Oer chinesische Krieg und -ie Mächte
1937.
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Der pariser Besuch Äeneral Mitchs.
Paris, 5. Oft (DNB.) Der Staatssekretär im Reichsluftfahrtministerium General der Flieger Milch stattete dem Luftfahrtminister Pierre C o t, dem Unterstaatssekretär im Luftfahrtministerium, den Generalstabschefs der Fliegertruppe und des Heeres sowie dem Chef des Admiralstabes Besuche ab. Er legte dann am Grube des unbekannten Soldaten einen Kranz nieder. Eine Ehrenkompanie der Fliegertruppe hatte vor dem Triumphbogen Aufstellung genommen und präsentierte während der feierlichen Kundgebung das Gewehr. Eine große Menschenmenge hatte sich hinter dem Spalier versammelt. Die deutschen Offiziere trugen sich anschließend in das Goldene Buch des Triumphbogens ein. Am Montagabend war der General Gast des Stabschefs der französischen Luftwaffe, General Fequant. Dienstag mittag war er beim Luftfahrtminister Cot geladen, der einen Trinkspruch auf das Oberhaupt des Deutschen Reiches und auf die deutsche Luftwaffe ausbrachte. In einer Erwiderung wünschte General der Flieger Milch eine freundschaftliche Zusammenarbeit der Luftfahrt
Nachdruck verboten.
II Ein Interview und dann zur Front.
Tientsin, September (Durch Luftpost).
Reise an die japanische Front
Von unserem H. Tr.-Sonderberichterstatter.
Japan an seine britischen Kritiker.
Die Luftangriffe
hätten vermieden werden können.
London, 6. Okt. (DNB. Funkspruch.) Die „Times" veröffentlicht die gemeinsame Zuschrift zahlreicher japanischer Politiker, in der festgestellt wird, daß der Krieg von China den Japanern aufgezwungen wurde. Es wird daran erinnert, daß Japan Luftangriffe auf Zivilisten stets abgeleynt, und 1923 in Haag auf die völlige Abschaffung der Bomberwaffe gedrängt habe. Die japanische Regierung sei aber damals am Widerstand Englands und Frankreichs gescheitert. Solange der Gegner eine derartige Waffe anwende, könne natürlich auch Japan nicht auf sie verzichten. Sofern Eisenbahnstationen und andere militärisch-wichttge Ziele in stark bevölkerten Gebieten lägen, gerate unvermeidlich auch die in deren Nähe wohnende Bevölkerung in Gefahr. Die japanischen Flieger täten allerdings alles in ihrer Macht liegende, um die Gefahren für die Zivilbevölkerung zu verringern. Wenn gerade heute von den Westmächten diese Luftangriffe verdammt würden, so könnte man dem nur zusttmmen. Freilich hätte man, wie Japan es getan hätte, die Schrecken eines Luftkrieges früher erkennen und mit Japan zur Beseitigung dieser Schrecken Zusammenarbeiten sollen.
Oer Genfer Völkerbund sagtChina,,moralische!lnterstühung"zu
Genf, 5.-Okt. (DNB.) Die Dölkerbundsver- sammlung hat die von dem Konsultativausschuß für Ostasien vorgelegten Berichte über den chinesisch- japanischen Konflikt angenommen. Demnach werden die Dölkerbundsmitglieder, die den Neunmächtevertrag unterzeichnet haben, aufgefordert, sich so- fort über die besten und schnellsten Mittel zu verständigen, um den Konflikt im Wege des Einver- nehmens ein Ende zu machen. Ferner verspricht die Versammlung China ihre „moralische Unterstützung" und fordert die Mitgliedsstaa
ten auf, sich jeder Aktion zu enthalten, die die Widerstandskraft Chinas schwächen und seine Schwierigkeiten vermehren könnte, weiter zu erwägen, in welchem Maße sie, jeder für sich, China Hilfe leisten könnten.
Aordchinas Zäunst.
„Ein halb unabhängiges Regime unter japanischer Führung."
