Einzelbild herunterladen

!

(Fortsetzung folgt!)

bergen teilweise reichlich Wild, und in ihrer Berg- roelt mit den Gletschern und Moränen ist die Land­schaft so heroisch und gewaltig, wie man sie sich nicht vorstellen kann. Hebet diese unbestlegenen Berge ist der deutsche Flieger Günther Plüschow geflogen, der später über dem Feuerlund abstürzte.

Don den Beschwerlichkeiten dieser Forschungs­reisen, die Junge im Auftrag der chilenischen Re­gierung durchführte, vermittelte die Schilderung der vierten und größten Entdeckungsreise von Puerto Mont aus über die Anden in fruchtbares Parnpa- gebiet, durch die eine neue Verbindung mit dem Meere geschaffen wurde, einen guten Eindruck. Die Bilder aus dieser Urwaldeinsamkeit ließen die Stra­pazen ahnen, die die wagemutigen Männer auf dieser Forschungsreise auf sich nahmen, damit em wochenlanger Weg durch eine bequeme Autostraße verkürzt werden kann. Dort, wo undurchdringlicher Urwald der Expedition den Weg versperrte und während eines SOtägigen Regens die Qualen der grünen Hölle ihnen fast den Mut raubten, bahnt ein besserer Weg die Verbindung zum Pampageblet, der nicht mehr durch die massenhaft auftretenden Blutegel gefährdet werden kann. Die Pampas mit ihren ungezählten Schafherden und ihren orienta­lisch anmutenden Wohnbauten, die in ihrer Mitte oleich den Pflanzgarten umschließen, eignen sich be­sonders in ihren windgeschützten Teilen für die An­siedelung der Europäer.

Die große Anzahl ausgezeichneter Aufnahmen aus diesem hochinteressanten Land, in dem neben subtropischem gleich antarkUsches Klima anzutreffen ist und in dem die Gegensätze in der Natur erst die einzigartige Schönheit dieses Landes ausmachen, wurde ergänzt durch die Lichtbilder von der fünften und sechsten Forschungsreise, die in erster Linie der Erforschung der Gletscher Patagoniens galten.

Anhaltender Beifall dankte dem Vortragenden für die interessanten Ausführungen und war eine Anerkennung für den wagemutigen Forscher.

Nechnungsrat i. 2R. Jochim in Gießen 90 Jahre alt.

Volkswirtschast-Hauswirischast im Deutschen Frauenwerk.

Gute Möbel bei Koos

Giess en Schulstr! 6

Augenblick wenigstens. Nun mußte er sie ihrem weiteren Schicksal überlassen. Wenn sie trotzdem ihren Selbstmordversuch wiederholte wenn sie vielleicht...

Dem jungen Arzt stand bei dieser Vorstellung das Herz still. Das, nein, das durfte man nicht geschehen lassen! Man mußte sich um die Kleine kümmern. Sich ihrer annehmen, so ßut es ging. Er hatte ja noch vierzehn Tage vor sich. Wenn er ie nicht aus den Augen ließ, sie öfter zum Baden abholte oder zu einem längeren Spaziergang... Nicht, um sich taktlos in ihr Geheimnis zu drängen keineswegs! Aber vielleicht würde sie mit der Zeit Vertrauen zu ihm fassen und ihm ganz von selbst ihr Herz ausschütten. In vierzehn Tagen konnte viel geschehen. In vierzehn Tagen hatte sie diese schlimme Geschichte vielleicht schon verwunden, und man konnte getrost abreisen, in dem Bewußt­sein, ihr über die schwerste Klippe hinweggeholfen zu haben...

Frank Alland konnte kaum den nächsten Vor­mittag erwarten. Eine sehnsüchtige Unrast, wie er sie noch nie im Leben empfunden hatte, trieb ihn schon vom frühen Morgen an umher. Zweimal ging er zum Strand hinunter, in der Hoffnung, das Mädchen dort zu treffen. Ihre Pension lag ja keine zwanzig Schritt vom Strand entfernt.

Sehr wahrscheinlich, daß das Mädchen wie die anderen Badegäste zwischen zehn und zwölf am Strand zu finoen war.

Aber Alland hoffte vergebens. Der Strand war, trotz der noch sommerlichen Temperatur, um diese Jahreszeit schon ziemlich menschenleer. Nur da und dort lagen noch ein paar Sonnenbedürftige und ließen sich auf den heißen Kieseln braun rösten. Lauter gleichgültige Menschen, die ihn nicht inter­essierten. Von der Unbekannten keine Spur.

