Der verbrecherischeLleberfall auf daspanzerschiff,,Deutschland"
Berichte des Befehlshabers der deutschen Geestreitkraste in Spanien über die Vorgänge in Ibiza. — Oie bolschewistischen Klugzeuge einwandfrei als Angreifer festgestellt.
Berlin, 8. Juni. (DNB.) Nachdem nunmehr die eingehenden Berichte des Befehlshabers der deutschen Seestreitkräfte in Spanien vorliegen, wird im Folgenden der Tatbestand des Vorfalls von Ibiza nochmals in allen Einzelheiten der Öffentlichkeit mitgeteilt:
In der zweiten Maihälfte befanden sich die beiden deutschen Panzerschiffe „Deutschland" und „Admiral Scheer" und die vier Torpedoboote „Seeadler", „Albatros", „Leopard" und „Luchs" zur Ausübung der Seekontrolle auf dem Deutschland vom internationalen Nichteinmischungsausschuß zugeteilten Küstengebiet an der ostspanischen Küste. Um den Besatzungen bei ihrem anstrengenden Dienst Ruhezeit zu gewähren und Vorräte zu ergänzen, liefen die Schiffe einzeln verschiedene naheliegende spanische, französische und englische Häfen an. Aus diesem Anlaß lag „Albatros" vom 22. Mai ab auf der Reede von Palma. Hier erfolgte am 26. Mai der bekannte Luftangriff, durch den „Albatros", der englische Flottillenführer „Hardy" und einige italienische Schiffe durch Bombeneinschläge in ihrer unmittelbaren Nähe in Mitleidenschaft gezogen wurden und auf dem italienischen Hilfskreuzer „Barletta" eine Bombe detonierte, die sechs italienische Offiziere tötete.
Um eine weitere Gefährdung der deutschen Schiffe auszuschalten, wurde von diesem Vorfall ab vom Anlaufen des Hafens von Palma durch deutsche Seestreitkräfte Abstand genommen. Das Panzerschiff „Deutschland" ankerte daher ab 29. Mai auf der Reede von Ibiza. Die in der ausländischen Presse aufgetauchte Behauptung, daß die „Deutschland" dort nicht hätte ankern dürfen, ist unzutreffend. Abgesehen davon, daß auch die Ueberwa- chungsstreitkräfte der anderen beteiligten Seemächte, wie zum Beispiel England und Frankreich, sich laufend in verschiedenen rot- und weißspamschen Häfen aufhalten, ist festzustellen, daß der kleine Hafen von Ibiza nicht als Flottenstützpunkt der Nationalspanier angesehen werden kann und als solcher auch nicht benutzt wird. „Deutschland" lag als einziges Kriegsschiff auf der Reede vor Anker. In seiner Nähe hatte das im Dienste der deutschen Kriegsmarine stehende Tankschiff „Neptun" geankert. Im Hafen vcm Ibiza lag das deutsche Torpedoboot „Leopard" an der Mole, weißspanische Streitkräfte oder Dampfer lagen weder im Hafen oder auf der Reede, noch überhaupt in Sichtweite.
Arn 29. Mai gegen 19 Uhr erfolgte ein überfallartiger Angriff von zwei Bombenflugzeugen auf die „Deutschland". Die Maschinen flogen über Land aus Richtung der tiefstehenden Sonne und warfen mehrere Bomben auf das in Ruhe liegende Panzerschiff, von denen zwei trafen.
Für die Flieger war bei der geringen Flughöhe eine Verwechselung der „Deutschland" mit einem weißspanischen Schiff ausgeschlossen. „Deutschland", die abwehrbereit zu Anker lag, konnte Abzeichen und Typ der Flugzeuge gegen die Sonne nicht erkennen und hatte nach der ganzen Lage keinen Grund, unerkannte Flugzeuge unter Feuer zu nehmen. So kam es, daß diese als Angreifer erst festgestellt wurden, nachdem sie die Bomben geworfen hatten. Tatsächlich ist sowohl vom Panzerschiff „Deutschland" wie auch vom Torpedoboot „Leopard" kein Schuß gefallen.
Während des Flugzeugüberfalles wurden Teile der rotspanischen Flotte, und zwar die Kreuzer „Li-
bertad" und „Mendez" auf etwa 28 Kilometer, vier Zerstörer in 14 bis 15 Kilometer Entfernung gesichtet. Wenige Minuten nach dem Bombenangriff erfolgte eine Landbeschießung durch die roten Zerstörer. Alle Angaben der Valencia-Machthaber über den Waffengebrauch der deutschen Kriegsschiffe sind unwahr. Entweder haben diese Machthaber im Bewußtsein ihrer Schuld absichtlich die Unwahrheit gesagt, oder die Flugzeugführer haben ihre ruchlose Tat durch eine solche Lüge zu verdecken versucht.
