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Nr.155 Zweites Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)

Mittwoch,7.Zuli 1957

Aus dem Reiche der Krau.

essenz, vor dem Entsaften kommen sie auch tn hei­ßes Wasser, sie sollen stets unter Wasser liegen, deshalb legen wir einen Teller darauf, damit sie durch und durch steril sind. Besser und einfacher sind die Gummikappen, die abgewaschen und um­gestülpt im heißen Wasser liegen und vor dem Auf­setzen kurz in Alkohol getaucht werden. Schöpfer und Trichter, der eine Rille haben muß, ebenso die Korkmaschine müssen stets durch heißes Wasser entkeimt sein. Beim Einfüllen des Saftes halten wir die Flaschen etwas schräg, damit nicht eine zu tarke Schaumbildung entsteht. Bei Flaschen, die mit Korken verschlossen werden, muß der Saft fünf Zentimeter unter dem Rand stehen und die Flaschen liegend aufbewahrt werden. Bef Gummikappen müssen die Flaschen randvoll gefüllt werden und

stehend aufbewahrt werden. Die gefüllten Flaschen müssen mit einem Tuch bedeckt langsam abkühlen.

Mehr und mehr bricht sich die Erkenntnis des hohenWertsder Süßmoste Bahn, nicht nur bei der obstbauenden Bevölkerung, sondern auch in den Kreisen, die das Obst kaufen müssen. Bedeutende Aerzte schätzen heute unvergorene und alkoholfreie Obst- und Beerensäfte als Kraft und Energie spen­dend. Für die werdende und stillende Mutter, das Kleinkind, besonders aber für unsere Heranwach­sende Jugend ist Süßmost ein herrliches, erfrischen­des Getränk. Wir haben nicht mehr nötig, minder­wertiges Auslandsobst im Winter zu kaufen, wenn wir unser deutsches Obst zu Süßmost und Marme­laden verarbeiten, dann haben wirFlüssiges Obst" das ganze Jahr.

Was sollen wir tragen?

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

H I PUR VIELE

ZWECKE l

MKindern auf der Sommerreise

Son Vicki Roer

V. A. Aus Angst vor Erkrankung der Kinder wird keine Mutter die Sommerreise aufgeben. Mit dem Säugling allerdings kann man sich meist noch nicht auf den Weg machen. Aber das Klein­kind, das aus dem gröbsten heraus i.ft, braucht kein Hinderungsgrund zu sein.

Allerdings wird die junge Mutter besondere Vor­bereitungen treffen und besonders aufmerksam sein müssen. Bei fremder Kost können gar zu leicht Magen- und Darmerkrankungen sowie Stuhlbe­schwerden eintreten. Manches Kleinkind ist auch noch nicht gegen fremde Milch genug abgehärtet. Wenn der Mutter in der Sommerfrische keine Koch­gelegenheit zur Verfügung steht, packt sie sich zweck­mäßig einen kleinen Spirituskocher mit Hartspiri­tus ein. So kann sie die selbst eingekaufte Milch er­wärmen und mit Zwieback eine nahrhafte Suppe kochen: zusammen mit ein wenig Obst ist eine aus­reichende Mahlzeit für das Kleinkind schnell fertig. Daß Gemüse - und Mehlspeisen ausreichend auf dem Urlaubsspeisezettel vertreten sind, wird jede Mutter bei der Einmietung in der Sommer­frische vorher mit dem Pensionswirt ausmachen. Für die normale Verdauung des Kleinkindes sind stets die kleinen Karotten oder Mohrrüben, möglichst in rohem geriebenem Zustand empfehlenswert. Auch Gebirgshafergrieß und Haferflocken ersetzen eine Mahlzeit, und der einfache Grießbrei mit Milch und Früchten hilft oft aus der Verlegenheit. Für das Kleinkind sollte man auch stets einen unzer­brechlichen Teller mitnehmen. Es macht dem Kind besonderes Vergnügen, weil es dannseinen Tel­ler" hat. Eine besondere Wohltat für das Klein­kind ist Limonade. Das fremde Wasser wird am besten abgekocht und in erkaltetem Zustand mit Frucht-soft gemischt. Auch der F e n ch e l t e e sollte als Reisebegleiter nicht fehlen. Ferner dürfen die Wärmflasche und das Fieberthermome-" t e r nicht vergessen werden, wenn das Kleinkind mit auf die Reise ge^t.

