Glückliche Mai- durch Zellwollkleid.
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Doch jene — eine Frau von Blick — Erkennt, daß Zellwollstoffe schick. Erkennt, daß sie gut kleiden können,
Dies Mädchen hier (sie hält's für fein) Trägt prinzipiell nur „Kammgarn rein" Und sagt voll Ueberheblichkeit: „Ach die! Die trägt ja Zellwollkleid!"
Kauft sie — und siehste — macht das Rennen. (Zeichnung: Oechsner. — Scherl-M.)
Aus aller Welt.
Wegen Haubmordversuchs fünf Jahre Zuchthaus.
LPD. Mainz, 7. April. Das Schwurgericht verurteilte den 31jährigen Georg Emil Ametzmann aus Treber wegen versuchten schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher schwerer Körperverletzung zu fünf Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust. Der Angeklagte hatte am Morgen des 27. November v. I. eine Prostituierte in ihrer Wohnung in der Zeughausgasse ausgesucht und sie mit einem schweren Schraubenschlüssel niedergeschlagen. Dann durchsuchte er das Zimmer nach Geld, mußte aber die Flucht ergreifen, als auf die Hilferufe der Ueberfallenen Hausbewohner herbeieilten.
Für 60 000 Mark Sammlerbriefmarken gestohlen.
Bon einem empfindlichen Verlust wurde ein Wohnungsinhaber im Berliner Westen betroffen, dem während einer längeren Abwesenheit aus seiner Wohnung für 6 0 0 0 0 RM. Sammlerbriefmarken gestohlen wurden. Als Täter wurde ein 21jähriger Bursche ermittelt, der mit der die Wohnung betreuenden Angestellten ein Verhältnis unterhielt und sie oft besuchte. Dabei stahl er nach und noch die wertvollen Marken aus einem verschlossenen Bücherschrank und verkaufte sie. Von dem Erlös lebte er herrlich und in Freuden, schaffte sich u. <i. einen luxuriösen Kraftwagen an und veranstaltete große Zechgelage. Als die Ehefrau des Bestohlenen überraschend zurückkehrte, floh der Bursche mit einex anderen Freundin nach Basel. Die dortigen Polizeibehörden wurden davon in Kenntnis gesetzt, so daß der Dieb in einem erstklassigen Hotel festgenommen werden konnte. Mit seiner Auslieferung ist zu rechnen.
500 Opfer einer koreanischen Räuberbande.
Ein Polizeibericht aus Keijo auf Korea meldet die Entdeckung einer Reihe furchtbarer Verbrechen, denen über 500 Menschen zum Opfer gefallen seien. Bei Ausgrabungen habe man mehrere hundert Leichen gefunden, die teilweise verbrannt gewesen seien. Die Untersuchung habe ergeben, daß es sich um die Ueberreste Ermordeter handelte, die einer Räuberbande in die Hände gefallen seien. Die Anführer der Bande seien
bereits verhaftet worden. Sie hätten gestanden, die Bande unter dem Deckmantel einer religiösen Sekte organisiert zu haben. Im Laufe der Zeit habe die Bande über 500 Koreaner überfallen und ausgeraubt. Die Ermordeten seien dann in einem Walde bei Keijo verscharrt worden.
Brandkalaslrophe auf den Philippinen.
In Manila (Philippinen) brach in einer Wäscherei Feuer aus, das sich infolge starken Windes rasch auf einen großen Teil des dicht bevölkerten Tondo-Distrikts an der Manila-Bay ausdehnte. Die leichtgebauten Wohnhäuser dieser Gegend brannten mit unheimlicher Schnelligkeit nieder. Ein Einwohner kam in den Flammen um, während elf Verletzungen erlitten. Insgesamt sind durch den Brand 10 000 Menschen obdachlos geworden. Der Sachschaden wird auf über eine Million Dollar geschätzt.
Kunst und Wissenschaft.
Oie ungarischen Philharmoniker in Sronffurt
Auf ihrer Deutschlandreise, die sie bisher über Breslau, Berlin, Hamburg, Mülheim und Köln geführt hat, kamen die ungarischen Philharmoniker auch nach Frankfurt, wo ihnen ein herzlicher Empfang bereitet wurde, weil man die hohen künstlerischen Leistungen der ungarischen Philharmoniker bereits bei einem Gastspiel im Jahre 1927 schätzen gelernt hatte. Die freundliche Begrüßung, welche die ungarischen Künstler bereits beim Betreten des Podiums erfuhren, quittierten sie mit der Wiedergabe der deutschen Nationallieder und der ungarischen Nationalhymne. Im Mittelpunkt ihres Programms stand die Wiedergabe der 7. Sinfonie von Beethoven. Professor Dr. v. Dohna n y i, der feinsinnige Dirigent des Philharmonischen Orchesters, bezeugte hier eindrucksvoll, wie tief die ungarischen Künstler unter seiner Leitung in das Wesen der deutschen Musik eingedrungen sind. Es gab sehr starken Beifall, so daß am Schlüsse des Konzerts nach der Wiedergabe der Ruralia Hungarica von Dohnanyi und anderer ungarischer Kompositionen das Orchester sich zu einer Zugabe verstehen mußte. — Bei einem freundschaft
lichen Zusammensein betonte Stadtrat Dr. Keller, welchen hohen Wert der Besuch des ungarischen Philharmonischen Orchesters für die Pflege der freundschaftlichen kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Ungarn habe. Auch dieser Besuch habe dazu beigetragen, eine Brücke zwischen den beiden Nationen zu schlagen.
