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Programm zurückhaltender als die Armee war, ge­steigerte Ansprüche an das kommende Budget an. Japan sieht sich, im Gegensatz zu den meisten ande­ren Ländern, not die Aufgabe gestellt, den An­sprüchen zweier Waffengattungen, die beide den Willen zur vollen Entfaltung haben, gerecht zu werden. Leicht kann es bei der schon eingetretenen Knappheit an Materialien und Finanzmitteln zu Spannungen bei der Verteilung der unzureichenden Mittel kommen.

Hinter diesen innenpolitischen treten die außen­politischen Probleme im Augenblick etwas zurück. Wenn auch keine Besserung der japanisch­chinesischen Beziehungen zu erwarten ist, so braucht dies durchaus nicht zu militärischen Auseinander­setzungen zu führen. Auch Stockungen in den neuen japanisch-englischen Verhandlungen über eine An­näherung werden kaum zu einer offenen Krise zwi­schen beiden Ländern führen. Und selbst das sich ständig verschlechternde Verhältnis zu Sowjetruß­land wird aller Voraussicht nach unter Konoe nicht zu aktiven Konflikten führen. Es ist zu erwarten, daß das Sammlungskabinett des Prinzen Konoe keine flüchtige Erscheinung wie die letzten Regierun­gen sein wird, sondern in sich gefestigt und vom Vertrauen des Volkes getragen an die Bewältigung der innen- und außenpolitischen Probleme gehen kann.

Mel, Orden und Ehrenzeichen.

Nur der Führer und Reichskanzler kann sie verleihen.

Berlin, 7. Juli. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt vom 6. Juli verkündet die Reichsregierung einGe­setz über Titel, Orden und Ehrenzeichen, vom 1. Juli 1937". Danach werden Titel, Orden und Ehrenzeichen nur nach Maßgabe dieses Gesetzes ver­liehen und nur der Führer und Reichskanz- l e r kann sie verleihen. Akademische Grade fallen nicht unter dieses Gesetz, wohl aber die Treudienst- abzeichen, die als Ehrenzeichen gelten.

Die Voraussetzungen, unter denen Titel, Orden und Ehrenzeichen verliehen werden und unter denen ein Deutscher die von einem ausländischen Staats­oberhaupt oder einer ausländischen Regierung an­nehmen darf, bestimmt der Führer und Reicks­kanzler. Diejenigen Orden und Ehrenzeichen, die außer den nach Maßgabe dieses Gesetzes verliehenen getragen werden dürfen und die staatlich anerkannt sein müssen, werden im Gesetz näher bezeichnet. Es sind dies Orden und Ehrenzeichen, die

a) von einem ehemaligen Landesherren, einer Landesregierung oder mit deren Genehmigung bis zum 16. November 1935 verliehen sind;

b) von der Reichsregierung oder der Regierung eines ehemals verbündeten Landes für Ver­dienste im Weltkriege verliehen sind, sowie derSchlesische Adler" und das Baltenkreuz;

c) von einem ausländischen Staatsoberhaupt oder einer ausländischen Regierung verliehen sind und deren Annahme genehmigt wurde;

d) das Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes; e) vom Reichspräsidenten oder Führer und Reichs­

kanzler seit dem 7. April 1933 gestiftet oder mit seiner Genehmigung geschaffen wurden;

f) die von der Reichsregierung genehmigten Sport­ehrenzeichen.

Die Ehrenzeichen der nationalsozialistischen Be­wegung werden von diesem Gesetz nicht berührt.

Wer unbefugt in- oder ausländische Dienstbe­zeichnungen, Titel oder Würden führt, in- oder ausländische Ehrenzeichen und solche der national­sozialistischen Bewegung trägt, und wer Abzeichen, die den obengenannten ähneln, trägt, herstellt oder irgendwie in den Verkehr bringt, wird mit Gefäng- bis zu einem Jahr und mit Geldstrafe oder einer dieser Strafen bestraft.

Mit der Verkündung des neuen Gesetzes über Titel, Orden und Ehrenzeichen treten das Gesetz vom 7. April 1933 und das Ergänzungsgesetz vom 15. Mai 1934 außer Kraft, doch bleiben die auf Grund ihrer Bestimmungen erlassenen Verordnun­gen aufrechterhalten.

Gemeinsame Arbeit für gemeinsames Ziel.

