einzige Land, das van den erregten Zuständen der Umwelt verschont ist und verschont bleiben wird. Deutschland bildet heute wirklich eine Insel des Friedens. So mancher geht heute in sein Geschäft, er verdient, vergißt dabei aber ganz, daß er dies alles letzten Endes nur dem Glauben an die deutsche Volksgemeinschaft zuzuschreiben hat. Der Gemeinschaft, die unserem Volke die Kraft gegeben hat zur Behauptung auf der Welt, ohne daß es notwendig war, das Schwert zu ziehen. (Stürmischer Beifall.) Sie sollen es alle wissen: Die Einheit unseres Volkes ist das h ö ch st e Gut, das es für uns geben kann. Sie ist durch nichts ersetzbar. Dafür ein Opfer zu bringen, ist kein Opfer, sondern ein Tribut an die Vernunft! (Stürmische und langanhaltende Zustimmung.)
Die Menschen im bürgerlichen Zeitalter vor uns haben sich gegen alles versichert, gegen Brand, gegen Diebstahl, gegen Hagel, gegen Einbruch usw., nur eine Versicherung haben sie vergessen, nämlich die Versicherung gegen den politischen Wahnsinn, die Versicherung gegen die politische Unvernunft, die erst ein Volk zerreißt und es dann ohnmächtig werden läßt zur Erfüllung seiner Lebensaufgaben. Und dieses eine Versäumnis hat alle anderen Versicherungen zunichte gemacht, wir aber stellen an die Spitze aller Versicherungen die Versicherung der deutschen Volksgemeinschaft! (Jubelnde Zustimmung und langanhaltender Beifall.) Dafür zahlen wir unsere Spende und wissen, daß sie uns tausendfach zur Ücker statt et wird! (Erneuter Beifallssturm.) Denn so lange diese Volksgemeinschaft unangetastet bestehen bleibt, kann uns nichts bedrohen! (Jubelnde Kundgebungen.) Darin liegt die Gewähr für die Zukunft des Lebens nicht nur der Nation, sondern damit auch der Existenz jedes einzelnen.
Cs ist daher gerecht, dafür von jedem einzelnen auch jene Prämie zu fordern, die seinem Einkommen entspricht. Es zeugt für eine unanständige Gesinnung, diese Prämie nach einem allgemeinen Satz bemessen zu wollen. Das alte kleine Weibchen, das in Moabit oder irgendwo auf dem Lande draußen fünf oder zehn Pfennige opfert, tut viel mehr als mancher, der hundert oder tausend oder vielleicht zehntausend Mark gibt. (Stürmische Beifallskundgebungen.) Hätten unsere sogenannten intellektuellen Schichten schon vor dem Kriege diese Prämienzahlung durchgeführt, dann wäre später manches Unglück vermieden worden. (Tosende Zustimmung.) Heute wollen wir aus den Fehlern der Vergangenheit lernen. Wir wollen uns geloben, unser Volk in dieser Gemeinschaft des Opferns z u stärken. In ihr haben unzählige Menschen sehr viel schwerere Opfer zu bringen. Sie nehmen dies freiwillig auf sich. Andere wieder müssen solche Opfer bringen! Sie werden von ihnen gefordert. Als unanständig würde der gelten, der sich diesem Opfer entziehen wollte. Möge Gott verhüten, daß uns das Schicksal noch einmal auf die schwer st e Probe stellt. Allein auch dann — das wissen wir — würden sich Millionen Deutsche finden, die sofort und bedingungslos dieses letzte Opfer der Nation, dem ewigen Volke bringen würden. Was ist unser heutiges Opfer dagegen?! Tun Sie vor allem Ihre Pflicht im Gedenken an jene Millionen, die einst ihre Pflicht für uns alle getan haben.
