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Aus der engeren Heimat
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41 Fortsetzung.
(Nachdruck verboten.)
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SCHWARZKOPF
Sendebezirk). Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Das macht Laune! Fideles Schallgeplätscher in Wort und Ton. 15.15: Volk und Wirtschaft. 15.30: Ein frohes Singen und Spielen der Jugend am Rhein! 16: Nürnberger Tand. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Unsere Spaten sind
LPD. Straße
Tödlich verunglückt.
Bad-Nauheim, 7. Juli. Auf der zwischen Steinfurth und Bad-Nauheim er-
da die mit die auf
starrig und ungemütlich. Wenn er die Anna so weit brachte, daß sie seinem Buben die kalte Schulter zeigte, würde das mit der Moosrainerin wohl bald in die Reihe kommen, und dann war keine Gefahr mehr. Wenn er nur wüßte, wie er mit der Anna daran wär'. Die benahm sich undurchsichlig wie ein Brett. Beim Marti kannte man, daß es lichterloh brannte. Aber von der Anna wußte man nichts.
ordentlichen Hof 'runter, weißt, die sich in unferm Sach' auskennt. Was meinst, was es bei uns Arbeit gibt! Da hat eine Bäuerin nix Gutes im Leben, hörst!"
©er Juchs in der Bauernküche.
LPD. Aus dem Vogelsberg, 7. Juli. Mit einer beispiellosen Dreistigkeit raubte schon seit einiger Zeit in dem Vogelsbergdorf Nieder- M o o s ein Fuchs, der einen Wurf Jungfüchse zu betreuen hatte, alles zusammen. Nicht nur Hühner,
„Nein, Herr Bürgermeister. Hätten Sie ihn qe- braucht?" ö
1,57 Mark, feine Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Landbutter 1,42 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse C 9%, ungezeichnete 8, Wirsing, VA kg 20 bis 25, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 22 bis 25, gelbe Rüben 20 bis 25, das Bündel 10 bis 15, Spinat 25, Römischkohl 10 bis 12, Bohnen, grün, 29 bis 35, gelb 30 bis 35, Erbsen 20 bis 30, Tomaten 40 bis 50, Rhabarber 10 bis 12, Pilze 45 bis 50, Kartoffeln, neue 8 bis 9, Pfirsiche 50, Himbeeren 30 bis 45, Birnen 28 bis 40, Kirschen 35 bis 50, Heidelbeeren 30 bis 35, Stachelbeeren 15 bis 35, Johannisbeeren 15 bis 22, Erdbeeren 45 bis 55, Suppenhühner 90, Blumenkohl 10 bis 60, Salat 10 bis 20, Salatgurken 10 bis 35, Einmachgurken 3 bis 8, Oberkohlrabi 5 bis 8, Rettich 5 bis 20 Pf.
Waffen der Ehre. Unsere Soldaten der Arbeit singen und musizieren. 20: Schönes Italien. Kleine Reise nach dem Süden. 21: Als Einlage: Zeitangabe und Nachrichten. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Wir tanzen in den Sonntag. 24 bis 1: Nachtkonzert.
Für 20 Pf.: mit „Haarglanz“-Bad
Für 30 Pf.: mit „Haarglanz"-Wirkung bei der Wäsche
Diese Erfrischung können Sie sich ohne Sorge wöchentlich gönnen — wenn Staub und Hitze es erfordern, sogar noch öfter! Bedingung Ist aber Wäsche mit
milden Spezialmitteln, die kein Alkali und keine Kalkseife im Haar zurücklassen, also mit
„So, der Martl soll heiraten? Was Sie nicht sagen, Herr Bürgermeister? Eine hiesige?"
„Nein. Eine aus Deichting. Die 2)11^.:.....- Dheres. Eine Stattliche, Große, Saubere, mit einem Schneuztüchel voll Geld. Er braucht eine von einem
JtunOfunfprogramm.
Freitag, 9. Juli.
