ttch sind. Die Treubundkameraden müssen aber auch die Uebungsabende des Soldatenbundes besuchen, um sich fortlaufend zu unterrichten und um den alten Geist zu pflegen. Nachdem er noch auf den Ausflug hingewiesen hatte, betonte Kamerad Schwender, daß gerade solche Ausflüge dazu angetan sind, die weitere Heimat kennen und auch lieben zu lernen, der der alte Soldat in Treue verbunden bleiben will.
Todessturz aus dem Fenster.
* Zell (Kreis Alsfeld), 5. Sept. Auf der Straße vor einer hiesigen Gastwirtschaft fand man am heutigen Sonntag gegen 4.30 Uhr einen nur mit ejnem Hemd bekleideten toten Mann auf. Die Ermittlungen der sofort herbeigerufenen Staatsanwaltschoft und Kriminalpolizei Gießen ergaben, daß es sich bei dem Toten um den etwa 30 Jahre alten Arbeiter Wilhelm Klein aus Frankfurt a. M. handelt, der in der Gastwirtschaft, vor der man ihn aufgefunden hatte, zusammen mit vier anderen Arbeitskameraden für die Dauer seiner Arbeitstätigkeit am Reichsautobahnbau bei Zell einquartiert war. Die Männer hatten bis lange nach Mitternacht aufgese'sen und waren dann zu ihren Schlafstätten im Tanzsaal im ersten Stock gegangen. Das Bett des Toten stand in der Nähe eines Fen
sters. Es wird — da die Schlafgefährten keine Wahrnehmungen über ein Aufstehen Kleins machen konnten — angenommen, daß Klein nach dem Schlafengehen sich wieder erhoben und an das offene Fenster begeben hat. Er hat sich dabei anscheinend zu weit herausgebeugt und ist aus dem ersten Stockwerk abgestürzt. Der Tod des Mannes ist durch schwere Schädelverletzungen alsbald eingetreten.
Ungetreuer Genossenschastsrcchner.
* Wetzlar, 4. Sept. Wegen Untreue gegenüber der ländlichen Spar- und Darlehnskasse in Wißmar, die er als Rechner und Vorstandsmitglied dieser Genossenschaft begangen hatte, und durch die ein Fehlbetrag von etwa 13 000 Mark entstanden war, wurde der frühere Rechner L. G. aus Wißmar vom hiesigen Schöffengericht zu v i er Monaten Gefängnis und 100 Mark Geldstrafe verurteilt.
Landkreis Gießen.
£ Wieseck, 6. Sept. Unser Mitbürger Heinrich Keil, Rabenauer Straße 1, wird morgen achtzig Jahre alt. Herr Keil war über 30 Jahre bei der Firma H. Schaffstaedt, Gießen, als Schmied tätig. Er ist körperlich und geistig noch sehr rüstig.
Festtage des rheinischen Weines inMainz
2. Rhein-Mainischer Winzertag.-Oer Mainzer Weinmarkt.
LDD. Mainz, 4. Sept. Mainz, der Mittelpunkt des müßten und bedeutendsten Weinbaugebiets, steht seit Samstag im Zeichen festlicher Weintage. Eingeleitet wurden sie am Samstagvormittag mit der
Tagung des Landesbauernrals
im Weißen Saal des Kurfürstlichen Schlosses. Nach der Eröffnung durch das Städtische Orchester und nach der Begrüßung durch den Sprecher des Landesbauernrates, Kreisbauernführer Geis, an die Vertreter von Partei, Staat, Wehrmacht und Behörden sprach SS.-Oberführer Berger vom Stabsamt des Reichsbauernführers über den Freiheitskampf des deutschen Bauerntums. Er gab einleitend einen Aufriß durch die Entwicklung germanischen Bauerntums, das, die Hand an Pflug und Schwert, siedelnd Land für sich und seine Kinder schuf und, der rauhen Natur des Landes die Lebensmöglichkeiten abringend, aus seinen rassischen Bedingungen heraus eine Kultur gestaltete, die weit über der anderer Völker stand. Blut, Sippe und Boden gaben die Kraft aur Kolonisation, aber auch die politisch-organisatorische Form. Der Redner schilderte den Einfluß des Christianisierungsprozesses, der den seelischen Aufbau des germanischen Freibauerntums zerstört und die germanische Selbstverwaltung vernichtet habe. Das Auskommen der Leibeigenschaft als Folae des wirtschaftlichen und sozialen Niedergangs, Die Einführung des römischen Rechts, die Trennung von Wehr- und Nährstand führten zu den Bauernkriegen, deren Ziel ein großes Deutschen Reich auf der Grundlage Des Freibauerntums war. die aber zur Vernichtung des Gemeinschaftsgedankens und der Wegnahme der Gerichte und des Waffenbesitzes führten. Damit war erst die Möglichkeit für den Dreißigjährigen Krieg gegeben. Die Kolonisationsbestrebungen der brandenburgisch-preußischen Fürsten, Steins Reformen konnten nicht die völlige Gesundung des Bauerntums bringen. Diese war nach einer Zeit sprunghafter Entwicklung und Scheinblüte erst durch die nationalsozialistische Revolution möglich, die wieder zur Dorfgemeinschaft und zur Einheit des Volkes, aber auch zur Erkenntnis geführt hat, daß das Bauerntum Blutquell und Gesittungsträger des Volkes ist und sein müsse.
