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Ür.6 Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Zreitag, 8.Zanuar 1957

1.

4.

7. Weihnachtslichter am Weihnachtsbaum

nicht

8.

nicht

off*

12.

13.

fall, 2 Grad,

16.

17. Brennende

18.

14.

15.

2.

3.

Feuerwehr Feuer nur Ruhe und

austreten! Eingänge

mehr anbrennen, wenn dieser trocken ist! Petroleumlampen oder Spirituskocher nachfüllen, während diese brennen!

auch keinen elektrischen Schalter betätigen! (Explosionsgefahr.) Haupthahn schließen, Fenster öffnen! Läßt sich die Ursache nicht feststellen, dann Gaswerke anrufen.

Durchgebrannte Sicherungen nicht durch Draht, Nägel usw. überbrücken!

Elektrische Heizgeräte (besonders Plätteisen) nicht unbeaufsichtigt unter Strom stehen lassen! Elektrische Schalter sind keine Kleiderhaken!

sofort alarmieren, auch wenn das klein ist.

Besonnenheit bewahren!

Gardinen schnell herunterreißen und

zur Brandstelle freimachen und

> gut.

0 Grad, timeterNeu- gut.

V 4 Grad,

Hitler-Jugend Bann 116 Gießen.

1. Der Schießlehrgang findet wieder am Sonntag, 10. Januar, um 9.15 Uhr statt.

2. Am Samstag, 9. Januar, wird der Gepäck­marsch für das HI. - Leistungsabzei- ch e n abgenommen. Antreten mit Tornister um 20.15 Uhr am Bann.

Zum ersten Mal im neuen Zahr'

Einkopfsonnlag im Gau Hessen-Nassau.

NSG. Alles, was man in den ersten Tagen eines neuen Jahres verrichtet oder anpackt, bekommt eine besondere Bedeutung.- ,Zurn ersten Male im neuen Jahr!" Nun gibt es viel, was da zum ersten Male getan wird: der Ofen angesteckt, die Zigarre ge­raucht, die Schreibmaschine getippt, ein' Spazier­gang gemacht usw., und immer schließt sich diesem zum ersten Male" ein guter Vorsatz an. All diese zum ersten Male" sind bei den einzelnen Men­schen verschieden; eine Hausfrau wird zum ersten Male im neuen Jahr sicher etwas anderes tun und verrichten, als der Professor der Universität. Etwas

Kein brennendes Streichholz oder glimmenden Tabakreft achtlos wegwerfen, vorher löschen! Im Bett nicht rauchen!

Glühende Kohlen nicht von einem Ofen zum anderen tragen!

Brennmaterial nicht unmittelbar am Ofen stapeln!

Vom Oberbefehlshaber des Heeres ist angekün- digt worden, daß Meldungen von Freiwilligen für den Eintritt in das Heer am 1. Oktober 1937 nur noch bis zum 15. Januar 1937 entgegengenom- men werden. Seitdem häufen sich bei den militäri­schen Dienststellen Anfragen über Anfragen. Fast alle beziehen sich auf Zweck und Ziel dieser Frei­willigkeit und auf die hierzu einzuschlagenden Wege. Die folgenden Zeilen sollen daher die am häufig­sten auftretenden Irrtümer klären und den Weg weifen, der bei der Meldung als Freiwilliger zu beschreiten ist.

Zunächst das Wichtigste: die Erhaltung der Frei­willigkeit für Meldungen zum Heeresdienst be­schränkt sich nicht auf diejenigen, die Berufs­soldaten werden wollen. Im Gegenteil, diese Einrichtung hat in erster Linie den Zweck, allen vorwärts strebenden jungen Deutschen Gelegenheit zu geben, den Zeitpunkt für Arbeits­dienst und Wehrdienst s e l b st zu wählen. Sie haben dadurch den Vorteil, ihre ganze künftige Be­rufsentwicklung im voraus zu übersehen und ein­teilen zu können. Den Wunsch hierzu haben zweifel­los die strebsamsten und leistungsfähigsten jungen Männer. Es liegt also im Rahmen der Anerken­nung des Leistungsprinzips, daß durch Beibehal­tung des Freiwilligensystems die Möglichkeit ge­schaffen wurde, diese Wünsche zu berücksichtigen.

