Ausgabe 
8.12.1937
 
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Aus -er engeren Heimat

soll die Verdunkelungsoorrichtung

§ Alsfeld,

Vortrag des Kameraden Lehrer Keller über

der

den U-Bootkrieg. Der Vortragende schilderte zuerst

Verlauf des U-Bootkrieges, wie er immer mie­

den

Neues für den Büchertisch

Weihnachtsferien fertig sein.

Kreis Alsfeld.

5. Dez. In der ersten Vortrags-

von denen die erste den Buchtitel gegeben hat. In der Geschichte von den Königsmarcks wird das Le­bensschicksal des schwedischen Feldherrn Graf-

Es liegt noch nicht sehr viele Jahre zurück, daß an der Möglichkeit gezweifelt wurde, das Flugzeug

bringen wird. Dem wachsenden Bedürfnis für die Benützung des Flugzeuges im Passagier-, Fracht- und Postverkehr kommt die Flugzeugbauindustrie durch den Bau von Großraumflugzeugen entgegen, und diese wieder sind für die interessier­ten Kreise ein Anreiz für noch stärkere Benutzung.

Die Deutsche Lufthansa hat im Jahre 1936 232 000 zahlende Fluggäste auf ihren Linien befördert, das ist beinahe die Hälfte mehr als im Vorjahre. Diese bedeutende Zahl Fluggäste wohlgemerkt zahlende bezieht sich auf 85 600 000 Fluggastkilometer, die in dem genannten

nachten einen Elternabend verunstalten. Es ist besonders begrüßenswert, daß sie es sich zur Auf­gabe gemacht haben, drei Stücke von Hans Sachs, dem Altmeister mittelalterlicher Theaterkunst, zu spielen. Es gelangen zur AufführungDer tote Mann",Der Krämerskorb" undDer fahrende Schüler im Paradies". Außerdem werden zahlreiche Mundartgedichte und drei- und vierstimmige Kin­derchöre vorgetragen. Auch die Unterklasse wartet mit einigen netten Darbietungen auf. Der Schul­saal der Ob er kl ässe soll jetzt mit einer erst­klassigen Verdunkelungsoorrichtung für Filmvorführungen versehen werden. Es damit ein langgehegter Wunsch der Schule dank des Verständnisses der Gemeindebehörde in Erfüllung. Bis zur Wiederaufnahme des Unterrichts nach den

Generalober st Wilhelm Heye: Die Gelschichte des Landwehrkorps im W e l t k r i e,g. Zwei Bände mit insgesamt 95 Bil­dern, 58 Karten und Skizzen und 11 Kriegsgliede­rungen. Preis in Ganzleinen geb. 18,80 RM. Ver­lag Wilhelm Gottl. Korn in Breslau. (399/400.) Das Landwehrkorps ist der einzige nur aus Landwehrtruppen gebildete Korpsverband, der wäh­rend des Weltkrieges innerhalb des deutschen Heeres Verwendung gefunden hat. Diese Ausnahmestellung rechtfertigt es, daß ein in Krieg und Frieden so hervorragend bewährter Soldat wie Generaloberst Heye, der von 1914 bis Ende 1917 Chef des Gene­ralstabes des Landwehrkorps gewesen ist und sich später als Chef der Heeresleitung des Hundert­tausendmann-Heeres für Erhaltung der Wehrkraft in unserem Volke in schwierigster Zeit eingesetzt hat, den außerordentlichen Leistungen des .Land­wehrkorps eine bis ins Einzelne gehende Darstel­lung widmet. Diese Leistungen sind schon deshalb bewundernswert, weil das Landwehrkorps, das sich unter der Führung des Feldmarschalls von Woyrsch auf den Schlachtfeldern des östlichen Kriegsschauplatzes unsterblichen Ruhm erringen sollte, ursprünglich lediglich zum Grenzschutz ' in

Wirtschastssragen des Luftverkehrs. Don Or. Ernst Kredel.

