Nr.lZl Erstes Blatt
187. Zahrgang
Mittwoch, 9. Zum 1937
Erlchelm tagltd), autzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustriert« ©tefeener Familienblätler Heimat im Bild Die Scholl» OlonatsiBesugsprets:
Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. . «.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt
Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten
Postscheckkonto:
Kronksurt am Main 11686
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfttatsvuch- und Zteindruckerei R. Lange in Gietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulftratze 7
Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis8'/.UHr des Vormittags
Grundpreise für 1 mm höhe
für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rps., für Textanzeigen von 70mm Breite 60Rpf.,Platzvorschrifi nach vorh Vereinbg.25°/„ mehr.
Ermäßigte Grundpreise:
Stellen-, Vereins-, gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf .Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B
Oer neue 40000-Tonnen-Kreuzer „Blücher" in Kiel glücklich vom Stapel gelaufen.
Gin erhebender Festakt.
Kiel, 8. Juni. (DNB.) In Gegenwart des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder, und zahlreicher Ehrengäste aus allen Teilen des Reiches lief am Dienstagmittag 12 Uhr auf der Werft der Deutschen Werke AG. Kiel der 10000-Tonnen-Kreuzer „G" unter dem Jubel der vielen Tausende glücklich von Stapel. Er erhielt den Namen „B l ü ch e r". Der Stapellauf gestaltete sich zu einem erhebenden Festakt. Kurz vor 12 Uhr traf der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder, in Begleitung des kommandierenden Admirals der Marinestation der Ostsee Admiral Albrecht auf dem Wasserwege am Stapellaufplatz ein. Beim Anlegen wurde er durch den Flottenchef, Admiral Carls, den Festungskommandanten von Kiel, Konteradmiral M e w i s , und den Direktor der Deutschen Werke Middendorf begrüßt. Der Festungskommandant erstattete Meldung. Als der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine mit seiner Begleitung den rechten Flügel der Abordnungen der Landmarineteile passierte, erklang der Präsentiermarsch. Generaladmiral Dr. h. c. Rae - der schritt die Front der Ehrenkompanie ab und begrüßte darauf die in der Blücherkameradschaft zusammengefaßten U e b e r l e b e n d e n des an der Doggerbank gesunkenen großen Kreuzers „Blücher". Dann begab er sich mit der Taufpatin, Frau Erdmann, zur Taufkanzel, die von der. alten und der neuen Reichskriegsflagge flankiert war.
X
W
'ly
/
- -
Erstes Bildtelegramm von der Taufe: der Stapellauf des herrlichen Schiffes. — (Scherl-M.)
Die Taufrede.
Die Taufrede hielt der kommandierende Admiral der Marinestation der Ostsee, Admiral Albrecht, er führte folgendes aus:
Im Aufbau der Kriegsmarine ist heute ein stolzer Tag. Vor unseren Augen steht ablaufbereit der Eisenrumpf eines neuen Kriegsschiffes, des schweren Kreuzers „G". Im Namen der Kriegsmarine und meines Oberbefehlshabers danke ich allen Arbeitern des Kopfes und der Hand, die das vor uns stehende Werk ersannen und erbauten. Wir wollen es nie vergessen, daß die Wehrmacht nur dann in vollendeter Form aufgebaut werden kann, wenn der deutsche Soldat und Arbeiter in guter Kameradschaft Hand in Hand arbeiten.
Der Kreuzer „G" soll auf Befehl unseres Führers einen Namen tragen, der in jedem deutschen Herzen lebhaften Widerhall finden wird, den Namen des Mannes, der vor 130 Jahren in tiefster Erniedrigung die preußischen Fahnen wieder erhob und sie zu neuen Siegen führte. Klar und fest umrissen steht die nordische Führergestalt des Feldmarschalls Fürst Blücher von Wahl statt vor unseren Augen. Noch als Greis war er seinen Soldaten ein leuchtendes Beispiel unbeirrbaren Gottvertrauens, kriegerischen Mutes, zähen Durchhaltens in Not und Gefahr. Er konnte von seinen Truppen Unmögliches verlangen, wenn sein Vorwärts aus seinen blauen Augen blitzte. Die Persönlichkeit des Marschalls Vorwärts ist ein Sinnbild des Angriffgeistes in der deutschen Wehrmacht geworden.
