Einzelbild herunterladen

t

X <

das alles gelernt hat, frei fliegen lassen. Sobald er locke ist, wird er an Wild gebracht, und in den meisten Fällen jagt er das erste auftauchende Ka­ninchen an, das er natürlich nicht gleich schlägt. Von seiner ersten wirklichen Beute erhält er, soviel er nehmen mag; später wird ergenossen" gemacht, er erhält, wie der edle Schweißhund, einen Brocken vomGeräusch", also auch ein Stück Herz, Lunge oder Leber. In Deutschland werden Habichte ge­führt, die in zwei Stunden 15 bis 20 Kaninchen schlagen. Hasenhabichte sind wertvoller als Kanin­chenhabichte; sie müssen besonders erzogen werden, weil der Habicht sich bei der Wahl zwischen Kanin­chen und Hasen stets für die ersteren entscheidet, die leichter zu schlagen sind. In Ostpreußen wurden die Beizhabichte erfolgreich zur Abwehr der Kaninchen­plage eingesetzt.

Das Abtragen der Wanderfalken geht zunächst ähnlich wie bei den Habichten vor sich. Sobald sie locke sind, wirft man sie an Wild. Im Revier wer­den sie von der Falkenhaube befreit, durch die sie abgehalten werden, in der Ferne fliegendes Wild anzuvisieren. Da der Falke kilometerweit sieht, sa würde er ohne Haube dauernd abgelenkt und auch durch einen Flug Krähen, der zu weit ist, versucht, von der Faust zu springen, und ein Falke, der zwei bis drei Kilometer von seinem Herrn mit der Beute zu Boden geht, ist sehr oft in Gefahr, von unkun­digen Menschen erschlagen zu werden. Sind die Falken geworfen, so kreisen sieanwartend" über dem Falkner, bis ein Huhn aufsteht, um es in jähem Sturzflug zu jagen Bei den Wanderfalken kommen die Weibchen, die um ein Drittel stärker sind als die Männchen, in erster Linie auf Fasanen und Krähen zur Verwendung. Der Krähenfalke ist ein Falke von der Faust, und er wird in dem Augenblick auf die Krähe geworfen, wenn diese scheut und flüchtet, wie aus der Pistole geschossen jagt der Falke die Krähe an und versucht, sie zu übersteigen und dann von oben herab anzugreifen.

C. K.

tzochscbulnacbncbten

Zu Dekanen an der Universität Frankfurt sind ernannt worden: in der Rechtswissenschaftlichen Fakultät Professor Dr. Claß, in der Medizinischen Fakultät Professor Dr. Schmieden, in der Phi­losophischen Fakultät Professor Dr. Langlotz, in der Naturwissenschaftlichen Fakultät Professor Dr. Schumacher und in der Wirtschafts- und Sozial­wissenschaftlichen Fakultät Professor Dr. S k a l - weit. Stellvertreter des Rektors ist Professor 2)r< Rajewsky.

Sei 2*2

g O(P

ZF? ,s> § iit 3*5 2 p 5

Hornisten Umschau hält und dazu das in Vergleich setzt, was Heinrich Keller in dem Horntrio aab, so steht er als ein begnadeter Vertreter seines Instru­mentes da. Wenn vom Musikreferenten in früheren Jahren des öfteren der tubenartig röhrende Horn- ton nicht als vollwertig anerkannt wurde, so bietet Kellers Jnstrumentalklang die Bestätigung für diese Einstellung. Er besitzt den typischen Hornton mit seiner runden Weichheit und der nachgiebigsten Modulationsfähigkeit. Hier ist das Horn wieder der Träger der Gefühlswerte, wie sich ihn unsere großen Meister dachten. Dieses Tonideal ist ihm in allem gefügig zu einem sicheren, alle Tücken des Waldhornes überwindenden Tonansatz. So mußte er allen die Ueberzeugung vermitteln, daß das Waldhorn ein hochwertiges Kammermusikinstrument ist mit ausgeprägtester Eigenart.