6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Hausfrau, hör zu! 9.45: Mutter turnt und spielt mit dem Kinde. 11.45: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund. 15.15: Volk und Wirtschaft. Allerlei vom Kleinvieh. 16: Unterhaltungskonzert. 18: Zeitgeschehen im Funk. 19: Im Rhythmus der Freude. 21: Nachrichten. 21.15: Nordische Musik. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.20: Aus Washington: Worüber man in Amerika spricht. 22.30: Musik zur Unterhaltung. 24 bis 1: Nachtmusik.
Samstag, 10. Juli.
6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Bäderkonzert. 9.30: Hausfrau, hör zu! 11.40: Gaunachrichten. 11.50: Deutsche Scholle. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem
Entrahmte Milch wehrt Krankheiten ab!
Don Or. phil. habil. Banmgäriel.
Die in der „Stadt Wetzlar" abgehaltene Bezirksversammlung des Hausbesitzeroereins wurde von Albin Klein geleitet, der insbesondere den Redner des Abends, Rechtsanwalt Dr. Wämser, begrüßte, der über das „Vermieterpfandrecht" sprach. Der Vortrag war wegen besonderer Wünsche angesetzt, und der Redner ging dabei auch auf die Anlässe dazu ein. Er betonte, daß dem Hausbesitzer grundsätzlich ein Recht auf die eingebrachten Sachen des Mieters zur Befriedigung seiner Mietforderun- gen zustehe. Als die dem Vermieterpfandrecht unterstehenden Sachen gelten in erster Linie Möbel. Wichtig sei, daß sie der Mieter einbringe, deshalb sei in den Einheitsmietoerträgen die Unterschrift von Mann und Frau vorgesehen. Der Redner betonte, daß der Vermieter die Miete nicht lange hängen lassen dürfe, weil es dann schwierig werde, die aufgelaufenen Rückstände überhaupt zu bekommen. Beim Auszug eines Mietschuldners stehe dem Hausbesitzer das Recht eines Gerichtsvollziehers zu. Er dürfe selbst Möbelstücke in Besitz nehmen und sie sicherstellen. Wenn der Mieter sich sträube, könne der Hausbesitzer eine einstweilige Verfügung am Gericht, die ihm sofort erteilt werde, beantragen. Wenn der Mieter absichtlich heimlich Gegenstände, die zur Befriedigung des Vermieters dienen könnten, aus dem Haus schafft, liege Pfandverschleppung vor. Für den Hausbesitzer sei es ratsam, rechtzeitig seinem Mieter zu sagen, auf welche Sachen er Beschlag legen wolle. Natürlich muß der Hausbesitzer sich davon überzeugen, daß diese keinen Eigentumsvorbehalten unterliegen. Für den Hausbesitzer sei es ferner wichtig, daß er beim Auszug eines Mietsäumigen sofort die Gegenstände festhält, wozu ihm ein Recht eingeräumt sei. Die Polizei habe mit diesen Dingen nichts zu tun. An Hand von praktischen Vorfällen gab der Rechtsanwalt aufschlußreiche Ratschläge für eine beiderseitig zufriedenstellende Vermeidung solcher Vorfälle. Frl. Launspach besprach eine Reihe neuer steuerlicher Fragen und erteilte Auskünfte, die für den einzelnen sehr wertvoll waren.
Wegen der Beschaffung der für das Ern äh- rungshilfswsrk notwendigen Eimer wurde
Vortragsabend im Hausbesiherverein
Vechtsanwalt ©r. Wämser: ,©ae< Vermieter-Pfandrecht".
feine Ueberredungskünste. Für das erstemal war genug dischkriert. Gut Ding braucht lange Weil'.
„Eine Frau muß man doch mögen, Vater!"
„Ach was — mögen! Das kommt von selber. Deine Mutter selig hat mir auch mein Vater zugebracht. Deswegen haben wir doch gut miteinander gehaust. Also- das mit der Theres überlegst dir! Punktum!"
Als der Martl die Gute Stube verlassen hatte, ging der Gsodmair an den großen fichtenen Wäscheschrank und fing das Herumkramen an. Versonnen betrachtete er das viele Leinen, an das seine verstorbene Frau ihr Herz gehängt hatte. Dann begann er auszuräumen, hier ein Stück, dort eines.
