nun, des Schlingels Senin Habhast zu werden, doch dieser war wie oom Erdboden verschwunden.
Lenin mit Backenbart.
3m Wächterhäuschen der Automobilfabrik Renault & Co. waren der unsicheren Zeiten wegen zwei neue Wächter eingewlesen worden, als Gehilfen für den alten Allelujew. Es waren Lenin und sein stählerner Sekretär Dshugaschwili (Stalin). Lenin ließ sich einen Backenbart wachsen und versah gern den Telephondienst, der ihn mit seiner Smolna- Zitadelle verband, während Stalin diesen Intervall im stürmischen Dasein romantisch unterkellerte: er verlobte sich mit Frl. Allelujew, seiner späteren Frau. Die Zeit arbeitete für den Flüchtling Lenin. Es wirken Trotzki, Krylenko, Dsershinski, ein Teil der Menschewiki geht zu den Radikalen über — zu stark ist die Werbekraft der simplen Parole Lenins. Schluß mit dem Blutvergießen! Alle Macht dem arbeitenden Volke! Rieder mit den Ausbeutern und Blutsaugerkreisen!
Am 7. November ist der Apfel reif. Krylenko läßt alle Ersatzbataillone antreten, die Ministerien, Post, Telephon, Banken, Bahnhöfe werden im Handstreich besetzt — nur der Winterpalast, der Sitz der Kerenski-Regierung, hält sich noch, verteidigt von Frauenbataillonen und den Junkern der vier Militärschulen. Doch ist die Lage unhaltbar, von der Flußseite schießt der Kreuzer „Aurora" gerade in die Front des Palastes, wo Kerenskis und des Revolutionsgroßmütterchens Schlafgemächer waren, vom Westen und Süden wird der Winterpalast von der Admiralität und dem Generalstabsgebäude flankiert, überall hier sind von Krylenko MG.-Rester eingebaut. Rapoleon-Kerenfti ist richtig in der Mausefalle. Vier Regimenter stürmen vor, ein Flügel des Palastes nach dem andern wird von der Ueberzahl erobert. Es wird kein Pardon erbeten und auch kein Pardon gewährt. Ein Gemetzel beginnt, nur 50 Verteidiger können sich retten, weil die Sieger was Besseres entdeckt habenden Zugang zu den Weinkellern des Zaren!
Kerenski haut ab.
Ausbruch zur parsorce-Iagd
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Aus Anlaß der Internationalen Iagdausstellung wurde beim Jagdschloß Grünewald eine große Par force-Jagd abgehalten, bei der die Mitglieder des französischen Jagd-Klubs „Socidte Frangaise de V&ierie“ ihre eigentümlichen Jagdformen vorführten. Zahlreiche hervorragende Ehrengäste nahmen an dieser Veranstaltung teil. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
Tagebuchblätter von einer Riviera-Fahrt.
Derweil zieht Saschka Kerenski die Kleider des „Großmütterchens" an und entfleucht durch einen Bogengang in die „Eremitage" (Museum) und von dort ins nahe gelegene Hotel des Botschafters Sir George Buchanan, feines hohen Auftraggebers vom Winter 1916, dessen Auto ihn dann zu seinem Todfeind General K o r n i l o f s bringt. Hier erhält er Hosen, Wodka und verschwindet für immer in der politischen Versenkung... Im Wächterhäuschen der Firma Renault tut sich indessen was. Kerenskis Gegenspieler hörte wohl den Donner der „Aurora"- Kanonen, war sich über den Verlauf der ganzen Aktion aber durchaus nicht im klaren. Da endlich ein Anruf von Leo Trotzki: Jljitsch, sind Sie es? Also gratuliere — die ganze Macht uns! — Lenin noch ein wenig ungeduldig: Was heißt das, haben wir wirklich gesiegt? — Trotzki: Ja, vollkommen, das Winterpalais ist in unserer Hand, Kerenski leider entkommen. — Lenin: Kann man also den Bart abnehmen? — Natürlich! — Nach einer Stunde war der enthärtete Sieger im Smolna- Kloster, und noch am selben Tage ging durch Funkspruch das Friedensangebot an die Mittelmächte ab. Am nächsten Tage brachten die „Jswestija" das Pronunziamento über die Diktatur des Proletariats, Verstaatlichung des Großgrundbesitzes und Aechtung aller blutsaugerischen Kreise.
