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Vom Zauner zum Sauern.

-bon Otto Corbach

Als vor einem Jahrzehnt in der nordame­rikanischen Union diezweite industrielle Revolution", d. h. die durchgängige Mechani­sierung der landwirtschaftlichen Be­triebsformen zu durchschlagender Wirkung gekommen war, ohne daß sich die Kehrseite ihrer Medaille schon weiten Kreisen bemerkbar gemacht hatte, feierteNew York Times" Thomas D. Campbells, den Besitzer der größten Weizen­fabrik, als den tonangebendenUeberfarmer", als Bahnbrecher landwirtschaftlicher Technokratie von gleichem Format wie Ford auf dem Gebiete der Autoindustrie". Er hatte im südlichen Teil von Montana an den Ostausläufern der Rocky-Moun­tains nicht weniger als 38 OOO Hektar einer ein­zigen Farm botmäßig gemacht. Je 4000 Hektar hatten als Grundlage einer Gliedwirtschaft zu die­nen. Jede Einheit war mit einer Wasserpump­station, einer Werkstätte mit Schmiedefeuer, Bohr­maschinen und ausreichendem Werkzeug für kleine Reparaturen und aus Wellblech hergestellten Silos ausgestattet. Feldlager mit Holzbaracken für Men­schen und Maschinen hatten gewissermaßen einen europäischen Gutshof zu ersetzen. Die Baracken blieben den Winter über unbewohnt. Landwirt­schaftliche Tiere gab es überhaupt nicht. Die Ober­leitung hatte in der Stadt Harbin ihren Sitz, wo sie über ein Bürohaus mit Dutzenden von Arbeits­räumen, Getreidespeicher mit automatischer Förder­einrichtung, Bahnanschluß usw. verfügte.

Wie man die Wälder vorher mit mechanischen Mitteln beschleunigt abgeholzt hatte, so wurde seit dem Versagen europäischer Getreideüberschußgebiete während des Weltkrieges durch mechanisierte Farmbetriebe der Restbestand an Prärie und Weide zu Ackerland beschleunigt umgepflügt. Die große Wirtschaftskrise gab dieser Bewegung zu­nächst nur einen neuen starken Antrieb. Farmen, die außer mit Traktoren mit modernen Mähdre­schern arbeiteten, konnten jeweils den ersten Hun­ger der Nachfrage am schnellsten befriedigen und däher die günstigsten Preise erzielen; sie waren im übrigen imstande, selbst bei den niedrigsten Preisen noch glänzend zu verdienen. Kleine und mittlere Betriebe dagegen brachen massenhaft zusammen, um von Banken aufgekauft, zuKetten" vereinigt und unter einheitlicher Leitung wirksamer maschini- siert und mechanisiert zu werden.

Immerhin brachte nun gesteigerte Erzeu­gungsfähigkeit im Zusammenhänge mit un­aufhaltsamer Schrumpfung des Welt­marktbedarfs eine solche Anstauung preis­drückender Vorräte mit sich, daß nicht nur die große Mehrheit der Farmer nur mit öffent­lichen Mitteln über Wasser gehalten werden konnte, sondern auch den Ueberfarmern um ihre Gottähnlichkeit bange zu werden begann. Der Se­gen der Natur hatte sich dank hemmungsloser Me­chanisierung des Arbeitsvorganges in einen Fluch verwandelt. Es kostete nun mehr Mühe, uner­wünschte Wirkungen technischen Fortschrittes zu be­kämpfen, als menschlicher Arbeitsaufwand bei der Beschaffungerspart" wurde. Um den Weltmarkt­preis nicht sinken zu lassen, wurde Weizen wag­gonweise verfeuert, wurden Baumwollballen an den Stapelplätzen verbrannt, Vorräte, die in den Seehäfen lagerten, ins Meer geschüttet.

