Ausgabe 
8.7.1937
 
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Senats gescheitert. In senatorischen Kreisen heißt es, man habe Blum die geforderten Voll­machten nicht aus Besorgnis vor einer kräftigen Initiative verweigert, sondern umgekehrt aus Miß­trauen gegen seine Entschlossenheit, eine energisch durchgreifende Gesundungsaktion der Finanzen zu unternehmen, und aus Furcht vor Halbheiten unter dem Druck der Gewerkschaften und der Straße. Entscheidend für die Haltung des Senats soll ein Schreiben der beiden Finanzexperten R i st und Baudoin gewesen sein, die ihren Rücktritt als amtliche Berater der Regierung erklärten und fol­gendes Sanierungsprogramm als notwendig be­nannten: Zwangskonoersion der französischen Staatsrente auf einen niedrigeren Zinsfuß, bedeu- dente Steuererhöhungen und Ersparnisse, endlich Verzicht auf die Festhaltung des Franken bei der gegenwärtigen unteren Grenze seiner Goldparität. In der Tat bewegt sich das neue Ermächtigungs­gesetz, das Chautemps unter dem Druck seiner bru­talen Offenheit von der Deputiertenkammer und dem Senat erhalten hat, auf diesen Linien. Die sog. ewige R e n t e", von altersher ein Stolz Frank­reichs, ist ohnehin auf den niedrigsten Stand seit der Währungskrise von 1926, nämlich auf 60 v. H., gesunken. Dem entsprechen die Aktienkurse.

Die Grundfrage heute in Frankreich ist die, ob sich das Vertrauen der bürgerlich-be- sitzlichen Schichten in die Regierungsführung wird wiederherstellen lassen. DerTemps" drückt das mit einem treffenden Wort dahin aus, der neue Ministerpräsident habe zunächst die Aufgabe, wie­der ein der Gesundung günstigesK l i m a" zu schaffen, und er fährt dann fort:Man kann syste­matisch eine Politik der Massen machen, wie es die Politik von Herrn L6on Blum war, und man kann die Finanzen der Republik wieder in Ordnung bringen zwei verschiedene Dinge. Man kann sich politisch nach dem Klassenstandpunkt orientieren, oder finanziell nach dem Allgemeininterefse, aber man kann nicht gleichzeitig sich vornehmen, an das Vertrauen zu appellieren und alles Vertrauen un­möglich machen; auf die Wiederherstellung der Staatsfinanzen ausgehen und in Widerspruch zu allem treten, was dazu gehört, sie zu verwirklichen."

Damit wird Bezug genommen auf eine Ent­schließung, die von denGenossen L6on Blum und Paul Faure" auf dem Sozialiftenkongreß in Mar- saille demnächst vertreten werden soll. Blum ist Vizepräsident des Kabinetts und Faure ist gleich­falls Kabinettsmitglied. Die vorgefchlagene Entschlie­ßung besagt, es dürfe nicht erlaubt werden, daß die republikanische Verfassung dazu mißbraucht würde, das allgemeine Stimmrecht zu verfälschen; die Ereignisse hätten gezeigt, daß das Volksfront- Programm nicht ausreiche,um die Souverä­nität der Ration und die Unabhängigkeit demokra­tischer Regierungen gegenüber der Finanz- und Wirtschafts-Oligarchie sicherzustellen." Damit ist dem Senat, der zu allem Ueberfluß auch noch ausdrücklich genannt wird, und der nur in Ausübung feiner verfassungsmäßigen Rechte gehandelt hat, der Krieg erklärt.

Einstweilen haben Chautemps als Minister- präsident und Georges Bonnet als Finanzmini­ster die Vollmachten erhalten, und sie sind so weit­gehend. wie sie während der Dauer der Dritten Republik formell noch nie ein Kabinett vom Par­

lament bewilligt erhalten hat. Chautemps hat den Sozialisten schon einmal zu verstehen gegeben, daß es bei der radikalen Partei eine Grenze des Mit­gehens gäbe, und Bonnet hat, bevor er Botschafter in Washington wurde, dem sozialistischen Finanz­minister Auriol eine sehr scharfe Vorlesung über seine leichtsinnige Politik gehalten. Das Verhältnis zwischen Sozialisten und Radikalen hat sich im jetzigen Kabinett gegen das frühere so verschoben, daß fast alle wichtigen Portefeuilles jetzt in radi­kalen Händen sind. Moralisch hat die Volksfront­regierung in ihrem früheren Bestände abgewirt­schaftet, aber die Volksfront verfügt nach wie vor über eine starke parlamentarische Mehrheit und über die Massen. Zum mindesten tun das die Sozialisten und Kommunisten. Zunächst sind die Bedingungen für die äußere Ruhe bis zum Beginn des Herbstes vorhanden. Dann müssen die kraft des Ermäch­tigungsgesetzes getroffenen Maßnahmen dem Par­lament zur nachträglichen Genehmigung vorgelegt werden.