»Nitschewo.^
20 Jahre sind es her, daß das Banner mit Sichel und Hammer auf dem Kreml und dem Winterpalast weht. Statt 20 000 zaristischer Exzellenzen tyrannisieren gut 200 000 jüdische Kommissare,, GPU- Leute, bolschewistische Unterwelt-Aktive das geduldige Volk der Mushiks. Der Bauer ist völlig entrechtet, statt des ersehnten Anteils am Herrenland ist er feines letzten Eigenbesitzes verlustig gegangen und „robotet" als rechtloser Kolhos-Prolet in einer der Getreidefabriken, wenn er nicht etwa als störrischer Kirchenaläubiger in einem der großen Arbeitslager des Polarkreises sich für ein Pfund Brot pro Tag au Tode schinden lassen muß. Es kann noch sehr lange dauern, denn wahrlich groß ist der Eurasier Geduld. Das Tatarenjoch hat volle zweihundert Jahre gedauert und ist weniger durch eine militärische Aktton abgescküttelt worden, denn so allmählich wie eine Schlangenhaut abgeplatzt... „Nitschewo" (es macht nichts), es wird sich schon alles einrenten, denkt der Slawe.
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Auf der Internationalen Jagdausstellung in Berlin kann man auch die größte Antilope der Welt bewundern, die Bengt Berg auf feiner letzten Afrika-Expedition im anglo-ägyptischen Sudan erlegte. Dieses wertvolle Stück ist bas erste Geschenk Bengt Berqs für das oom Führer geplante Brehm- Ruse um Unsere Aufnahme zeigt den berühmten llatursorscher mit seinem Riesenelant.— (Scherl-M.)
Don unserem Or. 3- B.-Sonderberichierstatier.
in.
„Nachsaison" in Nizza,
Nachdruck verboten.
Nizza, Oktober 1937.
Eigentlich ist die Riviera-Saison schon seit mehr als vier Wochen vorüber. Wenn in Frankreich die Schulen wieder begonnen haben und nach den Urlaubsmonaten die Industriellen, die Großkaufleute und wer immer sonst sich einen Riviera- Aufenthalt leisten kann, zu ihrer Beschäftigung zurückgekehrt sind, dann schließen in Nizza und Cannes, in Monte Carlo und Menton, in St. Jean, Beaulieu und auf Cap Ferrat die großen Hotels, um im Dezember ober Januar zur Hauptsaison roieber zu öffnen, die dann erst im Mai für zwei Monate unterbrochen wird. Die Zeit der Riviera- Saison ist so gut wie gar nicht vom Wetter abhängig als vielmehr von der Tatsache, daß schließlich, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, alle Menschen einmal im Jahr auch arbeiten müssen Auch in Frankreich, dem Rentnerland, ist durch die fortgesetzte Frankenentwertung die Zahl der großen Vermögen in den letzten Jahren bettächtlich zusammengeschrumpft, so daß es nur noch verhältnismäßig wenige sind, die sich noch den Luxus eines ununterbrochenen Lebens im sonnigen Süden leiten können. Sie müssen sich also wohl oder übel einen bestimmten Teil des Jahres auch ihren Ge- chäften widmen, um dann den restlichen wieder nach Cannes und Nizza zur „Saison" fahren zu können. Die Amerikaner aber, die in den ersten Nachkriegsjahren in großer Zahl nach Südfrankreich kamen und hier viele schöne Häuser, Hotels und auch Landbesitz erworben haben, sind nach der großen amerikanischen Wirtschaftskrise viel seltener geworden. Außerdem hat sich ja inzwischen auch der Strand von Florida zu einem begehrenswerten amerikanischen Luxusbad entwickelt.
