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am 19. November, 20 Uhr, im Beethoven-Saal in Frankfurt. Vor den Kreisfilmstellenleitern behan­delt der Organisationsleiter der Reichspropaganda­leitung, Amtsleitung Film, Herbert Bärwald, Das Filmschaffen in der NSDAP."

Oie Brüsseler Konferenz an Japan.

Meinungsaustausch mit einer beschränkten Anzahl von Mächten vorgeschlagen.

Brüssel, 6. Nov. (DNB.) Die Brüsseler Kon­ferenz hat beschlossen, an die japanische Re­gierung eine Mitteilung zu richten. Danach halten die Vertreter der in Brüssel versammelten Staaten es für möglich, die Befürchtungen Japans, daß nämlichder Versuch, in einer Versammlung von so vielen Mächten, die in Ostasien verschieden­artige oder praktisch überhaupt keine Interessen haben, eine Lösung zu finden, die Lage nur verwickeln und neue Hindernisse schaffen könne", zerstreuen zu können. Sie wünschen zu wissen, ob die Kaiserliche Regierung bereit sei, einen Ver­treter zu beauftragen, in einen Meinungs­austausch mit den Vertretern einer b e - schränkten Anzahl von Mächten, die zu diesem Zweck bezeichnet würden, einzutreten im Rahmen des Neun-Mächte-Dertrages und gemäß den Besttmmungen dieses Verttages. Das Ziel wäre die Beilegung des Konfliktes. In der Mitteilung heißt es dann weiter:Indem sie die Fortdauer der Feindseligkeiten bedauern, indem sie fest überzeugt sind, daß allein eine friedliche Regelung eine dauerhafte und aufbauende Lösung ttn gegenwärtigen Konflikt herbeiführen kann, und indem sie auf die Wirksamkeit der Schlichtungs­methoden verttauen, wünschen die Vertreter der in Brüssel versammelten Staaten lebhaft, eine solche Regelung eintreten zu sehen. Die auf der Konferenz vertretenen Staaten würden großen Wert darauf legen, sobald wie möglich zu erfahren, welche Auf­nahme ihr Vorschlag bei der kaiserlichen Regierung findet."

Weiterer japanischer Vormarsch in der Provinz Schons«.

P e i p i n g , 8. Nov. (DNB. Funkspruch.) Ost- asiendienst des DNB. Nach der Einnahme von Taiyuanfu besetzten die Japaner am Sonntagmor­gen die Ortschaft O a i k u , 35 Kilometer südlich, und Taiyuanhsien, 25 Kilometer südwestlich von Taiyuanfu. Durch ein geschicktes Umgehungs- manöver gelang es ihnen, mehrere tausend Chine­sen einzukreisen und fast völlig aufzureiben.

Keine Italiener auf Mallorca.

Feststellung derDaily Mail"

L o n d o n, 8. Nov. (DNB. Funkspruch.) Gegen die Gerüchte über starke italienische Truppenkontingente und Befestigungen auf der spanischen Insel Mal­lorca, wie sie besonders in der linksstehenden eng­lischen Presse immer wieder zu lesen sind, wendet sich eine Feststellung des Korrespondenten derDaily Mail", der von einem Besuch Mallorcas zurückkehrte. Er schreibt u. a., daß die spanischen Behörden ihm gestattet hätten, sich völlig frei zu bewegen. Ich ging von einem Ende der Insel zum anderen und sah alles, was zu sehen war. Ich kann feststellen, daß auf Mallorca keine italienischen U-Boote und keine italienischen Truppen sind. Man könnte fast sagen, daß überhaupt keine Italiener auf Mallorca sind. Auf alle Fälle sehr viel weniger als britische Besucher. Ich sah die Armeelager, den Flug­hafen und alle Einzelheiten der Feld- und Küsten­artillerie. Alle sind ausschließlich mit Spa­niern bemannt."

