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Aus aller Welt.

Schon 600 000 Besucher auf der Ausstellung Gebt mir vier Jahre Seif!

Der Zustrom der Besucher zu der großen Reichs­ausstellungGebt mir vier Jahre Zeit!" hält mit unverminderter Stärke an: Schon jetzt, 14 Tage vor Beendigung der Ausstellung, haben rund 6 0 0 0 0 0 Besucher aus ganz Deutschland die fesselnde Ausstellung besichtigt. Allein am letzten Sonntag trafen aus allen deutschen Gauen 29 Son­derzüge ein, die einen großen Teil der 52 000 am Sonntag gezählten Besucher mitbrachten. Bemer­kenswerterweise sind unter den Besuchern sehr zahl­reiche Ausländer, die ihre uneingeschränkte Be­wunderung für die umfassende und einzigartig ge­staltete Leistungsschau zum Ausdruck bringen.

Verleihung der Rettungsmedaille, durch den Führer.

Berlin, 8.Juni. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler hat folgende Auszeichnungen ver­liehen: Die Rettungsmedaille am Bande: dem Ar­beitsmann Gerhard Kaiser in Martinau in Ober­schlesien, dem Unteroffizier Alfred Keßler in Potsdam, dem Obergefreiten Johann L a l l m a n n in Ludwigsburg in Wttbg., dem Stabsschreibergast Gerhard M o e b u s in Wilhelmshaven, dem Stell­macher Bernhard R a ch n e r in Reppersdovf (Kreis Jauer), dem Revier-Oberwachtmeister der Wasser­schutzpolizei Joseph Rosenbaum in Neuwied am Rhein, dem Unterfeldwebel Dagobert Winter in Crossen an der Oder. Die Erinnerungsmedaille für Rettung aus Gefahr: dem Oberverwaltungs­maat Heinz Bernhardt in Kiel, dem Unter­offizier Horst S ch e r b a r t h in Berlin, Wehrersatz­inspektion.

Reue llnglückssülle bei der britischen Luftflotte.

Das vergangene Wochenende brachte für die eng­lische Luftstreitkräfte schwere Verluste. Ins­gesamt stürzten vier Militärflugzeuge ab, wobei sieben Personen ihr Leben ein büßten. Da­mit erhöht sich die Zahl der Unglücksfälle bei der englischen Luftstreitmacht in diesem Jahr auf 39 und die der dabei ums Leben gekommenen Men­schen auf 61.

Fünf weitere Vesahungsmitglieder desHindenburg kehren heim.

Mit derEuropa" trafen fünf weitere Mitglieder der Besatzung des verunglückten LuftschiffesH i n- denburg" in Bremerhaven ein. Außerdem be­fanden sich an Bovd der Europa fünf Mitglieder der deutschen Untersuchungskommission.

Neuer Segelstugweltrekord für Frauen.

Ein neuer Frauenweltrekord i m Segelfliegen wurde von einer Schülerin der Reichssegelfliegerschule Homberg, der 20jährigen Eva Schmidt, aufgestellt. Die aus Pommern stammende Segelfliegerin legte mit dem Segelflug­zeug vAlbsperber die 255 Kilometer betragende Entfernung vom Homberg nach Mühltroff bei Plauen im Vogtland zurück und überbot damit den bisherigen Weltrekord von Flugkapitän Hanna R e i t s ch um 35 Kilometer.

Schachmeisterturnier in Vad Elster.

Das Meisterturnier des deutschen Schachbundes, das in Bad Elfter in neun Runden ausgetragen wurde, hat bei seiner ausgezeichneten Besetzung meisterliche Kämpfe ergeben, aus denen schließlich R e l l st a b mit sieben Punkten als Sieger heroor- ging. Die gleiche Punktzahl, jedoch, bei schlechterer Wertberechnung, erreichte Bogoljubow. Mi­ch e l (Nürnberg) und der deutsche Meister Richter kamen auf sechs Punkte, Pelikan (Tschechoslowa­

kei) folgt mit fünf Punkten. Sämisch erreichte viereinhalb Punkte; B l ü m i ch (Leipzig) schasste vier, Polzer drei, Großer zwei Punkte und Ullrich einen Punkt.

Von der Pariser Weltausstellung.

In zehn Tagen wurde die Pariser Welt­ausstellung von insgesamt 541 324 Personen besucht. Die Kolonialausstellung zählte in den ersten Tagen 796 126 Besucher. Die Besucherzahl der Weltausstellung belief sich am letzten Sonntag auf 136028 und am Samstag auf 68 792.

Der Wordübersall auf den Bauern Strecker.