Rom, 7. Juli. (DRB.) Das neue deutsch-italie­nisch Abkommen über den Arbeiteraus­tausch und die enge sozialpolitische Zu­sammenarbeit findet in demLavoro Fas- cista" eine ausführliche Würdigung.

Einleitend weist der Bericht auf die Kammerrede des italienischen Außenministers hin, der erklärte, daß die deutsch-italienische Freundschaft bereits in beiden Ländern alle sozialen Schichten durchdrungen habe. Das Blatt erklärt, daß angesichts der im­mer größeren Festigkeit der Achse Rom Berlin selbstverständlich auch jene Or­ganisationen, die auf sozialem Gebiet tätig seien, die Notwendigkeit empfänden, engere Bindungen herzustellen, die zur Ausrichtung der Ar­beit auf das gemeinsame Ziel unerläß­lich sind. Die beiden Regime werden von außen von den gleichen Feinden bedroht und haben im Innern die gleichen grundlegenden revolutio­nären Aufgaben zu erfüllen, d. h. nach und nach wenn auch auf durch die Verschiedenheit der Völker bedingten verschiedenen Wegen zu den gleichen Zielen zu gelangen, die Musso­lini in wenigen Worten als angemessenes Auskommen, anständige Wohnstätten und Sicherung der Arbeit zusammenge­faßt hat.

Abschluß der deutsch-französischen Wirt- schastsverhandlungen.

Berlin,?. Juli. (DNB.) Wie der DHD. erfährt, sind die in Paris geführten deutsch-französi­schen Wirtschaftsverhandlungen zu einem Abschluß gekommen. Das Abkommen werde Ende der Woche in Paris unterzeichnet werden.

Erhebliche Erweiterung des Handel­verkehrs mit Ungarn.

Budapest, 7. Juli. (DNB.) Der deutsche und der ungarische Regierungsausschuß, die in den letzten Wochen hier zu Beratungen im Rahmen des deutsch-ungarischen Handelsvertra­ges zusammengetreten waren, haben Mittwoch ihre mehrwöchigen Verhandlungen beendet. Heber das Ergebnis der Verhandlungen i[t folgende amt­liche Mitteilung veröffentlicht woroen:

Die Ausschußverhanolungen haben diesmal eine besondere Bedeutung gehabt, weil es sich nicht nur um die Regelung der laufenden Angelegenheiten handelte, sondern in erster Linie um die Veranke­rung des allgemeinen Warenabkommens, das im Jahre 1934 auf drei Jahre geschloffen worden ist

Franco fordert Anerkennung als kriegführende Macht

England und Frankreich werden nachdrücklich gewarnt.

Salamanca, 7. Juli. (DNB.) Der Oberste Befehlshaber und Slaalschef der spanischen Natio- nalregierung, General Franco, hat an die aus­ländischen Mächte eine Note gerichtet, in der er darauf hinweist, daß sich Spanien durch feinen Kampf zur Verteidigung der Zivilisa­tion und zur Vernichtung des Kommu­nismus, sowie durch die vielen Token, die für diese Ideale gefallen sind, das Recht erkauft hak, den Respekt aller zu fordern und klar zu allen zu sprechen, ganz besonders zu denen, die, wie Frankreich und England, durch Taten oder durch Unterlassungen zugunsten der Valencia- Bolschewisten interniert hätten. Das nationale Spanien fordere, daß man ihm nicht länger die Anerkennung als kriegführende Partei verweigere.

Ferner bringt die Note die von Valencia aus­gestreute Behauptung, gewisse Mächte verfolgten bestimmte Interessen in Spanien, zur Sprache und bezeichnet dies als Propagandalüge und alsun­vereinbar mit dem Geist der nationalspanischen Re­gierung".

Die Note schließt mit den Worten:Wenn die ausländischen Mächte unserer Kriegsrechte nicht anerkennen, so dürfen sie sich auch nicht wun­dern, wenn wir morgen in unserer Außenpo­litik und unseren wirtschaftlichen Aus- la>ndsbe Ziehungen die Haltung jener Länder, die uns ihre Feindschaft beweisen, mit in Rechnung ziehen werden."

Pyrit-Note.