Landkreis Gießen.

y. Staufenberg, 6. Dez. Gestern abend ver­anstaltete die Heimatoereinigung Stau­fenberg bei vollbesetztem Saale eine wohlgelun­gene Nikolaus-Feier. Der Choistbaum brannte, wohl zum erstenmal in dieser Adventszeit. Der Ver­einsführer, Dekan i. R. Gußmann (Gießen) er­öffnete den Abend mit einer herzlichen Be- grüßungs: und Adventsansprache, woran sich das ge­meinsam gesungene LiedStille Nacht" anschloß. Gartenbauarchitekt Schwarz (Gießen) las zwei selbst verfaßte Weihnachtslegenden vor, worauf das gemeinsame Lied vom,, Tannenbaum", dessen Blät­ter auch im Winter grün sind, folgte. Alle Lieder wurden vom Schwiegervater des Vortragenden, Lehrer i. R. Lindemann (Gießen), auf dem Klavier stimmungsvoll begleitet. Dann erschien der mit Spannung erwartete Nikolaus zu großer Freude von jung und alt. Er sagte nicht nur man­chen die ernste Meinung, sondern brachte auch Ge­schenke mit, 'ine viele Anwesende dankend in Emp­fang nahmen. Darauf folgte eine Verlosung von etwa 20 blühenden Blumenstöcken. Da ein Los nur 10 Pf. kostete, und der Reinerlös, wie der Vor­sitzende mitteilte, dem WHW. zur Verfügung gestellt werden wird, fanden die Lose guten Abgang, und die glücklichen Gewinner machten frohe, stolze Ge­sichter. Der Vorsitzende dankte zum Schluß dem regen Vorstandsmitglied Schwarz (Gießen) für die geschmackvolle Tischdekoration usw. Mit dem Gedenken an den Führer und der Bitte, der Hei­matvereinigung doch als Mitglied beizutreten, und für den Anschluß bei anderen zu werben, schloß er die gelungene Feier.

§ Lumda, 7. Dez. Mit dem ersten Kamerad­schaftsabend am Samstag begann die hiesige Krie­gerkameradschaft ihre diesjährige Winter­arbeit. Im Mittelpunkt des Abends stand ein fesseln­

der abgestoppt, und kaum ja ganz zur vollen Wir­kung kommend, durch die Fehler der politischen Leitung zum Zorn der Front sein Ziel nicht errei­chen konnte. Um die U-Bootstaten zu verstehen, gab er dann einen kleinen Einblick in die Technik des U-Bootes und in das Verfahren beim U-Boots­angriff. Im zweiten Teil seines Vortrages sprach Kamerad Keller über die englischen Abwehrmaß­nahmen, insbesondere über die berüchtigte U-Boot- falle des englischen Admirals Campbell. Zum Schluß folgten einige U-Bootstaten, um zu zeigen, wie unsere U-Bootsmannschaften fuhren, kämpften, lebten und starben, um den Krieg für unser Vater­land zu gewinnen. Der Kameradschaftsfüh­rer berichtete über den Kreisverbandstag und gab bekannt, daß in jedem Monat eine größere Ver­anstaltung stattfinden wird. Welch großes Interesse an diesen Gemeinschaftsabenden besteht, beweist der Umstand, daß die Kameradschaft fast vollzählig er­schienen war. Durch den Bau der Reichsautobahn wird auch unser Schieß st and in Mitleidenschaft gezogen. Der Kreisführer hat sich bereiterklärt, sich mit der OBK. wegen Bau eines neuen Schieß­standes in Verbindung zu setzen.

