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uogemartet werden. Der neue Bundesleiter Bürger-1 in der Lobelin-Einspritzung für den 23. Oktober meister a. D. Äarl, Schneider wird demnächst festgesetzt.

auch in Gießen über diese und andere wichtige Die Tagung fand ihren Abschluß mit praktischen Hebungen in der Schwimmhalle, die vor allem der einheitlichen Handhabung in der Prüfungsabnahme dienten. Von Seiten des Landesverbandes ist ge­plant, die Lehrscheininhaber öfters zu Arbeits- und Hebungsgemeinschaften zusammenzurufen.

Sparerfragen sprechen. Schließlich gedachte er noch des Geburtstages des früheren Gießener Dor- sitzenden Christian Reiber, der 81 Jahre alt ge­worden ist, und des hessischen Ehrenvorsitzenden und Vorkämpfers für die Wiedergutmachung des an den Sparern begangenen Hnrechtes, des Oberland­gerichtsrates a. D. Dr. B e st, der seinen 82. Ge- burtstag feiern wird. Nachdem noch organisatorische Fragen besprochen waren, wurde die Versammlung in üblicher Weise geschlossen.

Gchülerkonzert

bei Cläre Echlesier-Allmann.

Für Freunde der Hausmusik und ihrer so not­wendigen Pflege war das Schülerkonzert der Klavierschule von Frau Schlesier - Altmann am Sonntag ein schönes Sonntagserlebnis. Mit einer gut gewählten Vortragsfolge, an der zu loben ist, daß sie auch unsere klassische Musik reichlich be­rücksichtigte, war Gelegenheit geboten, sich ein Bild zu machen von der Arbeit, die hier geleistet wird, und von den schönen Ergebnissen, zu denen sie führt. Die jugendlichen Schüler und Schülerinnen waren eifrig bei der Sache und gaben ihr Bestes.

Den fast weihevollen, feinen Anfang der Dar­bietungen bildete ein Klaviertrio Fs-Dur von Sixt, zu dem Renate R o e s e (Violine) von der Schule Bostroem und Carl Gros (Cello) von der Schule Hermann ihr schönes Können zur Verfügung ge­stellt hatten. Das Klavier spielte M. Stitz. Es war eine Freude, dem gemeinsamen Musizieren der Drei zuzuhören, die in sauberem und geläufigem Spiel, mit guter Betonung und klarer Heraus- arbeitung des jeweils führenden Instrumentes, das in feiner edlen Melodik und Harmonie sehr oft ansprechende und innige Merkchen sehr schön Wie­dergaben. Nach einem kurzen,Lied" betitelten Klavierstück von Tschaikowsky, von Karola A rn p t sorgfältig gespielt, und dem CharakterstückGlocken­spiel" von Couppey, vorgetragen von Clara A m p t, hörte man das bekannte O-ctur-Menuett von Bach, das Helmut Knoll sorgfältig zum Vor- trag brachte. Eine besonders schöne Leistung bot Hannelore Dem mit dem reizvollen Stückchen Die Mühle" aus JensensWanderbilder", Kla­vierspiel zu vier Händen ist immer reizvoll und das beste Mittel zur Erzielung von Taktsicherheit und Musizierfreüdigkeit. Es sollte wieder viel mehr gepflegt werden. So freute man sich, es auch mit einer Nummer in der Vortragsfolge (KnorrWie­genlied und Menuett") vertreten zu sehen. Margot Stitz und Marianne Krämer waren gut auf­einander eingespielt und wurden dem Musikstück mit seinen wohltuenden Harmonien durch leichten und doch tragenden Anschlag und durch klares Her- vorholen der bald im Diskant, bald im Baß auf« tauchenden Melodie gerecht. Rosemarie Well­stein gab einem Andantino von Mozart innigen Ausdruck, spielte zwei Tänze von Beechoven mit großer Sicherheit und entfaltete in dem neckischen Spiel eines Klavierstücks von Zilcher große Geläu­figkeit bei Harpeggien und Trillern. Der Vortrag von Mozarts Sonate F-dur, 1. Satz, mit dem sehr sauberen Spiel der Verzierungen, Läufe und Tril­ler machte der kleinen Spielerin M. Stitz alle Ehre. Beethovens Sonate G-dur, op. 79, 1. Sah, gespielt von M. Krämer, war das gleichwertige Gegenstück dazu. Gern begrüßte man Schuberts Impromptu" G-dur, das Helmut Dietz mit tech­nischer Gewandtheit und guter Einfühlung in die romantische Welt des Tondichters vortrug. Die schmelzenden Klänge Chopinscher Musik in Valse lente a-moll und der ewig jungen Polonaise in A-dur kamen im Klaviervortrag von Inge Dietz mit großer Beschwingtheit zum Ausdruck.