General Franco, das Staatsoberhaupt des nationalen Spanien, hat an die Mächte, die es an- aeht, eine Note gerichtet, in der er die Aner­kennung als kriegführende Macht for­dert. England und Frankreich fort) es, an die sich diese Note vornehmlich richtet, denn beide Länder haben bisher vor der tatsächlichen Kriegs­lage sowie vor der machtpolitischen Entwicklung in Spanien hartnäckig die Augen geschlossen. Vor Jahr und Tag begann das, was die Geschichte einmal als Bürgerkrieg in Spanien bezeichnen wird, was darüber hinaus aber auch zum Entscheidungs­kampf zwischen der europäischen Gesit­tung und der bolschewistischen Zerrüt­tung geworden ist.

Als der Bürgerkrieg vor einem Jahr begann, mußte General Franco zunächst in Südspanien militärisch festen Fuß fassen, um dann in verhält­nismäßig schnellem Lauf die nationale und soziale Erneuerung im Land durchführen zu können. Selbst ein Demokrat, in dessen Hirn sich die Vorstellung einer Mehrheits-Herrschaft versteinert hat, muß an­erkennen, daß General Franco und das nationale Spanien sowohl nach der Zahl der Bevölkerung, wie auch gebietsmäßig weitaus über d i e Mehrheit verfügen. Weil sich ein Klüngel von roten Banditen in Madrid nicht mehr sicher fühlen kann, ist er > nach Valencia ge­flüchtet, um sich dort, ohne sich um Recht und Ver­fassung zu kümmern, alsRegierung" aufzutun. Selbst wenn dieses rote Gesindel, auf rohe Gewalt gestützt, sich für den Teil Spaniens, den es einst­weilen noch beherrscht, alsRegierung" bezeichnen lassen kann, für das übrige Spanien kommt das überhaupt nicht in Frage. Schon diese Tatsachen an sich müssen ausreichen, um das nationale Svanienals kriegführende Macht a n - z erkennen, wobei es sich allerdings nur um die Wirkung nach außen handelt. In Spanien selbst ist General Franco eine kriegführende Macht, was sowohl England und Frankreich wiederholt dadurch anerkannt haben, daß sie aus irgendwelchen

Gründen sich an die nationale Regierung gewandt haben. Die englische Regierung hat sogar zeitweilig die von General Franco über Bilbao verhängte Blockade zur See anerkannt, um dann allerdings diese Anerkennung nicht nur fallen zu lassen, son­dern auch die Gegner des Generals Franco beim Blockadebruch zu unterstützen.

Das nationale Spanien wird die Waffen sicher nicht eher niederlegen, als bis das rote Gesindel um Madrid und Valencia ausgerottet ist. Ob das noch einige Zeit dauert oder nicht, daran, daß das Ziel erreicht wird, glaubt das nationale Spanien, es glauben daran auch sehr vorsichtige Leute in London und Paris. Das hat gute Gründe, denn englisches Kapital ist an mancherlei bergbaulichen Unternehmungen beteiligt, die in den Teil Spa­niens liegen, der von dem roten Gesindel schon ge­säubert ist. Es muß auffallen, daß sowohl die eng­lische, als auch die französische Presse die Vorgänge in Spanien nicht mehr durch die demokratische oder parlamentarische Staatsbrille sehen, sondern sehr nüchtern wirtschaftliche und machtpoli­tische Erwägungen mitreden lassen. Damit es ganz deutlich verstanden wird: spanische Eisenerze sind schon immer eine sehr wichtige Sache gewesen, denn diese Eisenerze sind hoch­wertig, also von jeder Stahl- und Eisenindustrie begehrt. Auch wenn es heute international keine Eisennot gäbe, würden die spanischen Eisenerze be­gehrt sein, wie sich «das aus der Gleichmäßigkeit der Eisenerzausfuhr trotz aller Konjunkturschwan­kungen ergibt. Wichtige Eisenerzgruben dieser Art liegen im Gebiet von Bilbao und Santan­der, sind also wieder national spanischer Besitz, wenn auch englische Kapitalisten das Schürfrecht daran erworben haben. Aber es ist ohne weiteres klar, daß das nationale Spanien nicht zu- lasfen kann, daß es von dieser oder jener Regie­rung nicht einmal als kriegführende Macht aner­kannt wird, ganz einerlei, ob das mit einem Nach­teil für Valencia verbunden ist oder nicht.