Es handelt sich somit um einen unprovozier- t e n Ueberfall der rotspanischen Flugzeuge, die einwandfrei als die Angreifer fest« g e st e l l t sind.
Da ein Teil der Besatzung der „Deutschland" in Ruhe war und deshalb zahlreiche Mannschaften sich in ihren ungeschützten Wohnräumen im Vorschiff aufhielten, entstanden durch den einen der Bombentreffer die erheblichen Verluste an Toten und Verwundeten. Als Vergeltungsmaßnahme für diesen verbrecherischen Anschlag wurden am 31. Mai morgens die Befestigungen und militärischen Anlagen bes Seehafens von Almeria durch die deutschen Seestreitkräfte beschossen, wobei das Feuer durch zwei Batterien erwidert worden ist. Es muß betont werden, daß die roten Machthaber durch den
Nichteinmischungsausschuß zu verschiedenen Malen ernstlich dahin verwarnt worden sind, kriegerische oder als solche zu deutende Handlungen gegen die Kontrollstreitkräfte zu unterlassen.
Oer Gouverneur von Gibraltar antwortet dem Oberbefehlshaber der Kriegsmarine.
Berlin, 8. Juni. (DNB.) Der Gouverneur von Gibraltar hat dem Befehlshaber der deutschen Spanien st reit- kräfte folgendes Telegramm zur Weitergabe an den Oberbefehlshaber der Kriegsmarine übermittelt:
„Ich bitte Sie, an Admiral Raeder, den Oberbefehlshaber der deutschen Kriegsmarine, meinen herzlichen Dank für sein überaus freundliches Telegramm zu übermitteln, das ich allen Beteiligten bekanntgegeben habe. Es war für die britischen See- und Landstreitkräfte und für Aerzte und Pflegepersonal eine gern übernommene Pflicht, alles zu tun, was in ihren Kräften stand, um ihren Kameraden bei dem furchtbaren Geschick, das ihnen zugestoßen war, zu helfen.
General Ha ring ton, Gouverneur von Gibraltar."
Rote Bomben aus Frauen, Kinder und Kranke.
Oer bolschewistische Flieger-Ueberfall auf Saragossa. Ein erschütternder Augenzeugenbericht.
Berlin, 8. Juni. (DNB.) Der „Zeitungsdienst Graf Reischach" meldet aus Pamplona: Vor kurzem wurde Saragossa, ein wichtiges Industriezentrum Spaniens, in geradezu barbarischer Weise von bolschewistischen Fliegern mit Bomben belegt. Vermittelten schon die ersten kurzen Meldungen über das Bombardement dieser dicht besiedelten Arbeiterstadt den Eindruck einer in ihrer Grausamkeit beispiellos dastehenden G r e u e l t a t, so wird dieser Eindruck noch verstärkt durch den Bericht eines Augenzeugen, der zur Zeit des Bombardements in Saragossa weilte und der die Stunden des Fliegerangriffs als die schrecklichsten seines Lebens bezeichnete.
Aus dem Augenzeugenbericht geht zweifellos hervor, daß es die bolschewistischen Flieger nicht nur auf die Zerstörung der industriellen Anlagen abgesehen hatten, sondern vor allen Dingen darauf, durch die Bombardierung von Häuserblocks, Krankenhäusern und offenen Plätzen die Bevölkerung in eine Panik zu versetzen und zu demoralisieren. Die Stadt liegt gänzlich außerhalb der Kampfzone. Von einem militärischen oder strategischen Angriffsziel kann nicht im geringsten die Rede sein. Militärische Objekte sind in Saragossa überhaupt nicht vorhanden.