Das geschah in den Vereinigten Staaten wie in allen Ländern, für die sie Schrittmacher landwirt­schaftlicher Technokratie gewesen waren. In Ka­nada ließ man Gebiete, die mit Winterweizen bepflanzt waren, abweiden; in Argentinien wurden reife Weizenfelder einfach umgepflügt. In der Union aber wurden auf Jahre hinaus öffent­liche Mittel in gewaltigem Ausmaße dafür geop­fert, Farmer dafür zu entschädigen und zu beloh­nen, daß sie einen Teil ihrer Felder nicht bestellten. Das änderte aber nichts daran, daß Traktor und Mähdrescher fortfuhren, in Gegenden, die sich für eine dichte Besiedlung und gründliche Bodenbestel­lung nicht eigneten, auf fabrikmäßige Weise große Gewinne aus halbtrackener Erde herauszuschlagen.

Da aber folgten Iahre beispielloser Dürre kurz auseinander. Auf riesigen Flächen, die dieUeberfarmer" der sie vorher schützenden Grasnarbe beraubt hatten, wurde d i e Acker­krume pulverisiert und zum Spielball der Winde gemacht. Stürme von einer Heftigkeit, wie sie selbst in den Vereinigten Staaten noch kaum erlebt wunden, rasten über Kansas, Nebraska und Wyoming, über Teile der beiden Dakotas, die Hälfte Colorados, Striche Iowas und Missouris, die größte Hälfte Oklahomas und die nördlichen Gegenden von Texas dahin und brachten Verderben oder Elend für die Bevölkerung in einem Raume von 750 000 Quadratkilometer mit sich. Hier wurde die oberste Bodendecke in die Luft gehoben, bis die gelben Wolken die Sonne völlig verschleierten, um nichts zurückzulassen als groben Kies, dort wurden Felder und Siedlungen mit einer Sandschicht über­zogen, Brunnen verschüttet, Mensch und Tier der Gefahr des Erstickens ausgesetzt.

In manchen der am ärgsten heimgesuchten Be­zirke mußten nachher vier Fünftel der Bevölke­rung öffentlich unterstützt werden. Während natur- fremde Technologen in ihren Studierstuben noch immer ausrechneten, daß das Volk der Vereinigten Staaten feine Anbaufläche bei bester Ausnützung auf einen kleinen Bruchteil zufammenscbrümpfen lassen "könnte, gaben Tausende und aber Tausende von Farmern den Kamps gegen die wachsende Wüste auf. Viele irrten ratlos den Städten zu, wo sie abgerissen, ausgehungert anlangten und Beschäf­tigung suchten. Wagemutigere zogen aus, in noch unerschlossener Wildnis ihr Glück als Pioniere zu versuchen. Wie vor Jahrzehnten die Ansiedlerscha­ren in die Prärien strömten, deren unabsehbare Weiten dem Weizenbau unbegrenzte Möglichkeiten zu bieten schienen, so ging nun der Zug nach Norden in die Buschgebiete. Kundschaf­ter wurden vorausgeschickt, geeignete Plätze zu neuer Niederlassung ausfindig zu machen. Wieder rollten die alten hohen Planwagen, mit vier bis sechs Pferden, zuweilen auch Rindern, bespannt, über die Prärie. Alte Leute, mit von der Last der Jahre und der Arbeit gebeugten Rücken und pergamen­tenen harten Gesichtern, Mütter mit Säuglingen an der Brust, junge Männer, die unterwegs durch Gelegenheitsarbeit etwas Geld zu verdienen such­ten, legten auf diese Weise Hunderte von Kilome­ter zurück. Sie vertrauten auf die Errungenschaf­ten moderner Züchter, um noch hart an der Grenze

Neuraths Besuch in Belgrad.

Amtliche Mitteilung über das Ergebnis.