Zum dritten Male soll nun ein deutsches Kriegsschiff den Namen Blücher führen. Mit Stolz und Dankbarkeit gedenken wir dabei des Panzerkreuzers „Blücher", der in der Doggerbankschlacht am 24. Januar 1915 durch überlegenes Artilleriefeuer und Torpedotreffer schwer beschädigt unter seinem tapferen Kommandanten Freqatten-Kapitän Erdmann in heldenhaftem Kampf die Ehre der Flagge hochhielt bis zum ehrenvollen Untergang. 800 deutsche Seeleute ließen hierbei ihr Leben in treuester Pflichterfüllung Die amtliche Darstellung über den Kampf des Panzerschiffes „Blücher" schließt mit folgenden Worten: „Drei Stunden lang, während das Schiff der Brennpunkt einer überwältigenden Feuerkonzentration war, hat es keinen Augenblick aufgehört, das Feuer zu erwidern. Als ein Beispiel von Disziplin, Mut und kämpferischem Geist ist seine Haltung selten übertroffen worden."
Ruhmvolle Tradition verpflichtet! So liegt auch auf dir, stolzes Schiff, ein heiliges Vermächtnis. Sei stets eingedenk derer, die unter deinem Namen in eiserner Manneszucht bis zum Tode ihre Pflicht taten! Fahre glücklich, künde überall in der Welt Macht und Ansehen des Dritten Reiches! Sei tapfer! Wenn man uns einen Krieg aufzwingen sollte, sei der erste am Feinde, kämpfe wie dein Vorgänger im Geiste Blüchers, und Gott gebe dir den Sieg! Sei treu! Sei stets eingedenk der Ehre der Flagge? Setze allezeit alle Kraft ein für das deutsche Volk und unseren Führer Adolf Hitler, dem wir auch in dieser Stunde aus dankbarem Herzen unbedingte Gefolgschaft bis zum letzten geloben, indem wir rufen:
Unser Führer und Oberster Befehlshaber: Sieg Heil!
Die vielen Tausende stimmten begeistert ein. Dann taufte die Witwe des Kommandeurs des Weltkriegs- Panzerkreuzers „Blücher" Frau Erdmann das Schiff mit folgenden Worten: Im Auftrage des F ü y r e r s und Reichskanzlers taufe ich dich auf den Namen „B l ü ch e r". Krachend zerbarst die Flasche deutschen Schaumweins am Bug. Wenige Sekunden der Stille, und dann glitt der Schiffsrumpf glatt und schnell unter der Begeisterung der Menge und den Klängen der Nationalhymnen m sein Element, um bald vdn den Schleppern an seinen Liegeplatz verholt zu werden. Nach dem
Taufakt schritt Generaladmiral Dr. h. c. Raed er mit seiner Begleitung die Ehrenformationen der Verbände ab.
Verpflichtende Tradition.
Damit ist der Name „Blücher" zum drittenmal in der deutschen Marine vertreten. Die Korvette „Blücher" wurde in den Jahren 1876 bis 1878 auf der Norddeutschen Schiffsbau AG. in Kiel gebaut. Sie war zunächst Torpedoversuchs- und Schulschiff, später Wohnschiff, der Torpedoschule in Muerwik. 1908 wurde sie aus der Liste der deutschen Kriegsmarine gestrichen. Das zweite Schiff dieses Namens war der große Kreuzer „Blücher" (15 200 Tonnen), der 1907 bis 1909 auf der kaiserlichen Werft Kiel gebaut wurde und zeitweise als Artillerieschulschiff diente. 1914 trat dieser große Kreuzer zur Flotte und sank am 24. Januar 1915.