Die Feierstunde wurde durch die Sonate für Violine und Klavier op. 108 eingeleitet, die in dem Verhältnis zwischen Johannes Brahms und Hans von Bülow eine besondere Rolle spielt. Hans von Bülow sieht in der Widmung dieser Sonate eineStandeserhöhung". Die Durch­gestaltung des Klaviersatzes mit seinen hohen tech­nischen Anforderungen weist direkt auf den Kla­vierspieler Hans von Bülow hin. Die nahezu 70jährige Klara Schumann vermerkt über dieses Werk in ihrem Tagebuch:Wie dankbar war ich für dieses Labsal in meinem tiefen Kummer."

Die Aufführung ließ den geistigen Gehalt un­mittelbar lebendig werden, die äußerste formale Gestrafftheit des ersten Allegras im feinsinnigen Ausgleich des thematischen Anteils der beiden In­strumente, mit den pochenden Klavier-Orgelpunkten der Durchführung und dem ausgeglichenen Figuren­werk der Violine. Das Adagio war getragen von edler Gesanglichkeit im glutvollen Aufwallen. Das Intermezzo in seinem Bewegungsfluß zeigte die feine thematische Verwobenheit in durchsichtiger Klarheit. Den Höhepunkt gab das großangelegte Finale mit seinem stürmischen Drängen und energi­schem Impuls, die beiden Spieler im höchsten Ziel vereint.

Eins der charakteristischsten Kammermusikwerke von Brahms ist das Horntrio op. 40, dessen erster Entwurf unter den dunklen Wipfeln der Schwarzwaldtannen gelegentlich eines Aufenthaltes in Baden-Baden-Lichtental in den sechziger Jah­ren des vorigen Jahrhunderts entstand. Der frei angelegte erste Satz wuchs in seinem innerlichen Wechsel blühender Romantik auf; die volkslied- nahen Klänge des Trios gaben dem Scherzo seine bestimmte Wirkung. Don geradezu ergreifendem Ein­druck aber war das Adagio mesto mit den bau­

Gießener Gtadttheater.

Vierte Morgenveranstaltung: Kammermusik von Brahms.

Eine würdigere und eindringlichere Brahms-Ge­dächtnisfeier als die gestrige im Rahmen der Sonn­tagmorgenoeranstaltungen wäre schlechthin kaum denkbar durch die vermittelten Ausdruckswerte der beiden Werke und den erfolgsicheren Musizierwillen der drei Mitwirkenden. Die Geschlossenheit des Zu­sammenspiels, das Auf-einander-Eingestelltsein auf den führenden Geist des Werkes hat hier eine Kammermusikgruppe werden lassen mit bedeutender Zukunftsberechtigung. Denn obwohl alle drei ihrem Alter nach noch Werdende sind, bewies der tat­sächliche Stand achtunggebietende Reife. Für die musikalische Verantwortung zeichnete Heinz Mark- warbt. Er beherrscht Brahmsens Klavierstil in ausgeglichener Form und zeigt ein besonders feines Eingehen auf die für Brahms typischen Gefühls­werte, die er nicht nur klanglich, sondern auch mit dem Bewußtsein der vollen Hintergründigkeit er­leben läßt. Die Möglichkeit dafür gibt eine sehr saubere, musikalisch scharf gliedernde Technik. Die Rechte seines Partes wahrend, bewies er sich als ein fein eingehender Begleiter, der die musikalischen Fäden des Ensembles sicher in der Hand halt und dennoch den Mitwirkenden Stütze gibt und Helfer wird. Da können sich dann alle Kräfte der Mit­wirkenden lösen und zu einem einheitlichen, in sich geschlossenen Klangbild vereinen. Daß dies mög­lich war, dafür bürgten auch die Träger der andern Instrumente.

Konzertmeister Ewald Lassen scheint in der Kammermusik ein besonderes Feld für sich zu sehen. Und das mit Recht. Sein Geigenton erklingt ohne jede Rauheit mit der Fähigkeit zur feinsten Differenzierung der dynamischen Grade und der Klangfarbe, dem jeweiligen Gefühlsuntergrund folgend und somit von lebendiger Wärme erfüllt. Das Tonliche wird durch eine sehr ausgeglichene Bogenführung bedingt, der die verschiedenen Vor­tragsmanieren voll geläufig sind, ebenso markant im Stakkato wie in der Rundung der Legato- Führung der Tonarabesken. Unter diesen Voraus­setzungen wird sein Spiel musikalisch sinnvoll und scharf gegliedert, erfüllt von führendem Impuls, der aber nie selbstherrlich wird, sondern sich, stets der organischen Aufgabe bewußt einfügt.