Weiterhin find zwei Dinge fraglich: ob der linke und der rechte Flügel bei den Radikalen noch Zusammenhalten werden, falls ein Konflikt zwischen den führenden Männern der neuen Regierung und den Sozialisten ausbricht, und ob der Befehl Moskaus an die Gewerkschaften zum Massen- fturm gegen dieVerschwörung der Finanz- und Wirtschafts-Oligarchie" (den berühmten zweihundert Familien) gegeben wird, oder wiederum zum Still­halten, damit es nicht zu dem letzten, bisher noch nie ergriffenen Hilfsmittel einer französischen Re­gierung kommt: Auflösung der Kammer vor Ablauf ihres Mandats und Ausschreibung von Neuwahlen. Hierüber wäre heute jede Prophe- zeihung noch verfrüht.

Aus aller Wett.

0er Mordprozeß Roloff.

Prenzlau, 7. Juli. (DRB.) Am Mittwoch wurde die Beweisaufnahme im Mordprozeß R o l o f f fortgesetzt. Die Zeugin Franziska Ft. hat den Angeklagten gelegentlich einer gemeinsamen Tä­tigkeit auf einem Gut kennengelernt. Roloff ver­sprach ihr die Ehe. Daraufhin vertraute sie ihm ihre Ersparnisse in Höhe von 200 Mark an. Als die Zeugin danach nichts mehr von chm hörte und Nach­forschungen anstellte, erfuhr sie, daß Roloff sich in­zwischen mit Hertha M. in Frankfurt a. d. O. ver­lobt hatte. Erschütternd gestaltete sich die Verneh­mung der 63jährigen Mutter des von Roloff ermordeten Landwirtes Albert Lüdke. Ihr Junge, so erzählte die Frau, deren anderer Sohn Otto im Frühjahr 1936 verstarb, hatte eine Stellung in einer Landwirtschaft. Eines Morgens sei er gekom­men und zeigte ihr eine Anzeige mit den Worten: Sieh mal, Mutter, hier steht eine schöne Anzeige, die ist richtig, darauf schreibe ich. Da habe ich auch bestimmt Erfolg." Es war die Lockanzeige R o - lo f fs.

In einer Pause erklärte Roloff, daß er nun­mehr eine genaue und wahrheitsgetreue Schilde­rung des Frauenmordes in Remlin ab* geben wolle, über den er vor der Polizei die ver­schiedensten Angaben gemacht hatte, wenn der Zu-

Schach-EFe.

Bearbeitet von K. Helling.

Ein kräftiger Gegenschlag.

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Die abgebildete Stellung entstand in einer Partie Schlage Zeitz zu Brandenburg. Weiß hat eine Figur mehr, aber der Springer e6 hängt, und außer­dem droht Da3+ nebst Sc3 matt. Dennoch kann der Weiße mit einem eleganten Kraftzug seine Stellung sichern und die Figur behaupten. Was zieht Weiß am stärksten.

Die Mitte wird gesprengt.

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Die abgebildete Stellung entstand in einer Partie Ernst Herrmann im Turnier zu Weidenau. Weiß ist am Zuge und kann sofort einen wichtigen Bauern gewinnen.

Was zieht Weiß am stärksten?

Lösung der SchachaufgabeUm die Dame".

Weiß: Kgl, Df4, Tc7, Tel, Lb5, Sd4, Ba4, b3, f2, g2, H2 (11). Schwarz: Kf8, Dd8, Ta8, Th8, La3, Lf5, Ba7, b7, e6, 16, g7, h6 (12).

1. 014X15. Nach e6X15 käme 2. Sd4Xe6+, KfSg8. 3. Tc7g7 matt; nach 1. ..., Dd8Xd4 erzwingt Weiß mit 015Xe6 baldiges Matt auf 17; nach 1. ..., Dd8Xc7 folgt 2. Sd4Xe6+ nebst SXD, und auch auf andere Art ist die schreckliche Drohung 2. Se6+ nebst SXD nicht abzuschwächen.

Lösung der SchachaufgabeGegen Dame und König".

