Ausgabe 
6.3.1937
 
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Wort und Bild geschildert, was die Gemeinde Krof­dorf-Gleiberg ehrt und eine besondere Anerkennung für die tüchtige, nie rastende KindergärtnerinTante Käthe" bedeutet. Am Sonntag legte eine Aus­stellung im Saal der Kleinen Zeugnis ab von der Beschäftigungsvielfältigkeit kindlichen Geistes. Hun­derte von Besuchern bestaunten die mit viel Sorg­falt und Liebe ausgelegten und aufgehängten Er­zeugnisse von kleinster Kinderhand inmitten der ab- wechslungsvollen Spielsachen. Alle manuellen Ar­beitsmöglichkeiten sind ausgenutzt: Ausschneiden, Ausstechen, Kleben, Malen, Kneten, Namenschreiben, Sticken, Häkeln, Stäbchenlegen, Perlenfassen, Basteln und noch manches mehr. Aus all den Sächelchen spricht der Geist der Freude, was vollauf bestätigt wird, wenn man die strahlenden Augen der Kinder bei ihrem Tun und Treiben beobachtet und mit welcher Anhänglichkeit sie ihreTante" umgeben. Der NSB. ist der Dank der Elternschaft gewiß!

< Wißmar, 5. März. Die hiesige N S. - Frauenschaft führt gegenwärtig wieder einen Kursus für Säuglings- und Kranken­pflege durch. 40 Teilnehmerinnen haben sich dazu gemeldet, die zum Teil am Nachmittag und zum anderen Teil am Abend den Kursus besuchen.

D Kinzenbach, 1. März. Die hiesige Milch­absatzgenossenschaft hielt in der Wirtschaft von Mandler ihre Jahreshauptversammlung ab. Der Dorsitzende Linker erstattete den Bericht über die gesetzliche Revision. Rechner Medebach gab die Bilanz bekannt, die von den Mitgliedern gut­geheißen wurde. Aus dem Geschäftsbericht war die Aufwärtsentwicklung der Genossenschaft klar zu er­kennen. Die Mitgliederzahl stieg von 16 auf 53. Die Milchlieferung an die Molkerei in Gießen be­trug 248 666 Liter: das bedeutet gegenüber dem Vorjahr 66 000 Liter mehr. An Frischmilch wurden im Orte 12 999 Liter verkauft. Die geringste Milch wurde mit 10,3 Pfennigen bezahlt, der Durch­schnittspreis betrug 13,44 Pfennig, der höchste Preis wurde mit 16,2 Pfennig erzielt. An Magermilch lieferte die Molkerei 138 500 Liter und 6361 Pfund Butter zurück. Der Reingewinn in Höhe von 28,03 Mark wurde dem Reservefonds zugewiesen. Der Gesamtvorstand wurde entlastet. Die ausscheiden­den Vorstands, und Aufsichtsratsmitglieder wurden wi^dergewählt.

00 Lützellinden, 3. März. Der Män- nergesangverein Lützellinden hielt im Saale von Franz einen Werbeabend ab, der außer­ordentlich gut besucht war. Vereinsführer Jung I. umriß in kurzer Ansprache die Aufgaben des Ver­eins und den Zweck des Abends, der darin bestand, dcm deutschen Lied möglichst viele Freunde und Förderer zu gewinnen. Im Verlaufe der Veranstal­tung gelangten durch Mitglieder zwei Theaterstücke zur Aufführung, die mit dankbarem Beifall ausge­nommen wurden. Der Abend fand eine weitere Ver­schönerung durch Liedvorträge des Vereinschores. Di-' Leitung hatte Musiklehrer Fr. Leib (Gießen).

F r a n k e n b a ch, 5. März. Bei der Schweine-Zwischenzählung wurden in unserer Gemeinde 306 Schweine festgestellt, die sich au? 114 Haltungen verteilen. An Kälbergeburten waren in den Monaten Dezember, Januar und

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erkschar im Katastrophendienst.

Durch Verfügung des Reichsorganisationsleiters der NSDAP, und Reichs- leite^s der Deutschen Ar­beitsfront find die Werk­scharen zu einem Haupt­arbeitsgebiet der DAF. erklärt worden. Damit ist die besondere Bedeutung der Werkscharen hervor- oekehrt worden. Unser Bild zeigt Angehörige einer Werkschar im Ka­tastrophen - Einsatz bei einer Hebung mit Schutz­geräten bei starker Rauch­entwicklung.

(Aufnahme:

Presseamt der DAF.).

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Februar 39 zu verzeichnen. Bei der Brenn- holzversteigerung im Gemeindewald wur­den folgende Preise erzielt: Buchenscheite 9 bis 11 Mark, Buchen-Knüppel 8 bis 9 Mark, Eichenscheite 5 bis 6 Mark, Eichenknüppel 3 bis 4 Mark, Nadel­holzknüppel 2,50 bis 4 Mark, Buchenreiser wurden mit 1,20 bis 2 Mark bezahlt. Die Preise verstan­den sich je Raummeter.

