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und so groß gehorcht worden wie unter Adolf Hitler." Das Sieg-Heil auf den Führer und die Nationalhymnen schlossen die eindrucksvolle Kund­gebung.

Die nationalpolitische Ausgabe des deutschen Erziehers.

Haus-Schemm -Weihestunde in Bayreuth.

Bayreuth, 6. März. (DNB.) Die Veranstal­tungen aus Anlaß des dritten Todestages des ersten Gauleiters der Bayerischen Ostmark, Hans Sch e mm, brachten eine Rundfunkansprache des stellvertretenden Gauleiters R u ck d e s ch e l, der Erinnerungen an Hans Schemm aus der Kampf­zeit wieder ausleben ließ. Am Abend folgte i m Haus der deutschen Erziehung eine Weihestunde. Am Vormittag hatte im Konferenz­saal eine Arbeitstagung des NSLB. be­gonnen, dessen Gauwalter zur Teilnahme an der Weihestunde vom Reichswalter des NSLB. geladen worden waren. Der Leiter der Hauptabteilung Schulung, Wvlf, legte die Aufgaben der Schu­lungsarbeit dar, die den Erzieher zu den Quellen seines ureigensten Wesens zurückführen sollen. Eine besondere Bedeutung innerhalb der Schulungsarbeit komme der A u s t a u s ch s ch u l u n g zu, die es dem Erzieher ermögliche, Land und Leute in allen Gauen, besonders aber in den Grenzgebieten, kennenzulernen. Es wurde weiter die Frage der Unterbringung der Studienassessoren behan­delt. Reichswalter Gauleiter W a e ch t l e r stellte fest, daß die Erziehung in der Schule den Mittelpunkt des völkischen Erziehungsgedankens über­haupt darstelle. Der Erzieher habe die Aufgabe, das nationalsozialistische Gedankengut in die Jugend hineinzutragen. Die alte Schule und derPauker" von gestern seien im Dritten Reich verschwunden, der Erzieher von heute habe die neuen Wege in seiner Schulstube gefunden und in den letzten Jah­ren wertvolle Vorarbeit geleistet. Der Reichswalter zeichnete das Bild Hans Schemms als des Idea­listen, der sich im Kampf gegen die Schwierigkeiten, die sich seinen gewaltigen Aufgaben entgegenstell­ten, als der große Erzieher erwiesen habe.

Schule und Lustfahrt.

Die Luftfahrt braucht eine Auslese bester Facharbeiter.

Hannover, 6. März. (DNB.) Reichsminister R u st eröffnete in den Ausstellungshallen die erste Pädagogische ReichsausstellungSchule und Luft­fahrt". Es fei erforderlich, daß das Interesse und Verständnis für die Luftfahrt schon bei der Jugend geweckt und gefördert werde. Es gebe kein Schulfach, das nicht zu seinem Teile mitwirken könnte, den Luftfahrtgedanken der Jugend nahezu- bringen. Ich bin der deutschen Erzieherschast dank­bar, fuhr der Minister fort, daß sie die Größe der ihr gestellten Aufgabe erkannt und die notwendigen Folgerungen daraus gezogen hat. Mit begeistertem Einsatzwillen und großem Eifer hat sie sich an die Lösung der ihr mit dem Erlaß gestellten Aufgaben begeben. Das deutsche Schul- und Erziehungswesen arbeitet, angefangen vom Modellbau als Pflicht­fach im Werkunterricht der Schulen, über die Flug­physik, die Luftfahrtlehrgänge, den Segelflugbetrieb, an den Hochschulinstituten für Leibesübungen daran, daß unsere gesamte deutsche Jugend für die Luft­fahrt begeistert wird und durch freiwilligen Eintritt zum Dienst bei ihr ihrer Begeisterung Ausdruck verleiht. Zwei Tatsachen müßten immer wieder zur Weiterarbeit und zu neuem Ansatz anspornen. Einmal die Pflicht, das in der Luftfahrtforschung, die seit 1918 vom Staat vollkommen vernachlässigt worden sei, Versäumte nachzuholen. Dabei hätte die Schule in allen ihren Arten und die Wissenschaft selbstverständlich Hilfe zu leisten. Zum anderen würden sich in den nächsten Jahrzehnten die Aus­wirkungen des Geburtenrückganges während und nach dem Kriege zwangsläufig bemerkbar machen. Durch den zweiten Vierjahresplan und die Auf­rüstung sei nun für Deutschland an die Stelle des Erwerbslosenproblems die Frage getreten, wie die nötige Anzahl von Facharbeitern zu beschaf­fen sei. In dieser Zeit gelte es für alle Dienst- Zwei gg der Luftfahrt, den Flieger, das Bodenperso­