Kreisbauernführer Geis dankte dem Redner mit der Feststellung, daß ein gesundes Bauerntum die beste Grundlage des Staates sei, und schloß die Veranstaltung mit dem Gruß an den Führer.
Der Winzettag und die Gauausstellung „Rhein und Wein", wurden am Nachmittag im Akademiesaal des Kurfürstlichen Schlosses eröffnet. Nach einem Gruß- und Dankwort des Mainzer Oberbürgermeisters Dr. Barth an den Gauleiter und seinen Stellvertreter,
sowie an den Landesbauernführer Dr. Wagner für die Schaffung des Rhein-Mainischen Winzertages sprach der
Landesbauernführer Or. Wagner.
Die Sorge für den ewigen Bestand des deutschen Volkes verpflichte den nationalsozialistischen Staat zur Schaffung, Erhaltung und Pflege des notwendigen Raumes und Bodens für den Winzer und zur Pflege und Nährung des in diesem Boden wurzelnden Blutes. Mit rund 18 000 Hektar Reben und 1,1 Millionen Hektoliter Mosternte liege das Nhein-Main-Gebiet an der Spitze des deutschen Weinbaues, wie anderseits der Rheinwein unstreitig der berühmteste Wein der Welt sei. Das herauszustellen und die Versäumnisse früherer Jahre nachzuholen, sei vordringliche Aufgabe der Weinwerbung für dieses Gebiet, auf die der Landesbauernführer mit Dank für die Förderung durch den Gauleiter dann näher einging. Der Rhein-Mainische Winzertag und die übrigen im Zusammenhang mit ihm durchgeführten Werbeveranstaltungen dienten dazu, den deutschen Wein als Volksgetränk in die Massen hineinzutragen, die Achtung vor den im Weinbau lebenden Volkskräften und Volksgütern zu pflegen und das Bewußtsein im ganzen Volk zu wecken, daß der Weinbau an der Westgrenze des Reiches eine große politische, kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung hat.
Stellv. Gauleiter Linder
würdigte, nachdem er die Grüße des Gauleiters übermittelt hatte, die bisher im Dienste der Werbung für den rhein-mainifchen Wein geleistete Arbeit. Durch die Schaffung des Rhein-Main-Gebiets habe der Gauleiter die frühere Zersplitterung preußischer und hessischer Weinbauinteressen beseitigt. Der Rhein-Mainische Winzertag sei für den Winzer ein Ehrentag. Heute nehme das ganze Volk an seiner Arbeit Anteil, durch die er schon seit Jahrzehnten den Ruhm des Rheinweines in alle Welt getragen habe. Aus seiner Wertschätzung des Bauerntums heraus wende sich die Sorge des Nationalsozialismus auch dem Winzer zu. Im großen Reigen der Wein-Werbeveranstaltungen seien der Rhein-Mainische Winzertag und das Mainzer Fest die Kundgebung rhein-mainischer Weinbaukunst und Weingüte und habe durch die Lage der Stadt Mainz die beste Gewähr für eine weitreichende Wirkung. Die Gauausstellung „Rhein und Wein" werde dartun, wie eng Wein und Weinbau mit der bodenständigen Kultur und dem Geistesleben unserer Heimat verbunden sei. Der stellvertretende Gauleiter erklärte dann den Winzertag und die Gauausstellung mit den besten Wünschen für eröffnet.