B e I g r a b , 8. Juni. (DNB.) Nach Abschluß der amtlichen Besprechungen zwischen dem Reichsaußen- mlnlster Freiherrn von Neurath und dem jugo­slawischen Außenminister Dr. Stojadino- witsch fand im hiesigen Außenministerium ein Presseempfang statt. Freiherr von Neurath führte aus, daß er von der herzlichen Aufnahme, die er in Belgrad gefunden habe, auf das an­genehmste berührt sei. Anläßlich des Emp­fangs durch den Prinzregenten Paul und einer Aussprache mit ihm habe er Gelegenheit gehabt, die hohe Einsicht und den weiten Blick des Prinzregen- ten zu bewundern. Die eingehenden Unterhaltungen mit Dr. S t o j a d i n o w i t s ch hätten ihm nur das Bild bestätigt, das er sich von ihm gemacht habe, bevor er ihn kannte. Dr. Stojadinowitsch sei ein Mann von großem Weitblick, der die Dinge real betrachte und meistere. Wenn er, so führte Freiherr von Neurath weiter aus, aus Jugoslawien scheide, so werde er die besten Eindrücke mitnehmen. Im Anschluß daran verlas Freiherr von Neurath die zwischen ihm und Dr. Stojadinowitsch vereinbarte amtliche Mitteilung über das Ergebnis seines Besuches. Sie läutet:

Der deutsche Reichsminister des Aeußern, Frei­herr von Neurath, stattete in den Tagen vom 7. bis 9. Juni der königlich-jugoslawischen Regierung feinen Besuch ab. Das wiederholte Zusammensein des Reichsministers mit dem Ministerpräsidenten und Außenminister Dr. Stojadinowitsch bot den willkommenen Anlaß, alle Deutschland und Ju­goslawien gemeinsam interessierenden Fragen einge­hend zu erörtern. Die von gegenseitigem aufrichti­gem Vertrauen getragenen Unterredungen haben gezeigt, daß die beiderseitigen Auffassungen über die politische Lage und über den Nutzen einer friedlichen Zusammenarbeit der beiden

Staaten überein stimmen. Die Gespräche ha­ben den Wunsch und den Willen auf beiden Seiten erneut bekräftigt, auf dem Wege der Vertiefung der wechselseitigen Beziehungen dem Werk des allge­meinen Friedens zu dienen. So hat der Besuch des Reichsministers in der jugoslawischen Hauptstadt auf beiden Seiten die Ueberzeugung gefestigt, daß die Politik beider Staaten dem gleichen Ziele dient und einen wesentlichen Beitrag zur Befriedung in Europa darstellt."

Sie polnische presse über die Belgrader Besprechungen.

Warschau, 9. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die polnische Telegraphenagentur berichtet aus Belgrad über den- Besuch des Reichsaußenministers von Neurath und bringt die amtliche Verlautbarung über die Ergebnisse der Belgrader Besprechungen im Wortlaut zum Abdruck. Die polnische Presse un­terstreicht in ihren Überschriften, daß sich aus dem Besuch des Reichsaußenministers in Belgrad eine engere Zusammenarbeit zwischen Iu- goslawien undDeutschland ergeben werde, und daß die Ansichten der beiden Staaten über die politische Lage vollständig übereinstimmten.

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Sofia, 8. Juni. (DNB.) Der bevorstehende Be­such des Reichsaußenministers von Neurath steht im Vordergrund der politischen Aufmerksamkeit und beschäftigt die Oeffentlichkeit und die Presse auf das lebhafteste. Die Zeitungen, die sympathisch gehaltene Lebensabrisse des Reichsaußenministers bringen, unterstreichen immer wieder, daß ihm in Sofia ein sehr herzlicher Empfang zuteil werden wird.

Deutschland wild eine suhlende Rolle spielen."

Gin bemerkenswertes Urteil derTimes" über die Lage aus dem Balkan.