Weiß: Kgl, Dc4, Tal, Tel, Lg5, Sbl, S16, Ba4, b2, c2, 12, g2, h2 (13). Schwarz: K18, Dd8, Ta8, Th8, Lc8, Lg7, Se7, Ba7, b7, c7, 15, g6, h6 (14).

1. TelXe7. (Droht 017 matt.) Dd8Xe7. (Nach Ke7 käme Sd5+ nebst LXd8.) 2. S16h7+ Th8Xh7. 3. Lg5Xe7, K18Xe7. 4. Dc3Xc7, und Weiß muß mit Dame gegen Turm und Läufer gewinnen, zumal der schwarze König schlecht steht und auch die übrigen Figuren nur schwer zur Wirkung kommen können. In der Partie geschah nodj 4. ..LXb2. 5. Ta2, L16. 6. c4, K17. 7. Te2, Th8. 8. Dd6! a5. 9. Sc3, Ta6. 10. Dd5+, Kg7. 11. Sb5, Tae6. 12. Sd6, Thd8. 13. KU, und Schwarz gab den aussichtslosen Kampf auf.

Oie Narrenkappe.

Narrenwih.

Anekdoten um Hofnarren werden inReemms Universum" erzählt: In B. gab es. einen Grafen, der konnte sich einen Narren leisten. Auf einem Gang durch die Straßen der Residenz erkühnte sich dieser, auf der rechten Seite feines Herren gehen Zu wollen.Ich dulde keinen Narren auf meiner Rechten!" wies der Graf den Narren zurecht.Aber ich!" entgegnete der Gerügte schlagfertig und ließ den Herrn auf seine Rechte.

Auch einem zornigen Herzog erging es mit seinem schlagfertigen Narren nicht besser. Als ihn dieser mal mit einem allzu kühnen Witz erbost hatte, rief er ungnädig:Du tätest wohl daran, mein Schloß zu räumen!"Sehr wohl" erwiderte der Narr hierauf mit gewinnender Höflichkeit,wenn du mir erlaubst, mit deiner Schatzkammer zu beginnen!"

Einern leibhaftigen König aber geschah es, daß ihm einmal die Sprgen über den Kops zu wachsen drohten. Finster blickte er auf feinen Narren, der trotz allem vergnügt war, und meinte dann seuf­zend:Wieviel schöner hätte ich's, wenn du der König wärst und ich dein Narr!" Aber der Ange­redete winkte erschrocken ab:Nur nicht, nur nicht! Denn was sollte ich mit einem so traurigen Narren anfangen?"

Merkwürdiges Duett.

Eines Tages geriet der französische Dichter Alexander Dumas in Streit mit einem jungen Offizier, und der Streit nahm so hitzige Formen an, daß schließlich nichts anderes übrig blieb als eine Forderung auf Pistolen. Nun galten aber beide Männer als gleich gute Schützen, und die Sekun­danten schlugen vor, daß man statt des Zufalls der Waffen lieber den Zufall des Loses entscheiden las­sen sollte. Der Verlierer sollte sich selbst erschießen. Die beiden Gegner waren einverstanden und trafen sich mit ihren Sekundanten in einem kleinen Re­staurant vor Paris. Die Lose wurden gezogen, Du­mas zog den kürzeren. Mit ruhiger Würde nahm er die Entscheidung auf, vergab seinem Gegner mit rührenden Worten und nahm von allen ernsten Ab­schied. Schweigend schritt er hierauf, die geladene Pistole in der Hand, zum Nebenzimmer und schloß hinter sich die Tür. Stumm blieben die anderen zu­rück und warteten bang auf den Knall, der ihnen das Ende des Dichters künden sollte. Endlich fiel der Schuß. Alles sprang auf und rannte zur Tür. Da wurde diese aufgerissen, und vor den Verdutz­ten stand Dumas, die rauchende Waffe noch in der Hand.Denken Sie sich das Unglück, meine Her­ren", rief er den ihn anstarrenden Genossen zu, ich habe vorbelgeschossen."

hörerraum geräumt wurde. Die Oeffentlichkeit wurde darauf im Interesse der Wahrheitsfindung ausgeschlossen, den Pressevertretern aber die An­wesenheit im Gerichtssaal gestattet. Roloff er­klärte dann mit stockender Stimme, aber doch zu­sammenhängend, die Vorgänge jener Mordnacht.

Vorsitzender:Ist das Ihr erster Mord gewesen?" Angeklagter:Ja."

Vorsitzender:Wie alt waren Sie damals?" Angeklagter:22 Jahre." (!)