Das Interesse der Hörenden lenkte Heinrich Keller (Horn) auf sich, geradezu als eine freudige Ueberraschung. Wenn man unter unseren großen

nenden Schauern seiner Gefühlswelt; in ihrer inne­ren Verhaltenhalt und Toncharakteristik einten sich Horn und Violine mit dem Klavier. Das Finale berührt mit seinem geistigen Gehalt die ursprüng­liche Bestimmung des Waldhorns; die lebensvoll erweckte Klangwelt ließ an Jagd und Waldestrei­ben die Erinnerung wach werden.

Ueberaus starker Beifall lohnte mit voller Berech­tigung den drei strebenden Künstlern.

Dr. Hermann Hering.

Habicht und Falke auf der Beizjagd.

Auf der Internationalen Jagdausstellung in Ber­lin ist im Rahmen einer internationalen Schau über Falknerei auch eine deutsche zu sehen, die die Pflege der Beize, der Jagd mit Raubvögeln auf Feder- und kleines Haarwild weiter fördern soll. Nach dem Kriege ist die Falkenbeize in Deutschland wieder aufgelebt, und wir haben zwei bekannte Falkenhöfe, den des Ortelsburger Jägerbataillons in Ostpreußen und denReichsfalkenhof" in Braun­schweig-Riddagshausen, für die Aufzucht und Ab­richtung von Falken, Sperbern, Habichten und Ad­lern für die Beizjagd. Wie Habicht und Falke zur Beizelocke", das heißt zahm, gemacht werden, schildert ein Fachmann in der LeipzigerJllu- strirten Zeitung".

Die Abrichtung der Jagdvögel ist nicht eigent­lich als Dressur zu bezeichnen; vielmehr findet der den Raubvögeln im Blute liegende Wille zum Beutemachen natürliche Ausnutzung. Da der Ha­bicht von Natur aus vor allem Bodenjäger ist, wird er meistens auf Säuger, besonders auf Kaninchen abgetragen", abgerichtet. Der Nestling wird im Alter von drei Wochen dem Horste entnommen und großgezogen, bis er flügge ist. Das Abtragen be­ginnt damit, daß der Habicht lernt, auf der Faust zu stehen und sie als Ruhepunkt, als Platz, auf dem er seine Beute zu sich nimmt, betrachtet. Später dient die Faust dem Vogel als Warte, von der aus er die Beute anjagen kann. Die einzige Ar­beit, die einer Dressur ähnlich ist, ist das Beireiten, bei dem der Vogel an dasZur-Faust-Fliegen" ge­wöhnt wird, so daß er nach einem Fehlstoß auf diese zurückkehrt. Ferner lernt der Vogel beim Arbeiten auf dieSchleppe", einen Kaninchen- oder Hasen­balg zu schlagen, auf dem er ein Stück Atzung fin­det, das er nehmen darf. Vereinzelt werden Ha­bichte auch auf das Federspiel abgetragen, das heißt auf eine Vogelattrappe, die vor allem dazu dient, den Vogel wieder zurückzurufen wenn er weit ent­fernt jagt. Dann kann der Falkner den Habicht, der

*" £

»3 2 £ . 5-

5

c er

=5 6)2 C 2.

3S

5" h

0 5 5 -2

Montag, 8. November

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

Nr. Zbi Zweiter Blatt

Schwesternschaft

über-

Aus der Siadi Gießen

Pflichtabend

der Frauenschast Gießen-7!ord.

Am Donnerstagabend fand imBurghof" die eierliche Uebernahme der neuen Frauenwerksmit­glieder der Ortsgruppe Gießen-Nord statt.

