Programm zurückhaltender als die Armee war, gesteigerte Ansprüche an das kommende Budget an. Japan sieht sich, im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern, not die Aufgabe gestellt, den Ansprüchen zweier Waffengattungen, die beide den Willen zur vollen Entfaltung haben, gerecht zu werden. Leicht kann es bei der schon eingetretenen Knappheit an Materialien und Finanzmitteln zu Spannungen bei der Verteilung der unzureichenden Mittel kommen.
Hinter diesen innenpolitischen treten die außenpolitischen Probleme im Augenblick etwas zurück. Wenn auch keine Besserung der japanischchinesischen Beziehungen zu erwarten ist, so braucht dies durchaus nicht zu militärischen Auseinandersetzungen zu führen. Auch Stockungen in den neuen japanisch-englischen Verhandlungen über eine Annäherung werden kaum zu einer offenen Krise zwischen beiden Ländern führen. Und selbst das sich ständig verschlechternde Verhältnis zu Sowjetrußland wird aller Voraussicht nach unter Konoe nicht zu aktiven Konflikten führen. Es ist zu erwarten, daß das Sammlungskabinett des Prinzen Konoe keine flüchtige Erscheinung wie die letzten Regierungen sein wird, sondern in sich gefestigt und vom Vertrauen des Volkes getragen an die Bewältigung der innen- und außenpolitischen Probleme gehen kann.
Mel, Orden und Ehrenzeichen.
Nur der Führer und Reichskanzler kann sie verleihen.
Berlin, 7. Juli. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt vom 6. Juli verkündet die Reichsregierung ein „Gesetz über Titel, Orden und Ehrenzeichen, vom 1. Juli 1937". Danach werden Titel, Orden und Ehrenzeichen nur nach Maßgabe dieses Gesetzes verliehen und nur der Führer und Reichskanz- l e r kann sie verleihen. Akademische Grade fallen nicht unter dieses Gesetz, wohl aber die Treudienst- abzeichen, die als Ehrenzeichen gelten.
Die Voraussetzungen, unter denen Titel, Orden und Ehrenzeichen verliehen werden und unter denen ein Deutscher die von einem ausländischen Staatsoberhaupt oder einer ausländischen Regierung annehmen darf, bestimmt der Führer und Reickskanzler. Diejenigen Orden und Ehrenzeichen, die außer den nach Maßgabe dieses Gesetzes verliehenen getragen werden dürfen und die staatlich anerkannt sein müssen, werden im Gesetz näher bezeichnet. Es sind dies Orden und Ehrenzeichen, die
a) von einem ehemaligen Landesherren, einer Landesregierung oder mit deren Genehmigung bis zum 16. November 1935 verliehen sind;
b) von der Reichsregierung oder der Regierung eines ehemals verbündeten Landes für Verdienste im Weltkriege verliehen sind, sowie der „Schlesische Adler" und das Baltenkreuz;
c) von einem ausländischen Staatsoberhaupt oder einer ausländischen Regierung verliehen sind und deren Annahme genehmigt wurde;
d) das Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes; e) vom Reichspräsidenten oder Führer und Reichs
kanzler seit dem 7. April 1933 gestiftet oder mit seiner Genehmigung geschaffen wurden;
f) die von der Reichsregierung genehmigten Sportehrenzeichen.
Die Ehrenzeichen der nationalsozialistischen Bewegung werden von diesem Gesetz nicht berührt.
Wer unbefugt in- oder ausländische Dienstbezeichnungen, Titel oder Würden führt, in- oder ausländische Ehrenzeichen und solche der nationalsozialistischen Bewegung trägt, und wer Abzeichen, die den obengenannten ähneln, trägt, herstellt oder irgendwie in den Verkehr bringt, wird mit Gefäng- bis zu einem Jahr und mit Geldstrafe oder einer dieser Strafen bestraft.
Mit der Verkündung des neuen Gesetzes über Titel, Orden und Ehrenzeichen treten das Gesetz vom 7. April 1933 und das Ergänzungsgesetz vom 15. Mai 1934 außer Kraft, doch bleiben die auf Grund ihrer Bestimmungen erlassenen Verordnungen aufrechterhalten.
Gemeinsame Arbeit für gemeinsames Ziel.
