jede Pelztierliebhaberin einen Fuchspelz oder' Nutriamantel aus deutscher Pelztierzucht kaufen kann. Aber der Anfang ist gemacht, und deutscher Züchterfleiß wird von Jahr zu Jahr ein Stück weiter kommen.
Aus aller Welt.
Das Explosionsunglück in Genf.
Die Explosionskatastrophe, die in dem Stadtviertel Eaux Vives in Genf ein fünfstöckiges Wohnhaus zerstörte und vier Todesopfer und 29 Verletzte forderte, hat in der ganzen Schweiz lebhafte Beunruhigung hervorgerufen. Bis zur Stunde konnte die Polizei die Ursache des Unglücks noch nicht feststellen. Man vermutet, daß ein Friseur, der sich mit seiner Frau und seinen Kindern unter den Todesopfern befindet, vielleicht der Urheber des Unglücks ist. Dieser Friseur, dessen Geschäft schlecht ging, war von der Polizei schon am Vorabend der Explosion unter dem Verdacht verbrecherischer Brandstiftung verhaftet und verhört, dann aber wieder freigelassen worden. Die Explosion war so stark, daß Decken und Wände eingedrückt wurden. Glücklicherweise waren drei Mietwohnungen, die am Ex- plosionshevd lagen, unbewohnt. Der Zustand der Schwerverletzten gibt zu Besorgnissen keinen Anlaß.
Die Expedition Bernahik im Vordringen.
Aus Chiengmai (Siam) wird berichtet: Das Ehepaar Bern atz ik hat die unbekannten Gebirge westlich des Doitung mit Trägerkarawane durchquert und konnte mit den Stämmen der Lisu, Akha und Lahu in Verbindung treten. Der Beginn dieses Unternehmens war mit beträchtlichen Schwierigkeiten verbunden, da ein Lahumagier die Rache der Geister und den Untergang des Stammes prophezeite, wenn die Forscher freundlich ausgenommen würden. Als sich die Nachricht über die „Unschädlichkeit der Fremden", ja sogar über manche Vorteile ihrer Anwesenheit verbreitet hatte, wurde B e r n a tz i k von den Nachbarstämmen, den Akha und Lisu, freundlich ausgenommen. Es gelang nicht nur, vollständige Monographien und mundartliche Aufnahmen zu sichern, sondern auch wertvolle Sammlungen zu bergen, welche die materielle Kultur der Stämme darstellen.
Das Mnlerhilfsweck der Deutschen Jägerschaft.
Die Deutsche I ä g e r s ch a f t hat dem Winterhilfswerk 1936/37 256 450 Stück Wild mit einem Gesamtgewicht von etwa 1324 539 Kilo im Werte von rund 1 376 219 RM. zur Verfügung ge
stellt, zu denen noch Barspenden im Werte von 95 381 RM. kommen, so daß der Gesamtwert 1 471 600 RM. beträgt. Das Gesamtergebnis hat sich wiederum gegenüber dem Vorjahr erhöht. Die Deutsche Jägerschaft darf das Bewußtsein haben, auch ihren Anteil zur Linderung der Not bedürftiger Volksgenossen beigetragen zu haben. Der Reichsjägermeister, Reichsminister Göring, hat der Deutschen Jägerschaft seinen besonderen Dank für tatkräftige Mithilfe ausgesprochen.
Die Gold- und Devisenschiebungen des Juden Max Nathan.
