Im Zeichen des Prinzen Karneval
dem 1933 Daß
Die ball dieses
Glanzvoller Verlauf des Berliner preffeballes.
Reichshauptstadt erlebte mit dem Presse»
Oer Wettlauf zwischen Löhnen und Preisen in Frankreich.
P a r i s , 8. Febr. (Funkspruch. DNB.) „Ami du Peuple" erklärt, nach dem Matignon-Abkommen belaufe sich die Durchschnittserhöhung der Arbeitslöhne in Frankreich auf rund 13 bis 14 v. H. An Hand einer ausführlichen Statistik weist das Blatt dann aber gleichzeitig nach, daß der Durchschnitt der Lebensmittelpreise in Frankreich seit Juni 1936 um 21 v. H. gestiegen ist. Somit hätten also die Lohnaufbesserungen vom Juni dem französischen Arbeiter nichts eingebracht.
Oie neue Echulbücherei.
Daß die Büchereien an Volksschulen von grundlegenden Wandel seit dem 30. Januar nicht unberührt bleiben konnten, war klar.
diese Aufräumearbeit nicht von heute auf morgen zu leisten war, lag nicht minder nahe. Jetzt hat der Reichserziehungsminister angeordnet, daß der Grundstock einer jeden Volksschulbücherei eine Liste von 120 Büchern bilden soll. Mit der alten Traktätchen-Literatur wird Schluß gemacht. Sagen, Märchen, Schwänke, Werke des germanischen Altertums, Bücher über „Deutsche Kämpfe", „Deutsche Größe in Opfern und Führern", „Das Gedächtnis des Weltkrieges", „Unvergessene Kolonien", „Deutsche in aller Welt", „Natur und Heimat", „Jugend marschiert ins neue Deutschland", „Fröhliche Jugend", „Taten und Abenteurerdrang", „Die Welt der Arbeit", „Basteln und Werken" und schließlich Fliegerbücher bilden die Einzelabteilungen des Grundstocks der Büchereien, an die sich noch Werke der Heimatliteratur im engeren Sinne anschließen sollen. Die Schulleitungen haben von den Schulunterhaltungsträgern die Mittel für die Neugestaltung der Schulbücherei anzufordern und auf der anderen Seite alljährlich eine Statistik über die Benutzung der Bücherei in den einzelnen Altersstufen und über die Bevorzugung beliebter Bpcher anzulegen.
In Rom fand die Hochzeit Vittorio Mussolinis, des ältesten Sohnes des Duce, mit der Mailänderin Orsola B u v o l i statt. Von der großen Zahl von Glückwunschtelegrammen werden die des italienischen Herrscherpaares, des Königs von Bulgarien und d es Führers und Reichskanzlers im Wortlaut in der römischen Presse veröffentlicht. Als Gratulanten werden weiterhin Bundeskanzler Schuschnigg, Reichsaußenminister Freiherr von Neurath, Ministerpräsident Göring und Botschafter von Hassell verzeichnet.
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Der britische Außenminister Eden ist mit seiner Frau und seinem Sekretär am Sonntag in Monte Carlo eingetroffen. Er hat in demselben Hotel Wohnung genommen, in dem der polnische Außenminister, Oberst Beck, mit seiner Familie abgestiegen ist.
im Zoo das größte gesellschaftliche Ereignis Winters. Der Reichsverband der deutschen Presse hat mit Geschick und Geschmack dem Ball eine
Unter dem Schuhe des „Visiers".