Nun, auch wenn die eigentliche „Saison" vorüber und die langen Fronten geschlossener Fensterläden der weißen Riesenhotels den Prachtstraßen der weltberühmten Riviera-Kurorte ein seltsames Aussehen geben, so gibt es doch auch hier eine Nach- aifon, die in erster Linie dem sogenannten „bürgerlichen" Publikum vorbehalten ist, bas die billigeren Preise einer solchen Nachsaison erschwingen kann. Buchhalter aus Der französischen Provinz, mittlere Gutsbesitzer, die die Ernte in ihre Scheuern gebracht haben, Hotelbesitzer aus dem Elsaß ober aus der Normandie, für die in ihrer Heimatprovinz nun auch die Saison vorüber ist und die sich von deren Anstrengungen ein wenig erholen wollen, wandeln jetzt auf Der Promenade des Anglais oder dem Quai des Etats Unis in Nizza, und auch manchen deutschen Laut vernimmt man in diesen Herbstwochen in den Cafss und Brasserien; denn mancher Reichsdeutsche, der die Weltausstellung in Paris besucht hat, benutzt die Gelegenheit, um nun auch noch den Süden Frankreichs kennen zu lernen
Nach deutschen Begriffen ist diese Nachsaison weit mehr, als was ihr Name besagt Mancher Deutfdje Kurort würde sich freuen, wenn ihm zur Hauptsaison solch lebhafter Besuch beschieden wäre, und nicht allein solch Besuch, sondern auch solch strahlende Sonne, solch ein ewig heiterer Himmel, solch eine wunderbare Wärme Denn bas ist ja bas Einzigartige, Bezaubernbe an bieser Riviera: daß bie klimatischen Voraussetzungen fast zu jeher Jahreszeit so günstig find, baß immer Erholung unb Entspannung in der freien Natur gewährleistet werben. Welch unermeßlichen Reichtum besitzt damit dieser Küstenstrich.
Man braucht nur einmal über den Markt von Nizza zu gehen, um diesen Reichtum, ein lebendiges Abbild dieses sonnigen Südens, in seiner ganzen Fülle zu ermessen. Zu keiner Jahreszeit reißt hier die Zufuhr all der vielen Herrlichkeiten ab, die sich des Menschen Herz und auch sein Magen zu erträumen mag. In diesen Herbstwochen aber sind die Gaben schier unermeßlich, bie bas Lanb in Verven auf ben Marktständen unb ben Tischen anhäuft. Der Markt von Nizza nimmt in ber Tat unter allen Märkten Europas einen besonders be- vorzugten Platz ein, unb wenn an sich schon ber Franzose eine gute Küche liebt, so der verwöhnte Kurgast der Riviera noch eine ganz besonders aus- gezeichnete. So findet man denn auf ben ungezählten Marktstänben in Nizza, auf benen auch bie großen Hotels ber Kurorte, meistens burch ihre Chefs unb Direktoren persönlich jeden Morgen eintaufen, die schönsten unb feinsten Gemüse Dip ber Erbboden hervorzubringen vermag
Diele dieser Sorten gibt es natürlich auch Daheim tn Deutschland, aber kaum in derart feinen Qualitäten unb nicht zu Derart billigen Preisen. So kann
man hier gerabe jetzt bie feinsten grünen Bohnen unb Erbsen um ganz wenige Pfennige kaufen. Und dann vor allem eines: Das günstige Klima erlaubt es, bas ganze Jahr hindurch zu ernten. So gibt es keine Jahreszeit, in ber nicht frisches Gemüse jeder Art zu haben wäre. Ein reizvoller Genuß aber ist es, all die vielen einheimischen Gemüse kennenzulernen. Da gibt es die Poivrons (Pfefferbirne), ein leuchtend rotes ober auch orangenfarbenes, birnenförmiges Gemüse, bas herrlich mundet, ober die zarten Vieltes, die unserem Spinat in Farbe und Zubereitung ähneln weiter eine Art gelben Blumenkohls, Brocolis, ober bie würzige Aubergine, Potirons unb Campettes. Und der französische Koch versteht es meisterhaft, diese Gemüse, die durchweg in einem besonderen Gang nach dem Braten gereicht werden, überaus schmackhaft zuzubereiten.