Enttäuscht und beunruhigt wanderte Alland am Strand auf und ab. Nur um die Zeit tot^uschlagen, schwamm er dazwischen ein paar Züge und warf sich dann zum Trocknen auf einen flachen Felsvorsprung, von dem aus er die Fensterfront derPension Souvenir" bequem im Auge behalten konnte. Eines von diesen schmalen Fensterchen mit den wehenden Moskitoschleiern davor mußte das ihre sein. Un­ablässig wanderte der Blick des jungen Arztes von einem zum andern. Er wünschte sich inbrünstig, daß

Heimat berichtete.

Der Forschungsreisende Max I u n a e aus San­tiago (Chile), der einer deutsch-chilenischen Familie enfftammt und mit deutscher Tatkraft und deutschem Wagemut eine sehr beschwerliche, erfolgreiche For­schungsarbeit in Chile durchgeführt und damit seiner Wahlheimat außerordentliche Dienste geleistet hatte, berichtete über seineSechs Forschungsreisen nach Westpatagonien". Zunächst sprach er von dem tiefen Eindruck des Landes feiner Väter auf ihn, das er vor eineinhalb Jahren zum ersten Male be­treten, und von seiner Sehnsucht nach diesem Lande. An Hand von Karten zeigte er dann die Größe und Ausmaße Chiles, jenes 4600 Kilometer die Anden entlang hingestreckten Landes, das einein­halbmal so groß als Deutschland ist, mit dem es viele Bande des Blutes und der Freundschaft ver­binden. Im Gegensatz zu Deutschland- weist es aber nur 4,5 Millionen Einwohner auf, weil nicht alle Teile des Landes, die vielfach noch mit dichtem Urwald bedeckt oder gebirgig und unwirtlich sind,

(Muffige faflenem

Fwd. Die 6 küssen haben sic günstig enlwick Millionen Rei hoht. Bon dem honen M. c Millionen M Reichsmark au Der Einzahli tober 1936 (12,, niedriger, als i die Umsätze gei verringert, narr honen M. Q Zahlungen um hierbei bewegt 'm saisonüblich, den sich über de michrt.

Die Depofitei -r Sparkassen, pro bedeutend

Rechnerisch l-inbuchungen i S. durch den Mllndeninoen !«gen 104,9 Mi l® November Nrnber 1U man d Kundin Unterbau der i

M X

Jinglen

S'°*i ii

.W°nen .Liegend i hb Deposit Ä? sH isz/ bliche, Me >

*<!fSen Ltz

rQ Klein hs* Frauen und durchsuch Kinder bei ei lich EoangM von 5828 Kn 2in der Chnlsü ten 597 heiligen Aden Frauen, das Evangelischen, laufe empfins tere 28 Kinde den Kranken! boren und do kirchlich traue erdigt- Einem vier Uebertrit

* DorfC heim wurd meinde bestell

)( Rupp des Kamerad unsere Kri Kleinkali ihre Monats dieser Tagur Wagner ein 1 terhilssrc schiehleiter 2

d e s K r«

?«,pend, ^Vr 30 91' 6aruntr, Offent sührung miesen-

irgendwo ihr blonder Kopf auftauchen möchte, nur für eine Sekunde, nur damit diese bohrende Un­ruhe in ihm zum Schweigen gebracht würde ...

Schließlich hielt er das passive Herumlungern nicht mehr aus. Er schlüpfte in feine blaue Leinen­hose und zog das kurzärmelige Polohemd über den getrockneten Badeanzug. Es war eben zwölf die schicklichste Besuchszeit. Wenn er dort drüben in der kleinen Gärtnerei ein paar Blumen kaufte und ein­fach dreist in derSouvenir" anläutete? Man konnte ja die Blumen mit einem Gruß abgeben, wenn sie etwas ausgegangen war, oder... Aber wie nach ihr fragen. Er kannte ja nicht einmal ihren Vornamen. Eine junge Dame, blond sehr schön. Eine schöne, blonde, junge Dame... Das war alles, was er von ihr wußte. Aber man würde schon be­greifen, wer gemeint war. Die Leute dieser Gegend verstanden sich auf anonyme Liebesbotschaften. Un­sinn Liebesbotschaften! Als ob es nicht eine ganz selbstverständliche Geste der Ritterlichkeit wäre, einer Dame, die man unter so außergewöhnlichen Um­ständen kennengelernt hat, ein paar Blumen zu bringen und sich nach ihrem Befinden zu erkundi­gen. Kein Mensch konnte dabei etwas finden und am wenigsten sie selbst.

