Nr. 182 Erstes Matt
187. Jahrgang
Samstag. 7. August 1057
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Oer Nichteinmischungsausschuß vertagt sich.
Moskau hält feinen Widerspruch aufrecht.
Oer englische plan blecht weiter Grundlage der Erörterung.
London, 6. Aug. (DNB.) Lord Plymouth erklärte in der Freitag-Sitzung des Hauptunterausschusses des Nichteinmlschungsausschusses, er habe festgestellt, daß die in der letzten Sitzung zu Tage getretenen Schwierigkeiten Noch nicht behoben worden seien, doch daß allgemein der Wunsch bestehe, den englischen Plan nicht endgültig zu Fall zu bringen. Deshalb bitte er darum, es ihm weiterhin zu überlassen, Wege und Mittel zu finden, um die Schwierigkeiten zu überwinden. In der Zwischenzeit könne man das Hauptamt für Nichteinmischung mit der Aufgabe betrauen, eine Ueber- prüfung der bisherigen Arbeiten des Kontrollapparates zu veranstalten und hierbei auf die Schwierigkeiten des bisherigen Systems hinzuweisen sowie praktische Vorschläge zu einer Verbesserung der Kontrolle auf Grund der praktischen Erfahrungen des Ausschusses zu machen. Ein solcher Bericht würde auch die Möglichkeit geben, auf ihn zurückzugreifen, falls der britische Plan sich nicht in seinen vollen Ausmaßen zur Zeit verwirklichen lasse.
Der sowjetrussische Vertreter hielt seinen in der letzten Sitzung des Ausschusses dargelegten ablehnenden Standpunkt aufrecht und versuchte seine schlechte taktische Lage dadurch zu erleichtern, daß er an den portugiesischen, den italienischen und den deutschen Vertreter die Frage stellte, ob sie zu einer sofortigen Zurückziehung der Freiwilligen aus der Feuerlinie bedingslos bere:i seien. Der französische Vertreter überging dieses durchsichtige Manöver des sowjetrussischen Vertreters und beschränkte sich darauf, Aufklärungen technischer Natur über den von Lord Plymouth vorgebrachten Vorschlag zu erbitten.
Der deutsche Vertreter sagte, daß sich durch die Erklärung des sowjelrussischen Vertreters nichts geändert habe und daß auch nichts durch die Fragen geändert werden könne, die er an einzelne Vertreter gerichtet habe. Der deutsche Vertreter fügte hinzu, daß die einseitige Ueberwachung zur See nicht viel länger mehr fortgesetzt werden könne. Lord Plymouth sagte, daß zweifelsohne diese Frage in dem Bericht behandelt werden würde, den, wie er angeregt habe, der Unterausschuß von den beiden Hauptbeamten des Richteinmi- fchungsamtes anfordern solle. Der deutsche Vertreter erklärte, daß er unter diesen Umständen mit dem Vorschlag des Vorsitzenden e i n - verstanden sei.
Der portugiesische Vertreter führte bann aus: Der Sowjetoertreter fragte, ob die portugiesische Regierung bereit sei, bedingungslos der sofortigen Zurückziehung aller ausländischen Freiwilligen aus der Feuerlinie und der etwaigen Zurückziehung aus Spanien zuzustimmen. Wir dürfen nicht vergessen, daß der britische Plan aus einer Reihe von Grundsätzen besteht, die untrennbar z u s a m m e n g e h ö r e n. Die Annahme der Zurückziehung der Freiwilligen, so, wie sie meine Regierung sieht und so, wie sie im britischen Plan aufgeworfen wird, hängt von der Annahme aller anderen Teile des britischen Planes ab.
Die portugiesische Regierung ist der Meinung, daß es ohne die Zugestehung von Kriegführenden-Rechte und ohne Sicherheiten für die ehrliche und vollständige Durchführung der Zurückziehungs-Vorschläge durch Valencia sehr schwierig sein wird, die Empfehlungen zur Zurückziehung der Freiwilligen, die In dem Bericht des technischen Unterausschusses enthalten sind, zu verwirklichen. Sie wird jedoch keine Einwände zu dem Vorschlag erheben, wenn er von beiden Seiten in Spanien angenommen wird. Wir betrachten die Zurückziehung der Freiwilligen als im Rahmen des Vlanes liegend. Die von dem Sowjetbotschafter gestellte Frage bringt das Problem auf eine Grundlage, die bisher noch nicht in Erwägung gezogen worden ist. Diese Grundlage steht nicht zur Beratung.