London, 9. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die Times" befaßt sich in einem Leitartikel unter der ÜberschriftBerlin und die Donau" mit der Lage auf dem Balkan, die von dem Blatt günstig beurteilt wird. Jugoslawien, Bul­garien und Ungarn hätten sich in den letzten Jah­ren hauptsächlich auf wirtschaftlichem Gebiet mit Deutschland berbunben. Diese Verständigung habe die Länder nicht daran gehindert, ihre Aktionsfrei­heit intatt zu halten. Es fei natürlich, daß Deutsch­land mit seinem großen wachsenden Handel und sei­nem politischen Interessen in Mittel- und Südost­europa die Gelegenheit wahrgenommen habe, einen Minister in dieses geschäftige diplomatische Zentrum zu entsenden. Bulgarien und Ungarn seien in einem Sinne etwas weniger frei als Jugoslawien, neue Verbindungen aufzunehmen, da sie beide Revisions­hoffnungen hegten, die weder sie noch ihre Nach­barn vergessen könnten. Doch in diesem Jahre hät­ten die Führer der beiden Länder eine engere Zusammenarbeit mit Jugoslawien ins

Auge gefaßt, und neue Freundschaften bahnten sich an. Vier Einflüsse arbeiteten auf dem Balkan, nämlich Deutschland, Frankreich, Italien und das, was man vage als Donauzusammenarbeit bezeichne.

Eines vor allen Dingen fei sicher, nämlich, daß neues Vertrauen herrsche. Frankreichs Sy­stem der Bündnisse habe auf der letzten Tagung der Kleinen Entente einen Rückschlag erlitten. Italiens Einfluß scheine im Süden durch die alba­nische Politik und das Abkommen mit Jugoslawien gestärkt zu sein. Deutschlands Handelsbeziehungen zum Balkan befänden sich im ständigen Wachsen. Ganz allgemein könne man sagen, daß die zentral­europäischen Staaten sich fähiger fühlten, zu ach­tenswerten Abmachungen auf wirtschaftlichem Ge­biet zu gelangen. Nichts könne besser sein, als wenn Mitteleuropa eine derartige friedfertige Entwick­lung durchmache auf dem Wege von Verhandlun­gen, bei denen Deutschland eine führende Rolle spielen werde und spielen müsse.

des nördlichen Polarkreises Neuland unter den Pflug zu bringen. Selbst nach Alaska kamen in den letzten Jahren gegen 15 000 enttäuschte Farmer aus der Union, nicht um Gold zu finden, sondern um Acker- und Weideland als Grundlage eines neuen, mühevollen, aber unabhängigen Far­merdaseins zu suchen.

Mit den Sandstürmen, die über den ausgedörrten Boden der großen nordamerikanischen Ebene fegten, verbanden sich die Ueberschwemmungska- tastrophen am Mississippi und Ohio, um die landwirtschaftlichen Probleme der nordamerikani­schen Union gewissermaßen auf den Kopf zu stellen. War man auf der einen Seite von dem Gespenst der Ueberergeugung erlöst, so erhob sich dafür riesen­groß die zwingende Notwendigkeit, für das Verhält­nis zwischen Mensch und Boden eine neue Lösung zu finden, die nur in gerade entgegengesetz- t e r Richtung gesucht werden konnte als wohin der Weg führte, auf der derUeberfarmer" an der Spitze marschierte. Die Versteppung und Wüsten­bildung im mittleren Westen der Union schreitet in einem Tempo fort und die Senkung des Grund­wasserspiegels, die ein solcher Vorgang nach sich zieht, macht diese Wandlung so unwiderruflich, daß der Zeitpunkt gar nicht mehr so weit entfernt liegt, wie man früher wähnte, wo das Volk der Vereinig­ten Staaten auf den gewohnten Raumkomfort bei Bestellung des Bodens verzichten muß. Das hat zu bedeuten, daß der Weg des typischen Farmers auch für amerikanische Verhältnisse schließlich in die Irre führen muß. Solange ungenutztes brauchbares Land in erreichbarer Nähe zur Verfügung steht, braucht weder das Verharren an einem gegebenen Stand­ort, noch die größtmögliche Ergiebigkeit einer Fläche von bestimmter Ausdehnung eine besondere Rolle zu spielen. Man kann, wenn man den Boden an einer Stelle ausgesogen hat, jederzeit anderwärts jungfräulichen Boden unter den Pflug nehmen und man kann feinen Vorteil dabei finden, viel Land flüchtig statt wenig gründlich zu bestellen, zumal sich beiextensiver" Wirtschaft technische Hilfsmittel am vorteilhaftesten ausnutzen lassen. Nimmt man den Ertrag einer Ackereinheit als Maßstab, so ist ja die amerikanische Landwirtschaft noch heute außerordentlich rückständig, da in dichtbevölkerten europäischen Ländern oft drei- bis viermal soviel aus einem Hektar herausgewirtschaftet wird, als im Lande derunbegrenzten Möglichkeiten".

