Montag, 8.8ebruar 195Z
18Z. Jahrgang
M.32 Erstes Blatt
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
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der das
Englands öffentliche Meinung zur deutschen Kolonialsorderung
Jamara ein Ende, dessen Brücken von den Bolschewisten zerstört worden sind. Die neue Front verläuft nunmehr längs des Jamara, von wo aus die Straße nach Valencia leicht von der nationalen Artillerie beherrscht wird. In dem aufgeweichten Gelände versinken die Wagen bis zu den Achsen.
Trotzdem ist die Stimmung bei den Nationalisten außerordentlich gut. Im Gegensatz dazu schildern übergelaufene bolschewistische Söldner die Stimmung bei den Bolschewisten als außerordentlich gedrückt, was hauptsächlich auf die mangelhafte Verpflegung zurückzuführen sei.
durch rumänisch es Gebiet vorbereitet werden sollte. Weiter führte er Stellen an, in denen von den Verhandlungen Titulescus mit Moskau die Rede ist und in denen Seba ausdrücklich sagt, daß ein Vertrag nach dem Mu st er des tschechoslowakisch-sowjetrussischen Vertrages angestrebt werde. Diese Verhandlungen seien noch nicht beendet. Der Führer der Nationalchristlichen Partei, Octavian G o g a, erklärte, Rumänien müsse darauf bedacht sein, nicht zu vereinsamen. Er wies auf den jugoslawisch-bulgarischen Vertrag hin sowie auf ungarisch-jugoslawische Freundschaftskundgebungen. An- tonescu erwiderte, gegenwärtig fei die Sachlage die, daß nicht nur fein Pakt mit Sowjetrußland bestehe, sondern daß die Regierung auch nicht die Absicht habe, derartige Verhandlungen zu führen
London, 8. Febr. (DNB. Funkspruch.) „Daily Telegraph" veröffentlicht eine Zuschrift des englischen Wirtschaftlers Francis Hirst über die deutschen Koloniulsorderungen. Hirst stellt fest, daß viele Engländer sich der Notwendigkeit bewußt seien, die Wünsche einer großen und mächtigen Nation, der man ihre tropischen Besitzungen durch einen unklugen und unedlen Frieden geraubt habe, freundschaftlich zu erwägen. England habe noch den napoleonischen Kriegen auf Grund der Verträge von Paris beinahe sämtliche französischen Kolonien, die während des Krieges von der- britischen Flotte erbeutet worden sind, an Frankreich zurückgegeben. Es wäre heuchlerisch, wenn man behaupten wolle, daß das britische Kolonialreich „ein reines Hemd" habe. Wahnsinn wäre es auch, daß man vermuten wollte, daß England mächtig und reich genug sei, um als oberster Richter und Polizist in Afrika zu wirken.
Der „Observer" erklärt u. a., daß die Systeme von Versailles, und Trianon Deutschland als einziges Land Europas einen Status aufgezwungen hätten, den man von keinem anderen Lande erwarte. Nach diesem System dürsten England, Frankreich, Italien, Belgien und Holland Kolonien besitzen, nicht aber Deutschland. Nach diesem System dürfe ferner England über nationale Minderheiten regieren, die einer anderen Rasse armehörten: auch das sei Deutschland versagt. Deutschland allein sei nach diesem System ungeeignet, Dinge zu tun, die andere tun. Als moralische Dinge könnten derartige Unterscheidungen nicht verteidigt werden, und wenn man Öen gesunden Menschenverstand walten lasse, dann müßten sie als Gewalttätigkeit und Be-
bedarfes an Lebensmitteln decken. Diese Großunternehmen aber halten aus betriebswirtschaftlichen Gründen und im Hinblick auf die Senkung „unnützer" Kosten nur geringe oder überhaupt keine Lager und verleugnen damit die handelsüblichen Grundsätze im Groß- und Einzelhandel. Ein solches „von der Hand in den Mund leben" gefährdet aber die Landesverteidigung im Kriegsfälle, zumal die bereits im Weltkriege auf diesem Gebiete sehr peinliche Lage des Landes als warnendes Beispiel herangezogen werden könne. Es wird deshalb gefordert, daß die Großbettiebe des Lebensmittelhandels veranlaßt würden, einen ihrem Umsatz angemessenen Lagerbestand — etwa für 3 bis 6 Monate — zu unterhalten wie dies bereits in einer Reche von Staaten (z. B. für die Erdölversorgung) angeordnet worden sei.
Eine österreichische Arbeitsbeschaffungsanleihe.