Spannung zwischen Haiti und Dominica

Washington, 11. Nov. (DNB.) Nach Berich­ten aus Haiti herrscht infolge eines blutigen Grenz- zwischensalls, bei dem viele Tote zu beklagen waren, zwischen Haiti und der dominicanischen Republik eine beträchtliche Spannung. Infolge unbefriedigen­der wirtschaftlicher Verhältnisse im übervölkerten Haiti sollen in der letzten Zeit Tausende von Haitia­nern über die dominicanische Grenze gegangen sein und zu außerordentlich niedrigen Löhnen Arbeit angenommen haben. Als die Ein­wanderer überhand nahmen, veranstaltete das do­minicanische Militär angeblich ein Massaker, bei dem nach haitianischen Behauptungen Anfang Oktober 10 0 0 Haitianer umgekommen sein sollen. Die amerikanische Regierung will ihre Vermittlung anbieten, wenn die bei­den Staaten ihre Meinungsverschiedenheiten nicht durch unmittelbare Verhandlungen beilegen können. Nach einer auf der panamerikanischen Konferenz in Buenos Aires angenommenen Entschließung ist jede Friedensbedrohung auf dem amerikanischen Kontin­gent Angelegenheit aller 21 amerikanischen Repu­bliken.

Oer Herzog von Windsor sagt seine Amerikareise ab.

Paris, 6. Nov. (DNB.) Das Sekretariat des Herzogs von Windsor erklärt, daß schwerwiegende Mißverständnisse und eine falsche Auslegung der Beweggründe und Ziele seiner Amerika-Reise den Herzog bestimmt hätten, den Plan aufzuschie- ben. Dabei wendet sich der Herzog von Windsor gegen Behauptungen, die ihn sozial oder politisch festzulegen versuchen. Man erfährt, daß der Indu­strielle Bedaux, der die Reise vorbereitete und den Herzog geleiten wollte, in den Vereinigten Staaten stark angegriffen worden ist. Wie verlautet, beabsichtigten marxistische und

kommuni st ische Organisationen schon bei Ankunft des Herzogspaares auf DampferBre­men" vor dem Pier Demonstrationen abzu­halten, die sich wahrscheinlich in anderen Städten wiederholt hätten. Die Presse läßt durchblicken, daß der Herzog von Windsor die menschenunwürdigen Zustände der Armenoiertel amerikanischer Groß­städte hätte zu Gesicht bekommen können; ein Ver­gleich deutscher und amerikanischer Volkswohlfahrt und Wohnverhältnisse könnte vielleicht nicht zu­gunsten der Amerikaner ausfallen. Auch befürchtet man, er könnte etwa hier ein freundliches Wort über Deutschland sagen. Ferner lebte die Feindschaft der Gewerkschaften gegen Bedaux auf. Die Ge­werkschaften warfen Bedaux vor, er wolle durch den Windsor-Besuch für sein Arbeitssystem Reklame machen.

Ein b<>richnendes Glückwunschtelegramm.

Prag, 7. Nov. (DNB.) Der tschechoslowakische Staatspräsident Dr. B e n e s ch sandte dem Vorsitzen­den des Zentraloollzugsausschusses der SSSR., K a- l i n i n , zum Nationalfeiertag der Sowjetunion fol­gendes Glückwunschtelegramm:Ich beehre mich, Sie aus Anlaß des 2 0. Jahrestages der Oktoberrevolution zu beglückwünschen. Die Tschechoslowakische Republik begrüßt aufs herzlichste die erreichten Erfolge des Sowjetverbandes und wünscht dem Verband und seinen Nationen weitere Erfolge und Entfaltung. Gez.: Eduard Benes ch."

Das deutsch-polnische Nindecheitenablommen.

Oie Deutschen Ostoberschlesiens in Erwartung praktischer Auswirkungen.