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Ein fast nicht endenwollender Beifallssturm drückte dem Führer den Dank aus für seine überzeugenden Worte. Als Sprecher der Helferinnen und Helfer des WHW. dankte Hauptamtsleiter Hilgenfeldt dem Führer. Jubelnd stimmten die Tausende in das Sieg-Heil auf den Führer ein, das Hauptamtsleiter Hilgenfeldt ausbrachte. Die Lieder der Nation beschlossen die Feierstunde. Neuer Jubel begleitete den Führer bei dem Verlassen der Halle.
Am lü.Okiober der erste Emiopf-Sonntag.
Oie Sammeltage des neuen Winterhilfswerks.
Berlin, 5. Okt. (DNB.) Das neue Winterhilfswerk wird die Mittel zur Unterstützung bedürftiger Volksgenossen außer durch die Pfundspende, die Spende für die Tür Plakette, die Kleidersammlung und sonstige Veranstaltungen in der Hauptsache wieder durch Eintopfsonntage und Reichs st raßensammlungen aufbringen. Eintopfsonntage sind der kommende Sonntag, der 14. November, der 12. Dezember, der 9. Januar, der 13. Februar und der 13. März.
Die erste Reichs st raßensammlung findet am 16./17. Oktober statt. Die ehrenamtlich tätigen Sammler — in diesem Monat die Angehörigen der Deutschen Arbeitsfront — werden dem Spender fünf verschiedene Buchzeichen mit dem Bildnis des Führers zur Auswahl anbieten. Am 6./7.November sammeln SA., SS. und N S K K. gegen Abgabe von Edelsteinabzeichen auf Elektron, von denen zwölf verschiedene Ausführungen vorhanden sein werden. Zum Tag der Nationalen Solidarität, an dem sich die führenden Männer aus Partei und Staat mit der Sammelbüchse in den Dienst des großen Hilfswerkes stellen werden, ist der 4. Dezember, ein Samstag, bestimmt worden. Die dritte Reichsstraßensammlung wird sich über drei Tage, den 17. und 18. Dezember und den anschließenden Sonntag erstrecken. Hitler-Jugend und BDM. werden silberne Abzeichen in sieben verschiedenen Arten anbieten. Als Tag der W e i h n a ch t s - feiern für die Betreuten ist der Tag vor Heiligabend in Aussicht genommen. Der Monat I a - nuar bleibt diesmal allein den Gaustraßensammlungen vorbehalten, so daß die lieber- schneidung von Reichs, und Gaustraßensammlungen, wie im vorigen Jahr, vermieden ist. Die vierte Reichsstraßensammlung fällt auf den 5. und 6. Februar. Auch für diese halten sich wieder SA.,
SS. und NSKK. bereit. Der Spender kann unter den zehn verschiedenen Webeabzeichen auswählen. Die beiden letzten Straßensammlungen finden im März statt, und zwar die fünfte am 5. und 6. und die sechste am 26. und 27. März. Für die eine stellen sich — zum dritten Male — die Männer der SA., der SS. und des NSKK. zur Verfügung, für die andere nochmals die DAF. Der Spender wird mit Porzellan- bzw. Kunstharzabzeichen in zehn verschiedenen Mustern ausgezeichnet.
Schon über 21 Billionen Ä für das neue Mnierhilsswerk.
Die erste amtliche Reichsspendenliste.
Berlin, 5. Okt. (DNB.) Obwohl erst wenige Stunden seit der feierlichen Eröffnung des 5. WHW. des deutschen Volkes durch den Führer vergangen find, liegt bereits die erste amtliche Reich.spendenliste vor, die mit einem Gesamtbetrag von 21 016 400 Reichsmark das Ergebnis vom Vorjahre weit übertrifft. Auch in diesem Jahre wird die Liste mit einer Spende von 500 000 RM. der Reichsleitung der NSDAP. München eröffnet. Hieran schließt sich eine Spende der Mitglieder der Wirtschaftsgruppe Fahrzeugindustrie und des Reichsverbandes der Automobilindustrie von 1 714 000 RM. Aus der Unzahl der weiteren Spenden fallen auf das Rheinisch-Westfälische Kohlensyndi- k a t rund 3 750 000, die Vereinigten Stahlwerke AG., Düsseldorf, rund 1500 000 RM. und die DAF., Berlin, rund 1000 000 RM. Besonders zu erwähnen ist ferner eine Sonderspende von einer Million Reichsmark, die von den Gefolg
Nachdenkliches Gespräch mit einem Hundertjährigen.