Tokio, 6. Okt. (Ostasiendienst des DNB. Funkspruch.) Laut Pressemeldungen hat der japanische Presseattache in China, ^Generalmajor Kita, in einem Interview erklärt, Japan beabsichtige in Nordchina keine neue Staatsgründung, wie es gleichfalls eine ständige militärische Besetzung Nordchinas zu vermeiden wünsche. Jedoch glaube er für den Fall des weiteren An- hultens der antijapanischen Einstellung Chinas ein halb unabhängiges Regime unter japanischer Führung voraussagen zu können. Eine ständige Besetzung wichtiger strategischer Punkte Nordchinas im Falle weiterer Feindseligkeiten der Chinesen bezeichnete Generalmajor Kita als wahrscheinlich. Augenblicklich müsse das in den japanischen Machtbereich geratene Gebiet derartig verwaltet werden, daß daraus jedes zukünfttge Regime entwickelt werden könne.
Neues Bombardement Schanghais.
Schanghai, 5. Okt. (DNB.) Der Stadtteil T s ch a p e i war am Dienstag dem bisher in den Kämpfen um Schanghai schwersten Luftbombardement ausgesetzt, durch das die westlichen Teile der Internationalen Niederlassung den .ganzen Tag über erschüttert wurden. Staffelweise fliegende japanische Maschinen warfen, eine neue Taktik anwendend, ihre ganze Bombenladung mit einem Mal ab. Mehrere 100 Bomben, darunter auch solche von 500 Pfund, gingen auch über der chinesischen Front und auf die rückwärttgen chinesischen Stellungen nieder.
schen Städten noch Läden und zwar in einer solchen Masse, daß man annehmen muß, so eine chinesische Stadt bestünde nur aus Kaufleuten. Wie im orientalischen Basar liegt Budike neben Budike. Kisten und Kasten waren erbrochen und ihr In- halt über die Gassen verstreut, wo die Räder der schweren Artillerie den ganzen Krimskrams platt walzten.
Etwas ungeheuer Trübseliges ging von dieser toten Stadt aus: ab und zu trabte auf hochbeinigem Pferd ein Meldereiter vorbei, hier und dort wurden Telephonleitungen gelegt, in einer verwüsteten Apotheke rochen japanische Soldaten prüfend an den Medikamenten, vor Hunger halbtote Hunde schlichen herum, ein paar Häuser durch Fliegerbomben verwüstet, an den Wänden Wegweiser zu den verschiedenen „Stäben" und da und dort ein verschüchterter uralter Chinese, der als „Paß" und „Talisman" mit einer kleinen japanischen Pa- pierflagge in der Hand sich ängstlich an den Mauern entlang tastete, in der Luft ein süßlicher Verwesungsgeruch, Millionen von Fliegen. — Weiß der Teufel! Als Divisionskommandeur hätte ich mein Stabsquartier in einer hübscheren Gegend aufgeschlagen!
Nach endloser Fragerei und verschiedentlichem „Verlaufen" hatten wir dies Divisionsquartier endlich gefunden: das Haus eines reichen Chinesen. Vor dem Eingangstor ein Doppelposten im braunem Stahlhelm mit aufgepflanztem Seitengewehr hinter einer Schutzmauer aus Sandsäcken. Im breiten Eingangstor die Wache, saubere Burschen, denen man ansah, daß ihnen dieser „Druckposten" gut bekam. Rittmeister Satoh stellte seinen Koffer ab, wir taten das gleiche, staubten uns ab und machten uns „Dinner-fertig". Eine Viertelstunde verging, eine halbe, eine ganze ... Rittmeister Sa- toh blieb verschwunden! Sitzgelegenheiten gab es nicht, also setzte man sich resigniert auf die Erde. Gegenüber wurden die Pferde des Stabes geputzt, irgendwo war ein Haufe japanischer Stahlhelme aufgestapelt, anscheinend von Toten oder Verwundeten herrührend. Meldereiter kamen und gingen, ab und zu kam ein Offizier mit goldener Schärpe und ebensolchem Bandolier heraus, sah uns prüfend an und verschwand. Allmählich bekam man Hunger. Und vor allem Durst. Wieder verging eine Viertelstunde, endlich kam Rittmeister Satoh heraus: „Exzellenz lassen bitten!" Na, Gott sei Dank, hoffentlich „zu Tisch". — Leider war das nicht der Fall: Exzellenz erwartete uns vielmehr zu einem „I n t e r v i e w" in der Ahnenhalle des Hauses, die auch jetzt ihre Funktion als „Besuchszimmer" er- füllte. Wie die meisten chinesischen Privathäuser, so
Potifif mit Torpedos.