Auch bei den größeren Kindern stellen sich ost unerwartete Beschwerden ein. In der Sommer­frische haben sie zu oft Gelegenheit unreifes O b st zu naschen. Das gesunde Kind verlangt nach Obst, darum sollte man ihm in seinem Heißhunger über die Wartezeit bis zur Reife etwas hinweg­helfen. Ist es aber schon einmal passiert, dann kann man in leichteren Fällen mitdem Finger in den Mund stecken" meist alles noch glücklich wieder her­ausbringen. Ebenso hilft ein gutes Abführmittel. Ein oder zwei Tage danach wird es allerdings nur Haferflockenbrei und höchstens noch dünn bestriche­nes Butterbrot oder Zwieback geben, keinesfalls aber Aufschnitt oder Käse. Selbst Milch soll in solchen Fällen vermieden werden. Hervorragende Dienste leisten Pfefferminz-, Fenchel-, Kamillentee. Auch im leichten Falle sollte man stets sofort die Temperatur messen und bei Fiebererscheinungen alsbald den Arzt zu Raten ziehen, denn aus harm­losen Darmstörungen können chronische Darm­krankheiten entstehen. Gar zu leicht ist es möglich, daß die Kinder für ihr ganzes Leben kein rohes Obst mehr vertragen können.

Eine andere Sorge der Mutter ist das Frieren der Kinder im Bade. In der Regel find sie dann zu lange im Wasser geblieben und haben zu stark an Blutwärme verloren. Hilft man nicht un­mittelbar durch starkes Abfrottieren, erwärmende Bewegung oder Atemübungen, so können gar leicht nicht nur Schnupfen, Husten oder Halsentzündun­gen, sondern auch Magen- und Leiberkältungen mit Durchfall und Erbrechen eintreten.

Bei nötiger Vorsicht und Umsicht, auf die eine Mutter nun einmal auch in den Ferien nicht ver­zichten kann, werden ihr die Kinder, auch wenn sie noch klein sind, kaum besondere Sorgen machen.

Süßmost,erfrischend und gesund!

Das Deutsche Frauenwerk, Abt. Volks­wirtschaftHauswirtschaft, Gaustelle Hessen-Nassau, Frankfurt a. M., teilt mit:

Mit der Beerenernte beginnt eine sehr arbeits­reiche Zeit für die Hausfrau. Wie soll sie rasch alle die Vorräte für den Winter haltbar machen? Da wollen wir die Bereitung von Frucht­säften empfehlen, denn sie macht keine große Ar­beit, und die Zuckerzugabe ist unbedeutend. Die ein­fachste Art ist das Dampfentsaften, das auch ohne Geräte von jeder Hausfrau gemacht werden kann. Säfte von Johannisbeeren, rot und fchwarz, Sta­chelbeeren, Brombeeren, Preiselbeeren, Aepfel und Quitten können jederzeit zu Gelee verarbeitet wer­den, auch die Rückstände können noch mit einem Drittel Frischfrucht zu Marmelade und Kom­pott verarbeitet werden.

Die Erforderlichen Geräte sind wohl in jedem Haushalt vorhanden: ein Einkochtopf, Email oder verzinkt, ein kleiner Rost, eine Saftschüssel, eins bis zwei Nesseltücher, einen Quadratmeter groß, grob und fein, ein großes Pergamentpapier, eine Kordel, zwei bis drei Flaschen, Korken oder Gummikappen, Trichter und Schöpfer. Alle mit dem Obst und Saft in Berührung kommende Geräte müssen durch hei­ßes Wasser steril gemacht werden

Wir beginnen damit, daß wir vier Liter heißes Wasser in den Einkochtopf füllen, den Rost hinein­legen und darauf die Saftschüssel stellen. Die Nes­seltücher werden gebrüht, was stets oder nach dem Gebrauch geschehen muß. Bei weichen Beeren ver­wenden wir zwei Tücher. Sie werden tütenartig über den Kesselrand gelegt, erst das festere mit fünf Zentimeter Abstand, das lichter gewobene Tuch dar­über. Beide mit der Kordel festgebunden. Nun kommt das sehr sauber gewaschene Obst mit dem Zucker. Wir können auch Obst und Zucker zwei Stunden vorher vermischt bereitstellen. Die Zuckerzu­gabe ist sehr gering und beträgt je nach Obst und Geschmack 100 bis 150 Gramm per Kilogramm. Die Säfte können auch ganz ohne Zucker entsaftet wer­den, denn der Zucker bedingt nicht die Haltbarkeit. Obenauf kommt nun das Pergamentpapier, der Deckel, dessen Thermometerloch mit einem Korken verschlossen werden muß, wird leicht angedrückt, die Kordel gelöst, dann die Tücher kreuzweise über den Deckel festgeknüpft. Die Entsaftung dauert bei gleichmäßigem Feuer 1 bis IV2 Stunden.

