sie durch einen dünnen Brei aus Zucker, Borax und Wasser, mit dem sie Mauerfugen und die Laufstellen der Amei­sen bestreicht. Auch das Aufwaschen des Bodens mit Lysoform- und Alaunlösung hilft. Fliegen bekämpft man wirksam mit der Flitspritze, durch Aufstellen von Schalen mit Lorbeeröl und durch Verbrennen von Kürbiskraut. Gegen Silber­fischchen (Zuckergast) hilft das Ausstreuen eines guten, reichlich mit Pfeffer versetzten Insektenpul­vers. Sie verkriechen sich auch leicht in feuchte Tücher, die man über Nacht auslegt. Rohe Gurken­schalen und Tomatenblätter, die man an den vom Ungeziefer besuchten Stellen ausstreut, haben sich gegen Küchenschaben bewährt.

Die Farbe des Sommerlleides.

Von Dr. 3- Hartig.

In südlichen Ländern besteht noch mehr als bei uns eine Vorliebe für helle Sachen. Im Orient darf man das Weiß geradezu als die herrschende Farbe bezeichnen. Es ist nun aber durchaus nicht so, daß weiße oder helle Kleidung nur für heiße Gegenden Zu empfehlen ist. Benjamin Franklin berichtet uns z. B. über folgenden Versuch, den jeder Leser ohne Umstände selbst nachmachen kann. Man geht im Sonnenschein eine Viertelstunde lang spazieren und wählt dazu Kleidungsstücke, die zum Teil schwarz oder zur anderen Hälfte weiß sind. Im Anschluß an die Beobachtungszeit lehrt das Befüh­len der Kleidung, daß sich die schwarzen Stellen wärmer, die weißen sich dagegen kühler anfühlen. Weiterhin dürfte es bekannt sein, daß schwarze nasse Kleider in der Sonne schneller trocknen als weiße. Es darf also ohne weiteres gefolgert wer­den, daß dunkle Stoffe die Wärme mehr anziehen und eher festhalten als hellfarbige. Die praktische Hausfrau könnte nun den Einwand machen, daß weiße Kleider rascher schmutzen als dunkle Stoffe. Das ist aber auch nicht richtig. Weißer Stoff zeigt nur den Schmutz früher als dunkler Stoff, und das in insofern ein Vorteil, als schmutzige Kleider ge­waschen zu werden pflegen. In dunklen Kleidern würde man dagegen den Schmutz immer weiter herumtragen, weil man ihn nicht rechtzeitig be­merkt.

Nachgewiefen ist ferner, daß Krankheitskeime auf hellen Stoffen rascher absterben als auf dunklen Stoffen. Wie die Tatsache der stärkeren Erwär­mung dunkler Stoffe unter dem Einfluß der Son­nenstrahlen lehrt, bringen die Sonnenstrahlen besser durch helle Stoffe hindurch und wirken so auch auf die menschliche Haut keimtötend, während die glei­chen Sonnenstrahlen von dunklen Stoffen verhin­dert werden, auf der menschlichen 'Haut ihre se­gensreichen Wirkungen zu entfalten.

Sonnenbäder geben der Haut eine schöne leb­hafte Farbe und fördern den Blutkreislauf sowie damit das allgemeine Befinden. Diese nützlichen Erscheinungen werden durch dunkle Stoffe behin­dert. Die Haut ist ein sehr wichtiges Stoffwechsel­organ, da sie durch ihre Absonderungen den Kör­per entgiftet. Weißer Stoff ist regelmäßig poröser als dunkler Stoff. Auch in diesem Sinn ist die helle Kleidung der dunklen vorzuziehen, da die weiße Kleidung am besten den Stoffwechselaufga­ben der Haut gerecht wird. Endlich darf auch nicht vergessen werden, daß helle Farben bas GemüE vorteilhaft beeinflussen. Weiß ist bie Farbe bes Lebens, ber Freube unb ber Gesunbheit, wir kön­nen baher nur raten, in biefer Jahreszeit Helle Kleiber zu tragen. Woj.