Reichsminister Or Krick in Stockholm.
Stockholm, 4. Dez. (DNB.) Reichsinnen- minifter Dr. Frick hielt in der Schwedisch-Deutschen Vereinigung einen Vortrag über „Das Werden des neuen Deutschlands". Unter den Anwesenden sah man u. a. Prinzessin Sybille, die Gattin des Prinzen Gustav Adolf, ferner hervorragende Vertreter des öffentlichen Lebens, der Armee und der Marine, Vertreter des Diplomatischen Korps, der Ortsgruppe der NSDAP, und der deutschen Kolonie. Das Vorstandsmitglied der Schwedisch-Deutschen Vereinigung, Dr. Sven Hedin, dankte dem Minister für seine aufschlußreichen Darlegungen und hob hervor, daß die innere Umgestaltung Deutschlands auch weittraaende außenpolitische Auswirkungen zeitigte, die besonders durch die Wiederherstellung der gebührenden Machtposition zum Ausdruck komme. König Gustav V. empfing im Schloß Drottningholm am Mälar-See Reichsminister Dr. Frick. In Begleitung des Gesandten Prinzen zu Wied war Dr. Frick zum Mittagessen Gast bei Konteradmiral Lindstrom. Am Nachmittag stattete der Minister dem stellvertretenden Außenminister West man einen Besuch ab.
„Stockholms Tidmngen" berichtet unter der Ueberschrift „Zusammenarbeit mit der Kirche ist Hitlers Ziel". Dr. Frick habe erklärt, die Reichsregierung halte nach wie vor an dem Grundsatz entschieden fest, daß die Freiheit aller Religionsbekenntnisse geschützt würde, sofern sie die Sicherheit des Staates nicht gefährden. Die Reichs- regierung werde sich von dem Wege nicht abbringen lassen, den sie einmal eingeschlagen habe. d. h. von dem Willen au einer friedlichen Zusammenarbeit mit den verschiedenen Religionsbekenntnissen.
Oetbos in Warschau.
Warschau, 5. Dez. (DNB.) In einer Unterredung Zwischen dem polnischen und dem französischen Außenminister in der französischen Botschaft stellten die beiden Minister die Beständigkeit des französisch - polnischen Bündnisses fest. Sollte die Frage, eines W e st p a k - t e s erneut in Angriff genommen werden, würde Polen an diesen Besprechungen teilnehmen, da der polnisch-französische Bündnisvertrag eine Verständigung zwischen den beiden Regierungen in allen Fragen vorsieht, die die beiden Staaten berühren. Gelegentlich der Besprechung über die Begegnung des französischen Außenministers mit Reichs- außenminister von Neurath seien die Anstrengungen deutlich gemacht worden, die Polen zur Normalisierung seiner Beziehungen mit Deutschland unternommen habe.
Weiter sei auf die Unterredung hingewiesen worden, die die französischen Staatsmänner in London geführt haben. Der französische und der polnische Außenminister seien zu dem Schluß gelangt, daß die gegenwärtige Lage weniger gespannt als vor mehreren Monaten sei. Der polnische Außenminister habe auf seine eigenen Bemühungen hinsichtlich einer solchen Entspannung hingewiesen. Er habe niemals verheimlicht, daß er direkte Besprechungen von Staat zu Staat bevorzuge. Die Frage der polnisch-tschechoslowakischen Beziehungen sei ein Hauptbestandteil der Warschauer Unterredung gewesen. Es handele sich dabei um alte Meinungsverschiedenheiten, für die eine sofortige Lösung schwierig erscheine. Zusammenfassend habe man feststellen können, daß es zwischen den allgemeinen Ansichten der beiden Länder keine tiefergehenden Meinungsverschiedenheiten gebe, wenn auch die Ausdrucksform manchmal unterschiedlich sei, und daß das französisch-polnische Bündnis die Grundlage der Politik der Warschauer Regierung bleibe.