Aber nicht das Gemüse ist es allein, was ben Fremden am Nizzaer Markt besonders erfreut. Das ist vielmehr das herrliche Obst, bas hier frisch von ben Bäumen unb Stauden weg feilgeboten wird. Außer schönen Aepfeln und Birnen, mit denen allerdings die deutschen gut konkurrieren können, vor allem frische grüne Feigen, wie wir sie im Norden überhaupt nicht kennen lernen, die schönsten und größten blauen unb gelben Weintrauben, Bananen und Oliven, die hierzulande in den verschiedensten Zubereitungen gern gegessen werden. Weiter findet man den leuchtend rotgelben Grenade, den Granatapfel, bie Kakis unb bie Neffles, zwei Früchte, bie, japanischen Ursprungs, an ber Riviera heimisch geworden sind Beliebt sind hier auch die Arbouse, die äußerlich halb unserer Kirsche und halb unserer Erdbeere äyneln. aber mit beiden nichts gemein haben, sondern eine herbe, aber schmackhafte Frucht sind. Eine der schönsten Früchte dann die prachtvolle grüne oder gelbe Melone, die hier viel als Vorspeise genossen wird. Auf ungezählten Ständen sieht man um diese Jahreszeit die braunen Kastanien, Maronen. Ganze Wälder gibt es, in denen sie jetzt im Herbst geerntet werden.
Wirklich: Der Markt in Nizza ist ein Erlebnis für sich, nicht nur für ben Gaumen, fonbern auch für Das Auge. Das gilt vor allem von ber B 1 u - menpracht. Wohl nur Holland hat darin etwas Aehnttches zu bieten. Nizzaer Blum werden in alle Welt versandt. Aber es ist immer nud) genug da, was die hundert und aber hundert Tische auf dem Sguare Massena und dem Square Roland Garros schmücken kann. Gladiolen und Rosen bieten sich in verschwenderischer Fülle und Pracht zum Kauf an. Unb bann Nelken. Millionen Nelken, zu dicken Bündeln zusammengebunden, dunkel- und hellrot, weiß und gelb, violett und orange werden sie einem auf Schritt und Tritt entgegengehalten. Wir machen uns das Vergnügen, einen solchen Strauß einmal durchzuzählen: es waren mindestens für Dutzend darin. Und diese fünf Dutzend kosteten, sage und schreibe, gegen elf Uhr mittags zwei Franken, bas finb nach unserem Gelbe etwa 18 Pfennige. Eine Stunde später aber, gegen Ende ber Marktzeit, wurden sie schon für einen Franken abgegeben ...
Nachsaison in Nizza. Weder ber Strand noch ber Markt scheinen biefes Wort zu rechtfertigen. Wie aber mag es erst sein, wenn bie eigentliche Kurzeit begonnen unb ber bezaubernbe Riviera-Frühling seine Blütenfülle schenkt?
Baut Habfaljrtoege!
