Ausgabe 
8.5.1937
 
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Vies große Opfer zS neuer Anstrengung. 3eßf erst recht werden wir unter der "Verwertung der letzten Erfahrungen altes darangeben, den Luft­verkehr zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten für immer und ungefährdet in die Tat umzusehen. Dabei sind wir gewiß, daß auch die Vereinigten Staaten bei der Vollendung des in An­griff genommenen Werkes uns unkerflühen wer­den. Ich habe angeordnet, daß der Ausbau des in den werflhallen in Friedrichshafen vor der Fertigstellung stehenden Luftschiffes beschleunigt durchführt wird. Es foll fo schnell wie möglich als Ersah LZHindenburg" Deutschlands stolze Flagge zeigen. In gemeinsamer Arbeit wollen wir Männer der deutschen Lustfahrt der Welt zeigen, daß trotz allem die Idee und der Unternehmungsgeist Zeppelins sich bewährt, und daß der Luftschisfverkehr zwischen den Nationen ein heute aus der Welt nicht wegzudenkendes, die Völ­ker verbindendes Friedenswerk ist.

Gez. Hermann Göring.

Trauer in Friedrichshafen.

Dennoch mit Zuversicht vorwärts!

Friedrichshafen, 7. Mai. (DNB.) Fried­richshafen, die Stadt der Zeppeline, ist durch die tragische Katastrophe des LuftschiffesHindenburg" tief erschüttert. In den frühesten Morgenstunden kündeten schwarz umrandete Extrablätter an allen Ecken und Plätzen in großen LetternLuftschiff »Hindenburgs vernichtet", eine Meldung, die die Be­völkerung Friedrichshafens kaum zu fassen vermag. Auf den Straßen und Plätzen stehen die Menschen voller Besorgnis und warten auf neue Extraaus­gaben, um über das Schicksal ihrer Änge- hörigen und Freunde, die der Besatzung des Luftschiffes angehören, etwas Neues zu erfahren. Ein neues Bodensee-Schiff, dieSchwaben", sollte heute in Dienst gestellt werden, als die vielen Ehrengäste bereits eingetroffenwaren. Die Feier wurde abgesagt, und die Gäste haben Friedrichs­hafen verlassen.

Die Belegschaft des Luftschiffbaues versammelte sich um 8.30 Uhr in Halle I unter dem Bug des im Bau befindlichen Luftschiffes L Z 130. In Vertretung Dr. Eckeners, der sich zur Zeit auf einer Auslandreise befindet, berichtete der stell­vertretende Betriebsführer Dr. Dürr den versam­melten Gefolgschastsmitgliedern über das Unglück. Mit herzlichen Worten sprach er dann davon, den Blick vorwärts gerichtet, das große Werk des Gra­fen Zeppelin weiterzuführen, Has durch die Luft­schiffeGraf Zeppelin" undHindenburg" schon staunenswerte Erfolge zeitigte. Wenn im Augen­blick durch das Unglück desHindenburg" die Aus­sichten getrübt sind, so sei doch sicher, daß die Reichsregierung dem Luftschiffbau ihre Unterstüt­zung zum Weiterbau von Luftschiffen gewähren wird. Der Luftschiffbau befinde sich in einer ähn­lichen Lage wie 1908, wo Graf Zeppelin vor einem Nichts stand. In einerstillen Minute" gedach­ten die Versammelten ihrer vom Unglück betroffe­nen Arbeitskameraden. Dr. Dürr verlas die Namen der 44 geretteten Besatzungsmitglieder, un­ter denen sich 18 Verletzte befinden. Mit der Pa­roleWieder ans Werk" wurde die Arbeit fortgesetzt, damit das neue Schiff bald fertig werde und die Lücke wieder ausfüllen könne, die durch den Verlust desHindenburg" der Luftschiffahrt erwachsen ist.

Hundfunkansprache Or. Eckeners.