Die Flaschen werden gründlich gereinigt mit heißem Wasser bereitgestellt. Die Korken liegen über Nacht in einer Lösung von Wasser und Essig-

Vistra-Musselin, für viele Zwecke verwendet, zeigt heute unsere Modeskizze.

Aus buntgemustertem, hellgrundigem Material ist das L a u f k l e i d links mit dem gefälteten Vorder­

Das Strandkleid in der Mitte hat als Träger, Taschen usw. Blenden aus weißem Pique. Auch die Knöpfe sind mit weißem Pique bezogen. Die Träger sind im Rücken gekreuzt.

Das Sommerabendkleid rechts ist als

teil und den gefälteten Aermelteuen. Den Halsaus­schnitt und die Aermel schließt eine kleine Krause aus dem Kleidmaterial ab. Schwarzes Samtband ist der Ausputz.

Prinzeßform in vier Bahnen geschnitten und wird vorn hochgeknöpft. Der kleine Bubikragen ist aus weißem Glasbatist, die Schärpe aus dunkelblauem Taft. H.

Deutsche Werkstoffe in der Wanderausrüstung.

V. A. Gestern hatte sich Familie Schulze auf die Feriensocken gemacht. Die Nachbarn haben schon geguckt, als Papa Schulze mit dem neuen Rucksack aus der Haustür trat. Auch die beiden Jungens hatten jeder einen neuen Rucksack, und Mutter trug ein kleines Handköfferchen.Sehen Sie bloß", hatte Frau Müller zur Flurnachbarin gesagt,alle ganz neu in Schale, und Frau Schulze mit dem feinen ßeöerfofferV' Hätte sie gewußt, daß der Koffer aus Kun st harz war ...

Papa Schulze hatte noch mehr neue Sachen aus diesem neuen Werkstoff in seinem Rucksack. Da war derSchildpattkamm", die Zahnbürste, das Rasier­zeug, das Zigarettenetui und viele andere unent­behrliche Gebrauchsartikel, von denen er wohl selbst noch nicht genau wußte, das in ihnen neue deutsche Werkstoffe verarbeitet waren. Die Griffe an den Reisebestecken, die unzerbrechlichen Teller, die Trink­becher, mit dem man am klaren Gebirgsquell die unentgeltliche Erfrischung schöpfte die Phototasche, um die sich die Jungens am liebsten gehauen hat­ten alles verriet Gediegenheit und Geschmack und Papa Schulze konnte mit Recht stolz auf ferne neue Reiseausrüstung sein.

Er fühlte sich auch in seiner neuen Reise­kleidung, wie man sagen darf, sauwohl. Der Wanderanzug hatte durch die darin verarbeitete Zellwolle ein so nettes gedecktes Muster und wurde sich wie der Schneider ihm sachkundig versichert hatte in Wind und Wetter besser tragen als die reine Wolle, die er vor zwei Jahren angeblich sopreis­wert erstanden hatte. Die Strapazierfahig- keit der Bubenanzüge schien ja die Mei­nung des Schneiders zu bestätigen. Seine anfäng­lichen Sorgen waren also behoben Auch Mut­ters Reisekostüm hatte einen Zellwollzusatz und leuchtete in vergnüglichen Farben. Ordentlich keß sah die kleine Frau darin aus. Und auch der neue Filzhut stand ihr viel besser als der frü­her bevorzugte Lederhut, der jetzt Gott sei Dank nicht mehr hergestellt wurde und beim Bergsteigen, wenn einem so warm wurde, nur lästig war. Herr Schulze empfand beim Marschieren auch erst die Annehmlichkeit der verbesserten Herrenmode. Für

Knickerbocker ist man doch nicht zu dick, dachte er, und die kun st seidene Unterwäsche und das Polohemd aus leichtem Stoff find wahrhaftig eine Wohltat im Vergleich zur steifen Leinenwäsche. Die Frauen waren doch schon viel früher so klug. Langsam scheinen wir Männer uns ja auch zu re­formieren. Er befühlte dabei den neuen Zell- pullover und lachte heimlich bei dem Gedanken, ob sein alter Vater so etwas wohl angezogen hätte.

Gut mit Strümpfen, Schuhen und Wäsche ausge­rüstet, sonst aber ohne umfangreiches Gepäck, befrie­digt von all den neuen Sachen aus deutschen Werk­stätten wanderte Herr Schulze mit den Seinen fröhlich und guter Dinge in die Ferien. Das muß ja gut gehen. E. S.