Wie sehr die machtpolitischen Tatsachen hier und da verkannt werden, geht daraus hervor, daß der Befehlshaber der britischen Seestreitkräfte an der spanischen Küste angeordnet hat, auf nationale Flugzeuge, die sich diesen britischen Schiffen nähern, ohne weiteres zu feuern, rote Flugzeuge dagegen zu schonen. Das ist, gelinde gesagt, weder mili­tärisch, noch völkerrechtlich als Nichteinmischung zu werten, denn diese Anordnung ist sogar mehr als eine Einmischung, sie ist eine offene Partei­nahme. Es versteht sich von selbst, daß das na­tionale Spanien nunmehr auf Klarheit bringen muß, daß es über die Anerkennung als kriegfüh­rende Macht nicht mehr verhandeln will, son­dern diese Anerkennung fordert. Mit allem Nach­druck wird in der Note des Generals Franco dar­auf hingewiesen, daß nach Niederwerfung der rot- spanischen Banditen der w i r t s ch a f t l i ch e und soziale Neuaufbau des Landes nicht daran vorübergehen wird, wie sich gewisse Mächte während des Bürgerkrieges zum nationalen Spa­nien verhalten haben. Das ist offenbar auch eine deutliche Anspielung auf die für die englische Eisen- unb Stahlindustrie so wichtigen spanischen Erze, wichtig vor allem auch deshalb, weil die spanischen Erze Pyrit enthalten. Das gibt es nicht überall, denn Pyrit ist nicht in allen Eisenerzen enthalten, auch nicht in der lothringischen Minette, ober gar in ben Eisenerzen, die in England geschürft werben. Verlassen wir uns darauf, wenn in diplomatischen Reden und Noten in der nächsten Zeit viel von Freiwilligen gesprochen wird, daß es nicht eigent­lich diese Freiwilligen sind, die für die Anerken­nung in Kauf genommen werden, sondern das schwefelhaltige Eisenerz, Pyrit ge­nannt.

Oie englischen Freiwilligen.

London, 7. Juli. (DNB.) Im Unterhaus fragte der Labourabgeordnete Henderson, ob dem

Außenminister die in der italienischen Presse enthal­tenen Vorwürfe bekannt seien, daß Freiwillige, Offiziere und Mannschaften, Flugzeuge und Muni­tion von England nach Spanien geschickt worben seien. Außenminister Eben erwiderte, daß der britische Botschafter in Rom bereits angewiesen worben sei, biefe Angelegenheit bei der italienischen Regierung zur Sprache zu bringen.

Erfolglose bolschewistische Gegenangriffe.

Salamanca, 7. Juli. (DNB.) In dem natio­nalen Heeresbericht vom Mittwoch heißt es:

Front von Biscaya: Der Feind, durch einige Bataillone verstärkt, versuchte, die Höhen von Castro Alen durch einen Gegenangriff zurückzuge­winnen. Er erlitt eine ernste Niederlage. Der Berg ist von Leichen übersät.

Abschnitt Mitte: An der Madrider Front im Abschnitt von Brunete dauert der Druck des Gegners weiter an. Ein bolschewistischer Angriff auf unsere Stellungen von Quijorna und Villa- franca de Castillo wurde zurückgeschlagen, wobei die bolschewistischen Truppenabteilungen völlig aufge­rieben wurden. Im Madrider Stadtviertel Ufera, wo die gestrigen Angriffe nach heftiger Artillerie­vorbereitung mehrere Male abgewiesen wurden, hat der Gegner auch heute wieder einen durch sow- jetrussische Tanks eingeleiteten Angriff durchgeführt. Er wurde unter großen Verlusten zurückgeschlagen.

Front von Soria: Ein Angriff auf Coper- nal wurde von unseren Truppen zurückgeschlagen. Der Feind hatte eine große Anzahl Tote.

Südarmee: Front von Andalusien: Der Ab- chnitt von Alcala de Real wurde vom Gegner ge- äubert, der Feind verdrängt und in die Flucht ge- chlagen.

Fliegerei: Sechs bolschewistische Flugzeuge wurden abgeschossen.

Bolschewistische Bomben aus Cordoba.

Sevilla, 7. Juli. (DRV.) Aus die alte andalu­sische, durch die weltberühmte Moschee Abd ur Rah­mans I. (erbaut 1786 bis 1794) und die 223 Meter lange Guadalquivir-Brücke aus dem Jahre 719 be­kannte Stadt Cordoba wurde ein bolsche­wistischer Bombenangriff verübt. Die nationale Luftabwehr konnte den schweren dreimo­torigen Bomber der Bolschewisten, der aus An­dujar kam, zwar verscheuchen, doch erst nachdem er sechs Bomben ab geworfen hatte. Diese haben in der an Kunstschätzen, besonders aus mau­rischer Zeit, sehr reichen Bischofsstadt schweren Schaden angerichtet.

