Ausgabe 
6.2.1937
 
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setz vom 26. Januar über ble Aenderuna der Ver- ordnung über den Verkehr mit landwirtschaftlichen Grundstücken vom März 1918 wird dieser Zustand grundlegend geändert. Das neue Bodengesetz u n - terwirft den gesamten Verkehr mit landwirtschaftlichen Grundstücken im Umfang von 2 Hektar aufwärts grundsätzlich der Genehmigungspflicht. Gleichzeitig aber kann der Ernährungsminister den landschaftlichen Verschiedenheiten entsprechend die Grenze von zwei Hektar noch weiter heruntersetzen. Damit ist eine scharfe Kontrolle gerade des Verkehrs mit kleinen und kleinsten landwirtschaftlichen Grund­stücken geschaffen, die jede ungerechtfertigte Preis­steigerung und sonstige Uebervorteilung von vorn­herein ausschließt. ,

Außerdem aber ist noch eine weitergehende Siche- rung eingeschaltet worden, die die Genehmigung zum Erwerb landwirtschaftlichen Grundbesitzes über­all da versagt, wo ein erhebliches öffentliches Interesse entgegensteht; das kann insbesondere der Fall sein, wenn der Käufer nicht als Landwirt im Hauptberuf anzusehen ist, oder wenn der Gegenwert in einem groben Miß­verhältnis zum Wert des Grund st ücks steht. Mit dieser Einschaltung einer Generalklausel sind alle Voraussetzungen gegeben, um unerwünschten Elementen den Ankauf deutschen Bodens unmöglich zu machen. Die Tatsache, daß vor der Erteilung oder Versagung der Genehmigung der zuständige Kreisbauernführer gehört werden muß, bildet eine weitere Sicherung dafür, daß nur der

Grund und Boden erwerben kann, der die Gewähr dafür bietet, daß er seinen Besitz so nutzt, wie es im Interesse der Lebenssicherheit unseres Volkes gefordert werden muß.

Da außerdem die Genehmigungspflicht auch auf die Veräußerung von Grund und Boden im Wege der Zwangsversteigerung ausgedehnt wor- den ist, ist eine weitere Lücke der alten Bundes­ratsverordnung geschlossen, die nur zu oft zu gro­ben Mißstände geführt hatte. War nämlich der Käufer eines Grundstückes zu der Gewißheit ge­kommen, daß er infolge der strengeren Handhabung der alten Bundesratsoerordnung eine Genehmi­gung für den Erwerb eines Grundstückes nicht er­halten würde, suchte er ein anderes Grundstück oder gar dasselbe sich auf dem Wege der Zwangsversteige­rung in die Hände zu spielen. Dabei lag es diesen Käufern in zahlreichen Fällen gar nicht Daran, den Betrieb ordnungsgemäß zu bewirtschaften und ihn in den Dienst Der Ernäyrungssicherung des deut­schen Volkes zu stellen. Das neue Gesetz wird mit solchen Zuständen ein Ende machen. Mit ihm ist der kapitalistischen und spekulativen Ausbeute des deutschen Bodens ein fester Riegel vorgeschoben worden. Der deutsche Boden dient für die Zukunft nur noch den Lebensnotwendigkeiten des deutschen Volkes. Mit dem neuen Gesetz ist aber gleichzeitig der Weg geebnet für eine der nationalsozialistischen Bodenordnung entsprechende Besitzverteilung, die die Lebenskräfte unseres Volkes zu höchster Entfal­tung bringen wird.

Geschichten ans aller Welt.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.)

Schmerzhaftes Jagdglück.

(ma) Sidney.

Mister John Sheather in Wagga in Australien tft alles andere als einSonntagsjäger" und im edlen Weidwerk fei Jahren hervorragend bewan­dert. Was ihm jüngst jedoch widerfahren ist, steht allerdings sehr nach einem sonntagsjägerlichen Abenteuer aus. Mister Sheather war auf Der Ka­ninchenjagd, und als er wieder einen dieser schäd­lichen, in richtiger Zubereitung recht schmackhaften Nager zur Strecke brachte, schrie er selbst im selben Augenblick auf, als das Karnickel den Purzelbaum des Todes schoß. Er hatte nämlich mit der Kugel das Tier und sich selbst getroffen. Die Kugel fuhr durch den Körper des Kaninchen hindurch, prallte an einem Wegstein ab und sauste als Querschläger Herrn Sheather in den Fuß.

