Vom Zauner zum Sauern.
-bon Otto Corbach
Als vor einem Jahrzehnt in der nordamerikanischen Union die „zweite industrielle Revolution", d. h. die durchgängige Mechanisierung der landwirtschaftlichen Betriebsformen zu durchschlagender Wirkung gekommen war, ohne daß sich die Kehrseite ihrer Medaille schon weiten Kreisen bemerkbar gemacht hatte, feierte „New York Times" Thomas D. Campbells, den Besitzer der größten Weizenfabrik, als den tonangebenden „Ueberfarmer", als „Bahnbrecher landwirtschaftlicher Technokratie von gleichem Format wie Ford auf dem Gebiete der Autoindustrie". Er hatte im südlichen Teil von Montana an den Ostausläufern der Rocky-Mountains nicht weniger als 38 OOO Hektar einer einzigen Farm botmäßig gemacht. Je 4000 Hektar hatten als Grundlage einer Gliedwirtschaft zu dienen. Jede Einheit war mit einer Wasserpumpstation, einer Werkstätte mit Schmiedefeuer, Bohrmaschinen und ausreichendem Werkzeug für kleine Reparaturen und aus Wellblech hergestellten Silos ausgestattet. Feldlager mit Holzbaracken für Menschen und Maschinen hatten gewissermaßen einen europäischen Gutshof zu ersetzen. Die Baracken blieben den Winter über unbewohnt. Landwirtschaftliche Tiere gab es überhaupt nicht. Die Oberleitung hatte in der Stadt Harbin ihren Sitz, wo sie über ein Bürohaus mit Dutzenden von Arbeitsräumen, Getreidespeicher mit automatischer Fördereinrichtung, Bahnanschluß usw. verfügte.
Wie man die Wälder vorher mit mechanischen Mitteln beschleunigt abgeholzt hatte, so wurde seit dem Versagen europäischer Getreideüberschußgebiete während des Weltkrieges durch mechanisierte Farmbetriebe der Restbestand an Prärie und Weide zu Ackerland beschleunigt umgepflügt. Die große Wirtschaftskrise gab dieser Bewegung zunächst nur einen neuen starken Antrieb. Farmen, die außer mit Traktoren mit modernen Mähdreschern arbeiteten, konnten jeweils den ersten Hunger der Nachfrage am schnellsten befriedigen und däher die günstigsten Preise erzielen; sie waren im übrigen imstande, selbst bei den niedrigsten Preisen noch glänzend zu verdienen. Kleine und mittlere Betriebe dagegen brachen massenhaft zusammen, um von Banken aufgekauft, zu „Ketten" vereinigt und unter einheitlicher Leitung wirksamer maschini- siert und mechanisiert zu werden.
Immerhin brachte nun gesteigerte Erzeugungsfähigkeit im Zusammenhänge mit unaufhaltsamer Schrumpfung des Weltmarktbedarfs eine solche Anstauung preisdrückender Vorräte mit sich, daß nicht nur die große Mehrheit der Farmer nur mit öffentlichen Mitteln über Wasser gehalten werden konnte, sondern auch den Ueberfarmern um ihre Gottähnlichkeit bange zu werden begann. Der Segen der Natur hatte sich dank hemmungsloser Mechanisierung des Arbeitsvorganges in einen Fluch verwandelt. Es kostete nun mehr Mühe, unerwünschte Wirkungen technischen Fortschrittes zu bekämpfen, als menschlicher Arbeitsaufwand bei der Beschaffung „erspart" wurde. Um den Weltmarktpreis nicht sinken zu lassen, wurde Weizen waggonweise verfeuert, wurden Baumwollballen an den Stapelplätzen verbrannt, Vorräte, die in den Seehäfen lagerten, ins Meer geschüttet.
Das geschah in den Vereinigten Staaten wie in allen Ländern, für die sie Schrittmacher landwirtschaftlicher Technokratie gewesen waren. In Kanada ließ man Gebiete, die mit Winterweizen bepflanzt waren, abweiden; in Argentinien wurden reife Weizenfelder einfach umgepflügt. In der Union aber wurden auf Jahre hinaus öffentliche Mittel in gewaltigem Ausmaße dafür geopfert, Farmer dafür zu entschädigen und zu belohnen, daß sie einen Teil ihrer Felder nicht bestellten. Das änderte aber nichts daran, daß Traktor und Mähdrescher fortfuhren, in Gegenden, die sich für eine dichte Besiedlung und gründliche Bodenbestellung nicht eigneten, auf fabrikmäßige Weise große Gewinne aus halbtrackener Erde herauszuschlagen.