nal, den Konstrukteur in der Fabrik oder den quali­fizierten Facharbeiter, eine Auslese zu treffen, weil die Luftfahrt nur Menschen gebrauchen könne mit starken Herzen und großer Seele, mit Begeiste­rung und Phantasie. Ich will daher erreichen, er­klärte der Minister, daß die Schule der Luftfahrt immer die genügende Anzahl Freiwil­liger in der erforderlichen Auslese zur Verfügung stellen kann.

Eine Schau deutschen Kunsthandwerks in Lyon.

Auf der Lyoner Messe wurde die von der deutsch-französischen Gesellschaft ver­anstaltete Schau deutschen Kunsthandwerkes eröff­net. Der französische Minister für öffentliche Arbei­ten, B o d o u c e, begrüßte die Ausstellung als wertvollen Beitrag zu einer besseren deutsch-fran­

zösischen Verständigung. Die beiden Völker müß­ten sich dort kennenlernen, wo sie sich am schnell­sten und am gründlichsten achten würden: in der Arbeit an der Kun st. Aus der Achtung vor der gegenseitigen fieiftung erwachse die wahre Ver­ständigung und, der aufrichtige Wille zum Frieden zwischen den Nationen. Professor Grimm dankte dem Minister. Die Ausstellung schaffe Bande der Freundschaft zwischen Deutschland und der so wich­tigen Metropole des französchen Südwestens, die sich auch über die Tage der Ausstellung hinaus als wirksam erweisen würden. Ausgehend von den Wer­ken Rudolf Kochs und seines Kreises zeigt die Ausstellung in mustergültiger Aufmachung Lei­stungen des deutschen Handwerks in der Bearbei­tung von Erde, Fasern, Holz und Metallen. Sie findet in der Presse, im Rundfunk und bei den zahlreichen Besuchern große Beachtung.

Belgien wünscht einen neuen'

estpakt.

Furcht vor dem französischen Bündnissystem. - Starker Eindruck des Garantie­angebots des Führers.

London, 7. März. (DNB.)Times" schreibt, die belgische Regierung habe die Regierungen Eng­lands und Frankreichs von ihrem Wunsche unter­richtet, daß die Vorbereitungen für eine neue We st Paktkonferenz mit allen Mitteln betrieben würden. Gleichzeitig seien beide Negierun­gen daran erinnert worden, daß Belgien die ge­genwärtige Regelung nicht als für die Dauer ansehen'könne, da die Verpflichtungen Belgiens danach solcher Art seien, daß sie auf lange Sicht für die belgische Oeffentlichkeit u n e r t r ä g - l i ch werden würden. Was Belgien wünsche, sei in erster Linie, die Stellung einesnicht verbün­deten Staates" einzunehmen auf der gleichen Grundlage wie die Niederlande und die skandinavi­schen Länder. Man glaubt, daß auf König Leopolds Rede hin Verhandlungen mit den Nie­derlanden als dem nächsten Vertreter der -klei­neren Mächte begonnen haben mit dem Ziel, sich dessen zu versichern, bei der neutralen Mächtegruppe gut ausgenommen zu werden. Belgien wünsche nicht, mit dem französischen Bündnis- system in Zusammenhang gebracht zu werden. Es sei entschlossen, eine Außenpolitik u n - abhängig von den bestehenden ideologischen Mächtegruppierungen 'zu treiben. Die Gefahr seiner gegenwärtigen Verpflichtungen liege darin, daß es

die französische territoriale Unversehrtheit garan­tieren müsse, wodurch Belgien bei einem deutsch- französischen Kriege, dessen Ursprung in Mittel­oder Osteuropa liegen könnte, wieder zum Schlachtfeld würde.