Er wollte es ihr beweisen.

(th) Neuyort.

Mr. Ende konnte keine offenen Fenster leiden. Auf dem Dorf, woher er stammte, hatten sie im Erdgeschoß gewohnt und da waren einmaf Ein­brecher eingestiegen. Auch jetzt, als sie in Neuyork im fünften Stock hausten, machte er mit seiner Gattin einen Heidenlärm, wenn sie die Schlaf­zimmerfenster aufließ. Nach einer solchen Ausein­andersetzung wollte er ihr nachweisen, daß es für einen Dieb eine Kleinigkeit sei, von jenem Fenster aus an einem Dachfirst entlang bis zur Feuerleiter zu klettern. Im Eifer seiner Beweisführung schwang er sich auf die Fensterbank und kletterte hinaus. Zwei Meter weit kam er. Dann verlor er das Gleichgwicht und stürzte in die Tiefe, wobei er das Glück hatte, unterwegs auf ein Drahtnetz zu fallen und im Hof auf Baumwollballen zu landen. Er wird aber vermutlich nie mehr in feinem Leben feiner Gattin nachzuweisen versuchen, auf welchem Wege die Einbrecher ausgerechnet seine stille Woh­nung im fünften Stock über die Feuerleiter errei­chen können.

Der Meteor im Bett.

(th) Charles City (USA.).

Im Staate Iowa wirb man ein Bett aus dem Hause des Dr. E. Salsbury als ein Kuriosum noch nach hundert Jahren ausstellen. Iowa zeichnet sich nämlich dadurch aus, daß hier besonders viele Me­teore niedergehen. Eine solche Feuerkugel aus dem Himmel schlug nicht nur durch das Dach und die verschiedenen Decken des Hauses, sondern auch durch

die Matrazen des Bettes, in dem die jüngste Toch­ter des Dr. Salsbuy schlief. Die Matratze zeigt einen schönen runden Durchschuß. Der Tochter aber geschah nichts.

Die Pfeiferinnen von Lindfield

() Birmingham.

In Lindfield hat sich eine seltsame Einrichtung ausgeprägt: 20 Frauen verschiedener Altersklassen haben sich zusammengefunden und ein Pfeiferkorps gegründet, das nun sogar dazu übergeht, Wettkämpfe im Kunstpfeifen auszutragen. Die Absicht und der Geist des Wettbewerbs ist zweifelsohne zu loben. Nur sind die Männer von Lindfield mit den Ge­räuschen keineswegs einverstanden. Die Folge ist, daß die Frauen jetzt zum Training in den nahe­gelegenen Wald ziehen und dort ihre Uebungsftun- den abhalten. Die älteste Kunstpfeiferin ist 70 Jahre, die jüngste 8 Jahre alt.

Die Eskimos

wollen richtiges Pfund-Gewicht.

(rk) Kopenhagen.

Da hat man nun den Eskimos alle Vorteile der Zivilisation soweit diese für die Eskimos nütz­lich find zur Verfügung gestellt. Nun muß man auch die Folgerungen ziehen. Irgendein belesener Eskimo hat nämlich in Erfahrung gebracht, daß auf Grund der Schwerkraftverteilung auf der Erde ein Pfund am abgeplatteten Pol bedeutend leich­ter ist als am Aequator. Er hat nun bei der Re­gierung beantragt, daß in Zukunft das Pfund un­ter Berücksichtigung jener Polarschwankungen für die Eskimos berichtigt werde, da man auf die Dauer derartige Verlustgeschäfte nicht in Kauf nehmen könne.

Die erste Fallschirmspringerin.

(W.s.) Brüssel.

Ob die sowjetrussischen Fallschirmspringerinnen wohl wissen, daß die erste Frau, die an einemRet­tungsring der Flieger^ hing, eine kleine belgische Verkäuferin war, von der vor ihren Absprüngen nie­mand etwas wußte und an die sich schon ganz kurze Zeit nach ihrem letzten tödlich verlaufenen Absprung niemand mehr erinnerte, weil bereits die Geschütze in Europa donnerten? ßucienne hieß dieses Mädel, das tagsüber Kunden bediente, abends aber am Arme ihres Freundes, eines französischen Malers hing, der es sich in den Kopf gesetzt hatte, der da­mals noch sehr jungen Fliegerei einen besonders si­cheren Fallschirm zu schenken. Ein von ihm kon­struiertes Gerät lag in seiner Wohnung, aber nie»