Der reiche Beifall, den die zahlreich erschienenen Zuhörer zwischendurch und am Schluß des Kon­zertes spendeten, galt nicht nur den Schülern des edlen Klavierspiels, sondern auch ihrer Lehrmeiste­rin, Frau Schlesier-Altmann, die das Be­wußtsein haben darf, planvoll und gediegene Unter- richtsarbeit geleistet zu haben.

Tagung der Lehrschein-Znhaber der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschast

Der Bezirk Oberhessen der Deutschen Lebens- rettungs-Gesellschaft (DLRG.) hatte am vergange­nen Samstag die Lehrschein-Jnhaber seines Ar­beitsgebietes zu einer Tagung einberufen. Die Ar­beitsgemeinschaft, die in ihrem ersten Teile im In­stitut für Leibesübungen, im zweiten Teil in der Schwimmhalle des Städt. Dolksbades stattfand, wurde von dem Bezirksleiter, Baurat Mangold, eröffnet.

Anschließend berichtete der technische Leiter, Franz Sauer, über wichtige technische und organisato­rische Belange, so u. a. über die Zuständigkeit der Landesverbände, die Hebernahme der Schirmherr­schaft der DLRG. durch Herzog Carl Eduard von Coburg usw. Nach einer Weisung der Berliner Füh­rung sei es der DLRG. nicht gestattet, bei ihren Veranstaltungen die Fahne des Reichsbundes für Leibesübungen zu hissen, da die DLRG. weder Mit­glied des NFL. ist, noch ihm untersteht, sondern vielmehr eine selbständige Organisation mit eigener Satzung darstellt, die sich selbständig im Dienste der Allgemeinheit betätigt. Es wurden verschiedene Ziele ins Auge gefaßt, wie der Bezirk Oberhesfen auch künftig durch Abhaltung von Lehrgängen usw. für die Verbreitung des Rettungsgedankens ar­beiten will. Als nächster Lehrgang beginnt am Montag, 11. Oktober, im Städtischen Volksbad ein Kursus für die Ausbildung von Rettungsschwim­mern, der sich über fünf Abende erstrecken wird, und dem sich, je nach Erfordernis, gegebenenfalls weitere Hebungsgemeinschaften anschließen werden. Für die Lehrscheininhaber wurde eine Ausbildung

** Versetzungen im Kulturbaudienst. Versetzt wurden mit Wirkung vom 1. Oktober 1937: Der Regierungsbaurat Adolf Brusius an das Kulturbauamt Oberhessen in Gießen, der Regie- rungsbaurat Philipp August Lorenz an das Kul- turbauamt Starkenburg in Darmstadt und der Re­gierungsoberbaurat Karl Ludwig H a l l w a ch s als Amtsvorstand an das Kulturbauamt Rheinhessen in Mainz.

** Rückständige Strom - und Gas ­gelder vom Monat August sind bis zum 15. Ok­

tober zu bezahlen, andernfalls die Zufuhr gesperrt wird.

* Motorrad gegen Personenauto. Am gestrigen Dienstagabend ereignete sich an der berüchtigtenscharfen" Ecke Liebigstraße-Lu-dwig- strahe schon wieder ein Derkehrsunfall. Dort rannte ein Motorradfahrer namens Reuning aus Ber­lin-Wilmersdorf mit feiner Maschine gegen ein Personenauto. Dabei erlitt der Motorradler einen Oberschenkelbruch und Kopfverletzungen, die seine Heberführung nach der Chirurgischen Klinik erfor­derlich machten. Das Motorrad wurde schwer be­schädigt, und auch an dem Auto entstand einiger Sachschaden.

LPD. Sitzverlegung des türkischen Konsulats. Das türkische Konsulat, das die Ge­biete Hessen-Nassau, Rhein-Main, Baden, Bayern und Württemberg umfaßt, befindet sich seit dem 1. Oktober 1937 nicht mehr Frankfurt a. M., Kaiser­straße 16, sondern Frankfurt a. M., Arndtstraße 33.