Ettingshausen, 7. Dez. Die Schüler der hiesigen Volksschule wollen noch vor Weih-

Landwehrkorps, das in Generaloberst Heye einen beredten Künder seiner Taten gefunden hat. Aber der Generaloberst, der seine trotz vielen Einzel­heiten sehr klar aufgebaute und auch für den an diesen Kämpfen nicht beteiligten Frontsoldaten leicht verständliche und höchst eindrucksvolle Dar­stellung durch eine man darf wohl sagen bei­spiellose Fülle instruktiver, in besonderen Taschen lose beigefügter Karten und Skizzen unterstützt, ist sich über die Grenzen der Leistungsfähigkeit solcher improvisierter Formationen bei ihrer Ver­wendung im Felde sehr wohl im klaren. Sowohl dieser Gesichtspunkt, wie das aus der Aufgabe des Landwehrkorps namentlich im ersten Kriegsjahr ich ergebende Zusammenwirken mit dem österreichi- chen Bundesgenossen, macht das Studium dieses chönen Werkes auch für die allgemeine Kriegs­lehre in besonderem Maße fruchtbar.

Dr. Fr. W. Lange.

Das Ende der Königsmarcks. Von Otto Freiherr von Taube. (Verlag Friedrich Stollberg, Merseburg. Gebd. 2,80 RM.). (327) Das treffliche Buch enthält vier Erzählungen,

selbstverständlich geworden, daß es nicht mehr Auf­gabe des Luftverkehrs ist, die eigene Daseinsberech­tigung nachzuweisen, sondern die privatwirt­schaftliche Rentabilität zu erlangen. Wie sehen nun auf diesem wichtigsten Gebiet des Luftverkehrs die Dinge aus? Keiner der Luftver­kehr treibenden Staaten hat die Entwicklung schon so weit vorgetrieben, daß er die Kosten des Ver­kehrs durch eigene Einnahmen aus Post-, Frgcht- als vollwertige; ungleichberechtigtes Verkehrsmittel. U Ä

die moderne^ Verkehrswirtschast einzugliedern. . $Qni) nötig Bei Betrachtung des geschilderten Auf- < .stieges ist es jedoch nur eine Frage der Zeit, daß

Jahre zurückgelegt wurden. Vor zwölf Jahren wur­den dagegen bei einer nur 1583 000 Kilometer be­tragenden Jahresflugstrecke erst 13 422 Fluggäste befördert. Die Entwicklung des Luftfracht­verkehrs ist gegenüber den Anfangs- und Erfahrungsjahren des Luftverkehrs in gesunder Aufwärtsbewegung geblieben. Zahlen zu nennen, würde zu weit führen; es handelt sich ja bei dieser Betrachtung nur um einen skizzenhaften Ueberblick; aber einige Hinweise sind doch sehr aufschlußreich. Das Flugzeug ist an der Ausfuhr aus Deutschland nach folgenden Ländern beteiligt: England, Frank­reich, Belgien, Spanien, Portugal, Niederlande, Skandinavien, Schweiz, Polen, Oesterreich, Italien, (Ausfuhr 515 Tonnen, Einfuhr 238 Tonnen). Als wichtigste Warengruppen im Verkehr mit diesem Ausland sind zu nennen: Bekleidung, Auto- und Maschinenteile, Filme, optische und Elektrogeräte, Leder, Pelzwaren, Chemikalien, Farben, Druck­sachen, lebende Tiere, Blumen, Lebensmittel. Als letzter Zweig des Luftverkehrs sei noch der Luft­post verkehr erwähnt, der im Jahre 1936 auf den Strecken der Lufthansa eine Beförderungs­leistung von 2 047 527 Kilogramm erreichte, die eine Aufwärtsveränderung gegen 1935 von Über dem Doppelten darstellt.