Der Augenzeugenberichl gibt ein erschütterndes Bild von den furchtbaren Wirkungen der Bombenabwürfe. „Die roten Flieger gingen bis auf geringe höhe herunter. Sie suchten sich ihre Ziele förmlich aus, hauptsächlich waren es, wie ich selber feststellen konnte, belebte Straßen, Arbeitersiedlungen. Eine Bombe schlug in einen Kindergarten ein, wo 16 Kinder getötet und die doppelte Anzahl schwer verletzt wurde. Lin Bild unvergeßlichen Grauens! Zwei Bomben fielen auf ein Hospital. Drei Aerzte, mehrere
Krankenschwestern und einige Kranke wurden getötet. Wie ich erfuhr, schlug die erste Bombe gerade ein, als ein schwer kranker Patient auf dem Operationstisch lag. Infolge des Bombenabwurfs wurde die Operation unterbrochen. Der Patient konnte nicht gerettet werden. Die mörderische Absicht der bolschewistischen Flieger kam brutal zum Ausdruck in einem Bombenabwurf auf eine Badeanstalt. Glücklicherweise verfehlte sie hier ihr Ziel.
Die Bombenabwürfe haben geradezu grauen- erregende Verwüstungen ungerichtet Ich sah Häuser, von denen kaum noch die Grundmauern stehen. Zahlreiche Familien sind obdachlos. Eine genaue Totenziffer hat sich noch nicht ermitteln lassen. Jedoch ist die Zahl der Opfer groß! Unmittelbar nach dem Bombardement wurden photographische Aufnahmen von den Verwüstungen und den einfach entsetzlichen Bildern gemacht, die sich dem Auge boten."
Soweit der Augenzeugenbericht. Das uns vorliegende Bildmaterial gibt eine Anschauung von der beispiellosen Brutalität, mit der die Flieger hemmungslos und in sadistischer Mordgier durch ihre Bombenabwürfe gewirkt haben. Es sind Bilder von ganzen Gruppen getöteterKinber und Frauen. Wir sehen die Wirkungen der Einschläge auf die Kathedrale „La Seo" und die Zerstörungen in dem Wohnviertel der Arbeiter. Es wäre zu wünschen, daß dieses Bildmaterial den politischen Instanzen aller Hauptstädte der Welt zur Einsicht gelangen würde, damit jene unangebrachte Objektivität gegen die Piraten von Valencia endlich durch eine dem tödlichen, wirklichen Ernst der Lage entsprechende Betrachtung der mörderischen Methoden ersetzt wird, mit denen die spanischen Bolschewisten wehrlose Kinder töten.
Wieder zwei Klosterbrüder mkoblenz vor Gerichl
Koblenz, 8. Juni. (DNB.) Die Dritte Große Strafkammer des Landgerichts Koblenz hatte sich am Dienstag wieder mit zwei Fällen sittlichen Vergehens von Klosterbrüdern zu befassen' Der erste Angeklagte, der 42jährige barmherzige Bruder August Bauer, genannt Bruder Fidelis, ist im Kriege viermal verwundet und als pflichttreuer Soldat mehrfach ausgezeichnet worden. Weil er „einen Akt der Menschenliebe erfüllen wollte", ist er mit den idealsten Vorstellungen 1920 bei den heute so Übel berüchtigten Barmherzigen Brüdern in Montabaur eingetreten und machte den üblichen Ausbildungsgang durch. Als er dann bald nach der Niederlassung in Hadamar kam, nahm den völlig Ahnungslosen ein Vorsteher des Klosters, der wenig rühmlich bekannte Bruder Eligius — Bruder Eligius hat es vorgezogen, seinen Aufenthalt nach Holland zu verlegen — „in die Lehre". Und nun erlag auch ein Mann wie Bruder Fidelis, der fromm erzogen war, im Kriege für fein Vaterland gekämpft hatte und von seinen militärischen Vorgesetzten als vorbildlicher Soldat geschildert wird, der Atmosphäre sittlicher Verkommenheit, die im Kloster herrschte. Für die „Gefälligkeiten", die er ausgerechnet dem Brudervorsteher erwies, bekam er von diesem Apfelsinen und andere kleine Geschenke. Einmal verdorben, machte er sich nun an einen Pflegling heran und verübte mit diesem die vom Brudervorsteher erlernten widerlichen Schmutzereien. Erschütternd war es anzusehen, als der jetzt 25jährige Zeuge, an dem als minderjährigem Knaben diese Schandtaten verübt worden waren, bei der Schilderung der mit ihm von den Klosterbrüdern begangenen Gemeinheiten in Tränen aus- brach.
Dre Staatsanwalt befürwortete bei dem Angeklagten, der die ttefste Reue zeigte und seine Verfehlungen offen zugibt, mildernde Umstände, da er im Krieg mehr als seine Pflicht getan habe und offenkundig nur ein Opfer des Klostersumpfes geworden sei. Das Gericht verurteilte ihn unter Zubilligung mildernder Umstände zu einer G e - fängnisstrafe von einem Jahr.