Herbstliche Reitjagd der Gießener Garnison.

Der herbstlich-trübe Nachmittag des gestrigen Dienstag brachte die erste Reitjagd der Wehrmacht unseres Standorts. Au/ dem Wiesengelände neben der Heyligenstädtschen Fabrik am Aulweg waren etwa 150 Offiziere, Unteroffiziere und (Befreiten der Gießener Wehrmacht mit ihren Pferden zu fröh- lichen Reiterstunden versammelt, die eine solche Herbstjagd bedeutet. Jetzt ist die schönste Jahres­zeit für den Reitersmann, der dann mit dem Sturmwind über die Stoppelfelder und Sturz­äcker um die Wette jagt, so daß die Pferde­hufe das bunte Laub auf wirbeln und der Boden widerhallt von dem Pferdegetrappel. Früher wurde der Hirsch oder das hauende Schwein ge­jagt, in England wird heute noch der rote Fuchs vor der Meute hergetrieben. Bei dem Soldaten ge­hört das Jagdreiten im Herbst zur Ausbildung. Dann haben sich die Pferde von den Anstrengun­gen des Manövers erholt, sie sind eingesprungen und im (Salopp trainiert. Die Anforderungen an Reiter und Pserd werden von Jagdtag zu Jagdtag gesteigert.

Für die Gießener Soldaten und besonders für die Artilleristen hatte diese erste Jagd eine dop­pelte Bedeutung; denn zum ersten Male gingen die alten Remonten, die fünfjährigen Pferde, die das erste Ausbildungsiahr hinter sich haben, mit und auch eine große Anzahl der jungen Soldaten ritt ihre erste Jagd.

Der Divisionskommandeur, Herr Generalleutnant O ß w a l d , als Jagdherr wurde mit einem noblen Oftpreußenviererzug von seiner Wohnung abgeholt.

Aus der engeren Heimat.

10 Jahre ^Freiwillige Feuerwehr^ in Watzenborn-Steinberg.

V Watzenborn-Steinberg, 4. Oft. In diesen Tagen konnte die hiesige Freiwillige Feuerwehr auf ihr zehnjähriges Bestehen zu- rückblicken. Die Kriegs- und Nachkriegszeit war auch nicht ohne Folgen für das Feuerlöschwesen unserer Gemeinde gewesen. Es wurde der Pflichtfeuerwehr nicht mehr das nötige Interesse entgegengebradjt, und so wurde der Wunsch geäußert, eine freiwillige Wehr zu gründen. Als alle Geräte, insbesondere die für die Steigmannschaften, abgängig waren, wurde vom derzeitigen Gemeinderat beschlossen, eine große mechanische ausziehbare Leiter anzu- schafsen. Als nun diese neue Leiter der Feuerwehr üoergeben wurde, wurde der langersehnte Wunsch Tatsache. Am 20. August 1927, am Tage der Heber« gäbe der Leiter, schlossen sich nachstehende Kame­raden zusammen und legten das Fundament zu einer freiwilligen Wehr: Bürgermeister K. Schäfer, K. Schmandt V., K. May, O. Ruckelshausen, O. Burger I., K. Häuser IV., Otto Happel II., K. Som­mer, Gg. Jung, Ernst Schäfer, Ernst Harnisch, K. Mandler, Wilhelm Euler, K. Sommer, E. Mand­ler, H. Burger, Wilh. Zammert, L. Dem, O. Seipp, Th. Philipp, O. Buß, Herrn. Lecke, L. Fett, E. Har­nisch II., K. Philipp, Fr. Löhrke, H. Happel, O. Schäfer, R. Eiff, K. Philipp, K. Schneider, K. Ruckelshausen, K. Schmandt VII., K. Reuter, Otto Reitschmidt, Otto Maid I., K. Babel, K. Schneider, H. Luh, R. Dietz, Karl Sommer VII., Otto Zam­mert, K. Seipp, Karl Freund, Otto Wallbott, Lud­wig Schäfer VII., K. Burger, Ludwig Buß, A. Weiß, Otto Sommer, Karl Kolmer und Otto Happel. Vier Wochen später, im September 1927, versam­melten sich diese 52 Kameraden im Rathaus zur eigentlichen Gründung. In dieser Gründungsoer- sammlung konnte Bürgermeister S ch ä f e r den Kreisfeuerwehrinspektor Dickor 6 sowie den Vor­sitzenden des Kreisverbandes der freiwilligen Feuer­wehren, Herrn Wenzel, als Gäste begrüßen. Neben Aufstellung der Vereinssatzungen wurde der Vorstand gebildet. Als 1. Kommandant wurde Karl Schmandt, 2. Kommandant Otto Reitschmidt, Schrift­führer Bürgermeister Schäfer, Rechner E. Mandler und als Zeugwart K. Sommer gewählt, die heute noch mit Ausnahme des Schriftführers in ihren Aemtern find.