„Also dann zählen wir noch einmal!" murmelte er. „Zwei Bettücher, zwei Ueberzeug, vier Kissen, zwölf Taschentücher, sechs Handtücher; so, das wird langen. Wird ein sappermentischer Packen! Hoffentlich begegnet mir keiner."
eine Verhandlung mit der Kreisleitung der'NSV. angebahnt.
Albin Klein wies im Rückblick auf die letzten Hausbesitzerverbandstagungen auf die Anerkennung des Hausbesitzers als sehr notwendigen Stand hin und sprach damit im Zusammenhang den Wunsch aus, daß sich ein gutes Einvernehmen zwischen Vermieter und Mieter immer mehr durchsetzen möge. Beide Partner hätten ihren Verpflichtungen nachzukommen. Namentlich bei den gemeinsamen Interessen im Hause, der Waschküche, Bleiche usw. müsse verständnisvolle Zusammenarbeit möglich sein.
Es wurde weiterhin die Anregung gegeben, um den Gedanken der Gemeinschaft unter den Hausbesitzern zu pflegen, außer dem gemeinsamen Besuch von Veranstaltungen, auch Ausflüge zu veranstalten, die alle Hauseigentümer zum praktischen Gedankenaustausch zusammenführten.
Mit Recht hat man die Milch als „Quelle der Dolkskraft" bezeichnet; enthält sie doch alle zum Aufbau und zur Erhaltung des menschlichen Körpers lebensnotwendigen Nährstoffe, das heißt neben Wasser (87,6 v. H.) und gewissen für Blut- und Knochenbildung wichtigen Mineralsalzen (0,75 v. H.) vor allem Eiweißkörper (3,5 v. H.), Kohlehydrate (4,6 v. H.) und Fett (3,5 v. H.), deren ernährungsbiologische Verwertung im Serbauungsaft noch dadurch gefördert wird, daß sich diese Nährstoffe in einem für ihre Aufnahme bestgeeigneten Zustand in der Milch vorfinden.
Die neuzeitliche Zentrifugalentrahmung der Vollmilch, welche zur Herstellung von Qualitätsbutter notwendig ist, führt zur entrahmten Milch, welche — außer Spuren von Fett — alle wertvollen Nährstoffe der Vollmilch in unverminderter Kraft enthält und daher ein billiges, nährwertreiches sowie bekömmliches und gesundes Volksnahrungsmittel darstellt. Die entrahmte Milch eignet sich vorzüglich für Trink-, Koch- und Backzwecke und kann auf einfachste. Weise auch zur Gewinnung von Speise- auark verwendet werden, der — mit Salz, Pfeffer, Kümmel, Zwiebel und Schnittlauch gewürzt — als Brotaufstrich oder mit Salzkartoffeln genossen sich großer Beliebtheit erfreut. Mancher Hausfrau bietet der Speisequark ein willkommenes Füllmaterial für Kuchen und sonstiges Backwerk, das erfahrungsgemäß nicht nur ganz vorzüglich schmeckt, sondern auch sehr gut bekommt und sättigt.
In der entrahmten Milch und in dem hieraus bereiteten Speisequark liegt ein vorzügliches Eiweißnahrungsmittel vor. Die Eiweißkörper der entrahmten Milch find in gequollener Form äußerst fein verteilt, weshalb das Milcheiweiß nicht nur leicht vom Körper ausgenommen und vertragen wird, sondern auch in seltener Weise zum Aufbau und Ersatz des menschlichen Körpereiweißes ausgenutzt werden kann. Zum Unterschied von Fleisch-, Fisch- und Getreideeiweiß enthält nämlich das Milcheiweiß alle jene naturnotwendigen Bausteine, aus denen sich das menschliche Körpereiweiß bilden kann. Dazu kommt, daß die Verarbeitung des Milcheiweißes im Verlauf der Verdauungsoorgänge keinerlei nachteilige Spaltprodukte entstehen läßt. Der Genuß von Milcheiweiß führt zu einer Entgiftung des Verdauungskanals, weil das Milcheiweiß eben infolge einer feinflockigen, gequollenen Form giftbindend virkt, was in der praktischen Heilkunde dazu ge- ührt hat, daß man bei Magen- und Darmvergif- tungen flüssige Milch als wirksame Gegenmittel verabfolgt. Beiläufig sei bemerkt, daß reichlicher Milchgenuß auch bei Darmstörungen infolge Tabakmißbrauchs sehr zu empfehlen ist.