Qün englischer Politiker, bekannt wegen seines ab» Deutschenhasses, fragte dieser Tage mehr als höhnisch, wo denn nun eigentlich die U-Boot- Piraten geblieben wären. Die Antwort auf diese Frage, bewußt so gestellt, als wären es deutsche und italienische Boote gewesen, die im Mittelmeer Unruhe geschaffen, sich dann aber nach Einrichtung der englisch-französischen Kontrolle schleunigst verkrochen hätten, ist ihm kurzfristig erteilt worden. Und zwar von sowjetrussischer Seite. Ein Moskauer U-Boot hat entsprechend der Kreml-Taktik einen Torpedo auf den britischen Zerstörer „Basilisk" abgeschossen, hat zwar nicht getroffen, aber erreicht, daß nun wieder hellste Aufregung herrscht. Daß es ein Bolschewistenboot war, ergibt sich' einwandfrei aus den „Beobachtungen" der Valencia- Bolschewisten, die gleich mit ausführlichen Berichten über diesen Angriff bei der Hand waren und sogar noch etwas über einen zweiten Torpedoangriff mitzuteilen wußten, von dem die britische Admiralität bisher noch keine Kenntnis erhalten hat. Die ausgezeichnete Unterrichtung der Roten in Valencia über die Einzelheiten des Angriffs erinnern uns lebhaft an gleiche Vorfälle der Vergangenheit. Auch damals wußte man besser Bescheid als die unmittelbar Betroffenen, was kein Wunder ist, waren damals wie heute diese Angriffe von den Roten wohlvorbereitet worden.
Wenn sich die Bolschewisten wiederum einen Engländer ausgesucht haben, dann nicht ohne Grund. Mit den Angriffen auf deutsche und italienische Schiffe haben sie die gewünschten politischen Wirkungen nicht auszulösen vermocht, die eben darin bestehen sollten, die Völker so in Harnisch zu bringen, daß sie gegeneinander zu den Waffen griffen. Diesen Gefallen haben ihnen auch die sonst hinter den Bolschewisten herlaufenden oder sich die bolschewistischen Außenpolitik recht gefügig zeigenden Nationen denn doch nicht getan. Und was Deutschland anlangt, so haben wir aus den Angriffen auf unsere Schisse die erforderlichen Konsequenzen gezogen, was man drüben mit süß-saurer Miene aufnahm.
Litwinow-Finkelstein, der die Puppen tanzen lassen möchte, hat in Gens bei der Behandlung eines chilenischen Antrags, auch die nicht im Völkerbund sitzendenNationen um ihre Ratschläge bei der Völkerbundsreform zu bitten, erregt protestiert. Weil dann auch Deutschland undJapan gefragt werden müßten. Das aber will die Sowjetunion nicht. Sie will sich in Genf zum Alleinherrscher machen, sie will den Genfer Kurs bestimmen. Darum sind ihr auch die „Abstinenziv- nisten" im Völkerbund ein Dorn im Auge, jene kleinen Staaten, die mit dem Bolschewismus wiederholt höchst unangenehme Bekanntschaft gemacht haben und die gar nicht bereit sind, jeden Unfug am Genfer See mitzumachen. Sie stellten sich auch bei dem Versuch, die Freiwilligen-Aktion im Moskauer Sinne zu unterstützen, abseits, so daß der sowjetrussische Antrag ins Wasser fiel. Darob natürlich in allen bolschewistischen und probolschewistischen Kreisen große Empörung. Am meisten bei Litwi- now-Finkelstein, wie sein Reagieren auf den chilenischen Antrag zeigt, der angenommen wurde.
Zeigten die Ausfälle Litwinows, welchen Weg er steuert, so zeigt der Angriff auf den britischen Zerstörer, daß Moskau wieder zur Politik mit Torpedos zurückgekehrt ist. Zu gern hätte man gesehen, daß die ab gefeuerten Sprengladungen den Zerstörer versenkt hätten. Wie hätte man dann wieder die internationale Oeffentlichkeit aufwiegeln und die Spuren der sowjetrussischen Außenpolitik vermischen können. Das Schicksal wollte es anders, die Torpedos liefen vorbei. Und Litwinow-Finkelstein wird sich gedulden müssen, bis das nächste Sowjetunterseeboot zum Schuß kommt. Denn nach der großen Pleite der bolschewistischen Außenpolitik, nach dem engen Zusammenschluß Deutschlands und Italiens weiß man sich in Moskau keinen andern Rat mehr, als zu der alten Methode der Anwendung von Gewaltakten zu greifen. Uns geht diese Politik wenig an, solange Torpedos auf britische Schiffe abgefeuert werden. Es ist Sache der Engländer, sich mit den Herrschaften im Kreml auseinanderzusehen, denen man bisher bereitwillig den Vortritt gelassen hat, so daß sich niemand wundern darf, wenn sie neue Sitten einführen. Nur sind diese Sitten dem europäischen Frieden wenig bekömmlich. D. S.