Rosen nur ein paar, aber die schönsten, die Sie haben", sagte er zu dem Gärtner. Der kleine Italiener sah ihn prüfend an. Dann schnitt er be­hutsam, fast liebevoll, sechs halberblühte dunkle Sammetrosen ab und überreichte sie dem Kunden mit einem vertraulich-wissenden Lächeln, das alle seine weißen Zähne entblößte.

Die Schönsten für die Schönste!

Alland mußte unwillkürlich mitlachen.E una fanciulla a capelli dore ..hörte er den Burschen hinter sich hersingen, als er mit seinen Rosen in der Hand die steilen, ausgetretenen Steintreppen em­porklomm, die an der PensionSouvenir" vorbei zur großen Straße führten. Das neapolitanische Liedchen verfolgte ihn wie im Traum. A capelli dore... Mit goldenem Haar. Auch diese Neapoli­taner scheinen eine Schwäche zu haben fürgol­denes" Haar. Ja, die auch...

Unwillkürlich begann er die Melodie nachzusum- men während er in Gedanken verloren Stufe um Stufe nahm.E una fanciulla a cap ..."

Die Stimme versagte ihm plötzlich. Aufblickend sah er, wie auf ein magisches Stichwort, den Gegen-

Sie sorgt dafür, daß Vorräte für das Winterhilfs­werk vorhanden find. Welch Leben und Treiben herrscht z. B. in der Lehrküche der NSV. in Gießen im Einhorn! Ein Stamm von Vertrauensfrauen ist dort täglich beschäftigt. Da wird Essen gekocht und an Volksgenossen, die keine eigne Haushaltung haben, ausgegeben. Diese Helferinnen werden mit allem fertig. Als vor Weihnachten ein Kalb ge­spendet wurde, wußten sie das in Kürze zu ver­arbeiten, ebenso ist es mit der Wildspende der Ja­ger. Da wird Wild im Topf und Ragout bereitet und in Portionen ausgeteilt; die besten Stücke wan­dern in die Blechdosen und geben einen wertvollen Bestand für das Winterhilfswerk.

Die Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft gibt auch Auskunft über die Bedingungen zur Meister- prüiung der Hausfrau und über die Kenntnisse, die ein Haushaltslehrling benötigt. Die Prüfungen dieser Lehrmädchen werden von der Kreissachbe­arbeiterin vorbereitet und in Verbindung nut der Berufsschule und dem Arbeitsamt durchgejührt.

Jede denkende Fran wird einsehen, daß die neue Zeit auch neue Menschen fordert; so wächst auch unter den Hausfrauen die Erkenntnis, daß neben ihrem eignen haushalt auch der Staats­haushalt Rechenschaft zu fordern hat, über die Verwendung des Volksvermögens, das durch die Hände der Frau geht. F. K.

selbe im März 1876. Nach der sich anschließenden Probearbeit erhielt er das Patent als hessischer Geometer 1. Klasse. Als Privatgeometer hat er, neben einer umfangreichen Privatpraxis, eine Reihe von Katasteroermessungen ganzer Gemarkungen im hohen Vogelsberg ausgeführt. Als im Jahre 1902 die staatlichen hessischen Vermessungsämter errichtet wurden, wurde Jochim Kreisgeometer und Amts­vorstand des Dermessungsamts Schotten. Dieses Amt führte er bis zu feiner Ruheftandsverfetzung am 1. September 1917 zur vollsten Zufriedenheit feiner Behörde als fleißiger und treuer Beamter. Im Jahre 1908 wurde ihm das Ritterreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Großmütigen ver­liehen, und anläßlich seiner Ruhestandsversetzung erhielt er den Charakter eines Rechnungsrats.

Der Jubilar war seit 1880 verheiratet. Seine treue Lebensgefährtin starb im Jahre 1905. Nach feiner Ruheftandsverfetzung zog er zu feinem ein­zigen Sohne nach Gießen, wo er sich in dessen Fa­milie in liebevoller Pflege befindet und eines Enkelpaares erfreut. Er macht täglich feinen Spa­ziergang, betätigt sich im eigenen Haus und Gar­ten und lieft täglich die Zeitungen, wobei ihn, als allezeit sehr vaterländisch gesinnten Beamten, die großen Errungenschaften des Führers begeistern.