Nach dem Gruß an den Führer besichtigten die Ehrengäste die Gauausstellung und wohnten der Eröffnung des Mainzer Weinmarktes und des Weinfestes auf dem Liebfrauenmarkt bei. Abends
fand auf dem Brand die Aufführung von Zerkaulens „Sprung in den Alltags durch das Stadttheater als Festaufführung statt.
Starker Erfolg.
Schon am Samstagnachmittag begann sich die Stadthalle zu füllen. In den großen Weinzelten und Vergnügungsstätten auf dem Adolf-Hitler-Platz drängten sich ungezählte Massen, und nicht anders war es bei dem Weinfest der NS.-Gemeinfchaft „Kraft durch Freude" auf dem Liebfrauenplatz. Allein für den Mainzer Weinmarkt wurden am Samstag über 15 000 Eintrittskarten ausgegeben.
Am Sonntagmorgen gab es im Rheingoldsaal der Stadchalle eine große öffentliche Probe von Qualitätsweinen, die sich eines starken Zuspruchs erfreute. Großen Anklang fanden auch die beiden Festaufführungen des Zerkaulenschen Dolksstückes „Sprung in den Alltag" auf dem Brand. Am Sonntagnachmittag führten Winzergruppen auf dem Liebfrauenplatz und auf dem Markt rheinische Volkstänze auf.
Rhein-Mainische Börse.
Uneinheitlich.
Frankfurt a. M., 4. Sept. Zum Wochenschluß konnte sich das Geschäft zwar nicht beleven, die Haltung am Aktienmarkt war jedoch nach den Abschwächungen des Vortages etwas zuversichtlicher. Die Kursentwicklung war noch uneinheitlich, da teilweise noch Abgaben Vorlagen, während die Kulisse sich zu Deckungen veranlaßt sah, im ganzen über
wogen mäßige Erhöhungen. Nachfrage fanden Bergwerkswerte, Hoesch 128,50 (128), Klöckner 139 (138), Verein. Stahl 120 (119,25), Rheinstahl unv. 157,50. In der Farben-Aktie lagen weitere kleine Käufe vor, so daß der Kurs auf 167,65 bis 167,75 (167) anzog. Elektroaktien blieben behauptet, auch Schiffahrtsaktien lagen nach der flauen Veranlagung des Vortages widerstandsfähig, Hapag 80,50 (80), Nordd. Lloyd unv. 88,50. Etwas Angebot zeigte sich noch in einzelnen Maschinenwerten, Rheinmetall 154,50 (155,50), Demag 151,50 (152,25), aber Eßlinger weiter gefragt mit 123,75 (123,50).
Der Rentenmarkt lag sehr still bei behaup- teten Kursen. Reichsaltbesitz 127,50, etwas fester Reichsbahn-VA. mit 127,90 (127,50), Kommunal- Umschuldung unv. 94,80, Rhein. Städte-Altbesitz 132. Pfandbriefe lagen bei kleinen Umsätzen unverändert, nur Liquidationswerte wichen wieder bis 0,25 v. H. ab, es überwogen Rückgänge. Stadtcm- leihen notierten größtenteils unverändert, 4,5proz. Darmstadt v. 28 98 (98,50). Don Industrie-Obligationen ermäßigten sich 5prozent. Verein. Stahl auf 101,13 (101,50).
Der weitere Verlauf der Börse lag sehr ruhig, Kursoeränderungen ergaben sich kaum. Rheinmetall waren 1 v. H. erholt auf 155,50, Farben-Jndustrie blieben zum höchsten Kurs von 167,75 gut behauptet, für einzelne Montanwerte hörte man leicht ermäßigte Kurse. Auch die später zur Notiz gekommenen Papiere lagen unregelmäßig, die Abweichum gen bewegten sich jedoch unter 1 v. H. Ilse Genuß nach Pause um 1,25 v. H. auf 104,25 erholt. Am Einheitsmarkt waren Faber & Schleicher Maschinen weiter stark gesucht und mangels Angebot gestrichen Geld.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe Der zuletzt oefchlosienen Dividende an. Relchsbankdiskont 4 o H. Lombardzinsfuß 5 v H
Frankfurt a. M.