Nichts kann bie Wichtigkeit eines bebeutungs- vollen Problems, wie es der Radwegebau in Deutschland darstellt, besser unterstreichen, als der Hinweis auf Zahlen und Tatsachen die zu denken geben Nimmt man an, daß ein Radfahrer täglich im Durchschnitt drei Kilometer, pro Jahr also rund 1000 Kilometer fährt, dann bedeutet dies, daß die 17 Millionen deutsche Radfahrer pro Jahr die gewaltige Strecke von 17 Milliarden Kilometer zurücklegen, das heißt also (um es banal auszudrücken): sie radeln jährlich 4 5 0 0 0 m a1 von ber Erbe nach bem Mond ober 400 OOOmal um bie Erbe an ihrer „bicksten" Stelle, am Aequator Diese Verkehrsleistungen bes beutschen Rabfahrers erreichen s a ft 40 v H des gesamten jährlichen Reichsbahn-Per- sonenkilometer-Verkehrs.
Da das Leben unserer Heranwachsenden Schuljugend für den Staat und seine völkische Zukunft unersetzlich ist, kann an Der Tatsache daß täglich zwei M'llionev Schult aber auf ihrem Wege von und zu der Schule Das Fahrrad benutzen, und daß deshalb gerade für
sie angesichts der zunehmenden Gefahren des Verkehrs die Anlage von Radfahrwegen geradezu eine Notwendigkeit ist, nicht Dorübergegangen werden Da keine andere Möglichkeit besteht, Die radfahrende Jugend vor Den Gefahren Des Verkehrs zu schützen, als durch den Bau von Radwegen, ist es nur zu verständlich, daß auch die Eltern in allen Städten Deutschlands dem Bau von Radwegen ihr besonderes Augenmerk widmen müssen.
Geschichten ans aller Welt.
Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.
Ein kostspieliger Papagei
B D. Sidney.
In einem australischen Kinderheim hielt sich eine Pflegerin einen Papagei Eines Tages mußte test- gestellt werden, daß einem Säugling fast die ganze Na e und drei Fingerspitzen zerhackt waren. Augenzeugen waren nicht vorhanden Ein großes Aufgebot von Sachverständigen sollte sich zu der Frage äußern, ob ein Papagei von dieser Art und dieser Größe solche Verheerungen bei einem kleinen Menschenkind anrichten könnte Der Gerichtshof bejahte schließlich die Frage, daß die Schäden durch den Papagei verursacht worden seien, daß die Beaufsichtigung des Vogels bzw des Säuglings durch Nachlässigkeit gelitten habe, und kam zu einer Verurteilung Die Schabenssumme würbe auf 15 000 RM in unserem Gelbe festgelegt mit dem Vorbehalt, baß das Geld bzw bie Zinsen bis zum 21 Lebensjahre bes Kinbes lediglich für ärztliche Behanblung bes Kindes angegriffen werben bürfen.
Das kalte Bad im Keller
(th) Neuyork.
Ein Einbrecher hatte sich darauf spezialisiert, hf leeren Häusern die Bleirohre abzuschneioen und zu „verwerten" So war er auch in ein Haus in Der Lincoln-Avenue eingestiegen. Aber er hatte sich wohl im Datum geirrt. Denn Der Inhaber des Hauses schlief in jener Nacht zum letzten Male Dort. Mit Ruhe stieg der Einbrecher gleich in ben Keller hinunter unb machte sich baran, die Wasserrohre abzuschneiden, benn immer würbe im Augenblick ber Räumung eine4 Hauses bas Wasser ab- gestellt. Hier aber ergab sich für ihn eine unangenehme Ueberrafdjung. Er sah sich auf einmal
gegen Katarrhe
Husten
Heiserkeit
Hauptniederlage: Jean Weisel, Gießen, Sonnenstraße 6, Telephon 3888.
zwei großen Wasierrohren gegenüber, bie gewaltige Mengen Wasser mit großem Druck gegen ihn schleuberten. Die Kellertür konnte von innen nicht geöffnet werben. Das Wasser stieg unb stieg Der Einbrecher brüllte um Hilfe. Und der Bewohner des Hauses kam schläfrig und verstört gerade noch im rechten Augenblick, den Kerl zu retten, der anfangs nicht einmal erzählen wollte, wie er in diese peinliche Lage gekommen war.