Berühmtgewordene Maskenfeste in alter Zeit.
hervorragende künstlerische Note gegeben. In Anwesenheit des Schirmherrn der deutschen Presse, Rssichs- propagandaminister Dr. Goebbels und vieler anderer führender Männer aus Staat und Partei nahm das Fest einen glanzvollen Verlauf. Reichsbühnebildner Benno von A r e n t und die Pressezeichner hatten alle Phantasie aufgeboten. In den herrlich dekorierten Räumen entwickelte sich nach den Klängen von sieben Kapellen ein buntes Bild. Der Schauspieler Johannes Riemann eröffnete mit einem Prolog den Abend. Damit begann das künstlerische Programm, das immer wieder die Tausende begeisterte. Nach Mitternacht erreichte der Presseball seinen Höhepunkt. Die Anwesenheit von zahlreichen Reichsministern und Reichsleitern, ausländischen Botschaftern und Gesandten, Staatssekretären und Gauleitern, Angehörigen der hohen Generalität, führenden Mitgliedern'der Reichskulturkammer und des Reichskultursenates, hervorragenden Vertretern der Wissenschaft und der Künste, sowie den namhaftesten Künstlern von Bühne und Film gestaltete den Presseball zu dem gesellschaftlichen Ereignis des Jahres.
Eine auserlesene Folge hervorragender künstlerischer Darbietungen gab dem Fest seine besondere Note.Theo Lingen und Hans Brausewetter stellten Meister der Tanzkunst vor. Die Prinzengarde des Münchener Karnevals war im Flugzeug nach Berlin gekommen. Nach Mitternacht spielte Jack Hylton zum Tanz auf. Im Kaisersaal [ief. das „Kobarett der Pressenacht" vom Stapel. Um 2 Uhr dirigierte Paul Linke die Uraufführung seines Tanzliedes „Der Hase, der weiß von nichts^, das mit Jubel aus der Taufe gehoben wurde. Den Beschluß bildete das „Kabarett der Morgenstunde", das von Willi Schaeffers angesagt wurde. Auch die Tombolagewinne und die geschmackvollen Damen- und Herrenspenden trugen zur Festesfreude bei. So kann der Reichsverband der Deutschen Presse das von ihm durchgeführte Fest als vollen Erfolg buchen.
Aus aller Welt.
Kreuzer „Gmöcn" erhält eine Kriegsflagge der alten „(?mden" zurück.
In Schanghai fand auf dem Schulhof der Kaiser-Wilhelm-Schule ein Feldgottesdienst für die Besatzung der „Emden" statt. Kapitän Lohmann legte an der Gedenktafel in der deutschen Kirche und am Denkmal der „Iltis" Kränze zur Ehrung der für ihr Vaterland Gefallenen nieder. Ein Holländer van Herwijnen gab mit einer Ansprache, in der er der Taten der ruhmreichen „Emden" gedachte, eine alte Kriegsflagge der „Emden" zurück und wünschte der Besatzung der neuen „Emden" immer gute Fahrt. Für den Mittag war für die „Emden"-Mannschaft eine Filmvorführung vorgesehen, die Deutschlands Aufstieg seit der Machtübernahme zum Inhalt hatte. Auf ihrem Marsch dahin durch die Hauptverkehrsstraße Schanghais fanden die Matrosen überall herzliche Begrüßung. Nach dem Filmvortraq fand im Deutschen Gartenklub ein gemeinsames 6intopfessen statt. Am Nachmittag wurden Sportkämpfe ausgetragen. Die chinesische Presse nimmt an dem Aufenthalt der „Emden" regen Anteil. Täglich erscheinen Bilder. Eine der Regierung nahestehende Zeitung brachte auf der ersten Seite, die mit dem Hakenkreuz unbx der chinesischen Flagge geschmückt war, herzliche Willkommensgrüße.
Großer deutscher Erfolg beim Reitturnier der „Grünen Woche".
Oer Führer überreicht den siegreichen deutschen Offizieren den „preis des Führers und Reichskanzlers".