Hauptversammlung der Alpenfreunde.

Die Sektion Gießen-Oberhessen des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins hielt unter Leitung des Sektionsführers Direktor Wrede am Mitt­wochabend im Sektionsheim (Klub) ihre diesjährige Jahreshauptversammlung ab.

Nach den Begrüßungsworten des Sektionsfuhrers wurde zunächst eine Reihe neuer Mitglieder ein­stimmig in die Sektion ausgenommen. Anschließend erstattete der Sektiönsführer den Jahresbericht, der über reges Leben in der Sektion Mitteilung machte und in den Mittelpunkt der Rückschau die Feier des 50jährigen Bestehens der Sektion, die vor einigen Wochen begangen wurde, stellte. Der Sektion Gie- ßen-Oberhessen gehören gegenwärtig über 250 Mit­glieder an. ri ,

Den Jahresbericht der Hüttenkommlssion erstattete Herr Heinstadt, der u. a. die Schaffung einer neuen Wegeverbindung zur Gießener Hütte cm- regte. Im Anschluß an den Bericht fand eine rege Aussprache statt, in deren Verlauf u. a. die Sek­tionsleitung und die Hüttenkommission ermächtigt wurden, hinsichtlich der Pacht und der Wegeverhcklt- nisse Verhandlungen in die Wege zu leiten. Weiter wurde ins Auge gefaßt, für Juli bis September um die Zuteilung von Devisen zu bitten, damit die Gießener Hütte von chier aus besucht werden kann.

Den Jahresbericht der Jugendgruppe erstattete Regierungsbaumeister Ger lach. Es konnte dabei die erfteuliche Feststellung gemacht werden, daß der

Mitgliederbestand der Jugendgruppe aufrechterhak* ten werden konnte. Als neuer Leiter der Jugend- gruppe wurde Ingenieur Dr. Pfeiffer (Wetzlar) bestimmt, der insbesondere den weiteren Ausbau der Jugendgruppe durchführen wird.

Der Kassenbericht zeigte einen guten Stand Der Finanzlage der Sektion, so daß dem Rechner ein­stimmig Entlastung erteilt wurde. *inmu^9 wurde der Haushaltsvoranschlag für 1937 geneh- mt|iir 25jährige Mitgliedschaft wurde das silberne Edelweiß den Sektionsmitgliedern Medizmalrat Dr. K u l l m a n n , Bensheim, Dr. M e e s man n, Gießen, Landgerichtdirektor i. R. Schm ah l, Wies­baden, und Rechtsanwalt und Notar Sch ne i Der, Gießen, verliehen. Ferner wurden zahlreiche JJab qlieder für ihre rege Beteiligung an den Wände, rungen durch die Verleihung von Wanderauszeich. ^^Jm'wetteren Verlaufe her Versammlung wurden noch Angelegenheiten der Wanderungen und kleinere Dinge des Vereinslebens besprochen. Sodann Motz der Sektionsführer die Versammlung in der uv. lichen Weise mit dem Gruß an den Führer.

wird! Arbeitet mit eurem Luftschutzhauswart und eurem Hausbesitzer einträchtig zusammen! Erinnert euch, daß von eurem Abwehrwillen und eurer Sach­kenntnis im Ernstfall das Schicksal vieler Volksge­nossen abhängen kann!

OaS Fahnenlied der Hitler-Zugend in den Schulen.

Der Reichsstatthalter in Hessen Landesregie­rung bringt den Kreis- und Stadtschulämtern, den Direkfionen der höheren Schulen und der ge­werblichen Unterrichtsanstalten, sowie den Leitun­gen der Privatschulen einen Erlaß des Reichs- und Preußischen Ministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung zur Kenntnis, in dem folgendes angeordnet wird: .... ~ .

Das LiedVorwärts, vorwärts' ist das ^ahnen- lied der Hitler-Jugend. Beim Singen des Kehr­gesanges erhebt die Hitler-Jugend die rechte Hand zum Gruß. t r v , ...

Es bestehen keine Bedenken, daß das Fahnenlied der Hitler-Jugend bei schulischen Veranstaltungen gesungen wird. Es ist aber selbstverständlich und verlangt die Achtung vor der Hitler-Jugend, daß ihr Fahnenlied in der gleichen Weise geachtet wird, wie sie es selbst für ihre Mitglieder vorschreibt/ Lahn und Wieseck führen Hochwasser.

