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Kunst und Wissenschaft.

Werner Beumelburg erhält den Kunstpreis der Westmark.

Die Gaukulturwoche Koblenz-Trier wurde in Trier mit einer Feierstunde abgeschlossen. Landeskultur- walter Urmes gab einen Ueberblick über die Gaukul- turwoche und ihre über 300 Veranstaltungen. Dr. Groß, der Leiter^des Rassepolitischen Amtes der NSDAP., sprach über die Werte von Blut und Rasse im kulturellen Streben. Dann verkündete Gaupropagandaleiter Urmes, daß Gauleiter Si­mon zur Förderung des künstlerischen Schaffens im Gau Koblenz-Trier den Kunstpreis des Westmarkgaues gestiftet hat. Der Kunstpreis wird in jedem Fahre für besondere künstlerische Lei­stungen an Künstler des Westmarkgaues verliehen und beträgt 2000 Mark. Als erster erhielt der be­kannte Schriftsteller Werner Beumelburg den Kunstpreis des Westmarkgaues verliehen. In kur­zen Worten schilderte der Gauleiter das Werk Beu- melburgs.

JmmermanN'Literaturpreis der Stadt Düsseldorf.

Im Rahmen einer Morgenfeier wurde der Jm- mermann-Literaturpreis der Stadt Düsseldorf für 1936 und 1937 verliehen. Er beträgt 1000 RM. und wird für ein arteigenes und würdiges Werk des Schrifttums gegeben, das im rheinischen Volkstum wurzelt oder von dem Leben der Westmark kün­det. Preisträger für 1936 wurde der Dichter AI - bert Bauer für sein bis heute vorliegendes Ge­samtschaffen, den Preis für 1937 erhielt der Dichter Hermann Stahl für sein WerkTraum der Erde".

Lin kommunalwissenschaftliches Institut an der Universität Freiburg.

Das neue Kommunalwissenschaftliche Institut der Universität Freiburg i. Br., das zweite in Deutschland neben Berlin, wurde mit einem akademischen Festakt feierlich eröffnet. Ober­bürgermeister Dr. Kerber wies darauf hin, daß dieses Ereignis für den ganzen südwestdeutschen Raum von weittragender Bedeutung sei. Ueber die Aufgaben der Kommunalwissenschaft sprach der Leiter des Instituts Prof. Dr. Maunz, der das lebhafte Interesse zum Ausdruck brachte, das das Ausland für diese neue Universitätswissenschaft hat. In der großen Kulturarbeit, die an der deutschen Westfront geleistet werden müsse, wollten Univer­sität und Institut in wissenschaftlicher Arbeit einen weiteren Beitrag leisten, um kulturelle Brücken über den Rhein zu schlagen.

Die 14. Partie im Schach-Weltmeisters chaflskampf.

Die 14. Partie im Schach Weltmeister - schaftskampf EuweAljechin, die in Zwolle ge­spielt wurde, wurde nach dem 40. Zuge in einer für Aljechin günstigen Stellung abgebrochen.

75 Jahre Sektion Austria des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins.

Die österreichische Sektion des Deutschen und Oesterreichischen Alpenoereins feiert in diesen Ta­gen ihr 75jähriges Bestehen. Aus diesem Anlaß

fand eine Feftversammlung im Wiener Kon­zerthaus statt. An ihr nahmen von der Regie­rung Staatssekretär für Sicherheitswesen, Skubl, für die deutsche Gesandtschaft Legationssekretär von Haften, für die Auslands-Organisation der NSDAP, der Kreisleiter für Wien, Niederösterreich und das Burgenland, Schliephack, für den Deutschen Klub Feldmarschall-Leutnant a. D. Bardolff, ferner Ver­treter zahlreicher nationaler Verbände und Ver­eine teil.

Zeitschristen.