Eine Fülle von Scheußlichkeiten kam in der zweiten Verhandlung zur Sprache, die gegen den 28- jährigen Franziskanerbruder Georg Bengel, genannt Bruder Kreszentius, aus Kärlich bei Koblenz geführt wurde. Der Bruder war im Alter von 19 Jahren in Waldbreitbach eingetreten, hatte 1929 die zeitlichen, 1933 die ewigen Gelübde abgelegt. 1930 kam er nach Köln und hatte im Dom Dienste als Küster zu tun. Auch dieser Bruder Kreszentius war, wie schon so viele andere Brüder, in Waldbreitbach verdorben worden. Sein Verführer hat
sich übrigens noch rechtzeitig vor der strafenden Gerechtigkeit nach Lugano in Sicherheit bringen können. In Köln gab Bruder Kreszentius als Dom- küster feine in Waldbreitbach erworbenen „Kenntnisse" an die mit ihm in Berührung kommenden Pfleglinge, Gehilfen, Messediener und andere weiter. Während einer Dombeleuchtung verging er sich in der scheußlichsten Weise an einem Pflegling. In dem neben der Sakristei des Domes liegenden Bibliotheksaal fröhnte er seinen perversen Gelüsten. In dem der Andacht und der Erbauung gewidmeten Räumen des Domes machte er sich an seine Opfer heran und beging mit diesen Scheußlichkeiten, die zu beschreiben unmöglich sind.
Als der Angeklagte 1936 nach Kreuznach versetzt wurde, fand er dort in Bruder Novatius einen würdigen Genossen seines schändlichen Tuns, der inzwischen ebenfalls den Staub von seinen Füßen geschüttelt hat und im Ausland lebt. Aus dem offenen Geständnis des Angeklagten und den klaren Aussagen der Zeugen entwickelte sich ein so
LPD. Frankfurt a. M., 8. Juni. Im Zuge der Neuordnung des Deutschen Rechts hat der Präsident der Akademie für Deutsches Recht, Reichsminister Dr. Frank, in Zusammenarbeit mit dem Reichsjustizministerium und den beteiligten Partei- unb Reichsdienststellen einen Ausschuß für die E r- neuerung des G. m. b. H. - R e ch t s eingesetzt. Zum Vorsitzenden ist der Prof, für Handels- und Wirtschaftsrecht an der Universität Frankfurt a. M., Dr. Friedrich Klau sing berufen.
Prof. Dr. Klausing eröffnete die Sitzung mit einem Gedenken an den Führer, begrüßte den Reichsminister Dr. Frank, den Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger und den Staatsrat und Oberbürgermeister Dr. Krebs. Dann ergriff
Reichsminister Dr. Frank
bas Wort unb führte etwa folgenbes aus: Dem Ausschuß für G. m. b. H.-Recht fällt eine Aufgabe zu, bie in besonberem Maße Sachkunbe, wirtschaftlichen Weitblick unb rechtspolitischen Takt erfordert. Sie stellt sich in gewisser Hinsicht als eine Fortsetzung ber Arbeiten bar, bie ber Aktienrechtsausschuß so erfreulich bewältigt hat. Nicht in ber Binbung an irgenb ein starres Schema vollzieht sich
grauenvolles Bild sittlicher Verkommenheit, daß viele Zuhörer, die zum erstenmal einer derartigen Verhandlung folgten, entfett erklärten, sie würden nie mehr wiederkommen, sie hätten mehr als genug. Der Staatsanwalt wies auf die ungeheuerliche Blasphemie hin — die nicht die erste ihrer Art ist, denn in den Prozessen sind mehrere ähnliche Entwürdigungen bereits erörtert worden —, mit der der Angeklagte die jedem Christen heiligen Hallen des Kölner Domes als Schauplatz dieser seiner ekelerregenden Schandtaten mißbraucht und entweiht habe. Die Verhandlung habe wieder gezeigt, daß diese klösterlichen Sittlichkeitsverbrecher mit einer Selbstverständlichkeit Dinge schildern, die anderen Menschen unbegreiflich, abstoßend und widerlich erscheinen. Was der Angeklagte gemacht habe, sei für bie ganze Einstellung ber Orbensbrüber charakteristisch. — Das Urteil lautete wegen Vergehens gegen § 175 in vier Fällen auf zwei Jahre sechs Monate Gefängnis. Als ftrafmilbernb würbe berücksichtigt, baß der Angeklagte als junger Mann in den Orden gekommen und der dort üblichen Verführung erlegen fei, sowie sein offenes und reumütiges Geständnis.