Frau S t a n d f u ß begrüßte die Mitarbeiterinnen mit herzlichen Worten und übergab ihnen die Mit­gliedskarten. Anschließend berichtete sie über die Sammlung von gearbeiteten und gekauften Gegen- tänden für den Patengau Oberschlesien zu Weih­nachten. Die Sammlung ergab 741 Gegenstände. Alle Frauen, auch die neuen Frauenwerksmitglieder, haben sich bei der Mitarbeit beteiligt und dadurch den Beweis erbracht, daß sie mithelfen wollen an dem großen Aufbauwerk des Führers.

Die Abteilung Hilfsdienst hatte die Ausgestaltung des Abends übernommen. Frau Wolf sprach über die Arbeit des Roten Kreuzes, über seine segens-

Das Wintersemester 1932/38 an unserer Universität hat begonnen.

Dieser Tage hat an der Ludwigsuniversität das Wintersemester 1937/38 begonnen. Zu Beginn des Semesters hat der Studentenführer seine Amts- und Fachschaftsleiter in das Studentenhaus zusammen­gerufen, um die Aufgaben und die Arbeit für das kommende Wintersemester mit seinen Mitarbeitern durchzusprechen. Nach Worten der Begrüßung gab Studentenführer Frank in großen Zügen das Ziel der künftigen Arbeit bekannt und betonte be­sonders die politische Ausbildung. Dann wurde über die kommenden Veranstaltungen, insbesondere die Langemarck-Feier der Studentenschaft, gespro­chen. Ferner wird die studentische Arbeit durch einen Semesterappell eröffnet werden, bei dem auch die Themen für den diesjährigen Reichsberufswettkampf bekanntgegeben werden sollen.

Die einzelnen Amts- und Fachschaftsletter gaben anschließend einen Bericht über den Besuch der ver­schiedenen studentischen Schulungslager in den letz­ten Ferien Im Mittelpunkt des Abends stand die Besprechung des diesjährigen Reichsberufswett­kampfes, an dem alle Fachschaften wieder teilneh- men werden.

Nach Besprechung organisatorischer Fragen schloß Studentenführer Frank die erste Amtsleitersitzung im Wintersemester mit dem Sieg-Heil auf den Führer.

Die Schwesternschaft der Orthopädischen Klinik. (Aufnahmen [2]: Neuner, Gießener Anzeiger.)

reichte sie ihnen deren Schwestern-Brosche. Die Schwester-Oberin und Gauamtsleiter Haug übermittelten den neuen NS. - Schwestern ihre Glückwünsche.

Mit einer Musikdar­bietung, einem kurzen Schlußwort des Gau­amtsleiters Haug und mit dem Gruß an den Führer schloß die be­deutsame Feierstunde.

Llcbertritt in die NG.-Schwesternschast

ßine Feier in der Orthopädischen Klinik.

Dornotizen.

Tageskalender für Montag.-

Gloria-Palast (Seltersweg):Frauenliebe Frauenleid". Lichtspielhaus (Bahnhofstraße):Die Wolgaschiffer". Oberhessischer Verein für Innere Mission: 20 Uhr Johanneskirche, Vortrag. Natur- heilverein Gießen: 20 Uhr imHotel Schütz", Vor­tragLeben ohne Nervosität". Deutsches Rotes Kreuz, Sanitätskolonne Gießen: 20 Uhr im Kolon­nendepot, Sonnenstr. 2, Beginn des Ausbildungs­kursus in der ersten Hilfeleistung.

Gießener Konzert-Verein.

Für einen Liederabend am kommenden Samstag wurde d-ie bekannte Konzertsängerin Gertrude Pit- z i n g e r gewonnen. Die Künstlerin gilt als Sän­gerin ersten Ranges. Eine ausländische Pressestimme nennt sie die Repräsentantin vorzüglichster deutscher Musikkultur, eine Künstlerin von Weltformat. Die Vortragsfolge bringt Gesänge von Händel, Hugo Wolf, Schumann und Richard Strauß.

WHW. Ortsgruppe Süd.

Am'Montag, 8., Dienstag, 9., und Mittwoch, 10. November, findet im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Süd die Kleidersammlung durch die NS- Frauenschaft statt. Es werden auch nicht mehr tragfähige Kleidungsstücke entgegengenommen. Die Einwohnerschaft wird gebeten, die Sachen zur Ab­holung bereitzuhalten.