Die vier Schlachtkreuzer „Seydlitz", „Moltke", „Derfflinger" und „Blücher" waren zur Doggerbank vorgestoßen, um die vorgeschobenen feindlichen Vorposten zu überraschen. Doch ein Funkspruch, den die Briten aufgefangen und auch mit Hilfe des Telegrarnrnschlllssels des kleinen Kreuzers „Magdeburg" (dieser Schlüssel ist nach der Strandung der „Magdeburg" mit anderen Geheimsachen über Bord geworfen, aber, was man auf deutscher Seite nicht
London, 8. Juni. (DNB.) Wie an zuständiger Stelle mitgeleilt wird, ist zwischen Großbritannien, Deutschland, Italien und Frankreich eine praktische Einigung über die Voraussetzungen erzielt worden, unter denen Deutschland und Italien zur Flottenkontrolle zurückkehren können. Der Text der auszuarbeitenden Note wird in London ausgearbeitet, mit den drei anderen Wachten abgeftimmt und dann den beiden Parteien in Spanien übermittelt werden. Die französische Antwort auf die Fragen der englischen Regierung hinsichtlich der Sicherheitsgarantien für die an der internationalen Kontrolle beteiligten Seestreit- tröffe ist am Dienstag durch den französischen Botschafter in London im Außenaml überreicht worden.
Zuversichtliche Betrachtungen der Londoner Boraenpreffe.
London, 9. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die gesamte Morgenpresse ist sich in ihren Berichten über die Verhandlungen betreffs der britischen Vorschläge darüber einig, daß zwischen den vier Ueber- wachungsmächten in allen wesentlichen Punkten Einigkeit bestehe, so daß jetzt nur noch ein fester Plan ausgearbeitet werden müsse Allgemein wird angenommen, daß die Verhandlungen bereits am Donnerstag in London beginnen werden.
Der diplomatische Korrespondent der „Times" schreibt, die britische Regierung habe nun den Regierungen Frankreichs, Deutschlands und Italiens vorgeschlagen, der bisherige Meinungsaustausch über ein Abkommen über die Sicherheit der Ueber- wachungsschiffe sollte in Form unmittelbarer diplomatischer Konsultationen in London zusammengefaßt werden. In London erwarte man, daß diese Verhandlungen zu einem baldigen Abkommen zwischen den vier Mächten führen würden.
Der diplomatische Korrespondent der „Morning Post" berichtet, daß jetzt ein Kompromiß zu- standegekommen sei, durch das die britischen Ein
wußte, von den Russen aufgefischt und an die Engländer weitergegeben worden) entziffert hatten, veranlaßte den Admiral I e l l i c v e mit starken See- ftreitfräften auszulaufen. Es kam zur Schlacht an der Dogger bank. Ungleich waren die Kräfte verteilt. Wenn auch die deutsche Artillerie ausgezeichnet schoß und dem Gegner hart zusetzte, so konnte sie die Überlegenheit der Engländer nicht wettmachen, zumal auf dem „Seydlitz^ und später auch auf dem „Blücher" Pulverbrände entstanden. Der „Seydlitz" wurde in seiner Kampfkraft geschmälert, blieb aber intakt, doch der „Blücher" verlor zusehends an Fahrt. Er mußte, da es auf deutscher Seite galt, sich einer drohenden Umklammerung durch heranrückende neue britische Streitkräfte zu entziehen, den Kampf allein bis zum bitteren Ende durchfechten. War er auch schon völlig zusammengeschossen, brannte er lichterloh, so gab die wackere Mannschaft nicht nach. Schließlich konnten nur noch die Geschütze im letzten Turm feuern. Schuß auf Schuß wurde hinausgejagt, obwohl das Schiff bereits regungslos dalag, von der britischen Artillerie zusammengetrommelt und mit sieben Torpedos belegt wurde. Doch niemand dachte daran, die Flagge zu streichen. Mit wehender Flagge ging der „Blücher", nachdem er den Rückzug der übrigen Streitkräfte gedeckt hatte, unter.
wände gegen die Forderung individueller Vergeltungsmaßnahmen im Falle eines Angriffes zufriedengestellt worden feien. Man arbeite jetzt eine neue Formulierung aus, die dann Berlin zugestellt werde. Wenn Deutschland zustimme, könne man ein gleiches von Italien erwarten. Obwohl sich Valencia und Burgos bisher ziemlich halsstarrig gezeigt hätten, bestehe doch Hoffnung, daß auch sie z u st i m m e n würden.