Die Mordtat an dem Bauern Strecker, der am 28. Mai auf dem Weg zu seinem Hofe in Wollendorf überfallen und durch vier Schüsse meuch­lings niedergeschossen wurde, an denen er wenige Stunden später st a r b, konnte aufgeklärt werden. Der Täter wurde bereits gefaßt. Es handelt sich um den 16jährigen Lehrling Hermann Steine- b ä ck e r aus Wollendorf. Außerdem wurde wegen ungesetzlichen Waffenoerkaufs der 68jährige Waf­fenhändler Peter Legaye aus Andernach verhaf­tete, der ebenso wie der jugendliche Verbrecher ein umfassendes Geständnis ablegte und dem Neuwie- der Amtsgericht zugeführt wurde. Schließlich wurde noch der Bruder des Mörders, der 25jährige Fried­rich S t e i n e b ä ch e r aus Irlich, festgenommen, da er sich in unerlaubtem Besitz einer Waffe befand und höchstwahrscheinlich wußte, daß sein Bruder eine Pistole besaß.

Amokläufer tötet 15 Personen.

Ein Amokläufer, der bereits 13 Ver­wandte getötet hatte, darunter seine Frau, drang in das Dorf Futtul im nördlichen Teil der Insel Luzon (Philippinen) ein und erschlug zwei spielende Kinder mit einem Beil. Er soll geschwo­ren haben, mindestens 24 Personen zu ermorden. Alle Versuche der Polizei, ihn zu fassen, blieben bisher ohne Erfolg.

Anwetterschäden in der Provinz Sachsen.

Weite Teile des Kreises Schweinitz im Osten der Provinz Sachsen wurden von einem Unwetter heimgesucht, das sich durch einen W i r b e l st u r m ankündigte, der die ganze Gegend verdunkelte. Besonders in Schlieben und Schweinitz wurde großer Wasserschaden angerichtet. Bäume wurden entwurzelt und Telegraphenstangen ge­knickt. Weite Ländereien sind überschwemmt und verwüstet. In dem Dörfchen Froßmarke im Osten des Kreises erschlug der Blitz drei junge Männer, die vor dem Gewitter in einer Hütte Schutz gesucht hatten.

Schweres Unglück in einem mexikanischen Dorf.

Von einer schweren Katastrophe wurde der mexikanische Bergwerksort Tlalpujahua betroffen. Nachrichten, die in der Hauptstadt einlausen, be­sagen, daß unter Umständen die gesamte Bevölke­rung, man spricht von 500 Einwohnern, bei der Katastrophe den Tod gefunden hat. Bisher sind 2 9 Leichen geborgen. Tlalpujahua ist ein in der Nähe von El Oro gelegener Ort, der hauptsächlich von Bergarbeitern bewohnt wird. Durch die starken Regengüsse der letzten Tage wurde der Berg­hang unterspült, so daß die Halden in Be­wegung gerieten. Die Katastrophe ereignete sich in der Nacht. Ein Schlammstrom ergoß sich über den schlafenden Ort. Ein großer Teil der Häuser, manche Meldungen sprechen sogar von allen Anwesen, wurde vollkommen verschüttet. Es wurden so­fort Rettungsexpeditionen entsandt und eine groß­zügige Hilftsaktion in die Wege geleitet.

Kleine politische Nachrichten. I

Die polnische Presse meldet aus Budapest, daß als erstes Ergebnis der durch die kürzliche Reise des polnischen Kultusministers nach Ungarn herbeige- führten polnisch-ungarischen An n ä h e - rung in Budapest demnächst ein polnisches Kultur­institut nach dem Muster des ungarischen Institutes in Warschau gegründet werden soll.

Chinesischer Fmanzmmister Or.Zung in Berlin.

Berlin, 9. Juni. <DNB. Funkspruch.) Am Mittwochvormittag traf mit dem Nordexpreß der chinesische Flnanzminister Dr. Fung in Begleitung des chinesischen Marmemimsters Chen, des Generalsekretärs im Exekuttv-Yuan (gleich Rat) Wong und des Staatssekretärs im Eisenbahnministerium Tseng sowie anderer maß­geblicher chinesischer Persönlichkeiten in Berlin ein. Die chinesischen Gäste wurden von Reichsbankpräsi­dent und Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht auf dem Bahnhof begrüßt. Zum Empfang waren ferner der Staatssekretär im Reichsverkehrsmmi- sterium Dr. K l e i n m a n n und der Chef des Pro­tokolls Gesandter von B ü l o w - S ch w a n t e er­schienen.

Heichspostminister Dr. e h. Ohnesorge 6S Jahre alt.

Am 8. Juni vollendete Reichspostminister Dr.- Jng. e. h. Ohnesorge das 65. Lebensjahr. Mit ihm steht einer der ältesten Gefolgsmänner des Führers an der Spitze der Deutschen Reichs­post: schon 1920 trat er der NSDAP, bei und gründete in Dortmund die erste Ortsgruppe der Partei außerhalb Bayerns. Schon während seiner Verwendung bei der Oberpostdirektton Berlin in den Vorkriegsja!)ren, dann als Leiter der Telegraphen­direktton im Großen Hauptquartier und nach dem Kriege als Referent für das Fernsprechwesen in Dortmund und als Abteilungsdirektor der Oberpost­direktion Berlin diente er der wissenschaftlichen Forschung durch die Entwicklung und Vervoll­kommnung des Nachrichtenwesens.