Das Kind und seine Sparbüchse.

Heber den erzieherischen Wert der Kinderspar- Büchse sind schon viele Worte geschrieben und ge­sprochen worden. Da jedes Kind charakterlich anders veranlagt ist, lassen sich allgemein gültige Grund­sätze kaum aufftellen. Doch ist es trotzdem fraglos, daß dem Kinde die Freude am Sparen anerzogen werden kann und soll. Damit aber ist nicht gesagt, daß es auch Freude am Geld zu erlernen habe. Für das Kind wird Geld stets allein Mittel zum Zweck sein, und daher ist es notwendig, die Spar­büchse unter die Verwaltung des Kindes selbst au stellen. Man gebe ihm den Schlüssel und überlasse ihm die Bestimmung über das ersparte Geld. Frei­lich wird sich die kluge und verständnisvolle Mutter mit ihrem Kind über das Anlegen der Ersparnisse unterhalten, und bei freundschaftlicher Auseinander­setzung werden die erzieherischen Maßnahmen am besten zu ergreifen fein. Merkt das Kind, daß feine Sparbüchse mit Argusaugen von elterlicher Seite überwacht wird, verliert es die Freude am Sparen und vor allen Dingen am Verzicht. Denn wohl am besten kann das Kind sparen lernen, wenn es auf diese und jene Kleinigkeiten zu verzichten gewillt ist, die es sich sonst kaufen könnte. Kleine Freuden, kleine Kindersorgen ruhen in der Sparbüchse. Ge­schenke für die Mutter, den Vater. Irgendeinen Er­satz für einen verlorenen Gegenstand. Sie sollen das Kind begleiten und ihm die Sparbüchse auf die Weise lieb machen. Schü.

Der alte Regenschirmbezug.

Von Inda Aisch, Vad-Nauheim.

Es ist ein Sonntag hell und klar. Ein wunderschöner Tag im Jahr

Vielmehr: Es wollte einer werden. Denn es ist noch in aller Herrgottsfrühe. Eigentlich wollte ich noch etwas dasBett hüten", aber da fällt mein Blick auf Vaters Hausjacke. Herausfordernd sehen mich diekaputenen" Löcher im Aermelfutter an. So sehr anklagend brauchten sie eigentlich nicht zu gucken Werktags ließ Vater die Jacke nicht vom Leib, und nur beim Spazierengehen blieb sie zu Hause, aber allein, denn ich mußte mitgehen. So eine gute Flickgelegenheit kam sobald nicht wie­der. Ich rasch aus dem Bett undein Flick" gesucht. Ja, davon will ich gerade erzählen. Auch Flicke haben ihre Geschichte.

Es war nämlich ein alter Regenschirmbezug. Feinste Baumwolle. So s e h r ein ist ja für gewöhn- liche Baumwolle nicht. Mutter behauptete immer: Baumwollene Taschentücher quellen an der Nase." Aber Not lehrt nicht nur beten, sondern auch flicken, und das kam so.

Vor langer Zeit hatte ich einmal ein paar Bu­ben verhauen, die mit Vergnügen alte Konserven­büchsen sonntagsfrüh, ehe die Leute kamen, vor die Kirchtür trudelten. Nachher mußten sie sie heulend wieder wegschleppen. Aber die Rache schlief nicht. Heimlich über den Zaun geschmissen, landeten spä­ter allerhand zerbrochene Kaffeetassen und alte Lumpen auf meinen Spargelbeeten. Einmal auch ein zerbrochener Regenschirm. Als ich ihn betrach­tete, hat er bloß einen beschädigten Stock und ein Loch an der Spitze. Das Zeug war ordentlich derbe Baumwolle. Ich wußte ja, wo er herstammte, nahm ihn mit nach Hause, trennte den Stoff los, wusch ihn aus und flickte damit das Futter in den Schul­anzügen von den Jungens. Es war nämlich gerade eine Zeit, woes nichts gab".

Nun kamen aber Max und Moritz natürlich nach­sehen, was für einen Eindruck ihre Gegenmaßnah­men auf mich gemacht hatten. Ich gehe an den Zaun und sage ganz freundlich:Guckt mal, was die dum­men Leut da alls für Lumpe hingefchmiffe habe." Nachmittag will ich sie alle zusammensuchen, und morgen kommt der Plundermatz, da verkaufe ich sie dem. Das ist alles noch ganz gute alte Wall, da kriege ich mindestens 50 Pf. dafür. Es ist ja ein ganzer Sack voll." Als ich am Abend Spargel stechen geh, lag nur noch eine Taffe ohne Henkel da; die grub ich ein.