Wien, 6. Febr. (DNB.) In einer Pressekonferenz erklärte der Bundeskanzler, daß Oesterreichs finanzieller Aufbau nun soweit gediehen sei, daß man mit Erfolg an eine Arbeitsankurbelung durch eigene Kraft schreiten könne. Eine Anleihe von 180 Mill. Schilling soll zu einem Ausgabekurs von 90 Schilling begeben und mit 4V2 v. H. verzinst werden. Aus dem Erlös werden zunächst 54 Mill. Schilling zur Auslosung von kurzfristigen Schatzscheinen, die zum Ausgleich des Haushalts vom Jahre 1 9 3 6 begeben wurden, verwendet. 17,5 Mill Schilling dienen zur Deckung des im Staatshaushalt 1937 vorgesehenen Investi tionsprogramms lieber dieses Programm hinaus werden aus dem Erlös der Anleihe für d ie Aufrüstung des Bundes-
Salamanca, 8. Februar. (DNB.) An Madrider Front ist nach einer längeren durch schlechte Wetter bedingten Pause wieder lebhafte Bewegung eingetreten. Die Truppen des Generals Varela sind in der Nacht zum Samstag im Schutz der Dunkelheit überraschend vorgestoßen von Paria, Pinto und Valdemoro aus in nördlicher Richtung. Dabei wurde das zehn Kilometer vom Ausgangspunkt entfernte La Maranosa erobert. Hier fiel den nationalen Truppen eine der bedeutendsten Waffen- und Munitionsfabriken der Madrider Bolschewisten, in der u. a. auch Giftgas hergestellt wurde, in die Hände. General Varela setzte die Operationen fort, nachdem die eroberten Stellungen in und um Maranosa über Nacht behelfsmäßig befestigt und die Artillerie nach vorn geschafft worden waren. In dem welligen Gelände, das nach dem Fluß Jarama zu steil ab fällt und von reißenden Bächen durchquert wird, kämpften sich die nationalen Truppen, die sich hauptsächlich aus Legionären und Marokkanern zusammensetzen, bis zu der Ortschaft San Martin de la Vega vor. Sie trafen auf nur geringen Widerstand der Bolschewisten. Das Vordringen der Infanterie wird durch Tanks unterst ü tz t. Dem weiteren Vormarsch setzten die reißenden Fluten des
Bukarest, 8. Febr. (DNB.) In der rumänischen Kammer entspann sich über das Buch des tschechoslowakischen Gesandten Seba eine Aussprache. Seicaru erhob Einspruch dagegen, daß die Zensur die Veröffentlichung seines Artikels über die Hintergründe dieses Buches verhindert habe. Er habe daraus hingewiesen, daß das Bündnis der Kleinen Entente seine ursprüngliche Geschlossenheit verloren habe und die Außenpolitik Rumäniens eine grundlegende Prüfung nötig habe. Außenminister Antonscu wies auf die Bedeutung der Tschechoslowakei in der Bündnispolitik der Kleinen Entente hin und hob die Wichtigkeit der teschechoslowakischen Hilfeleistung in der Durchführung des rumänischen R ü st u n g s p r o - gra mms hervor. Bratianu las Sine Reihe von Stellen des Buches vor, aus denen klar hervorgehe, daß der Durchmarsch der Sowjetarmee
Moskau und die Kleine Entente
Rumänien wünscht keinen Pakt mit Gowjetrußland.
nen Franken kündigte. Die Mittel zur Rückzahlung wird der Bund zu einem Teil aus dem Guthaben bei der Nationalbank nehmen und zu einem geringeren Teil in Form von Schuldverschreibungen bei der Nattonalbank zum Zinsfuß von IV2 v. H. aufnehmen. Dadurch wird eine allgemeine Zinsverbilligungsaktion eingeleitet, da das neu dem Markte zuströmende Kapital nach Anlagen suchen wird und damit dem Abbau der Kapitalzinsen vermehrten Antrieb gibt.