Rom, 7. Juli. (DRB.) Das neue deutsch-italienisch Abkommen über den Arbeiteraustausch und die enge sozialpolitische Zusammenarbeit findet in dem „Lavoro Fas- cista" eine ausführliche Würdigung.
Einleitend weist der Bericht auf die Kammerrede des italienischen Außenministers hin, der erklärte, daß die deutsch-italienische Freundschaft bereits in beiden Ländern alle sozialen Schichten durchdrungen habe. Das Blatt erklärt, daß angesichts der immer größeren Festigkeit der Achse Rom — Berlin selbstverständlich auch jene Organisationen, die auf sozialem Gebiet tätig seien, die Notwendigkeit empfänden, engere Bindungen herzustellen, die zur Ausrichtung der Arbeit auf das gemeinsame Ziel unerläßlich sind. Die beiden Regime werden von außen von den gleichen Feinden bedroht und haben im Innern die gleichen grundlegenden revolutionären Aufgaben zu erfüllen, d. h. nach und nach — wenn auch auf durch die Verschiedenheit der Völker bedingten verschiedenen Wegen — zu den gleichen Zielen zu gelangen, die Mussolini in wenigen Worten als angemessenes Auskommen, anständige Wohnstätten und Sicherung der Arbeit zusammengefaßt hat.
Abschluß der deutsch-französischen Wirt- schastsverhandlungen.
Berlin,?. Juli. (DNB.) Wie der DHD. erfährt, sind die in Paris geführten deutsch-französischen Wirtschaftsverhandlungen zu einem Abschluß gekommen. Das Abkommen werde Ende der Woche in Paris unterzeichnet werden.
Erhebliche Erweiterung des Handelverkehrs mit Ungarn.
Budapest, 7. Juli. (DNB.) Der deutsche und der ungarische Regierungsausschuß, die in den letzten Wochen hier zu Beratungen im Rahmen des deutsch-ungarischen Handelsvertrages zusammengetreten waren, haben Mittwoch ihre mehrwöchigen Verhandlungen beendet. Heber das Ergebnis der Verhandlungen i[t folgende amtliche Mitteilung veröffentlicht woroen:
Die Ausschußverhanolungen haben diesmal eine besondere Bedeutung gehabt, weil es sich nicht nur um die Regelung der laufenden Angelegenheiten handelte, sondern in erster Linie um die Verankerung des allgemeinen Warenabkommens, das im Jahre 1934 auf drei Jahre geschloffen worden ist
Franco fordert Anerkennung als kriegführende Macht
England und Frankreich werden nachdrücklich gewarnt.
Salamanca, 7. Juli. (DNB.) Der Oberste Befehlshaber und Slaalschef der spanischen Natio- nalregierung, General Franco, hat an die ausländischen Mächte eine Note gerichtet, in der er darauf hinweist, daß sich Spanien durch feinen Kampf zur Verteidigung der Zivilisation und zur Vernichtung des Kommunismus, sowie durch die vielen Token, die für diese Ideale gefallen sind, das Recht erkauft hak, den Respekt aller zu fordern und klar zu allen zu sprechen, ganz besonders zu denen, die, wie Frankreich und England, durch Taten oder durch Unterlassungen zugunsten der Valencia- Bolschewisten interniert hätten. Das nationale Spanien fordere, daß man ihm nicht länger die Anerkennung als kriegführende Partei verweigere.
Ferner bringt die Note die von Valencia ausgestreute Behauptung, gewisse Mächte verfolgten bestimmte Interessen in Spanien, zur Sprache und bezeichnet dies als Propagandalüge und als „unvereinbar mit dem Geist der nationalspanischen Regierung".
Die Note schließt mit den Worten: „Wenn die ausländischen Mächte unserer Kriegsrechte nicht anerkennen, so dürfen sie sich auch nicht wundern, wenn wir morgen in unserer Außenpolitik und unseren wirtschaftlichen Aus- la>ndsbe Ziehungen die Haltung jener Länder, die uns ihre Feindschaft beweisen, mit in Rechnung ziehen werden."
Pyrit-Note.