Da aber folgten Iahre beispielloser Dürre kurz auseinander. Auf riesigen Flächen, die die „Ueberfarmer" der sie vorher schützenden Grasnarbe beraubt hatten, wurde d i e Ackerkrume pulverisiert und zum Spielball der Winde gemacht. Stürme von einer Heftigkeit, wie sie selbst in den Vereinigten Staaten noch kaum erlebt wunden, rasten über Kansas, Nebraska und Wyoming, über Teile der beiden Dakotas, die Hälfte Colorados, Striche Iowas und Missouris, die größte Hälfte Oklahomas und die nördlichen Gegenden von Texas dahin und brachten Verderben oder Elend für die Bevölkerung in einem Raume von 750 000 Quadratkilometer mit sich. Hier wurde die oberste Bodendecke in die Luft gehoben, bis die gelben Wolken die Sonne völlig verschleierten, um nichts zurückzulassen als groben Kies, dort wurden Felder und Siedlungen mit einer Sandschicht überzogen, Brunnen verschüttet, Mensch und Tier der Gefahr des Erstickens ausgesetzt.
In manchen der am ärgsten heimgesuchten Bezirke mußten nachher vier Fünftel der Bevölkerung öffentlich unterstützt werden. Während natur- fremde Technologen in ihren Studierstuben noch immer ausrechneten, daß das Volk der Vereinigten Staaten feine Anbaufläche bei bester Ausnützung auf einen kleinen Bruchteil zufammenscbrümpfen lassen "könnte, gaben Tausende und aber Tausende von Farmern den Kamps gegen die wachsende Wüste auf. Viele irrten ratlos den Städten zu, wo sie abgerissen, ausgehungert anlangten und Beschäftigung suchten. Wagemutigere zogen aus, in noch unerschlossener Wildnis ihr Glück als Pioniere zu versuchen. Wie vor Jahrzehnten die Ansiedlerscharen in die Prärien strömten, deren unabsehbare Weiten dem Weizenbau unbegrenzte Möglichkeiten zu bieten schienen, so ging nun der Zug nach Norden in die Buschgebiete. Kundschafter wurden vorausgeschickt, geeignete Plätze zu neuer Niederlassung ausfindig zu machen. Wieder rollten die alten hohen Planwagen, mit vier bis sechs Pferden, zuweilen auch Rindern, bespannt, über die Prärie. Alte Leute, mit von der Last der Jahre und der Arbeit gebeugten Rücken und pergamentenen harten Gesichtern, Mütter mit Säuglingen an der Brust, junge Männer, die unterwegs durch Gelegenheitsarbeit etwas Geld zu verdienen suchten, legten auf diese Weise Hunderte von Kilometer zurück. Sie vertrauten auf die Errungenschaften moderner Züchter, um noch hart an der Grenze
Neuraths Besuch in Belgrad.
Amtliche Mitteilung über das Ergebnis.
B e I g r a b , 8. Juni. (DNB.) Nach Abschluß der amtlichen Besprechungen zwischen dem Reichsaußen- mlnlster Freiherrn von Neurath und dem jugoslawischen Außenminister Dr. Stojadino- witsch fand im hiesigen Außenministerium ein Presseempfang statt. Freiherr von Neurath führte aus, daß er von der herzlichen Aufnahme, die er in Belgrad gefunden habe, auf das angenehmste berührt sei. Anläßlich des Empfangs durch den Prinzregenten Paul und einer Aussprache mit ihm habe er Gelegenheit gehabt, die hohe Einsicht und den weiten Blick des Prinzregen- ten zu bewundern. Die eingehenden Unterhaltungen mit Dr. S t o j a d i n o w i t s ch hätten ihm nur das Bild bestätigt, das er sich von ihm gemacht habe, bevor er ihn kannte. Dr. Stojadinowitsch sei ein Mann von großem Weitblick, der die Dinge real betrachte und meistere. Wenn er, so führte Freiherr von Neurath weiter aus, aus Jugoslawien scheide, so werde er die besten Eindrücke mitnehmen. Im Anschluß daran verlas Freiherr von Neurath die zwischen ihm und Dr. Stojadinowitsch vereinbarte amtliche Mitteilung über das Ergebnis seines Besuches. Sie läutet:
„Der deutsche Reichsminister des Aeußern, Freiherr von Neurath, stattete in den Tagen vom 7. bis 9. Juni der königlich-jugoslawischen Regierung feinen Besuch ab. Das wiederholte Zusammensein des Reichsministers mit dem Ministerpräsidenten und Außenminister Dr. Stojadinowitsch bot den willkommenen Anlaß, alle Deutschland und Jugoslawien gemeinsam interessierenden Fragen eingehend zu erörtern. Die von gegenseitigem aufrichtigem Vertrauen getragenen Unterredungen haben gezeigt, daß die beiderseitigen Auffassungen über die politische Lage und über den Nutzen einer friedlichen Zusammenarbeit der beiden
Staaten überein stimmen. Die Gespräche haben den Wunsch und den Willen auf beiden Seiten erneut bekräftigt, auf dem Wege der Vertiefung der wechselseitigen Beziehungen dem Werk des allgemeinen Friedens zu dienen. So hat der Besuch des Reichsministers in der jugoslawischen Hauptstadt auf beiden Seiten die Ueberzeugung gefestigt, daß die Politik beider Staaten dem gleichen Ziele dient und einen wesentlichen Beitrag zur Befriedung in Europa darstellt."