Während Belgien alle Vorteile der Zugehörigkeit zur neutralen Gruppe wünsche, wolle es zur glei­chen Zeit Garantien von England, Frankreich und Deutschland. Zweifellos habe Hitlers Ga­rantieangebot für eine belgische und hollän­dische territoriale Unversehrtheit einen tiefen Eindruck auf die belgische Oeffentlichkeit gemacht. Die belgische Auffassung scheine dahin zu gehen, daß das deutsche Angebot überprüft werden müsse, um festzustellen, ob Deutschland seine Hal­tung zum Westpakt so weit geformt habe, daß es bereit sei, einen neuen Vertrag innerhalb des Rahmens der Völkerbundsbestimmungen zu schlie­ßen. Man glaube in Belgien, daß eine deutsche, englische und französische Garantie es unabhängig und seine neutrale Stellung unantastbar machen würde. Einige Belgier gingen in ihrer Furcht vor dem französischen Bündnissystem so weit, daß sie es vorziehen würden, auf die französische Garantie zu verzichten und sich mit der britischen zu begnügen, falls eine deutsche nicht erreichbar er­scheine.

polensLager der nationalen Einigung"

Oie deutschen Volksgruppen warten ab.

Warschau, 6. März. (DNB.) Die Generalaus­sprache über den Staatshaushalt im polnischen Se­nat gab der deutschen Volksgruppe in Po­len Gelegenheit, sich zum Aufruf des Obersten Koc zur Bildung desLagers der nationalen Einigung" zu äußern. Senator Wiesner erklärte, daß die deutsche Volksgruppe die von Oberst Koc aufgestellten Grundsätze hinsichtlich der Einstellung des polnischen Volkes zu den nationalen Minder­heiten ebenso wie die sonstigen Programmpunkte des Obersten Koc billige. Die deutsche Volks­gruppe verlange keine Privilegien, sondern stütze sich auf die Verfassung und erstrebe deren volle Ver­wirklichung. Nach Auffassung der deutschen Volks­gruppe kündige die Erklärung des Obersten Koc eine neue Aera im Leben des polnischen Staates und Volkes wie auch der deutschen Volksgruppe an. Grundsätzliche Bedingung für dieses neue Leben sei jedoch, daß man verdeutschen Volksgruppe ihre Entwicklungsmöglichkeiten sichere. Die deutsche Volksgruppe stelle ein unteil­bares Ganzes dar, und man könne sie nicht in Abhängigkeit davon behandeln, in welchen Gebietsteilen Polens sie wohne. Die Ver­suche, sie zu entnationalifieren, seien schädlich für den polnischen Staat. Die deutsche Volksgruppe fei der Ansicht, daß die Zeit zur Verständigung gekom­men sei, sie sei von der Berechtigung ihrer Forde- rungen tief überzeugt und glaube an deren Ver­

wirklichung. Sie reiche allen denen die Hand, die den gleichen Willen hätten.

Senator H a s b a ch führte aus, daß die deutsche Volksgruppe in Erkenntnis der schwierigen Lage, in der sie in letzter Zeit sich befinde, auf die ihr feierlich gesicherten Rechte der polnischen Verfassung Hinweise^und an der Durchsetzung dieser Rechte mit allen gesetzlich erlaubten Mitteln arbeiten werde. Die deut­sche Volksgruppe berufe sich dabei auf das histo­rische Heimatrecht, das sich seit Jahrhunderten auf die Arbeit und Leistung deutscher Geschlechter im polnischen Lande gründe. Zu der programmatischen Verkündung desLagers der nationalen Einigung" bleibe die deutsche Stellungnahme solange of­fen, als keine Klarheit über d i e Ten­denz des neuen nationalpolnischen Lagers gegenüber d e n Deutschen in Polen bestehe. Das Deutschtum in Polen erwarte jedoch zuversichtlich, daß dasLager der nationalen Einigung", das sich in seinem Programm bewußt auf die S t a a t s v e r s a s s u n g stützt, den Ver­fassungsschutz ^auch der deutschen Volks­gruppe in Polen verwirklichen wird. Der Rat der Deutschen stütze diese Erwartung nicht zuletzt auf die Bekräftigung dieses Verfassungsschutzes durch führende Mitglieder der Negierung, so vor allem auf die Erklärung des Ministerpräsidenten Sklad- kowski, daß kein Bürger in Polen Unrecht lei­