Kampfes zu formen, und betonte sodann, daß alle bisherigen Versuche, mit den seitherigen Wohlfahrts- pflegee,nrichtungen in Güte auszukommen, ge­scheitert seien. Darum habe sich die Notwendigkeit einer Trennung von jenen Verbänden und die Schaffung der NS.-Schwesternschaft ergeben. Er gab dem Wunsche Ausdruck, daß die Schwestern, wenn sie nun die Broschen der freien Schwestern­schaft der NSV. erhalten, stets im Geiste des Natio­nalsozialismus ihren Aufgaben gerecht werden möchten Weiter hob der Redner hervor, daß die jungen Mädchen von heute für die bisherigen Ideale der Schwestern sich nicht mehr erwärmen könnten, dagegen in dem NS.-Schwesterntyp das Ideal erblicken, das der nationalsozialistischen Welt­anschauung des jungen Deutschland entspreche. Mit dem Wunsche, daß die neuen NS.-Schwestern im Geiste der NS.-Schwesternschaft mitarbeiten möch­ten, schloß er seine Ansprache.

Schwester-Oberin Liese gang nahm hierauf die Schwesternschaft der Orthopädischen Klinik in die Gemeinschaft der NS.- Schwestern auf und wies sie in einigen grundle­genden Sätzen auf die großen Aufgaben hin, die sie im Rahmen ihrer neuen Gemeinschaft mit zu erfüllen haben. Als äußeres Zeichen ihrer Zugehörigkeit zur NS.-

rühmte sodann die bisherige Mitarbeit der Schwe­sternschaft der Klinik, dankte allen Schwestern für ihre stets aufopfernde und vorbildliche Tätigkeit und gab dem Wunsche Ausdruck, daß sie der NS.- Schwesternschaft so wertvolle Glieder sein möchten, wie sie es der Klinif bisher immer waren.

Nach demLargo" von Händel, das die Stadt­theater-Musiker fein zu Gehör brachten, sprach Hauptstellenleiter H ä u ß l e r als Vertreter des Hauptamtes für Dolkswohlfahrt. Er wies in großer Linie auf die Grundsätze der nationalsozialistischen Wohlfahrtspflege hin, umriß die Aufgaben der NS.-Schwesternschaft, u. a. auch die Verpflichtung, auf ihrem Gebiete einen neuen Schwesterntyp nach den Grundprinzipien des nationalsozialistischen

reiche Tätigkeit im Frieden und im Kriege, lieber den Reichsluftschutzbund berichtete Frau Heller. Sie schilderte die Ausbildung der Frau in den Kursen für Luftschutz mit Gasmaske und Feuerlösch­geräten, sprach über die Verdunkelung und die Ent­rümpelung der Dachböden.

Die Leiterin der Abteilung Hilfsdienst, Fräulein Watz, gab dann eine Schilderung aus ihrer Arbeit in dem Kindergarten der NSV. Ihre Ausführungen über das Thema:Wie feiere ich Feste mit Kin­dern?", wobei die Frauen gleich einige Festtische mit Geschenken zum Geburtstag, hergestellt mit den ein­fachsten Mitteln, bewundern konnten, fanden leb­haften Beifall. Zum Schluß zeigte Fräulein Helf ein Kasperlefpiel, das allgemeine Freude erregte. Gemeinsamer Gesang beschloß den vielseitigen und anregenden Abend. F. K.

6hem. Freikorpskämpfer erhielten eine Fahne.