Der italienische Vertreter erklärte darauf, es sei schwerlich notwendig auf die Frage des Sowjetbotschafters zu antworten. Er halte es aber für wünschenswert, zu erklären, daß der Ausschuß den Plan Englands berate und nicht irgend einen Sowjetplan. Italien habe bedingungslos die drei Punkte des § 7 dieses Planes bezüglich der Zurückziehung ausländischer Staatsangehöriger a n - genommen, vorausgesetzt, daß alle anderen Mächte alle anderen Teile des britischen Planes an- nähmen einschließlich selbstverständlich der Zugestehung der Kriegführenden-Rechte, die nach dem britischen Plan den Zweck verfolgt, „die Politik der Nichteinmischung wirkungsvoller zu gestalten." Wenn der Moskauer Regierung wirklich die Zurückziehung der Freiwilligen so am Herzen liege, so würde sie nicht in dieser Frage Einwendungen gegen die Annahme des § 3 bezüglich der Zugestehung der Kriegführenden-Rechte, der einen
wesentlichen Teil des englischen Planes darstellt, erheben.
Der deutsche Vertreter schloß sich dem allgemeinen Standpunkt des portugiesischen und des italienischen Vertreters in ihren Erklärungen an. Lord Plymouth meinte daraus, es würde fruchtlos sein, die Aussprache unter diesen Umständen fortzusetzen. Wie er in seiner Eröffnungserklärung dargelegt habe, befasse sich her Ausschuß mit dem englischen Plan, und dieser Plan stehe oder falle als ein Ganzes. Es wurde hierauf der heutige Vorschlag von Lord Plymouth angenommen, die Vertagung des Ausschusses beschlossen und die Wiedereinberufung des Ausschusses dem Vorsitzenden überlassen. In diplomatischen Kreisen rechnet man damit, daß die nächste Sitzung des Ausschusses frühestens in vierzehn Tagen bis drei Wochen stattfinden wird.
preffeflimmen
aus Paris und London.
London, 7. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Morgenpresse sagt, daß angesichts der intransigenten Haltung Moskaus eine Vertagung notwendig geworden ist und gibt der Erwartung Ausdruck, daß es in der Zwischenzeit gelingen möge, eine bessere Vereinbarung zustande zu bringen. Die „Times" schreibt, es gäbe Gelegen-
London, 7. Aug. (DNB.-Funkspruch.) Nach Meldungen aus Algier sind am Freitag nicht nur ein britisches und ein italienisches Frachtschiff, sondern auch ein französischer Dampfer durch mehrere geheimnisvolle Flugzeuge, deren Zugehörigkeit immer noch nicht festgestellt werden konnte, bombardiert worden. Bei dem französischen Schiff handelt es sich um die „Djebel Amour" (2900 Tonnen), die ebenso wie die beiden anderen Schiffe etwa 30 Meilen nordwestlich von Algier von den Flugzeugen angegriffen wurde. Daily Telegraph meldet: Während die Angriffe auf das englische und das französische Schiff keine Opfer gefordert hätten, sei der Kapitän des italienischen Schiffes durch Lungenschuß verwundet worden. Ein an Bord befindlicher holländischer Kontrollbeamter habe eine Armverletzung davongetragen. Zahlreiche Schrapnellsplitter seien auf das Deck des britischen Schiffes gefallen. Als die Besetzung versucht habe, sich in die Boote zu begeben, seien die Flugzeuge tiefer heruntergekommen und hätten die Besatzung mit Maschinengewehren beschossen, so daß sie sich in Deckung begeben mußte. Dabei habe ständig die Gefahr der Explosion durch einen Voll-
Salamanca, 6. Aug. (DNB.) General Franco hat ein Dekret unterzeichnet, welches den organischen Aufbau der neuen S t a at s - partei Falange Espanola Tradicionalista y de las Jons festlegt. Im Parteiprogramm wird festgestellt, daß diese Partei die Grundlage des neuen spanischen Staates barjteut. Die Partei verkörpert diejenige Disziplin, durch Die das Volk geschlossen und geordnet 3um Staat wird und durch die der Staat dem Volk die Tugenden des Dienstes an der Gemeinschaft, der Brüderlichkeit und der Unterordnung eingibt. Zur Erreichung dieses Zweckes werden die Tr adi ti o n al t- stische Gemeinschaft (Carlisten) als Garantie für die Weiterführung der historischen Lime und die Falange als berufene Formgeberin der nationalen Revolution zu einer einzigen Kraft z u - sammengefaßt.