In der Generalversammlung vom 18. März 1928 wurde die Uniformierung vorgenommen. Auch konnte die junge Wehr im Laufe dieser Jahre ihr Können unter Beweis stellen und bei verschiedenen Bränden erfolgreich dem verheerenden Feuer Wi­derstand leisten. So bei dem Brande des hiesigen Sägewerks von Jakob Ruhl, auf dem Hofgut Ober­steinberg und bei verschiedenen Scheunenbränden. Eine besondere Stütze hat die junge Wehr durch die zwei älteren Kameraden, den 1. Kommandanten Karl Schmandt und den Bürgermeister Karl Schäfer. Im September vergangenen Jahres

Bevor die Jagd angeblasen wurde, gab der Jagd­herr seiner Freude über die zahlreiche Beteiligung Ausdruck, verwies auf den hohen Wert der Jagd­reiterei für die Ausbildung und auf die Erfahrun­gen des Korpsdauerrittes. Er ermahnte zu sport­lichem Verhalten und ließ den stellvertretenden Master Hauptmann Dr. Brandts (7./AR. 9) den Parcours erläutern. Dann wurden drei Felder ge­bildet, das erste, Gäste und Offiziere, führte der Jagdherr selbst. Dor dem zweiten Felde der Wacht­meister und Feldwebel ritt Wachtmeister Pa11 o - wi tz (7./AR. 9), das dritte Feld, die jüngeren Unteroffiziere und Mannschaften, brachte Uffz- Göttner (7./AR. 9) über die Fährte. AlsFüchse" ritten Oberstleutnant Lange und Hauptmann Brandts, gehetzt von den beidenHunden" Leutnant Jhring und Wachtm. Kanopka (7./AR. 9).

Kapellmeister K r e n g e l blies mit feinen Musi­kern die Jagd an, dann gings in gestrecktem Galopp die drei Felder mif je 400 Meter Abstand über mehr als drei Kilometer mit zehn fairen Sprüngen durch das prächtige Jagdgelände west­lich der Gailfchen Dampf Ziegelei. Auf einer Anhöhe nahe dem Leihgesterner Weg wurde Halali ge­blasen. Der Jagdherr nahm den ersten Eichenbruch entgegen und verlieh persönlich jedem Reiter einen weiteren Bruch. Als Erste wurde Frau Dr. Pauly damit ausgezeichnet. In der Bergscbenke beschloß eine Kaffeetafel das schöne Jagderlevnis.

Die nächste Jagd am Freitag, 8. Oktober, wird von der MG.-Komp. JR. 116 angelegt.

wurden der Wehr durch Polizeioerwalter Bürger­meister Karl Schäfer insgesamt 49 Feuerwehrmän­ner verpflichtet. Im Anschluß wurde der Führerrat gebildet, der sich wie folgt zusammensetzt: 1. Brand- meister K. Schmandt, dessen Stellvertreter Otto Reit­schmidt, Kassenwart Ernst Mandler, Gerätewart Karl Sommer, Zugführer Otto Maid, Karl Chr. Jung, Karl Sommer VI. und Karl Philipp XI.

Umbau

der Bad-Nauheimer Kurhauoterraffe.

LPD. Bad-Nauheim, 5. Oft. Die seit einiger Zeit geführten Erörterungen über einen Umbau der Kurhausterrasse sind zum Abschluß gekommen. Nach einem Projekt von Baurat Metz­ger sollen die Arbeiten so ausgeführt werden, daß vier abaeftufte Terrassen in Zukunft jedem Besucher einen Ausblick auf die große Wiese vor dem Kur­haus gestatten. Die unterste Terrasse soll einen Platz für das Orchester bieten, wo Musik im Freien ertönen soll.

Landkreis Gießen.

