Schattplatten als Geschichtszeugen.
Das „Lautdenkmal rerchsheutscher Mundarten".
Von Or. Arthur Rathke.
Wc^s würden wir wohl heute darum geben, wenn uns beispielsweise Friedrichs des Großen Ansprache an seine Offiziere vor der Schlacht bei Leuthen nicht nur im Wortlaut, sondern auch im Klang seiner Stimme erhalten wäre? Man braucht nur diese Frage aufzuwerfen, um die ungeheure Bereicherung unserer Geschichtserkenntnisse zu erkennen, die'durch die Schallplatte geschaffen worben ist. Künftige Generationen werden es da leichter haben als wir. Der Rundfunk bewahrt in feinen Schallplattenarchioen die Heben per Staatsmänner unserer Zeit, die bedeutendsten historischen Ereignisse auf, und ein Geschichtsschreiber der Zukunft wird nur daraus zurückzugrelsen brauchen. _ .. ...
Eine Lücke bleibt freilich noch: die Frage nämlich, wie der Mensch aus dem Volkern unserer Zeit gelebt, gedacht und gefühlt hat. Gewiß sind Beiträge für die Beantwortung tiefer Frage ebenfalls in unseren Funkarchiven vorhanden. Aber da jeder, dessen Worte hier verewigt wurden, den Zweck der Aufnahme kannte, werden solche Schallplatten zumeist die Unbefangenheit vermissen lassen auf die der Forscher Wert legen muß. Für e i n Schallplttt- tendokument trifft dieser Einwand allerdings nicht zu- es ist das 300 Aufnahmen umfassende „Lautdenkmal reichsdeutscher Mundarten zur Zeit Adolf Eitlers", das der Reichsbund der Deutschen Beamten dem Führer und Reichskanzler zu feinem diesjährigen Geburtstag gewidmet hat. Die Sprecher, deren Worte hier festgehal- ten sind, wußten nichts von dem Zweck der Aufnahmen, glaubten vielmehr, daß sie lediglich einer wissenschaftlichen Aufgabe dienen sollten. Und so ist in diesem „Lautdenkmal über seinen eigentlichen Zweck als Geburtstagsgabe hinaus gleichzeitig ein historisches Dokument entstanden. , „ , ..
Da man die alte, wenig lebensnahe Methode früherer Forschungsversuche, die Mundartsprecher lediglich Sagen, 'Märchen oder Anekdoten sprechen zu lassen, nicht wieder aufnehmen wollte, mußte man die an den Aufnahmen Beteiligten aus der Fülle ihres eigenen Erleb ens sprechen lassen: und so spiegelt denn dies „Lautdenkmal" nicht nur die lebendige Sprache unserer Volksgenossen in allen Teilen des Vaterlandes wider, sondern vermittelt gleichzeitig einen tiefen Einblick in ihre Seele und damit auch in das historische Geschehen unserer Zeit. Man ist zu dem Bauern in Ost und West, in Nord und Süd, zu dem Fischer am Meer, dem Weingärtner am Rhein, zum Künstler und Handwerker, zum Arbeiter, Angestellten und Beamten gegangen und hat ihn von seinem Tun und
Treiben von seinem Fühlen und Denken reden lassen, nicht nach sorgsam abgewogenem Manuskript, sondern wie es ihm ums Herz war. Und wenn nun bei all ihren Aeußerungen, mag es sich um Erinnerungen aus der Vergangenheit oder um einen Bericht über ihre berufliche Tätigkeit handeln, im Unterton oder in bewußten Erleben immer wieder der Gedanke mitschwingt, wie anders es doch in Deutschland seit 1933 geworden ist: kann dann wohl der Hörer in Gegenwart oder Zukunft noch daran zweifeln, daß Adolf Hitler und der Nationalsozialismus wirklich ein neues Deutschland geschaffen hat? Ich möchte wohl den Unbelehrbaren jenseits des großen Teiches wünschen, daß sie sich diese oder jene Aufnahme des „Lautdenkmals" einmal anhören. . .. .