Don Gerhard Weither.
.. an triefe Dinge aber denken die wenigsten", der alte Herr strich sich mit der Hand über die Stirn, „man wünscht eigentlich immer nur von uns zu wissen, wie wir das gemacht haben, um hundert Jahre alt zu werden. Was diese hundert Jahre aber bedeuten, das kann sich ein junger Mensch überhaupt nicht vorstellen.
Sehen Sie — da war zum Beispiel der alte Christoph von der Menden. Den lernte ich kennen, als ich ein guter Dreißiger war, und ich hielt seine Hand in der meinen. Er war damals etwas über neunzig, und die Hand, die ich hielt, hatte die Hand des Alten Fritz gedrückt, der bei feiner Oderbruchreise auch den Hof von Christophs Eltern besuchte. So reichen sich Jahrhunderte die Hand. Und wenn ich die Finger eines Kindes zwischen den meinen halte, dann denke ich manchmal: Welche Wunder der Wissenschaft, der Technik und Kunst werdet ihr einmal gestalten, von denen man sich heute noch nichts träumen läßt, so wie die Alten zu meiner Zeit sich nichts träumen ließen von der Glühbirne und dem Auto, dem Fernsprecher, dem Rundfunk und tausend Dingen, die heute einfach selbstverständlich sind. Wir Uralten sind eine Verbindung zwischen den Zeiten, und das ist ein Gedanke, der euch Jungen fremd ist. Wenn wir sagen: zu meiner Zeit, dann ist das eine Festsetzung, die ein wenig traurig ist. Ich verstehe darunter die Zeit von ungefähr meinem zwanzigsten bis sechzigsten Jahr — eine Dauer von vierzig Jahren, die Zeit von 1854 bis 1894. Natürlich erlebte ich auch später alles lebendig mit, aber man nimmt im Alter nicht mehr schaffend und schöpferisch teil an der Entwicklung, man nimmt hin, was Jüngere schaffen und uns geben und freut sich, wenn man alles benützen und alles verstehen kann.
Welch eine Unsumme von Erlebnissen der gan- zen Welt haben meine Augen gesehen! Ich bin viel gereift und hatte immer offene Augen. Ich sah San Franzisko, als es nicht viel mehr war als ein Dorf, und erinnere mich, wie nahe der Wald an Neuyork heranging. Als ich geboren wurde, übten in Nürnberg noch die letzten Meistersinger, die erst 1837 ihr musikalisches Handwerk einschlafen ließen. Japan lebte abgeschlossen von aller Welt in feinem feudalen Mittelalter. Nach China zu reifen bedeutete ein Abenteuer. Als die Telegraphie sich durch
setzen wollte, oerbo-t der Papst sie in seinen Ländern, und vom Fliegen der Menschen redete man nur in Märchen. Ich habe mehrere der Feldherren Napoleons kennengelernt, als ich ein sehr junger Mensch war, und in meiner Kinderzeit wurde in Kurhessen noch die gepuderte Perücke getragen, und der Kurfürst verbot das Tabakrauchen bei Strafe. Ich bin in der Postkutsche, in der Eisenbahn und im Auto gefahren. Ich habe meine erste Ueberfahrt nach Amerika in einer vierwöchigen Reise mit einem Segler zurückgelegt, fuhr in den sechziger Jähren mit den „Luxusdampfern", über die ihr heute lachen würdet, und machte gleich nach dem Kriege eine Ueberfahrt mit einem riesigen Ueberseer. Als ich das erstemal in ein Flugzeug stieg, war es eine große Tat, und die Kiste sah mit ihren dünnen Brettern und Drähten aus, als ob sie alle Augenblicke auseinanderfallen wollte. Und ich wurde überaus aern mit dem „Graf Zeppelin" nach Südamerika fliegen — aber mit hundert Jahren vergeht doch die Reiselust ein wenig, und mein regelmäßiger Kaffee ist mir lieber.