Der diplomatische Korrespondent des „Daily Herald" erklärt, der nächste Schritt auf dem Wege zum normalen Funktionieren des Nichteinmischungsausschusses bestehe in einem kleinen „Botschafterausschu ß", dem der französische, italienische und deutsche Botschafter sowie der britische Außenminister angehörten, und der dis Aufgabe haben werde, die Vorschläge der britischen Regierung auf einen annehmbaren Nenner zu bringen. In allen Punkten scheine jetzt Einigkeit zu bestehen. Der Nichteinmischungsausschuß werde dann den Vorschlag der Botschafter in die endgültige Fassung bringen. Es sei anzunehmen, daß der Nichteinmischungsausschuß dem Vorschlag zustimmen werde.
„Sv auf wie aeewiat."
Delbos' Bericht int Ministerrat.
Paris, 9. Juni. (DNB. Funkspruch.) Der „Matin" berichtet über die außenpolitische Berichterstattung, die Außenminister D e l b o s im Ministerrat am Dienstag gab, und in der er in Ueber- einstimmung mit den verschiedenen Presseankündigungen mitteilte, daß sich Deutschland und England in der spanischen Ueberwachungsfrage s o g u t w i e geeinigt hätten. Es sei eine Vergleichslösung zuständegekommen, die die Einrichtung von Sicherheitszonen und die vorherige Befragung der Mächte im Angriffsfalle vorsehe. Minister D e l- b o 5 habe vor seinen Kollegen auf die Schwierigkeit hingewiesen, die die Abgrenzung zwischen den von deutscher Seite geforderten Notwehrrecht einerseits und die der Notwendigkeit einer gegenseitigen Befragung anderseits biete. Nach Ansicht des französischen Außenministers seien aber diese Schwierigkeiten nicht unüberwindlich.
Einigung in der Lleberwachungssrage.
Llebereinstinnnunq in allen wesentlichen punkten.
IasZeichenderKemidschast
Arn 1. Mai d. I. stiftete der Führer und Reichskanzler den „V e r d i e n st o r d e n vorn Deutschen Adler". Im Artikel 1 der Satzung heißt es, daß dieser Orden zur Ehrung ausländischer Staatsangehöriger verliehen werden soll, die sich um das Deutsche Reich verdient gemacht haben. Seine höchste Stufe ist das Großkreuz, während die übrigen vier Gruppen des Ordens als Verdienstkreuze bezeichnet werden. Wenn nunmehr der italienische Regierungschef diese größte Auszeichnung erhielt, die das nationalsozialistische Deutschland zu vergeben hat, so ist dieser Akt das Sinnbild einer doppelten Ehrung. Denn einmal wird dadurch der hohe innere Wert offenbar, der dem neugeschaffenen Orden eignen soll. Alle Männer, die späterhin mit dem Großkreuz ausgezeichnet werden, wie soeben der jugoslawische Ministerpräsident und Außenminister Dr. S t o j a d i n o w i t s ch , werden auch die Ehre zu schätzen wissen, daß Mussolini der erste Träger des Ordens war. Zum andern aber bedeutet der Verleihungsakt auch für den Schöpfer des faschistischen Italiens eine außergewöhnliche Anerkennung, ja mehr als bas, eine Würdigung von histori- fckem Rang. Nicht nur die Tatsache, daß der Duce als erster Staatsmann das Großkreuz vom Deutschen Adler erhält, sondern auch die Form, in welcher der Führer diese Handlung vorgenommen hat, berechtigt zu einer solchen Feststellung. In der Urkunde, welche der deutsche Botschafter in Rom überreicht, fehlen die üblichen Sätze, die der internationale Verkehrston sonst bei ähnlichen Gelegenheiten vorschreibt. Ihr Inhalt hat vielmehr ein ganz persönliches Gepräge. Statt der Routine des Kanzleibeamten spüren wir die Handschrift des Führers. Der Orden soll nicht nur ein Sinnbild des deutsch-italienischen Einvernehmens, sondern mehr noch das Zeichen einer persönlichen Freundschaft zwischen Adolf Hitler und Mussolini sein. Das Siegel, mit dem später einmal das Kapitel der europäischen Nachkriegsgeschichte abgeschlossen wird, wird die Namen dieser beiden Männer tragen.