Berlin, 7. Mai. (DNB.) Dr. Eckener sprach am Freitagabend über den Kurzwellensender mit Richtstrahler nach Amerika und anschließend über sämtliche Sender des deutschen Rundfunks. Er führte u. a. aus: In den Tageszeitungen der Welt­presse von heute sind die verschiedensten Nachrichten über den Unfall des LuftschiffesHindenburg" in Lakehurst erschienen. Erst nach eingehender Prüfung wird man feststellen können, welche Ursachen zu dem tragischen Verlust des Luftschiffes und dem Tod so vieler Passagiere und verdienter Besatzungs­mitglieder geführt haben. Selbstverständlich wird auch die Frage einer etwaigen Sabotage, an die ich im ersten Augenblick, wie ich gestehe, selbst noch gedacht habe, ernstlich zu untersuchen sein. Auf Grund neu eingetroffener Meldungen aus Amerika und angesichts der ausgezeichneten organisatorischen Maßnahmen der amerikanischen Regierung liegt aber für diese Ansicht nur noch eine sehr ge­ringe Wahrscheinlichkeit vor. Das endgül­tige Urteil wird aber erst nach der Untersuchung, die mit aller Energie geführt wird, festgestellt wer­den können. Um diese Untersuchung zu sichern, hat der Herr Reichsluftfahrtminister Generaloberst G ö - ring angeordnet, daß sich eine technische Kommis­sion nach den Vereinigten Staaten begibt. Ich bin überzeugt, daß die Kommission in weitestem Um­fang die Unterstützung der amerikanischen Behör­den finden wird, um in der Zusammenarbeit mit ihnen alle notwendigen Feststellungen zur Aufklä­rung des Unglücks zu treffen. Aus der Bespre­chung mit Generaloberst Göring habe ich die felsenfeste Gewißheit mitgenommen, daß Deutschland unerschütterlich an der Idee des Luftschiffbaues und des Luftschiffverkehrs festhält, hierfür muffen wir Luftschiffer Adolf Hitler aus tiefstem Herzen dankbar sein.

Die deutsche tlntersuchungSkommission

Berlin, 7. Mai. (DNB.) Die deulsche Unter- fuchungskommission, die sich morgen früh mit einem Sonderflugzeug nach Eherbourg begibt, um dort an Bord des DampfersEuropa" zu gehen, bestehl aus folgenden Mitgliedern: Dr. Eckener und Dr. Dürr, Professor Bock und Stabsinge- nieur Hofmann von der Deutschen Versuchs- anstatt für Luftfahrt, Professor Dr. Dieckmann (München), Oberstleutnant B r e i t h a u p t vom Reichsluftfahrtministerium.

Washington, 8. Mai. handelsmimster R o - per teilte mit, daß die öffentlichen Vernehmungen durch eine amerikanische Untersuchung s- kommission zur Ergründung der Ursache der Katastrophe am Montag beginnen werden. Der Kommission wird ein Stab technischer Berater und eine Anzahl amerikanischer Offiziere, unter ihnen auch der Kommandant der Marinestation Lakehurst, Rosendahl, zur Seite stehen. Außerdem ist der deutsche Botschafter Dr. Luther eingeladen war- den, einen offiziellen deutschen Beobachter für die Vernehmungen zu ernennen.

Die Geretteten und die Vermißten.

Die amtlichen Meldungen bei der Reederei.

Berlin, 7. Mai. (DNB.) Nach den bis heute mittag bei der Deutschen Zeppelin-Reederei vorlie­genden Meldungen sind folgende Passagiere unverletzt gerettet worden: Levnh. Adelt, Gertrud Adelt, Karl Otto Clemens, Mathilde Dveh- ner, Walter Doehner, Werner Doehner, Rolf von heidenstan, Klaus Hinkelbein, George Hirschfeld, W. G. Leuchtenberg, Philipp Mangone, Marguerit Mather, Nelson Morries, Emil Stöckle.

Folgende Passagiere konnten verletzt ge­borgen werden: Irene Doehner, George Grant, Frau Maria Kleemann, Erich Knöcher, Herbert James O'Laughlien, Jos. Späh, Hans Hugo Witt.