Seitdem hebe ich alle alten Regenschirmbezuge zum Flicken auf; oft haben sie mir geholfen, zerris- jenes Futter in Mäntelärmeln, Hosentaschen und Werktagsjacken wieder auszubessern.

Eine Hausfrau braucht sich durch nichts verblüffen zu lassen.

Schönheitspflege im Sommer.

Von Brigitte Lühr.

In den Sommermonaten ist es ganz besonders nötig, den Körper zu pflegen, denn es werden in den heißen Tagen ganz besondere Anforderungen gestellt, die man nur bewältigen kann, wenn man die Körperhygiene beachtet.

Der Schrecken aller Frauen sind die Sommer­sprossen und Leberflecke, die sich ja im Sonnenlicht besonders gut entwickeln. Sommer­sprossen und Leberflecke sind Farbstoffansammlun­gen (Heberpigmentierungen) unter der Haut, vom hellen Braun bis beinahe zum Schwarz. Sonnen­strahlen machen sich immer in der Pigmentierung Der Haut bemerkbar, und einen absolut sicheren Schutz gegen Sommersprossen gibt es nicht. Auch wenn man sich noch so gut mit dem Hut oder Son­nenschirm schützt, die schon vorhandenen Sommer­sprossen färben sich dunkel und verunstalten die Haut.

Sommersprossen und Leberflecke müssen deshalb gründlichst entfernt werden, wenn man sie endgültig loswerden will. Dies geschieht nur, wenn die Haut bis in jene Schicht zerstört wird in der die Farb­stoffkörnchen eingelagert sind. Diese Zerstörung Darf aber nur von fachkundiger Hand angewandt werden, damit keine Narben und Entstellungen Zurückbleiben. Verdünnte Säuren. Kohlensäureschnee, Elektrolyse und Diathermie tun hier ihr Werk, denn der sich bildende und nach einer Weile abfallende Hautschorf nimmt den Farbstoff mit aus der Haut. Doch, wie gesagt, nur der Fachkundige Eahn diese Beseitigun­gen vornehmen, ohne daß Vertiefungen und Ver­färbungen in der neuen Haut auftreten.

Es gibt aber auch Leberflecke, die keine besondere Tiefenwirkung haben, genau so wie die nur schwach entwickelten Sommersprossen. Hier gibt es eine Reihe guter, alter Hausmittel, die man anwenden kann, um diese schwachen Flecken zu entfernen. Nur ist eins Bedingung: Geduld! Bleichend wirkt immer Zitronensaft und Saft der grünen Gurke. Reibt man sich jeden Abend das Gesicht mit Gurkenscheiben ein, so werden ganz allmählich die Sommersprossen gebleicht, und großporige Haut zieht sich zusammen.

An heißen Sommertagen, an denen der Kör­per besonders schwitzt, ist eine besonders sorgfältige Körperpflege schon aus rein ästhetischen Gründen unbedingt erforderlich. Das Wundwerden der Zehen­haut, das sehr schmerzhaft ist und störend wirkt, wird durch guten Trockenpuder bekämpft. Ein Ka­millenbad für Achselhöhle und Füße sollte minde­stens alle zwei Tage vorgenommen werden. Ferner ist es notwendig, das Gesicht an warmen Sommer­tagen des öfteren mit einem alkoholhaltigen Ge- sichtswofser abzureiben. Man vermeidet so Pickel und Mitesser, die sich besonders im Sommer gern bilden.

Ist man an einem heißen Sommertag einmal besonders abgespannt, so wirkt ein Kräuter« kissen, das man auf das Gesicht legt, besonders erfrischend. In ein Leinensäckchen tut man Kamille, Efeublätter, Salbei und Pfefferminzkraut, feuchtet das Säckchen mit lauwarmem Wasser gut an und legt es auf das Gesicht. Mehrmals muß angefeuchtet werden, aber nie mit heißem, sondern immer nur mit lauwarmem Wasser. Nach dieser Prozedur wird das Gesicht gut abgetrocknet und mit einer unpar­fümierten Fettcreme eingerieben, die gut einziehen muß. Dann reibt man das Gesicht mit einem Frottiertuch kräftig ab, bis die Haut rosig schim­mert, und legt eine Tagescreme auf, die man überpudert. Nach diesem Kräuterkissenbad fühlt sich die Haut wie neugeboren an.