Bei der terminmäßigen Einziehung der Wehr­pflichtigen ist es technisch unmöglich, Einzelwünsche zu berücksichtigen. Ja, es läßt sich nicht einmal ein­richten, daß Arbeitsdienst und Wehrdienst immer hintereinander abgeleistet werden können. Pausen von X bis 1^ Jahren zwischen Arbeitsdienst und Wehrdienst sind ebenso möglich, wie es anderseits durchaus ungewiß ist, ob z. B. ein Wehrpflichtiger des Jahrganges 1916 im Jahre 1937, 1938 oder 1939 eingezogen wird. Von allen diesen Ungewiß­heiten kann sich der Freiwillige befreien. Und des­halb hat das Heer zwar nicht denEinjährigen", wohl aber den Freiwilligen beibehalten.

Was tut nun der junge Deutsche, der die Dinge nicht auf sich zukommen lassen, sondern seine Zu­kunft selbst gestalten will, um Freiwilliger zu werden?

1. a) Nichtgemusterte Bewerber beantragen per­sönlich bei der für ihren Wohnsitz zuständigen Poli­zeibehörde die Ausstellung eines Freiwilligenscheins zum Eintritt in den aktiven Wehrdienst;

b) bereits Gemusterte die Ausstellung eines poli­zeilich beglaubigten Auszuges über Seite 1, 3 bis 5 des Wehrpasses. Formulare sind bei den polizei­lichen Meldebehörden erhältlich. Wehrpaß ist mitzu­bringen.

2. Die Meldung zum freiwilligen Eintritt erfolgt dann grundsätzlich bei dem Truppenteil, bei dem der Bewerber eintreten möchte. Dem Gesuch sind beizu- fügen:

a) Freiwilligenschein oder beglaubigter Auszug über Seite 1, 3 bis 5 des Wehrpasses;

b) ein Lebenslauf;

c) zwei Paßbilder in bürgerlicher Kleidung ohne Kopfbedeckung, nicht in Uniform (Größe 3,7X5,2).

3. In der Regel werden Freiwillige nur bei Trup­penteilen in der Nähe des Wohnsitzes eingestellt.

4. Wer sich nicht bald meldet, läuft Gefahr, daß seine Wünsche auf eine bestimmte Waffengattung, einen bestimmten Standort, jo sogar auf Beginn seiner Dienstzeit (Arbeitsdienst 1. April, Wehrdienst 1. Oktober 1937) nicht mehr berücksichtigt werden können. Dabei sei gleich darauf hingewiesen, daß die Infanterie, sowohl nach der Zahl der Stand­orte und nach Verschiedenheit der Bewaffnung, am meisten Aussicht für die Erfüllung der einzelnen Wünsche bietet. Die Infanterie ist auch heute die vielseitigste und dem soldatischen Wesen am meisten entsprechende Waffengattung. Der Infanterist der Gegenwart und Zukunft muß gleichermaßen Sports­mann, Waldläufer, Jäger und Schütze sein. Die Infanterie braucht aber nicht nur Männer, die gut zu Fuß sind und gut schießen können, sondern sie wird auch allen technischen Neigungen gerecht, denn sie hat für ihre verschiedenartigsten Waffen ebenso Bedarf an Kraftfahrern, an Soldaten mit Verständ­nis für Funktechnik und Artillerie, wie an Män­nern, die mit Pferden umgehen können. Bei Ka­vallerie, Artillerie und Pionieren sind aber eben­falls noch Stellen frei.

5. Zweckmäßigerweise meldet sich freiwillig, wer vor Beginn seiner Ausbildung für einen Lebens­beruf feiner Wehrpflicht genügen will, wer anstrebt, später Offizier d. B. zu werden, wer anstrebt Unter­offizier zu werden, wer auf Grund seiner Berufs­ausbildung als Spezialist in der Truppe in Frage kommt.