Das neue Heft derS i r e n e" beschäftigt sich mit der für Tierfreunde so wichtigen Frage, wie in Städten die Tiere im Ernstfall geschützt werden können. Die illustrierte Zeitschrift des Reichsluft­schutzbundes bringt außerdem zahlreiche interessante Bildberichte: über die französische Flakartillerie, über die Arbeit der Laienhelferinnen im Selbst­schutz undBehövden-Dertreter als Luftschutz-Schü-

Die italienische Kunst des 19. und 20. Jahrhun­derts, die während der nächsten beiden Monate in der Berliner Akademie zu betrachten sein wird, hat Vorfahren von europäischer Geltung. Nach Albrecht Dürer, der nach dem Süden ging, um die Re­naissance-Malerei zu erleben, sind zahllose Deutsche nach Italien gepilgert, das seit dem 18. Jahrhundert für Europa das einzige Land der Kunst wurde. Allein von Rom ist eine dauernde und mächtige Wirkung ausgegangen, die römische Landschaft selbst ist formbildend geworden, seit Jahrhunderten hat italienische Kunst bestimmenden Einfluß auf künstlerisches Schaffen: um 1810 fand sich in Rom jene Künstlergemeinschaft zusammen, die in der Geschichte alsNazarener" fortlebt, nach den deutschen Freiheitskriegen siedelten sich dieK a - pitoliner" dort an: so ist Italien seit je das heilige Land, die Wallfahrtsstätte der Künstler und Kunstfreunde gewesen.

Um diese Zeit, um das Jahr 1800, beginnt die Ausstellung der Akademie, die in sorgsamster Aus­wahl und chronologischer Anordnung bis zur Ge­genwart hinführt. An das Ziel der Schau, das faschistische Italien, erinnern die Kolossalbüsten des italienischen Königs und Mussolinis von Adolfo Wildt; an ihren Beginn, an das napoleonische Zeitalter, dem Italien sein geistiges und militäri­sches Erwachen verdankt, mahnen die Marmorskulp­turen C a n o v a s und das mythologische Gemälde Andrea A p p i a n i s , zweier Künstler, die von Napoleon geschätzt und beschäftigt wurden und die zugleich mit dem vorzüglichen Porträtisten Fran­cesco Hayez als Vertreter des italienischen Neu­klassizismus genannt sein mögen.

Eine neue, romantisch gerichtete Schau der Natur und der Landschaft beginnt im 19. Jahrhundert.

ter*. Ein Artikel erzählt von der Vergangenheit der Schäfer-Kirche in Rothenburg, dazu zeigen Photos diesen eigenartigen Bau, der außen eine Festung, innen ein Gotteshaus, unten ein riesiger Schutz­raum ist. Eine kritische Betrachtung untersucht die Zweckmäßigkeit von Luft-Landungstruppen, einer besonders in Rußland geübten Methode, hinter der feindlichen Front Truppenteile mit Fallschirmen landen zu lassen.

Das Heft derNeuen M o d e n w e l t" (Verlag Ullstein) bringt viele reizvolle Modelle für den Abend, wie man sie in dieser Saison trägt. Sie stellen alle interessante Kompromißlösungen zwischenlang" undkurz" dar, lassen aber die neue modische Linie schon deutlich erkennen. Außer­dem bringt das Heft besonders viel Schickes aus Samt, viele Blusen und praktische, sportliche Mo­delle für Herbstausflüge, Kinder-Kleidung und Wäsche für junge Mädchen. Ein Handarbeitsteil mit praktischen Beilagen beschließt das Heft.

Man erkennt den Wandel etwa an d e Nittis gegenständlich-klarerFlußlandschaft" ebenso wie an der großen Landschaft F o n t a n e s i sApril", über der eine elegisch-oerschleierte Stimmung liegt, und an den Bildern Silvestro L e g a s , der ein Maler des toskanischen Volkes und seiner Ge­bräuche wurde. Giovanni S e g a n t i n i sDie bei­den Mütter" stellt eine dichterische Verherrlichung der Mutterschaft dar. Um die Mitte des Jahrhun­derts bildet sich in Florenz die Schule derMac- chiaioli", der Fleckenmaler, deren Haupt Giovanni Fattori wird: sie predigen die Rückkehr zu einem kühneren und betonteren Helldunkel. Wenn man die Gemälde F a t t o r i s und S e g a n t i n i s mit den vibrierenden Porträts Cremonas und Ranzonis vergleicht, erkennt man die Spann­weite der Möglichkeiten, die sich die italienische Malerei zu allen Zeiten bewahrt hat, ohne jemals international zu werden.