00 Klein-Linden, 5. Oft. Bei der Gemein­schaftsfeier des Erntedanffestes in unserer Gemeinde formte Ortsbauernführer Bechtold im Auftrag des Landesbauernführers dem hiesigen Landwirt Ludwig Jung XVI. für vorbildliche Haltung und Leistung in der Erzeugungsschlacht 1937 eine künst­lerisch ausgestattete Ehrenurkunde, die erste dieser Art in unserer Gemeinde, überreichen. Ferner hän­digte Bürgermeister Fischer im Auftrag des Reichsführers SS. Himmler, des Chefs der deut­schen Polizei, einigen um das Feuerlöschwesen in unserer Gemeinde verdienten Männern das Reichs­feuerwehr-Ehrenzeichen 2. Klaffe aus. Die Ehrung wurde folgenden Mitgliedern der Freiwilligen Feuer- wehr zuteil: Oberbrandmeister Friedrich Müller und den Oberfeuerwehr- bzw. Feuerwehrmännern Ludwig Schaum, Ludwig Jung XIV., Reinhard Wagner und Karl Fink.

$ Alten-Buseck, 1. Oft. Am Donnerstag­abend fand im Saale der Wirtschaft Rühl eine Ortsgruppenversammlung statt, die die Dersammlungstätigkeit im kommenden Winterhalb­jahr in der Drt.gruppe Alten-Buseck eröffnete. Orts­gruppenleiter Bürgermeister Kahl begrüßte zu­nächst die Parteimitglieder und Unterorganifatio- nen der Zellen Alten-Buseck, Rödgen und Trohe. Sodann richtete er seine Worte an die Partei­anwärter und sprach über die hohen Pflichten und die große Verantwortung, die eng verbunden sind mit der Ehre der Parteizugehörigkeit. Er ging dann über zu einer grundsätzlichen Betrachtung der wich­tigsten Punkte der nationalsozialistischen Welt- anschauung, die von allen mit großem Interesse aufgenommen wurde. Der Abend wurde bann in der üblichen Weise geschlossen.

5 Steinbach, 4. Oft. Zum 70. Geburtstag des Vertreters des Gießener Anzeigers in Stein­bach Herrn Christian Pitz, von Dem schon be­

richtet rourM ist weiter zu melden, daß am De« burtstage der Kirchenvorstand, dessen langjähriges Mitglied Herr P i tz ist, sich nach dem Gottesdienst gemeinsam in die Wohnung seines Mitgliedes be­gab. Hier überbrachte der Vorsitzende, Pfarrer Söll, als Ehrengabe ein Buch und wünschte dem Geburtstagsfinde Gottes Segen und noch eine lange Reihe von Jahren in guter Gesundheit. Im ver­gangenen Monat fonnte die lange geplante Neu­eindeckung des Daches des Pfarrhauses vor­genommen werden. Bei der Renovierung des Pfarr­hauses beim Aufzug des Pfarrers vor etwa vier­einhalb Jahren war das Dach wohl repariert mor­den. Da es aber nicht dicht wurde, mußte zur Neu­eindeckung geschritten werden. Da der Turm bei der letzten großen Erneuerung der Kirche im Jahre 1928, die über 11000 Marf kostete und an deren Kosten heute noch amortisiert wird, nicht gründlich renoviert worden war, war er seitdem die Hrsache laufender Schäden an dem neugemachten Kirchendach. Dom Turm herunterfallende Schiefer schlugen immer wieder Schiefer des Kirchendaches entzwei. Da außerdem auf dem Gottesacker neben Kirche und Turm herabfallende Schiefer eine stän­dige Bedrohung der Besucher des Friedhofes bilde­ten, wurde in den Voranschlag für 1937 die Renovierung des Turmdaches eingesetzt. Nachdem die bürgerliche Gemeinde ihre finanzielle Hilfe zugesagt hat, wurden nunmehr die Arbeiten ausgeschrieben. Die Ausführung soll noch in diesem Monat erfolgen. Die Planung und Leitung beider Reparaturen erfolgt durch das Hochbauamt Gießen.

"Y" Watzenborn-Steinberg, 1. Oft. Bei Mitglied Karl Häuser X. fand eine Versamm­lung des hiesigen Obst- und Gartenbau­vereins statt. Nach der Begrüßung durch ben Vorsitzenden Karl Häuser wurde die Durchfüh- rung der Obst- und Gemüse-Ausstellung, die aus Anlaß des Erntedankfestes in der hiesigen Volks- Halle stattfindet, beraten. Don den anwesenden Mit­gliedern wurden bereits 100 Nummern für diese Ausstellung gemeldet. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurden die Richtlinien zur Erlan­gung einer Staatshilfe bei Der Anlegung eines Baumstückes bekanntgegeben. Die Beschaffung von Leimringen soll durch den Verein geschehen. Im Laufe des Winters sollen wieder verschiedene Vor­träge gehalten werden. Eine rege Aussprache be­schloß die Versammlung.