Berlin
Frankfurt a. M.
Berlin
Schlufe- kurs
Schlufek. Abend- börle
Schlufe- fürs
Schlufek Mittag börse
.Schlufe- kurs
Schlufek. Abend börie
Schluv- turs
Schlufek. Mittag. börie
D num
3.9.
4.9-
3.9
4-9.
Damm
3-9.
4.9.
3-9.
4-9.
5% Deutsche Reichsanleihe v. 192^ 4% Deutsche ReichSanl. von 1934 4Vi% Deutsche Reichsschatzanwei-
101,5
99,25
99,3
99
105
100,25
99,65
127,5
136,75
99,5
101,5
99,5
98,5
133,75
99.75
98,5
101,65
101,75 111,1
127,25
80
88,5 127,5
118,25
123,75
105
101,5 99,4
99,25
99
105
100,25
100,4
99,65
127,5
136,75
99,5
101,5
99,5
98,75
98,5
133.5
99,75
98,5
101,7
101,5
111,1
127J5
80,5
88,5
127,9
210,5
118,25
123,5 105
Death
101,5 99,25
99,3
99
105
100,65
99,65 127,5
99,5 98,75
133,75 99,75
101,5
127,4
80
88
127,75
211
135 118.25 123,75
105
mmarf
101,5
99.4
99,25
99
100,25
100,5
99,65
127,5
133,75 99,75
101,65
128 47
81
88,13
128
210,75
135,4
118,25
123,5 105
Berlin
Aceumulaloren-Fabrik.......
Aschaffenburg Zellstoff.......
Bemberg..................
Bekula....................
14
6
O
8
5
7
6
12
4
5
9
151,5 153,75
168
129 170,25
190,5
142,5
152,9
267,5
170,5
132
155,25
167 139,25 159,5
147
53
172
128
153,75
172
138
130
95 124,9
156,25
229,5
157,5
132,13
152,75
161
177
217
206
119,25
60,5
160,25 35,75
150,5
154
168
170
190
142,5
152,75
267,5
170 131,25 155,25 167,65
139
159
147
171,5 128,5
153,5
172 140,25
139
129
95 124,25
157.5 131,75 153,25
160
177
218
205 119,75
60,75
118
160
35,5
151,75 153,5
168 129,25
190,5 142,75
122 153,13
170,5 132 155 167,25
139 159,5
147
53 172,25
128 154 172 140,75
111 138,25 165,25
130
124,75 155,5
156 116,4
230 . 132
158 131.65 152.4
159
177
95,4 217,5 205,25 119,13
60,4
117 160
35,65
228,5
151 153,75 168,13 128,25
191,5 142,5
122,25 152,13
169,65
131,5
155 167,65 139,5 158,5
147
53,75 171,5 128,4 154,4
140,25
139,65 165,4 129,5
124,4 155,5 156,5
116.25
131
157,5 131,25 153,75
160,5
177
95
218 205,25
119,4
60,4
118
160
35,4
4y2% Deutsche Reichsschatzanwei- hingen von 1935, II. ftolge ... iYi’o Deutsche Reichsschatzanweh sungen von 1936, III. Folge ..
5yz% Doung Anleihe von 1930 .. 4%% Heshsche Volksstaat von 1929 4*/2% Deutsche Reichspostjchatz von 1934 I......................
Buderus Eisen..............
dement Heidelberg..........
dement Karlstadt ............
Conti Gummi..............
Daimler Motoren..........
Dessauer Gas ..............
Deutsche Erdöl .............
Deutsche Gold- und Silber ...
4y2% Deutsche Reichsbahnschatz von 1936 I..................
Reichsanleihe-Altbesttz..........
Oberhessen Provinz-Anleihe mit
Auslos.-Rechten.............
<y2% Hess. LandeSbt. Darmstad:
Goldpfe. R. 12..............
sy2% Hess. Lmides-Hyv.-Bank
Liqu. Goldpfe...............
<y2% Preufe. Landespfdbr.-Anst.
Goldpfe. R. 19..............
4y2% teufe. Gold-Komm. R. 20 4y2% Darmstädter Komm.-Lan-
desbank R. 6................