Sie meinen, ob mir Kaffee denn bekommt? Nun sind Sie wie alle Reporter, die sich nur um unser körperliches Alter kümmern. Ja, gewiß bekommt mir der Kaffee, und recht stark muß er fein. Und auch der Tabak schmeckt. Ich bin nach der Zigarre zur Zigarette, dann zur Pfeife übergegangen. Und heute rauche ich die ganz lange Pfeife, wie Sie sehen. Nein, nicht weil ich sie für gesünder halte. Aber meine Hände werden müde und die lange Pfeife ist mir am bequemsten."
Lob der Stadt Augsburg.
Don Werner Schumann.
Seit Jahr und Tag spukt einem diese Stadt im Kopfe herum, daß man die Däckerjungen beneiden möchte, die jeden Morgen durch die alten, viel- hundertjährigen Gassen flitzen dürfen, und die Kaminkehrer nicht minder, weil sie auf den mittelalterlichen Giebeln herumturnen und in die halb- dunklen, verwinkelten, märchenhaften Höfe herabschauen können...
Dahin wird man's freilich nie bringen, sondern nur als ganz gewöhnlicher Reisender in einem Gasthof absteigen — wenn's hoch kommt: in den „Drei Mohren" —, um dann am freien Nachmittag und in der Nacht dazu 2000 Jahre Augsburg zu durch- streifen, was unter etwas anderen Verhältnissen und Umständen vordem schon der Kaiser Maximilian I., Martin Luther, Mozart und Goethe taten.
Das Herz der Stadt, an das man sich sogleich verliert, ist die Maximilianstraße. Und es ist zugleich auch das Herz der Augsburger Renaissance, kein totes und steinernes zum Bestaunen, sondern eines, das noch heute wie vor vier Jahrhunderten das Leben durch die Adern der Gassen und Gäßchen pumpt. Der edle Schwung dieses herrlichen Stra- henzugs, die Pracht und Kraft feiner Brunnen ist einmalig in Deutschland — und es stimmt gewiß: läge sie irgendwo in Italien, ganz Deutschland wurde zu ihr pilgern und ihr Lob fingen!
Zwischen dem Merkur- und dem Herkulesbrun- nen, die beide Adrian de Vries modellierte, stehen noch heute die reich bemalten Häuser der Fugger, der Großkapitalisten des Mittelalters. Die Medici waren reich, die Welser noch reicher, aber die Augsburger Fugger, deren Ahnherrn solide Web- meister und Leinwandhändler waren, mit ihren schätzungsweise 400 Millionen machten sich Päpste und Kaiser abhängig und finanzierten die Kriege ihrer Zeit. Das Antlitz des 15. und 16. Jahrhunderts wurde, wenn man will, wesentlich von ihnen mitbestimmt. In der „Goldenen Schreibstube" saßen sie, die Karawanen und Schiffe über den Erdball lenkten, an der Stelle, wo heute das Kaufhaus Kröll & Nil! aus dem Buggerfchen Gebäudekomplex herausblickt.
Bis in alle Ewigkeit werden die Fugger mit dem Namen der ehrwürdigen Freien Reichsstadt verbunden bleiben, wie der große Baumeister Elias Holl, der seiner Vaterstadt das repräsentative Rathaus im Renaissancestil (mit dem weltberühmten „Goldenen Saal"), die Brunnentürme der mittelalterlichen Wasserversorgung und den Rote- thorturm schuf; wie die Confessio Augustana, Phi- lippine Welser, die beiden Holbeins und Luther, der hier auf dem Reichstag von 1518 dem päpstlichen Legaten sein Nein entgegensetzte.