Gleiwitz, 6. Nov. (DNB.) Die gemeinsame Übereinkunft der deutschen und polnischen Regie­rung über die Behandlung der beiderseitigen Min­derheiten hat im Grenzland Oberschlesien und auch bei der deutschen Volksgruppe in O st o ber­sch l e s i e n lebhafte Befriedigung ausgelöst. Aus den deutschen Zeitungen diesseits und jenseits der Grenze spricht die Genugtuung über das Ueber= einkommen als das Ende eines gerade in der letz­ten Zeit als unhaltbar empfundenen Zustandes. Allgemein wird unterstrichen, daß der gute Wille auch durch die Tat bewiesen werden müsse, um vor allem die deutsche Volksgruppe in Ost­oberschlesien von den Folgen und Auswirkungen einer dem deutsch-polnischen Freundschaftspakt von 1934 zuwiderlaufenden Sonderpolitik ört­licher Instanzen zu befreien. So schreibt das amtliche Organ der NSDAP, in Oberschlesien, der Oberschlesische Wanderer": Regierungserklärungen sind immer erst ein Anfang, dem die Be­währung in der Praxis folgen muß. Wenn die Politik des Außenministers Beck, die sich stets streng an die Richtlinien des verewigten Marschalls Pilsuoski hält, sich durchsetze, so wird das Abkom­men eine Schicksalswende für das Deutschtum in Po­len ein. DieOstdeutsche Morgenpost" erklärt:Die Praxis muß erst erweisen, wie sich die bindende Kraft der Verpflichtung hinsichtlich des Schutzes und der Sicherheit der Minderheit auswirkt. Wir erkennen an, daß Polen nach der Loslösung vom internationalen Minderheitenschutzoertrag in Genf jetzt eine neue Verpflichtung gegenüber der deutschen Minderheit eingegangen ist und knüp­fen daran die Hoffnung, daß damit der Anfang für ein praktisches wirksames Minderheitenrecht ge­macht ist." ImAufbruch", dem Organ der Jung­deutschen Partei in Polen, nimmt deren Führer, Senator Wiesner, wie folgt Stellung:Wir gehen an die Erklärung der beiden Staaten und ihrer Regierungen mit vollem Vertrauen heran. Wir wissen alle zu gut, daß es bei diesen Erklärungen nicht sein Bewenden haben kann, sondern daß sie erst den Anfang einer neuen Zeit gegenseitiger Ver­ständigung und Achtung einleiten sollen."

Dieser positiven Haltung der deutschen Presse völlig entgegengesetzt ist Die Einstellung einiger polnischer Zeitungen in Ostoberschlesien. Die offiziösePolska Zachodnia", das Blatt des Wojewoden Dr. Graczynski, bringt zwar den Wort­laut der amtlichen Meldungen über die deutsch­polnische Uebereintunft, ohne aber auch nur in der Überschrift die Bedeutung der Erklärungen heroor- zuheben.

Das Eclw in polen.

Warschau, 6. Nov. (DNB.)Gazeta Polska" sagt, die Minderheitenerklärungen seien eine Bestätigung dafür, daß beide Regierungen auf dem Wege entschlossen weiterschreiten, der von der Normalisierung der Beziehungen zur guten Nach­barschaft und vom Zusammenleben zur auf­richtigen Loyalität führe. Indem Polen sich aufrichtig über die aufgestellten Grundsätze freut, meine es jedoch, daß alles von ihrer Aus­führung abhängen werde. Schwierigkeiten seien zweifelsohne vorhanden. Um so größer sei die Notwendigkeit eines gegenseitigen fair play. Eine um so größere Geduld und Einsicht müßten beide interessierten öffentlichen Meinungen aufbringen. Man sei in Polen überzeugt davon, daß der erste Erfolg des Schrittes der beiden Regierungen eine Beruhigung der Geister auf beiden Seiten der Grenze sein werde.

Der regierungsfreundlicheExpreß Pa­ra n n y" meint, die Gegenseitigkeit der Erklärun­gen sei durch das Leben felbst diktiert worden. Seit Jahrhunderten lebten beide Völker nebeneinander, die gegenseitige Achtung gebiete ihnen die Achtung der Minderheiten, die auf beiden Seiten der Grenze leben. Ohne die Respektierung der Minderheiten sei an eine Aufrechterhaltung guter nachbarlicher Be­ziehungen nicht zu denken. Das in den deutsch-pol­nischen Besprechungen erreichte Ergebnis werde die Quelle ernsterer Verwicklungen beseitigen. Es härme natürlich alles von der Ausführung der Er­klärungen ab. Aber schon allein die Tatsache sei I eine Demonstration des guten Willens.