6. Weitere Auskunft erteilen die Annahmestellen der Truppenteile und Wehrmeldeämter. Das zu­ständige Wehrmeldeamt ist bei der polizeilichen Meldebehörde zu erfragen. Einstellungsanträge bet höheren militärischen oder staatlichen Dienststellen sind zwecklos. Sie verzögern nur die Bearbeitung zum Nachteil des Bewerbers.

Alles in allem: Wehrmacht, Staat und Bewegung erkennen auch an der Meldung als Freiwilliger, ob ein junger Deutscher Tatmensch ist oder werden will. Auch hier liegt eine Auslese, über die in diesem Fall aber der einzelne noch selbst entscheiden kann.

Violinkonzert in a-moll, Werk 82; Moderato; An­dante sostenuto; Allegro; Richard Strauß, Tod und Verklärung, Symphonische Dichtung, Werk 24. Das Konzert findet als 15. Vorstellung der Frei­tag-Miete und als 4. Abonnementskonzert des Gie­ßener Konzertvereins statt. Es beginnt um 20 Uhr und endet um 22 Uhr.

Einmalige Wiederholung

von Rainer Maria RilkesDie weiße Fürstin".

Die Intendanz des Stadttf>eaters Gießen hat sich entschlossen, um vielfachen Wünschen des Publikums gerecht zu werden, eine einmalige Wiederholung der Uraufführung von Rainer Maria RilkeDie weiße Fürstin", die bei Publikum und Presse ein großer Erfolg wurde, anzusetzen. Die Aufführung findet am Sonntag, 17. Januar, vormittags 11.30 Uhr, statt.

Gesellschaft Ciebig-ZUufeum.

Am kommenden Sonntag, 10. Januar, 11.30 Uhr, außerordentliche Mitgliederversammlung mit Vor­trag von Prof. Dr. Behaghel im Hörsaal des Liebig-Museums. (Siehe heutige Anzeige.)

Sladtlhealer Gießen.

Heute abend findet dasZweite Orchesterkonzert" mit dem verstärkten Städtischen Orchester fffckr der Leitung des Professors Dr. Temesvary statt. Als Solist wurde der große Meister der Geige, Georg Kulenkampff, Berlin, verpflichtet. Das Programm setzt sich aus folgenden Werken zusam­men: Robert Schumann, Erste Symphonie in B-dur, Werk 38; Andante un poco maestoso, Allegro molto vivace; Larghetto; Scherzo (Molto Vivace); Allegro animato e graziöse; Glasunosf,

in Anzeigen- ?n Inhalt der 136: 11250. Ms- Buch­sämtlich in einschließlich Tten 15

b Tamsiagg . mehr.

i 1935 gültig.

im Lange.

die Bilder:

9. Auch in leere Benzingefäße niemals mit nem Licht hineinleuchten!

10. Leuchtgas ist giftig und brennbar!

11. Bei Gasgeruch kein offenes Licht anzünden,

5. Wäsche u. a. nicht zu dicht am Ofen ttocknen!

6. Vor der Feuerungstür keinen Teppich hinlegen ober Kohlenkasten aufstellen!

Schlüssel bereithalten!

Mieter und Verdunkelung.

Die Polizeidirektion Gießen übermittelt uns die­sen vom Reichsluftschutzbund zur Verfügung ge­stellten Artikel. D. Schriftltg.