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Hier sieht man einige Ausschnitte aus der Ausstellung. Links ein Bild in der Abteilung Kampf dem Verderb": Alle Schädlinge gehören auf die Müllschippe. Rechts: Erne neuartige B a u m f ä l l ma s ch i ne in Halle I, mit der ein Baum von etwa einem halben Meter Durchmesser in vier Minuten gefällt werden kann. (Scherl-Bilderdienst-M.)

mand wollte es erproben. Es gab mancherlei an die­sem Schirm, was den Männern vom Fach keine Freude machte. Selbst wollte der Maler nicht ab­springen, weil er fürchtete, wegen eines Herzleidens unten nicht lebend anzukommen, ßucienne, die mit ihrem Geliebten gern von etwas anderem gespro­chen hätte als von diesem Fallschirm, erbot sich eines Tages, den Absprung zu wagen. Aber kaum war das Angebot ihrem Munde entschlüpft, da be­reute sie es schon bitter. Denn auch sie hatte Zwei­fel über Zweifel. Und überhaupt war sie nur eine kleine liebende Frau, die ihr Glück still genießen wollte.

Der Maler ließ nicht mehr locker, er sprach von einer herrlichen Zukunft für beide, wenn es ge­linge, die Fachwelt von der Richtigkeit seiner Kon­struktion zu überzeugen. Und einwandfrei sei der Fallschirm, darauf könne sich ßucienne verlassen. Ein Pilot war bald gefunden, der fein Flugzeug für den Absprung zur Verfügung stellte. Und die Oeffentlichkeit erfuhr auch rechtzeitig davon, daß ein junges Mädchen die Absicht habe, aus mehre­ren hundert Meter abzuspringen. Welche Sensation! Ihr Bild war bei jedem Postkartenverkäufer zu haben. Mehr tot als lebend fam ßucienne unten an, mehr tot als lebend hatte sie sich in das Flug­zeug hineinheben lassen. Sie glaube nicht an ein Gelingen des Absprungs. Und Die Fachwelt glaubte nach Dem ersten Sprung noch längst nicht an die Richtigkeit der Konstruktion. ßucienne mußte noch viermal hinauf und herunter, so sehr sie sich auch wehrte. Schließlich siegte immer wieder die Ueber- redungskunst ihres Geliebten. Während schon über­all die Reservisten zu den Waffen griffen, bestieg sie noch einmal das Flugzeug, totenblaß. Als ob sie ihr Schicksal ahnte. Diesmal öffnete sich der Fallschirm nicht, zerschmettert blieb sie auf einer blumenübersäten Wiese liegen. Eine Stunde später trugen die Postkarten mit ihrem Bild bereits den AusdruckZur Erinnerung an die große ßuft- heldin!" In der gleichen Stunde machten in allen Hauptstädten Extrablätter auf die drohende Kriegs­gefahr aufmerksam.

Das unreine Schwein.

Dr. Ho./Bro. Venedig.

Man erinnert sich wohl noch aus dem bekannten FilmBengali" an die eindrucksvolle Szene, in der der englische Militärkommandant aufsässige indische Eingeborene mit der Drohung zum Sprechen bringt, sie in Schweinshäute einnähen zu lassen.

Nun gestehen die verstockten Burschen, da sie auf die ewigen Freuden des mohammedanischen Para­dieses verzichten zu müssen glauben, wenn sie vor ihrer Hinrichtung durch Berührung mit einem vom Schwein stammenden Gegenstand selbstunrein" geworden sind. An diese einprägsame Filmfabel er­innert ein Vorfall, der sich dieser Tage in Venedig abspielte: Der Maharadscha von Alwar wollte den Schnellzug von der ßagunenstadt nach Triest be­nutzen, aber er entdeckte zu feinem maßlosen Schrecken, daß das Abteil mit Schweinsleder ae- polstert war. Er verlangte die Entfernung dieser Polsterung und setzte schließlich auch seinen Willen durch, nachdem der Zug bereits eine halbe Stunde Versvätung hatte. Die kahl gewordenen Bänke ließ der Maharadscha mit seinen schönen Orientteppichen (vorläufig) bedecken.

Wer gab den ersten Schutz ab?

(ie) Belgrad.