Die Regenfälle her letzten Zeit, die einige Male während ganzer Nächte anhielten, hatten zur Folge, daß der Wasserstand unserer Lahn, wie auch der Wieseck erheblich gestiegen ist. An vielen Stellen in unmittelbarer Nähe der Stadt ist die Lahn über die Ufer getreten und hat insbesondere im Heuchel­heimer Feld und nach Dutenhofen zu große Wiesen­flächen überschwemmt. Zum Teil ist der Fluß auch an der Bleiche, unweit der Lahnbrücke, über die Ufer getreten. Mit großer Gewalt wälzen sich hie Wassermengen über bas Wehr an her Klinkelschen Mühle.

Die Wieseck hat die großen Wiesenflächen am Amtsgericht und am Philosophenwald zu großen Teilen überschwemmt, so daß sich überall Seen ge­bildet haben.

Sechs Forschungsreisen nach Westpatagonien.

Lichtbitdervortrag

in der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde.

Die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde hatte für ihren Vortragsabend am gestrigen Donnerstag einen Forschungsreisenden gewonnen, der aus seinem reichen Wissen über Westpatagonien ein süd amerikanisches Thema behandelte. Der Vor­sitzende, Universitäts-Professor Dr. Klute, führte mit Begrüßungsworten den Vortragenden als Deutsch-Chilenen ein, der hier von seiner zweiten

Am 10. Januar 1937 vollendet Ludwig Jochim in Gießen, Kaiserallee 139, sein 9 0. L e b e n s - fahr in körperlich und geistig guter Rüstigkeit. Aus diesem Anlaß sei hier eine kurze Schilding aus seinem langen Leben gegeben: Ludwig Jochim wurde am 10. Januar 1847 zu Einartshausen m Oberhessen als Sohn des Bürgermeisters Joch:m geboren. Er besuchte die Handwerkerschule in Schot­ten und legte nach praktischer und theoretischer Aus­bildung im März 1870 die Prüfung als hessischer Geometer 2. Klasse ab. Als solcher betätigte er sich bis zum Jahre 1874 und bereitete sich dann zur Prü­fung als Geometer 1. Klasse vor. Er bestand die-

bewohnt werden können.

Zahlreiche Lichtbilder boten einen Einblick in die geologische Beschaffenheit des südlichsten Teiles Chiles, des Landstriches Patagonien, in dessen un­erforschte Einsamkeiten und Urwälder der Vor­tragende eingehrungen ist. Ostpatagonien schilderte er als ein wüstenähnliches Land, dem Süßwasser fehlt und in dem die Stürme kaum eine Vegetation zulassen. Auf den kargen Steppen trifft man eigen­artige einen Meter hohe und halbkugelförmige Stechpflanzen. Westpatagonien mit etwa 8000 Ein­wohnern gleicht mit seinen Inseln und Fjorden den Baltenstaaten. Auf kleiner Fläche drängen sich hier Romantik und Urwüchsigkeit in einer Fülle zusammen, die ihresgleichen suchen. Bis an die Schneegrenze reicht die Flora heran, die Wälder

£<fhn ii"

' 6üeril^nl reiä,t®

al" werden jSjj,

Mt

stand seiner Träume leibhaftig auf sich zukommen, ohne Hut a capelli dore aber sonst ganz promenadenmäßig angetan, mit einem eleganten, für diesen kleinen Küstenort fast zu eleganten Nach­mittagskostüm und hohen Stöckelschuhen, mit denen sie auf dem holprigen Steinpflaster kaum auftteten konnte. Sie trug eine Tüte mit Obst in der rechten Haick) und unterm Arm ein Paket Zeitungen und war offensichtlich gerade im Heimkommen begriffen.

Alland fühlte sich rot werden wie ein Primaner bei diesem unerwarteten Wiedersehen. Er zwang sich zu einer korrekten Verbeugung.Schön, daß ich Sie treffe, gnädiges Fräulein", stammelte er be­fangen,ich war nämlich gerade auf dem Wege zn Ihnen. Wie geht es Ihnen denn feit feit ge­stern?"

O danke, ganz gut", gab sie in ihrem etwas fremd betonten Deutsch zur Antwort. Auch sie er­rötete flüchtig, und ihr Blick ging scheu an ihm vorbei.Ich war nur um die Ecke, Zigaretten kau­fen und ein paar Zeitungen. Man ist hier so ab­geschlossen. Man weiß gar nicht mehr, was in bec Welt vorgeht."