Feierliche Eröffnung der Reichslheakertage der HI. in Bochum.
Die ersten Reichstheatertage der HI. werden am Sonntag, 11. April, vormittags, vom Chef des -Kulturamtes der Reichsjugendführung, Obergebietsführer C e r f f, in Bochum feierlich eröffnet. Damit verbunden ist eine Begrüßung der Tagungsteilnehmer und Gäste durch den Oberbürgermeister P i c l u m. Die Feier wird durch eine Musik von Heinrich Spitta eingeleitet und mit dem gemeinsamen Lied „Erde schasst das Neue" beschlossen. Als Höhepunkt der Bochumer Reichstheatertage der HI. findet am 12. April eine Großkundgebung unter dem Thema „Jugend und Theater" statt, auf der der Jugendführer des Deutschen Reiches, Baldur von Schirach, und der Präsident der Reichstheaterkammer, Gebietsführer Dr. Rainer Schlösser, sprechen werden.
Büchertisch.
— Alfred d e Digny: Soldatenkecht- schaft und Soldatengröße. Verlag Friedrich Stollberg, Merseburg. Preis in Leinen gebunden 5,20 RM. (30.) — Alfred de Digny war während der Restauration Leutnant in der französischen Garde. Aber noch nicht 30jährig gibt er den Offiziersberuf auf. Daß das französische Heer sich als Werkzeug in der Hand des jeweiligen Machthabers erwies, heute im Dienste einer Regierung Empörer bekämpfend, die am Tage darauf selbst Regierung geworden, es gegen die Anhänger der Gestürzten gebrauchten, hatte dem französischen Aristokraten de Vigny seinen Beruf verleidet. Nach rote vor sah er jedoch im Heer den Hort aller männlichen Tugenden, Pflicht und Ehre halten den Mann, dessen höchstes Heiligtum der Fahneneid ist. Aus dieser Gesinnung ist das vorliegende Buch erwachsen, das hier Otto Freiherr von Taube, der baltische Dichter, in einer neuen ausgezeichneten lieber» setzung vorlegt. Die romanhafte Handlung stellt Schicksale von Soldaten und Offizieren dar/die in der Knechtschaft des blinden Gehorsams, der vom Soldaten verlangt wird, ihre Pflicht taten, um der Ehre willen, die keines Lohnes bedarf. Die Ehre ist die Schamhaftigkeit des Mannes. Dieser Satz Alfred de Vignys ist das Motto seines Buches.
— Herta Staub: Blaue Donau ade. Schützen-Verlag, Berlin. — (4.) — Das Buch führt mitten hinein in die Jahre, in denen das alte Oesterreich versank, eine müde gewordene Generation jeden Halt verlor und die Jugend, vom neutralen Ausland in Pflege genommen, ihrer Heimat entfremdet zu werden drohte. Aber ein großes Schicksal weckt in Eltern und Kindern den Willen zur Selbstbehauptung. Eine ganze Epoche wird in diesem Buche lebendig, ein Wien, das, aus seiner traditionellen Sorglosigkeit aufgeschreckt, durch Trauer und Erniedrigung zu neuen Aufgaben emporwächst. Eine junge Wienerin ist es, die in diesem Buch mit Kraft und Einsicht für ihre schöne Heimat Zeugnis ablegt.
— Edmund Sabott: Mädchen im Vorzimmer. Roman. 238 Seiten. Geh. 2,40 Mark, Ganzleinen 3,50 Mark. Verlag Scherl, Berlin SW 68, 1937. — (31) — Renate Roeder, die Heldin dieses Romans, ist Direktionssekretärin in einem großen Berliner Unternehmen. Sie hat einen verantwortungsvollen Posten und liebt ihre Arbeit; sie ist tüchtig, selbständig und hat sogar eine eigene kleine Wohnung. Was sie in- und außerhalb des Geschäftes erlebt, erleben Tausende von Sekretärinnen, die ebenso tagsüber an der Maschine ihre Pflicht tun, die aber alle eine stille Sehnsucht in sich tragen nach dem „richtigen" Mann, dem sie mehr als Kollegin, dem sie Kamerad und Lebensgefährtin sein möchten. Sie haben alle den Wunsch, aus dem Vorzimmer des Büros in das eigene Heim zu kommen. Ein solches Schicksal erzählt Sabott frisch und lebendig in diesem Berliner Roman.
Zeitschriften.