Deutsche Komm.-Sammel-Anleihe AuSlos.-Rechte I..............
4y2% Franks. Hyp. Goldpfe. R. 15
<y2% Franks. Hyp. Gold-Komm.
Obl. 2 3................
sy2% Franks. Hyp. Liquidation
Goldpfe....................
6y2% Rheinische Hyp. Liquidation Goldpfe.....................
Steuergutschein-Verrechnungskurö
A.G. für Verkehrswesen .... 6 $4
Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0
Hamburg-Amerika Paket......0
Norddeutscher Lloyd..........o
Deutsche Reichsbahn Vorz.-Akt. 7
Reichsbank................. 12
Berliner Handelsgesellschaft . 6 y,
Commerz- und Privat-Bank ... 5
Deutsche Diskonto............ 5
Deutsche Linoleum.......... 10
Elektrische Lieferungen........6
Elektrische Licht und Kraft.....7
I. G. Farben-Jndustrie.......7
Felten & Guilleaume.........6
Gesfürel.................... 7
Th. Goldschmidt............. 6
Grltzner Maschinen........... O
Harvener................. 81/.
Hoesch Eisen............... 8y2
Philipp Holzmann........... 8
Ilse Bergbau................6
Ilse Genüsse................6
Kali Aschersleben ........... 4
Klöcknerwerke ............. 4yt
Kokswerke und Chemische Fabrik 7
Lahmeyer.................. 6
Mainkrast................... 4
Mannesmann.............4'/z
Mansfelder Bergbau......... 7
Metallgesellschaft............. 6
Orenstein & Kopvel..........O
Rheinische Braunkohle....... 12
Rheinische Elektro............ 6
Rheinstahlwerke..............6
Rlieinisch-Westfälische Elektro .. 6
Rütgerswerke ............... 7
Salzdetfurth Kali............6
Schlickert L Co..............7
Schultheis Patzenhofer........4
Siemens & Halske........... fl
Süddeutsche Zucker.......... 10
Vereinigte Stahlwerke......<’/2
Westdeutsche Kaufhof......... o
Westeregeln Alkali............ 4
Zellstoff Waldhof............6
— Frankfurt a M
3. September
4. September
Z. September
4.September
Ai
uuch, Wuneruiie »en" | Bru-i
Latti che Notierung Geir | Briet
Aniluche Notierung Ge:c | Bri, f
ÄMiucheNvueiung iWeir | Bru
Buenos Aires.............
Brüssel...................
Rio de Janeiro ............
Loten....................
Kopenhagen...............
Danzig. ............. ...
London ..................
HelsingforS................
Paris....................
Holland..................
Italien...................
1
0,750
11,96 0,161
17,00
55,14
17,00
2,35
5,465
1.296
37,42
3,09
0,754 42,04 0,163
47,10 55,26
47,10 12,38
5,475 9,314
137,70 13,11
0,750 42,00 0,162 47,00 55,16
47,00
12,355 5,465 9,296
137,47 13,09
0,754 42,08 0,164
47,10
55,28
47,10
12,385 5,475 9,314
137,75
13,11
Japan....................
0,720 5,694 62,07 48,95
11,215 63,68 57,19 16,98 8,671
2,492
0,722 5,706
62 19 49,05
11,235 63,80 57,31
17,02 8.689
2,496
0,720
5,694
62,09
48,95
11,22
63,70
57,23
16,98
8,671
2,492
0,722 5,706 62,21 49,05 11,24 63,82 57,35 17,02 8,689
2,496
Jugoslawien .............
Oslo ...................
Wien.....................
Lissabon..................
Stockholm ................
Schweiz..................
Spanien..................
Prag.....................
Budapest.................
Neuyork.................
W WWW WM!
Kommt von Bernhard Lonzer.
Urheberrechtsschutz:
Arthur Moewig, Romanvertrieb, Berlin SW 68.
8. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Suse drückte ihm impulsiv die Hand.
„Ich wußte es, Onkel. Und ich danke dir."
Er fuhr sich mit der freien Linken über die Stirn. Ein nachdenklicher Zug lag auf seinem Gesicht.