OieReichshuberiusfeier auf dem Hamberg

Oer Isteichsjägermeister gibt die Parole für die deutsche Iägerschast.

Braunschweig, 7. Nov. (DNB.) In der Ein­samkeit des sagenumwobenen Hainberges beging die deutsche Jägerschaft die Reichshubertusfeier in Gegenwart des Reichsjägermeisters Generaloberst Göring und einer großen Zahl in- und ausländischer Ehrengäste. Man bemerkte u. a. den englischen Botschafter Henderson, den Präsidenten des Internationalen Jagdverbandes Ducrocq (Frankreich), Staatssekretär Baron V a y (Ungarn), Generalforstmeister Staatssekretär Alpers, Ministerpräsident K l a g g e s, Reichs­statthalter Jordan und Staatssekretär Körner.

In einem Festspiel wurde die Sage vom Hain­berg wieder lebendig. Reichsjägermeister General­oberst Göring hielt die Festansprache. Die Reichs- hubertusfeier stellt für die deutschen Jäger e i n Dankesfest dar. Ueber allem steht uns die Hege und die Verpflichtung, das zu erhalten,, was wir übernommen haben. Die Entsagungen und Einschränkungen, die ich während der letzten Jahre der deutschen Jägerschaft auferlegen mußte, erforderten höchste Disziplin. Heute können wir ernten, was wir vier Jahre lang gesät haben. Aber die Zeiten für das deutsche Wild werden' im­mer schwerer. Wenn schon der Raum für die deut­schen Menschen zu gering ist, so ist er noch geringer für die Geschöpfe des Waldes. Die Ernährung des Volkes ist das höchste Gut, und dazu muß jedes Stück ausgenutzt werden. Ich muß mit eiserner Notwendigkeit die Ernährung des Volkes sichern gegen jeden Ein- und Heb ergriff und das verpflichtet auch uns selber. Wir können nicht in der Zeit der Raumknappheit einen zu hohen Wild­bestand haben. Wir wollen starkes und schö­nes Wild und lieber etwas weniger. Ich gebe der deutschen Jägerschaft die folgende Parole: Die von mir festgesetzten Abschußpläne sind rück­haltlos durchzuführen, um einem ü b er - mäßigen Wildschaden unter allen Umstän­den entgegenzutreten und die Ausartung und Kraft unseres Wildes weiter zu fördern. Die deutschen Jäger dienen wie jeder andere Volks­genosse in erster Linie den großen Aufgaben und Zielen des Dritten Reiches.

Im Rahmen einer schlichten Feierstunde übergab der Reichsjägermeister in Braunschweig a l s sym­bolische Handlung für die gesamte deutsche Jägerschaft die vom Jagdgau Braunschweig für das WHW. erlegte S tr e ck e dem Reichsbeauftragten für das WHW. des deut-

fchen Volkes, Hilgenfeld. Auf dem Burgplatz meldete der Gaujägermeister Staatssekretär A l - p e r s dem Reichsjägermeister 44 Stück Rotwild, 14 Stück Schwarzwild und 23 Stück Rehwild. Wie der Reichsjägermeister betonte, soll die alljährlich am Hubertustag stattfindende Ueberaabe dieser Strecke ein Sinnbild für die Verbunoenheit der deutschen Jägerschaft mit dem Volk sein. Der Reichs­beauftragte für das WHW. nahm diese Spende als Symbol der Volksgemeinschaft an, in der die Nation den Ausdruck ihrer größten Kraft finde.

Aenderung der Bürgersteuer.