*

Der Führer und Reichskanzler hat Reichspost­minister Dr. e. h. Ohnesorge folgendes Telegramm übersandt: Lieber Parteigenosse Ohnesorge! Zu Ihrem heutigen 65. Geburtstag sende ich Ihnen meine herzlichsten Grüße. Ich verbinde sie mit dem Wunsche, daß es Ihnen als einem meiner ältesten Mitkämpfer vergönnt fein möge, noch viele Jahre in Gesundheit an unserem großen Werk mitzu­arbeiten.

Kunst und Wissenschaft

400'Jahrfeier der Univerfiläl Lausanne.

Die Universität Lausanne beging die 4 0 0- Jahrseier ihres Bestehens. Dem Festakt wohn­ten Bundespräsident Motta, sowie Vertreter der Universitäten des In- und Auslandes bei. Bundes­präsident Motta hielt die Festrede. An der Jubel­feier nahm auch eine deutsche Abordnung teil, ge­führt vom Rektor der Universität Freiburg i. Br., Professor Dr. Metz. Professor Dr. Metz über­reichte im Namen der deutschen Abordnung eine Ehrenurkunde. Professor Dr. von Wartburg- Leipzig, früherer Professor an der Universität Lau­sanne, sowie Professor Bertholet, Lektor für Französisch an der Universität Berlin, wurden mit dem Ehrendoktor der Universität Lausanne ausge­zeichnet. An dem Zug zur Feier in der Kathedrale nahm auch die deutsche Studentenschaft geschlossen teil.

Trauerfeier

für Hauptschristleiter Dr. Pfaff.

Die Trauerfeier für den verstorbenen Haupt- schriftleiter der Parteipresse Koblenz-Trier gestaltete sich zu einem eindrucksvollen Dankbekenntnis an den kämpferischen Journalisten Dr. Hans Pfaff. In einer schlichten Feierstunde widmeten Gauoerlags­leiter Schmidt und der Stabsleiter des Reichs­pressechefs, Sündermann, dem toten Kame­raden kurze Gedenkworte. Dann nahm Gauleiter Gustav Simon das Wort zu einer ergreifenden Ansprache, in der er darauf hinwies, wie schmerz­lich der Abschied sei von einem Mann, der täglich durch seine Feder zu Hunderttausenden von Volks­genossen als Nationalsozialist sprach, im Leben wie dann auch im tapferen Sterben der Bewegung würdig. Der Gauleiter legte den Kranz des Stell- vertteters des Führers am Sarge nieder.

Die Fettversorgung

der minderbemittelten Bevölkerung.

Berlin, 8. Juni. (DNB.) Die von der Reichs­regierung zur Verbilligung der Speise­fette für die minderbemittelte Bevöl­kerung und zur Sicherung des Bezuges von Kon­summargarine getroffenen Maßnahmen werden für die Monate Juli, August und September 1937 im bisherigen Umfange fortgeführt. Für den Bezug der Fettverbilligungs- und Margarinebezugsscheine so­wie für die Zusatzscheine gelten die bisherigen Be­stimmungen.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Der Durchzug einer Störungsfront, der mit dem Eindringen feuchter Meeresluft verbunden war, brachte am Dienstag auch unserem Gebiet wieder verbreitete Gewittertätigkeit. Die Niederschlagsoer­teilung war jedoch sehr unterschiedlich. Es erhielten allgemein nur kleinere Teilgebiete reichliche Nieder­schläge. Im Bereich einer sehr gleichförmigen Luft­druckverteilung werden sich Flachteiltiefs ausbilden, die zum Auftreten örtlicher Gewitterbildung Anlaß geben. Eine nachhaltige und durchgreifende Wetter­umbildung ist jedoch nicht zu erwarten.

Aussichten für Donnerstag: Wolkig bis heiter, örtliche Gewitterbildung, warm und schwül, veränderliche Winde.

Aussichten für Freitag: Im ganzen freundlich, doch Neigung zu gewittrigen Störungen.

Lufttemperaturen am 8. Juni: mittags 22,3 Grad Celsius, abends 17 ©rat); am 9. Juni: morgens 17 Grad. Maximum 23,6 Grad, Minimum heute nacht 14,4 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. Juni: abends 22,7 Grad; am 9. Juni: mor­gens 19,9 Grad. Niederschläge 0,8 mm. Sonnenscheindauer 1,7 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Dr. Hans Thyriot. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Friedrich Wilhelm Lange (erkrankt); i. V.: Dr. Hans Thyriot; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein (beurlaubt). Vertreter: H. L. Neuner. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. V. 37: 9326. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Steindruckerei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr

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