Das Pariser „Petit Journal" meint, bisher hätten die Besprechungen in der Hauptsache ergeben, daß das französisch - polnische Bünonis von der Warschauer Regierung als ein grundlegendes Element ihrer Außenpolitik betrachtet werde. Doch sei gleichfalls offensichtlich geworden, daß auf dem Gebiete der allgemeinen Polittk beide Länder stark verschiedene Auffassungen hätten. Polen verspüre keine besondere Neigung für den Grundsatz der kollektiven Sicherheit, sondern ziehe das Verfahren der zweiseitigen Verträge vor. Delbos könne nicht hoffen, seinen polnischen Kollegen zur französischen Auffassung zu bekehren.
Oie britische Heeresreform.
London, 5. Dez. (DNB.) Mit den geplanten Reformen in der englischen Armee beschäftigen sich die Sonntagszeitungen ausführlich. „The People" !staubt, die britische Armee solle zur „wirksam- ten Kampfwaffe der Welt" gemacht werten. Auf folgende Punkte werde besonderer Wert gelegt werden: Mechanisierung, Ansammlung von Munitionsreserven, Erhöhung der Löhnung, erweiterte Beförderunasmöglichkeiten für Unteroffiziere und Mannschaften, Neuorganisatton der Infanterie, Einführung' neuer Arttlleriewaffen und Vermehrung der Tankbataillone. Die erteilten Waffenaufträge sollen beschleunigt werden. 6 0 Jnfanteriebataillone würden völlig m i t Maschinengewehren ausgerüstet werden. Die Zahl der Minenwerfer und der Tankgeschütze werbe vermehrt, die Tantbataillone mit einem neuen Tank ausgerüstet. Durch Ausstattung mit mechanischen Transportmitteln werde die Beweglichkeit der Armee verzehnfacht werden. Hand in Hand mit dieser Reorganisation der Armee werde auch eine völlige Ueberholung der Luftwaffe erfolgen, die ebenfalls im nächsten Jahre mehr als 100 Millionen Pfund an Kosten verursachen werde.
Die „Sunday Chronicle" lenkt die Aufmerksamkeit auf den angeblich mangelhaften Luftschutz Großbritanniens im Vergleich zu den Maßnahmen in Frankreich und anderen Ländern. Paris sei so organisiert, daß zweieinhalb Millionen Menschen die Stadt bei Luftangriffen rechtzeitig verlassen könnten. „Sunday Times" weist darauf hin, daß der nächste Krieg sehr verschieden von dem letzten sein werde. Englands Aufgabe würde auf der See und in der Luft liegen, und die Schützengräben des nächsten Krieges würden nicht in der Piccardie, sondern in England liegen. Kriegsminister Höre- B e l i s h a wandte sich in Ashtön-under-Lyne dagegen, daß man die Umbesetzungen als „ungewöhnlich" bezeichne. Man habe einige der besten Sol- baten auf ihren Posten absichtlich gehalten. Das würden die Männer sein, die in einem Kriege — den Gott verhüten möge — die Truppen zu führen haben würden. Es sei nur richtig, daß sie ihre Dienstzeit unter den Truppen verbringen sollen, die sie später zu kommandieren haben würden. Sie würben jedoch künftig auch nut der Lsitung
Bezugsquellen und Ausfuhrziele.
Von Or. Earl Wellthor.
bisher noch nicht über sich gebracht hat, mit Deutsch-
Frankreich und Amerika, haben sich zu einem verstärkten Warenaustausch mit dem Reich bereitgefunden.