Am Samstag versammelten sich die ehemaligen Freikorpskämpfer im Saale desBurghof", um aus der Hand des Kreisführers M o n n a r b die Kyffhäuferfahne entgegenzunehmen. Der Kreisfüh­rer gab feiner besonderen Freude darüber Aus­druck, daß er den alten Freikorpskämpfern die von dem Bundesamt geweihte Fahne übergeben könne. Seien sie es doch gewesen, die in des Vaterlandes tiefster Not sich zusammengefunden hätten, um frei­willig den Kampf gegen Deutschlands innere und äußere Feinde aufzunehmen. Als letzte Soldaten der Front und als erste Soldaten des Dritten Rei­ches, bunt zusammengewürfelt, aber beseelt von dem einzigen Gedanken, das Vaterland zu retten, seien sie damals hinausgezogen, einem ungewissen Schicksal entgegen. Nichts konnte sie in ihrer Ueber­zeugung irre machen, für das Vaterland zu kämp­fen und zu sterben. In der deutschen Geschichte habe es immer Männer gegeben, die in des Vater­landes Not die Führung an sich rissen. Doch keiner habe die Großtat der völligen Einigung des deut­schen Volkes erreicht, wie sie der Führer mit seinen wenigen Getreuen vollbracht hat. Er hat uns die Ehre wiedergegeben, und er weiß auch, daß er sich auf die alten Soldaten des ruhmreichen Front- Heeres verlassen kann. So hat er auch die Fahne des Weltkrieges symbolhaft in den Bannern des Dritten Reiches Wiedererstehen lassen und in unse­rer Fahne neben dem Hakenkreuz das eiserne Kreuz belassen. So schlug er symbolisch die Brücke zwischen dem alten Heer und der neuen Wehrmacht, die fein Werk ist, das uns Ehre und Freiheit wieder-

Oberin Siefegang überreicht die Broschen.

Im Turnsaal der Orthopädischen Klmik vereinigte sich am Samstagabend deren gesamte Schwestern­schaft mit dem ärztlichen Leiter und einer Anzahl Gästen aus Partei und Staat zu einer schlichten Feier. Es galt, die geschlossen vom hessischen Dia­konie-Verein zur NS.-Schwesternschaft übergetretene Schwesternschaft der Klinik feierlich in die neue Gemeinschaft aufzunehmen. Zu dieser Feier waren Gauamtsleiter H a u a als Vertreter der Gauamts­leitung der NSV. und zugleich als Vorsitzender des Hessischen Fürsorgeoereins für Körperbehinderte, des Eigentümers der Klinik, erschienen, mit ihm als Vertreter des Hauptamtes für Volkswohlfahrt Hauptstellenleiter Häußler, von der Reichsfüh­rung der NS.-Schwesternschaft Frau Oberin Liese- gang, ferner als Vertreter des Kreisleiters Kreis­amtsleiter K l ö ß, für die NSV. des Kreises Wetterau Kreisbeauftragter Frank, als Ver­treter der Landesregierung Obermedizinalrat Dr. Schmidt, für den Kreis Gießen Kreisdirektor Dr. Lotz.

Einige Mitglieder unseres Stadttheater-Orchesters leiteten die Feier mit derEgmont"-Ouvertüre ein. Dann begrüßte Gauamtsleiter Haug als Vertreter der NSV. und als Vorsitzender des Hessischen Für- forgevereins für Körperbehinderte die Schwestern und die Gäste. Er beglückwünschte die Schwestern­schaft der Orthopädischen Klinik zu ihrem Entschluß, zur NS.-Schwesternschaft überzutketen, und unter­strich die völlige Freiwilligkeit, aber auch die Ge­schlossenheit der Schwestern der Klinik bei dieser Entscheidung; er erkannte an, daß ihnen der Ent­schluß, aus dem Diakonie-Verein auszuscheiden, nicht leichtgeworden ist, und würdigte vollkommen, daß ihr Gewissen als Nationalsozialistinnen ihnen diese Handlung zwingend oorgeschrieben habe. Er bemerkte sodann, daß die Leitung des hessischen Diakonie-Vereins die Schwesternschaft der Ortho­pädischen Klinik wegen dieses Entschlusses stark an­gegriffen habe, nahm die Schwestern gegen jene Vorwürfe in Schutz und betonte, daß niemand das Recht habe, den Schwestern in diese ureigene An­gelegenheit hineinzureden und sie wegen ihres völlig freiwilligen Entschlusses mit Vorwürfen zu über­schütten. Die Vorwürfe des Diakonie-Vereins gegen die Schwestern weife er auch namens der NSV. entschieden zurück, und er heiße auch als Vor­sitzender des Hessischen Fürsorgeoereins für Körper­behinderte diesen freiwilligen Entschluß der Schwe­sternschaft gut.

Der Direktor der Klinik, Prof. Dr. Pitzen,

Morgens und erst recht abends

Chlorodont