— Das April-Heft der Alexander Kochschen Kunstzeitschrift „I n n e n - D e k o r a t i o n" (48. Jahr« gang; Abonnementspreis vierteljährlich 6 Mk. 23er» lagsanstalt Alexander Koch, G.m.b.H., Stuttgart-O., Neckarstraße 121) bietet einen Querschnitt durch die deutsche Raumgestaltung der Gegenwart. Landschaftlich gebundene Volkskunst mit ihren sinnen- frohen, sprechenden Formen hat die Führung in Gunther Seidels schlesischen Gasträumen (Hotel „Drei Kronen", Jauer). Ein Niederösterreichisches Landhaus von eigenartigem Grund- und Aufriß führt in das Schaffen des Wiener Architekten Alexander Popp ein. Von dessen anpassungsfähigem Können zeugen daneben flotte Wohnraum-Entwürfe, ferner praktische Touristenräume auf der Raxalpe, einige schöne Stücke Friedhofsarchitektur und ausgezeichnet gelöste Jnduftrieräume. Der sudetendeutsche Architekt Oskar Riedel (Troppau) zeigt eine feingeformte Stadtwohnung und ein elegant» behagliches Landhaus in Gebirgslage., Einige Abbildungen schildern einen vortrefflichen Typ „Kanadier", breite Holzsessel mit losen Polstern und verstellbarer Rücklehne. Die staatliche Handwerkerschule der Städt Königsberg zeigt geschnitzten Hausrat für eine ostpreußische Bauernstube. Ein praktisches Wochenendhäuschen von Werner Weise macht den Schluß.
— Mit einem reich bebilderten Beitrag „Bauwerke im Dritten Reich" von Werner Hager läßt der vierte Jahrgang der Zeitschrift „Das Innere Reich (Herausgeber: Dr. Paul Alverdes und Karl Benno v. Mechow, Verlag: Albert Langen/Georg Müller in München fein erstes Heft beginnen. Unter den dichterischen Beiträgen ragen neben Gedichten von Franz Turnier, Hermann Claudius und einer besonders ansprechenden Folge „Spur in den Frühling" von Friedrich Bischoff die Aufzeichnungen von einer afrikanischen Reise von Hanns Braun und der ergreifende „Brief an seinen Vater — Aus dem Nachlaß Gottfried Gs." von Willi Steinborn hervor. Unter den Aufsätzen verdient besondere Beachtung bei allen politisch Interessierten der Beitrag von Karl Epting über „Die Ideen des jungen Frankreich". Im Umschauteil berichtet u. a. Hermann Mettin über den Berliner Theaterwinter. Man spürt dem Heft an, wie die Herausgeber sich bemühen, über den Kreis des rein Dichterischen hinaus die Wirklichkeit des deutschen Lebens zur Darstellung zu bringen.
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Nachdem es am Mittwoch, begünstigt durch Abkühlung in der Höhe und stärkere Erwärmung in den unteren Luftschichten zu einzelnen gewittrigen Schauern gekommen war, begann sich gegen Abend der Einfluß von ostatlantischer Wirbeltätigkeit bemerkbar zu machen. Der Durchzug einer Störungsfront brachte dabei abends und nachts weitere und meist recht ergiebige Reaenfälle. Die Witterung bleibt auch weiterhin unbeständig, wird aber, da mir uns an der Vorderseite der Wirbel befinden, meist freundlichen Charakter zeigen.
Aussichten für Freitag: Wolkig bis aufheiternd, doch leicht unbeständig und auch einzelne Regenfälle, Mittagstemperaturen um etwa 15 Grad, lebhafte Winde aus meist südlichen Richtungen.
Lufttemperaturen am 7. April: mittags 17,8 Grad Celsius, abends 11,8 Grad; am 8. April: morgens 10,2 Grad. Maximum 17,8 Grad, Minimum heute nacht 8,5 Grad.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2). 21. III 37: 10 496. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.°G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags
15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. April 1937 gültig.
Reiskirchen. Butzbach. Rödgen, den 8. April 1937
Die Beerdigung findet am Freitag, dem 9. April, nachmittags 2.30 Uhr statt
2454 D
Nach kurzer, schwerer Krankheit verschied gestern morgen um 10 Uhr mein lieber Mann, unser guter Vater. Schwiegervater. Grofivater. Urgroßvater und Bruder
Herr Philipp Balser VI.
im 80. Lebensjahr
In tiefer Trauer: Frau Margarethe Balser, geb Schmidt
Familie Heinrich Schmidt V.
Familie Ludwig Damm IV.
Familie Heinrich Döring
Otto Seipp und Kinder
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In tiefer Trauer:
Philipp Damm IX., Fuhrunternehmer Familie Ludwig Schomber Familie Wilhelm Damm VII.
Familie Heinrich Damm L und Enkelkinder.
Reiskirchen. Beuern, Frankenberg, den 7. April 1937.
Dip Beerdigung findet Freitag, den 9. April, nachmittags 2 Uhr statt.
2451 D
*Peute morgen i/210 Uhr entschlief nach kurzem, mit Geduld ertragenem Leiden meine hebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter, Groß-
- mutter, Schwester, Schwägerin und Tante
Frau ElisabetheDamm.geb. Sommeriad
im 78. Lebensjahr.
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