Es sind nicht die verschlungenen, zufallsreichen Wege der Tagespolitik, welche den Führer und den Duce einander nahegebracht haben. Sie fanden sich im letzten Grunde wohl als Beauftragte einer höheren Macht, als Vollstrecker des Lebenswillens ihrer jungen Völker, als Träger einer Mission, die das Schicksal befahl. Schon 1922 gelangte der Faschismus zur Macht, der Nationalsozialismus erst 1933. Aber wie wesensverwandt trotz der Verschiedenheiten im äußeren Ablauf der Ereignisse dieser Kampf um die völkische (Erneuerung in Deutschland und Italien war, das hat niemand früher erkannt als Adolf Hitler, lieber die Gedanken, die Adolf Hitler in dem entscheidenden Jahre 1923 bewegten, schreibt er in seinem Kampfbuch folgendes: „In dieser Zeit faßte ich tiefste Bewunderung für den großen Mann südlich der Alpen, der in heißer Liebe zu seinem Volke mit den inneren Feinden Italiens nicht paktierte, sondern ihre Vernichtung auf allen Wegen und mit allen Mitteln erstrebte. Was Mussolini unter die Großen dieser Erde einreihen wird, ist die Entschlossenheit, Italien nicht mit dem Marxismus zu teilen, sondern, indem er den Internationalismus der Vernichtung preisgab, das Vaterland vor ihm zu retten."
Die Straßen der internationalen Politik, auf denen sich Deutschland und Italien in den folgenden Jahren bewegten, führten oft auseinander, und manchmal kreuzten sie sich. Es kam die Annäherung im Jahre der nationalsozialistischen Revolution und es kam der Tag von Stresa, an dem Italien scheinbar in die Front unserer Gegner einschwenkte. Aber es folgte dann im Juni 1934 der Besuch des Führers in Venedig, und das Band, das damals im Park der Villa Reale von beiden Männern in ernster Zwiesprache geknüpft wurde, ist schließlich immer fester geworden und hat sich heute zur Achse der europäischen Politik entwickelt. Das österreichische Zwischenspiel, das vorübergehend einen Schatten auf den gemeinsamen Weg warf, wurde am 11. Juli vorigen Jahres beendigt. Die Störungsoersuche, die von dritter Seite unternommen wurden, um die deutsch-italienische Freundschaft zu sprengen, sind gleichfalls gescheitert. Die Welt wird künftig damit rechnen müssen, daß das Verhältnis zwischen Berlin und Rom nicht allein von wirtschaftlichen und machtpolitischen Interessen bestimmt ist. Ev.
Die votmsch-ruimmsche Zusammenarbeit.
Anerkennung Moscickis für die Haltung der rumänischen Jugend.
Warschau, 9. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die Presse veröffentlicht auch weiter ausführliche Berichte über den Aufenha11 des polnischen Staatspräsidenten in Bukarest. Während eines Empfanges habe, so berichtet die "PAT", der polnische Staatspräsident sich mit einer Reihe hervorragender Persönlichkeiten unterhalten. Auch König C a ro l habe eine lange Aussprache mit dem polnischen Außenminister gehabt.
Die halbamtliche Agentur Iskra schreibt, daß der polnische Staatspräsident besonders die Haltung der rumänischen Jugend anerkannte, die er während des Jugendfestes im Bukarester Stadion kennen lernte. Man habe das Stadion mit der starken Ueberzeugung verlassen, daß das Schutzbündnis zwischen Polen und Rumänien in der jungen Generation genau so stark verankert sei, wie in der Auffassung ihrer Schöpfer.