Nun haben, nicht zuletzt dank hemmungsloser Mechanisierung der Landwirtschaft, in den Halb­trockengebieten seit 1930 40 000 Familien mit einem Personenbestande von 175 000 Menschen ihre Far­men aufgegeben, um auf städtischem Boden zu stranden und dort bitterster Armut zu verfallen. Im Mississippi-Gebiet aber wurden nicht weniger als rund eine Million Menschen durch Ueberschwem- mung obdachlos und umsiedlungsreif. Für diese Massen unverschuldet entwurzelter Landleute, wie für diejenigen städtischen Opfertechnologischer Ar­beitslosigkeit", die dem Landleben nicht hoffnungs­los entfremdet find, gibt es keine andere Rettung, als daß man die amerikanische Landwirtschaft im

allgemeinen wieder mehr auf überwunden geglaubte europäische bäuerliche Betriebsformen zurückführt, was ja durchaus nicht bedeutet, daß man auf alle Errungenschaften moderner Technik verzichten soll. Präsident Roosevelt hat diesen Zwang zur Rückanpassung erkannt. Er hat auch recht, wenn er daran erinnert, daß der gemeine Mann in den Vereinigten Staaten einst von nichts lieber träumte, als auf eigener Farm eine Familie zu unterhalten und zu Wohlstand bringen zu können.

Die amerikanische Natur selbst hat neuerdings dem rücksichtslos alles nutzbare Landtraktorisie- renden" und maschinisierendenUeberfarmer" ihr Menetekel zugerufen. Man muß sich wohl oder übel daran gewöhnen, wieder je Ackereinheit mehr Menschen- und weniger Maschinenar­beit aufzuwenden, will man nicht im Innern Nordamerikas die Wüste in einem Tempo wachsen lassen, das vielleicht in Jahrzehnten an Verödung zuwegezubringen vermag, wozu es in Nordafrika ober Mittelasien Jahrtausende bedurfte. Roosevelt will einBundesamt für den mittleren Westen" ins Leben gerufen wissen, das den Kampf gegen die wachsende Wüste planmäßib führen soll. Man braucht dazu Mensch und Der, die Maschine nur insoweit, wie sie weder das Gesicht der Landschaft schändet, noch menschliches Wohlergehen auf eige­ner Scholle beeinträchtigt. Ein Aufwand von meh­reren Milliarden Dollar scheint für Umsiedlungs-, Aufforstungs- und Stromregulierungszwecke ge­sichert. Es fragt sich nur, ob nicht das Volk der Vereinigten Staaten seiner vorwiegend bäuerlichen Vergangenheit in der alten Welt zu weit entrückt ist, um wieder in genügendem Umfange an eine schollengebundene Lebensweise gewöhnt werden zu können.