Eisenbahn und Post sahen in dem sich neu

wick-lnd-n Verkehrszweig den mettbemerber, her ' e[0^itei)e "entÄnrSoftVn und

S?aufrnann mißtraute dem 1 ungen Verkehrsmittel j ginnafjmen jn ein kaufmännisches Gleichgewicht als Postuberbringer und Frachttrager, der Reisende I 1 _:.a für hio zog die nach seiner Auffassung sichere Eisenbahn

oder jedes andere landesübliche Fahrzeug demge­fährlicheren" Flugzeug vor, die Politik, von alten Gesichtspunkten territorialer Hoheitsrechte aus- ' gehend, konstruiertenationale" Lufträume, die das auf zwischenstaatlichen und Schnellverkehr angewie­sene Flugzeug in feiner Wirkungsmöglichkeit be­schränkten, Ozeanflüge und Flugerpeditionen in ferne Länder wurden als Angelegenheiten der un­ternehmenden Männer angesehen, deren Triebfeder Ehrgeiz, bestenfalls wagender Mannesmut war.

Es liegen nur wenige Jahre zwischen damals und heute; aber es ist in all diesen Auffassungen ein bemerkenswerter Umschwung eingetreten. Heute würde es niemand wagen, die Gegenwartsbedeutung des Flugzeuges als Verkehrsmittel zu bestreiten und Zukunftsmöglichkeiten in Zweifel zu ziehen; die Gleichberechtigung mit den Verkehrsmitteln alter Art ist erkämpft worden, und der volkswirtschaft­liche Wert von Flugzeug und Luftverkehrszweig gilt als erwiesen: Die Ozeanflüge erfahren ihre Wür­digung als Schrittmacher der seit Anfang 1934 regelmäßig und verkehrsmäßig von der Deutschen Lufthansa beflogenen Transozeanstrecke Europa Südamerika und der in Vorbereitung befindlichen nördlichen Strecke EuropaNeuyork. Es ist durch­aus kein Widerspruch, wenn gerade eine Trans­ozeanstrecke, nämlich die südliche, obwohl sie erst drei Jahre in Betrieb ist, der Eigenwirtschaftlichkeit am nächsten kommt; diese Tatsache ist lediglich die Folge der ausschließlichen Einstellung auf die Post­beförderung, die bei einmal feststehenden Unkosten einen hohen Gewinn abwirft. Wer wagte an ein solches Ergebnis zu denken, als vor erst 10 Jahren Köhls Ost-Weft-Ozeanflug glückte?

In der Politik hat sich bei der Behandlung von , Luftverkehrsfragen eine grundsätzliche Wandlung durchgesetzt; wir finden überall in Europa eine Zu­sammenarbeit der Nationen auf breiter und gesun­der Grundlage. Gewiß ist entsprechend der Eigen­schaft der Regierungen als Subventionsgeber die Luftverkehrspolitik vielfach auch von nationalen Richtlinien und Forderungen abhängig, während für die Errichtung von Flugstrecken eigentlich nur wirtschaftliche in Frage kommen sollten; aber von diesem einen Punkt abgesehen ist doch Überall die enge territoriale Auffassung des Luftverkehrs als einer staatlichen Einrichtung einer solchen gewichen, die dem Flugzeug als zwischenstaatlichem Berkeyrs- mittel entspricht. Um ein Beisviel zu nennen: von den 50 840 Starts der Lufthansaflugzeuge im Plan- verkehr 1936 erfolgten etwa 12 000, also nicht ganz ein Viertel im Ausland (Holland, Dänemark, Eng­land, Frankreich, Schweiz, Danzig, Oesterreich, Tschechoslowakei, Ungarn, Belgien, Jugoslawien, Spanien, Bulgarien, Italien, Polen, Schweden, Griechenland, Norwegen, Portugal, dazu Afrika und Südamerika), während ausländische Luftver- rehrsaesellschaften in Deutschland etwa 11000 Starts durchführen.

Auch Eisenbahn und Post haben ihre Auffassung geändert und betrachten das Flugzeug als ergän­zendes Mittel, das da auftritt, wo Land und Meer unüberwindliche natürliche und damit auch zeitliche Hindernisse entgegenstellen; nicht mehr Konkur­renz heißt das Stichwort, sondern Zusammen­arbeit. Auf dem erwähnten transozeanischen Großluftweg der Deutschen Lufthansa nach Brasi­lien-Chile fliegen monatlich 500 000 bis 600 000 Briefe hinüber und herüber, die doch auch eine Be­lebung der Post darstellen, abgesehen von dem Be­weis, daß der Kaufmann die wirtschaftliche Bedeutung des Flugzeuges als Postträger auf den großen Ueberseestrecken jetzt erkannt hat und der Sicherheit, Pünktlichkeit und Regelmäßigkeit des neuen Verkehrsmittels vertraut.