den dürfe, und auf die feierliche Proklamation des Außenministers Beck, daß jeder international ga­rantierte Minderheitenschutz überflüssig sei, weil Die Republik selbst dje Rechte ihrer nichtpolnischen Bür­ger zu wahren wisse.

Aus die Reden der deutschen Senatoren ging Se­nator Siudowski ein, der sich in Verdächtigun­gen der deutschen Minderheit erging und vor dem Einfluß des Deutschtums" warnen zu müssen glaubte. Er erklärte unter starkem Beifall, man sei weit davon entfernt, die verfassungsmäßigen Garantien für die"deutsche Minderheit zu verletzen, und man wolle ihre nationale Eigenart achten. Man nehme die Erklärung des Senators Wiesmer mit Befriedigung zur Kenntnis, werde aber, wie der polnische Senator betonen zu müssen glaubte, ,,aller Illoyalität und allem schädlichen Eindringen des deutschen Elements entgegentreten".

Japans AuPenpoMik.

Der Staatshaushalt vom Unterhaus verabschiedet.

T o k i o , 8. März. (DNB. Funkspruch.) Das Unter­haus verabschiedete mit großer Mehrheit den Staats­haushalt für 1937, der mit rund 2,815 Milliarden Yen abschließt, nachdem die ursprüngliche Vorlage auf Vorschlag des Finanzministers um rund 223 Millionen Y e n gekürzt worden ist. Der Wehrhaushalt mit rund 1,409 Milliarden Den ist unverändert geblieben. Die übrigen Gesetze, wie die Verstaatlichung der Elektrizitätswirtschaft, die ReformderVerwaltung und das Wahlgesetz zum Reichstag werden Ausschüssen überwiesen. Damit ist der gesamte Reformplan des früheren Kabinetts H i r o t a zunächst aufgegeben.

Im Oberhaus betonte Der neue Außenminister Sato, er erwarte bessere Beziehungen zu Sow- jetrußland nur dann, wenn die Moskauer Regierung eindeutig die Beziehungen zur Komintern löse oder die Komintern beseitigt würde. Das japanische Volk wünsche gute Be­ziehungen zu England. Wirtschaftliche Gegen­sätze und ernste Spannungen in China erschwer­ten hier die Lage. Notwendig sei eine Zusammen­arbeit Japans mit allen in China interessierten Mächten. Die japanische Außenpolitik dürfe keine Mißdeutungen der Beziehungen Japans zu China aufkommen lassen. Eine Verständigung sei möglich, falls Japan Chinas Oberhoheit und Gleichberechtigung anerkenne und Verhand­lungen in diesem Sinne eingeleitet würden.

Das Gesicht

der sowjeirujsischen Diplomatie

Bon 28 Auslandsvertretungen

~ 24 in jüdischen Händen.

Berlin, 6. März. (DNB.) DerNachrichten­dienst der Anti-Komintern" setzt seine Veröffent­lichungen über die Verjudung der sowjetischen Po­litik mit folgender Liste der jüdischen diplomatischen Auslandvertreter der UdSSR, fort: England: Botschafter Maiski (Steinmann); Italien: Bot­schafter Stein; USA.: Botschafter Trojanowski, wahrscheinlich Jude, mit einer Jüdin verheiratet; Japan : Botschafter Jureneff (Gansmann); Spa­nien (Valencia): Botschafter Gaikis, Lew Jakowle­witsch; Rumänien: Gesandter Ostrowski; Tschechoslowakei: Gesandter Alexandrowski, Russe, mit einer Jüdin verheiratet; Griechen­land: Gesandter Kobetzki; Lettland: Gesand­ter Brodowski; Litauen: Gesandter Karski; Norwegen: Gesandter Jakubowitsch; Belgien: Gesandter Rubinin; Afghanistan: Botschafter Skwirski.

