Das Problem Kohle.
Wohl kein deutscher Rohstoff steht so entscheidend im Mittelpunkt des Neuaufbaus der deutschen Wirtschaft wie die Kohle. Wenn jetzt nach vorsichtigen Berechnungen die deutschen Steinkohlenoorräte als ausreichend für 2000 Jahre und die Braunkohlenvorräte für weitere 400Jahre betrachtet werden, dann braucht sich weder dieses Geschlecht noch die ihm folgenden Sorge um das Auskommen mit einem so lebenswichtigen Rohstoff zu machen. Wir sind darin in einer unendlich viel bessern Lage als z. B. Italien und andere Länder. Nur zwei europäische Mächte können, was ihre Produktion und ihre Kohlenvorräte angeht, mit uns wetteifern. Das sind England und Polen.
Als im Gefolge des Weltkrieges die Motorisierung und mit ihr das O e l seinen Siegeslauf in der Welt antrat, geriet die gute alte Kohle beinahe in das Hinterhaus. Die gewaltige Dynamik der Erdölerschließung, die mannigfachen Vorteile des Oels vor der Kohle ließen das an sich schon harte Handwerk der Kohlengewinnung in den tiefen Schächten unter der Erde in einen noch größeren Mißkredit geraten. Aber nicht nur das Oel, sondern in ebenso starkem Maße die Kraftgewinnung aus der weißen Kohle, dem Wasser, die gesteigerte Braunkohlenförderung und die enorm entwickelte Wärmetechnik mit der höheren Ausbeute der Wärmegrade drohten dieser in Deutschland einst so machtvollen Industrie das Rückgrat zu brechen.
Die Notwendigkeit der Betriebsrationalisierung hatte den deutschen Bergbau in der Nachkriegszeit dazu gezwungen, um mit England, Holland und Polen konkurrenzfähig zu bleiben, den Betrieb unter Tage in einem bis dahin ungekannten Ausmaß zu mechanisieren. 200 000 Bergleute verloren ihr Brot. Von diesem Augenblick an gehörten das Ruhrgebiet, das Saargebiet, die Zwickauer Mulde, das Waldenburger Bergland und Deutsch-Oberschlesien zu den Krisengebieten, den besonderen Schmerzenskindern der Erwerbslosenfürsorge. Infolge der gewaltigen Ausdehnung der Kohlenindustrie in Deutschland hat darum auch das Schicksal der Kohle für das Reich und weite Kreise seiner Bevölkerung in ausgesprochen bedrohten Grenzdistrikten eine hohe volkswirtschaftliche, ja nationalpolitische Bedeutung.
Diese nationalpolitische Bedeutung ist enorm gesteigert worden durch den Vierjahresplan. Nach dem Ausspruch des Führers vom 30. Januar 1937 wird durch die synthetische Erzeugung von Benzin und Gummi in Deutschland eine Mehrförderung von 20 bis 30 Millionen Tonnen Kohle jährlich notwendig werden. Die gesamtdeutsche Kohlenproduktion betrug 1936 an Steinkohle 158,38 Millionen Tonnen und an Braunkohle 161,34 Millionen Tonnen. Der Wärmewert der Braunkohle verhält sich zur Steinkohle wie 2:9. Langsam beginnt also die deutsche Steinkohle — die Braunkohle hatte es infolge der weitgehenden Mechanisierung, ihrer günftigen Standorte in der Nähe von Großstädten usw. immer leichter als die Steinkohle — wieder das aufzuholen, was sie durch die Steigerung der Wärmeersparnis und die Elektrifizierung bei der Reichsbahn, den Kraftwerken, bei der Schiffahrt durch den Oelantrieb usw. verloren hatte.
Die größte Hilfe leistet ihr dabei der Aufschwung der Eisen- und Stahlindu- st r i e. Wenn auch durch die Verbesserung der Hochöfen und der Stahlwerke längst nicht mehr soviel Kohle zum Verhüttungsprozeß gebraucht wird wie früher, so sind doch die dafür gebrauchten Mengen auch heute noch entscheidend wichtig. In der Zukunft noch viel mehr, da die zur Verhüttung gelangenden eisenarmen deutschen Eisenerze einen entsprechend höheren Kohlenverbrauch erfordern. Zur Zeit liegen die Dinge so, daß nicht nur in Deutschland, sondern in der Welt ein ausgesprochener Koksmangel herrscht, weil die Kokereien trotz ihrer durchgreifenden Modernisierung in den letzten Jahren nicht mehr in der Lage sind, den gesteigerten Anforderungen der Eisen- und Stahlindustrie nachzukommen.