Die Gewohnheit des Maskentragens für Damen und Herren ist zuerst in Frankreich nachweisbar, und zwar vereinzelt schon im 14. Jahrhundert; allgemeine Made aber wurde es erst im 16. jmö 17. Jahrhundert, und in dieser Zeit war die Mode auch in England und Italien, am wenigsten in Deutschland, verbreitet. Es handelt sich hier ausschließlich um die Gesichtsmaske, die an keine bestimmte Jahreszeit gebunden war, aber überwiegend im Winter getragen wurde, angeblich, und zuerst wohl auch wirklich, um das Antlitz gegen die rauhe Witterung zu schützen. Die Maske oder Larve war aus schwarzem seidengefüttertem Samt oder Atlas mit zwei Löchern für die Augen und deckte das Gesicht bis zur Nase, während Mund und Kinn rei blieben. So wurde sie mit Vorliebe auf der Straße und im Theater, zuweilen auch in Gesell- chaften getragen, und selbstverständlich wurde sie bald zum Deckmantel für galante oder gefährliche Abenteuer, das Visier für den heimlichen Liebhaber wie für den Verschwörer. Auf den großen öffentlichen Festen gesellte sich dann bald auch die übrige Verkleidung dazu, also das, was wir heute gewohnt ind, zusammen als „Maske" anzusprechen, und was für und mit dem Begriff des Faschings unzertrennlich ist.
Unter dem Schutz der Maske haben sich namentlich auf den großen Hoffesten eine Reihe von Begebenheiten tragischer oder auch heiterer Natur zu- getragen, die für immer in die Annalen der Ge- chichte eingegangen sind. Einer der frühesten Maskenbälle, von denen wir wissen, fand am französischen Hof unter der Regierung Karls VI. am 29. Januar 1393 statt, ein Fest, das Anlaß zu einer Katastrophe gab. Der König, se>in Bruder, der Herzog von Orleans und mehrere Herren erschienen als „Wilde" in mit Werg benähten Kitteln, in denen sie einen Tanz mit Fackeln aufführten. Dabei wollte das Unglück, daß der Herzog dem König mit seiner Fackel zu nahe kam, das Werg Feuer fing und im Nu sämtliche „Wilden" in Flammen standen. Sechs Kavaliere fanden dabei den Tod, der König wurde nur durch die Geistesgegenwart und den Mut seiner Tante, der Herzogin von Berry, gerettet, die mit ihrem weiten Mantel den König in die Arme schloß und so die Flammen erstickte. Des Königs vorher schon zu Melancholie neigendes Gemüt wurde durch das Ereignis aber noch tiefer umdüftert. Er verbot auch späterhin in seinem Lande das Maskentragen, das jedoch nach ihm wieder auflebte.
Wohl die rohesten Maskenscherze haben sich die russischen Herrscher mit ihren Untertanen erlaubt. Berühmt ist jenes Maskenfcst, auf dem Peter der Große zu seiner und seiner Gäste Unterhaltung ein Zwergenpaar durch einen hundertjährigen Popen trauen ließ. Im Winter 1717 machte er das Töchterlein eines kleinrussischen Grafen, Elisabeth Rasumowsky, zum Gegenstand eines bösen Scherzes. Das Mädchen war ebenso streng erzogen wie naiv, und der Zar lud sie zu einem Maskenball ein, der nur unter Damen stattfinden sollte. Elisabeth erschien aus den Wunsch des Kaisers in der Tracht eines kleinrussischen Hirtenjungen und fand sich als
Verstärkter Zeppelin-Dienst über den Atlantik.
