Ausgabe 
6.3.1937
 
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Oberheffen

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Die Tatsache aber, daß zwei Nester hergerichtet und trotz ihrer großen Geräumigkeit beiderseits belegt wurden, ist noch schwieriger zu klären, ja geradezu rätselhaft. Ob sie etwa durch äußere Um­stände veranlaßt sein mag? Jedenfalls scheint die ganze Technik nicht beherrscht worden zu sein von der Dachsmutter in den Göbelnroder Tannen!

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Ein Dachswurf in Oberheffen über der Erde

Von Oberforstmeister i. X Eckstein, Grünberg.

unter freiem Himmel ihr Wochenbett aufzu­schlagen veranlaßte, anstatt im geschützten Kessel eines versteckten Baues, gebe ich mich nachstehenden Vermutungen hin. Man kann den seltenen Fall in Verbindung bringen mit der diesjährigen, außer­gewöhnlichen nassen Witterung. Vielleicht stand der ausersehene Mutterbau, der doch im allgemeinen überschwemmungssicher angelegt ist bzw. das sonst in Betracht kommende Notquartier unter Wasser, oder mußte etwa Frau Grimbart infolge ander­weitiger Besetzung dieser Wohnstätten nach Art ein­zelner Bodenbrüter aus der gefiederten Welt zur Anlage dieses Aufsehen erregenden Wiegenbettes schreiten? Denn die Mutterbäue sind für die Zahl der vorhandenen Dächse im allgemeinen verhältnis­mäßig spärlich vorhanden und wohl durchweg uralt. Selten wird mal an einer dieser alten Burgen ein kleiner Flügel angebaut, aber neue Baue, von Notrohren abgesehen, entstehen nicht, so daß ich fast annehme, daß das Dachsgeschlecht die geeigneten in unserem Basaltgebiet keineswegs häufigen Derb lichkeiten zur Anlage seiner Wohnungen vollends ausgenutzt hat. Hiernach könnte der krasse Vorgang auf eine gewisse Wohnungsnot zurückgeführt werden.

Weit wahrscheinlicher scheint mir aber der Um­stand, daß die Dächsin das ihr zusagende und lieb-

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Sterilisieren = Einkochen.

Jede Hausfrau weiß es zu schätzen, wenn sie im Winter einen Vorrat an Sommerfrüchten hat. Darum heißt es im Sommer tüchtig ein­kochen. Mit einem guten Einkochapparat und den Gläsern von Häuser wird alles richtig gelingen.

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dieser Tage wurde unser zweitältester Ein­wohner, Kolonialwarenhändler Hch. R e u h l IX., zur letzten Ruhe gebettet. Am 13. Januar hatte er im Kreise seiner Angehörigen und Bekannten seinen 89. Geburtstag gefeiert.

<xd Eberstadt, 5. März. Die Schäferei - gesell schäft hielt im Gemeindesaal ihre Rech­nungsablage ab. Nach der Eröffnung durch den Vorsitzenden F. L ö b r i ch erstattete der Salzmeister den Kassenbericht, der in Einnahmen mit 456,71 Mark, in Ausgaben mit 400,44 Mark abschloß. Der Ueberschuh wurde an die Mitglieder verteilt.

Preußen.

Wenn man nachts Nehbraten macht...

> Waldgirmes (Kreis Wetzlar), 5. März. In der letzten Nacht wurde ein von auswärts hier zugezogenes E h e p a a r in unliebsamer Weise beim Reh braten gestört. Die beiden hatten vorher das Fell desRehes verbrannt und dadurch viel Gestank verursacht, durch den sie die Nachbar­schaft aufmerksam machten. Die sofort benachrich­tigte Polizei sand in der Wohnung im Schlaf­zimmer ein zerstückeltes Reh mit zwei Kitzchen vor, das die Frau angeblich bei einem Spaziergang im Walde in einer Halsschlinge lebend aufgefunden haben wollte. Die Frau hatte es dann mit ihrem Manne abends in einem Sack nach Hause getragen, wo es in den Nachtstunden in die Bratpfanne marschierte. Bei der Vernehmung des

Ehemanns und der Zeugenaussage des Försters Schröder aus Atzbach ergab sich, daß der Förster dem Mann vor einigen Wocyen im Walde ein stehendes Messer abgenommen hatte, ferner trat zutage, daß nicht weit von der Fund­stelle des Rehes vor einigen Tagen schon zwei Rehe mit durchschnittener Kehle auf- gefunden worden waren. Ferner hatte man im Atzbacher Wald einen Rehbock abgezogen aufge- fanden. Der Mann wurde nach Wetzlar in Haft gebracht.