lieber die Milizen sagt das Dekret, daß sie im Kriege wie in Friedenszeiten den Dienst der Falange zu vertreten haben und den Schutzwall aeqen den inneren Feind darstellen. Ben Oberbefehl über die Milizen hat der Führer der nationalfpanifdjen Bewegung Was d,e Ar bei- terorganifationen anbelangt, fo tmrö es der Partei zur Pflicht gemacht, die syndikalen gewerkschaftlichen Organisationen aufrecht zu erhalten und in Richtung auf das Staatsinteresse auszubauen Die ständige Vertretung des Nationalrates wird dem Politischen Ausschuß übertragen, her sich aus 12 Mitgliedern zusammensetzt, von denen sechs vom Nationalrat und die restlichen sechs vom Führer der Bewegung ernannt werden. Der Nationalrat tritt mindestens jährlich einmal am 17 Juli zusammen. Der Führer der Partei _ General Franco — verkörpert die absoluteste Autorität. Er ist lediglich Gott und der Geschichte verantwortlich. Ihm obliegt die Ernennung seines Nachfolgers. Dieses Dekret ist datiert vom 4. August 1937 mit dem Beisatz: Zweites Jahr des Triumphes.
heilen, wo es am besten sei, bas Tempo nicht zu forcieren, den Interessen des europäischen Friedens sei sicherlich am besten durch eine Fortsetzung der diplomatischen Besprechungen über Spanien gedient. Die „Moming Post" schreibt, der Widerstand der Sowjetregierung gegen die Rechte Kriegsführender an Franco sei ein Verhalten, das von den Mächten wie Deutschland und Italien, die bereits ihre Sympathien mit der Sache Francos erklärt und seinen diplomatischen Vertreter ausgenommen hätten, nicht geduldet werden könne. Man könne kaum die Schlußfolgerungen vermeiden, daß die Sowjetregierung irgendwelche Verschärfung der Kontrolle nicht wünsche.
In Paris mißt man der gestrigen Unterredung zwischen Chautemps und dem italienischen Botschafter mehr Bedeutung bei, als dem Ereignis in London. Botschafter Ceru11i soll bei der Begegnung die Ansicht zum Ausdruck gebracht haben, daß eine englisch-italienische Annäherung auch eine französisch-italienische A n - Näherung umfassen müsse. Das „Echo de Paris" begrüßt das, verfehlt aber nicht, einige Bedin- g u n g e n für bie Annäherung zu nennen, bei benen Mittelmeerfragen im Vordergrund stehen. „Epoque" meint, auf Grund der englisch-italienischen Annäherung sei seit einigen Tagen eine merkliche Entspannung festzustellen, die hoffentlich nicht durch die Ereignisse in China gefährdet werde.
treffer bestanden, da das Schiff eine Benzin- l a b u n g an Bord hatte.
„Daily Expreß" scyreibt in dieser Angelegenheit, daß die Bombardierung des britischen Tankdampfers „British Corpora!" durch drei unbekannte Flugzeuge in englischen Regierungskreisen ernst beurteilt werde. Sobald die Berichte der zuständigen Stellen eingelaufen seien, würden sie dem Ministerpräsidenten, der sich in Schottland befinde, und dem stellvertretenden Außenminister Lord Halifax übermittelt werden. Wenn festgestellt werbe, wer für den Angriff verantwortlich sei, werde ein scharfer Protest eingelegt werden. Möglicherweise werde man die B e st r a s u n g der beteiligten Flieger verlangen, sowie eine Schadenersatzforderung stellen. Besonders erschwerend sei der Umstand, daß das Schiff sich viele Meilen außerhalb der Hoh^its- gewässer befunden habe. Der Bomenbangriff aus der Luft ohne vorherigen Versuch, das Schiff aufzubringen, könne nicht gerechtfertigt werden. Nach britischer Ansicht seien Angriffe auf ausländische Schiffe außerhalb spanischer Hoheitsgewässer als Seeräuberei zu betrachten und erforderten Gegenmaßnahmen der Länder, deren Schiffe angegriffen worden seien.