Für den verstärkten Ausbau der Landesverteidigung der Schweiz ist symptomatisch, daß insbesondere auch wirtschaftliche Fragen unter wehrpolitischen Gesichtspunkten betrachtet werden. Zur Zeit beschäftigt man sich in der Schweizer Öffentlichkeit in steigendem Maße mit der Lebensmittelversorgung im Kriegsfälle. Es hat sich nämlich herausgestellt, daß die Ablehnung der „berechtigten Begehren auf Freigabe der Preisgestaltung" zu einem rasch zunehmenden Schwund der Lagervorräte führte. Es wird darauf hingewiesen, daß bei Einkäufen und der Einfuhr von Lebensrnitteln eine verhängnisvolle Zurückhaltung geübt werde, die in engem Zusammenhänge mit den Kontingentierungs- und preispolitischen Maßnahmen, den hohen Zöllen auf einzelnen Warengattungen und der allgemeinen Unsicherheit auf dem Gebiete der Außenhandelspolitik stehe. Seit 1914 habe sich auch die Struktur des Handels grundlegend geändert: Damals gingen noch etwa 80 bis 90 v. H. der gesamten Nahrungsmittelversorgung durch die Hände des Groß- und Kleinhrn- dels während jetzt die Großunternehmungen im Lebensmittelhande'l (Konsumvereinsverbände, landwirtschaftliche Genossenschaften, Großeinkaufsgenossenschaften des Spezereihandels und Großfilial- geschäfte) etwa 50 bis 60 v. H. des ganzen Landes-
Anfang 1937 über einen Rekord-Goldbestand von rund 3253 Millionen. Da nach Schatzungen der Eidgenössischen Kulturforschungskommission die Goldhortung allein rund eine halbe Milliarde Franken (alter Parität) betragen haben Durfte, so gibt die Goldbewegung in den Ausweisen auch einen Anhalt dafür, daß neben den Rückflüssen aus den Kreisen der inländischen Kapitalbesitzer der Zustrom von nichtschweizerischem Kapital doch m erheblichem Umfange an der Goldvermehrung der Notenbank mitgewirkt hat.
Die schweizerische Volkswirtschaft steht nun vor der Frage, wie dieses international hm- und hertreibende Fluchtkapital v e r w e nd e t werden soll. Der inländische Kreditbedarf steht tn keinem Verhältnis zu diesem forcierten Angebot ausländischen Kapitals, zumal die Gefahr semes plötzlichen^ Abrufes langfristige Finanztransaktionen der mlandl- fchen Kreditnehmer von vornherein verhindert. Bundesrat und Nationalbank aber bezeichnen die Kapitalausfuhr" als unerwunfch solange die Währungen anderer Lander nicht stablll- fiert und die Freizügigkeit des mternationalen Geld- unö Kreditverkehrs nicht wiederhergestellt ist. Die Geldinstitute suchen der Kapltalmversivn dadurch zu begegnen, daß sie Zinsen kaum oder gar nicht gewähren ober längere Kündigungsfristen fordern. ...
Der schweizerische Geld- und Kapltalmarkt ist augenblicklich durch eine außergewöhnliche Flüssigkeit gekennzeichnet, die der Verbilligung d e r Kreditk 0 sten Vorschub leistet. Im November 1936 wurde der Diskontsatz auf 1 /- v. H. und der Lombardsatz auf 2V2 v. H. gesenkt. Der Lundesrol hat die , Politik des billigen Geldes auch dadurch unterstützt daß er beispielsweise ^prozenttge Bundesbahnanleihen im Gesamtbetrag von 201 Millw-
Dag^egen scheinen die auf eine Aus fuhr bele- Ibung gerichteten Erwartungen nicht ganz ver- iwirklicht worden zu fein. Hier griffen öie allgemeine Krise der Weltwirtschaft, ine protektionistischen Schutzmauern im Auslande und insbesondere iber Umstand hemmend ein, daß infolge der Verteuerung der aus dem Auslande eingefuhrten Roh- Iftoffe und der Beseitigung der staatlichen Subven- itionen - die sich als Ausfuhrprämien auswirkten 1 bei wichtigen Industriezweigen 15 v. H. des Rech- inungswertes) — die Schweizerware nur unwe- Ifentlid) billiger verkauft werden kann. Die Voraussetzungen dafür, daß der derzeitige Binne.i- iwirtschaftscharakter der schweizerischen Dolkswirt- fschaft durch eine Ausfuhrkonjunktur ersetzt werden Ikann sind also noch nicht gegeben. Trotzdem gelang *5, die Uhrenausfuhr zu steigern und Labei höhere Preise zu erzielen. Der gesamte Aus- ffuhrwert ist 1936 um 8 v. H. hoher als im Vor- ■ahre, bis zur Abwertung Ende September 1936 11m 5 v. H.. im Oktober um 11 v. H. und im November um 15 v. H. Dabei hat sich der PreisdurA ffchnitt kaum merklich geändert. Andererseits hat sich Ler Druck der Arbeitslosigkeit keineswegs in dem Umfange verringert, wie optimistische Kreise Leim Bekanntwerden des Abwertungsbeschlusses an- mehmen wollten. Im Oktober 1936 machte sich aller* Lings der Einfluß des durch die Abwertung beem- fflußten Geschäftsganges geltend, immerhin wird die 3aM der Arbeitslosen zur Jahreswende immer noch Mit rund 100 000 beziffert (Januar 1936: 124 000). Der Quartalsbericht des Internationalen Arbetts- camtes stellt für Jahresende fest, daß unter sämtlichen von der Statistik erfaßten Ländern nur die Schweiz und Oesterreich im Vergleich mit dem Dor- gahre höhere Arbeitslosenziffern aufroetfen.