~(5ie lachte ein wenig gezwungen. Alland sah fie erstaunt an. Sonderbares Geschöpf, ging es ihm durch den Sinn vor ein paar Stunden noch wollte fie sich umbringen, und jetzt muß sie schon wieder wissen, was in der Welt vorgeht!

Ich für mein Teil entbehre nichts, wenn ich mal ein paar Tage nichts lese", entgegnete er lä­chelnd.Die Welt ist gar nicht so erfreulich ein­gerichtet, daß man unbedingt wissen müßte, was auf ihr vorgeht."

Er bemerkte, wie ihr Blick sich verdunkelte und über ihn hinweg ins Leere ging. Eine steile, un­kindliche Falte vertiefte sich zwischen ihren Brauen, die dem jungen Gesicht etwas grüblerisch Herbes gab.

3a, Sie haben recht", nickte sie langsam,es ist eine sehr häßliche Welt."

Der unsentimentale, fast sachliche Ernst M Tones traf den jungen Arzt wie eine schmerzhafte Berührung. Er zwang sich zu einem Scherz, ,ock flott wirken sollte und ihm ein wenig ins Törichte geriet.

* Finanzamtspersonalien. Mit Wir­kung vom 1. Januar 1937 wurde Obersteuerinspektor Frees vom Finanzamt Gießen in gleidjer Dienst- eigenschaft an das Landesfinanzamt in Darmstadt versetzt. Als sein Nachfolger kam Steuerinspektor Schneider vom Finanzamt Darmstadt-Stadt an das Finanzamt Gießen.

Amtsgericht Gießen.

Durch Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen war ein Angeklagter wegen Uebertrehmg der Reichs- ftraßen-Verkehrsordnung zu 15 Mark Geld­strafe, evtl, drei Tage Haft, verurteilt worden. Es wurde ihm zur Last gelegt, mit einem Last, fraftroagen mit Anhänger über- den Horst-Wessel- Wall zu Gießen gefahren und beim Einbiegen in die Frankfurter Straße das an her Ecke befind- liche Schutzgeländer beschädigt zu haben. In der gestrigen Hauptverhandlung, auf seinen Einspruch hin, erkannte das Gericht auf die gleiche Strafe, da es als erwiesen ansah, daß her Angeklagte fahrlässig gehandelt hat.

Kleine Strafkammer Gießen.

Der G. B. aus Saasen war durch Urteil des Amtsgerichts Grünberg vom 4. 6. 1936 wegen Voll­streckungsbruchs zu 3 Wochen Gefängnis ver­urteilt worden. Es war ihm zur Last gelegt, Fleisch, das vom Dollziehungsbeamten des Finanzamts ge­pfändet war, beiseite geschafft und verkauft zu haben. In der gestrigen Hauptverhandlung, auf die Beru­fung des Angeklagten hin, konnte die Schuld des An­geklagten nicht einwandfrei nachgewiesen werden. Der Angeklagte wurde daher f r ei g e s pr o ch e n.

Wegen Tierquälerei erhielt her A. H. aus Sei­belsdorf vom Amtsgericht Lauterbach 2 Monats Gefängnis auferlegt. Er verfolgte gegen dieses Urteil Berufung. Die Anklage legte ihm zur Last, auf einem Hofgut in Rudlos, wo er beschäftigt war, einen Zugochsen fortgesetzt roh mißhandelt zu haben. Das Gericht überzeugte sich auch in her Berufungs- verhandlung von her Schuld des Angeklgten, er­mäßigte jedoch die Strafe auf 5 Wochen Ge­fängnis.

Rundfunkproaramm.

Samstag, 9. Januar.

6 Uhr: Choral. Morgenfyxuch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der PaUse Nachrichten. 8.05: Wetter- und Schneebericht. 8.10: Gymnastik. S.30: HJ.-Funk. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau, hör zu! 11.30: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11.40: Land­funk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. Anschließend Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrich­ten. 14.10:Mit Humor mit Humor kommt uns alles leichter vor!" 15: Volk und Wirtschaft. 15.15:

1 Wir bemerken dazu ...! Einiges über landwirt­schaftliche Berufe. 15.30: Besuch auf dem Heiligen­berg! BDM.-Mädel in einer Führerinnenschule. 16:

Froher Funk für alt und jung." 18: Militärkonzert. . 19.30: Der Zeitfunk bringt die Wochenschau. 19.55:

Ruf her Jugenh. 20: Nachrichten. 20.10: Großes Konzert zugunsten des Winterhilfswerkes. 22: Nach­richten. 22.15: Nachrichten aus hem Sendebezirk. 22.20: Sportschau. 22.30: Heitere Nachtmusik.