a m e r i k a mehr Kupfer, aus B r i t i s ch - M a l a y a mehr Gummi und aus den V e r e i n i s '
gten
Staaten mehr Mineralöle. Es hat sich gezeigt, daß mit den Lebensmittelbezügen Großbritanniens
aus seinen Dominien und Kolonien auch die britt- schen Jndusttiewarenlieferungen nach diesen Gebieten abgenommen haben, und daß sich das wirtschaftliche Interesse der britischen Gliedstaaten an Deutschland gesteigert hat. Dies gilt in hervorragendem Maße für den Australischen Bund, der es
land die im Weltkrieg erloschenen geregelten wirt- Mark gebracht. Die Bemühungen Deutschlands um schriftlichen Beziehungen durch Abschluß eines Der-, Aufrechterhaltung seiner Ausfuhr und seiner De- träges auf eine neue feste Grundlage zu stellen. Viseneinnahmen haben allen Schwierigkeiten und Auch zwei Länder, zu denen in den letzten Jahren 1 auch Gegenwirkungen zum Trotz Erfolg gehabt.
tragen, das sein Entgegenkommen nach handelspoli- tischen Rücksichten bemißt. Der Oktober, für den die Zahlen soeben bekanntqegeben worden sind, hat wieder einen Ueberschuß (Aktivsaldo) von 59 Millionen
?i^m"'k.^o^^^^Eerium hat vor einigens fast feindselige Wirtschaftsbeziehungen bestanden, Tagen die Auße nh and elszahlen des Rei- ------ ' ' 1 ~ - - - - -
ches für die ersten neun Monate 1937 nach Ländern und Erdteilen veröffentlicht. Es liegt nahe zu fragen: wieweit folgt die Wirtschaft der Polittk, d. h. m welchem Maß prägen sich die freundschaftlichen Beziehungen Deutschlands zu Italien und Japan, aber auch zu einer Reihe von südosteuropäischen und südamerikanischen Ländereien in den Zahlen der Einfuhr und Ausfuhr aus? — Man wird aber auch folgende Frage stellen und beantworten müssen: wieweit sind unhaltbare Verhältnisse im Wa- renaustausch mit gewissen Ländern durch die Praxis berichtigt worden? Auch ist interessant zu prüfen, in welchem Verhältnis europäische und außereuropäische Länder am deutschen Außenhandel beteiligt waren und ob und wie sich dies Verhältnis in letzter Zeit gewandelt hat.
Zunächst muß gesagt werden, daß d i e deutsche Einfuhr unter dem Vierjahresplan nicht den scharfen Rückgang erfahren hat, den man vielfach im Ausland befürchtet hatte. Im Gegenteil ist eine beträchliche wertmäßige Steigerung, — bei Ein- und Ausfuhr um je über 800 Millionen Mark
oonugt haben, ihre Bestellungen in Deutschland wieder verstärkt. Nicht zuletzt erklärt sich das aus den Erfolgen der deutschen Roh- und Werkstoff- geroinnung. Auch das südosteuropäische I u g o • slawien, zu dem sich die polittschen Beziehungen Deutschlands und auch Italiens in den letzten beiden Jahren immer freundschaftlicher gestaltet haben, vermehrte in den ersten neun Monaten 1937 seine Bestellungen in Deutschland gegenüber dem Vorjahr beträchtlich.