Rote Willkür gegen Madrider Gesandtschastsflüchtlinge.
Chilenische Gesandtschaft von der Umwelt abgesperrt.
Paris, 6. Aug. (DNB.) Bezeichnend für die Haltung der sowjetspanischen Machthaber in humanitären Fragen, deren Lösung ihnen wiederholt dringend empfohlen wurde, ist eine Note der chilenischen Regierung, die den Generalsekretär des Völkerbundes darauf hinwies, daß die Lage der Madrider Gesandtfchaftsflücht- l i n g e trotz aller Zusicherungen in einer geradezu verzweifelten Weise verschärft hat. Bisher konn- tenten nur 197 Personen von vielen Tausenden abtransportiert werden. Zudem werden Vereinbarungen mit den Madrider Machthabern willkürlich umgestoßen mit der Begründung, „daß die Umstände sich geändert hätten". So wurde z. B. von der Gesandtschaft die Einwilligung erpreßt, die zu ihr Geflohenen mit Kriegsgefangenen g I ß i d) 3 u - setzen, um wenigstens auf dem Wege des Gefangenenaustausches mit der Nationalregierung, etwa über das Rote Kreuz, ihre Evakuierung zu ermöglichen. Auch diese Abrede wurde aber wieder umgeworfen. Aus allem gehe hervor, daß die Valencia-Machthaber die Gefandtschaftsflüchtlinae als Geiseln behandeln. Die Gesandtschaft sei im übrigen einer wahren Belagerung ausgesetzt. Täglich lagerten vor ihr wilde Horden, deren Haltung immer bedrohlicher w«»rde und einen Sturm auf das Gebäude befürchten ließe. Es werde eine heftige Pressekampagne entfesselt. Der elektrische Strom und das Trinkwasser wurden der Gesandtschaft ab geschnitten und schließlich auch die Telepbonleitung unterbrochen, so daß jede Verbindung verhindert wurde.
Ltrlaubsforgen eines Weltreiches.
Die große Politik wird in diesen Wochen nach alter Tradition in die Sommerferien geschickt. Aber wir wissen, das Leben der Völker sieht niemals still, es läßt sich auch von den steigenden Hitzegraden Des Thermometers nicht beeinflussen, und so haben wir am eigenen Leibe oft genug erfahren müssen, daß die politischen Kräfte stärker waren als diplomatische Gepflogenheiten und das menschlich sehr wohl verständliche Bedürfnis, die heiße Jahreszeit zu einer Zeit der Besinnung und Ruhe auszunuhen, sehr bald wieder zurücktreten mußte hinter den Erfordernissen des politischen Alltags. Wenn allerdings die Mitglieder des Londoner Nichteinmischungsausschusses besonders das Gefühl haben, eine Erholung zu brauchen und deshalb die britische Hauptstadt möglichst bald mit einem angenehmer temperierten Fleckchen Erde in der Heimat vertauschen möchten, so spricht hier sehr erheblich der Wunsch mit, bie Arbeitspause möge auch eine Entspannung der Gegensätze bringen, um deren Ausgleich man sich in den nun schon viele Wochen hin- schleppenden Verhandlungen vergeblich bemüht hat. Ob freilich diese Hoffnung nicht trügen wird, muß bei der Intransigenz Moskaus und der in Paris immer wieder spürbaren Neigung, gerade in der Spanien-Frage sich mit den Wünschen der Sowjets nicht in Widerspruch zu setzen, als höchst unwahrscheinlich gelten. Aehnliche Nebengedanken werden die leitenden Staatsmänner des Britischen Reiches wohl auch gehabt haben, als sie in diesen Tagen ihren traditionellen Sommerurlaub antraten, obwohl eine Reihe hoch bedeutsamer Probleme, wie die Aussprache mit Italien, der Teilungsplan für Palästina und die Krisis im Fernen Osten, zwar aufgerollt ist, aber sich noch in der Schwebe befindet. Keines von ihnen wird aber unbedingt ein längeres Aufeislegen vertragen können. Deshalb hat ja auch der britische Premierminister Chamberlain sich bereits angeboten, das Gespräch mit Mussolini über die angebahnte britisch-italienische Annäherung, die einen Ausgleich der Mittelmeerinteressen beider Nationen voraussetzt, auch von seinem Sommersitz aus fortzuführen.