Das dritte Betriebsjahr der Deutschen Zeppelin- Rederei wird für die Entwicklung der Verkehrsluftfahrt nach Uebersee einen gewaltigen Fortschritt bringen. Insgesamt werden im Sommer 1937 zwischen Europa und Nordamerika achtzehn Sonderfahrten ausgeführt. Nach einer Fahrzeit von durchschnittlich 55 Stunden landet das Luftschiff bereits in Lakehurst, von wo durch schnelle Flugzeug- anschlüsse die Verbindung nach Neuyork sichergestellt ist. Nur einen Tag bleibt der „Hindenburg" in Lakehurst liegen, um dann sofort wieder mit Fahrgästen, Post und Fracht an Bord nach Frankfurt zurückzufahren, so daß die Gesamtreisezeit für eine Rundreise Deutschland—08^..—Deutschland ungefähr fünf Tage einschließlich eines kurzen Aufenthalts, dauern wird, ein Zeitraum, der noch vor wenigen Jahren als unvorstellbar galt. Aber auch der S ü d a m e r i k a d i e n st, der schon seit 1932 zum größten Tei von dem Luftschiff „Graf Zeppelin" durchgeführt wird, bringt wesentliche Verbesserungen, vor allem mit der I n d i e n st - stellung oes Neubaues LZ 130 Ende dieses Jahres. Bis zum weiteren Ausbau der Bodenorganisation in Frankfurt a. M. finden die Aufstiege des „Graf Zeppelin" von Friedrichshafen, von seiner alten Werftholle, aus statt. Durch den Einsatz des neuen Luftschiffs wird sich die durchschnittliche Fahrzeit zwischen Deutschland und Brasilien auf neunzig Stunden verringern. Die Fahrpreise bleiben die gleichen. Geplant ist die Durchführung von Pauschalreisen, wobei den Fahrgästen durch Ueberschlagen einer Abfahrt in Rio de Janeiro bzw. Neuyork Gelegenheit geboten wird, vierzehn Tagelang, durch Ausflüge n das Innere des Landes und Besichtigungen, einen neuen Erdteil kennenzulernen in einer Gesamtzeit von nur drei Wochen einschließlich Hin- und Rückfahrt mit dem Luftschiff.
Eröffnung
des 4. Neichsberufswettkampfes.
Berlin, 8. Febr. (DNB. Funkspruch.) Am Mittwoch, den 10. Februar, 20.30 Uhr, erfolgt im Berliner Sportpalast die feierliche Eröffnung des vierten Reichsberufswettkampfes. Bei der Kundgebung sprechen der Setter der Deutschen Arbeitsfront, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, und der Jugendführer des Deutschen Reiches, Reichsleiter Baldur von Schirach.
ger, die größtenteils noch durch die Lumpenbälle vom Abend vorher etwas in Mitleidenschaft gezogen waren, aus tiefstem Schlaf. Die Garden boten in ihren schmucken Uniformen ein farbenprächtiges Bild. Zum erstenmal in der Nachkriegszeit wirkte das Militär mit. Abwechselnd rückten die Garden in ihre Biwacks, wo der Wein aus nicht gerade kleinen Fässern gezapft wurde und bei Worscht und Weck sich ein lustiges Lagerleben entwickelte, getreu dem Mainzer Fastnachtsspruch: „Wer nicht liebt Worscht, Weck und Wei, der kann feen echte Meenzer sei."
Die große Prunk- und Fremdensitzung des Mainzer Karnevalvereins am Fastnachtssonntag war der Gipfelpunkt aller diesjährigen närrischen Sitzungen. Daß die prächtig geschmückte Narrhalla gestopft voll mit Mainzern und Auswärtigen war, versteht sich. Rauschender Jubel, als der Präsident verkündet, daß auch Gauleiter Sprenger anwesend sei. Auch Oberbürgermeister Dr. Krebs (Frankfurt) hatte den Weg in die Narrhalla gefunden. Nach Adolf Gottrons humorigem Eröffnungsspiel, dem glänzenden Einzug des Komitees und der Garden und nach des Präsidenten Heinrich Bender jubelnder Begrüßungsansprache bestieg der närrische Sekretär Seppel Glückert die Bütt zu seinem Protokoll. Er sang seiner Muttersprache, der Vaterstadt und der Mainzer Fasnacht mit poetischem Schwung ein Lied:
Berlin, 6. Febr. (DNB.) Das große internationale Reit- und Fahrturnier in der Deutschlandhalle anläßlich der „Grünen Woche" erreichte am Samstagnuchmittag in Anwesenheit des Führers und Reichskanzlers seinen Höhepunkt. Zp diesem wertvollsten Wettbewerb des ganzen TuiHvers hat der Führer für die siegreiche Mannschaft eine Bronzestatue des berühmten Trakehner „T e m p e l h ü t e r" gespendet, ein Werk des vor einigen Tagen gestorbenen Bildhauers Reinhold Kübart. Als der Führer die Ehrenloge der Deutschlandhalle betrat, wurde er mit langanhaltenden Heil-Rufen begrüßt. Neben dem Führer sah man in der Ehrenloge u. a. zahlreiche Reichsminister, Generaloberst Freiherr von Fritsch, Reichssportführer von Tschammer und Osten und den französischen Botschafter Francois Poncet.