Der U e b e r s ch u ß d e s deutschen Außen» h a n d e l s in den ersten drei Vierteljahren 1937 war mit 311 Millionen Mark fast genau so groß wie in den ersten drei Vierteljahren 1936 (319 Millionen Mark). Wenn auch die deutschen kurzfristigen Aus- landschulden bis auf wenige hundert Millionen Mark getilgt sind, so hängen uns doch noch immer rund 15 Milliarden langfristige Auslandschul- d e n nach, für deren Verzinsung — geschweige Tilgung — der deutsche Außenhandelsüberschuß nicht ausreicht. Wenn uns unsere Gläubiger mit der Revision der Schuldforderungen nicht entgegenkommen, muß es dabei bleiben, daß wir die Ueberwei- fung von Zins- und Tilgungsbeträgen dem einzelnen Schuldner verbieten und sie dem Reich über-
Die deutsche Ausfuhr hat nach den beiden fernöstlichen Ländern, Japan und China einen beträchtlichen Aufschwung genommen. Es ist aber zu erwarten, daß die bewaffnete Auseinandersetzung die Kaufkraft und Kaufbereitschaft dieser Länder schwächen wird. Japan hat bereits auf Grund eines Ermächtigungsgesetzes die Wareneinfuhr scharf gedrosselt und es in der Tat erreicht, daß sich der herkömmliche Passivsaldo der japanischen Außenhandelsbilanz in einen Aktivsaldo verwandelte. Den verstärkten deutschen Käufen in sÜd - amerikanischen Staaten entsprachen vermehrte Fertigwarenlieferungen allerdings geringeren Ausmaßes. So kam es, daß die deutsche Handelsbilanz mit den südamerikanischen Ländern erheblich passiv wurde. Ueberhaupt haben die europäischen Länder bei der deutschen Ausfuhr — im Gegensatz zur deutschen Einfuhr — einen größeren Anteil an der Steigerung gehabt. An der Spitze der Zunahme-Länder stehen Belgien - Luxem- bürg, die Niederlande und das befreundete Italien. Es unterliegt keinem Zweifel, daß innerhalb gewisser Grenzen Länder, die politisch eng befreundet sind, sich auch wirtschaftlich aufeinander einstellen können, — nicht nur in der Weise, daß sie einander als Lieferanten und Bezieher bevorzugen, sondern auch daß sie die Produktion entsprechend den besonderen Bedürfnissen des Partners umgestalten und ausbauen. Schließlich haben auch die skandinavischenLänder, die Jahre hindurch andere Bezugsquellen für Jndustriewaren be
— .zu verzeichnen. Selbst wenn ein Viertel bis ein Drittel die er Steigerung auf höhere Preise zurück- zuführen ist, bleibt immer noch eine erhebliche mengenmäßige Zunahme übrig. Wenn aber in einer Zeit, die allgemein als wirtschaftlicher Aufttieg bezeichnet wird, die Rohstoffpreise sinken, so beweist bas wieder einmal die Unberechenbarkeit der Preisentwicklung und den grundsätzlichen Vorteil, den die rohstoffreichen über die rohstoffarmen Länder haben.
Die deutsche Einfuhr in den ersten 9 Monaten des Jahres 1937 stand unter dem Zwang verstärkten Nahrungsmitlelbedarf s. Deutschland hat daher seine Käufe in denjenigen Ländern verstärkt, die Ueberschußgebiete an Brotgetreide und Futtermitteln darstellen. Unter den europäischen Ländern gehörten dazu in erster Linie wichtige Donau- und Balkanländer wie Rumänien, Jugoslawien, Ungarn, Bulgarien und Griechenland (letztere beiden Länder hauptsächlich für Obst, Tabak und Hülsenfrüchte.) Weiter haben Argentinien mehr Weizen und Mais, Kanada mehr Weizen, Indien mehr Weizen und Reis, Australien mehr Weizen und andere Länder mehr pflanzliche Genußmittel geliefert. Die deut- schen Rohstoffkäufe sind gleichfalls nicht hinter dem Stand des Vorjahres zurückgeblieben. Aus Australien, Südafrika und Frankreich bezog Deutschland mehr Wolle, aus England, Rhodesia, Kanada, Chile und Nord-
behandelt. Das Ergebnis der auf der Grundlage des Bekenntnisses beider Staaten zur gesamtdeutschen Kultur geführten Beratungen wurde in einer Reihe von Empfehlungen niedergelegt.
Die im Haag am 10. November unterbrochenen Verhandlungen über die Regelung des deutsch- niederländischen Zahlungsverkehrs für das Jahr 1938 werden am 7. Dezember in Berlin wieder ausgenommen.
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Die belgische Kammer hat die politische Aussprache über die Regierungserklärung abgeschlossen. Bei der Abstimmung über das Vertrauensvotum wurden 129 Stimmen für und 32 Stimmen gegen die Regierung Janson abgegeben.
Kunst und Wissenschaft.
Der Chirurg Geheimrat Erich Lexer f.