Sie polnische presse über die Belgrader Besprechungen.
Warschau, 9. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die polnische Telegraphenagentur berichtet aus Belgrad über den- Besuch des Reichsaußenministers von Neurath und bringt die amtliche Verlautbarung über die Ergebnisse der Belgrader Besprechungen im Wortlaut zum Abdruck. Die polnische Presse unterstreicht in ihren Überschriften, daß sich aus dem Besuch des Reichsaußenministers in Belgrad eine engere Zusammenarbeit zwischen Iu- goslawien undDeutschland ergeben werde, und daß die Ansichten der beiden Staaten über die politische Lage vollständig übereinstimmten.
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Sofia, 8. Juni. (DNB.) Der bevorstehende Besuch des Reichsaußenministers von Neurath steht im Vordergrund der politischen Aufmerksamkeit und beschäftigt die Oeffentlichkeit und die Presse auf das lebhafteste. Die Zeitungen, die sympathisch gehaltene Lebensabrisse des Reichsaußenministers bringen, unterstreichen immer wieder, daß ihm in Sofia ein sehr herzlicher Empfang zuteil werden wird.
„Deutschland wild eine suhlende Rolle spielen."
Gin bemerkenswertes Urteil der „Times" über die Lage aus dem Balkan.
London, 9. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die „Times" befaßt sich in einem Leitartikel unter der Überschrift „Berlin und die Donau" mit der Lage auf dem Balkan, die von dem Blatt günstig beurteilt wird. Jugoslawien, Bulgarien und Ungarn hätten sich in den letzten Jahren hauptsächlich auf wirtschaftlichem Gebiet mit Deutschland berbunben. Diese Verständigung habe die Länder nicht daran gehindert, ihre Aktionsfreiheit intatt zu halten. Es fei natürlich, daß Deutschland mit seinem großen wachsenden Handel und seinem politischen Interessen in Mittel- und Südosteuropa die Gelegenheit wahrgenommen habe, einen Minister in dieses geschäftige diplomatische Zentrum zu entsenden. Bulgarien und Ungarn seien in einem Sinne etwas weniger frei als Jugoslawien, neue Verbindungen aufzunehmen, da sie beide Revisionshoffnungen hegten, die weder sie noch ihre Nachbarn vergessen könnten. Doch in diesem Jahre hätten die Führer der beiden Länder eine engere Zusammenarbeit mit Jugoslawien ins
Auge gefaßt, und neue Freundschaften bahnten sich an. Vier Einflüsse arbeiteten auf dem Balkan, nämlich Deutschland, Frankreich, Italien und das, was man vage als Donauzusammenarbeit bezeichne.
Eines vor allen Dingen fei sicher, nämlich, daß neues Vertrauen herrsche. Frankreichs System der Bündnisse habe auf der letzten Tagung der Kleinen Entente einen Rückschlag erlitten. Italiens Einfluß scheine im Süden durch die albanische Politik und das Abkommen mit Jugoslawien gestärkt zu sein. Deutschlands Handelsbeziehungen zum Balkan befänden sich im ständigen Wachsen. Ganz allgemein könne man sagen, daß die zentraleuropäischen Staaten sich fähiger fühlten, zu achtenswerten Abmachungen auf wirtschaftlichem Gebiet zu gelangen. Nichts könne besser sein, als wenn Mitteleuropa eine derartige friedfertige Entwicklung durchmache auf dem Wege von Verhandlungen, bei denen Deutschland eine führende Rolle spielen werde und spielen müsse.
des nördlichen Polarkreises Neuland unter den Pflug zu bringen. Selbst nach Alaska kamen in den letzten Jahren gegen 15 000 enttäuschte Farmer aus der Union, nicht um Gold zu finden, sondern um Acker- und Weideland als Grundlage eines neuen, mühevollen, aber unabhängigen Farmerdaseins zu suchen.