Wie weit das reifende Publikum feine innere Einstellung gegen das gefährlich erscheinende neue Beförderungsmittel geändert hat, dafür spricht die Zahl der Starts der Lufthansaflugzeuge im Planoerkehr 1936, die, wie oben angegeben, über 50 000 beträgt. Wir werden nachher noch sehen, daß die Starts auch ihren wirtschaftlichen Zweck erfüllen und die Flugzeuge von Passagieren, Post und Fracht benützt werden. Nach dem Statistischen Jahresbuch von 1926 gelangten im gesamten deut­schen Tagverkehr des Jahres 1924 (um ein belie­biges Jahr aus der Zeit des Luftverkehrsaufbaues zum Vergleich herauszugreifen) 4198 Starts zur Ausführung. Dabei ist zu Ungunften des Ergebnisses von 1924 noch anzumerken, daß laut Flugplan 4972 Starts vorgesehen waren, also 774 unausge­führt blieben. Das kommt nun heute äußerst selten vor; denn die flugplanmäßigen Flüge werden durch­geführt ohne Rücksicht auf Wetter und Jahres- oder Tageszeit. Jn Prozenten ausgedrückt, würde das eine Regelmäßigkeit des Luftverkehrs im Jahre 1924 von 84,4 v. H. bedeuten, während die von der Lufthansa angegebenen entsprechenden Zahlen der Jahre 1935 und 1936 mit 95,2 v. H. und 96,2 v. H. der absoluten Regelmäßigkeit nahekommen.

Neben der Verbesserung der Flugzeug- und Motorenkonstruktion ist diese zu­nehmende Regelmäßigkeit den Fortschritten der Funktechnik und der Flugnaviga­tion zu verdanken. Aber auch die Organisation ist weiter fortgeschritten, und die Erfahrungen der flie­genden Besatzungen und des Bodenpersonals sind größer geworden. So hat die im vergangenen Flugjahr auf manchen Strecken überdurchschnittlich schlechte Wetterlage nicht etwa, wie man annehmen könnte, eine größere Zahl von Außenlandungen im Gefolge gehabt. Den Fortschritt maa wieder eine Zahlengegenüberstellung veranschaulichen: Auf eine Million Flugkilometer berechnet betrug die Anzahl der unvorhergesehenen Landungen außerhalb der Flugplätze (Außenlandungen) im Jahre 1931 noch 8,8; im vergangenen Jahre 1936 waren es nur 1,4. Und Unfälle blieben entsprechend der techni­schen und organisatorischen Durchbildung des Luft­verkehrs auf ein geringes Maß beschränkt: auf 4,2 Millionen Flugkilometer entfiel ein Flugzeugunfall mit tödlich verletzten Insassen. Das stärker werdende Vertrauen des Publikums wirkt sich denn auch wie­der psychologisch dahin aus, daß der Kreis der das Flugzeug Benutzenden immer weiter wird: Es be­trug z. B. die Ausnutzung der Flugzeuge im Jahre 1935 44,2 v. H. gegenüber 52 v. H. im Jahre 1936.