Aber auch, als die Stadt Augsburg noch im Gelde schwamm, als die mächtigen Bürgerhäuser noch strahlende Feste sahen und die prunkenden Züge der Kaiser und Fürsten durch die engen Straßen zogen, ging man hier nicht nur in Seiden und Purpur spazieren. Es gab genug Arme im zerschlissenen Rock, denen Jakob Fugger am Rande der Altstadt der Welt erste Kleinsiedlung errichten ließ: 53 hochgieblige, schmucke Häuschen mit je zwei Wohnungen, umgeben von einer Mauer mit vier Toren, die abends verschlossen wurden. Aber das Merkwürdigste daran ist doch, daß noch in unfern Tagen, nach über vier Jahrhunderten, in den selben Häuschen bedürftige Familien zum alten Jahres- Mietzins von 1,71 Mark (gleich einem Gulden rheinisch) wohnen und leben, Kinder zur Welt bringen
schaftsmitgliedern der Deutschen Reichsbahn gezeichnet wurde, sowie eine Spende von Ungenannt, die in der gleichen Höhe eingegangen ist. Der Versicherungsverein Deutscher Eisenbahnbediensteten in Berlin hat zur Eröffnung des Winterhilfswerkes des deutschen Volkes 1937/38
eine Spende von 200 000 Reichsmark gezeichnet. Diese Ziffern, so überwältigend sie auch sind, stellen nur einen erfolg- und glückverheißenden Auftakt für Jenes gewaltige Hilfswerk dar, dessen Durchführung heute für jeden deutschen Volksgenossen zu einer freiwilligen Verpflichtung geworden ist.
Was leistete das WHW. im Winter 1936/37?
Der Rechenschaftsbericht.
Berlin, 2. Okt. (DNB.) Der Welt größte soziale Aktion, das Winterhilfswerk des deutschen Volkes, beginnt aufs neue. Jahr für Jahr sinkt die Zahl der Betreuten, je erfolgreicher der Reichsaufbau sich gestaltet. Solange er noch nicht vollendet ist, muß auch in dem bevorstehenden Winter alles getan werden, um die glänzenden Erfolge des Winterhilfswerkes vergangener Jahre zu wiederholen. 1 490 760 834 Reichsmark hat das deutsche Volk insgesamt bisher aufgebracht, um solche Volksgenossen, deren Existenz in den Krisenjahren des Systems vernichtet wurde, in der harten Zeit des Winters zu schützen. Die Empfänger von Arbeitslosenunterstützung, Wohlfahrts-Erwerbslose, Rentenempfänger, Kurzarbeiter, eben erst wieder in Lohn und Brot Gekommene — alle sie bedürfen des Beistandes ihrer Volksgenossen. So hat auch — das schildern die überwältigenden Zahlen des soeben herausgekommenen Rechenschafts-Berichtes des WHW. 1936/37 — unser Volk der Welt ein festes Zusammenstehen gezeigt, dem voller Erfolg be- schieden war.
Lieber 408 Millionen gegen Hunger und Kälte.
So umfassend die Sammlung von Geldspenden (RM. 294 309 604,15), Sachspenden (im Werte von RM. 92 777 946,54) und der durch Organisation und Staatshilfe erzielte Wertzuwachs (durch verbilligten Einkauf, frachtfreie Beförderung usw. 28 062 962,01 RM.!) waren, so zuverlässig wurden die Kanäle gezogen, durch die diese ungeheuren Summen in die Häuser der Bedürftigen flössen.
Fast 8 Millionen Reichsmark vom Winterhilfswerk 1935/36 bildeten den Grundstock, dazu kamen Geldspenden, Sachspenden und der erzielte Wertzuwachs, so daß den Winter über eine Summe von 422 773 731,31 RM. zur Verfügung standen.
RM.
An Spenden wurden verteilt 321 842981,66 Die Sonderaufwendungen be
trugen:
Hilfswerk „Mutter und RM.
Kind" 54 597 469,88
Reichsmütterdienst 5 000 000,— Deutsches Rotes Kreuz 5 000 000,— Verbände und Organi
sationen der Wohl
fahrtspflege 11 500 000,—
Tuberkulosehilfswerk 3 000 000,—
Insgesamt für Aufwendungen 79 097 469,88
Unkosten 7 382 688,50
Leistung 408 323 140,04
Barvortrag für das WHW. 1937/38 14 450 591,27
Gesamtverwendung der eingegange
nen Gelder also 422 773 731,31
Wie der Schatz zusammenkam.