Die Wärmetechniker sagen uns, der jetzige Stand der Wärmeausnutzung der Kohle hätte einen so hohen Stand erreicht, daß eine weitere Steigerung nur noch sehr schwer und sehr langsam denkbar sei. Inzwischen haben der Dampfkessel und die Dampfturbine soviel Neuerungen durchgemacht, daß die moderne Dampflokomotive und das moderne Dampfschiff kaum noch hinter den durch Verbrennungsmotoren, Dieselmotoren usw. angetriebenen Fahrzeugen zurückstehen. Ja es scheint, als ob sogar selbst die Luftfahrt von diesen neuen Möglichkeiten der mit Kohlenstaub geheizten Turbine nicht unberührt bliebe. Die Steinkohle wird sich also nicht nur behaupten, sondern wieder vordrängen. Da selbst bei einer großen Steigerung des deutschen Benzin- und Gummiverbrauches und der restlosen Herstellung dieser beiden so wichtigen Rohstoffe aus deutscher Kohle immer nur ein bescheidener Bruchteil der riesigen deutschen Kohlenproduktion dafür benötigt wird, bleiben diese anderen Dinge nach wie vor wichtig.
Die deutsche Kohlenproduktion, d. h. in diesem Falle vor allem die der Steinkohle, erfüllt aber nicht nur als Ausgangspunkt für die eigene Erzeugung
Die Ausstellung „Gebt mir vier Zahre Zeit" im Ausbau.
■CB •
Unsere Zeichnung vermittelt einen Eindruck von der großen Berliner Ausstellung, die in den Ausstellungshallen am Kaiserdamm entsteht, und die einen gewaltigen Ueberblick des ersten Vierjahresplanes gibt. Links das Modell der Mangfall-Brücke, im Vordergrund als Zeichen der Wehrhoheit ein Panzerwagen und Flakgeschütze. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
3m Auftrage Deutschlands.
Baldur von Gchirach auf der Hamburger Führertagung der Hitlerjugend.
Hamburg, 8. April. (DNB.) Heber 2000 Führer der Hitler-Jugend und Führerinnen des BDM. aus Hamburg und Schleswig-Holstein waren zu einer Führertagung zusammengekommen, der ersten Führertagung in diesem Jahre, der zahlreiche weitere in verschiedenen Orten des Reiches folgen werden. Der Jugendführer des Deutschen Reiches hob einleitend hervor, daß die Hitler-Jugend das erreicht habe, was noch keine Jugendbewegung der Welt vorher geschaffen habe. „Ich will darüber wachen", erklärte Baldur von Schirach, „daß niemals die Führung der Jugend zu einem Beamtenkörper wird, daß niemals die Dienststellen der Hitler-Jugend Miniaturmini- fterien werden, in denen vor lauter Schematismus und kleinlicher Büroarbeit keine praktische Arbeit geleistet wird. Mit dem Gesetz vom 1. Dezember ist eine oberste Reichsbehörde geschaffen worden, die für alle Jugendfragen des Staates allein zuständig ist. Trotzdem halten wir es für richtig, daß Jahr für Jahr die Führer der Einheiten der nationalsozialistischen Jugend sich z u bewähren haben, indem sie zeigen, daß sie genügend Wirkung auf die Jugend auszuüben vermögen, um diese Jugend zur freiwilligen Mitarbeit in Einheit und Gemeinschaft zu erziehen. Wenn wir durch Zwang und Gesetz die letzten Pimpfe aus einem abseits stehenden Elternhaus holen würden, dann würde der Wert der nationalsozialistischen Jugendbewegung nicht derselbe bleiben wie heute. Es soll auch in den zukünftigen Jahrzehnten unsere Ehre und unser
Stolz fein, alles aus Eigenem geschaffen zu haben, nichts vom Staate zu fordern, sondern alles für Volk und Staat freiwillig zu leisten."
Niemals mehr werde es in Deutschland einen Gegensatz von alt und jung im Sinne der Vergangenheit geben. Vom kleinsten Pimpf bis zum ältesten Greis gebe es so in Deutschland nur eine gemeinsame Aufgabe. In den vergangenen Jahren seien im Reich große sozialistische Werke aus der Hitler-Jugend heraus in gemeinsamer Arbeit mit der Deutschen Arbeitsfront geschaffen worden. Vor allem sei hier der Reichsberufswettkampf zu nennen, dann aber auch die Adolf-Hitler-Schulen, in denen der Arbeitersohn die Möglichkeit erhalte, ohne Geld sich jenes Wissen und jene Bildung anzueignen, die bisher Vorrecht bestimmter Gruppen gewesen sei. „Die Hitler-Juaend wird weiterkämpfen, um die sozialistischen Forderungen, die immer Forderungen der Hitler-Jugend waren und bleiben werden, zu erfüllen."