So ist jetzt auf Grund solcher Ergebnisse und Erfolge eine allen Bevölkerungskreisen gemeinsame Auffassung

Schlesien bestimmt gewesen war und auch, nachdem _____... ____v__v......... ...

seine Ausgabe dahin erweitert worden war, beim | nigsmarcf geschildert, der aus den Diensten Vormarsch in Polen den linken Flügel der Oester- Karls XI. von Schweden ausscheidet und bann im reicher zu decken undihm, mit sich fortreißend, 1 Dienste des Dogen von Venedig gegen die Türken dauernden Impuls zur Offensive zu geben" noch kämpft, zum Zerstörer der Akropolis wird und an in keiner Weife für eine solche Offensive ausgerü- der Pest stirbt. Die zweite Erzählung führt nach stet war. Trotzdem ist die schlesische Landwehr in Spanien zur Zeit König Philipps IV. und zur Zeit blutigem Ringen und strapazenreichen Märschen der Ermordung Wallensteins; sie gibt in der No- schnell zu einer Fronttruppe ersten Ranges gewor-; volleDer Sieg Don Alonso Gureas" ein feines den, die, vor welche Aufgabe sie auch gestellt wurde, Bild von dem Leben eines von eitler Ichsucht ge- für die Verteidigung der Heimat auch das Letzte i läuterten Dichters. Sodann wird der Leser in der hergegeben hat. Die Schlacht bei Tarnanka, der. NovelleDie Nonne und der Capirote" Zeuge des Rückzug bis zum Dunajec, die Schlachten vor Ivan- vergeblichen Kampfes des Bösen gegen das' Gute, goroö, Czenstochau, die Verfolgung nach dem Durch- Den Abschluß des Buches bildet die NovelleDer bruch von Gorlice-Tarnow, die Schlacht bei Slonim Metzgerbub und die Herzogin"; sie versetzt' den und die schweren Kämpfe um Baranowitschi sind Leser in das fröhliche Stuttgart zur Zeit des Her- unvergängliche Ruhmesblätter in der Geschichte des j zogs Eberhard III. im Jahre 1654. Alle Erzählun-

veranstaltung der NS.-Kulturgemeinschaft Alsfeld im Rahmen der NSG.Kraft durch Freude" sprach im dichtbesetzten Saale desDeutschen Hauses" der Gaupropagandaleiter des Reichskolo­nialbundes im Gauverband Hessen-Nassau, Wirt­schaftstreuhänder Baller (Frankfurt a. M.) überDeutschlands koloniale Forde- r u n g e n". Der Ortsverbandsleiter schloß die er= hebenoe Kundgebung mit einem Aufruf zum Ein­tritt in den Reichskolonialbund in der üblichen Weife. Ein neues Lichtspieltheater wird demnächst unsere Stadt erhalten. Der stattliche Neubau in der Hindenburgstraße, den der Inhaber des seitherigen, in der Turnhalle untergeb rächten Kinos, errichtet hat, und der allen neuzeitlichen Anforderungen entspricht, wird in der ersten Hälfte des Monats Dezember eröffnet werden.

. Homberg, 7. Dez. Gendarmerie-Wacht­meister i. R. Müller und Ehefrau konnten dieser Tage im Kreise ihrer Angehörigen in körperlicher und geistiger Frische das Fest der Goldenen Hochzeit begehen. In der Stadthalle fand ein Bunter Aden d" statt, der von einer an der Reichsautobahn beschäftigten Firma bzw. deren Ar­beitern zu Gunsten des Winterhilfswerkes veranstaltet wurde. Musikalische Darbietungen, humoristische Vorträge und Soli füllten den Abend aus. Die Hörfolge fand lebhaften Beifall. Der ge­samte Erlös fließt dem Winterhilfswerk zu.

Kreis Wetzlar.

CD Krofdorf-Gleiberg, 7. Dez. Zur Zeit weilt die Oefterreichifche Volksbühne unter Leitung von Maria Größter zu einer Gastspielwoche im hiesigen Ort. Die zwölfköpfige Theatergruppe gibt ihre Vorstellungen, darunter auch zwei für die Dorfjugend, im Saalbau Bender. Der erste Spielabend ging vor vollem Saal vvn- ftatten. Die zur Aufführung gelangenden Stücke tragen volkstümlichen Charakter und stehen im Zei­chen von Volkstrachten, Volksgesang und -lied und Volkstänzen. Die Truppe weilte schon einmal vor drei Jahren mehrere Monate lang hier und gab außer im Orte auch in den Nachbardörfern Vor­stellungen. Sie brachte viel Freude ins Dorf und steht daher hier in gutem Andenken.

gen sind interessant und fesseln den Leser bis zur letzten Zeile. Ernst Blumschein.