Vorsitzender:Hatten Sie denn keine Hemmun­gen?"

Angeklagter:Ja, das schon, aber sie waren nicht so stark, daß sie mich von der Tat abhalten konn­ten."

Es kommt dann ein Brief zur Verlesung, den Roloff an die Kriminalbeamten gerichtet hat. Darin schreibt er, daß seine Sachen nun alle ge­klärt seien. Er habe außer den vier nachgewiesenen Morden weiter keinen Menschen getötet, und auch seine Angaben über den Mord an Kowalski ent­sprächen nicht der Wahrheit. Der Vorsitzende hält ihm eindringlich vor, sein Gewissen zu erleichtern und es auch zuzugeben, wenn er den Ehemann Kowalski umgebracht habe. Die Anklage würde in dieser Richtung nicht erweitert werden. Roloff bleibt aber habet, daß er darüber nicht sprechen wolle.

Im' weiteren Verlauf der Verhandlung wurden noch mehrere Zeugen über die Mordfälle Lüdke und K o ch a n gehört. Zwei Zeugen, die sich eben­falls auf die Lokalanzeige des Mörders gemeldet hatten, sind nur durch einen Zufall dem Tode ent­gangen. Den einen hatte Roloff versetzt, weil es sich in diesem Falle nach seiner Ansicht nicht lohnte, während der andere irrtümlicherweise an einer anderen Stelle als der von dem Ange­klagten angegebenen gewartet hatte und nur des­halb mit Roloff nicht zusammengetroffen war. Am Donnerstag wird die Beweisaufnahme fort­gesetzt. Außerdem werden die Sachverständigen ge­hört werden.

Französisches Flugzeug bei Kronstadt abgestürzt.

Bei Kronstadt stürzte eines der Flugzeuge ab, die von der französischen Regierung dem rumänischen Heere für Uebungszwecke zur Verfügung gestellt

wurden. Der Unfall erfolgte nach einem UebungS» flug mit französischen und rumänischen Militärflie­gern bei der Landung. Das Flugzeug geriet sofort in Brand, konnte aber von den Insassen noch rechtzeitig verlassen werden.

Vierköpfige Familie ums Leben gekommen.

Auf schreckliche Weise kam die gesamte Familie des Bauern G a jd a in dem Dorf Wolica bei Kra­kau ums Leben. In Abwesenheit der Eltern war das vierjährige Söhnchen in den Brunnen gefallen. Seine zwölfjährige Schwester, die ihm zu Hilfe kam, ertrank bei ihrem Rettungsversuch. Die ver­zweifelten Eltern nahmen sich, als sie von dem Tod ihrer beiden Kindern erfuhren, das Leben.

Schreckenstat in einem polnischen Dorf.

In dem polnischen Dorf Makowki bei Kielce schlug der 38jährige Bauer Cholewa in einem Wut­anfall feinen Nachbarn und dessen Ehefrau mit einer Axt nieder. In seinem Hause tötete er bann seine 10jährige Tochter und seinen 8jährigen Sohn und verletzte seine 71jährige Mutter schwer. Nach diesen furchtbaren Mordtaten erhängte sich der Bauer in dem nahen Walde. Der Zustand der beiden verletzten Frauen ist hoffnungslos. Der Nachbar ist feinen Wunden erlegen.

Sechs Menschen im Schlafe ermordet.

In dem polnischen Dorfe Lucewicze bei Brest am Bug überfielen Räuber den Besitzer eines Sägewerks. Dieser, seine Frau, fein Schwager, dessen Ehefrau und zwei Kinder wurden von Den Verbrechern im Schlafe ermordet. Die Mörder entflohen mit 1000 Zloty Bargeld.

Schweres Autounglück bei Nacht.

Ein schweres Verkehrsunglück trug sich in der Nacht zum Sonntag auf Der Köln-Bonner Autostraße zu. Ein aus Richtung Bonn kommender Personenkraftwagen fuhr in voller Fahrt gegen einen mit Langhölzern beladenen Anhängewagen, der von einer Zugmaschine gezogen wurde. Der An­prall war so heftig, daß sich die Langhölzer durch den Personenkraftwagen völlig hindurchbohrten. Der Fahrer des Wagens, ein 18jähriger junger Mann aus Köln, wurde auf Der Stelle getötet. Sein Mitfahrer trug sehr schwere Verletzungen da­von, ebenso der Beifahrer Der Zugmaschine.

9.Upori

0 chlechtes Segelwetter in der Rhön.