Das fremde Gesicht.

Vornan von Laren.

11. Fortsetzung. (Nachhruck verboten!)

Die ganze Nacht fand er keinen Schlaf. Alle seine Gedanken waren mit diesem Abenteuer be­schäftigt, und je länger er darüber grübelte, um jo mehr verwirrten sich ihm die Zusammenhänge. Wer war dieses Mädchen, wie kam sie hierher in diesen abgelegenen Küstenwinkel und in diese schäbige kleine Pension, die nicht einmal seinen be­scheidenen Ansprüchen genügt haben würde? «Sie mußte aus guter Familie sein, ihre Stimme, ihre Ausdrucksweise, ihr ganzes Wesen sprach dafür, mehr noch als die Gepflegtheit ihrer Erscheinung, die ja auch etwas rein Aeußerliches hätte fein kön­nen. Aber fie schien noch so jung, kaum daß sie zwanzig sein mochte. Was konnte ein so junges und schönes Wesen zum Selbstmord treiben, zu einer so veradscheuungswürdigen, nie wieder gut- zumachenden Tat? Not kam kaum in Frage. Er hatte an ihrer Hand einen Ring gesehen, her dar­auf schließen ließ, daß sie nicht arm war. Was also sonst...? Ein Zerwürfnis mit der Familie? Ein Anfall von Lebensüberdruß, wie er bei jungen Menschen nicht selten vorkommt? Lebensüberdruß infolge irgendeiner psychischen Störung? Oder viel­leicht eirte verunglückte Liebe...? Ja, das war das Natürlichste: eine verunglückte Liebe! Die Zeitungen dieser Gegend waren voll von herartigen Tragödien. Ein alltägliches Liebeshrama oder mel- mehr das Ende eines solchen. Sehr wahr­scheinlich ... .

Alland fühlte deutlich, wie es ihm bet diesem Gedanken einen Stich durchs Herz gab. Warum nur, fragte er sich. Was ging dieses wildfremde Mädchen ihn an, dessen Namen er nicht einmal kannte? Was kümmerten ihn ihre Liebesange- legercheiten...?!

Er hatte getan, was er für sie tun konnte, was er für jede noch so armselige und unwichtige Men­schenkreatur getan haben würde, schon aus seinem ärztlichen Instinkt heraus, für den das Menschen­leben an sich eine sehr wertvolle Sache war. Er hatte dieses lebensmüde Kind gerettet, für den

Eine der wichtigsten Abteilungen ist das Gebiet her Volkswirtschaft-Hauswirtschaft. Gerahe jetzt bei her Durchführung hes neuen Vierjahresplanes sind dieser Gruppe, die alle Hausfrauenvereine im Reid) zusammenfaßt, bedeutsame Aufgaben zugewiesen.

Da sehen wir, wie die Sachbearbeiterinnen in den Städten und Dörfern, unterstützt durch die Frauenschaft, Kurzlehrgänge abhalten und in Vorträgen über die Zusammenhänge zwischen Volkswirtschaft und Ligenhaushalt den Frauen klar machen, daß sie die Treuhänderinnen der deutschen Wirtschaft find und die Verantwor- tung tragen für die sparsame und sachgemäße

Verwertung der vorhandenen Lebensmittel.

In den Kursen wird hie Zubereitung zeitgemäßer Gerichte gezeigt und huret) Kostproben unb Rezepte veranschaulicht. Die Ursache her zeitweiligen Ver­knappung mancher Lebensrnittel wirh erklärt und Vorschläge gemacht, wie dieser vorübergehenden Er­scheinung mühelos zu begegnen ist. Als Abwechse­lung für Fleischnahrung wird der Seefisch, seine Zubereitung und seine vielseitige Verwendungs­möglichkeit, her Hering in vielerlei Aufmachung, so­wie die Fischkonserve gezeigt und den Frauen zur Bereicherung des Familientisches empfohlen.

Die Abteilung Volkswirtschaft - Hauswirtschaft ist aber auch die Helferin der NS.-Volkswohl- sahrt.