Der Vorstand des Schwabinger Krankenhauses in München, Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Erich L e x e r, ist im Alter von 70 Jahren in Berlin einem Herzschlag erlegen. Mit Geheimrat Lexer ist einer der bekanntesten und hervorragendsten deutschen Chirurgen aus einem überaus arbeitsreichen Leben und Wirken gerissen worden. 1867 als Sohn des Germanisten Matthias Lexer in Freiburg geboren, wurde er 1902 Professor
Abends wichtig - morgens richtig
Chlorodont
an der Universität Berlin, wirkte später an den Universitäten Königsberg, Jena, Freiburg und Bonn, um dann 1928 nach München berufen zu werden, wo er als Nachfolger Sauer bruchs die Leitung der Universitätsklinik und des Krankenhauses links der Isar übernahm. Nach dem Tode von Professor Dax berief ihn das Vertrauen des Oberbürgermeisters am 1. Oktober v. I. an die Spitze des Schwabinger Krankenhauses. Wegen Erreichung der Altersgrenze schied Geheimrat Lexer aus dem Lehrkörper der Universität München, wurde aber vom Reichserziehungsminister Rust mit einem Lehrauftrag für Wiederherstellungschirurgie an der Universität München betraut. Don Lexers wissenschaftlichen Arbeiten sei hier nur das bekannte zweibändige Lehrbuch der allgemeinen Chirurgie genannt.
größerer Aufgaben vertraut gemacht werden. Die Umstellungen verfolgten den Zweck, den Truppenführern ein Maximum an Selb- ftänblgfeit und den Generalstäblern ein Maximum an Freiheit von Verwaltungsarbeit zu geben.
Der jugoslawische Besuch in Rom
Rom, 5. Dez. (DNB.) Der jugoslawische Ministerpräsident und Außenminister, Dr. Stoja - binomisch ist in Begleitung feiner Gemahlin in Rom eingetroffen, wo er auf dem Bahnsteig vom Duce, dem Außenminister, Grasen C i a n o und anderen Vertretern von Staat und Partei empfangen worden ist. Vom Diplomatischen Korps waren außer den Gesandten der Kleinen Entente und des Balkanbundes auch Botschafter von H a s s e l l erschienen, der vor der Uebernahme seines Postens in Rom die deutsche Gesandtschaft in Belgrad geleitet hat. Der Ministerpräsident begrüßte Botschafter von Hassell besonders herzlich.
Die römische Presse brachte zur Ankunft des Ministerpräsidenten herzlich gehaltene Begrüßungsartikel. „Giornale d'Jtalia" hebt hervor, daß der Besuch des Ministerpräsidenten zwar nicht zum Abschluß irgendwelcher neuer Abkommen führen werde, jedoch In allen Fragen die politische und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Italien und Jugoslawien aktiver ge st alten werde. Sie fei mit der Achse Rom—Berlin ein Faktor der Ordnung und Beständigkeit für Europa.
Erweiterte Steuerbefreiung für Weihnachtsgeschenke.
Berlin, 4. Dez. (DNB.) Der Reichsminister der Finanzen hat seine Anordnungen über die Steuerbefreiung für Weihnachtsgeschenke ergänzt. Danach sind einmalige Zuwendungen von Arbeitgebern an ihre Gefolgschaft s m i t g l i e d e r zu Weihnachten (Weihnachtsgeschenke) im Kalenderjahr 1937 von der Einkommensteuer (Lohnsteuer), Wehrsteuer, Gewerbesteuer (Lohnsummensteuer) und Schenkungssteuer befreit, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind: Die einmaligen Zuwendungen in der Zeit vom 20. November bis 24. Dezember 1937 erfolgen, über den vertraglichen (tariflichen) Arbeitslohn hinaus gewährt werden und die Höhe eines Monatslohnes nicht übersteigen. Die Steuerbefreiung gilt nur für Arbeitnehmer, deren M o - natslohn nicht 200 Mark übersteigt oder den Betrag von 200 Mark nur deshalb übersteigt, weil in den Arbeitslohn soziale Lohnzulagen (z. B. Zuschläge für die Ehefrau und für Kinder ober für die Unterstützung von Angehörigen) ober Entgelte für Ueberftunben enthalten sind.