*7* In allen Stadtteilen hat der Reichsluftschutz­bund in den letzten Monaten kleinere und größere Verdunkelungsübungen veranstaltet. Ueberall sind die Amtsträger und Helfer des Bundes aufklärend und anregend tätig gewesen. Die am 13. Januar stattfindende, die Stadt und den Kreis Gießen um­fassende Derdunkelungsübung ist vorbereitet. Eure Ausgabe, Gießener Mieter, ist es jetzt, die letzte Hand anzulegen, damit am Abend des 13. Januar die Abblendung der Fenster rasch, zweckmäßig und einwandfrei erfolgen kann. Legt das notwendige Material wie: Decken, Filz, dunkle Stoffe, Holz­rahmen mit Pappe zurecht! Besorgt euch rechtzeitig die fehlenden Sachen! Wartet nicht bis zum letzten Augenblick! Haltet euch genau an die erlassenen Vorschriften! Vergeßt nicht, daß im Ernstfall eine lückenlose Abwehrfront gegen Luftangriffe erst dann besteht, wenn in jeder Familie richtig verdunkelt

Ich melde mich freiwillig!

Richtlinien für den Eintritt in das Heer. Letzter Termin 15. Januar 1937.

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aber ist für alle von der größten Bedeutung, ganz gleich, ob Hausfrau, Arbeiter oder Schulmädel, etwas werden alle Deutschen am nächsten Sonntag im neuen Jahr mit besonderer Freude und Bedeu­tung erleben:Der erste Eintopfsonntag im Jahr 19 37".

Der Gau Hessen-Nassau ist sich darin bis ins kleinste Dorf einig, daß dieser erste Eintopfsonntag ein ganz großer Erfolg werden muß. Mögen auch die Geldbeutel durch die vielen hinter uns liegen­den Feiertage schmal geworden sein, alle Volksgenos­sen unseres Gaues werden alle verfügbaren Groschen dem ersten Eintopf im neuen Jahr spenden, mit dem guten und festen Vorsatz, im neuen Jahr noch mehr und noch reichlicher zu spenden als im vergangenen Jahre!

Bewahrt das $euer. ..!

Richtlinien zur Verhütung von Brandschaden.

Von der Städtischen Branddirektion Gießen wer­den folgende beherzigenswerte Ratschläge mit­geteilt:

Sfanffort

"-r So», *

in

®°6e über L uns Ad. ^Schnee. SalN auf. "Ach hei. ÄS h keineswegs AHt heiter 6kvst, Winde ölfung.

Eagg 6,8 . S-fonuar, Minimum mn in zehn 4'1 ®rab, NledersGge 1-5 Stunden.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Bummel vor den Toren.

Selbstverständlich: im Sommer gehört es dazu, daß man ein wenig ins Grüne geht. Am Sonntag vor allem, oder schon am Sams'tagnachmittag. Die Sonne scheint, der Himmel ist leuchtend blau und über den grünenden Feldern zwitschern unermüdlich die Lerchen. Ja, im Sommer ist ein Gang vor die 1 Tore der Stadt überaus verlockend. Aber jetzt im i Winter? Und ganz und gar im Januar? Mit Ver­laub: haben wir eigentlich Winter? Manchmal | streicht die Luft wie mit zarter, weicher Hand das ! Strauchwerk in den Anlagen.Das ist nicht gut", ! sagen unsere erfahrenen Mitbürger und schütteln mißbilligend die Köpfe. Aber wenn es regnet oder dicke Nebelschwaden wie Gespenster der Trostlosig­keit durch die Straßen ziehen, ist es auch nicht gut Gut wäre es erst, wenn die Eisblumen an den ; Fenstern blühten und in der Morgenfrühe das Waschwasser in der Schüssel den bekannten winter­lichen Festigkeitsgrad aufweisen würde.

Vielleicht wird es gar nicht mehr lange dauern und der himmlische Wettermacher schickt uns mehr Kälte und Schnee, als wir ertragen mögen, und dann ist es wieder nicht recht. Man soll deshalb die Feste feiern, wie sie fallen und auch im Januar ge- troft einen Gang vor die Tore machen. Es muß nicht immer ein Osterspaziergang sein. Man fühlt sich angesichts des Blickes auf die freiere Landschaft beschwingt und tatenfroh. Und freudig erregt setzt man sich in Bewegung, wandert an der baumbe­standenen Straße entlang, atmet die frischere Luft und sieht das Bild der ziehenden Wolken wie in einem weit ausgespannten Rahmen. Es ist ein köst­liches Gefühl, in dieser Jahreszeit auf einer solchen Wanderung- zu sein, die den Geist frischer macht und neue Lebensgefühle weckt.