Folgende Passagiere gelten zur Stunde noch als vermißt: Rudolf Anders, Peter Belin, Birger Brinck, Hermann Doehner, Burtis Dolan, Edward Douglas, Otto Ernst, Else Ernst, Moritz Feibusch, Clifford Osbun, Ions Pannes, Emma Pannes, Otto Reichelt, Hans Dinholt. Für Fritz Erdmann liegt die Todesbestätigung vor.

Von der Besatzung blieben unverletzt: Fischer, Nunnenacher, hch. Bauer, Schweighardt, Sauter, Steeb, Franz, Taoer Maier, Lau, Zabel, Kubis, Scheubele, Deeg, Balla, Kolmer, Ziegler, Nielsen,' Zettel, Boetius, Henneberg, Klein, Witte- mann, Robert Bauer, Beutele, Dörflein, Stöffler.

Verletzungen trugen davon: Lehmann, Schön­herr, Herzog, Schädle, Bahnholzer, Sammt, Lenz, Dr. Rüdiger, Bernhard, Pruß, Speck, Leibrecht, Rit­ter, Grötzinger, Dove, Deutschele, Freund, Felber.

Als Vermißte haben zu gelten: Knorr, Rich. Müller, Dimler, Scheef, schlapp, Eichelmann, Flachus, Schreitmüller, Mooser, Hüchel, Max

Schultze, Biallas, Reifacher, Spehl, Emilie Imhoff, Alfred Stöckle, helgening.

Es besteht die Hoffnung, daß einige der als vermißt gemeldeten Passagiere und Besatzungsmit­glieder noch als in Krankenhäuser befindlich fest- gestellt werden können.

Alle bleiben Dem Luftschiff treu.

Aeußcrungen geretteter Passagiere.

Neuyork, 7. Mai. (DNB.) Auch die Neuyor- ker Nachmittagsblätter widmen der Katastrophe des Hindenburg" ihre ganze erste Seite und bringen ausführliche Augenzeugenberichte. Alfred Gröt­zinger, der zweite Koch deshindenbubrg", erklärte:Es kam mir vor, als wäre ich 16 Meter hinabgesprungen, aber das ist jedenfalls übertrie­ben." Als die Explosion erfolgte, habe er keine Ahnung gehabt, was vor sich ging; er sei instinktiv abgesprungen. Ein Fluggast, Frau Marie K l e e m a n n aus Bad Homburg, hat bereits am Freitag das Krankenhaus Lakehurst wieder ver­lassen können. Sie ist sofort weitergeflogen nach Newark (New Jersey). Frau Kleemann ist eine alte Fliegerin und hat erklärt, sie werde auch weiterhin fliegen. Fünf Frauen und ein junges Mädchen seien an Bord gewesen. Sie selbst sei ruhig auf ihrem Platz geblieben und hinausgegangen, als das Luftschiff den Boden berührte. Frau Kleemann hat nur leichte Verletzungen im Gesicht erlitten. Ein anderer Fahrgast, der 63 Jahre alte George Grant aus London, erklärte, er sei 15 oder 20 Fuß hinabgesprungen. Dabei hat er eine Rücken­verletzung erlitten. Trotzdem will er aber wieder mit dem Luftschiff reisen.

Ifeberflüfftae Heben.