Eden will keine neuen Vorschläge unterbreiten.

L o n d o n , 7. Juli. (DNB.) Der englische Außen­minister Eden erklärte am Mittwoch im Unter­haus, daß die britische Regierung nicht die Ab­sicht habe, in der kommenden Sitzung des Nicht­einmischungsausschusses am Freitag irgendwelche neuen Vorschläge vorzulegen. *

Leichte Meinungsverschiedenheit zwischen Paris und Londons

Paris, 7. Juli. (DNB.) Im Zusammenhang mit der Drohung Frankreichs, die Pyre­näengrenze wieder zu öffnen, falls die Kontrolle an den spanischen Grenzen nicht wieder vollständig hergestellt werde, schreibt derParis Soir", daß in diesem Punkte zum ersten Male eine leichte Meinungsverschiedenheit zwischen Frankreich und England aufgetreten sei.

und im Jahre 1937 somit abläuft. Es ist gelungen, dieses Abkommen nicht nur auf weitere drei Jahre zu verlängern, sondern es auch in be­achtenswertem Umfange zu erweitern. Die Aufwärtsentwicklung im deutsch-ungarischen Waren­austausch, die durch das Warenabkommen erfolg­reich ausgedehnt und entwickelt worden ist, wird also weiter ausgebaut werden. Das bedeutet bei der wirtschaftlichen Struktur der beiden Länder, daß die Ausfuhr landwirtschaftlicher Er­zeugnisse nach Deutschland weiter ge­steigert werden soll, während der industriellen Ausfuhr Deutschlands nach Ungarn neue Möglichkeiten eröffnet werden. Im einzelnen wurden insbesondere Vereinbarungen über die Steigerung der ungarischen Ausfuhr für Brot- und Futtergetreide aller Art sowie Mehl und für Er­zeugnisse der Milchwirtschaft getroffen.

Amur-Zwischenfall beigelegt.

Neuer Protest gegen die Sowjets.

D a i r e n, 7. Juli. (DNB.) Die Räumung der Amur-Inseln durch die sowjetrussischen Truppen wurde am heutigen Mittwoch beendet. Die Kanonenboote der Amur-Flottille sind nach Chabarowsk abgedampft. Damit ist dieser Zwischen­fall beigelegt.

Der Vertreter des mandschurischen Außenministers überreichte dem Sowjet­generalkonsul in Charbin eine scharfe Pro­testnote wegen der am Dienstag gemeldeten Grenzzwischenfälle und stellte drastische Maßnahmen im Wiederholungsfall in Aussicht, für öderen Folgen Sowjetrußland allein verantwortlich

Jüdischer Waffenschmuggel nach Gowjeispanien.

Z ü r i ch, 7. Juli. (DNB.) Das Züricher Bezirks­gericht verurteilte den jüdischen Rechtsanwalt R o - s e n b a u m und den Kommunisten Max Brun­ner wegen verbotener Unterstützung der Feind­seligkeiten in Spanien zu vier Monaten Gefängnis und 6000 Franken Geldstrafe bzw. einem Monat Gefängnis und 100 Franken Geldstrafe. Rosenbaum hate große Waffensendungen von Memel nach Barcelona finanziert, während Brunner Kurierdienste besorgte und die Waffen- und Muni­tionstransporte von Memel nach Sowjetspanien begleitete.

Keine Wcitwirtschastskonferenz.

Als die englische und die französische Regierung den belgischen Ministerpräsidenten van Zeeland mit der Aufgabe betrauten, die internationalen Handelshemmnisse zu studieren, wurde wohl der Zweck verfolgt, dem Politiker van Zeeland, der in Brüssel im Wahlkampf gegen Leon Degrelle stand, so etwas wie eine moralische Auszeichnung zu ge­ben. Denn die Handelshemmnisse brauchen nicht erst studiert zu werden. Sie sind allen Re­gierungen bekannt. Und für die Fragen, wie die Weltwirtschaft sich gestalten würde, ohne das Uebermaß von Zollmauern und dergleichen, ist doch die Internationale Handelskammer, in der Fachleute aller Länder sitzen, eine viel kundigere Instanz.