Man mag fragen, warum gerade die deutsche Beamtenorganisation auf den Gedanken gekommen ist, eine Sammlung der deutschen Mundarten dem Führer als Geschenk darzubringen. Dabei wird nicht die Antwort genügen, daß die großen ständischen Zusammenschlüsse unserer Zeit, nachdem die Fürsten verschwunden und die Mäzene doch recht dünn gesät sind, jenes Mäzenatentum nunmehr als eigene Verpflichtung übernehmen müssen. Gewiß mag auch dies eine Rolle bei diesem Entschluß gespielt haben, und gerade die Beamtenschaft hat ja in den letzten Jahren wiederholt bewiesen, daß sie sich dieser Pflicht bewußt ist. Der eigentliche Grund liegt aber wohl tiefer, nämlich im innersten Wesen der Arbeit der Beamten selbst und ihrem neugewonnenen Verhältnis zur Volksgesamtheit. Keine Beamtenarbeit kann ersprießlich sein ohne tiefinnerliches Verständnis für den Volksgenossen, für den der Beamte den Staat darstellt: Mittler dieses Verständnisses aber ist stets die Sprache, die der Mann aus dem Volke spricht. Mehr als andere muß daher der Beamte dem Volke „aufs Maul schauen", wie Luther es in seiner Bibelübersetzung getan hat. Es ist reizvoll zu sehen, daß einige Aufnahmen des Lautdenkmals selbst diese häufig verkannten Zusammenhänge aufdecken, etwa wenn der Landbriefträger aus Ostpommern erzählt, wie auch „schwierige Sachen schnell erledigt werden", wenn er plattdeutsch spricht, oder wenn ein Dorfschullehrer berichtet, daß sich für seine Kleinen die Märchen „in der Heimatsprache noch mal so hübsch anhören", und daß er die Scheu der kleinen Schulanfänger überwindet, indem er genau so spricht wie die Eltern daheim. Besser als je eins trägt also dieses Geschenk seine Begründung in sich. Es rührt an das innerste Wesen der Beamtenarbeit und kündet zugleich von der neuen Zielsetzung, die diese im Dritten Reich erfahren hat.
sich überraschenderweise auch keine genügende Thermik-Entwicklung einstellte. Alle Versuche schlugen jedoch fehl. So kam es, daß nur Tallandungen um die Wasserkuppe herum erfolgten.
In der Wertung führt Heini D i 11 m a r (Deutschland) mit 371 Punkten vor Hanna R e i t s ch (Deutschland), die es auf 331 Punkte brachte. Durch Ausfall des Höhenschreibers konnte bei der Bewer
tung des Hamburg-Fluges des polnischen Wettbe- werbs-Teilnehmers Mynarfki nur die
eine vorläufige Berücksichtigung finden, die ihm 301
Punkte einbrachte. _ „
Mit Freude haben es die Segelflieger auf der Wasserkuppe vernommen, daß die Meteoro ogen für die nächsten Tage wesentlich besseres Flugwetter erwarten.
>■.-
Von Der „Tour he France".
Durch seinen Husarenritt am Belchen gelang es dem deutschen Straßenmeister Bautz (Dortmund) einen gewaltigen Vorsprung zu gewinnen. Auf unserem Bilde sieht man Die Fahrer auf der Strecke von Metz nach Belfort an dem 1250 Meter hohen Belchen, an dem sich Bautz als ausgezeichneter Bergfahrer im Alleingang feinen großen Erfolg sicherte. — (Schirner-M.)
Erste Bergetappe der „Tour".
Bautz noch in Front.
Am Dienstag nahmen die 82 noch an der „Tour de France“ beteiligten Fahrer nach ihrem ersten Ruhetag in Genf die sechste Etappe von Genf nach Aix-les-Bains über 228 Kilometer in Angriff, die mit dem immerhin 1470 Meter hohen Col des Aravis auf den letzten 100 Kilometer gleich die erste chwierige Bergetappe war. Der deutsche Spitzenreiter Erich Bautz hat sich auch diesmal nicht von
feinem Platz verdrängen lassen und feine hervorragenden Qualitäten unter Beweis gestellt. Er traf mit einer von dem Belgier D e l o o r angeführten 26köpsigen Spitzengruppe ein und verlor somit keinerlei Zeit. Im Gegenteil: sein Vorsprung in der Gesamtwertung ist durch ein Mißgeschick Archam- baut)5 von 8:12 auf 10:27 Minuten angewachsen. Von den Deutschen ist der Dortmunder Schulten- johann auf der schweren fünften Etappe bereits ausgeschieden.
InlerndlihnalerSegelflufltoetibewerb in der Mn
SJL-tfpoit
Gute Besetzung beim Gießener Abenhsportfest.