Der englische Außenminister Eden ist vor dem Unterhaus auch auf die Interpellationen einiger wildgewordener Abgeordneter der äußersten Linken und der Liberalen hinsichtlich der Lage auf dem baskischen Kriegsschauplatz eingegangen. Nachdem dieTimes" selbst sich durch einen zweiten Augen- zeugen die Phantasien ihres ersten Sensations­berichtes über die angebliche Bombardierung von Guernica hatte korrigieren lassen, durfte man eine entsprechende Erklärung des englischen Außenmini­sters verlangen. Allein Herr Eden hielt es für not- wendig, eine Erklärung abzugeben, in der durchaus die Möglichkeit einer Bombardierung durchge­wisse" Flugzeuge offengelassen wurde. Eden stützte sich dabei auf Berichte der von ihm anerkannten Regierung". Was es mit den sogenannten roten Regierungen auf sich hat, mag ja jetzt wohl zur Genüge das anarchistische Chaos in Barcelona dar­tun. Eden aber erscheinen die verlogenen Auskünfte einiger roter Parteihäuptlinge in Bilbao und San­tander glaubwürdiger als die energischen Erklärun­gen der Nationalregierung in Burgos, die ja wohl allein in der Lage ist, als Beherrscherin von Guer­nica authentische Erklärungen abzugeben. Zum Ueberfluß erschien jetzt auch noch der Sonderbericht derNew York Times" über den Fall Guer­nica. Auch der Korrespondent dieses amerikanischen Weltblattes schloß sich dem Urteil der französischen Kollegen an, die unmittelbar nach der Einnahme von Guernica den Ort lange und ausführlich nach Spuren von Bombenzerstörungen durchsuchten und eine Fehlanzeige erstatten muhten. Angesichts einer derartigen Tatsachenlage erscheint es'uns un­erfindlich und im Interesse der Herbeiführung einer wahrheitsgetreuen Berichterstattung höchst bedauer­lich, daß der englische Außenminister nicht den Mut fand, gewissen Hetzern im eigenen Land energi­scher und eindeutiger entgegenzutreten.

Auch der amerikanische Senator Borah hielt es

Oie Durchführung -es Lustschuhgefehes.

Berlin, 7. Mai. (DNB.) Im Reichsgesetzblatt Nr. 58 vom 7. Mai 1937 wurden die ersten drei Verordnungen des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe zur Durch­führung des Luftschutzgesetzes verkündet. Die e r st e Verordnung zerfällt in drei Teile: Teil I be­faßt sich mit der Abgrenzung der Luft­schutzaufgaben und mit allgemeinen Organi­sationsfragen des Luftschutzes, insbesondere legt er die Befugnisse der Polizeibehörden und die dem Reichsluftschutzbund und der Reichsgruppe Industrie übertragenen Aufgaben fest. Danach sind die letzt­genannten Organisationen zwar mit der Durchfüh­rung öffentlich-rechtlicher Ausgaben betraut worden, jedoch haben sie keine staatlichen hoheits- rechte eingeräumt erhalten. Vor allem können Zwangsbefugnisse nur durch die örtlichen Polizei­behörden angewendet und Bestrafungen nur dann vorgenommen werden, wenn Polizeioerord­nungen oder unanfechtbar gewordene polizeiliche Verfügungen ergangen sind. Teil II regelt die Lu f t- schutzdien st pflicht, insbesondere Erfassung, Heranziehung, Vergütung, Entschädigung, Beurlau­bung, ferner Ausbildungsoeranstaltunaen und Hebungen und Beschwerdeverfahren. Teil III bringt Bestimmungen über den Luftschutz , der Wehrmacht, Reichspost, Reichsbahn, Reichswasserstraßenverwal­tung und der Reichsautobahnen sowie über den Flugmeldedienst. Die Luftschutzpflicht gliedert sich in die Dienstleistungspflicht, Sachleistungspflicht und das luftschutzmäßige Verhalten. Die Befugnis, die Der- pflichtung zu luftschutzmäßigem Verhalten aufzuer­legen, ist der Polizei übertragen worden. Die Rege­lung der Sachleistungspflicht und der Verpflichtung

zu luftschutzmäßigem Verhalten auf dem Gebiete des Bauwesens ist besonderen Bestimmungen Vorbe­halten worden.