Berlin, 6. Nov. (DNB.) Das Bürgersteuerge- fetz ist geändert worden. Die Aenderungen bezwecken eine Ermäßigung für ältere Steuerpflichtige mit ge­ringem Einkommen und Kinderermäßigungen an einen größeren Kreis von Steuerpflichtigen als bis­her. Der Bürgersteuer liegt das zwei Jahre vorher bezogene Einkommen zugrunde (z. B. der Bürger­steuer 1938 das Einkommen des Jahres 1936). Bis­her wurden alle Steuerpflichtigen, die einkommen­steuerfrei waren, einheitlich nach einem Steuer­grundbetrag (künftig Steuermeßbetrag) von 3 Mark zur Bürgersteuer herangezogen, so daß bei einem Satz von z. B. 700 v. H. die Bürgersteuer für ein Kalenderjahr 21 Mark betrug. Das Aenderungsge- setz bestimmt, daß der Steuermeßbetrag von 3 M a r k für Steuerpflichtige, die am Bürgersteuer­stichtag (d. i. in der Regel der 10. Oktober des dem Erhebungsjahr oorangegangenen Kalenderjahres) das 50. Lebensjahr vollendet hatten, um ein Drittel, d. h. auf 2 Mark zu ermäßi­gen ist. Ebenso wird der Steuermeßbetrag von 6 Mark um ein Drittel, d. h. auf 4 Mark, ermäßigt, wenn der Steuerpflichtige am Bür­gersteuerstichtag das 50. Lebensjahr vollendet und sein Einkommen im maßgebenden Kalender­jahr nicht mehr als 2100 Mark betra­ge n hat.

Kinderermäßigungen werden bei der nach dem Einkommen bemessenen Bürgersteuer ge­währt, wenn am Stichtag mindestens zwei minderjährige Kinder zum Haushalt des Steuerpflichtigen gehörten. Bei Einkommen bis zu 2 4 0 0 Mark ermäßigt sich der Steuer­meßbetrag um je 2 Mark für das zweite und jedes folgende minderjährige Kind. Bei Einkommen über 2400 Mark ermäßigte sich bisher der Steuermeßbetrag für das zweite und dritte min­

derjährige Kind um je 1 Mark und um je 2 Mark für das vierte und jedes folgende minderjährige Kind, jedoch nur, wenndas Einkommen 12 000 Marknichtüber stieg. Durch das Aenderunys- gesetz vom 3. November 1937 ist die bisherige Em- kommensgrenze von 12 000 Mark auf 2 5 0 0 0 Mark erhöht worden. Das Bürgersteuergesetz wird demnächst in einer neuen Fassung be­kanntgemacht werden, die die Vorschriften des gel­tenden Gesetzes und der Durchführungsverordnung zusammenfaßt. Dabei werden die Aenderungen be­rücksichtigt.

Prager Finanzkalamitäi.

Die Regierung der Tschechoslowakei ringt mit dem Fehlbetragsteufel, aber die Überschreitung der vor­gesehenen Staatsausgaben und die dadurch ent­standenen Fehlbeträge, find seit Jahren so groß und die Ursachen wirken fort, daß wohl auch das Budget für 1938 wieder mit einem Fehlbetrag abschließen wird. Auf dem Papier mag man den Haushalt vielleicht ausbalancieren, aber die Mi­litär f o r d e r u n g e n , die der tschechische Kriegsminister auf das Drängen von Moskau und Paris gestellt hat, sind so außerordentlich hoch, daß selbst der Finanzminister Kalfus verzweifelt. Denn die Abdeckung der durch kurzfristige innere Anlei- hen entstandenen Verschuldung, die seit 1931 um über 15 Milliarden Tschechenkronen auf über 39 gestiegen ist, ist ebenso unmöglich wie die Auf­nahme neuer Anleihen, da die regulären Einnah­men des Staates nicht zureichten, um die laufenden Ausgaben zu decken. Für die Verzinsung der in­neren Schuld blieb keine Tschechenkrone übrig. Un­ter diesen Umständen ist es auch bemerkenswert, daß der tschechische Finanzminister die Möglichkeit der Aufnahme einer auswärtigen Anleihe über­haupt verneinte.