Unter den 28 diplomatischen Auslandvertretungen der Sowjetunion gibt es nur vier, in denen nicht Juden an leitender Stelle st e - h en. Das aber sind bezeichnenderweise lauter kleine Staaten: Estland, Bulgarien, Däne­mark und Nedschd. Die übrigen 24 werden mehr oder weniger von Juden beherrscht. In 13 diplomatischen Vertretungen der Sowjet­union haben Juden die ersten Stellen (Botschaf­ter oder Gesandter) inne, Darunter bei sämtli­chen Großmächten außer Frankreich, wo der Renommierrusse Potemkin von einem zahlreichen jüdischen Stabe umgeben ist. Das ist das Gesicht der russischen Diplomatie!

Das erlösende Wort.

Die Rede, die Reichsminister Dr. Goebbels als Führer und Schirmherr des gesamten kulturellen Lebens und Schaffens in Deutschland und also auch Der deutschen Filmindustrie und Filmproduktion auf der Jahrestagung der Reichsfilm­kammer gehalten hat, es wurde in der Sams­tagsnummer ausführlich darüber berichtet ent­hielt eine Reihe wegweisender Leitsätze und faßte gewissermaßen von höchster Warte aus überblickend, ordnend und die allgemeine Richtung der kommen­den Entwicklung aufzeigend zusammen, was in den Dorausgegangenen Referaten von maßgebenden Sprechern der verschiedenen Funktionsbereiche und Arbeitskreise der deutschen Filmproduktion zur Sprache gebracht worden war. Die Ausführungen des Ministers enthielten sozusagen Das erlösende Wort für alle deutschen Filmschaffenden, das an einem so bedeutungsvollen Abschnitt unseres film­künstlerischen Schaffens, wie es die Jahrestagung der Reichsfilmkammer darstellt, weithin vernehm­bar, erwartet werden durfte.

Die Rede von Dr. Goebbels bedeutete die endgültige Klärung aller auf diesem Gebiete unse­rer kulturellen Arbeit schwebenden Fragen. Es wird insbesondere von allen mittelbar und unmittelbar, attm und aufnehmend am deutschen Filmschaffen Beteiligten und Teilnehmenden mit Befriedigung begrübt worden sein, daß zunächst mit wünschens­werter Klarheit Die Grenzen zwischen Den Auf­gaben- und Arbeitsbereichen Der künstlerischen unD Der wirtschaftlichen Kräfte innerhalb Der nationalen Produktion gegeneinander abgegrenzt wurden. Worauf es für uns grundsätzlich ankommt, ist ein gerechter, verständnisvoller, vorausblickender und dem Ganzen das heißt also dem Filmkunstwerk und damit dem Volke dienender Ausgleich zwi­schen den künstlerischen und geschäftlichen Funktio­nen innerhalb des riesigen Arbeitsgebietes, den man landläufig unter dem BegriffFilmindustrie" zusammenfassen mag.

Der deutsche Film kann auf die Dauer unmöglich gedeihen, er kann nicht die Höchstleistungen hervor- bnngen, die wir von ihm erwarten, und die seine internationale Vormachtstellung allein begründet haben und für die Zukunft' behaupten werden wenn nicht ein harmonischer und abgewogener Ausgleich zwischen den künstlerischen Kräften' und den wirtschaftlichen Mächten besteht, die das gewal­tige Gebäude tragen. Der Filmproduzent soll durch­aus so legte der Minister dar auf seine

Kosten kommen; käme er nicht auf seine Kosten, so würde auf die Dauer auch keine gedeihliche Pro­duktion durchzuführen sein. Das Unternehmen muß im innersten Kern gesund und tragfähig sein. Aber dazu gehört auch, daß Geschäft und Künstlertum Hand in Hand nicht etwa rivalisierend oder mißtrauisch gegeneinander arbeiten. Die Beru­fung hervorragender deutscher Filmkünstler wie Forst, Gründgens und Hannings in den Aufsichtsrat der führenden Produktion (worüber kürzlich berichtet wurde) darf als ein bedeutsamer Schritt auf dem Wege zu engster Zusammenarbeit und gemeinsam getragener Verantwortung inner­halb der Produktion angesehen werden.