Die zweite Verordnung verpflichtet allgemein jeden, der Neu-, Um- oder Erweiterungs­bauten ausführt, zur Durchführung von Luft­schutzmaßnahmen. Die Verpflichtung erstreckt sich auch auf Gebäudeteile, die von diesen Bauten nicht unmittelbar berührt werden, wenn die hierdurch ent­stehenden Mehrkosten dem Pflichtigen zuzumuten sind. Für die Errichtung baulicher Anlagen in Gegenden, die nicht luftgefährdet sind, sind Aus­nahmen zugelassen. Die dritte Verordnung bringt Bestimmungen über die einheitliche Regelung der Entrümpelung im Reich. Je nachdem, ob es sich um geschlossene, offene oder halbosfene Bau­weise handelt, ist die Aufbewahrung von Gerümpel, das übermäßige und feuersicherheitswidrige Ansam­meln von verbrauchten Gegenständen und das Ab­stellen anderweitig unterzubringender oder schwer- beweglicher Gebrauchsgegenstände verboten. Die Verordnung sieht die Möglichkeit vor, von der Ent­rümpelung Abstand zu nehmen, wenn dies mit Rück­sicht auf die Gefährdung der Allgemeinheit möglich ist. Um die für die Verwertung des anfal­lenden Altmaterials notwendigen Vorkeh­rungen treffen zu können, tritt die Entrümpelungs­verordnung er ft am 1. September 1 937 in Kraft. Alle übrigen Bestimmungen treten sofort in Kraft. In Kürze wird der Reichsminister des In­nern der Reichsregierung ein Gesetz vorschlagen, das die Fayiilienunterstützung der Angehöri- gen der zur Luftschutzdienstpflicht herangezogenen Pflichtigen regelt.

Das Deutschtum in poknisch-Oberschlesien fordert Gleichberechtigung.

Kattowitz, 7. Mai. (DNB.) In Kattowitz, Königshütte, Pleß und Rybnik gab der Führer der Jungdeutschen Partei in Polen, Senator Wies­ner einen Ueberblick über die Lage des Deutsch­tums in Polnisch-Oberschlesien, das trotz des Gen- er Vertrages und der damit zusammenhängenden internationalen Einrichtungen planmäßig u n - terdrückt und wirtschaftlich zerrüttet worden sei. 80 v. H. aller Deutschen feien a r - b e i t s I o 5 , 7000 Jungen und Mädel seien ohne jegliche Berufsausbildung. Die Zahl der deutschen Schüler fei in den vergangenen 15 Jah­ren von 34 500 auf 11 400 herabgesunken. Dan 160 Lehrkräften an den öffentlichen deutschen Schulen m Ostoberschlesien seien 92 polnischer Natio­nalität. Unter den 40 Schulleitern befänden sich 38 Nationalpolen. Diese wirtschaftliche und kultu­relle Not habe das Deutschtum in tiefe Ver­zweiflung geführt. Auf wirtschaftlichem Gebiet werde die gesetzliche Anerkennung des Grundsatzes gefordert, wonach jedem Bürger des Staa- t/s das Recht auf Arbeit und Brot zu- tehe. Die Aufteilung der in Ostoberschlesien Der« ugbaren Arbeitsplätze sei erforderlich nach dem Verhältnis der zum deutschen Volkstum und zum polnischen Volkstum sich bekennenden Arbeitneh­mer. Nach dem gleichen Schlüssel müsse bei Ent­lassungen und Neueinstellungen verfahren werden, ebenso bei Beschaffung von Lehrstellen für die Ju­gendlichen. Um die kulturelle Not des Deutschtums zu beseitigen, müsse zunächst einmal die Austei - jung d er aus dem Schulhaushalt der Woiwodschaft zur Verfügung siebenden Gel- der nach dem bereits erwähnten Schlüssel erfolgen. Weiter fei die Errichtung von öffentlichen deutschen Schulen erforderlich, die von

deutschen Lehrern geleite* würden und in denen deutsche Lehrer unterrichteten. Die Grün­dung deutscher Privatschulen solle gefördert werden. Die Unterrichtspläne für die deutschen Schulen soll­ten dem Geist und dem Wesen einer deutschen Schule gerecht werden. Deutsche Eltern, die ihre Kinder in die deutsche Schule schicken, dürften in keiner Weise benachteiligt werden. Wei­terhin müsse dem Deutschtum der Besuch kul­tureller Veranstaltungen des Mut­terlandes freigestellt sein, ebenso auch der Aus- tausch von Vertretern deutscher Wissenschaft und Kultur.