Der Index der Großhandelspreise für Nahrungs- Mittel, industrielle und landwirtschaftliche Roh- und !ÄiIf5iTrf*e stieg von 96,8 Ende September 1936 tf$uli 191H = 100) auf 106,8 Ende Dezember 1936. Diese Erhöhung des Preisniveaus im Großhandel fift vor allem auf die Preiserhöhungen bei Einfuhrwaren, auf die Preissteigerung auf dem Weltmarkt mnb auf beträchtliche Preisbefestigungen bei tierische Nahrungsmitteln (Erhöhung der Viehpreise!) Aurückzuführen. Stand der Landesindex der Kosten Der Lebenshaltung Ende September 1936 (Juni 1914 = 100) auf 130, so betrug er zum Monats- - «nde Dezember 132. Die Richtzahl der Kleinhan- foelepreife für Lebensrnittel, Heizungsmaterial usw. qeigt vom 1. September bis 1. Dezember eine Erhöhung von 118,7 auf 122,1 Punkte (Juni 1914 = H00) Hier zeigt sich also, daß die vom Bundesrat sofort nach der Frankenabwertung eingeleiteten preispolitischen Maßnahmen (u. a. Verbot der Mietpreis- und Pachtzinserhohungen) voll zur Gel
tung kamen. , ,,f t
Durch den Abwertungsbeschluß hat sich im schwelgerischen Zahlungsverkehr eine grundlegende Aen- Lerung insofern vollzogen als die schweizerische Banknote die nicht Zahlungsmittel, sondern nur Zahlungsmittelsurrogat ist, mit Zwangscharakter vusgestättet wurde. Eine andere wichtige Folge- Erscheinung der Abwertung war die Erhöhung Les Goldbestandes bei der schweizerischen Nationalbank. Am 23 September 1936 war em Goldbestand von rund 1530 Millionen vorhanden, cm 7. Januar 1937 aber von 2713'5 Millionen Franken. Berücksichtigt man die „stille Goldreserve mnter „Giroverbindlichkeiten" in Hohe von rund =540 Millionen Franken, so verfügte die Notenbank
schimpfuna bezeichnet werden. Obwohl schon 1918 im Britischen Reich die Sonne niemals untergegangen fei, habe sich England deutsche Kolonien angeeignet. 1919 habe man geglaubt, was heute bei einem Rückblick unglaubwürdig erscheine, daß von einem 70-Millionen-Volk eine Schadenersatzzuzahlung von rund 11 Milliarden Pfund erpreßt werden könnte. Ebenso absurd, wie es damals gewesen sei, als man von jedem deutschen Mann, jeder deutschen Frau und jedem deutschen Kind die Zahlung einer Summe von 150 Pfund verlangt habe, sei es auch heute, daß Deutschland für immer auf Kolonien verzichten solle. Das Gebot der Stunde laute, daß man sich des gesunden Menschenverstandes bediene, damit im Interesse der Vermeidung eines unnötigen Krieges ein durchaus mögliches Ziel erreicht werde.
Auch Deutschland hat Anspruch auf Rohstoffe.
Sidney, 8. Febr. (DNB. Funkspruch.) Der Mi- nifter für Volkserziehung des australischen Bundes- Staates Neusüdwales, Drummond, erklärte in einer Versammlung, nach feiner Ansicht sei jetzt die Zeit gekommen, da die Welt Deutschlands Anspruch auf Zutritt zu den Rohstoffen berücksichtigen sollte, Austtalien mit feiner großen Landfläche müßte einen Teil der Verantwortung hierfür übernehmen und die deutsche Teilnahme in Erwägung ziehen. Minister Drummond sprach in Anerkennung von Deutschland und hob besonders die Verdienste deutscher Siedle r in Australien hervor.
Oie spanischen Raiionattruppen in Malaga
Hestige Gtraßenkämpfe in den Vorstädten.
Schweizer Wirtschastsfragen.
Don unserem S.-Äerichierstaiier.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Zürich, Februar 1937.