Das heute abend auf dem Universitätssportplatz statt findende Abendsportfest wird die Leichtathletik- vereine unserer Stadt, also Spielvereinjgung 1900, VfB.-Reichsbahn und Männerturnverein, in Wettbewerb sehen. Außerdem ist in einigen Disziplinen auch die SA. vertreten. Da jeweils nur die Besten an den Start gehen/ wird man mit spannenden Kämpfen und hohem Leistungsnioeau rechnen können. Den Kern des Programms bilden die für die Klaffe B der Deutschen Vereinsmeisterschaft vorgeschriebenen Wettbewerbe, in denen die Leistungen der zwei Besten jeder Konkurrenz (nach der 1000- Punktwertung) für die Vereinsmeisterschaft herangezogen werden. An Läufen kommen hierfür 200 Meter, 800 Meter, 3000 Meter und 4X100-Meter- Staffel zum Austrag. In den Sprintstrecken werden ausgeglichene Felder, insbesondere zwischen 1900 und VfB.-Reichsbahn, vorhanden sein. In der Mittel- und Langstrecke sollten die Spielvereini- gungsleute in Front zu erwarten sein. Bei den Sprüngen dürfte es auf den guten Bahnen des Unioersitätsplatzes beachtenswerte Leistungen geben. Hier wird sich auch der Männerturnverein in ein gutes Licht zu rücken wissen.
In den Würfen wird das Können von Kilo (1900) und Luh (VfB.-Reichsbahn) ziemlich hoch über dem übrigen Durchschnitt liegen, aber trotzdem sind auch hier Ueberraschungen nicht ausgeschlossen. Es wäre zu hoffen, daß die Veranstaltung 6ei der Gießener Sportgemeinde guten Anklang finden und zu einer ständigen Einrichtung werden würde.
Erfolge hes Veitstalles der SA.-Gruppe Hessen.
NSG. Der Reitstall der SA.-Gruppe Hessen nahm im Anschluß an das Kasseler Turnier an dem Wildungen-Turnier teil und konnte hierbei erneut sein reiterliches Können zeigen Die SA.-Reiterei bewies auch bei dieser Gelegenheit, daß sie durch zielbewußte Ausbildung im Laufe des letzten Jahres bedeutende Fortschritte gemacht hat. So gelang es den Reitern des Reitstalles der Gruppe Hessen die einzige für alle Reiter und Reiterinnen für fünfjährige und ältere, inländische Pferde ausgeschriebene L.-Dressurprüfung zu gewinnen. Es beteiligten sich an dieser Prüfung nicht allein SA.-, SS.-, HI.-, NSRK.-Reiter, sondern vor allem auch Angehörige der Wehrmacht.
Des weiteren konnte der Reitstall der Gruppe Hessen in dem öffentlichen Reit- und Jagdspringen Klasse L., sofern für alle Reiter Und Reiterinnen, einen schönen Erfolg davontragen, und zwar wurde bei gleicher Zeit der erste Preis mit Oberleutnant von Salviati geteilt. Ein für den Reitstall der Gruppe Hessen um so bedeutenderes Ergebnis, als der genannte Reiter einen Namen als bekannter und routinierter deutscher Reiter hat. Ein weiterer Sieg kam im Patrouillen-Springen für SA.°, SS.°, HI.-, NSRK.-Reiter heraus, wobei die Reiter der Gruppe den ersten und zweiten Platz belegten. Außerdem placierte sich die Hannoveranische Fuchsstute Aller vom Reitstall der Gruppe in der Materialprüfung für Reitpferde. Das ^.-Springen, ausgeschrieben für SA.-, SS.-, HI- und NSRK.-Reiter der Reitstandarte 48 (Gruppe Hessen). Der Neit- stall der Gruppe Hessen belegte mit seinen jungen Pferden den zweiten, dritten, vierten und fünften Platz.
Insgesamt konnten die Frankfurter SA.-Reiter drei erste und weitere 12 Siege mit nach Hause nehmen. So wurde dieses Turnier, das unter der Turnierleitung des Kommandeurs der ersten Abteilung des Artillerie-Regiments 65, Major Seel-
mann-Eggebert, und Hauptmann Voigt ausgezeichnet durchgeführt werden konnte, zu einem hervorragenden Erfolg der SA.-Reiterei der Gruppe Hessen.
Hält Farr seinen Vertrag?