Auf politischem Gebiet habe das Bekennt- n i s nm Volkstum als natürliches Recht des Einzelnen zu gelten. Wer die Ausübung dieses Rechts behindere, verfalle.einer gesetzlichen Strafe. Dem Deutschtum müsse das Recht zugestanden wer­den, sich auf Grund der bestehenden Gesetze wirt­schaftlich, kulturell und politisch zu organisieren. Nach dem Ablauf des Genfer Abkommens fei der Grenzverkehr beizubehal- ten, wie auch das Gesetz, das jedem Deutschen das Recht gebe, in feiner Muttersprache mit den staatlichen Behörden zu verkehren. Schließlich habe die Einschaltung des Deutschtums in die Ver­waltungskörperschaften nach dem obengenannten Schlüssel zu erfolgen. Diese Forderungen setzen vor­aus, daß auf feiten des polnischen Staates und Volkes der gute Wille vorhanden ist, der deut­schen Volksgruppe den ihr gebührenden Platz in Ostoberschlesien einzuräumen und sie nach ibrer Kraft, nach ihrem Wissen und Können zur Mitarbeit am Ausbau des polnischen Staates heran­zuziehen und einzusetzen.

Ausdehnung der anarchiftischen Revolte auf ganz Katalonien.

Zahlreiche Grenzorte in Gewalt der Anarchisten.

«rJ-S-lL?'»8, (DNB. Funkspruch.) Die an- archistlsche Revolte scheint sich aus ganz Kata- omenauszubehnen. Der zur Schau ge- tragene Optimismus des bolschewistischen spanischen Dertreters m Pans, wonach dieGeneralidad" ihre Autorität wieder hergestellt habe, wird von der franzoslschen Presse nicht geteilt. DerJour" ? x 6 Straßenkämpfe in den

Vorstädten Barcelonas anbauern.

Das »Echo de Paris" nennt folgende größere totaöte Kataloniens, die bereits in der Hand

ber Anarchisten fein sollen: Gerona, Toriosa, Taragona und Lerida. Ferner beherrschten sie z a h l-' reiche Grenzorte, wie Junquera, Puigcerda und Port Bou. Die Bolschewisten von Valencia hatten andererseits starke Milizabteilun- gen derGeneralidad" von Katalonien zur Hilfe gesandt. Außerdem seien zwei bolschewistische Kriegsschiffe, die TorpedojägerBarcaibogui" undLepanto", in den Hafen von Barce­lona eingelaufen und hätten mehrere Ba­taillone mit Maschinengewehren und Tanks ge­landet. Diese hätten unter dem Befehl desGene­rals" Pozas bereits ein regelrechtes Blutbad unter den aufständischen Anarchisten angerichtet, die jedoch, in den Vorstädten verschanzt Widerstand leisteten.

für notwendig, in einer Rede seiner moralischen Entrüstung über die angebliche Bombardierung Ausdruck zu verleihen. Wir haben noch niemals ge­hört, daß Borcch, dessen Herz doch sonst für alles Unrecht in der Welt so empfindsames Mitgefühl zeigte, sich empört hätte, bei den grauenhaften Augenzeugenberichten über die Schändung von Non­nen, die Niederbrennung von Kirchen, die Nieber- metzelung von Tausenden von Geiseln durch die bolschewistischen Horden. Nun, Senator Borah ist nicht ganz Nordamerika. Er gibt auch' nicht die Stimme des amerikanischen Volkes wieder, in dessen Mitte sich neuerdings so energisch die Abwehr gegen den Bolschewismus zu regest beginnt. Vor die Frage gestellt, ob ein Sieg des Bolschewismus die amerikanische Kultur fördern würde oder nicht, würde Herr Borah sicherlich ohne Zögern sich gegen den Bolschewismus aussprechen. Aber die bekannte Unlogik dieser Liberalen, die so weit vvm Schuß weg leben, führt immer wieder dazu, den bolsche­wistischen Hetzern und ihren Helfershelfern Hilfen und Unterstützungen zu gewähren, die sich letzten Endes nur gegen sie selbst wenden. Dr. Vo.