Was die Kohlehydrate der entrahmten Milch an-
von der Veterinarklinik bis zur Stadtgrenze, wurde mit Splitt und Teer neu eingeebnet. An einzelnen Stellen war die Fahrbahn sehr schlecht geworden; namentlich kmrz hinter der Eisenbahnerwohnkolonie fanden sich große Schlaglöcher vor. Schon seit Jahren ist der Fahrdamm hier immer feucht, vermutlich durch Hervortreten von Grund- oder Quellwasser, obwohl die Straße kanalisiert ist. Auch die Radfahrwege wurden mit Teer und Splitt bearbeitet und sind jetzt in bestem Zustand. Gegenwärtig werden an der Crednerstraße ebenfalls Verbesserungsarbeiten vorgenommen. Erhebliche Ausbesserungen wurden auch an der Grünberger Straße (zwischen Volkshalle und dem Walde), ferner in der Licher Straße (zwischen der Haltestelle der Straßenbahn und dem Bahnübergang) vorgenommen. An diesen beiden Straßen waren die Reparaturen dringend nötig geworden.
Amtsgericht Gießen.
Der E. S. aus Watzenborn-Steinberg hatte wegen Verstoßes gegen das Lebensmittelgesetz durch Strafbefehl eine Geldstrafe von 60 Mark erhalten. 2Iu; den Einspruch des Angeklagten hin kam es gestern zur Verhandlung vor dem hiesigen Amtsgericht. Der Angeklagte hatte am 11. Februar 1937 in seiner Bäckerei in Watzenborn Brötchen als Milchbrötchen verkauft, obwohl die Untersuchung durch einen Sachverständigen ergab, daß für die Herstellung keine Milch verwandt worden war. Der Angeklagte erklärte gestern, seine Brötchen hätten durch Zusatz von Fett denselben Nährwert, wie Milchbrötchen gehabt. Im übrigen sei es nicht seine Absicht gewesen, minderwertige Ware unter dieser Bezeichnung in den Verkehr zu bringen, sondern es sei ihm lediglich eine Unae- nauigkeit in der Ausdrucksweise unterlaufen. Da dem Angeklagten dies nicht zu widerlegen war, mußte die Anklage wegen vorsätzlichen Verstoßes fallengelassen werden. Das Urteil lautete wegen fahrlässiger Anbietung von Lebensmitteln unter irreführenden Bezeichnungen auf 2 0 Mark Geldstrafe. Der AngeUagte nahm die Strafe sofort an.
Der Martl beguckte seine Stiefelspitzen und jagte nicht gicks und sagte nicht gacks. Müßt' mir schon eine, dachte er, und der Schmerz um die Mutter vertröpfelte ein wenig. Dann kratzte er sich den Hals. Der Bürgermeister sah seinen Aeltesten schief von der Seite an und ärgerte sich über diese Mundfaulheit.
„Alsdann, daß wir zur Sach' kommen. Ich hab' dir schon eine ausgesucht. Die Moosrainer-Theres aus Veichting. Eine brave Person, arbeitsam und sauber vom Herschauen! Kriegt 9000 Markt bar auf die Hand; ein schönes Geldl, wenn man bedenkt. Könnten dem Kern die untere Wiese abkaufen damit und die Scheuer Herrichten lassen. Das wär' ihre Photographie. Was meinst?"
Er schob dem Martl auf der Tischplatte ein Bild hin. Anschauen kostet ja nichts, überlegte sich der und besah die Moosrainer-Theres. Bu, das ist keine für dich! dachte der Martl, zog den Mund herunter und schob das Bild vorsichtig zurück.
„Was hast denn auszusetzen an der?" forschte der Gsodmair mißtrauisch.
„Das Ganze halt--"
„Freunder!, ich hör dich schon gehen! Kommst nur wieder mit der Anna daher? Die schlag' dir gefälligst aus dem Kops, das hab' ich dir schon ein paarmal gesagt! Wie ein Büffel ist der Kerl!" schimpfte der Gsodmair wütend.