In der Tschechoslowakei hat man seit Jahren da­mit gewirtschaftet, daß man die Voranschläge des Staatshaushaltes auf dem Papier mit Überschüssen aueftattete, während in Wirklichkeit der Rech­nungsabschluß jedes Jayres ein Defizit brachte. Im Jahre 1933 sollten nach dem Voran­schlag 2 Millionen Tschechenkronen als Plus gebucht werden. Der Rechnungsabschluß ergab einen Fehl­betrag von nicht weniger als 2,2 Milliarden. Im Jahre 1934 betrug er 1,1, im Jahre 1935 3, im Jahre 1936 2,4 Milliarden und für das kommende Jahr wird mit einem Fehlbetrag von sogar 4 Mil­liarden Tschechenkronen gerechnet. Statt der nach den Voranschlägen zu erwartenden Überschüsse von 6 Millionen Tschechenkronen ist in Wirklichkeit ein Fehlbetrag von 8,6 Milliarden entstanden, für den keinerlei Deckung vorhanden ist. Man hat zwar versichert, man wolle eine Einsparungspolitik betreiben, und die Finanzkommissionen haben den Voranschlag für das kommende Finanzjahr halbiert. Aber solche Maßnahmen stehen nur auf d e m Papier.

Auch in der Deckungsfrage für die laufenden Fehlbeträge zeigen sich die Schwierigkeiten. Eine Vermögensabgabe, so wurde aus Kreisen der Regierungsparteien auf eine dahingehende Frage der Regierung erwidert, erfordere einen zu kostspieligen Verwaltungsapparat. Eine progres­sive Vermögenssteuer auf Haus- und Grundbesitz findet den Widerstand der stärksten Regierungspartei, der Agrarier. So scheint nichts übrig zu bleiben, als durch neue Steuern die Kosten für die Rüstungsausgaben usw. zu decken. Die Sudetendeutschen haben bereits dagegen energisch proteftiert, daß der an und für sich schon sehr niedrige Lebensstand der 3,5 Millionen Sude­tendeutschen durch fiskalische Maßnahmen noch weiter herabgedrückt wird. Die Wirkung dieses Finanzelends auf die Prager Börse ist durch die verschiedenen Regierungserklärungen nicht ab« geschwächt worden. Ein schwarzer Tag folgt dem andern. Die Aktien der Tschechoslowakischen Natio­nalbank sind nicht unterzubringen, die Rüstungs­papiere der Skodawerke liegen augenblicklich noch schlechter als 1936. Eine beträchtliche Anzahl von Papieren hat mehr als 50 v. H. ihres Kurswertes verloren. Seit dem 20. April 1937 betragen die Kurseinbußen rund 4 Milliarden Tschechenkronen.

D.S.

Kleine voliiiscke Nacbricbten.

Der Führer stattete der Internationalen Jagdaus st ellung einen Besuch ab. Er besich­tigte eingehend fast sämtliche deutschen und aus­ländischen Abteilungen, wobei Oberstjägermeister S ch e r p i n g die Führung übernahm.

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Ministerpräsident Generaloberst Göring besich­tigte eingehend die gesamten Vorhaben der Reichswerke AG. für Erzbergbau und EisenhüttenHermann Göring" im Salzgittergebiet. Insbesondere wurden die Standortbedingungen für den Bau der Hüttenwerke untersucht und der Platz B l e ck e n st e d t als Bau­plan. für die zu errichtenden Werke bestimmt.

Auf der in Essen abgehaltenen Tagung des Bundes Deutscher Osten, auf der nam­hafte Kenner die Ostsragen behandelten, sprach der Danziger Gauleiter, Forster, über das Thema Grenzkamvf im Osten". *

Die zwischen dem deutschen und dem tschecho­slowakischen Regierungsausschuß in Hamburg geführten Wirtschaftsverhandlungen sind zum Abschluß gebracht worden. Es wurde eine Reihe von Abkommen gezeichnet, die den beider­seitigen Waren-, Zahlungs- und Reise­verkehr für 1938 regeln. Durch die neuen Ver­einbarungen ist eine Ausweitung des gegenseitigen Warenverkehrs und die reibungslose Abwicklung des gesamten Zahlungsverkehrs sichergestellt.

König Georg von Griechenland traf zu einem mehrtägigen Besuch in England ein. Er wurde von Vertretern des Hofes und des eng­lischen Außenamtes empfangen.

Für alle Temperaturen des Winterhalbjahrs (von + 15° bis30°)