In Anwesenheit des Führers konnten die deutschen Reiter in glänzender Form den wertvollen Preis des Führers und Reichskanzlers gewinnen. Die Tausende in der Deutschlandhalle feierten mit großer Begeisterung die deutschen Reiter Rittmeister M o m m (auf Baccarat), Hauptmann von Barnekow (auf Olas), Rittmeister Kurt Hasse (auf Tora) und Oberleutnant Brinkmann (auf Alchimist). Deutschland hat den „Preis des Führers und Reichskanzlers" nach der Zusammenzählung der drei besten Ritte her Wettumläufe mit insge
samt vier Fehlern gewonnen vor Frankreich mit 283/4, Ungarn mit 36V4 und Holland mit 563/4 Fehlern. Außerdem erwiesen sich die deutschen Reiter auch als die besten Einzelreiter des Wettbewerbs. Rittmeister Hasse und Hauptmann von Barnekow haben beide Umläufe ohne Fehler beendet, während Rittmeister M o m m und Oberleutnannt Brinkmann im ersten Umlauf je vier Fehler machten.
Nach Beendigung des großen Mannschaftswettbewerbes um den Preis des Führers und Reichskanzlers empfing der Führ er alle vier Mannschaften, die an dem fünften Wettbewerb des diesjährigen Reit- und Fahrturniers teil- genommen hatten. Der Führer überreichte dem Chef der deutschen Mannschaft, Rittmeister M o mm, den von ihm gestifteten Preis. Mit Worten höchster Anerkennung dankte der Führer allen vier deutschen Reitern für ihre hervorragende Leistung und sprach ihnen seine herzlichen Glückwünsche aus. Der Führer ließ sich darauf die Mitglieder der französischen, ungarischen und holländischen Mannschaft vorstellen und dankte auch ihnen für ihr hervorragendes Reiten. Reichsminister Dr. Frick überreichte den beiden deutschen Reitern Rittmeister Kurt Hasse und Hauptmann von Barnekow den von ihm gestifteten Preis für die beste Einzelleistung des Wettbewerbs.
Kleine politische Nachrichten.
Im Ratsherrensitzungssaal des Berliner Rathauses wurde Reichsinnenminister Dr. Frick vom Oberbürgermeister und Stadtpräsidenten Dr. Lippert der Ehrenbürgerbrief der Reichshauptstadt überreicht. In der Urkunde wird auf die großen Verdienste hingewiesen, die sich Reichsminister Frick in der Kampfzeit als erster nationalsozialistischer Minister erworben hat. Die Urkunde verweist ferner auf die besondere Fürsorge, die Dr. Frick nach der Machtergreifung der Rsichshauptstadt widmete und die mit dem Gesetz über die Verfassung und Verwaltung Berlins ihren Schlußstein fand.
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Der Führer und Reichskanzler hat auf Vorschlag des preußischen Ministerpräsidenten entsprechend dem Anträge des Reichs- und preußischen Ministers des Innern Dr. Frick den kommissarischen Oberpräsidenten der Provinzen Brandenburg und Grenzmark Posen-West- preußen, Gauleiter Stürtz, in Berlin endgültig zum Oberpräsidenten ernannt.
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Auftakt zur Mainzer Jassenacht.
Die große Fastnachtsschlacht des Prinzen Karneval in Mainz begann im Stadttheater. Bis unter das Dach war das Theater vollbesetzt, als der Narrhallamarsch ertönte und das ngrrische Staatsministerium unter Führung seines Präsidenten Bender einzog. Der nahm mit launigen Versen vom Theater Besitz. Die Aufführung der von Josef Hummel verfaßten Fastnachtsposse „Die Glückskugel" schilderte das narrenfrohe Leben einer urwüchsigen Mainzer Schusterfamilie an den Fastnachtstagen. Im Parkett und auf den Rängen sang man die gemeinsamen Lieder kräftig mit und machte durch Schunkeln und Papierschlangenwerfen seinem fröhlichen Herzen Luft.