Italien begrüßt die Zurückweisung englischerpresselügen durch Deutschland

Rom, 8. Juni. (DNB.) In der römischen Abend- preffe wird unter Wiedergabe deutscher Pressestim­men mit Genugtuung davon Kenntnis genom­men, wie das DNB. die phantastischen Behauptun­gen desSunday Chronicle" und desDaily He- rald" als Lügen entlarvt hat.Tribuna" erklärt in einem redaktionellen Kommentar, die Waffen, die von den Völkerbundsmächten in so großzügiger Weise dem Negus geliefert worden seien, befänden sich heute im italienischen Besitz. Italien kenne also ihre Marken und ihre Herkunft. Diese plumpe Lüge von deutschen Waffenlieferun­gen, mit der man Unfriede säen wolle, werde in Italien ebenso beurteilt wie in Deutschland. Der Berliner Korrespondent desGiomale d'Jtalia" schildert gleichfalls an Hand von Presseftimmen ein­gehend die deutsche Stellungnahme zu diesem Ma­növer und unterstreicht die Zurückweisung, die das imDaily Herald" erschienene Märchen der Ent­sendung von 10- bis 40 000 italienischen Spanien­freiwilligen durch die deutsche Presse erfährt.

Ausstellung einer Goethebüste in derMailanderWIioseksMrozjM

Mailand, 9. Juni. (DNB.) In der Biblioteca Ambrosiana in Mailand wurde ein von Professor Walter Flemming (Dresden) aeschaffenes Bronze standbild Goethes feierlich eingeweiht, das einige begeisterte deutsche Ver­ehrer der Stadt Mailand geschenkt haben. Der Ent­hüllung des Denkmals ging eine Festveranstaltung voraus, an der der Deutsche Botschafter in Rom, v. H a s s e l l, der Herzog von Turin, der italienische Minister für Volksbildung, Alfieri, die Vertreter der Behörden von Mailand, der NSDAP., der Deutsch-Italienischen Kulturgesellschaft teilnahmen.

Generalkonsul W i n d e l s würdigte die Bedeu­tung Italiens für Goethe als Mensch und Künstler. Sodann erläuterte der Präfekt der Ambrosiana, Msgr. Galbiati, dem in erster Linie das Ver­dienst für die Durchführung des Denkmalplanes zu­kommt, in deutscher Sprache die Gründe, die zu der Aufstellung des Standbildes in Mailand geführt hätten. Er zeigte die Größe Goethes in feinen Dich­tungen und seiner Persönlichkeit auf und bezeichnete ihn als ein Symbol des deutschen Gei st es und aller, die die deutsche Sprache sprechen. Nach­dem der Vortragende die Bedeutung Goethes für die Ausgestaltung der geistigen Beziehungen zwi­schen Deutschland und Italien in früheren Zeiten und besonders heute hervorgehoben hatte, dankte er allen, die an der Verwirklichung des Denkmalplanes beteiligt feien, vor allem den deutschen Stiftern und dem Minister A l f i e r i.

Roter-Kreuz-Orden l.Slaffe fürGigli.

Mailand, 8. Juni. (DNB.) Am Vorabend der Einweihuna des Goethe-Standbildes in der Mai­länder Biblioteca Ambrosiana fand im Haus des deutschen Generalkonsuls Windeis eine Feier statt, an der der deutsche Botschafter in Rom, von Hassell, die Spitzen der Mailänder Behörden, die Vertreter der NSDAP, und zahlreiche Persön­lichkeiten aus Wissenschaft und Kunst teilnahmen. Generalkonsul Windels überreichte dem großen Sänger Benjamino G i g l i als Anerkennung für die Verdienste um die kulturelle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Italien im Auftrage der Reichsregierung den Orden des Roten Kreu- ze s 1. Klasse.

Sie römische presse begrüßt die Aus­zeichnung Mussolinis durch den Führer.