die weitgespannte und in die letzten Tiefen unseres völkischen Rechtswvllens und unserer Rechtsüber- 3eugungen hineingreifende Tätigkeit unserer Ausschüsse. Mit dem Abschluß ber gesetzgeberischen Aufgaben im Aktienwesen war ber Zeitpunkt gekommen, auch bie Reform ber übrigen g e - sellschaftlichen Unternehmungen, ins- besonbere der „Gesellschaft mit beschränkter Haftung" innerhalb selbständiger Ausschüsse vorzubereiten. Der Ausschuß wird sich mit der grundsätzlichen Frage zu beschäftigen haben, ob gerade diese eigenartige Associationsform, übrigens eine charakteristische Schöpfung deutscher Gesetzgebungskunst, für alle Zeiten beibehalten werden soll. Ich begrüße es, baß ber Ausschuß auf bie Tagesordnung seiner ersten Sitzung die Frage nach ber Notwen- bigteit ber G. m. b. H. gestellt hat. Er wirb in seinen ersten Beratungen gewiß noch keine enbgül- tigc Antwort darauf geben, vielmehr wirb es einläßlicher Untersuchungen bedürfen, über bie praktische Verwendung ber G. m. b. H. in Jnbustrie, Hanbel und Verkehrswesen.
Nachdem der Minister sich mit der Einmann - gesellschaft, bie mehr als 25 o. H. aller G. m. b. H.s ausmacht, und in kurzen Zügen auch mit ber Familiengesellfchaft dieser Unter»
Ltm die Rechtserneuerung der GmbH.
Reichsminister Or. Frank vor dem Ausschuß für GmbH -Recht in Frankfurt.
nehrnungsforrn beschäftigt hatte, ging er im einzelnen auf bie Aufgabengebiete des Ausschusses näher ein, der sich zunächst auf gesetzgebungspolitische Vorschläge unb Anregungen beschränken wirb. Rich- tungsweisenb wirb babei die Arbeit des Aktien-- rechtsausschusses sein können. Die Ausschüsse der Akademie, so fuhr er fort, dürfen sich niemals einseitig in das Detail ihrer Sonderausgaben verstricken und stets den Blick aus die große Linie eines geschlossenen Erneuerungswer- kes richten müssen. Gleichzeitig mit dem Auftrag zur Bildung eines Ausschusses für G. m. b. H.-Recht habe ich entsprechende Aufträge für den Zusammentritt von Ausschüssen für Personalgesellschaften, Handelsstand- unb Handelsgeschäfte unb für Rechtsfragen des Wirtschaftsaufbaues erteilt. Sie haben ihre Arbeit in lebendiger Fühlungnahme untereinander zu vollziehen.
Was wir im Endziel anstreben ist die neue volkstümliche, wirtschaftsfördernde G. m. b. H., unb ich hoffe, dem Führer in absehbarer Zeit melden zu können, daß die Akademie für Deutsches Recht das weite Feld unserer Dolks- ordnungen in hingebender und folgerichtiger Arbeit unter sorgfältiger Beobachtung der rechtstatsächlichen Gegebenheiten unb aller praktikablen Möglichkeiten untersucht, krittsch gesichtet unb einen nationalsozialistischen Entwurf zu einem neuen G. m. b. H.-Gesetz gefertigt hat.
Zweckmeldung über den Danziger Bischofssitz. Ein Versuchsballon interessierter Kreise.
Danzig, 7. Juni. (DNB.) Das amtliche Organ ber NSDAP, in Danzing, „D e r Danziger V o r p o st e n", beschäftigt sich in großer Aufmachung mit gewissen Meldungen der polnischen Presse, wonach Veränderungen in der Besetzung des Danziger Bischofssitzes be- vorstehen sollen. Es heißt, daß ein großer Teil des katholischen Klerus mit dem derzeitigen Bischof Graf O ' R o u r f e, der irischer Nationalität ist und vordem im Baltikum und in Rußland tätig war, unzufrieden ist. Die polnische Presse hat diese Gerüchte aufgegriffen und dazu benutzt, eine Ankündigung loszulassen, daß der jetzige Bischof zurücktre- ten und durch einen polnischen ersetzt werden soll. Als Kandidat gilt nach den Meldungen der polnischen Presse Prälat Lisiecki, der jetzt in Pelplin seinen Sitz hat. An diese Nomenierung wird die Folgerung geknüpft, daß die Diözese Danzig, die seit der Freistaatsgründung selbständig war, mit der polnischen Diözese Pelpin, die zu Pommerellen gehört, zu einem Bistum verschmolzen werden soll.