Mit den Sandstürmen, die über den ausgedörrten Boden der großen nordamerikanischen Ebene fegten, verbanden sich die Ueberschwemmungska- tastrophen am Mississippi und Ohio, um die landwirtschaftlichen Probleme der nordamerikanischen Union gewissermaßen auf den Kopf zu stellen. War man auf der einen Seite von dem Gespenst der Ueberergeugung erlöst, so erhob sich dafür riesengroß die zwingende Notwendigkeit, für das Verhältnis zwischen Mensch und Boden eine neue Lösung zu finden, die nur in gerade entgegengesetz- t e r Richtung gesucht werden konnte als wohin der Weg führte, auf der der „Ueberfarmer" an der Spitze marschierte. Die Versteppung und Wüstenbildung im mittleren Westen der Union schreitet in einem Tempo fort und die Senkung des Grundwasserspiegels, die ein solcher Vorgang nach sich zieht, macht diese Wandlung so unwiderruflich, daß der Zeitpunkt gar nicht mehr so weit entfernt liegt, wie man früher wähnte, wo das Volk der Vereinigten Staaten auf den gewohnten Raumkomfort bei Bestellung des Bodens verzichten muß. Das hat zu bedeuten, daß der Weg des typischen Farmers auch für amerikanische Verhältnisse schließlich in die Irre führen muß. Solange ungenutztes brauchbares Land in erreichbarer Nähe zur Verfügung steht, braucht weder das Verharren an einem gegebenen Standort, noch die größtmögliche Ergiebigkeit einer Fläche von bestimmter Ausdehnung eine besondere Rolle zu spielen. Man kann, wenn man den Boden an einer Stelle ausgesogen hat, jederzeit anderwärts jungfräulichen Boden unter den Pflug nehmen und man kann feinen Vorteil dabei finden, viel Land flüchtig statt wenig gründlich zu bestellen, zumal sich bei „extensiver" Wirtschaft technische Hilfsmittel am vorteilhaftesten ausnutzen lassen. Nimmt man den Ertrag einer Ackereinheit als Maßstab, so ist ja die amerikanische Landwirtschaft noch heute außerordentlich rückständig, da in dichtbevölkerten europäischen Ländern oft drei- bis viermal soviel aus einem Hektar herausgewirtschaftet wird, als im Lande der „unbegrenzten Möglichkeiten".
Nun haben, nicht zuletzt dank hemmungsloser Mechanisierung der Landwirtschaft, in den Halbtrockengebieten seit 1930 40 000 Familien mit einem Personenbestande von 175 000 Menschen ihre Farmen aufgegeben, um auf städtischem Boden zu stranden und dort bitterster Armut zu verfallen. Im Mississippi-Gebiet aber wurden nicht weniger als rund eine Million Menschen durch Ueberschwem- mung obdachlos und umsiedlungsreif. Für diese Massen unverschuldet entwurzelter Landleute, wie für diejenigen städtischen Opfer „technologischer Arbeitslosigkeit", die dem Landleben nicht hoffnungslos entfremdet find, gibt es keine andere Rettung, als daß man die amerikanische Landwirtschaft im
allgemeinen wieder mehr auf überwunden geglaubte europäische bäuerliche Betriebsformen zurückführt, was ja durchaus nicht bedeutet, daß man auf alle Errungenschaften moderner Technik verzichten soll. Präsident Roosevelt hat diesen Zwang zur Rückanpassung erkannt. Er hat auch recht, wenn er daran erinnert, daß der gemeine Mann in den Vereinigten Staaten einst von nichts lieber träumte, als auf eigener Farm eine Familie zu unterhalten und zu Wohlstand bringen zu können.