Versuch einer Humanisierung des spanischen Vijrgertriegs.

London, 8. Mai. (DNB.) Im Hauptunteraus­schuß des Nichteinmischungsausschusses legte Lord Plymouth im Namen der englischen Regierung eine Anregung vor, wonach ber Nichteinmischungsaus­chuß einen Appell an beide Parteien in Spanien richten würde, damit sie Übereinkom­men, auf die ßuftbombarbierung im jetzigen Konflikt völlig zu verzichten. Die englische Regierung will mit diesem Vorschlag nichts weiter, als den Konflikt in Spanien huma­nisieren. In ber vorigen Sitzung sei von bem beutschen Vertreter, unterstützt von Ver­tretern Italiens und Portugals, bie Anregung gemacht worden, daß jegliche Annähe­rung an bie beiden Parteien in Spanien a u f einer größeren Grundlage gemacht wer­ben sollte, um b e n Unmenschlichkeiten ein Enbezubereiten. Die englische Regierung würde bereit sein, dem zuzu stimmen. Der Un­terausschuß vereinbarte, bie Vorschläge der eng­lischen Regierung allen Vertretern im Nichtein­mischungsausschuß zu übermitteln mit ber Bitte, Anweisungen zu dem frühestmöglichen Zeitpunkt zu erbitten.

Oie italienischen Zeitungen rufen ihre Korrespondenten aus London zurück.

Rom, 7. 2Uai. (DRV.) Die italienischen Zeitun­gen habenzum Zeichen be-s Protestes gegen die verleumderische Haltung der englischen presse gegenüber Ita­lien und den italienischen Freiwilligen in Spa­nien" die Abberufung ihrer äorrefpon- benten aus London in Aussicht genommen und bereits eingelettet.

Biumspoufe"wirdsorigeseht Paris, 8. Mai (DNB.) In ber Kammer er- Harte Mmisterprasibent Lson Blum, die Reformen ko^n nicht vorgenommen werden ohne vorherige Verständigung aller Parteien der Volksfront Die Auswirkungen der Pause seien bisher befriedigend Sewesem Die Wirtschaftsankurbelung sei allerdings nicht schnell genug oonftatten gegangen, um die Gesundung herbeizufuhrest. Trotzdem alte die Regierung bie Fortsetzung ber n°tn)enöi9- Für ein großes Ar- rhTiVsH* ^a^run05programm feien ein- ÄA'ch der Ausgaben, bie bie Gemeinden lejfteten, 1937 bereits etwa a ch t Milliar- ?:ln 2/s vorgesehen. Es wäre unmog- R Ä ^.schung nQd) du erhöhen. Wenn. bte olleren Arbeiter eingeführt Der^franjäri^r^ ,QUf 5 Milliarden Franks, rifhpr n^rr ?t.ool könne nicht mehr leben wie Aon f £ 65 folfd) gewesen, bas nicht sick mir bi-"irr Zu sagen. Kein Staat könne W außerhalb bes a e sJoft ebenso viel Nebenkrebite sch ffen wie Mittel im Haushalt vorgesehen seien.

3um 30. Geburtstag Ba'dur von Schlacks.

30 ffleVi.rhJ 8 ^aLe, ^NB. Funkspruch.) Zum Reicke«? beS 3ugenbführers bes Deutsthen R e iA% P/J? ur von Schirach bringen ber ber m>ü*b»e r {Se.rI?n unb ber R e i d) s f e n. d" München sowie ber D e u t s ch l a n b s e n - bietunn S non 8.30 bis 9 Uhr eine Dar- bietungAus bem Leben unb Schaffen tonri/hJ Ko wer aben bes Führer s". ra* pth»r^rer<?'tf®e«ld)te Don Balbur von Schi- über bstq^ d" HEer-Jugenb unb eine Ansprache rerJ bXn'hXV? r?$affcn bes Reichsjugendsüh- mnnf* k den Inhalt ber Senbunq, bie ben Glück­wunsch ber beutschen Jugenb umfaßt.