Was die künstlerische Seite unseres Filmschaffens angeht, so stehen wir heute wie der Minister ausfuhrte ungefähr Da, wo das deutsche Theater stand, als Lessing seine Hamburgische Dramaturgie schrieb.Uns ist in Lessing", so sagte Dr. Goebbels wörtlich,einmal das große theaterkritische Genie entstanden. Ich habe die feste Uebergeugung, daß irgendwo und irgendwann in Deutschland einmal Der Mann auftreten wird, der nun auch dem Film seine ehernen und unabänderlichen Gesetze ver-

Das scheint uns einer der wesentlichsten Punkte in dieser Rede zu sein. Wer Gelegenheit hatte, aus innerer Anteilnahme und Liebe zur Sache, den Weg der deutschen Filmproduktion in den letzten fahren zu verfolgen, wird nicht haben übersehen- können, daß in den Filmen, Die Das Gesicht unD Niveau Der Produktion bestimmen, immer schärfer und plastischer Die innere Form und Die eigene Ge­setzlichkeit Der noch jungen Kunst dieses Jahrhun­derts sich herausgearbeitet haben; es wird auch nie­mand übersehen wollen, wie in anderen Werken solche in sich ruhende und ihrer selbst sichere Form, der eigentlich filmische Stil noch nicht oder nur un­zureichend erarbeitet war.

Wer sich Darüber Gedanken macht, und wem an einem organischen und vor allem selbständioen Wachstum des Films als einer von eigenen Mög­lichkeiten bestimmten, nach eigenen Gesetzen regierten Kunstgattung am Herzen liegt, der muß wünschen, daß ber neue Lessing unseres Jahrhunderts, von dem m der Rede gesprochen wurde, uns geschenkt meröe und eine Neubabelsberger Dramaturgie da- zu; sie mag nun heißen, wie sie will, aber sie soll einmal mit gleicher Klarheit, mit gleicher Gültig- te,t aus Der gleichen Leidenschaft und Liebe zur Sache die Gesetzestafeln errichten,die wieder oas Vorbild für eine jahrhundertelange Entwicklung m der ganzen Welt bedeuten."

Damit würde dem Film ein Katechismus von unermeßlichem Wert und fast unabsehbarer Bedeu­tung geschaffen; in ihm märe in einer arundsätzlichen Gestalt und Formulierung auch enthalten, was als eine der gegenwärtigsten Aufgaben ebenfalls in der Rede von Dr. Goebbels berührt wurde, die Schaffung des Filmstils, der sowohl national als auch spezifisch filmisch jedem Werk sein eigenes Ge­sicht verleiht; Die Frage des filmkünftlerischen Nach­wuchses und das Problem des Filmstoffes würden von hier aus nicht minder grundsätzlich berührt und geformt als Die Fragen der wirtschaftlichen Sicherung und der technischen Entwicklung, von denen keine für sich allein behandelt werden kann, die alle mit­einander Zusammenhängen und alle dem einen Ziele dienender Kunst als Der großen Mutter unse­rer Freude". hth.

Goeihe-Bund.

Josefa Berens-Totenohl.

Der vierte Der vom Goethe-Bund gemeinsam mit dem Kaufmännischen Verein veranstalteten Dichter- Abende war dem Werk der Dichterin Josefa Berens-Totenohl gewidmet, die nach län­gerer Berufstätigkeit und dem Studium der Ma­lerei in Düsseldorf zum Schrifttum fand. Im hei­matlichen Umkreis des Sauerlandes entstanden die RomaneDer Femhof" undFrau Magdlene", die 1936 mit dem westfälischen Literaturpreis ausge­zeichnet wurden; später erschien ein Gedichtband Das schlafende Brot".