Die amerikanische Natur selbst hat neuerdings dem rücksichtslos alles nutzbare Land „traktorisie- renden" und maschinisierenden „Ueberfarmer" ihr Menetekel zugerufen. Man muß sich wohl oder übel daran gewöhnen, wieder je Ackereinheit mehr Menschen- und weniger Maschinenarbeit aufzuwenden, will man nicht im Innern Nordamerikas die Wüste in einem Tempo wachsen lassen, das vielleicht in Jahrzehnten an Verödung zuwegezubringen vermag, wozu es in Nordafrika ober Mittelasien Jahrtausende bedurfte. Roosevelt will ein „Bundesamt für den mittleren Westen" ins Leben gerufen wissen, das den Kampf gegen die wachsende Wüste planmäßib führen soll. Man braucht dazu Mensch und Der, die Maschine nur insoweit, wie sie weder das Gesicht der Landschaft schändet, noch menschliches Wohlergehen auf eigener Scholle beeinträchtigt. Ein Aufwand von mehreren Milliarden Dollar scheint für Umsiedlungs-, Aufforstungs- und Stromregulierungszwecke gesichert. Es fragt sich nur, ob nicht das Volk der Vereinigten Staaten seiner vorwiegend bäuerlichen Vergangenheit in der alten Welt zu weit entrückt ist, um wieder in genügendem Umfange an eine schollengebundene Lebensweise gewöhnt werden zu können.
Italien begrüßt die Zurückweisung englischerpresselügen durch Deutschland
Rom, 8. Juni. (DNB.) In der römischen Abend- preffe wird unter Wiedergabe deutscher Pressestimmen mit Genugtuung davon Kenntnis genommen, wie das DNB. die phantastischen Behauptungen des „Sunday Chronicle" und des „Daily He- rald" als Lügen entlarvt hat. „Tribuna" erklärt in einem redaktionellen Kommentar, die Waffen, die von den Völkerbundsmächten in so großzügiger Weise dem Negus geliefert worden seien, befänden sich heute im italienischen Besitz. Italien kenne also ihre Marken und ihre Herkunft. Diese plumpe Lüge von deutschen Waffenlieferungen, mit der man Unfriede säen wolle, werde in Italien ebenso beurteilt wie in Deutschland. Der Berliner Korrespondent des „Giomale d'Jtalia" schildert gleichfalls an Hand von Presseftimmen eingehend die deutsche Stellungnahme zu diesem Manöver und unterstreicht die Zurückweisung, die das im „Daily Herald" erschienene Märchen der Entsendung von 10- bis 40 000 italienischen Spanienfreiwilligen durch die deutsche Presse erfährt.
Ausstellung einer Goethebüste in derMailanderWIioseksMrozjM
Mailand, 9. Juni. (DNB.) In der Biblioteca Ambrosiana in Mailand wurde ein von Professor Walter Flemming (Dresden) aeschaffenes Bronze standbild Goethes feierlich eingeweiht, das einige begeisterte deutsche Verehrer der Stadt Mailand geschenkt haben. Der Enthüllung des Denkmals ging eine Festveranstaltung voraus, an der der Deutsche Botschafter in Rom, v. H a s s e l l, der Herzog von Turin, der italienische Minister für Volksbildung, Alfieri, die Vertreter der Behörden von Mailand, der NSDAP., der Deutsch-Italienischen Kulturgesellschaft teilnahmen.
Generalkonsul W i n d e l s würdigte die Bedeutung Italiens für Goethe als Mensch und Künstler. Sodann erläuterte der Präfekt der Ambrosiana, Msgr. Galbiati, dem in erster Linie das Verdienst für die Durchführung des Denkmalplanes zukommt, in deutscher Sprache die Gründe, die zu der Aufstellung des Standbildes in Mailand geführt hätten. Er zeigte die Größe Goethes in feinen Dichtungen und seiner Persönlichkeit auf und bezeichnete ihn als ein Symbol des deutschen Gei st es und aller, die die deutsche Sprache sprechen. Nachdem der Vortragende die Bedeutung Goethes für die Ausgestaltung der geistigen Beziehungen zwischen Deutschland und Italien in früheren Zeiten und besonders heute hervorgehoben hatte, dankte er allen, die an der Verwirklichung des Denkmalplanes beteiligt feien, vor allem den deutschen Stiftern und dem Minister A l f i e r i.
Roter-Kreuz-Orden l.Slaffe fürGigli.