Jeder weiß, wie die Helfer des WHW. (durchschnittlich 1 339 008, davon nur 8652 hauptamtlich gegen Entschädigung Tätige) Groschen um Groschen zusammentrugen. Da waren die Büchsensammlungen (mit 861 559,97 RM. Erlös), die E i n t o p f s p e n d e n (33 737 021,99 Reichsmark), die Reichs st raßensammlungen (30 531 925,24 RM.), die Gau-Str ahen- fatnmlungen (3971 164,65 RM). Da brachten weiter der Tag der Nationalen Solidarität 5 662 279,19 RM., die Spenden von Firmen und Organisationen bei dem Reichsbeauftragten 40 094 254,33 RM., bei den Gaubeauf
tragten weitere 65 353 424,16 RM. Die Aus - landorganisation der NSDAP, brachte 2 542 548,52 RM. auf. Der Reingewinn der WHW.- Lotterie betrug 7 066 211,69 RM. Die WHW. - Briefmarken erzielten 1543 952,32 RM. und es wurden für 347 430,59 RM. Spendenkar« t e n ausgegeben. Wenn man dann noch bedenkt, daß durch die allen arbeitenden Deutschen selbstverständlichen Opfer von Lohn und Gehalt 69 431 071,85 RM. Zusammenstössen und auf den Reichssammellisten 5 376 472,96 RM. gezeichnet wurden, kann sich jeder ein Bild machen von der Gründlichkeit, mit der das nationalsozialistische Deutschland jenes Kapital zusammentrug, das für die Angehörigen unseres Volkes bestimmt ist, die weniger ober nichts haben.
Erst wenn man bedenkt, daß Deutschland nach dem verlorenen Krieg und den rücksichtslos auspowernden Jahren der Systemzeit auch heute noch ein materiell armes und einzig auf feinen rastlosen Fleiß angewiesenes Volk ist, ermißt man die Gröhe der alljährlichen Leistungen der Winterhilfe. Die reichsten Völker der Erde mit Schaßen an Gold und Devisen, mit Kolonien, die vom Ueberfluß strotzen, riesigen Ackerbau- und Siedlungsgebieten und nationalen Reichtümern aller Art haben in jedem Winter trotzdem Millionen von hungernden und Frierenden. Das arme, aller großen materiellen Werte bis 1933 systematisch beraubte Deutschland kennt einen solchen Schandfleck der Zivilisation nicht!
In den Elendsvierteln so mancher internationaler Weltstädte und Landstriche hungern elende Kinder, abgemergelte Frauen, hilflose Männer. Bei uns wurden allein im vorigen Winter Nahrungsmittel für 124 080 304,02 Mark verteilt; niemand brauchte Hunger zu leiden. In öden kalten Behausungen frieren in der Welt Hunderttausende jeden Winter — wir verteilten allein 1936/37 für 62 937 592,36 Mark Brennmaterialien. Für Bekleidung gab das vergangene deutsche Winterhilfswerk 78 965 265,14 Reichsmark aus, mit 9 579 671,89 RM. wurde bedürftigen Familien bei Anschaffung von notwendigen Haushalts- gegenständen beigesprungen. Gutscheine und Leistungen sonstiger Art wiesen 1936/37 laut Rechenschaftsbericht des Reichsbeauftragten Hilgenfeldt die Höhe von 38 630 041,72 RM. auf und die sonstigen Sachspenden 7 650106,53 RM. Kartoffeln, Kohlen, Haferflocken, Gemüse, Mehl, Fleisch, Brot, Butter, Eier, Milch, Kakao, Fisch, Honig — sie wanderten in vielen Millionen Doppelzentnern dahin wo man sie aus eigener Kraft nicht aufbringen konnte. Röcke, Anzüge, Mäntel, Mützen, Handschuhe, Strümpfe, Schuhe, vor allem Kinderaus- stattungen, wurden in ungeheuren Massen verteilt. Betten, Geschirr, Oefen, Decken, Matratzen, Möbel würben gestiftet, bis zu Wasserkessel und Waschpulver ging bas! Hanbwerksarbeit wurde bezahlt, Strom- und Gasrechnungen beglichen, riesige Speisungen organisiert. Unb auch an bie über Hunger unb Kälte hinausgehenbe Not würbe gebucht durch Verteilung von Karten für Theater, Konzerte, Lichtspiel - Theater; Bücher wurden ausgegeben, Rundfunkempfänger, Sportgeräte, Weihnachtsbäume.