Trotz regen (Startbetriebs erwies sich der vierte Tag des Internationalen Segelflug-Wettbewerbes auf der Wasserkuppe als ergebnislos, da die Fort­dauer unbeständiger Witterung keinerlei Segelflug­möglichkeiten bot.

Am Samstag statten die 150 Teilnehmer des Sternfluges nach Frankfurt a. M., die am Freitag in Frankfurt eintreffen, unter Führung des Präsi­denten des Aero-Clubs von Deutschland der Wasser­kuppe einen Besuch ab.

Peter Riedel

bei den USA.-Segelmeisterschasten.

Einer unserer besten Segelflieger, der Darmstädter Peter Riedel, der sich seit mehreren Wochen in den Vereinigten Staaten aufhält und bei Flugver- anftaltungen Segelflüge vorführte, beteiligt sich jetzt bei den D8^.-Segelflugmeisterschaften, die in Elmira im Staate Neuyork durchgeführt werden. Der deut­sche Segelflieger erzielte die bisher beste Leistung im Wettbewerb mit einem Streckenflug von über 212 Kilometer, wobei er eine Höhe von 2560 Meter erreichte.

Deutsche Silberpfeile beimGroßen preis der Schweiz^.

Die deutschen Rennwagen, die jetzt nach ihrem neuen großen Erfolg aus Amerika zurückkehren, fehlen auch am 22. August im Großen Preis der Schweiz in Bern nicht. Auf der Brerngartenwald- Rennstrecke, wo erst vor wenigen Tagen Die Motor­räder im Kampf lagen, starten sechs Wochen später die schnellsten Wagen Der Welt. Mercedes-Benz wird mit vier bis fünf Wagen, die Auto-Union mit mindestens vier Fahrzeugen in die Ereignisse eingreifen.

Vier Silberne für die Hessen-Nassauische Motor-HI.

NSG. Auf dem diesjährigen vierten Reichstreffen der Motvr-HJ. im Harz konnten die Motor-Hitler- jungen des Gebietes Hessen-Nassau vier silberne Me­daillen erringen. Es sind dies die Hitlerjungen

IB ü ch n e r und G st ö s s e l aus Darmstadt, Scholz aus Mainz und Knöll aus Rüsselsheim. Die rest­lichen Teilnehmer fielen wegen Material- bzw. Rei­fenschadens aus.

Siebente Etappe derTour^.

Vauh zurückgefallen.

Von der Spitze verdrängt wurde am Mittwoch der Deutsche Erich B a u tz bei der Tour de France. Bautz traf auf der schweren Alpenstrecke Aix-les- Bains nach Grenoble über 228 Kilometerals 33. am Ziel ein und verlor 18 Minuten, so daß er im Gesamtergebnis hinter Dem Träger Des gelben Tri­kots, dem Italiener Bartali, und dem belgischen Ein­zelfahrer Vissers an die dritte Stelle zurückgefallen ist. Die 7. Etappe gewann Bartali (Italien) in 8:02,57 vor seinem Landsmann Camusso, den Fran­zosen Lapebie, Marcaillou, Laurent, Gallien und Frechaut. In der Nationenwertung liegt Deutschland hinter Belgien, Italien und Frankreich an vierter Stelle.

Kurze Sportnotizen.

Acht Nationen werden beim Internationalen Reitturnier vom 15. bis 19. Juli auf dem Reichs- sportfeld vertreten sein. Einen breiten Raum in der großartigen Programmfolge nimmt die internatio­nale Dressurprüfung ein, Die alljährlich einem ande­ren Land zur Durchführung übertragen wird.

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A ch t Goldmedaillen je eine für Einzel- und Mannschaftssieger der Wertungsgruppe wurden bei der beim 4. Reichstreffen der Motor-HI. am vergangenen Wochenende in Goslar, ausgetragenen Harz-Geländefahrt vergeben.

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Marieluise Horn wird sich zusammen mit der Berlinerin K ä p p e l an Den internationalen holländischen Tennismeisterschaften am 12. Juli in Nordwyk beteiligen.

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D r. Ritter von Halt hat die ehrenvolle Ein­ladung erhalten, bei dem am kommenden Sonntag in Stockholm stattfindenden Leichtathletik-Länder­kampf Schweden Holland als oberster Schieds­richter tätig zu sein. ,

lOO-dm-Vezirksmeisterschast der Radfahrer.

Neumann, Gießen siegt knapp vor preis.Stange ist Jugend-Sieger.