General Franco, das Staatsoberhaupt des nationalen Spanien, hat an die Mächte, die es an- aeht, eine Note gerichtet, in der er die Anerkennung als kriegführende Macht fordert. England und Frankreich fort) es, an die sich diese Note vornehmlich richtet, denn beide Länder haben bisher vor der tatsächlichen Kriegslage sowie vor der machtpolitischen Entwicklung in Spanien hartnäckig die Augen geschlossen. Vor Jahr und Tag begann das, was die Geschichte einmal als Bürgerkrieg in Spanien bezeichnen wird, was darüber hinaus aber auch zum Entscheidungskampf zwischen der europäischen Gesittung und der bolschewistischen Zerrüttung geworden ist.
Als der Bürgerkrieg vor einem Jahr begann, mußte General Franco zunächst in Südspanien militärisch festen Fuß fassen, um dann in verhältnismäßig schnellem Lauf die nationale und soziale Erneuerung im Land durchführen zu können. Selbst ein Demokrat, in dessen Hirn sich die Vorstellung einer Mehrheits-Herrschaft versteinert hat, muß anerkennen, daß General Franco und das nationale Spanien sowohl nach der Zahl der Bevölkerung, wie auch gebietsmäßig weitaus über d i e Mehrheit verfügen. Weil sich ein Klüngel von roten Banditen in Madrid nicht mehr sicher fühlen kann, ist er > nach Valencia geflüchtet, um sich dort, ohne sich um Recht und Verfassung zu kümmern, als — „Regierung" aufzutun. Selbst wenn dieses rote Gesindel, auf rohe Gewalt gestützt, sich für den Teil Spaniens, den es einstweilen noch beherrscht, als „Regierung" bezeichnen lassen kann, für das übrige Spanien kommt das überhaupt nicht in Frage. Schon diese Tatsachen an sich müssen ausreichen, um das nationale Svanienals kriegführende Macht a n - z erkennen, wobei es sich allerdings nur um die Wirkung nach außen handelt. In Spanien selbst ist General Franco eine kriegführende Macht, was sowohl England und Frankreich wiederholt dadurch anerkannt haben, daß sie aus irgendwelchen
Gründen sich an die nationale Regierung gewandt haben. Die englische Regierung hat sogar zeitweilig die von General Franco über Bilbao verhängte Blockade zur See anerkannt, um dann allerdings diese Anerkennung nicht nur fallen zu lassen, sondern auch die Gegner des Generals Franco beim Blockadebruch zu unterstützen.
Das nationale Spanien wird die Waffen sicher nicht eher niederlegen, als bis das rote Gesindel um Madrid und Valencia ausgerottet ist. Ob das noch einige Zeit dauert oder nicht, daran, daß das Ziel erreicht wird, glaubt das nationale Spanien, es glauben daran auch sehr vorsichtige Leute in London und Paris. Das hat gute Gründe, denn englisches Kapital ist an mancherlei bergbaulichen Unternehmungen beteiligt, die in den Teil Spaniens liegen, der von dem roten Gesindel schon gesäubert ist. Es muß auffallen, daß sowohl die englische, als auch die französische Presse die Vorgänge in Spanien nicht mehr durch die demokratische oder parlamentarische Staatsbrille sehen, sondern sehr nüchtern wirtschaftliche und machtpolitische Erwägungen mitreden lassen. Damit es ganz deutlich verstanden wird: spanische Eisenerze sind schon immer eine sehr wichtige Sache gewesen, denn diese Eisenerze sind hochwertig, also von jeder Stahl- und Eisenindustrie begehrt. Auch wenn es heute international keine Eisennot gäbe, würden die spanischen Eisenerze begehrt sein, wie sich «das aus der Gleichmäßigkeit der Eisenerzausfuhr trotz aller Konjunkturschwankungen ergibt. Wichtige Eisenerzgruben dieser Art liegen im Gebiet von Bilbao und Santander, sind also wieder national spanischer Besitz, wenn auch englische Kapitalisten das Schürfrecht daran erworben haben. Aber es ist ohne weiteres klar, daß das nationale Spanien nicht zu- lasfen kann, daß es von dieser oder jener Regierung nicht einmal als kriegführende Macht anerkannt wird, ganz einerlei, ob das mit einem Nachteil für Valencia verbunden ist oder nicht.