Van Zeeland nahm den Auftrag der beiden Re­gierungen an und fuhr zunächst nach den USA. Was tat er dort? Er leugnet ab, daß er eine A n - leihe für die Bank für internationa­len Zahlungsausgleich in Basel zur Er­örterung stellte, denn Europa habe Geld genug. Er leugnet ferner ab, daß er überhaupt mit einem offi­ziellen Auftrag nach Amerika gefahren ist, aber er betont diplomatisch, er sei mit dem Erfolg seiner Reise sehr zufrieden und im übrigen werde Europa sich selbst helfen müssen. Man muß gestehen, das ist ein sehr mageres Ergebnis?

In Wirklichkeit stieß van Zeeland drüben bet allen Sondierungsversuchen auf eisige Mie­nen. Das Blatt hat sich, nicht zuletzt durch Eng­lands Haltung, seit April 1937 gründlich gewendet. Damals hielt Staatssekretär Hüll eine Rede, in der er England aufforderte, feine Zollmauer abzubauen. Die Vereinigten Staaten von Nord­amerika hätten törichterweise mit der Errichtung sol­cher übermäßigen Zollmauern begonnen, dadurch sei der Weltwirtschaftsverkehr unterbunden worden und es sei notwendig, eine Aenderung vorzunehmen. Die Antwort aus England war unwirsch. Der Han­delsminister Runciman des Kabinetts Baldwin lehnte jeoe Erörterung des englischen Zollplanes ab und beschränkte sich darauf, zu versichern, England sei hinter den Zollmauern ganz glücklich.

Seit dieser Zeit ist in Nordamerika der Wind umgeschlagen. Man plant dort neue Zollerhöhungen, man will mit europäischen Angelegenheiten mög­lichst wenig behelligt werden, kurzum: man ist politisch isoliert, und wirtschaftlich beschränkt man sich darauf, den Europäern seine Agrarprodukte zu verkaufen und das Gold der Welt möglichst in

die amerikanischen Schatzkammern zu lenken. Man will von Konferenzen nichts hören und erst recht nichts von einer Weltwirtschaftskonfe­renz, die 1932 nicht zum geringsten an der Hal­tung der Amerikaner zerbrach. Denn die Ameri­kaner weigerten sich damals in London, das Wäh­rungsproblem zu erörtern, weil sie ihr Wirtfchafts- schiff mit dem Wind der Inflation flott zu machen versuchten. Sie lehnten auch jeden Abbau der Zölle auf europäische Jnduftriewaren ab, und sie zwan­gen die englische Nation, ebenfalls mit den Mitteln zu arbeiten, die seitdem den Welthandel ruinieren, also mit Währungsentwertung, Schutz­zöllen usw. Wenn van Zeeland eine neue Welt­wirtschaftskonferenz angeregt haben sollte, dann ist der Zeitpunkt sehr schlecht gewählt gewesen, zumal während seines Aufenthaltes in den Vereinigten Staaten Baldwin zurücktrat und Blum ge­stürzt wurde.rt.

Van Seelands Mission verlängert.

London, 7. Juli. (DNB.) Ministerpräsident Chamberlain teilte heute im Unterhaus mit, die englischen Regierung habe sich mit van Zee­land darüber geeinigt, daß er feine Untersuchun­gen fortsetzen solle, um in erster Linie festzu­stellen, inwieweit Vereinbarungen über gewisse all­gemeine Grundsätze der Wirtschaftspolitik unter einer Anzahl von Staaten, einschließlich der Unter­zeichner und Teilnehmer des Dreimächte-Währungs- abkommens, erzielt werden können.

250 000 Dollar

täglich für die Earhark-Rettungsaktion.

Die Regierung der bereinigten Staaten gibt schätzungsweise täglich 250000 Dollar für die zur Auffindung der verschollenen Fliegerin Earhart eingeleitete Rettungsaktion aus. Ein halbes Dutzend Kriegsschiffe, zahlreiche Flugzeuge und Tausende von Angehörigen der amerikanischen Marine sind für die Suche eingesetzt worden, lieber« dies sind von der Marineleitung alle Funkstationen, die im Sendebereich des Flugzeuges liegen, aufge­fordert worden, 24-Stundendienst zu machen, damit alle Funksprüche der Fliegerin zu jeder Tages- und Nachtzeit aufgenommen werden können.