Gastod an der Arbeitsstätte.

LPD. Wetzlar, 5. März. An seiner Arbeits­stätte in der Gießerei der Buderusschen Eisenwerke fand man am Donnerstagmittag den Schlosser Wil­helm Klein aus Wetzlar tot auf. Der Mann hatte in einem Meisterzimmer zu tun gehabt und war dort durch aus strömendes Gas be­wußtlos geworden und gestorben. Der Gasschlauch mar von der Leitung abgefallen, so daß das Gas unbemerkt ausströmen konnte.

Kreis Wetzlar.

(D Krofdorf-Gleiberg, 3. März. Der seit Mai vorigen Jahres in unserer Gemeinde von der NSV. eingerichtete Kindergarten im alten Schulgebäude hat in der kurzen Zeit seines Be- steyens seine Bewährungsprobe bestens bestanden. Er hat bereits den Ruf eines Mustergartens, und er ist in der Reichszeitschrift der NSV. in

Schotten baut ein Heim für die HI.

* Schotten, 5. März. Bei der Verabschiedung des städtischen Voranschlags für 1937 wurde die Einstellung eines größeren Betrages zur Errich­tung eines HI.-Heimes beschlossen. Der Bau soll mit möglichster Beschleunigung vorgenom­men werden.

Landkreis Gießen.

CO Klein-Linden, 5 März. Dieser Tage wurde hier der im Alter von 76 Jahren verdor­bene, weit über unsere Heimat hinaus bekannte Burgwirt Philipp Jung XV. zu Grabe getragen. Das Musikkorps des Jnf.-Rgts. 116 eröffnete den Trauerzug. Pfarrer König hielt die Grabrede. Kameradschaftsführer Schimmel widmete rm Auf­trage des Kriegervereins dem dahingeschiedenen Kameraden, der 42 Jahre lang dem Verein ange­hörte, einen herzlichen Nachruf. Der Mannerge­sangvereinHarmonie", der in dem Verstorbenen einen seiner letzten Gründer verlor, sang einige Trauerlieder. Der stellvertretende Vorsitzende des MännergesangverensHarmonie", Fritz Diehl, würdigte die Verdienste des Heimgegangenen, die er sich während der 50jährigen Zugehörigkeit zum Verein erworben hatte. Herr Jung war nahezu 50 Jahre als Burgwirt tätig. Von alt und jung wurde erBurgpetter" genannt.

<£ Leihgestern, 5. März. Der früher beim Bahnhof Gießen beschäftigte Eisenbahnschaffner i. R. Johannes O t t dahier, kann am Sonntag, 7. März, seinen 7 9. Geburtstag in leidlich guter Ge­sundheit begehen.

5 Aldach, 5. März. Im Alter von mehr als 86^ Jahren verstarb hier der Förster im Ruhe­stand Johann Friedrich Zimmer, geboren 1850 zu Villingen. Dor mehr als 60 Jahren kam er als junger Mensch nach Alb ach; er war zunächst als Bergmann in dem damals hier in Betrieb befind­lichen Bergwerk tätig. Nach seiner Eheschließung wurde er Gemeindeflurschütz und später Gemeinde­förster, zuletzt vom Staate übernommen al? Forst­watt. In hohem Alter trat er 1922 in den Ruhe­stand. Leider war der Lebensabend des alten För­sters durch den Tod feiner Tochter getrübt. Am Grade würdigte Bürgermeister Lenz seine Ver­dienste und Treue, ebenso der Vertreter des Forst- amtes Schiffenberg, Forstafsessor v. Gall, unter Kranzniederlegung. Pfarerr Döll (Steinbach) batte in seiner Ansprache den Verstorbenen als treuen Christ und Ahnherrn seiner Familie gewürdigt.

nsf. Albach, 5. März. Einen sehr guten Besuch wies der Fischlehrgang auf, den Fräulein Christ in unserer Frauenschaft durchführte. Es waren ungefähr 45 Frauen anwesend, die mit Eifer bei der Sache waren und mit großer Auf­merksamkeit die Vorbereitungen und die Herstel­lung der verschiedensten Fischgerichte verfolgten. Aus diese Weise wird die Verwendung des See- isches auch auf dem Lande immer mehr Freunde inden und den Mittagstisch abwechselungsreich ge­fallen helfen.

nsf. Burkhardsfelden, 4. März, lieber Erziehungsfragen, über gute und schlechte Eigen­schaften des Kindes sprach Frau Dr. Neumann aus Gießen in unserer Frauenschaft. Die zahl­reichen Hörerinnen folgten den Ausführungen mit großem Interesse. Manche Mutter wird einen wert­vollen Rat an diesem Abend erhalten haben. Der lebhafte Beifall zeigte der Rednerin, wie dankbar die Frauen für diese aufklärende Arbeit sind.