Oie Suche nach dem bolschewistischen
!l-Dooi eingestellt.
London, 5. Okt. (DNB.) Wie Reuter berichtet, ist die Suche nach dem U-Boot, das einen Torpedo auf den britischen Zerstörer „Basilisk" abfeuerte, eingestellt worden. Dienstag früh seien d i e normalen Patroui(lenfährten wieder ausgenommen worden, lieber das Ergebnis der Abwehrmaßnahmen fei nichts bekannt. Insgesamt hätten sieben britische Zerstörer und zwei Flugzeuge Montag abend und die ganze Nacht hindurch das westliche Mittelmeer abgesucht, ohne etwas von dem U-Bot zu finden.
war auch dieses um einen quadratischen, mit Blumen und Springbrunnen geschmückten Hof herumgebaut — von der Eingangstür schreitet man durch den Hof in graller Linie auf das Ahnenzimmer zu, wo die Ahnentafeln ausgestellt sind und andere Familienerinnerungen aufbewahrt werden.
Generalleutnant Renski I s o g a i, ehemals Chef der japanischen Militärmission in Peking und Typ des „politischen Generals", stand mit seinem Stabschef aufrecht hinter einem großen Tisch. Die Presse marschierte auf, jeder machte seine Verbeugung und legte vor dem General, nach fernöstlicher Sitte, seine Visitenkarte auf den Tisch. Er las sie durch und war im Bilde. Rittmeister Satoh, dem es etwas unbehaglich zumute zu sein schien, spielte den Dolmetscher und erklärte, Exzellenz seien bereit, Fragen der Presse zu beantworten.
Erste Frage: „Was sind die japanischen Kriegsziele? Der General dachte einen Augenblick nach und erklärte: „Wir führen nicht gegen das arme chinesische Volk Krieg. Wir führen lediglich gegen den schlechten Geist der Nanking- Regierung Krieg und Sie müssen sich Japan rote einen Buddah mit dem Schwert vorstellen, der den Teufel austreiben will."
Zweite Frage: „Wie weit soll die derzeitige Offensive vorgetragen werden? Antwort: „Geographisch unbegrenzt, sie endet erst, wenn Nanking eines anderen Sinnes geworden ist, denn die japanische Armee kämpft für den Frieden."
Dritte Frage: „Verluste der Durchbruchsschlacht?" Antwort: „Chinesen etwa 300, Japaner etwa 200 Tote und Verwundete." Allgemeine Enttäuschung, infolgedessen sah sich der General genötigt, sich ganz kurz über die Gefechtstaktik zu äußern. Hier — in großen Zügen der Verlauf eines solchen Gefechts auf dem nordchinesischen Kriegsschauplatz: Irgendwo haben sich die Chinesen eingegraben. Stellungen meist recht geschickt angelegt und gut getarnt. Die Japaner marschieren an, entfalten sich und eröffnen das Artilleriefeuer im Verein mit Bombenfliegerangriffen. Darauf reißt ein Teil der schlecht disziplinierten chinesischen Provinzialtruppen aus, der Rest eröffnet das Snfanteriefeuer auf die an greifende japanische Infanterie. Ist diese etwa bis auf Sturmentfernung herangekommen, hauen die restlichen Verteidiger ebenfalls beschleunigt ab und schlagen sich durch die riesigen Kauliangselder seitwärts in die Büsche. Einen Tagesmarsch weiter rückwärts setzen sie sich aufs neue, und das alte Spiel wiederholt sich, das den Japanern unendlich viel Zeit und — ebenso wie den Chinesen — wenig blutige Verluste kostet.
Es hat wenig Zweck, die vielen Fragen, die dem General gestellt wurden — die Unterredung dauerte etwa eine Stunde —, im einzelnen noch einmal zu wiederholen, wie alle japanischen Generale verstand es auch General Renski Jsogai, sehr liebenswürdig mit vielen Worten nichts zu sagen, zum Schluß ließ er sich photographieren und die Presse mar entlassen. „Herr Rittmeister, wo soll es denn nun eigentlich hingehen?" rief einer. — „N a ch Ma- s ch a n g!" — „Und wie weit ist das?" — „Etwa 8 oder 10 Kilometer." — „Waaas? Und wie sollen wir dorthin kommen?" — „Z u F u ß !" — „Gibt's denn keine Autos?" — „Nein!" Worauf die Presse geschlossen in den Streik trat, was den Rittmeister Satoh zu scharfem Nachdenken veranlaßte. Das Ergebnis war der Vorschlag, an den Kaiser-Kanal zu „tigern" und dort nach einer Fahrgelegenheit Ausschau zu halten.