„Du sprachst vorhin von einer Verschwörung, von einem Komplott —"
„Na ja, das ist es doch in gewissem Sinne auch. Wir haben uns doch gewissermaßen gegen unseren unbelehrbaren Stefan verbündet. Aber es bleibt uns ja nichts anderes übrig. Bei feiner bekannten Einstellung gegenüber allem Weiblichen ..."
„Hm ... ist das alles ...?"
„Wieso alles?"
„Na, ich meine — das ist ja alles recht einleuchtend — aber — ich habe so das Gefühl, als ob die Sache noch andere Hintergründe hätte..."
Suse lachte leise auf.
„Jetzt kommst du wieder ins Grübeln. Das ist ungesund, Onkel!"
Sie sah etwas plötzlich auf ihre Armbanduhr.
„Himmel! Gleich dreiviertel zwölf! Da muß ich aber machen, daß ich verschwinde, sonst läuft mir Stefan noch in den Weg."
Sie sprang auf und reichte Wolfgang v. Achenbach die Hand.
„Auf Wiedersehen also, Onkel. Nein, bemüh' dich nicht, bleib ruhig oben. Wenn Annelore will, sind wir heute abend beide zusammen hier. Langes Zögern hat keinen Sinn. Und m diesem Falle erst recht nicht. Freu dich inzwischen ein bißchen auf den Familienzuwachs."
Noch ein fester Händedruck, dann verließ sie mit raschen Schritten das Zimmer. Wenige Augenblicke später glitt ihr Wagen zum Schloßhof hinaus. Der nahen Stadt zu.
Am Nachmittag hielt der rassige Hellgraue vor einem Hause der stillen Promenadenstraße. Leichtfüßig sprang Suse heraus. Annelore Hildach hatte den Wagen anhalten sehen und stand schon vor der offenen Vorsaastür, als Suse die Treppe heraufkam.
Die Freundinnen begrüßten sich herzlich.
„Ich will mich aber nicht festsetzen", sagte Suse, „will dich vielmehr abholen. Ich habe nämlich etwas Wichtiges mit dir zu besprechen und möchte das lieber unter vier Augen erledigen."
Annelore war unschlüssig.
"Ja — ich weiß nicht — wir haben nämlich
„Wer ist es denn?"
„Frau Professor Haberland."
„Ach, der Besuch gilt doch nur deiner Mutter. Na, wir wollen mal sehen."
Sie gingen hinein. Annelores Mutter war sichtlich erfreut.
..Das ist aber nett, Suse. Der Kaffee ist gerade fertig."
Suse begrüßte die beiden Damen zuvorkommend.
„Vielen Dank, Frau Doktor. Aber ich kann mich leider nicht aufhalten. Ich komme nur, um Ihnen Annelore zu entführen. Das heißt — ich konnte ja nicht wissen — aber wenn die Damen es nicht ubelnehmen ... mir liegt heute wirklich viel daran."
„Aber natürlich, wir unterhalten uns hier schon." „Oh, das ist ja schön. Aber würde es unbescheiden sein wenn ich Annelore auch gleich zum Abendbrot dabehalten wurde? Allzu spät wird es nicht werden, und ich würde sie mit meinem Wagen wieder Herdringen."
Annelores Mutter überlegte kurz. Dann stimmte sie zu.
Wenige Minuten darauf glitt der Wagen mit den beiden Freundinnen wieder davon.
Annelores dunkelblaue Augen hatten einen schwachen Glanz froher Erwartung bekommen. Sie kam nur selten einmal heraus. Nach dem Tode des Vaters, der Augenarzt gewesen war, mußte man sich mancherlei Beschränkungen auferlegen. Man war gewiß nicht vergnügungssüchtig, aber man war doch jung. Und man empfand es nur als einen gerechten Ausgleich, wenn das Leben nach all dem Schweren, das man schon erfahren hatte, auch einmal
eine frohe Stunde brachte. Und Suse verstand es schon, die Menschen aufzuheitern!
Annelore war nicht sonderlich überrascht, daß Suse vor dem „Cafe Gotha" am Markt anhielt. Die Musik einer Künstlerkapelle empfing die Freundinnen, als sie eintraten. Der geschmackvoll ausgestattete Raum war nahezu besetzt, aber an einem der kleinen Tische im Hintergründe fanden sie noch Platz. Es war ihnen lieb so, da konnte man ungestört sprechen.