„Wenn ich die Anna nicht krieg', freut mich die ganze Heiraterei nicht!" begehrte der Martl auf. „Heirat halt du die Moosrainerin!"
„Red nicht so saudumm daher, sonst sangst eine! Ich heirat' überhaupt nimmer. Also bu, das überlegst dir noch einmal! Das Bildl lass' ich da. Kannst dich einstweilen anfreunden damit. Ihr Jungen seid ja so dumm, daß ihr brummt! Wo findest du denn gleich wieder eine, die 9000 Markt mitkriegt? Bei der Zeit? In Wirklichkeit schaut sie viel jünger aus wie aus dem Bild", beendete der Bürgermeister
Er schichtete alles fein säuberlich auf einen Stoß, holtL braunes Einwickelpapier in der Kammer und ein halbes Dutzend von den goldgelben Schmalznudeln, die noch von der Trauerbewirtung waren. Ein bissel zäh waren sie schon, aber Anna hatte ja gute Zähne. Dann belud er sich diesen Geschenken, schlich wie ein Indianer knarrende Stiege hinab und verließ den Hof dem Umweg durch den Stall.
Als er ankam, stand die Anna verträumt zwischen den Gartenbeeten. Sie hatte das weiß-grün gestreifte Waschkleid an, das ihr Jost aus der Stabt einmal mitgebracht hatte, unb dieses war natürlich 3U kurz, weil Männer nicht einkaufen können. Sie hatte bie braunen nackten Arme auf den Rechenstiel gestützt und fat) in solcher Haltung einer Nymphenburger Porzellangärtnerin nicht unähnlich. Die Vormittagssonne schlug helle Funken aus ihrem rötlichen Haar. Rings um sie blühte der Vorsommer, Türkenbund, Rittersporn und Flammende Herzen. Auch Malven waren da und Phlox und Verbenen Nur die zu spät eingepflanzten Rasen besaßen einen Knacks und wollten nicht recht gedeihen. Anna lag im Kampf mit Unkraut und einer besonderen Sorte von Käfern, die hinterlistig die Wurzeln anfraßen. Augenblicklich war Gefechtspause.
„He, Anna! Ist dein Doktor da?"
Die Anna hörte sehr gut und erwiderte schnell und schnippisch: „Gott, Arbeit habe ich auch! Mehr als genug! Da redet man nicht davon."
„Aber keine solche, laß dir sagen. Eine Bäyerin muß mit den Hühnern heraus unb zuwerkeln, bis sie abenbs ins Bett fallt. Eine Bäuerin muß sich bücken, bis ihr das Kreuz abbricht, und Mist breiten unb Kartoffeln hauen unb was weiß ich. So eine Bäuerin hat nix zum Lachen, Anna!" Der Gfobmair tat einen tiefen Seufzer nach biefem langen Diskurs. Fein hab' ich ihr bas hingesagt, völlig biplomatisch! dachte er zufrieden. Er hatte alles Wohlwollen für bie Anna, Gott wußte es, aber sobald es um ben Martl ging, starrig und ungemütlich. Wenn er o
** Eine Achtzigjährige. Am morgigen Freitag, 9. Juli, begeht Frau Mathilde Groe- n i n g e r Witwe, geborene Ferber, Steinstraße 59, in voller körperlicher und geistiger Frische ihren 80. Geburtstag. Die Jubilarin entstammt einer alten Gießener Familie; sie kann ihren Geburtstag im Kreise von sechs Kindern, fünf Enkeln unb zwei Urenkeln begehen. Seit über 50 Jahren ist Frau Groeninger treue Bezieherin des Gießener Anzeigers.
** Der Bund heimattreuer Schlesier (Deutscher Ostbunb), Bunbesgruppe Gießen, hielt im „Pfälzer Hof" eine Versammlung ab, bie in erster Linie der Werbung für die Sängerfahrt nach Breslau galt. Die Beteiligung an dieser Fahrt oedeutet eim Stärkung des Grenzlanddeutschtums. Es besteht die Möglichkeit, im Anschluß an die Breslauer Tage die schlesischen Bäder und Gebirge aufzusuchen. Mit den Sängern, von denen etwa 150 aus dem Kreise Gießen die Fahrt nach Schlesien mitmachen, wird auch eine Gruppe der hiesigen Schlesier in die Heimat fahren. Anschließend an die Fahrtbesprechungen fand ein gemütliches Beisammensein statt.