Englische Blätter behaupten, daß der Manager des Englischen Meisterboxers im Schwergewicht Farr mit einem Vertreter des amerikanischen Managers Jacobs einen Kontrakt abgeschlossen habe, nach dem Farr und der von Schmeling zusammengeschlagene ..braune Bomber" Louis am 4. oder 6. September in Neuyork um den „W eltmeist e r t i t e l" kämpfen wollen.
Pon dem Vorsitzenden der britischen Voxbehörde General Critchley, wurde demgegenüber dem DNB. auf Anfrage ausdrücklich mitgeteilt, daß Farr einen absolut bindenden Vertrag für einen Weltmeisterschaftskampf mit Schmeling im White City Stadion in London unterzeichnet habe, der diesen Kampf im Laufe des Monats September vorsehe. Von feiten Farrs fei keine offizielle Mitteilung erfolgt, daß er den Vertrag nicht einhalten wolle.
Dell zuständigen deutschen Stellen ist nichts bekannt, was den Gerüchten, daß Farr seinen Kampfvertrag mit Schmeling nicht einhalten wolle, als Bestätigung dienen könnte.
Zwangspausen bei her Internationalen „Vhön".
Bur zehn Starts am Montag.
Eine nicht ganz unerwünschte „Knofe" führte bis in die Mittagsstunden des zweiten Tages zu einer vorübergehenden Zwangspause des Startbetriebes im Internationalen Rhön-Wettbewerb auf der Wasserkuppe. Dadurch konnten die erst in der Nacht und in den Morgenstunden von ihren gestrigen großen Ueberlanbflügen zurückkehrenden Segelflug- Piloten und ihre Helfer, die teilweise Reisen von 18 Stunden bis zu 1000 Kilometer mit ihren Schleppwagen zurücklegen mußten, in Ruhe ihre Maschinen wieder startfertig machen.
Die jetzt vorliegende genauere Uebersicht und Wertung der Leistungen des ersten Wettbewerbstages zeigen, daß das internationale Niveau des Segel- flug-Sports unterschiedslos sich beträchtlich gehoben hat; denn an den unter teilweise größten meteorologischen Schwierigkeiten erzielten Leistungen waren nahezu alle beteiligten Nationen vertreten, und die Leistung des polnischen Segelfliegers Ingenieur Mynarski bedeutet neuen polnischen Rekord im Streckenflug, wie auch die Oesterreicherin Emmy von Roretz mit ihrem Streckenflug von 194Kilometer bis in die Nähe von Hameln an der Weser eine neue nationale Bestleistung aufsteltte.
®rft gegen 13 Uhr riß am Montag die Wolkendecke auf, die das Berg-Plateau der Wasserkuppe bis dahin einhüllte, und um 13.45 Uhr wurde der Betrieb wieder aufgenommen, dem wieder größere Zuschauermengen beiwohnten. Insgesamt wurden aber nur zehn Starts durchgeführt, in deren Verruf der Deutsche Ludwig Hofmann einen Flug oon 35 Kilometer bis in die Nähe von Kissingen durchführte.
Auch am Dienstag wenig Betrieb.
Nach dem so ereignisreichen und mit hervorragenden Leistungen abgeschlossenen ersten Wettbewerbstag scheitern alle unermüdlichen und zähen Versuche der Wettbewerbs-Teilnehmer des Internationalen Segelflug-Wettbewerbs auf der Wasserkuppe an dem Fehlen weiterer meteorologischer Energiequellen. Am dritten Wettbewerbstag versuchte man vorüberziehende und auch ein die Wa - serkuppe überquerendes — allerdings nur schwaches — Gewitter zum Segelfliegen auszunutzen, da
Auf der Wasserkuppe sind die Besten vieler europäischer Länder zusammengekommen, um sich am Internationalen Sc^lflugwettbewerb zu beteiligen. — Ein buntes Bild boten die Bulgaren in ihrer saroenfrohen Nationaltracht. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
U
Hessische Gtenographentagung in Mainz.
57. Gaugebietstag her Deutschen Stenographenschast.
Lpd. Mainz, 4. Juli. Mainz stand am Samstag und Sonntag im Zeichen des 5 7. Sauge» b i e t s t a g 5 der Deutschen Stenogra- phenschaft. Die Tagung erhielt ihre besondere Bedeutung durch die Teilnahme des Reichsführers der Deutschen Stenographenschaft, Bezirksschulrat Karl Lang (Bayreuth), der in der Gauvertre- terversammlung am Samstagnachmittag grundsätzliche Fragen des deutschen Kurzschriftwesens erörterte.