A Daubringen, 5. März. Unsere Gemeinde zählt in diesem Jahre 17 Konfirmanden. Diese haben zusammen im Laufe ihrer Schulzeit etwas über 3000 Mark bei dem hiesigen Spar, und

Ende Januar d. I. war in einem größeren Feld­gehölz des Forstamts Grünberg eine Holzhauerrotte mit dem Aushieb mißwüchsiger, verdämmender Eichen in einer Fichtendickung beschäftigt. Bei die- fer Arbeit fanden die Leute am Saume des Be­standes einen sorgfältig zusammengetragenen Gras­haufen von der Form und fast der Größe eines Storchnestes. Sie meldeten dies dem Reoierförster, der sich die Sache nicht erklären konnte, wohl aber Raubzeug im Verdacht hatte. Nach Verlauf von etwa drei Wochen kam allmählich Licht in das Naturgeheimnis. Den Holzhauern war vom Forst­amt das bei der Fällung liegen gebliebene geringe Reisig überlassen worden. So trug sich denn am 18. Februar einer der Leute mit einem Gehilfen das Holz zusammen und es mag gegen 16 Uhr ge­wesen sein, als ich an diesem Tage mit meinem Bruder zufällig dort vorbei kam. Hier meldeten sie, daß der seinerzeit entdeckte Grashausen ein Dachsnest sei und inzwischen in einem Abstand von etwa 10 Meter hiervon ein zweites Nest von drei­fach größeren Ausmaßen entstanden wäre. Sie hätten heute früh beim Betreten des Dickichts ein eigenartiges Fauchen vernommen, sich dem Tone genähert und hierbei das zweite Nest vorgefunden, aus dem die Dächsin dicht vor ihnen herausgefah­ren sei. In diesem Neste lägen zwei lebende Jung- dächse, etwa zwei Tage alt und in dem ersten Nest ebenfalls zwei verendete gleichen Alters und glei­cher Größe.Wir trauen unseren Ohren und Augen nicht, als die Leute uns an die Stelle führen und wir uns von der Richtigkeit ihrer Angaben über­zeugen müssen. Dicht neben Kiefernüberhältern stehen die Nester in der Schonung. Die blinden Jungtiere im großen sind infolge des stundenlangen Entzugs der mütterlichen Wärme nahezu kälte­erstarrt die Dächsin ist natürlich von der Stö­rung nicht wieder zurückgekehrt und zeigen kaum noch Leben, die zwei Leichen im kleinen Nest sind bereits von Mäusen angenagt."

Heber die Gründe, welche die Dachsfähe ent­gegen der Gewohnheit ihrer heimlichen Artgenossen

Vorschußverein erspart. Nun bekommen sie zur Schulentlassung ihr erspartes Geld mit Zinsen wieder zurück, eine schöne Belohnung für ihre Sparsamkeit und eine gute, willkommene Beihilfe für ihre Eltern bei der Anschaffung notwendiger Kleider usw. anläßlich der bevorstehenden Konfir­mation. Der hiesige Spar- und Vorschuß­verein, sowie die dieS ch u l s p a r k a s s e" verwaltenden Lehrer arbeiten seit vielen Jahren in dieser Beziehungen vorbildlich.

j) Allendorf a. d. Lda., 4. März. Gestern abend hielt die Deutsche Arbeitsfront in der Stadthalle eine Mitgliederversammlung ab. Nach einleitenden Worten des Ortswalters Nagel sprach Kreiswalter Wagner, Gießen, über die großen Aufgabengebiete der Deutschs« Arbeitsfront. Die vom Musikzug der SA. und von der hiesigen Feuerwehrkapelle zu Gehör gebrachten Märsche wurden beifällig ausgenommen.