Gesagt, getan. Eine Stunde lang wanderte die Presse-Schlange, beladen mit Freßkörben und Bier- fäften, durch das übelduftende Tankuantung. Endlich war der Stadtrand erreicht — die chinesischen Städte sind meist von einer ungeheuren Ausdehnung —, unmittelbar am Rande lief der Kaiser- kanal vorbei, auf dem gerade ein mit japanischen Pionieren besetztes großes Motorboot angemeine Richtung Maschcma vorbeikam. „Hallo! He! Wo wollt ihr denn hin?" schrie der Rittmeister. „Nach M a s ch a n g !" „Anlegen!" — Und schon schnurrte das Bootchen heran, ein Brett wurde ausgelegt und aufatmend kletterten wir an Bord.
Der Weg nach Tankuantung schien uns endlos. Da der schmale, durch ein Überschwemmungsgebiet führende Weg mit Feldartillerie und Kolonnen jeder Art f a st verstopft war, mußten wir in einer langen Reihe hintereinander am Rande des Wassers marschieren, vorbei an ertrunkenen Pferden, toten Maultieren und aufgequollenen Deren» Men Hunden, die in der Gluthitze — von Millionen von Fliegen und Moskitos umschwärmt — einen unbeschreiblich fürchterlichen Gestank verbreiteten. Mit feinem großen Schwert und feinem Mu- fterfoffer stiefelte Rittmeister Satoh an der Spitze der „Journalisten-Kette", deren Schluß die englische, einer Ohnmacht nahe „Miß" bildete, die mit ihren Stöckelschuhen in dem harten, ausgefahrenen Lehmboden kaum gehen konnte. Die japanischen Kanoniere und Trainfahrer wollten sich über uns kost fertigende, schwitzende und ingrimmig fluchende Menschlein halb tot lachen — vielleicht hielten sie uns für eine Kolonne Handlungsreisende oder gar arretierte „Kommunisten". Da die meisten der aus Jnnerjapan stammenden Mannschaften noch nie einen „Weißen" gesehen hatten, betrachtete man uns mit einer Art wohlwollend herablassenden und etwas mirteibigen Neugier
Schweißgebadet erreichten wir endlich den Stadtrand von Tankuantung. Das Stadttor stand offen, die Stadt selbst war von der Zivilbevölkerung fast restlos verlassen worden. Chinesische Pro- vinzstädte gleichen in ihrer Einförmigkeit und Reizlosigkeit wie ein Ei dem andern. Alle Häuser aus Lehm gebaut, mit hohenLehmmauern nach der Straße abgeschlossen, so daß man stundenlang zwischen diesen toten Lehmmauern entlang laufen kann, die in mehr ober minber regelmäßigen Abständen von offenen Toren unb Türen unterbrochen finb unb bie ben Blick auf bie mit geheimnisvollen Schriftzeichen bebeckten „Geistermauern" freigeben, die in~ keinem chinesischen Hause fehlen. Denn Geister können in China keine „krummen Wege" gehen, fonbern nur gerabeaus laufen. Dabei rennen sie bann an bie „Geistermauer" an unb müssen un« verichteter Dinge roieber umkehren, währenb ber Mensch biefe Geistermauer, bie eine Art steinernen Vorhang hinter ber Eingangstür bilbet, geschickt „umgeht". Außer Mauern gibt es in ben chinesi-
3eber Arbeitsraum soll auch des Abends durch gute und reichliche AllgemeiN'Beleuch- iung und blendungsfreie Arbeitsplatz-Beleuchtung freundlich gestaltet sein. An solchen durch Llcht verschönerten Arbeitsplätzen wird sich der Mensch wohlfühlen und mit mehr Lust und Liebe seine Arbeit vollbringen. Osram-D-Lampen mit ihrer großen Lichtfülle sind die gegebenen Lichtspender für billige Meitsplah-Beleuchtung. Man frage den Elektrolicht-Fachmann wegen Verwendung. von