Wie sehr die machtpolitischen Tatsachen hier und da verkannt werden, geht daraus hervor, daß der Befehlshaber der britischen Seestreitkräfte an der spanischen Küste angeordnet hat, auf nationale Flugzeuge, die sich diesen britischen Schiffen nähern, ohne weiteres zu feuern, rote Flugzeuge dagegen zu schonen. Das ist, gelinde gesagt, weder militärisch, noch völkerrechtlich als Nichteinmischung zu werten, denn diese Anordnung ist sogar mehr als eine Einmischung, sie ist eine offene Parteinahme. Es versteht sich von selbst, daß das nationale Spanien nunmehr auf Klarheit bringen muß, daß es über die Anerkennung als kriegführende Macht nicht mehr verhandeln will, sondern diese Anerkennung fordert. Mit allem Nachdruck wird in der Note des Generals Franco darauf hingewiesen, daß nach Niederwerfung der rot- spanischen Banditen der w i r t s ch a f t l i ch e und soziale Neuaufbau des Landes nicht daran vorübergehen wird, wie sich gewisse Mächte während des Bürgerkrieges zum nationalen Spanien verhalten haben. Das ist offenbar auch eine deutliche Anspielung auf die für die englische Eisen- unb Stahlindustrie so wichtigen spanischen Erze, wichtig vor allem auch deshalb, weil die spanischen Erze Pyrit enthalten. Das gibt es nicht überall, denn Pyrit ist nicht in allen Eisenerzen enthalten, auch nicht in der lothringischen Minette, ober gar in ben Eisenerzen, die in England geschürft werben. Verlassen wir uns darauf, wenn in diplomatischen Reden und Noten in der nächsten Zeit viel von Freiwilligen gesprochen wird, daß es nicht eigentlich diese Freiwilligen sind, die für die Anerkennung in Kauf genommen werden, sondern das schwefelhaltige Eisenerz, Pyrit genannt.
Oie englischen Freiwilligen.
London, 7. Juli. (DNB.) Im Unterhaus fragte der Labourabgeordnete Henderson, ob dem
Außenminister die in der italienischen Presse enthaltenen Vorwürfe bekannt seien, daß Freiwillige, Offiziere und Mannschaften, Flugzeuge und Munition von England nach Spanien geschickt worben seien. Außenminister Eben erwiderte, daß der britische Botschafter in Rom bereits angewiesen worben sei, biefe Angelegenheit bei der italienischen Regierung zur Sprache zu bringen.
Erfolglose bolschewistische Gegenangriffe.
Salamanca, 7. Juli. (DNB.) In dem nationalen Heeresbericht vom Mittwoch heißt es:
Front von Biscaya: Der Feind, durch einige Bataillone verstärkt, versuchte, die Höhen von Castro Alen durch einen Gegenangriff zurückzugewinnen. Er erlitt eine ernste Niederlage. Der Berg ist von Leichen übersät.
Abschnitt Mitte: An der Madrider Front im Abschnitt von Brunete dauert der Druck des Gegners weiter an. Ein bolschewistischer Angriff auf unsere Stellungen von Quijorna und Villa- franca de Castillo wurde zurückgeschlagen, wobei die bolschewistischen Truppenabteilungen völlig aufgerieben wurden. Im Madrider Stadtviertel Ufera, wo die gestrigen Angriffe nach heftiger Artillerievorbereitung mehrere Male abgewiesen wurden, hat der Gegner auch heute wieder einen durch sow- jetrussische Tanks eingeleiteten Angriff durchgeführt. Er wurde unter großen Verlusten zurückgeschlagen.
Front von Soria: Ein Angriff auf Coper- nal wurde von unseren Truppen zurückgeschlagen. Der Feind hatte eine große Anzahl Tote.
Südarmee: Front von Andalusien: Der Ab- chnitt von Alcala de Real wurde vom Gegner ge- äubert, der Feind verdrängt und in die Flucht ge- chlagen.
Fliegerei: Sechs bolschewistische Flugzeuge wurden abgeschossen.
Bolschewistische Bomben aus Cordoba.
Sevilla, 7. Juli. (DRV.) Aus die alte andalusische, durch die weltberühmte Moschee Abd ur Rahmans I. (erbaut 1786 bis 1794) und die 223 Meter lange Guadalquivir-Brücke aus dem Jahre 719 bekannte Stadt Cordoba wurde ein bolschewistischer Bombenangriff verübt. Die nationale Luftabwehr konnte den schweren dreimotorigen Bomber der Bolschewisten, der aus Andujar kam, zwar verscheuchen, doch erst nachdem er sechs Bomben ab geworfen hatte. Diese haben in der an Kunstschätzen, besonders aus maurischer Zeit, sehr reichen Bischofsstadt schweren Schaden angerichtet.