Gewiß, die Landschaft ist nicht so farbig wie im Sommer und entbehrt das reizvolle Lichterfun­keln an Blatt und Strauch, die Süßigkeit duften­der Blüten und die Schönheit des Schwalbenflugs. Aber auch sie trägt ein Gesicht, da anziehend wirkt und in der Kantigkeit feiner Linien viel Leben ver­rät. Da stehen die Bäume mit ihren kahlen Zwei­gen wie wackere, kampferprobte Recken, die die Streiche nicht fürchten, da wächst am Feldrain der Heckenbufch, der wie eine kleine Trutzburg alles beschirmt, was in ihm Zuflucht sucht. In gleichmä­ßigen Linien sind die Felder der Erde gefurcht, und wo die Wintersaat keimt, drängt sich frisches Grün unerschrocken hervor. Ein Meisenschwarm wandert zu deiner Rechten, links siehst du eine Hasenspur, und fern am Horizont ziehen krächzende schwarze Win­tervögel: die Krähen.

Wandre zwei Stunden lang vor den Toren der Stadt und du wirst beglückt die Wahrnehmung machen, daß deine Augen blanker geworden sind und daß dein Beobachtungsvermögen schärfer wurde. Ein Gang ins Freie ist zu jeder Jahreszeit ein kör­perlicher und seelischer Gewinn. Auch jetzt, ober vielleicht gerabe jetzt in diesen Januartagen.

H. W. Sch.

Dorrwiizen.

Tageskalender für Freikag.

Stadttheater: 20 bis 22 Uhr, Zweites Orchester­konzert des Konzertvereins; Solist: Georg Kulen­kampff. Gloria-Palast, Seltersweg:Das Hof­konzert"; Nachtvorstellung: 23 Uhr,Eine Frau ver­gißt nicht". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Port Arthur".

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Lichtspielhaus.

Dieser Stoff muß in jüngster Zeit sozusagen in der Lust gelegen haben wie andere literarische und besonders historische Stoffe auch: mehrfach war in den vergangenen Monaten das fast gleichzeitige Erscheinen doji Büchern zu beobachten, die ganz unabhängig voneinander dasselbe oder ein sehr ähnliches Thema behandelten; auch mit dem rus­sisch-japanischen Krieg befassen sich zwei erst kürzlich herausgekommene Werke; eines davon ist dem berühmten japanischen Admiral Togo gewid­met, das andere (seinerzeit bei uns besprochen) stammt von Frank Thieß und heißtTsushima. Roman eines Seekrieges". Der FilmPort Arthur" geht ebenfalls auf eine literarische Vorlage zurück, einen Roman von Pierre Frondaie, dem das Drehbuch von Hans Klaehr und Kurt Heuser zugrundeliegt. Der Kampf um Port Arthur, der mit der Einnahme der Festung durch die Japaner tue entscheidende Wendung im fernöstlichen Kriege her­beiführte, steht im Mittelpunkt des Geschehens. Der Krieg zu Wasser und zu Lande ist filmisch mit einer erstaunlichen Realistik und Intensität ersaßt, mit einem enormen Einsatz von Menschen und Mate­rial in weiter Landschaft und auf offener See. Das ist an sich schon ein imponierendes, fesselndes und vielfältig bewegtes Bild, aber der Kampf wurde chon däfnals nicht nur mit Divisionen und Kriegs­chiffen, mit Geschützen und Reiterei geführt, son- >ern auch mit anderen, stilleren, aber ebenso ge­fährlichen und nicht minder tödlichen Waffen: die japanische Spionage in Port Arthur und der rus­sische Abwehrdienst führen zu gleicher Zeit einen erbitterten Krieg im Dunkel gegeneinander, und auf diesem, für den oberflächlichen Beobachter kaum sichtbar werdenden Kriegsschauplatz erfüllt sich (wo­rauf es hier ankommt, da es sich nicht um eine hi­storische Reportage, sondern in erster Lime um einen Spielfilm handelt) vor weltgeschichtlichem Hintergründe das Schicksal einiger wenigen Men­schen hüben unb brüben unb zwischen ben Fronten. Daß bas kleine Schicksal bieser Wenigen im.Ent- scheibungskampf zweier großen Nationen im Grunde' belanglos bleibt unb verschwinbet, steht hier, im Film, nicht zur Diskussion; auch spiegelt es sich ja eben in jenem größeren unb konnte sich m solcher Zuspitzung bes Konflikts nur an diesem Kampfe entzünden: ein russischer Marineoffizier hat eine junge Japanerin (aus Liebe) geheiratet, deren Bruder, japanischer Offizier, als chinesischer Diener verkleidet, in Port Arthur spioniert. Man sieht, gefährlichster Konfliktstoff ist, sozusagen hochent­