„Ich möchte", so rief Baldur von Schirach zum Schluß den versammelten Jugendführern und Jugendführerinnen zu, ,^>aß ihr stark seid in euerem Glauben, stark seid in der Achtung der anderen, daß ihr an eure Fahne glaubt, wie andere an ihre Symbole und daß ihr wißt: Indem ihr dieser Fahne dient, handelt ihr im Auftrage Deutschlands und seiner Jugend, handelt ihr aber auch im Auftrage des Großen und Allmächtigen, den wir in Ehrfurcht nennen: Gott."
von Benzin und Gummi eine so große Aufgabe, sondern auch durch ihre unerschütterte Rolle als eines der großen und maßgebenden deutschen Exportgüter. Neben Kali hat Deutschland eigentlich nur Kohle als Rohstoff in so reichen Mengen, daß es davon exportieren kann. 1936 führten wir nicht weniger als 28,65 Millionen Tonne Kohle und 7,18 Millionen Tonnen Koks aus. Die Weltmarktpreise liegen allerdings auch heute noch mit 9,30 Reichsmark pro Tonne Kohle gegen 19,80 RM. im Jnhre 1929 und für 13 RM. pro Tonne Koks gegen 25,20 RM. so tief, daß aus dem Export kaum wesentliche Gewinne für den Steinkohlenbergbau selbst zu erwarten sind, aber der Steinkohlen- und Koksexport bleibt nach wie vor zur Balancierung des deutschen Außenhandels und der Devisenbeschaffung bedeutsam.
Zehntausende von Bergleuten Haden inzwischen wieder Arbeit gesunden. Zehntausende von Arbeitern werden in Werken Beschäftigung finden, die aus der Steinkohls deutsches Benzin und deutschen Gummi gewinnen werden. Heute klagen bereits die Bergwerke über einen Mangel an Nachwuchs und an tüchtigen Fachkräften für die Arbeit „vor Ort" d. h. der tm Bergbau so schwierigen Arbeit an der Kohle direkt. So haben sich die Dinge innerhalb von vier Jahren in den bis dahin wohl mit am meisten notleidenden deutschen Distrikten gewandelt.
Dr. Vo.
Veneschs Belgrader Besuch.
„Keine neuen Momente."
Belgrad, 7. April. (DNB.) Anläßlich des Abschlusses des Besuches des tschechoslowakischen Staatspräsidenten, Dr. Benesch, wurde eine Mitteilung herausgegeben, in der es heißt: Die letzten Beschlüsse des Ständigen Rates der Staaten der Kleinen Entente wurden neuerlich bestätigt und unterstrichen. Durch diesen ersten amtlichen Besuch des tschechoslowakischen Staatsoberhauptes bei der jugoslawischen Nation wurde neuerlich die unzertrennliche und enge Freundschaft sowie das brüderliche Bündnis besiegelt. Die Reise des Prinzregenten Paul nach Prag wird eine neue Bekundung der Einmütigkeit der Anschauungen, der Politik und der Ziele der beiden Brudervölker und der beiden Bruderstaaten darstellen, die untereinander auch für die Zukunft/ unzertrennlich verknüpft sind.
In Belgrad verlautet, daß der Besuch von Dr. Benesch keine neuen Momente hinsichtlich des Ausbaues des Paktes der Kleinen Entente ergeben habe. Diese Pläne scheinen von Dr. Benesch auf Grund der Ergebnisse der Konferenz der Außenminister der Kleinen Entente auch nicht mehr aufgeworfen worden zu sein. In tschechoslowakischen Kreisen wird aber erklärt, daß sie nur zurückge- st e l l t seien. Ein späteres Zurückkommen auf sie sei in einer geänderten politischen Lage durchaus
möglich. Im übrigen hat man sich offenbar davon überzeugt, daß Jugoslawien durch Herstellung fteund- schaftlicher Beziehungen zu den Nachbarn nur zur Befestigung des Friedens beizutragen wünscht.
Norwegische Seeleute von den Sowjets aus Rache verhaftet.