Die Palästinafrage ist durch die Vorlage des Teilungsplans der königlichen Unterfuchungs- kommifsion zum Gegenstand lebhafter Erörterungen in der gesamten arabischen Welt geworden, obwohl England durch die vorherige Fühlungnahme in Kairo und Mekka auf beschwichtigende Einwirkungen hatte hoffen dürfen. Der Plan soll England ein für alle Male aus dem Dilemma helfen, in das es durch die allzu vielen und miteinander gänzlich unvereinbaren Versprechungen geraten ist, die es während des Weltkrieges einmal den Arabern gemacht hat, um sie zum Befreiungskriege gegen die mit Deutschland verbündeten Türken aufzukäschern, zum andern den Juden, um die jüdische Hochfinanz dem Geldbedarf der britischen Kriegführung dienstbar zu machen und die vom Weltjudentum maßgeblich beeinflußte öffentliche Meinung namentlich in Amerika vor den Wagen der alliierten Kriegsagitation zu spannen. Als man nach dem Kriege auf Einlösung der Versprechen drang, geriet England natürlich in eine arge Klemme. Schon aus dem den Arabern von dem britischen Obersten Lawrence verheißenen großarabischen Reich konnte nichts werden, da ihm die zwischen England und Frankreich getroffenen Ab- machungen über Syrien entgegenstanden, ganz abgesehen davon, daß eine solche Zusammenfassung aller arabischen Kräfte in einem neuen mohameda- nischen Großstaat den eigenen britischen Interessen auf wirtschaftlichem wie auf militärpolitischem Gebiet auf das schärfste widersprochen hätte. So benutzte man klug nach oft bewährter Taktik den Selbständigkeitsdrang der arabischen Stämme und die Eifersucht ihrer Fürsten, um statt des versprochenen einzigen Großreiches eine Reihe kleinerer Teilfürstentümer zu bilden, denen man nach eigenem Ermessen einen sehr verschiedenen Grad von Selbstständigkeit zubilligte.
Damit wurde es auch wesentlich leichter, für Palästina wenigstens eine Verlegenheitslösung zu finden, die den Arabern wie Juden gemachten Versprechungen gleichermaßen nachzukommen schien. Palästina wurde einfach britisches Völkerbundsmandat. Das entsprach natürlich in erster Linie dem eigenen britischen Interesse, denn nachdem man Syrien den Franzosen hatte überlassen müssen — wenn auch nur ebenfalls als Mandat —, mußte England alles daran gelegen sein, den wichtigen Hasen Haifa mit dem Ausgang der Erdölleitung aus dem Mossul- gebiet in seiner Hand zu behalten und zur Sicherung des Landweges über Bagdad zum Persischen Golf und nach Indien wie des Suezkanals sich in Palästina bas Recht auf die Unterhaltung von Garnisonen und Flugzeugstützpunkten zu wahren. Für beides bot die Mandatsform zweifellos eine geeignete Handhabe. Sie schien ferner am geeignetsten, den immer drängender sich äußernden Wünschen des Weltjudentums nach Errichtung eines zionistischen Staats zu entsprechen, ohne die Araber Palästinas allzusehr spüren zu lassen, daß die komvro- mitzlose Durchführung der berüchtiaten Balfour- Deklaration, die den Juden eine „jüdische Heimstätte im Gelobten Land" versprochen hatte, sie um ein von ihnen feit Jahrhunderten besiedeltes Land bringen würde. Aber in diesem Punkt hatte man in London die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Machten bislang die in Palästina ansässigen orientalischen etwa 60 000 Juden kaum 10 v. H. der im übrigen rein arabischen Bevölkerung aus, so strömten nun in das Mandatsland Palästina dank der Agitation des Zionismus und der Jewiih Agency in London alljährlich Zehntausende von Juden na»
Drei Schiffe verschiedenerAationalitäl im Mittelmeer von nnvekannlen Flugzeugen bombardiert.
England kündigt scharfen Protest an.
Das Programm der spanischen Aaiionalpartei.