Der Vortragsabend in Der Neuen Aula wurde eingeleitet mit einem vpn der Musikschar Des BDM.-Untergaues 116 gespielten Pastorale von Händel. Die Singschar Des Untergaues brachte Dann DieMütter-Kantate" von Hans 'B aumann zum Vortrag; in Gesang, Sprechchor und wechselnden Einzelstimmen erklang das Lob der Mutter und der ewigen Mütterlichkeit.

Anknüpfend an diese Kantate begann Josefa Berens-Totenohl ihre Vorlesung, mit den Mutter-VersenMein Denken an dich ist ein Stür­zen in ewige Brunnen ..." Die darauf folgende Erzählung führte ein in die harte und strenge bäuerliche Welt desFemhofes" im heimischen Sauerland. Die Handlung begibt sich um die Mitte Des 14. Jahrhunderts. Der Stil Der Erzählung ist einfach; in ruhigem epischen Fluß reihen sich die kurzen, meist beigeordneten Sätze aneinander. Es

klingt, als ob aus einer alten westfälischen Bauern- chronik vorgelesen würde. Die Menschen, welche Die Handlung tragen, scheinen alle in überlebensgroße Maße hineinzuwachsen, Deren Konturen, ins Male- risch-Flächenhafte überfragen, einem großlinigen Freskostil mit wenigen, dunklen und gehaltenen Farben entsprechen würden. Hier lebt jeder in einer uralten Bindung an den heimatlichen Bo­den, an den angestammten Hof, an das ererbte und unumstößliche Gesetz Des Blutes und Der Sippe. Dies sind die Kräfte, welche Denken und Tun der Gestalten regieren, aus Denen sich Die Konflikte er­geben, welche Die HanDlung dramatisch steigern.

Die Wulfstochter kämpft um ihr starkes und un­beirrbares Liebesgefühl gegen Den Sippen- und Bauernstolz Des Vaters, Der ihren Geliebten, Ulrich, mit eigener Hand erschlug. Die Tochter hütet Das Grab, dem Der unversöhnliche Haß Den FrieDen nicht gönnt, und Das Andenken an Den toten Ge­liebten, dessen KinD unter ihrem Herzen dem Leben zudrängt. Aber Feindschaft, Schmerz und Einsamkeit werden übertönt von dem warmen und tröstlichen Gefühl sorgender Mütterlichkeit, die das neue, werdende Leben still, behutsam und liebend in sich birgt und seiner Erdenstunde entgegenträgt. Mit dem Erscheinen Der Mutter Ute, Die im rechten Augenblick auf Dem Wulfshofe einkehrt, greift Der ruhig vorwärtsführenDe Gang Der Erzählung ein­mal rekapitulieret zurück, bann ist Das epische Gleichmaß wieDer berqefteUt: in der Geburts- und Totenkammer des Wulkshofes sieht Maadlene von Mutter Ute betreut, ihrer schweren Stunde ent­gegen. Die nächtliche Szene mit der Geburt des Sohnes, mit dem Erscheinen des Wulfsbauern in der Kammer und jenes unheimliche Zwischenspiel nut dem erschlagenen Hengst im Stall waren wohl die Höhepunkte der Erzählung. Die drei Worte, ge- svrochen über der Wiege des Kindes, rundeten Den OünDrurf unD lenkten' sinnvoll zum Beginn des Abends zurück.

Die Vorlesung vermochte, zeitlich bemessen, natur­gemäß nur einen Ausschnitt aus der romanhaften Breite Des Handlungsraumes zu geben, vermittelte aber mit großer Eindringlichkeit eine Vorstellung von der in sich gefügten, volkbaften Welt, Der Ge- ftanung und Gestalten in den Romanen von Josefa Berens-Totenohl entstammen. Blumen und herzlicher Beifall dankten Der Dichterin. Die Musik- fchar des Untergaues ließ Den Abend mit einem Adagio von Corelli stimmungsvoll ausklingen.

Hans Thyriot