Oslo, 7. April. (DNB.) Am 6. April wurden vier norwegische Seeleute, die sich an der finnisch-sowjetrussischen Grenze auf sowjetrussisches Gebiet verirrt hatten, von der sowjetrussischen Grenzwache verhaftet. Der Kapitän des Fisch- dampfers, zu dem die Verhafteten gehörten, wagte nicht, sofort für die Befreiung seiner Mannschaft zu wirken, da er fürchten mußte, ebenfalls verhaftet zu werden. Das norwegische Außenministerium hat den Gesandten in Moskau beauftragt, bei der sowjetrussischen Regierung die sofortige Freilassung zu fordern. In der norwegischen Presse wird vielfach darauf hingedeutet, daß die Verhaftung der Seeleute ein Racheakt der sowjetrussischen Grenzwache sei für die Verhaftung bolschewistischer Spione in Norwegen und Finnland.
Die nationale Offensive an der Basken-Iront.
Salamanca, 8. April. (DNB. Funkspruch.) An der Basken-Front eroberten nationale Truppen den Hrquiola-Paß und den B a r a z a r - Paß, den Berggipfel, auf dem sich die Altu-Kirche befindet, den Berg A b a r o a , den Bergrücken westlich von U b i <3 a b a und die Ortschaft H b i d e a. Nationale Flugzeuge bombardierten erfolgreich die militärischen Anlagen und den Flughafen von B i l- b a o sowie sämtliche aus Bilbao herausführenden Schienenwege.
Als Nachfolgerin für den amerikanischen Gesandten in Oslo ist Frau Borden-Harriman in Aussicht genommen. Die heute 66jährige steht bereits seit vielen Jahren im politischen Leben und ist eine der hervorragendsten Vertreterinnen der Politik des Präsidenten Roosevelt. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Kleine politische Nachrichten.
Der Oberbürgermeister der Hansestadt Lübeck überreichte dem Ministerpräsidenten Generaloberst Göring den Ehrenbürgerbrief der Hansestadt. — Der Ministerpräsident nahm ferner aus den Händen des Oberbürgermeisters der Stadt Saarbrücken die Ehrenbürgerurkunde Saarbrückens entgegen. Ehrenbürgerbriefe übereichten ferner die Oberbürgermeister von Bad Salzuflen und Bernburg.
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Im Zuge der von der SA. getragenen Siedlungstätigkeit werden aus den Mitteln des vor- jährigen Dankopfers wiederum zahlreiche Siedlerstellen in Angriff genommen. In Stade, im Bereich der SA.-Gruppe „Hansa", wird am Sonntag der erste Spatenstich für eine Siedlung von 20 Bauten getan, während am gleichen Tage die SA.-Gruppe Nordmark in Schleswig mit dem Bau von ebenfalls 20 Siedlungshäusern beginnt.
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Reichsbankpräsident Dr. Schacht trifft am 13. April in Brüssel ein, um den Besuch zu erwidern, den ihm der Gouverneur der Belgischen Nationalbank, Louis Franck, vor einiger Zeit in Berlin ab gestattet hat.
Zur Bekämpfung der Preissteigerungen der w i ch t i g st e n Bedarfsartikel hat der polnische Ministerrrat einschneidende Maßnahmen beschlossen, so die Einstellung der Ausfuhr von Getreide, die Einfuhr von Futtermitteln, eine Herabsetzung der Abgabe für die Einfuhr von Kolonialwaren und die Aufhebung der Zölle für Zink und Blei. Eine Preisregelungskommission wird mit weitaehenden Vollmachten zur Heberwachung der Preise ausgestattet worden.
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343000 Gewinne fallen nach dem amtlichen Gewinnplan der Staatslotterie auf 800 000 Lose — fast jedes zweite Los gewinnt also. Insgesamt werden in den 5 Klassen einer Lotterie 67 660 180.— Reichsmark aus- gespielt. Die Gewinne sind einkommensteuerfrei. Zwei Hauptgewinne von je einer Million Reichsmark stehen an der Spitze — so kann schon ein Achtellos 100 000.— Reichsmark gewinnen und alle Ihre Wünsche erfüllen helfen. Nur3.-RM. kostet einsolches Achtellos je Klasse.
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2 Gewinne zu je 500000.— RM
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(Auszug aus dem amtlichen Gewinnplan)
2 Gewinne zu je 200000.— RM
10 Gewinne zu je 1OOOOO.— RM
2 Gewinne zu je 75000.— RM
12 Gewinne zu je 50000.— RM Außerdem342968weitere Gewinne im Gesamtbetrag von 61910180—RM
Die Preußisch-Süddeutsche Staatslotterie