Eden will keine neuen Vorschläge unterbreiten.
L o n d o n , 7. Juli. (DNB.) Der englische Außenminister Eden erklärte am Mittwoch im Unterhaus, daß die britische Regierung nicht die Absicht habe, in der kommenden Sitzung des Nichteinmischungsausschusses am Freitag irgendwelche neuen Vorschläge vorzulegen. *
„Leichte Meinungsverschiedenheit zwischen Paris und Londons
Paris, 7. Juli. (DNB.) Im Zusammenhang mit der Drohung Frankreichs, die Pyrenäengrenze wieder zu öffnen, falls die Kontrolle an den spanischen Grenzen nicht wieder vollständig hergestellt werde, schreibt der „Paris Soir", daß in diesem Punkte zum ersten Male eine leichte Meinungsverschiedenheit zwischen Frankreich und England aufgetreten sei.
und im Jahre 1937 somit abläuft. Es ist gelungen, dieses Abkommen nicht nur auf weitere drei Jahre zu verlängern, sondern es auch in beachtenswertem Umfange zu erweitern. Die Aufwärtsentwicklung im deutsch-ungarischen Warenaustausch, die durch das Warenabkommen erfolgreich ausgedehnt und entwickelt worden ist, wird also weiter ausgebaut werden. Das bedeutet bei der wirtschaftlichen Struktur der beiden Länder, daß die Ausfuhr landwirtschaftlicher Erzeugnisse nach Deutschland weiter gesteigert werden soll, während der industriellen Ausfuhr Deutschlands nach Ungarn neue Möglichkeiten eröffnet werden. Im einzelnen wurden insbesondere Vereinbarungen über die Steigerung der ungarischen Ausfuhr für Brot- und Futtergetreide aller Art sowie Mehl und für Erzeugnisse der Milchwirtschaft getroffen.
Amur-Zwischenfall beigelegt.
Neuer Protest gegen die Sowjets.
D a i r e n, 7. Juli. (DNB.) Die Räumung der Amur-Inseln durch die sowjetrussischen Truppen wurde am heutigen Mittwoch beendet. Die Kanonenboote der Amur-Flottille sind nach Chabarowsk abgedampft. Damit ist dieser Zwischenfall beigelegt.
Der Vertreter des mandschurischen Außenministers überreichte dem Sowjetgeneralkonsul in Charbin eine scharfe Protestnote wegen der am Dienstag gemeldeten Grenzzwischenfälle und stellte drastische Maßnahmen im Wiederholungsfall in Aussicht, für öderen Folgen Sowjetrußland allein verantwortlich
Jüdischer Waffenschmuggel nach Gowjeispanien.
Z ü r i ch, 7. Juli. (DNB.) Das Züricher Bezirksgericht verurteilte den jüdischen Rechtsanwalt R o - s e n b a u m und den Kommunisten Max Brunner wegen verbotener Unterstützung der Feindseligkeiten in Spanien zu vier Monaten Gefängnis und 6000 Franken Geldstrafe bzw. einem Monat Gefängnis und 100 Franken Geldstrafe. Rosenbaum hate große Waffensendungen von Memel nach Barcelona finanziert, während Brunner Kurierdienste besorgte und die Waffen- und Munitionstransporte von Memel nach Sowjetspanien begleitete.
Keine Wcitwirtschastskonferenz.
Als die englische und die französische Regierung den belgischen Ministerpräsidenten van Zeeland mit der Aufgabe betrauten, die internationalen Handelshemmnisse zu studieren, wurde wohl der Zweck verfolgt, dem Politiker van Zeeland, der in Brüssel im Wahlkampf gegen Leon Degrelle stand, so etwas wie eine moralische Auszeichnung zu geben. Denn die Handelshemmnisse brauchen nicht erst studiert zu werden. Sie sind allen Regierungen bekannt. Und für die Fragen, wie die Weltwirtschaft sich gestalten würde, ohne das Uebermaß von Zollmauern und dergleichen, ist doch die Internationale Handelskammer, in der Fachleute aller Länder sitzen, eine viel kundigere Instanz.