Vor dem Hanseatischen Sondergericht in Hamburg begann der Prozeß gegen die Helfershelfer des durch Selbstmord geendeten Juden Max Nathan, dessen riesige Devisenverbrechen großes Aufsehen erregten. An geklagt sind der uneheliche Sohn des Max Nathan, Wilhelm Sander, die Witwe Nathans und eine Frau Lina Wilhelm, die jahrelang die Geliebte des Sander war, und mit der er bis zum Juli 1936 noch intime Beziehungen unterhalten hatte. Der Gegenwert der in der Villa des Juden Nathan versteckten Devisen betrug nicht weniger als rund 100 000 Mark. Nathan beschäftigte sich mit riesigen Grundstücksspekulationen und schacherte in großem Stil mit Möbeln, Sprechautomaten und Autos. Sander wurde zu sechs Jahren und sechs Monaten Zuchthaus, zehn Jahren Ehrenrechtsoerlust und 150 000 Mark Geldstrafe, ersatzweise einem weiteren Jahr Zuchthaus verurteilt. Die Witwe Nathans erhielt wegen Beihilfe drei Monate Gefängnis, 600 Mark Geldstrafe. Die Wilhelm, die mit Sander bis zum Juli 1936 rafsenschänderifche Beziehungen unterhalten hatte, wurde zu einem Jahr Zuchthaus und drei Jahren Ehrenrechtsverlust verurteilt.
14 kommunistische Mordbuben vor Gericht.
In dem Mordprozeß vor dem Berliner Schwurgericht gegen die 14 Kommunisten, die an dem feigen Feuerüberfall aus ein SA.-Verkehrs- lokal in Berlin-Lichtenberg am 12. Mai 1932 beteiligt waren, stellte der Staatsanwalt die Strafanträge. Gegen den 26jährigen Erich Krüger, den 35jährigen Paul G r o ch und den 25jährigen Walter C a r b a n g beantragte er die Tod es - strafe und dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte; gegen die übrigen elf Angeklagten wegen Beihilfe zum Mord Gefängnis- bzw. Zuchthausstrafen von fünf bis zu vierzehn Jahren. Die Vertreter der Anklage hatten feftgefteüt, daß es sich um
eine planmäßig bis ins einzelne vorbereitete und von allen Beteiligten gewollte gemeinschaftliche Tat handele. Bei der Strafzumessung müsse berücksichtigt werden, daß ein völlig unbeteiligter Volksgenosse in dem Lokal getötet und vier andere Gäste verletzt wurden. Im ganzen seien von den Mordbuben zwölf Schüsse wahllos durch die aufgerissene Tür abgefeuert worden.
Ein „Feuerfresser" schwer verunglückt.
Ein schlimmes Ende nahm der Versuch eines 18jährigen Burschen in einer Gastwirtschaft in Nickenich bei Andernach am Rhein, es den Feuer- fressern im Zirkus gleichzutun. Er behauptete, dieses Experiment sei nur ein Kniff, holte Spiritus, nahm einen Schluck und zündete ihn an. Das erste Mal ging alles gut. Beim zweiten Versuch zog der „Feuerfresser" seinen Atem zurück. Im gleichen Augenblick stand sein ganzer Kopf in Flammen. Obwohl sofort Gäste mit Decken und Tüchern die Flammen erstickten, erlitt der junge Bursche furchtbare Brandwunden an den Augen, im Gesicht und auf dem Kops.
Ein Flugzeug der britischen Luftwaffe abgestürzt.
Ein Flugzeug der britischen Luftwaffe stürzte über dem Kanal ab. Dabei wurde der Pilot getötet. Zwei weitere Mitglieder der Besatzung werden noch vermißt. Man befürchtet, daß sie ebenfalls ertrunken sind. Ein weiterer Offizier des Flugzeugs und ein Mann wurden verletzt.
Zwei amerikanische Bombenflugzeuge abgeslürzt.
Zwei amerikanische Bombenflugzeuge von dem Flugzeugmutterschiff „Lexington" sind in der Luft zusammengestoßen und abgestürzt. Zwei Marineoffiziere und zwei Mechaniker fanden dabei den Tod.
SMerfifd).
— Hugo M. Kritz: Schwarzfahrt ins Glück. Roman. 205 Seiten. Kart. 3 Mark, Leinen 4 Mark. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. — (84) — Ein Roman aus unserer Zeit, volkstümlich, packend und lustig. Kritz weiß Personen und Geschehen in seiner frischen, oft humorvollen Schreibweise lebendig zu machen.