+ Saasen, 4. März. Die Kriegerkame­radschaft hielt bei Wilhelm Schepp ihre Jahres­hauptversammlung ab. Zunächst wurde der Ge­fallenen des großen Ktteges und des im abgelaufe­nen Jahre verstorbenen Kameraden Karl Schepp gedacht. Nach der Bekanntgabe des Geschäftsberichts wurde die Kaffe geprüft. Sie wurde in bester Ord­nung befunden, so daß dem Rechner Hetterich Entlastung erteilt werden konnte. Für dieses Jahr wird die Errichtung eines neuen Schieß- standes geplant.

= Ettingshausen, 5. März. Bei der jüng­sten Pfundsammlung wurden insgesamt 80 Pfund Lebensrnittel aufgebracht. Auf Ettingshausen entfielen 38 Pfund, auf Queckborn 30 und auf die Zelle Münster 12 Pfund.

nsf. Ettingshausen, 4. März. Von der Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft fand hier in der Frauenschaft ein Vortrag über die Frau im Haushalt statt. Frau Schäfer aus Gießen verstand es vortrefflich, den Frauen die Aufgaben nahezubringen, die der Vierjahresplan von ihnen verlangt, nämlichKampf dem Verderb" und sparsamste Verwendung und Ausnutzung der vorhandenen Vorräte. Die rege Beteiligung zeigte, wie dankbar die Frauen für diese Vorträge sind, und wie gern jede von ihnen an ihrer Stelle bei­tragen möchte am großen Plan zur Nährfreiheit unseres Volkes.

ch Lauter, 4. März. Gegenwärtig führt hier die NS.-Frauenfchaft einen Kochkursus durch. Da die Mitgliederzahl ziemlich groß ist, so hat man den Kursus in zwei Gruppen eingeteilt, die ab­wechselnd bei einem Mitglied die Eintopfgerichte bereiten; denn für die Bereitung solcher Eintopf­essen ist der Kursus eingerichtet. Die Leitung hat ein Mitglied, das an einem Kursus in Gießen teil­genommen hat und die dort ermorbenenen Kennt­nisse an die anderen Mitglieder weitergibt. Heute fand hier die Untersuchung der diesjährigen Schul- r e f r u t e n statt. Ein Knabe wurde zurückgestellt. Acht Abcschützen, vier Knaben und vier Mädchen, kommen an Ostern zur Schule. Zur Entlassung kommen zwei Knaben und zwei Mädchen. Im neuen Schuljahr wird somit die Schülerzahl unserer ein­klassigen Schule achtzig betragen.

* Lich, 6. März. Am Dienstag, 9. März, be­geht der in seiner engeren Heimat bekannte Schreinermeister Karl K a m b e i tz mit seiner Ehe­frau das Fest der Silberhochzeit.

< Holzheim, 4. März. Nächsten Sonntaa, 7. März, begehen die Eheleute Wilhelm Reitz I. und Frau Margarete, geborene Jung, das Fest der goldenen Hochzeit. Der Ehemann steht im 77., die Ehefrau im 71. Lebensjahre. Beide sind noch geistig und körperlich frisch und gesund.

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Steppdecken find in der Haupt­sache mit Daunen gefüllt. Zu einer Steppdecke in gewöhnlicher Größe 150 X 200 cm benötigt man 21A Pfund Daunen zur Fül­lung. Den Bezug der Stepp­decken wählt man zweckmäßig aus Seidensatin, der haltbarer als Seide ist. Man kann Stepp­decken auch mit einer Füllung aus Wolle oder Baumwolle Her­stellen, wenn man genügend Zeit und Ausdauer hat. Genaue An­weisungen erteilt das Fach­geschäft.

Steppen nennt man das Nähen von gleichmäßigen Stichen mit der Hand oder der Nähmaschine. Sogenannte Stepper sind bei je­der Maschine vorhanden, sonst sind sie in den einschlägigen Ge­schäften erhältlich.

Stepptanz, amerikanischer Kunst­tanz, bei dem der Tänzer auf ei­ner Unterlage aus nebeneinan­derliegenden Brettchen tanzt, so daß der Rhythmus sehr stark be­tont wird. Die Schuhsohlen des Tänzers sind in der Regel aus Holz und geteilt.

Sterilisieren, 1. Keimfreima­chen. Abtötung der Pilzkeime in Flüssigkeiten ober an Geräten. Kann geschehen durch chemische Mittel, durch Auskochen oder durch strömenden Mafferdampf Für medizinische Instrumente werden eigene Sterilisations­apparate benützt. 2. Unfrucht­barmachung. In Deutschland müffen nach dem Gesetz zur Der- Hütung erbkranken Nachwuchses alle Leute sterilisiert werden, die an einer Erbkrankheit leiden rt

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