Nach der Sitzung des Gauführerrates und der Kreisgebietsführer, in der interne organisatorische Angelegenheiten behandelt wurden, fand am Samstagnachmittag die 5 7. Gauvertreterversammlung statt. Ortsgruppenführer Gg. Schä- f e r begrüßte neben dem Gaugebietsführer Werner und dem Ehrengauführer S ch ö p p vor allem Reichsführer Lang (Bayreuth) und verlas einen Willkommensgruß des Oberbürgermeisters Dr. Barth, der damit gleichzeitig einen herzlichen Glückwunsch für die Ortsgruppe Mainz der Deutschen Stenographenschaft von 1862 verband, die im Rahmen der diesjährigen Gaugebietstagung die Feier ihres 75jährigen Bestehens festlich verband. Der schriftlich von Gaugebietsführer Werner erstattete Jahresbericht beleuchtete die beachtlichen Erfolge der Stenographenschaft im Gaugebiet Hessen. Der vom Gaukassenwart erstattete Kassenbericht 1936 und der Haushaltsplan für 1937 weisen gesunde Finanzverhältnisse aus.
Gaugebietsführer Werner machte richtunggebende Ausführungen über die Zielsetzung der stenographischen Ausbildungsarbeit. Junge Menschen zur Ablegung der Geschäftsstenographenprüfung zu veranlassen, müsse nach wie vor die vordringliche Aufgabe sein. Eingehend befaßte sich der Gau- gebietsführer mit dem Werk „Häuser der Kurzschrift", dem bekanntlich ein Vertrag zwischen der Deutschen Stenographenschaft und der Deutschen Arbeitsfront mit dem Sinngehalt gemeinsamer Arbeit zur Ausbildung und weiteren Förderung junger Stenographen zugrunde liegt. Aufschlußreich waren die Vorträge von Kreisgebietsführer Rte- f er (Diez) über die Schulung der Ortsgruppenfüh
rer durch die Reichsführung, sowie von Pusch (Mainz) über die Geschäftsstenographenprüfung. Reichsführer, Bezirksschulrat Karl Lang beschäftigte sich u. a. mit der speziellen Frage der Leistungssteigerung und verwies in diesem Zusammenhang auf den im nächsten Jahre in Hamburg stattfindenden Wettbewerb der Nationen hin.
Der Sonntagvormittag war den allgemeinen Kurzschrift - Leistungsschreiben Vorbehalten. Am Nachmittag fand im Rheingoldsaal der Stadthalle die Feier des 75jährigen Bestehens der Ortsgruppe Mainz von 1862 statt. Den Fest- oortrag hielt Ortsgruppenführer Georg Schäfer. Gegen Abend wurden die Ergebnisse des Leistungsschreibens bekanntgegeben und die Ehrenpreise verteilt. An dem Leistungsschreiben beteiligten sich insgesamt 1540 Stenographen. Geschrieben wurde in Geschwindigkeiten zwischen 80 und 300 Silben. Im Richtigschreiben wurden 192 Arbeiten als hervorragend, 563 als sehr gut und 338 als gut, im Schönschreiben 418 als hervorragend, 742 als sehr gut und 195 als gut bewertet. Fremdsprechenschreiben wurde zwischen 80 und 200 Silben durchgeführt. Von den acht Teilnehmern in Englisch erhielten vier für ihre Arbeiten das Prädikat Hervorragend, zwei Sehr gut und einer Gut. Von den elf Teilnehmern im Französischen waren drei Arbeiten hervorragend, vier sehr gut und eine gut.
Ehrenpreisträger wurden: In der Klasse 300 Silben: Hans Fischer (Darmstadt) und Helmut Knochenburger (Darmstadt): in der Klasse 280 Silben: Franz Winges (Frankfurt a. M.-Griesheim): in der Klasse 260 Silben: Armin Reichardt (Wiesbaden), Willi Brückmann (Gießen), Erwin Noll (Mainz): in der Klasse 220 Silben: Käthi Hassinger (Mainz), Johanna Reimann (Mainz), Josef Cordi (Mainz) und Hans Heilmann (Frankfurt a. M.). Weiter wurden mit Ehrenpreisen bedacht: In der Klasse 200 Silben 7, in der Klasse 180 Silben 3, in der Klasse 160 Silben 7, in der Klasse 140 Silben 9, in der Klasse 120 Silben 3, in der Klasse 100 Silben 12 und in der Klasse 80 Silben 5 Teilnehmer.