Freiwilliger Eintritt in die Wehrmacht znm Herbst 1938.
Meldeschluß: 5. Januar 1938.
DNB. Das Reichskriegsministerium gibt bekannt: Für die Heri)jteinstellung 1938 können noch Frei
willige beim Heer von allen Waffengattungen für eine Dienstzeit von zwei Jahren,
bei der Kriegsmarine für eine Dienstzeit von vier Jahren im Flottendienst und für eine Dienstzeit von zwei Jahren im Küstendienst (See), in letzterem jedoch nur Angehörige der seemännischen Bevölkerung,
bei der Luftwaffe von der Fliegertruppe und Luftnachrichtentruppe für eine Dienstzeit von zwei oder viereinhalb Jahren, von der Flakartillerie für eine Dienstzeit von zwei Jahren (Bewerber mit technischer Vorbildung bei allen drei Waffengattungen bevorzugt), angenommen werden.
Näheres ist aus den Merkblättern für den Eintritt als Freiwilliger in die einzelnen Wehrmachtsteile zu ersehen, die bei allen Truppenteilen, den Wehrbezirkskommandos und den Wehrmeldeämtern zu erhalten sind. Auf die Möglichkeit zum freiwilligen Eintritt werden insbesondere junge Leute hingewiesen, die aus beruflichen Gründen frühzeitig ihre aktive Dienstpflicht erfüllen wollen,, z. B. Abiturienten vor Beginn des Hochschulstudiums.
Wer im Herbst 1938 als Freiwilliger eintreten will, muß sich jedoch umgehend bei dem Truppenteil (Bataillon ober Abteilung) melden, bei dem er einautreten wünscht, da am 5. Januar 1938 bereits Meldeschluß ist. Nach dem 5. Januar 1938 eingehende Meldungen können bei allen Wehrmachtsteilen nur nach für die Einstellung im Jahre 19 3 9 berücksichtigt werden.
Kleine politische Nachrichten
Die subjekttve Besserung im Befinden Ge- neral Ludendorffs hat nach Ansicht von Professor Kielleuthner wie auch des Internisten Dr. Forell, der von Anfang an dem Erkrankten seine ärztliche Hilfe widmet, auch am Sonntag an ge f) alten. Trotzdem bleibt der Zustand nach wie vor für die nächste Zeit ernst.
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Der Deutschlandsender bringt am Mon - tag um 22.20 Uhr als Aufnahme einen Ausschnitt aus der am gleichen Tage im Berliner Sportpalast stattfindenden Kundgebung des Reichskolonialbundes, in der Reichsstatthalter General Ritter von Epp und der stellvertretende Berliner Gauleiter G ö r l i tz e r über Deutschlands Kolonialforderung sprechen.
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Der Führer und Reichskanzler empfing den zur Zeit in Berlin weilenden deutschen Gesandten in Columbien Dr. Di11ler zur Meldung. Ferner den deutschen Gesandten in Uruguay Langmann vor seiner Ausreise nach Montevideo.
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Am 29. November trat der „Ausschuß für kulturelle Angelegenheiten zwischen dem Deutschen Reich und Oesterreich" zu seiner zweiten ordentlichen Tagung in Berlin unter dem Vorsitz des Vortragenden Legattonsrates Dr. von Twardowski vom Auswärtigen Amt zusammen. Hierbei wurden die Möglichkeiten eines weiteren Abbaues noch bestehender Schwierigkeiten im kulturellen Verkehr sowie der Entwicklung der kulturellen Beziehungen auf dem Gebiete der Wissenschaft, der Kunst, des Vortragswesens, des Rundfunks, des Sportes, des Film- und Buchwesens
Aus aller Wett.