A Eberstadt, 1. Oft. Die Karto fs elernte. Zu der auch in diesem Jahre wieder zehn Arbeits­dienstmänner für unser Dorf geschickt wurden, ist jetzt in vollem Gange. Die Erträge sind zufrieden­stellend. Man kann von einer mittleren Ernte bei guter Qualität sprechen.

<£ Eberstadt, 1. Oft. Heute fand hier die Ob st Versteigerung auf der Provinzialstraße Hof GüllOber-Hörgern statt. Es hatten sich zahl­reiche Kaufliebhaber, insbesondere Obsthändler, ein­gebunden. Die Preise lagen durchweg sehr hoch. Es kosteten der Zentner am Baum: Tafeläpfel je nach Sorte 8 bis 12 Mark, Birnen 6 bis 8 Mark. Bäume mit gutem Behang kamen auf 40 bis 60 Mark.

Kreis Wehlar.

Q] Wißmar, 4. Ott. Am 1. Oktober waren es 25 Jahre, daß Herr Jakob Rupp das Amt des Kirchendieners innehat, ebenso ist er solange Wiegemeister der Gemeinde. Möge es ihm vergönnt sein, noch viele Jahre feinen Dienst zu versehen.

Große Strafkammer Gießen.

Der Otto Kratz aus Friedberg hatte sich gestern vor der Großen Strafkammer wegen Blutschande zu verantworten. Die Anklage legte ihm zur Last, in den Jahren 1935 und 1936 mit feiner nunmehr 16 Jahre alten Tochter verbotenen Umgang gehabt zu haben. In der Hauptoerhandluyg, die unter Aus­schluß der Oeffer.tlithfeit ftattfand, gab der An­geklagte, wie auch schon im Vorverfahren, feine Verfehlungen vollständig zu. Da die Tochter zu Be­ginn der unerlaubten Beziehungen noch nicht 14 Jahre alt war, mußte der Angeklagte auch aus dem Gesichtspunkt des Sittlichkeitsverbrechens an Minderjährigen bestraft werden. Das Urteil lau­tete auf ein Jahr sechs Monate Zucht- Haus, wovon zwei Monate durch die Unter­suchungshaft als verbüßt gelten.

Die anschließende Verhandlung gegen den Joh. ßud o r f aus Bad-Nauheim, ebenfalls wegen Sitt­lichkeitsverbrechens, fand auch unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Der Angeklagte wurde beschul­digt, sich in drei Fällen an einem Mädchen vergan­gen zu haben, das noch im schulpflichtigen Altsr stand. Dem Angeklagten konnte jedoch nur ein Fall nachgewiesen werden, so daß auch nur insoweit Be­strafung erfolgen konnte. Das Urteil lautete unter Zubilligung mildernder Umstände auf a ch t Mo- nate Gefängnis.

Rundfunkprogramm

Donnerstag, 7. Oktober.

6 Uhr: Morgenlied. Morgenfpruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Ein froher Morgengruß aus der Westmark. 9.45: Hausfrau, hör zu! 11: Ansprache des Reichs- jugendführers Baldur von Schirach anläßlich der Einweihung von 50 neuen Jugendherbergen sowie zahlreicher Grundsteinlegungen und Richtfeste von Jugendherbergen. 11.45: Deutsche Scholle. 12: Musik für alle! 13: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Musik für alle! 14: Nachrichten. 14.10: Dem Opernfreund. 15: Volk und Wirtschaft. 15.15: Für unsere Kinder. 16: Nachmittagskonzert. 18: Zeit­geschehen im Funk. 19: Nachrichten. 19.10: Wenn die Soldaten ... 20: Der Wein in Sang und Klang. 21: Kammermusik. 22: Nachrichten, auch aus dem Sendebezirk. Sportbericht. 22.30: Volks- und Unter» Haltungsmusik. 24 bis 1: Nachtkonzert.

Schiichbrel Si'liutzniar

Es ist nicht alles Seide, was

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