Die Schwedenorgel. Erzählung von Siegfried Berger. (Verlag von Friedrich Stoll­berg, Merseburg. Gebd. 2,80 RM.). (326) Eine feinsinnige Geschichte von einer alten Orgel im Kirchlein eines Dörfchens im Harz und von ihrer Nachfolgerin, die wegen ihrer Kostendeckung aus dem Ertrag einer Konzertreise nach Schweden, die der ganz in der Musik aufgehende junge Dorf­kantor, Musikgelehrte und Geigenkünstler zur Er­langung von schwedischen Kronen unternommen hat, dieSchwedenorgel" genannt wird. Die Hand­lung spielt in den ersten Nachkriegsjahren, da in Deutschland die Inflation schwer auf allem lastete und besonders hart auch das arme Dörfchen im Harz mit dem Kirchen-Patron, dem freiherrlichen Gutsbesitzer, traf. Die Menschen und die Zeitver­hältnisse sind mit viel Verständnis und mit feinem seelischen Erfassen geschildert, daneben ist der edley Musica ein besonderer Ehrenplatz in der Erzählung eingeräumt. Das Buch schenkt seinem Leser Stun­den voll schönem Erleben und voll Freude an einem guten Werk. Ernst Blumschein.

Gustav Schwab: Die schönsten Sa­gen d e s klassischen Altertums. Neube­arbeitet von Dr. Theodor Bohner mit 37 Zeich­nungen im Text und 8 Bildtafeln. Preis in Ganz­leinen gebunden 4,80 Mark. Verlag Ullstein, Ber­lin. (431) Was uns hier in neuem und man darf wohl auch sagen in schönerem Ge­wände entgegentritt, ist ein guter alter Bekannter aus unserer Jugendzeit, der uns damals fast spie­lend den Zugang zu den Götter- und Heldenmythen der Alten geebnet hat. Gustav Schwab war in der

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ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts Theologe in Stuttgart. Sein Landsmann David Friedrich Strauß hatte ihn mit feinem BuchDas Leben Jesu" in schwere innere Konflikte gebracht, mit denen er auf einer kleinen Landpfarre auf der Schwäbischen Alb fertig zu werden suchte. Hier schrieb er nach griechischen und römischen Dichtern sein berühmtestes BuchDie schönsten Sagen des klassischen Altertums", das heute noch zu jedem spricht, der für die Gaben einer unerschöpflichen Phantasie empfänglich ist. Theodor Bohner hat mit aller Achtung vor der Eigenart des Werkes nur das einer sorgfältigen Bearbeitung unterzogen, was vielleicht heute bei der im allgemeinen geringeren Kenntnis der antiken Vorstellungswelt einer Er­gänzung ober Erläuterung bedurfte. Ein kurzer Abriß der antiken Götterlehre unterstützt das Be­streben, das Buch auch heute wieder zum Allgemein­gut unseres Volkes zu machen. L.