Am Samstag begann dann der eigentliche Hauptkamp der Narrenschlacht. In den Nachmittagsstunden sammelten sich die „Rekruten" der närrischen Garden in ihren Standorten und zogen in fröhlichen Zügen durch die Straßen zum Hoftheater Sr. närrischen Hoheit. Dort nahm der närrische Kriegsminister Fritz Eberhardt die Vereidigung vor. Er rief auf zum Kampf mit aller Macht gegen Muckertum und Philisterei. Es gelte, den letzten Wall vor dem hundertjährigen Jubiläum zu erstürmen. Das „Latwerge"- und das „Mainzer Lied" beschlossen die heitere Zeremonie.
Sonntag früh rückten die Spielmannszüge der Garden durch die Stadtteile und weckten die Bür-
einzige männliche Maske unter lauter Frauen. Obwohl sie sich über den hohen Wuchs mancher Masken wunderte, gab sie sich doch voll größter Arglosigkeit und Zutraulichkeit ihren „Mitschwestern" gegenüber und unterhielt sich den ganzen Abend köstlich, bis plötzlich die Masken fielen und das entsetzte Mädchen sich allein unter lauter Männergesichtern fand — dem ganzen Regiment Preobraschensk. Der Zar schaute von seiner Loge aus lachend dem Scherz zu. Die Angelegenheit aber wurde von dem Adel des Landes so übelgenommen, daß Peter sich genötigt sah, das Mädchen mit dem Vornehmsten des Regiments Preobraschensk zu vermählen.
Ein Scherz dagegen, den die Zarin Anna ersonnen hatte, um sich an einem ungetreuen Günstling zu rächen, schlug gänzlich fehl und brachte die Lacher auf die andere Seite. Die Zarin ließ auf einem Maskenball im Winterpalast den betreffenden jungen Mann gewaltsam mit einer Maske trauen, hinter der eigentlich ihre alte Waschfrau stecken sollte. Als aber der bestürzte Ehemann zu Hause seiner Frau die Maske abnahm, entdeckte er ein liebreizendes Gesicht darunter. Die Wäscherin hatte, selber leidend und in'Unkenntnis der Absichten der Gebieterin ihre Enkelin auf den Ball geschickt.
Die furchtbarste Berühmtheit hat jener Maskenball erlangt, .der im Opernhause zu Stockholm in der Nacht vom 16. zum 17. März 1792 stattfand, und dessen Geschehnisse verschiedentlich Dichter und Musiker, wie Scribe, Auber und Verdi, zu ihren Werken angeregt haben. Es war das Fest, auf dem König Gustav III. von Schweden — der Schwager Friedrichs des Großen — ermordet wurde. In dem Kreise des Adels hatte sich eine Verschwörung aegen ihn gebildet, ein geheimes „Urteil" über den König war gefällt worden und der vom Monarchen persönlich beleidigte Hauptmann Anckarström zu dessen Vollstreckung ausersehen. Als der König, der vergeblich gewarnt worden war, auf dem Ball erschien, legte ihm einer der Verschwörer, Graf Horn, die Hand auf die Schulter mit den Worten: „Bon jour, beau masqüe!“ Das war das verabredete Zeichen für Anckarström, den tödlichen Schuß abzufeuern. Der König erlag jedoch erst 12 Tage später der Wunde und konnte noch bei vollem Bewußtsein sein Testament machen und die Regentschaft für seinen unmündigen Sohn einsetzen. Anckarström büßte am 27. April seine Tat auf dem Schafott.