ten Sturm der japanischen Regimenter nicht mehr zu halten. Und auch der verzweifelte Durchbruchs­versuch des Torpedobootes mißlingt: es wird von den japanischen Kreuzern eingekreist und, ehe es mit seiner kostbaren Fracht in deren Hand fallen kann, vom Kommandanten versenkt: er geht unter mit seinen Leuten ... und mit seiner Frau, die das in See gehende Boot im letzten Augenblick zu er­reichen vermochte und sich im Tode noch einmal zu ihrer Liebe und zu dem neuen unglücklicheren Vaterlande bekennt.

Man wird schon dieser andeutenden Beschrei­bung entnehmen können, was das für eine hoch- dramatifche, spannende, erregende Handlung ist, die, ganz filmisch entwickelt, keinen toten Punkt aufweist und den Zuschauer in raschem Schauplatz­wechsel unmittelbar in öie Erbitterung des militä­rischen Kampfes und in das zermürbende Ent­weder Oder im Schicksal der Dordergrundgestal- ten hineinzwingt. (Bildregie: Nicolas Farkas; Dialogregie: Josef Gielen.) Die darstellerisch le- benbigfte, am meisten durchgeformte und ergiebigste Figur ist die von Karin Hardt gegebene Pouki: auch im Außenbilde überraschend geschickt verwan­delt, eine kleine, zarte, liebende Frau mit einem tapferen Herzen, selbstlos zu jedem Opfer bereit. Wohlbrück gibt den Marineoffizier Boris: ruhig und gesammelt, sympathisch und männlich im Kampf zwischen Pflicht und Neigung. Ausge­zeichnet, nicht nur in der faszinierenden Maske, Rens D e l t g e n als der von wilder Entschlossen­heit, leidenschaftlicher Vaterlandsliebe und Todes­verachtung beseelte japanische Nachrichtenoffizier. Ein paar sehr starke, unmittelbar lebendige und zwingende Szenen werden ganz beherrscht von Paul Hartmann, der mit dem vollen Einsatz feiner darstellerischen Persönlichkeit den Leiter des russi­schen Geheimdienstes verkörpert. (Tobis Europa.)

Im Beiprogramm sieht man die Fox-Wochen- schau und einen reizvollen KulturfilmHamburg und Altona" mit guten und charakteristischen Auf­nahmen. Thyriot.

dod)fd>u(nod>rid)ten

Zu korrespondierenden Mitgliedern der Philo­sophisch-Historischen Klasse der Preußischen Akademie der Wissenschaften wurden gewählt die Historiker Professor Dr. Edmund Stengel, Direktor des Historischen Seminars an der Universität Mar­burg, Professor Dr. Gerhard Ritter an der Universität Freiburg i. Br., und Professor Dr. Hans Hirsch an der Universität Wien.