Siamesische Kämpferfische.
chb. C o n-b o n
Im Londoner Zoo ist vor einigen Tagen ber m ber Anglerwelt bekannte Kämpferfisch mit einem Weibchen eingetroffen. Dieser Fisch lebt in ben siamesischen Gewässern Wenn er einen anbern Fisch angreift ober Kämpfe mit seinen Artgenossen um bas Weibchen ausficht, verändert sich seine stumpfe graue Farbe plötzlich unb wechselt über zu stark scharlachenen, blauen und grünen Tönen, bie selbst in größerer Tiefe noch meterweit leuchten.
Die siamesischen Fischer haben leiber aus ber Kampflust biefes Fisches einen „Sport" gemacht unb veranstalten Zweikämpfe, ganz ähnlich wie bie berüchtigten Hahnenkämpfe, denen man auch manchmal noch in Frankreich und England begegnet Diese Zweikämpfe finden in besonders dazu angelegten Teichen statt, und dabei werden oft hohe Wetten um den siegreichen Fisch abgeschlosien Sobald einer der Fische ermattet an die Oberfläche steigt, wird der Kampf abgebrochen, damit fein Eigentümer ihn wieder pflegen unb zur Zucht weiterer Kampffische benutzen kann. Das Tier ist auch ein guter Familienvater: zur Paarungszeit baut er ein Nest unb folgt bem Weibchen, bas seine Eier achtlos legt um sie Stück für Stück ins Nest zu beförbern. Wenn er biefe Arbeit verrichtet hat, hält er Wache vor bem Nest, bis bie Jungen ausschlüpfen.
Das Grab der Kameliendame.
C. K. Paris.
Auf bem Friebhof bes Montmartre In Paris erhebt sich ein marmornes ©rabbenfmal in klassizistischer Form, das von einer bekränzten Urne gefrönt ist Auf beiden Seiten des schlichten Sockels ist die Inschrift eingemeißelt: „Hier ruht Alphon- fine Plessis, geboren den 13 Februar 1824, gestorben ben 3 Februar 1847 De Profundis!" lieber das Grab breitet eine alte Platane ihren schützenden Wipfel, und auf dem Sims des Denkmals stehen eine Reihe Blumenoasen verschiedenster Form, bie, so lange die Besucher des Friedhofs sich erinnern können, wahrscheinlich in den ganzen neunzig Jahren, seitdem das Grabdenkmal steht. Tag für Tag mit frischen Blumen gefüllt sind, Veilchen, Mimosen, Maiglöckchen, Rosen, je nach Der Jahreszeit kostbare Treibhauserzeugmsse neben einfachen Blumen des FelDes Die Tote die unter diesem Grabstein ruht, und mit deren Andenken hier von unbekannten Händen ein so zärtlicher Kult getrieben wird, ist das Urbild Der Kameliendame", die Tochter des Hausierers Marin Plessis und der Marie Peshayes, zu ihrer Zeit unter dem Namen Marie Duplessis eine der bekanntesten Kurtisanen von Paris, deren rührende Geschichte der jüngere Alexander Dumas in feinem 1849 erschienenen Roman .Die Kameliendame" erzählt hat Der Roman hatte einen guten Erwlg, wirklich berühmt wurde aber erit bas Theaterstück, das Dumas auf Den Rat eines Freundes daraus machte, und das 1852 zuerst aufgestihrt wurde Halb Paris hatte die schöne Marie Duplessis noch gekannt oder doch von ihr gehört und alles strömte ins Theater, um sie auf Den Brettern wieder erstehen zu feilen D'" Vicomtesie Vera de la Jonchöre machte aus dem Grabmal eine Kultstätte Während Inna^r Jahre pilgerte sie tagein, tagaus dorthin um es mit frischen Blumen zu schmücken. Niemals hat jemand Den Grund ihres