Die Befristung der deutsch-schweizerischen Derein- Ibarungen über den Waren-, Kapital- und Reiseverkehr vorn 23. Dezember 1936 auf 31. März 1937 .ging davon aus, daß die weitere Entwicklung der Wirtschaftslage in der Schweiz noch abzuwarten iift, bevor langfristige Abkommen abgeschlossen wer- Len können. In der Tat wäre es noch verfrüht, jetzt jfchon eine Bilanz aus der mit der 30prozentigen Frankenabwertung eingeleiteten neuen Wirtschaftspolitik zu ziehen und Prognosen für die Zukunft Zu stellen. Es lassen sich allerdings gewisse Entwick- ssungstendenzen aufzeigen, von denen wir die wich- tigften auf den Gebieten der Absatz-, Preis- und Lebenskostengestaltung, des Geld- und Kapitalmarktes und der Lebensmittelversorgung heraus- ßreifen.
Das „Dezemberbullettn der Schweizerischen Kre- Sbitanftalt" stellt in seinen Ausführungen über den «Geschäftsgang der einzelnen Industriezweige u. a. feft, daß die Abwertung zumeist eine aeschäfts - belebende Wirkung auslöste, die sich zum Teil in der Steigerung des Jnlandsbe- Dorfes und andererseits in der Verstärkung Der Ausfuhr äußert. — Der Jnlandsabsatz nvurde vor allem im Oktober v. I. von Erscheinungen beherrscht, die außergewöhnlich waren, inzwischen aber wieder abgeflaut sind: Hamster- unb Spekulationskäufe von Waren (Flucht in die Sachwerte, um für absehbare Zeit Preissteigerungen gu entgehen'oder das gehortete Papital des Kleinbürgers anzulegen). Der Kleinhandelsumsatz im Oktober v. I. in Bekleidungsartikeln und Textilwaren verzeichnete gegenüber dem gleichen Monat des Vorjahres eine Zunahme von 33,6 v. H. in Metall- maren, Apparaten und Instrumenten sogar von 34,5 v. H. Hauptsächlich dem vermehrten Bedarse mm Jnlandsmarkte war es zuzuschreiben, daß z. B. in den 6 e i b e n ft 0 f f ro e b e r.e i e n im vierten Vierteljahr 1936 alle noch zur Verfügung stehenden Webstühle in Betrieb kamen. In ber Schuh- i n b u ft r i e würben unter bem Einbruck unvermeidlicher Preiserhöhungen alte unb neue Lager
L 0 nb 0 n, 8. Febr. (DNB. Funkspruch.) Die spanischen nationalen Truppen haben am Sonntag- abenb Malaga erreicht. Heftige Straßen- kämpfe zwischen ben Nationalen unb ben Bolschewisten sollen in ben Außenbezirken ber Stabt im Gange sein. Runb 25 000 bis 30 000 Mann nationale Truppen sollen an ber Schlacht um Malaga teil* nehmen. Die bolschewistischen Streitkräfte werben als gleich stark bezeichnet. Der nationale Vormarsch würbe aufs wirksamste burch bie nationale Flotte unterstützt. Sie umfaßt brei Kreuzer, ein Kanonenboot unb zwölf bewaffnete Fischbampfer.
Der nationale Sender Cordoba berichtet, daß die nationalen Truppen, die im Abschnitt Ronda eingesetzt waren, die Verbindung mit den nördlich von Mardella stehenden nationalen Streitkräften hergestellt hätten. Dadurch seien die Gebirgszüge der Sierra de Ronda, der Sierra Bermeja und der Sierra Miajas von Bolschewisten gesäubert worden. Im Frontabschnitt von Alhama sind die nationalen Truppen am Samstag zwölf Kilometer vor Velez de Malaga angelangt. Im Frontabschnitt von Loja konnte die Ortschaft C 0 l - menar besetzt werden, lieber diese Ortschaft hinaus drangen die nationalen Truppen weitere sieben Kilometer in südlicher Richtung vor. Die gegen Malaga vorstoßenden Nationaltruppen nahmen die Ortschaft A l m 0 g i a ein. Die im Frontabschnitt von Marbella konzentrierten Heeresteile haben nach einem siegreichen Gefecht mehrere Stellungen erobert, von denen aus sie Fuengirola beherrschen können. Der Gegner floh unter Hinterlassung mehrerer Panzerwagen, Maschinengewehre und sonstigen Kriegsmaterials. In Fuengirola ist von den Bolschewisten die Kirche zerstört und der Priester zusammen mit elf nationalgesinnten Spaniern grausam umgebracht ' worden. Ihre Körper mürben zusammengebunden und dann in Brand gesteckt. Im ganzen töteten die Subjekte Moskaus in Fuengirola über 100 Nationalgesinnte. Nach dem Gemetzel tanzten die Mörder auf den Leichen!
Auch die Madrider Front wieder in Bewegung.