Bruno Brehm: Soldatenbrevier. Mit 14 Bildern, Preis in biegsamem braunem Lei­nen 2,80 RM. im Tieck-Verlag, Wien I, Seiler­stätte 22. (300) In geschmackvollem Gewände, das auch den Anspruchsvollen zufriedenstellen muß, repräsentiert sich hier ein bunter Strauß ernster und heiterer, philosophisch nachdenklicher, poetisch gehobener, sachlich schildernder Sentenzen, die alle um den Soldaten und das Kriegshandwerk kreisen. Keineswegs nur Leute vom Bau, Feldherren wie Hindenburg, Erzherzog Karl, Krauß, Moltke, Fried­rich der Große, Gneisenau, Napoleon oder berühmte Wissenschaftler der Kriegskunst wie Clausewitz und Schlieffen haben sich hier zusammengefunden, nein Dichter aller Völker und Zeiten kommen zu Wort und darunter manche, die man in dieser Verbin­dung zu treffen überrascht und erfreut ist, und schließlich der schlichte Mann aus dem Volke selbst, die Stimme der Front in Kriegsliedern und Anek­doten, die Welt des Soldaten erst ganz rundend zu dem allgemein Gültigen, das Joachim von der Goltz mit den Versen meint:Legt mit dem grauen Rock nicht weg die Ehr', bleibt auch in Zukunft Kämp­fer, bleibt Soldaten, seids mit der Feder, seids mit Hand und Spaten!" Die mit Geschmack und Sorg­falt ausgewählten Bilder unterstreichen das Be­sondere dieses schönen Büchleins.

Fr. W. Lange.

Gebrüder Speckten Der gestiefelte Kater. Preis 2. RM. Verlag Fr. Stollberg, Merseburg. (436.) Es war ein hübscher Ge­danke des Verlags, dieses Märchen, eines der an­ziehendsten und unvergänglichsten, das der Phantasie des Kindes besonders entgegenkommt, aus dem rei­chen Schatz derKinder- und Hausmärchen" der Ge­brüder Grimm mit den vor fast hundert Jahren von Otto Speckter im Gewände der Zeit geschaffenen und doch auch uns heute wieder warm ansprechen­den romantischen Illustrationen neu herauszugeben. Den Bildern, die im Neudruck sehr sauber und fein herausgebracht wurden, sind die Erklärungen Speck- ters gegenübergestellt, so daß ein Büchlein entstan­den ist, das jedem vertraut und doch wieder neu erscheint. Jung und alt werden an ihm ihre Freude haben. L.

Zum 30. Todestage des hessischen Dichters Wilhelm Holzamer hat die Deutsche Ver­lags-Anstalt, Stuttgart und Berlin, zwei seiner besten Bücher wieder Dorgelegt, die geeignet scheinen, die Erinnerung an den früh Verstorbenen zu be­wahren und ihm zu manchen alten neue Freunde zu gewinnen:Peter N o ck l e r", Geschichte eines Schneiders (163 Seiten, Seinen 4 Mark 249), undV o r Jahr und Tag", Roman (VIII, 293 Seiten, Leinen 6,50 Mark 250). Der Nockler" ist die Liebes- und Ehegeschichte eines Handwerkers, schlicht, anschaulich und menschlich er­zählt, ein Heimatroman im guten Sinne, dem man es anmerkt, daß seine Gestalten und seine Hand­lung nicht ausgetüftelt, sondern aus dem Leben genommen sind. Die Ausgabe des Romans Vor Jahr und Tag" ist durch die Werbearbeit des Holzamer-Bundes in Nieder-Olm, dem Ge­burtsort des Dichters, ermöglicht worden. Dr. Adal­bert Schmidtin Wien hat dem Buche eine warm­herzige Einführung geschrieben, die den Leser ver­ständnisvoll in die eigentümliche Welt des rhein- hessischen Erzählers einführt; es ist der letzte Roman Holzamers, der erst 1908, ein Jahr nach seinem Tode, in Buchform erschienen ist: ein Dorfroman aus dem Rheinhessischen, spielend um bas Jahr 1866, stili­stisch und stofflich demNockler" in manchem ver­wandt, aber weiter ausgreifend, mehr auf ein Ge­samtbild gerichtet als auf die Entwicklung eines Einzelschicksals, obwohl die Lebens- und Liebes­geschichte seiner Heldin, der Wirtstochter Dorff), das Hauptmotiv der Erzählung bildet; Holzamer hat hier zugleich ein Kultur- und Zeitbild geschaffen, das, auch abgesehen vom Literarischen, seinen Wert und seinen Reiz behalten wird. Hans Thyriot