Mailand, 8. Juni. (DNB.) Am Vorabend der Einweihuna des Goethe-Standbildes in der Mailänder Biblioteca Ambrosiana fand im Haus des deutschen Generalkonsuls Windeis eine Feier statt, an der der deutsche Botschafter in Rom, von Hassell, die Spitzen der Mailänder Behörden, die Vertreter der NSDAP, und zahlreiche Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Kunst teilnahmen. Generalkonsul Windels überreichte dem großen Sänger Benjamino G i g l i als Anerkennung für die Verdienste um die kulturelle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Italien im Auftrage der Reichsregierung den Orden des Roten Kreu- ze s 1. Klasse.
Sie römische presse begrüßt die Auszeichnung Mussolinis durch den Führer.
Rom, 8. Juni. (DNB.) Die Nachricht über die Verleihung des Großkreuzes des Verdienstordens vom Deutschen Adler durch den Führer und Reichskanzler an Mussolini wird von den römischen Zeitungen an bevorzugter Stelle unter Wiedergabe des Wortlauts der Verleihungsurkunde veröffentlicht, deren politische Bedeutung noch besonders durch den Hinweis unterstrichen wird, daß Mussolini als er st er ausländischer Staatsmann vom Führer mit dieser Auszeichnung geehrt wird. Daß die gleiche Auszeichnung auch Graf C i a n o zuteil geworden ist, und daß der Führer diesen Freundschaftsbeweis dem Duce und seinem Mitarbeiter zur gleichen Zeit zum Ausdruck bringt, wird in der Presse auch unter Hinweis auf die deutschen Pressestimmen besonders stark beachtet.
Englische Stimmen
zum Italien-Besuch Blombergs.
London, 8. Juni. (DNB. Funkspruch.) Im Zusammenhang mit der großen Ftottens chau in Neapel sowie der Ueberreichtung des Adler- Ordens an Mussolini beschäftigen sich mehrere Blätter noch einmal mit dem Besuch Blombergs in Italien. Ganz allgemein wird dabei hervorgehoben, daß dieser neue deutsche Orden, der ausschließlich für Ausländer bestimmt ist, zum ersten Male verliehen worden sei. Außerdem geben die Blätter die Erklärung Blombergs über seine Eindrücke von den italienischen Rüstungen wieder.
In der „Morning Post" heißt es, daß der Besuch als Sinnbild für das völlige politische Zusammengehen zwischen Rom und Berlin betrachtet werden könne. Der römische Vertreter des „Daily Telegraph" hebt hervor, daß lediglich vertrauliche Besprechungen über die Stärke ' der italienischen Seestreitkräfte, der Luftwaffe und des Landheeres stattgefunden hätten.
Ausbau Der amerikanischen Handelsflotte.
W ashington, 9.Juni. (DNB. Funkspruch.) Präsident Roosevelt teilte in der Pressekonferenz mit, er habe den Bundeskongreß um die sofortige Bewilligung von zunächst 10 Millionen und später weiteren 150 Millionen Dollar zum, Ausbau der Handelsmarine ersucht. In Amerika seien außer einigen Tankdampfern seit Jahren keine Schiffe mehr für den Passagier- oder Frachtdienst gebaut worden. Es sei also hohe Zeit, daß Amerikas Handelsflotte aufgefrischt und erweitert werde. Das Geld wird den Reedereien als langfriftige Anleihen, die bis zu 75 v. H. des Baupreises betragen können, zur Verfügung gestellt. Die Regierung hat gleichzeitig für lange' Jahre das Kontrollrecht über die Verwendung dieser hypothekarisch belasteten Schiffe. Sie kann also ihren Verkauf verhindern und bei internationalen Verwicklungen die Reedereien veranlassen, sich der jeweiligen Regierungspvlittk zu fügen. Die neuen Handelsdampfer werden fo gebaut werden, daß sie im Kriegsfall als H i l f s k'r i e g s s ch i f f e verwendet werden können.
Den Grund für die plötzliche Eile hat Präsident Roosevelt nicht mitgeteilt, jedoch erfährt man an zuständiger Stelle, daß die Londoner Reichskonferenz den unmittelbaren Anstoß zu diesem Entschluß gegeben hat, insofern, als dort beschlossen wurde, Kanada beim Bau von zwei großen Passagier- und Frachtdampfern zu unterstützen, die zwischen Nordamerika und Australien verkehren und der amerikanischen Schiffahrt Konkurrenz machen sollen.
(Die A- Dürzüge den PALM O LIV E ” It <1S tCrCremC, die entschieden:
O Starke Schaumentwicklung O Gründliche Barterweichung O Kein Schaumeintrocknen O Kein Spannen und Brennen der Haut
In Normaltuben RM.0.50
IngroßenTuben R M.1.10