Suse plauderte von allem möglichen. Sie schien ganz vergessen zu haben, daß sie etwas Wichtiges mit der Freundin zu besprechen hatte.
„Du hast eine recht Hübschee Art, einen auf die Folter zu spannen", bemerkte Annelore nach einiger Zeit lächelnd.
„Vielleicht wollte ich dich erst ein bißchen warm werden lassen."
„So? Oft das denn notwendig?"
„Vielleicht...! Ja, was ich also erst mal hören möchte: Hast du irgendwelche Aussichten auf eine Stellung?"
Annelores Gesicht beschatteter sich leicht.
„Nein. Leider noch nicht. Es ist ja für mich nicht ganz leicht."
„Nun — vielleicht kann ich dir helfen. Vielleicht kann ich dir etwas verschaffen. Das heißt, es ist vorläufig nur so ein Gedanke..."
„Ja? Was ist es denn? Bei wem Denn?"
„Bei — meinem Vetter."
Mit weiten Augen starrte Annelore die Freundin stumm an. Ganz langsam färbte sich ihre Stirn mit einem dunklen Rot.
„Bei — deinem Detter..kam es merkwürdig schwer von ihren Lippen.
„Ja. Seine Assistentin will heiraten, und da braucht er so schnell wie möglich Ersatz."
Dor Annelores Augen schien mit einem Male alles zu schwimmen. Die Tische, die Menschen um sie her, der Kellner dort im eleganten Frack — das wogte alles durcheinander. Stimmen summten undeutlich wie ein aufgeregter Bienenschwarm. Deutlich vernahm sie nur die Musik. Diel deutlicher als bisher und mit merkwürdig harter Eindringlichkeit klang es von dem niedrigen Podium herab: „Schön ist jeder Tag, den du mir schenkst..
Ganz verschleiert waren Annelores Augen, als sie sich jetzt die Frage abrang:
„Bist Du ermächtigt oder beauftragt, mit mir Darüber zu sprechen ...?"
„Nein. Ich sagte ja schon. Daß es vorläufig nur so ein Gedanke von mir ist. Stefan sprach vorgestern auf der Geburtstagsfeier davon, und da dachte ich sofort, daß das vielleicht etwas für dich fein könnte. Ich habe ihm versprochen, mich darum zu kümmern, aber daß ich dich dabei im Auge hatte, weiß er natürlich nicht. Ich muß doch erst hören, wie du darüber denkst."
„Schön ist jeder Tag...!" strömt es durch Den Raum.
Stefan von Achenbach! Annelore war es, als ob Die Musik Den Namen mit aller Wehmut und all der lockenden Süße dieser MeloDie umströmte und umspülte.
Wie Wellenschlag fühlte sie es auch über sich selbst bingehen und Die Erinnerung an vergangene Tage heimlichen Glücks und grausamer Enttäuschung wachrufen. Stefan v. Achenbach! Er hatte wohl nicht gewußt, nicht einmal geahnt, daß ihr Herz ihm einmal gehört hatte. Er hatte auch nicht wissen können, welches Leid ihr durch seine Leidenschaft für jene Gloria Rettner geschehen war. Sie war ihm später, auch in letzter Zeit noch, wiederholt begegnet, aber er hatte sie nicht beachtet, wohl gar nicht einmal gesehen ober erkannt. Er war sich in diesen Jahren wohl selber fremd geworden.
Und nun...? Nun sollte sie vielleicht — ach ja, nur vielleicht! — täglich um ihn sein, ihm Helferin sein, seine Stimme hören, seine Nähe fühlen? Sie, Annelore Hildach, von der er wohl kaum noch etwas wußte?
Wie eine Wolke kam dieser Gedanke auf sie zu. Wie eine rauschende und berauschende Wolke.
Aber — würde das nicht viel zu schwer sein? Würde man das wirklich ertragen können? Tag für Tag, Jahr um Jahr vielleicht? Hatte es nicht schon einmal eine Zeit gegeben, die voll bitterschwerer, schlafloser Nächte gewesen war? Mußte und würde diese Zeit sich nicht noch einmal wiederholen? Und konnte man sich das wirklich noch einmal zumuten?
„Schön ist jeder Tag...", fangen dort die Instrumente, die ganz in Sehnsucht und Wehmut getaucht schienen.
Fortsetzung folgt.