**Straßen-Ueberholungen. In den letzten Tagen und Wochen wurden im Südteil unserer Stadt umfangreiche Straßenverbesserungsarbeiten vorgenommen. Die Frankfurter Straße, |
WMeiliMWM
Roman von Walther Kloepffer
Copyright 1936 by August Scherl G. m. b. H., Berlin.
betrifft, so handelt es sich hierbei um den wertvol- len „Milchzucker", durch den die Milch einen mildsüßen Geschmack erhält unb gewissen Bakterienarten einen willkommenen Nährboben bietet, ohne baß burch biese Bakterienvegetation unbebingt eine Beeinträchtigung der Genutztauglichkeit ber Milch aüftreten müßte. Im Gegenteil: bie vielen praktischen Erfahrungen, welche man mit Sauermilch, Joghurt, Kefir, ähnlichen Milchgärprobukten und nicht zuletzt mit Speisequark gesammelt hat — bie feit Jahrtausenden nicht nur als köstliche Erfrischungen genossen, sonbern auch von ber Volksmebizin als wirkungsvolle Heilmittel empfohlen werben —, bestätigen immer roieber bie natürliche Nähr- und Heilkraft ber Sauermilch unb bes Quarks. Die natürlichen Milchkeime, die „Milchsäurebakterien", bilden nämlich aus dem Milchzucker bie Milchsäure, bie — wie zum Beispiel auch im Sauerkraut — eine Art von barmbesinftzierenber Wirkung ausübt, weil sie die im Darm auftretenben Fäulniserreger unter» brückt und die Entwicklung einer fäurebilbenben Bakterienflora förbert. Die Milchsäure begünstigt ferner auch bie Wirksamkeit lebenswichtiger Verbauungssäfte unb steigert bie natürlichen Darmbewegungen, was begreiflicherweise alles der biologischen Nahrungsvermertung im Verlauf des 23er» bauungsaftes zugutekommt. Nicht unerwähnt fei schließlich, baß im Verlaufe ber Milchsäuerung auch bas Milcheiweiß in gewisser Weise ausgeschlossen wird, was naturgemäß die Eiweißverdauung unterstützt. Aus dieser Erkenntnis pflegt man an Säuglinge und an körperliche schwache, unterernährte und genesende Menschen natürlich oder künstlich gesäuerte entrahmte Milch mit besonderem Heilerfolg zu verabreichen.
In der Gesamtheit dieserWerteigenschaften, welche die entrahmte Milch als berufenes Volksnahrungsmittel kennzeichnen, spielt schließlich noch der natürliche Reichtum ber entrahmten Milch an wertvollen Mineralsalzen eine bebeutsame Rolle. Die mit der entrahmten Milch aufgenommenen Mineralsalze bewirken Blut-, Knochen- unb Nervenbilbung; sie führen zu gesunber Muskelkraft unb Nervenstärke. Regelmäßiger Genuß von entrahmter Milch im süßen ober gesäuerten Zustand, als Speisequark ober als Quarkgebäck hat eine frische, reine Haut- unb Gesichtsfarbe zur Folge. Er bietet dem Körper natürlichen Schutz gegen 23erbauunsleiben unb Alterungs- schäden. Das Eiweiß ber entrahmten Milch reinigt unb entgiftet ben Körper vor den schädigenden Stoffwechselschlacken unb verleiht ihm eine natürliche Abwehrkraft gegen Krankheiten. Es liegt daher im Interesse unserer Volksgesundheit, wenn bie entrahmte Milch als Volksnahrungsmittel überall anerkannt unb verzehrt wird!
„Das nicht", brummte der Gsodmair so beiläufig unb schubste sein schweres Paket in ben anberen Arm. „Einen schönen Garten hast du beinanb’l"
„Gefällt er Ihnen? Das ist recht! Haben Sie Zeit? Dann führe ich Sie herum unb zeige Ihnen noch meine anderen Sachen." Sie geleitete ihn voller Stolz hinters Haus, unb er mußte alles gebührend bewundern, das Milchschaf, die zwei Ziegen, das junge rosige Schwein, bie Brahmaputrahühner unb das Stallhasenpaar Fips-Euphro- sine, wegen dem der Igel endgültig ausgezogen war.