Van Zeeland nahm den Auftrag der beiden Regierungen an und fuhr zunächst nach den USA. Was tat er dort? Er leugnet ab, daß er eine A n - leihe für die Bank für internationalen Zahlungsausgleich in Basel zur Erörterung stellte, denn Europa habe Geld genug. Er leugnet ferner ab, daß er überhaupt mit einem offiziellen Auftrag nach Amerika gefahren ist, aber er betont diplomatisch, er sei mit dem Erfolg seiner Reise sehr zufrieden und im übrigen — werde Europa sich selbst helfen müssen. Man muß gestehen, das ist ein sehr mageres Ergebnis?
In Wirklichkeit stieß van Zeeland drüben bet allen Sondierungsversuchen auf eisige Mienen. Das Blatt hat sich, nicht zuletzt durch Englands Haltung, seit April 1937 gründlich gewendet. Damals hielt Staatssekretär Hüll eine Rede, in der er England aufforderte, feine Zollmauer abzubauen. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika hätten törichterweise mit der Errichtung solcher übermäßigen Zollmauern begonnen, dadurch sei der Weltwirtschaftsverkehr unterbunden worden und es sei notwendig, eine Aenderung vorzunehmen. Die Antwort aus England war unwirsch. Der Handelsminister Runciman des Kabinetts Baldwin lehnte jeoe Erörterung des englischen Zollplanes ab und beschränkte sich darauf, zu versichern, England sei hinter den Zollmauern ganz glücklich.
Seit dieser Zeit ist in Nordamerika der Wind umgeschlagen. Man plant dort neue Zollerhöhungen, man will mit europäischen Angelegenheiten möglichst wenig behelligt werden, kurzum: man ist politisch isoliert, und wirtschaftlich beschränkt man sich darauf, den Europäern seine Agrarprodukte zu verkaufen und das Gold der Welt möglichst in
die amerikanischen Schatzkammern zu lenken. Man will von Konferenzen nichts hören und erst recht nichts von einer Weltwirtschaftskonferenz, die 1932 nicht zum geringsten an der Haltung der Amerikaner zerbrach. Denn die Amerikaner weigerten sich damals in London, das Währungsproblem zu erörtern, weil sie ihr Wirtfchafts- schiff mit dem Wind der Inflation flott zu machen versuchten. Sie lehnten auch jeden Abbau der Zölle auf europäische Jnduftriewaren ab, und sie zwangen die englische Nation, ebenfalls mit den Mitteln zu arbeiten, die seitdem den Welthandel ruinieren, also mit Währungsentwertung, Schutzzöllen usw. Wenn van Zeeland eine neue Weltwirtschaftskonferenz angeregt haben sollte, dann ist der Zeitpunkt sehr schlecht gewählt gewesen, zumal während seines Aufenthaltes in den Vereinigten Staaten Baldwin zurücktrat und Blum gestürzt wurde. —rt.
Van Seelands Mission verlängert.
London, 7. Juli. (DNB.) Ministerpräsident Chamberlain teilte heute im Unterhaus mit, die englischen Regierung habe sich mit van Zeeland darüber geeinigt, daß er feine Untersuchungen fortsetzen solle, um in erster Linie festzustellen, inwieweit Vereinbarungen über gewisse allgemeine Grundsätze der Wirtschaftspolitik unter einer Anzahl von Staaten, einschließlich der Unterzeichner und Teilnehmer des Dreimächte-Währungs- abkommens, erzielt werden können.
250 000 Dollar
täglich für die Earhark-Rettungsaktion.
Die Regierung der bereinigten Staaten gibt schätzungsweise täglich 250000 Dollar für die zur Auffindung der verschollenen Fliegerin Earhart eingeleitete Rettungsaktion aus. Ein halbes Dutzend Kriegsschiffe, zahlreiche Flugzeuge und Tausende von Angehörigen der amerikanischen Marine sind für die Suche eingesetzt worden, lieber« dies sind von der Marineleitung alle Funkstationen, die im Sendebereich des Flugzeuges liegen, aufgefordert worden, 24-Stundendienst zu machen, damit alle Funksprüche der Fliegerin zu jeder Tages- und Nachtzeit aufgenommen werden können.