Rom, 8. Juni. (DNB.) Die Nachricht über die Verleihung des Großkreuzes des Verdienst­ordens vom Deutschen Adler durch den Führer und Reichskanzler an Mussolini wird von den römischen Zeitungen an bevorzugter Stelle unter Wiedergabe des Wortlauts der Verleihungs­urkunde veröffentlicht, deren politische Bedeutung noch besonders durch den Hinweis unterstrichen wird, daß Mussolini als er st er ausländischer Staatsmann vom Führer mit dieser Auszeich­nung geehrt wird. Daß die gleiche Auszeichnung auch Graf C i a n o zuteil geworden ist, und daß der Führer diesen Freundschaftsbeweis dem Duce und seinem Mitarbeiter zur gleichen Zeit zum Ausdruck bringt, wird in der Presse auch unter Hinweis auf die deutschen Pressestimmen besonders stark beachtet.

Englische Stimmen

zum Italien-Besuch Blombergs.

London, 8. Juni. (DNB. Funkspruch.) Im Zu­sammenhang mit der großen Ftottens chau in Neapel sowie der Ueberreichtung des Adler- Ordens an Mussolini beschäftigen sich meh­rere Blätter noch einmal mit dem Besuch Blom­bergs in Italien. Ganz allgemein wird dabei hervorgehoben, daß dieser neue deutsche Orden, der ausschließlich für Ausländer bestimmt ist, zum er­sten Male verliehen worden sei. Außerdem geben die Blätter die Erklärung Blombergs über seine Eindrücke von den italienischen Rüstungen wieder.

In derMorning Post" heißt es, daß der Besuch als Sinnbild für das völlige politische Zusam­mengehen zwischen Rom und Berlin betrachtet werden könne. Der römische Vertreter desDaily Telegraph" hebt hervor, daß lediglich vertrauliche Besprechungen über die Stärke ' der italienischen Seestreitkräfte, der Luftwaffe und des Landheeres stattgefunden hätten.

Ausbau Der amerikanischen Handelsflotte.

W ashington, 9.Juni. (DNB. Funkspruch.) Präsident Roosevelt teilte in der Pressekonfe­renz mit, er habe den Bundeskongreß um die so­fortige Bewilligung von zunächst 10 Millionen und später weiteren 150 Millionen Dollar zum, Aus­bau der Handelsmarine ersucht. In Ame­rika seien außer einigen Tankdampfern seit Jah­ren keine Schiffe mehr für den Passagier- oder Frachtdienst gebaut worden. Es sei also hohe Zeit, daß Amerikas Handelsflotte aufgefrischt und er­weitert werde. Das Geld wird den Reedereien als langfriftige Anleihen, die bis zu 75 v. H. des Bau­preises betragen können, zur Verfügung gestellt. Die Regierung hat gleichzeitig für lange' Jahre das Kontrollrecht über die Verwendung dieser hypothekarisch belasteten Schiffe. Sie kann also ihren Verkauf verhindern und bei internationalen Verwicklungen die Reedereien veranlassen, sich der jeweiligen Regierungspvlittk zu fügen. Die neuen Handelsdampfer werden fo gebaut werden, daß sie im Kriegsfall als H i l f s k'r i e g s s ch i f f e ver­wendet werden können.

Den Grund für die plötzliche Eile hat Präsident Roosevelt nicht mitgeteilt, jedoch erfährt man an zuständiger Stelle, daß die Londoner Reichs­konferenz den unmittelbaren Anstoß zu diesem Entschluß gegeben hat, insofern, als dort beschlossen wurde, Kanada beim Bau von zwei großen Passa­gier- und Frachtdampfern zu unterstützen, die zwi­schen Nordamerika und Australien verkehren und der amerikanischen Schiffahrt Konkurrenz machen sollen.

(Die A- Dürzüge den PALM O LIV E It <1S tCrCremC, die entschieden:

O Starke Schaumentwicklung O Gründliche Barterweichung O Kein Schaumeintrocknen O Kein Spannen und Brennen der Haut

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