— Frank L. Neher: Einer fliegt. Roman. 224 S. Franckh'sche Verlagshandlung, Stuttgart. Kart. 3 Mark, Leinen 4 Mark. — (83) — „Einer fliegt" ist ein echter Flieger- und Abenteuerroman. Man merkt, der Verfasser versteht etwas von der Fliegerei, und er kennt auch den rechten Flieger
geist. Von zwei Fliegerfreukiden erzählt er hier und von ihren Leistungen in phantastischen Rekord- und Preisflügen, von der dauerhaften Sportkameradschaft, vom Leben in den Spielsälen und auf den Kanälen in Venedig und im Getriebe der Millionen- stadt Buenos Aires, von Abenteuern auf hoher See und hoch über den Prärien und Anden Süd- ameritas.
Weiterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Die Großwetterlage ist in neuer Umbildung begriffen. Dabei stellte sich zunächst in der Höhe mit Nordostwinden stärkere Abkühlung ein, welche die schon vorhandene Schauerneigung begünstigte. Im weiteren Verlaufe der Umgestaltung wird die sich schon seit Tagen über das Festland erstreckende Tiefdruckrinne zum Verschwinden kommen, dafür aber lebhafte Wirbeltätigkeit über dem Ostatlantik wieder Einfluß auf das Wetter nehmen. Da wir aber an der Vorderseite derselben verbleiben, wird der Witterungscharakter nicht ausgesprochen unfreundlich.
Aussichten für Donnerstag: Wolkig bis aufheiternd, aber auch einzelne Regenfälle, bei lebhaften Winden aus meist südlichen Richtungen mild.
Aussichten für Freitag: Bei Luftzufuhr aus meist südlichen bis westlichen Richtungen unbeständig, aber nicht durchweg unfreundlich.
Lufttemperaturen am 6. April, mittags: 13,1 Grad Celsius, am 6.April, abends: 10,1 Grad; am 7. April, morgens: 7 Grad. Maximum 17,3 Grad, Minimum, heute nacht, 4,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe: am 6. April, abends: 10,5 Grad, am 7. April, morgens 7,3 Grad Celsius. — Niederschläge 4,3 Millimeter. — Sonnenscheindauer 9,9 Stunden.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschsin. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. III 37: 10 496. Druck und Verlag: Brühl'sche Univerfitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. April 1937 gültig.
Gießen. Bahnhofstraße 53. den 7. April 1937
2448 D
2435 D
Plötzlich und unerwartet verschied am 5. April 1937 unser lieber Sohn und Bruder
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familie Wilhelm Will
Die Beerdigung findet Donnerstag, den 8. April, nachmittags 3.30 Uhr auf dem Neuen Friedhof statt
Großen-Linden, den 7. April 1937.
Die Beerdigung findet Donnerstag, den 8. April, nachmittags 14.30 Uhr vom Trauerhause, Moltkestraße 26, aus statt.—Von Beileidsbesuchen bitte ich absehen zu wollen.
Statt besonderer Anzeige!
Es ist bestimmt in Gottes Rat, daß man vom Liebsten, was man hat, muß scheiden!
Gott, der treue Vater im Himmel, der Herr über Leben und Tod, nahm Montagabend 21 Uhr meine liebe gute Frau, unsere treue, stets besorgte und unvergeßliche Mutter, meine liebe Tochter, Schwester, Schwägerin und Tante
Frau Marie Cyriax, geb. Launspach
im 50. Lebensjahr zu sich in sein himmlisches Reich, um das schauen zu können, was sie hier auf Erden geglaubt hat.
Im Namen aller Hinterbliebenen: Joh. Cyriax
Paul Will
im Alter von 38 Jahren
In tiefer Trauer: Heinrich Rodenbausen V nebst allen Angehörigen. Wieseck, Frankenbach, den 7. April 1937.
Die Beerdigung findet Donnerstag, 8 April, nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehause, Kirchstraße 46, aus statt.
.___________________________________________2438 D
Gestern abend verschied sanft nach kurzem schweren Leiden meine herzensgute Frau, unsere liebe Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwester u. Schwägerin Frau Margarete Rodenhausen geb. Schäfer
im Alter von 72 Jahren.
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