Das Ende des 19. Jahrhunderts gehört dem Realismus", der aber nicht im Sinne einer plat­ten und flachen Wjrklichkeitsnachahmung verstanden werden darf. Zu feinen Vertretern rechnet Antonio M a r a i n i, dem Auswahl und Zusammenstellung der Schau zu danken sind, auch einen Porträt­virtuosen roiex Giovanni Boldini, der schöne Frauen der Pariser Gesellschaft gemalt hat, oder Earcano, der einen männlich-kühn gemalten Markusplatz zeigt, obrr Spadini, dessen luftige, lichtvolle Malweise einflußreich war. Auch die Nach- triegsjahre haben in Italien, das wird durch die Ausstellung bewiesen, niemals zu jenen krankhaften Uebertreibungen geführt wie in anderen Ländern; so ist es der italienischen Malerei leicht geworden, das künstlerische Gleichgewicht wieder zu finden. Auch die ehemaligen Futuristen haben sich gewan­delt, und sind zu Meistern eines neuen Klassizismus

geworden, so Carlo C a r r ä mit seinen Landschaf, ten und Mario Sironi, dessen industrielles Städtebild" oder dessenFiguren" von seiner Ver« gangenheit nichts mehr verraten.

Die Plastik konnte nicht in der gleichen Aus­führlichkeit gezeigt werden wie die Malerei. Libero Andreotti zeigt die Justitia, die das Liktoren­bündel hält, in strenger Unnahbarkeit und antiki­sierender Gestaltung. Messina stellt den Kopf des Grafen Ciano und einen verblüffenden Boxer aus, von C i f a r i e l l o stammt eine schöne Bild­nisbüste Böcklins, der in italienischer Landschaft gemalt hat.

Das ist nur eine kurze Umschau in diesem Pan­orama italienischer Kunst, die außerdem durch Zeichnungen, Aquarelle, Graphiken und künstlerisch- handwerkliche Arbeiten repräsentiert wird, unter denen die schönen Gläser bemerkenswert sind. Die Gesamtheit der Schau zeigt uns den Kunst­willen eines geistesnahen, kunstverwandten Volkes, zu dessen Landschaft und Kunstschätzen die Deutschen seit Jahrhunderten gewandert sind.

Gerhard Bohlmann.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeart Frankfurt.

Durch die Verlagerung einer flachen Tiefdruck­rinne nach Norden sind wir in den Zufuhrbereich feuchter Meeresluft aus Südwest gekommen. Dem­gemäß brachte die vergangene Nacht starke Ausstrah­lung und Abkühlung, verbreitete Nebelbildung, dis heute früh fast ganz Deutschland erfaßte. Die Wärms lag meist darüber hinaus und zeigte heiteres Wetter, das sich über Tag stellenweise bis zu den Niederun- gen durchsetzen wird.

Aussichten für Dienstag: Besonders morgens noch meist neblig, sonst im allgemeinen trocken und stellenweise auch aufheiternd, tagsüber milder als seither, schwache Luftbewegung.

Lufttemperaturen am 7. November: mittags 11,8 Grad Celsius, abends 6,9 Grad; am 8. Novemben morgens 6,4 Grad. Maximum 11,9 Grad, Minimum heute nacht 5,5 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. November: abends 8,2 Grad; am 8. No­vember: morgens 7,6 Grad. Sonnenscheindauer 0,6 Stunden.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum« schein. Verantwortlich für Politik und für die Silbers! Dr. Fr W. Lange; für Feuilleton: Dr.Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt bet Anzeigen: Theobor Kümmel. 2). 21. X. 37: 10 03L Druck und Verlaa: Brühlsche Universitätsdruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugs« preis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufs- preis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

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Italienische Kunst von 1800 bis zur Gegenwart.

Ausstellung in der Berliner Akademie der Künste.

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