Die Rennfahrer des Bezirks Gießen im Deutschen Radfahrer-Verband trafen sich am vergangenen Sonntag in Krofdorf zu der Straßen-Meisterschaft. Die Strecke, welche 12 Kilometer länger war, stellte an die Fahrer hohe Anforderungen und führte von Krofdorf über Rodheim, Fellingshausen, Franken­bach, Zollbuche, Oberweitbach, Bischöfen, Herborn, Hermannstein, Hohensolms, Oberweitbach wieder zurück nach Krofdorf. Von den gestarteten Fahrern erhielten sechs Fahrer der C-Klasse eine Minute Vorgabe, die aber die ^.-Klasse-Fahrer bereits in Rodheim aufgeholt hatten. Hier gab es auch bereits die ersten Ausfälle. Es bildete sich nun eine Spitzen­gruppe, bestehend aus Neumann, Preis, Walldorf (alle Gießen), Kraft (Wetzlar) und Schneider (Nie­derbrechen), aber nur wenige Kilometer später waren auch Walldorf und Schneider ihren Gegnern bei weitem nicht gewachsen und fielen zurück. Am Schneeberg fiel auch Kraft (Wetzlar) nach verzwei­felter Gegenwehr ab, und so waren die beiden Fa­voriten Neumann (1885 Gießen) und Preis (Ger­mania" Gießen) allein in Front. Vor Herborn gab es einen aufregenden Augenblick, als Neumann vom Rade stieg und einen Nagel aus dem Vorder- reifen zog, der aber merkwürdigerweise keinen Scha­den verursacht hat, Neumann kannte bereits vor Sinn wieder zu Preis aufschließen. An der langen Steigung nach Hohensolms unternahm Neumann einen Ausreißversuch, mußte aber bald erkennen, daß es aussichtslos sei, und so blieben die beiden Rivalen zusammen bis ins Ziel. Im Endspurt lie­ferten sich beide einen außerordentlichen Kampf, den Neumann mit einer Länge Vorsprung für sich ent­scheiden konnte. Neumann, der neue Bezirksmeister, unb Preis haben beide ein gleich gutes, hervor­ragendes Rennen gefahren, die Zeit von 3:25 Stun­den für die 112 Kilometer lange, sehr schwere Strecke in drückender Hitze Darf als ausgezeichnet

betrachtet werden. Kraft und Emmerich, die außer den beiden ersten Siegern das Rennen noch durch, gehalten haben, gebührt ebenfalls volle Anerken­nung, zumal beide den weitaus größten Teil der Strecke allein zurücklegten.

30-Kilometer-Zugendrennen.

Die 15 Jugendfahrer, welche sich zum Start ge­stellt hatten, mußten eine Strecke von 30 Kilo­meter zurücklegen. Alle Fahrer warteten mit guten Leistungen auf. Nachstehend die Ergebnisse:

112 Kilometer Bezirksmeisterschaft: 1. Sieger Neumann, 1885 Gießen, 3:25 Std.; 2. Preis, Germania Gießen, eine Länge zurück; 3. Kraft, Radf. - Vereinigung Wetzlar, 3:53 Std.; 4. Emmerich, Teutonia Krofdorf, 4:08 Std.

30 Kilometer Jugend-Rennen: 1. Stange, Germania Gießen, 1:01 Std.; 2. L. Preis; 3. Haßler, beide Germania Gießen; 4. Butz, Hasiel- born; 5. Eberhardt, Gießen; 6. Müller, Wieseck; 7. Kutt, Anspach; 8. Schatz, Aßlar; 9. Muskat; Aßlar; 10. Jung, Anspach; 11. Langenbecher, Anspach.

Bezirks-Serienspiele im rer-Radball.

Die Serienspiele des Bezirks Gießen im 2er-Rad-> ball wurden am vergangenen Sonntag in Krofdorf fortgesetzt und konnten in der ^.-Klasse Stommel- Baum, 1885 Gießen, ihre Führung halten. Mit zehn Punkten führten sie vor Nolte-Roll, Radfah­rer-Vereinigung Wetzlar, 6 Punkte, und Schäfer- Wacker, 1900 Wieseck, 2 Punkte.

In der B-Klasse konnten Lotz-Freitag, Radfahrer- Vereinigung Wetzlar, mit 9 Punkten ihre stärksten Gegner Herrchenhahn-Schneider, Limburg, 7 Punkte, hinter sich lassen. An 3. Stelle folgte hier Der Rad­fahrer-Verein Wölfersheim mit 2 Punkten.