Blutiger Familienstreit.

Bater schießt auf Tochter und Schwieger­sohn und tötet sich selbst.

Lpd. Frankfurt a. M, 5. März. Am Don­nerstagabend kam es in der Gerningstraße in Hed­dernheim zwischen einem jungen Ehepaar und dem Vater der Frau zu Auseinander­setzungen, in deren Verlauf der Vater einen Re­volver zog und seine Tochter und deren Mann durch Schüsse leicht verletzte. Darüber gibt die Polizei folgenden amtlichen Bericht heraus:

Zwischen einem 47jährigen Mann aus Bocken- heim und seiner Tochter bestand seit Jahren ein sehr gespanntes Verhältnis, woran der Mann allein die Schuld hatte. Als die Tochter vor einigen Mo­naten heiratete, richtete sich der Haß des Vaters auch gegen ihren Ehemann Er verfolgte die jungen Eheleute wiederholt, und es kam auch durch seine Schuld zwischen ihnen schon einige Male zu tät­lichen Auseinandersetzungen.

Am Abend des 4. März 1937 lauerte der Vater seinem Schwiegersohn vor dessen Wohnung auf und schlug nach kurzem Wortwechsel mit einem Tot­

schläger auf ihn ein. Der junge Mann flüchtete darauf in das Haus zurück. Einige Zeit darauf verließ er zusammen mit seiner Frau wieder die Wohnung, um beim nächsten Polizeirevier um Schutz zu bitten. Als die beiden jungen Leute ge­rade die zur Straße führende Haustür verlassen wollten, stand der Vater bzw. Schwiegervater ihnen gegenüber und gab sofort aus einer Pistole drei Schüsse auf sie ab. Durch diese Schüsse wurden die beiden Eheleute an den Armen leicht verletzt. Ein in der Nähe wohnender Metzgermeister wollte dem Ehepaar zu Hilfe eilen und stürzte sich auf den Täter, um ihm die Waffe zu entreißen. Dabei gab der Täter noch einen Schuß ab, der den Metzger am Oberschenkel traf. Ehe es dem Metzger gelang, dem Manne die Pi­stole zu entreißen, brachte sich der Täter zwei Schüsse in den Kopf bei und brach zusammen. Sämtliche Verletzten wurden sofort in ein Kran­kenhaus gebracht. Der Täter ist dort noch in der gleichen Nacht an den Folgen seiner Verletzungen gestorben. Dem Ehemann und dem Metzger geht es den Umständen nach gut, während die Frau noch am gleichen Abend aus dem Krankenhaus entlassen werden konnte.

Bei der Durchsuchung des Täters wurden außer der zur Tat benutzten Pistole und einem Totschlä­ger noch ein frisch geschliffenes Dolch- messer und eine Flasche gesunden, die eine Mi­schung von Schwefel und Salpetersäure enthielt. Es ist daraus zu schließen, daß sich der Täter in der festen Absicht zum Tatort begeben hat, seine Tochter und seinen Schwiegersohn unter allen Umständen ums Leben zu bringen.

Bundfunkprogramm

Sonntag, 7. März.

6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Orgel­choräle. 9: Evangelische Morgenfeier. 9.45: Bekennt­nisse zur Zeit. 10: SA, herhören! Ansprache des Gruppenführers Beckerle an die SA. der Gruppe Hessen. 10.30: Chorgesang. 11.15: Der Aufgang des Nordens. Eine Würdigung des Kunsthistorikers Prof. Josef Strzygowski. 11.30: Die Unsterblichen. Funk­folge nach Texten von Rainer Maria Rilke und Wil­helm Schäfer. 12: Musik am Mittag. 13: Der Sender spricht zum Hörer! 13.15: Musik am Mittag. 14: Kinderfunk. 14.45: Das Volk erzählt. 15: Deutsche Scholle. 16: Musik zur Unterhaltung. 18: Am freien Rhein! Gemeinschaftssendung von Hitler-Jugend, Wehrmacht und Arbeitsdienst vom Deutschen Eck. 18.30: Immer guter Laune! 19.45: Sportspiegel des Sonntags. 20: VI. Sonntagskonzert der Museums- Gesellschaft. 22: Nachrichten (auch aus dem Sende­gebiet). 22.15: Sportbericht des Sonntags. 22.30: Kontraste. Frohe Gesellen spielen olle Kamellen. 24 bis 2: Nachtkonzert.

Montag, 8. März.