Am preußischen Hof des Soldatenkönigs ging es strenger und nüchterner zu als an anderen Höfen der Zeit. Friedrich der Große aber führte ebenfalls Maskenbälle ein, die später sogar unter Anteilnahme von wenigstens 4000 Personen mit großer Pracht gefeiert wurden. Berühmt geworden ist der erste Maskenball nach dem Regierungsantritt Friedrichs, auf dem jung und alt, froh über die.neuangebrochene Epoche unter dem Gestirn des jungen glänzenden Königs, sich in besonders festlich gehobener Stimmung bewegte. Doch bevor der Abend zu Ende ging, war der König verschwunden, mit ihm seine meisten Offiziere. Friedrich war zu dem in tiefster Heimlichkeit vorbereiteten Einmarsch in Schlesien aufgebrochen.
... Meine Herren! Vor allen Dlngert . Ich erlaub' mir vorzubringen Die Beschwerde höheren Orts: Unsre Fasnacht is zu korz!
Beifallurntost konnte der Protokoller die üblichö Ehrung durch den Präsidenten entgegennehmen. Dann stiegen in der Folge aus der Bütt wieder und wieder witzfunkelnde Raketen närrischer Weisheit,
$ünf Kilometer Jaschmgszug in München.
Den Höhepunkt des diesjährigen Münchener Faschings bildete der fünf Kilometer lange, kräftig bunte Faschingszug „Humor der Nationen", der am Sonntagnachmittag bei schönstem Wetter durch die Straßen zog. Ganz München war auf den Beinen. Konfetti- und Luftschlangengefechte, dazu luftige Lautsprecherdarbietungen hatten schon zeitig für frohe Faschingsstimmung gesorgt. In 95 Bildern — hundert Trachtengruppen sorgten unter anderem für das bunte Bild — schlängelte sich der Zug durch die von Menschenmassen umsäumten Straßen. Exotische Völkerscharen, die große Narren der Vergangenheit, Diogenes, Till Eulenspiegel, Don Quixote, Reiter und Fußgänger, Bewohner aus allen Ländern der Welt bildeten diesen endlosen Zug, der zeitnahen Witz und Ulk brachte. Besonderen Beifall erhielt die Gruppe der Narrhalla, die in prächtigen Wagen einherfuhr. Eine Gruppe der „KdF.", die Münchens Gastlichkeit, Verkehrserziehung usw. in heiteren Darstellungen zeigte, war, wie jedes Jahr, vertreten. Natürlich fehlte auch nicht die Wehrmacht. Musikkapellen waren mit ihren Fastnachtsklängen die besten Schrittmacher.
Düsseldorfer Volkskarneval.
Nach einem verheißungsvollen Auftakt am Samstagabend mit Maskenbällen, Redouten und luftigem Faftnachtstreiben auf den Straßen und in den Gast- und Vergnügungsstätten ging es am Rhein mit vollen Segeln in die drei tollen Tage hinein, die ihren Höhepunkt im Rosenmontagszug finden. Düsseldorf erlebte bereits am Fastnachtssonntag ein Ereignis, das alle Düsseldorfer auf die Beine brachte: die närrische Parade vor dem Prinzenpaar. In fröhlichem Zuge — gewissermaßen eine Generalprobe der Fußgruppen des Rosenmontagszuges — defilierte das närrische Volk an dem Prinzenpaar vorbei und huldigte ihm. Es war eine prachtvolle Schau echten Düsseldorfer Volkskarnevals, die man hier sah, eine Gruppe schöner, lustiger und toller als die andere. Zahlreiche Auswärtige waren gekommen, die Zeuge dieser Düsseldorfer Volkskarneoalsfchau fein wollten. Auch viele Ausländer, vor allem aus Holland und Belgien, weilen in Düsseldorf. In kurzer Zeit hatte sich in der Umgebung der Kunsthalle eine prächtige Stimmung aller bemächtigt, die durch das schöne Wetter noch erhöht wurde. Es wurde gesungen und geschunkelt, es herrschte Jubel und Trubel, echte fröhliche Karnevalsstimmung. Nach der Parade fetzte sich das närrifche Treiben auf den Straßen, vor allem aber in Den Gaststätten fort, die meist wegen Ueberfüüung geschlossen werden mußten.