Der „Danziger Vorposten" schreibt dazu: „Da ber Danziger Regierung wohl bie Gerüchte über bie Abberufung bes jetzigen Bischofs bekannt finb, nicht aber bie Zuteilung bes Danziger Gebiets unter einen Bischof, der polnischer Nationalität ist unb in Polen refibiert, auch nur in irgenbeiner Form einer amtlichen Danziger Stelle angetünbigt ist, barf man vermuten, baß interessierte polnische Kreise lediglich einen Versuchsbal- l o n gestartet haben. Der barin zum Ausbruck form menbe Wunsch, bie beutschen Katholiken Danzigs unter polnischen Einfluß zu nehmen, paßt nämlich zu den Bestrebungen politischer Kreise in Polen, bie polnische Verwaltung auf Danzig zu erstrecken unb im Danziger Gebiet neue Mittel ber Polonisierung in bie Hanb zu bekommen, um nach ben bisher mißlungenen Versuchen bes Seelenkaufs über die unter polnischer Verwaltung stehende Eisenbahn in Danzig erneut Vorstöße an einer anderen Front zu unternehmen."
Das Blatt betont, daß man nicht über den Kopf der aufgeklärten Danziger Bevölkerung hinweg ohne weiteres Entscheidungen treffen kann, die Lebens-, Herzens- und Svuoeränitätsfragen Danzigs sind. „Deshalb ist anzunehmen", schließt das Blatt, „baß bie gekennzeichneten Pläne, bie zu bestehen scheinen, für eine Verwirklichung feine Aussicht haben werben".
Keine Aenderung der britischen Währungspolitik
London, 8. Juni. (DNB.) Der Schatzfanzler Sir John Simon gab im englischen Unterhaus bie erwartete Erflärung über bie Wäh - rungspolitif ab. Er betonte, baß sich an ber britischen Währungspolittf, wie sie in ber Erflä- rung vor ber Weltreichsfonferenz 1933 unb bem Drei-Mächte-Abfommen vom September vorigen Jahres festgelegt sei, nichts ändern werde. Es sei fein Wechsel in dieser Politif beabsichtigt und auch nichts darüber vor die Weltreichsfonferenz gefommen. Simon erflärte weiter, daß diese Politif auch ben Kauf ober Derfaus von Gold umfasse, um unberechtigte Schwankungen in den Währungskursen zu verhindern. Die Abmachungen des Drei«Mächte-Abfommens hätten zur vollsten Zufriedenheit der beteiligten Regierungen gearbeitet, unb es stehe augenblicklich feine Aenberung zur Erörterung.
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London, 9. Juist. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Frühpresse begrüßt allgemein die Er- flärungen, die der neue Schatzfanzler Sir John Simon über bie Währungs- unb Zollpolitik Großbritanniens am Dienstag im Unterhaus abgegeben hat unb die auf Fortführung der heutigen Währungspolitik abgestellt waren, als befriedigend. Allerdings heben einige Blätter hervor, daß Simon feinen endgültigen Bescheid gegeben, sondern nur von „absehbarer Zeit" gesprochen habe. Diese Tatsache nimmt „Daily Heralb" zum Anlaß, um zu behaupten, Simon habe gestern wohl einen Sieg baoongetragen; diejenigen aber, die England zum Goldstandard zurückbringen wollten, nämlich bestimmte Finanzfreise, die am Gold selbst interessiert seien, würden trotzdem von ihren Bestrebungen nicht ablassen.
Ein Abkommen
zur Regelung des Walfangs.
London, 8. Juni. (DNB.) In London wurde am Dienstag zwischen ben Regierungen ber Süd- afrifanischen Union, ber Vereinigten Staaten von Norbarnerifa, ber Republif Argentinien, bes Australischen Bunbes, bes Deutschen Reiches, bes Vereinigten Königreiches von Großbritannien unb Nordirlcmd, bes Irischen Freistaates, Neuseelands unb Norwegens ein Abfornrnen zur Regelung bes Walfanges unterzeichnet. Das Abkommen will ben Wal burch Schonzeiten unb Schongebiete vor Ausrottung schützen.