„Der reine Bauernhof!" lachte der Gsodmair und erschrak hinterher ein bißchen über bie drei Worte. „Und Arme haft wie noch mal eine Dirn! So braun unb so fest. Die hiesige Luft schlagt dir gut an, scheint's."
„Sehen Sie mal ben Bizeps! Sie bürfen ruhig hingreifen! Das find Muskeln, nöch? Ich will mich ja nicht loben, aber einen halben Zentner stemme ich!" sagte sie ernsthaft.
„Was ich sagen will, Anna: Ich hab' dir da ein bissel was von meiner seligen Frau mitgebracht. Wäsche. Wirst sie brauchen können, denk' ich. Mußt dich nicht grausen davor; sie ist ganz neu."
„Ach, so schönes Linnen! Das kann ich ja gar nicht annehmen, Herr Bürgermeister!" lobte sie erfreut,
„Nimm nur! Es ist dir vergönnt. Hab' dir eine Freude machen wollen."
„Dann danke ich halt herzlich! Schad' um bie arme Frau!"
„War schon recht, mein Reserl. Aber da kannst nix machen. Der Beinbimann holt uns alle, wie wir da sind."
„Wird dem Marti arg sein. Er sieht recht blaß aus."
„Ist uns allen arg. Aber man kann nicht immer bloß auf bie Toten schauen; die Lebenden verlangen auch ihr Recht. Auf so einen Hof muß wieder eine Bäuerin. Ich heirat' nimmer; muß es der Marti machen. Was mir grab einfällt — von der Wäsch' da brauchen die Meinigen nichts zu wissen, verstanden?"
„Die Theres ist recht tüchtig. Wir sind auch ein wenig in der Verwandtschaft. 9000 Mark! kriegt sie mit. Der Marti kann von Glück sagen mit der."
„Dann kann man ja gratulieren", sagte die Anna langsam. „Die Männer sind ein komisches Volk! Mit denen lernt man nie aus!" setzte sie spöttisch hinzu. Aber innerlich war sie voll Zorn. Bei ihr redete der Marti große Töne, schnurrte wie ein verliebter Kater herum, und dann bandelte er mit der von Veichting an. Sa einer! Nicht, daß sie sich gerade extra viel aus dem Marti gemacht hätte, aber weh tat die Enttäuschung doch.
Der Bürgermeister war der Ansicht, daß das Wichtigste gesprochen war unb die Anna für alle Fälle Bescheid wußte, wie der Hase lief. Wenn sie gescheit war, ließ sie den Martl links liegen. Er verabschiedete sich mit ein paar freundlichen Worten unb roanberte auf Schleichwegen heimzu.
Die Anna aber biß grimmig in eine Schmalz- nudel unb bachte: Oh, ihr Mannskerle, ihr schlechten, ihr ganz schlechten! Auf keinen von euch ist ein Fünkchen Verlaß! (Fortsetzung folgt.)
eignete sich ein folgenschwerer Verkehrs- Unfall. Ein Junge fuhr mit einem Leiterwagen die stark abfallende Straße hinab. Im gleichen Augenblick kam von Steinfurth ein schwer beladener Lastkraftwagen mit Anhänger, auf den der Junge auffuhr. Bei dem Anprall wurde ber Junge zur Seite geschleudert. Der Fahrer des Lastwagens teuerte, um weiteres Unglück zu vermeiden, sein Fahrzeug stark nach rechts unb geriet dabei in einen Graben. Der Kraftwagen fuhr gegen ein Baum, wobei der Beifahrer her- ausgeschleubert wurde. Der Fahrer wurde i m Wagen eingeklemmt unb so schwer verletzt, daß er kurz nach feiner Einlieferung ins Bad-Nauheimer Krankenhaus fta r L. Auch ber verunglückte Junge mußte ins Krankenhaus eingeliefert werden, während der Beifahrer mit leichten Verletzungen davonkam.
n öi hi in