Elf Arbeiter vom Zug überfahren und getötet.
Die Reichsbahndirektion Stettin teilt mit: Arn 4. Dezember, morgens 5 Uhr, fuhr der Personenzug 591 Berlin—Groß-Boschpol zwischen Zarne- fanz—Belgard (Pommern) in eine Gruppe von Arbeitern. Es wurden zehn Arbeiter getötet, zwei schwer und sechs leicht verletzt. Von den Verletzten, die sofort in das Belgarder Krankenhaus gebracht wurden, ist einer inzwischen g e - torben. Nach der bisherigen Untersuchung hat )as Zusammentteffen mehrerer ungünstiger Um- tände den Unfall herbeigeführt. Eine Arbeitergruppe von etwa 20 Mann hat während der Arbeit das dem Baugeleis benachbarte Betriebsgeleis beschritten, ohne daß hierfür eine Notwendigkeit vorlag. Die Annäherung des Personenzuges im Rücken der Arbeiter ist infolge des starken Ostwindes wahrscheinlich überhört worden. Ob der ausgestellte Sicherheitsposten das Warnungssignal rechtzeitig gegeben hat, muß die Untersuchung noch ergeben.
Schneesturm über dem Bayerischen Wald.
Heber dem Bayerischen Wald setzte am Sonntag ein heftiger Schneesturm ein, der beträchtlichen Schaden anrichtete. Am stärksten wurde das Gebiet von Kötzting und Viechtach betroffen, wo fast sämtliche Fernsprech- und auch Hochspannungsleitungen zerstört wurden. Vielfach trat Kurzschluß ein, so daß manche Betriebe ihre Arbeit stark einschränken mußten. Der Bahnverkehr hatte stark unter Schneeverwehungen zu leiden.
Englisches Verkehrsflugzeug ins Meer gestürzt.
Ein großes Verkehrsflugzeug der Imperial Airways ist aus bisher unbekannter Ursache im Flughafen von Brindisi (Unteritalien) beim Start i n s Meer gestürzt. Von der Besatzung sind zwei Mann ums Leben gekommen, während alle anderen Insassen, die nur leichte Verletzungen davongetragen haben, gerettet werden konnten. Das Flugzeug, das sofort versank, tonnte nicht geborgen werden.
Wetterbericht
des Beichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Durch den Ausbruch eines Hochs über Nordeuropa wird die von Westen heranziehende Störung nunmehr südlich abgetrieben und dabei unsere Witterung vorübergehend beeinflußt. Die zu erwartenden Niederschläge werden voraussichtlich als Schnee fallen.
Aussichten für Dienstag: Nach kalter Nacht Tagestemperaturen wenig über 0 Grad, wechselnde mit zeitweiser Aufheiterung noch vereinzelte Niederschläge. Winde um West.
Aussichten fürMittwoch: Weiterhin kalt, nachts Frost, wieder aufheiternd, aber nicht ganz beständig.
Tagestemperaturen am 5. Dezember: mittags 3,1 Grad Celsius, abends 2,6 Grad: am 6. Dezember: morgens 1,5 Grad. Maximum 3,5 Grad, Minimum heute nacht 1,0 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Dezember: abends 3,2 Grad: am 6. Dezember: morgens 2,6 Grad. — Niederschläge 2,4 mm.
flauptjdjriftleiter Dr Friedrich Wilhelm Vange Stellvertreter des Huuptschnftleiters: Ernst Blum- schein Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Fr W Lange, für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Vlumfchein Anzeigenleiter Hans V?ck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 37: 10 780. Druck und Verlag Bruhllchc Unioerfiiätsörudtret R Lange K -G sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM 2.05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf mehr Einzelverkaufs- preis 10 Pf und Samstags 15 Pf. mit der
Illustrierten 5 Pi mehr
Zur Zeit tft Preisliste Nr 4 vom 1. September 1937, gültig,