So wollen wir es auch in dem bevorstehenden Winter halten! Das deutsche Volk hat bitter in seinen Leidensjahren erfahren müssen, daß der einzige richtige Grundsatz für Deutschland ist: „Hilf dir selbst, dann hilft dir Gott!" Die Energie und die Folgerichtigkeit, mit der unser Volk sich unter Führung Adolf Hitlers allen Widerständen zum Trotz hochkämpft, spricht ganz besonders aus dem Winterhilfswerk.
und sterben. Schon zu des Kaisers Maximilian Tagen spielten die Buben am Brunnen in der Sonne — wie heute wieder, Sauberkeit und Ordnung, so will es das Gebot der (Stiftung, herrschen überall, bie Katzen schnurren auf der Schwelle, und Genügen unb Zufriebensein sinb darüber ausgebreitet.
Wenn die Tore dieser alle Zeiten und Krisen überdauernden Siedlung geschlossen werden, ist es schon Abend, das Dunkel spinnt zwischen den Häusern, lauter rauschen die Brunnen und die Kirchen ragen als schwarze, unbewegliche Schatten in den bestirnten Himmel.
Bastionen und Wehrtürme — in dieser Stunde erst schlagen sie einen magisch in Bann, beschwören sie verklungene Zeiten herauf, als noch des Erzgießers Töchterlein mit dem jungen Goldschmied an der dicken Festungsmauer selige Zwiesprache hielt.
Zeitschriften.
— Westermanns Monatshefte bringen in ihrem Septemberheft einen Versuch von Erich von Hartz in dem Beitrag „Der Mittelpunkt der Welt", die Forderungen der Vernunft, des Gefühls, des Wissens unb bes Glaubens für das religiöse Leben unserer Zeit miteinander zu verbinden und versöhnlich zu gestalten, lieber bas Leben der Jugend in verschiedenen außerbeutschen Ländern gibt Dr. Paul Royrbach einen fesselnden Ueberblüf aus eigener Beobachtung. Ebenfalls aus eigener Anschauung spricht Ilse Schreiber über die wenig beneidenswerte Lage der deutschen Siedler in Kanada. In die Welt bes Kinderbaseins führt Ebith Winkelmann mit einer tief verstehenben Be. trachtung über Kinberspiele unb Kinberreigen. 2In- sprechende Tiefbruckbilber machen dieses Kapitel doppelt anschaulich. Andere Bilder zeigen Luftaufnahmen von den Fliegern am Meer. Dann taucht unter den Titeln die Frage auf: Ist Blindsein Unglück? Zu diesem scheinbar tiefsten menschlichen Schicksal weiß Geh. Med.-Rat Professor L. Heine, Kiel, viel Tröstliches zu sagen. Zwei farbige Aufsätze sind der Kunstoetrachtung gewidmet. Ueber Fritz Durmann, den Maler der Kurischen Nehrung, schreibt Karla Eckert. Zu eigenartigen Bildern chinesischer Maler der Gegenwart gibt Dr. L. Neide- meister eine gehaltvolle Einführung. Als ein Nachklang zur 700-Jahrfeier der Stadt Berlin ist eine nette Plauderei von Hans Frank „Idylle Berlin" zu nennen. Prächtige Wiedergaben von alten Soldatenbildern illustrieren einen 'Beitrag „Dom Landsknecht zum Panzerwagenschützen".