6 Uhr: Gebet. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik zur Frühstückspause. 9.30: Nur Kassel: Nachrichten. 10: Schulfunk. 11.15: Haus­frau, hör zu! 11.45: Landfunk. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Offene Stellen. 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Was ihr von uns erbeten aus, wir schicken's drahtlos euch frei Haus! 15: Volk und Wirtschaft. Wie wird der Haushaltungsnachweis berichtigt? 15.15: Kinder­funk. 15.45: Neuere Unterhaltungsmusik. 16.45: Das Mainschiff. Aus dem Schaffen südwestdeutscher Dich­tung: Otto Wehn. 17: Unterhaltungskonzert. 17.30: Alte Dolksdräuche im Kinzigtal. 18: Unterhaltungs­konzert. 19: Septett Es-dur von Konrad Kreutzer. 19.45: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Klänge aus der Westmark (III)- Die fröhliche Stimme der Eifel. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Sportbericht. Grenzecho. 22.30: Tanzmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert.

Dienstag, 9. März.

,6 Uhr: Choral. Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause (7): Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 9.30: Musik am Morgen. 10: Schulfunk. 11: Nur Freiburg: Nachrichten. 11.30: Sportfunk für die Jugend. 11.45: Landfunk. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). Offene Stellen. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Nach Tisch gönnt euch ein wenig Rast, seid bei Frau Musika zu Gast! 15:,Volk und Wirtschaft. 15.15: Das deutsche Lied. Lieder von Darmstädter Komponisten. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: Das Land am hohen Venn. Skizze von Hans Lorenz Lenzen. 17.45: Die ewige Gesundguelle der Natur! Von den wichtigsten Volksheilpflanzen. 18: Konzert. 19: Wer leben will, der kämpfe also! Hörfolge zum Todestag des Grafen Zeppelin. 19.30: Kampf dem Verderb. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Großes Unterhaltungskonzert. 22: Nachrichten

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Sterilisiere«

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Stichelhaare

Erbkrankheiten). Sterilisieren ist im Gegensatz zur Entmannung durchaus keine Strafe, sondern nur eine Maßnahme im Inter­esse der Volksgesundheit, um all­mählich jeden erbbedingten krank­haften Nachwuchs auszurotten. Eigens eingerichtete Erbgefund- heitsgerichte sorgen dafür, daß tatsächlich nur Erbkranke steri­lisiert werden.

Sterilisieren heißt: keimfrei machen. Alle Gärungserreger, die verderblich und somit zerstö­rend wirken, werden abgetötet. Erreicht wird dieses durch Er­hitzen auf 100 Grad. Um keim­frei gemachte Nahrungsmittel länger aufbewahren zu können, müssen sie bei St. luftdicht ab­geschlossen werden. Wir bedienen uns dabei besonderer Gefäße (Gläser, Büchsen, Krüge, Fla­schen), die durch ©rummiringe und Deckel luftdicht verschlossen werden können. Das St. kann im Wasser- wie auch im Dampf­bad geschehen; bei ersterem ist eine gründlichere Erhitzung mög­lich, da das Wasserbad dem Ge­fäßinhalt eine gleichmäßige Wärme vermittelt, die beim Dampfbad nicht immer so gründ­lich erzeugt wird. Zweimaliges St. des Gefäßinhaltes nach einem bestimmten Zeitraum tötet auch die Bakterien, die als Spo­ren den Nahrungsmitteln beim ersten Erhitzen noch anhingen

und nicht abgetötet werden konn­ten: wichtig bei allen eiweiß­haltigen Speisen. Die Keimfrei­machung wird auch durch chemi­sche Zusätze erreicht. Doch ist der dauernde Genuß solcher Speisen der Gesundheit nicht immer zu­träglich.

Sterlett, störartiger Fisch im Schwarzen Meer, der aber nur 40 cm lang wird. Sterlett ist wohlschmeckend in jeder Zuberei­tung und liefert Kaviar.

Sterndeutekunst, Astrologie, die Feststellung des vermeintlichen Einflusses, den die Planeten auf das Geschick eines Menschen haben sollen.

Sterne, Himmelskörper, die in Fixsterne, Planeten und Kometen unterschieden werden.

Steuern. Die Steuern dienen dazu, den Geldbedarf der öffent­lichen Körperschaften (Staat, Ge­meinde, Kirche usw.) für die Er­füllung ihrer Aufgaben (Polizei, Gericht, Schulen, gesundheitliche Einrichtungen, Straßenbau, Heer uw.) zu decken. Steuerhinter­ziehung wird streng bestraft.

Stiche, siehe Seitenstechen, In­sektenstiche, Stichwunden.

Stichel, meißelartiges Werkzeug mit scharfer Schneide zum Be­arbeiten von Holz und Gravieren von Metallen.

Stichelhaare, längere Haare, die lose zwischen der Wolle sitzen. Man spricht auch bei langhaari­gen Hunden von Stichelhaaren.

Was der Bauer dem deutschen Boden abringt pflegt und erhält der

Kaufmann für die deutsche Familie.

Ausstellung von Werk- und Nadelarbeiten im Fröbelseminar, Gartenstraße 30

Samstag, den 6. März, 1518 Uhr und Sonntag, 7. März, 1113 und 1518 Uhr.

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