Was geschieht, wenn man ein Glas Wasser trinkt? Der Vorgang ist sehr viel verwickelter als man sich ihn gemeinhin vorstellt. Bisher galt die Mei­nung, daß das durch die Speiseröhre'und den Ma­gen gelangte Wasser dieMagenstraße", die aller­dings längst fragwürdig geworden ist, entlang in den Darm geleitet, dort aufgesogen wird, das Blut verdünnt, von den Nieren abfiltriert und dann aus- geschieden wird. Daß diese einfache Annahme un­vollständig und auch nur beschränkt richtig ist, führte H. Marx in einem Vortrag auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft von Bäder- und Klima­heilkunde in Würzburg aus, über den die Wochen­schriftHippokrates" berichtet. Wenn ein gesunder Mensch nüchtern einen Trunk Wasser von etwa einem halben Liter zu sich nimmt, befindet sich, etwas verschieden je nach der Temperatur des Was­sers, nach 15 Minuten noch etwa die Hälfte und nach 30 Minuten noch etwa ein Viertel im Magen. Es findet also eine innige Berührung mit der Ma­genschleimhaut statt, und dadurch ist ein starker Anreiz für die Saft-, Säure- und Fermentproduk- tion des Magens gegeben. Die Aufsäugung des Was­sers im Darm ist in weitem Maße unabhängig vom Wasserbedarf des Organismus. Durch die Pfort­ader geht das aufgenommene Wasser zur fieber, die der erste Wasserspeicher ist, man hat bei Säug­lingen im Röntgenschatten die Vergrößerung der fieber nach dem Trinken beobachten können. Von hier aus wird das Wasser dem Blut weitergegeben, und zwar wieder unabhängig von der Trinkmenge; es ist also gleichgültig, ob es sich um ein Viertel oder um zwei Liter Wasser handelte. Die Bewe­gung des Wassers ins Blut verläuft in mehreren stark ausgeprägten Wellen, die weniger von der Menge und Zusammensetzung des Trunkes, als von dem jeweiligen Stand des Wasser- und Salzhaus­haltes des Menschen abhängen. Das Blut stellt durch sein Plasma den wichtigsten Wasserspeicher des Körpers dar, der bei Wassermangel stets zuerst herangezogen wird und bei Ueberfluß den Umschlag­hafen bildet, aus dem das Blut in andere Speicher oder zu den Ausscheidungsorganen hingeleitet wird. Das Speicherorgan mit der größten Fassungskraft ist die quergestreifte Muskulatur. Auch die Haut spielt hierbei ihre wichtige Rolle; sie ist zudem ein beträchtlicher Wasseroerbraucher und bedarf zu ihrer Aufgabe der Wärmeregulierung nicht unbedeuten­der Wafsermengen. Wenn man die Vorgänge im Wasserhaushalt des Körpers betrachtet, so muß man zur Annahme einer übergeordneten Regelung kom­men, die alle einzelnen Geschehnisse sinnvoll in das fieben des Organismus einordnet.

zündlich, auf engstem Raum, am Brennpunkt der Entscheidung zusammengetragen. Die Japanerin schwankt zwischen der Liebe 'zum Bruder und der Liebe zu ihrem Manne, sie steht zwischen den Fron­ten, zwischen Japan und Rußland gleichsam, preis­gegeben mit zitterndem Herzen, sie wird, unschuldig oder doch nur wider Willen und aus Liebe schuldig, des Verrates angeklagt, der das Schicksal der Fe-

Karin Hardt als Pouki.

stung besiegelt. Ihr Bruder fällt unter den Kugeln der russischen Exekutionsabteilung. Ihr Mann, schwer getroffen durch den auf seiner Frau lastenden Verdacht und selbst schon an ihr zweifelnd, er­hält in letzter Stunde, kurz vor der Kapitulation, den Auftrag, mit seinem schnellen Torpedoboot die japanische Blockade zu durchbrechen und die Fah­nen der russischen Regimenter von Port Arthur in Sicherheit zu bringen; zu spät: der Japaner hatte, kurz bevor man ihn fing, entscheidendes Material in die Hände bekommen und den Seinen zuleiten können. Port Arthur ist nach der nun einsetzenden schweren Beschießung und gegen den groß angeleg­

putzt schnell