In Belgrad starb kürzlich ein serbischer Offizier namens Miloykovitsch. Sein Tod hatte eine Streit­frage erneut aufgeworfen, mit der sich die inter­nationale Oeffentlichkeit wiederholt beschäftigt hat, wer nämlich 1914 den ersten Schuß abgegeben habe. Der Verstorbene behauptete von sich, er sei es ge­wesen. Er sei bei einer Streife an der Save am 28. Juli 1914 auf eine österreichische Patrouille ge­stoßen, auf die er sofort geschossen habe. Dasselbe hat aber auch der österreichische Korporal Petranaye ocm 68. Infanterie-Regiment von sich behauptet. Er habe mit seinen Kameraden die Kleine Zigeuner- Insel in der Save besetzt und von hier aus ein vor- beifahrendes serbisches Patrouillenboot beschossen. Der Streit wird wohl niemals geschlichtet werden. Denn die Zeitungen von damals konnten bereits un­ter dem 26. Juli von einem Feuergefecht berichten, das sich bei Kubin abgespielt habe. Hier sei ein öster­reichischer Truppentransporter auf der Donau von der serbischer Seite heftig beschossen worden. Die es ganz genau nehmen, lassen aber diese Schüsse nicht gelten. Sie verweisen darauf, daß Oesterreich erst am 28. Juli, vormittags um 11 Uhr, den Krieg an Ser­bien erklärte, daß also nur der erste Schuß nach die­sem Termin berücksichtigt werden könne. Mag man sich streiten; die ersten Schüsse, soviel ist sicher, fielen am 28. Juni in Serajewo.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstagnach. mittag geschloßen.

Oie Tragödie Maria Ginarts.

Don Malier Schwerdiseger.

Den Menfchen adelt, den tiefitgesunkenen, das letzte Schicksal." Schiller,Maria Stuart".

lieber ihre historische Bedeutung hinaus ist Maria Stuart unvergessen. Die ©enealogica des Hauses Tudor, auf Grund deren sie einst Elisabeth von England die Krone streitig machte, interessieren uns nicht mehr. Die Flammen des Fanatismus sind erloschen, deren ßobern Der Mitwelt ihr Bild ver­klärte und verzerrte. Wir sehen sie wieder, wie der Silberstift Francois C l o u e t s sie als Dauphine von Frankreich gezeichnet hat: eine Frau, die Das Verhängnis in ein Drama Der Politik und ßeiden» schaft gestellt hat, aus Dem es keinen Ausweg gab als Den erschütternden Des Todes.

Der Teufel fei mit ihm!" hatte Jakob von Schottland geflucht, als man ihm Die Botschaft brachte, Daß Das erwartete Kind ein Mädchen fei. Und niemals ist Der Schatten von ihrem ßeben ge­wichen. Als Maria nach Dem Tode Franz II. nach Schottland zurückkehrt, liegt, im August, tiefbrauner Nebel über dem Hafen.Das Gesicht Des Himmels verrät, was mit ihr ins Land gekommen ist: Sorge, Schmerz und Dunkelheit." Anfangs allerdings führt Die neunzehnjährige Witwe ein ßeben voller joyusitie mit Musik und Tanz in Schloß Holy­rood. Mit der Heirat des jungen ßord Darnley be­ginnt der Umschwung. Nach wenigen Monaten ist das Verhältnis so unerträglich daß der Staatsrat D a r n l e y s Verhaftung und Hinrichtung in Er­wägung zieht, und Der englische Gesandteaus Anstand und um Der Ehre Der Königin willen" Marias Äußerungen über ihn verschweigt. Da taucht Der Earl of Bothwell in ihrem ßeben auf,ein wagemutiger, tollkühner Mann". Furcht­bar wie in einer Tragödie Des Aischylos brechen Schuld und Sühne über Maria Stuart zusammen. Sie wird seine Geliebte. Als Darnley in diesen Tagen erkrankt, siedelt sie zu ihm in Das einsame ßandhaus Kirk-o Field vor Den Toren von Edin­burgh über. In Der Karneoalszeit will sie ein Maskenfest in Holyrood besuchen. Don Fackelttägem begleitet, verläßt sie spät abends Das Haus. In Der Nacht schreckt Das Dröhnen einer Explosion Die StaDt aus Dem Schlaf. Kirk-o'Field ist eine schwe- IcnDe Ruine. In einem nahen Anger findet man Darnley und feinen Pagen erdrosselt; Dabei einen Samtschuh von Bothwells ßeuten. Vier aus Both- wells Gefolge, die auf Der Folter gestanden haben,

werden hingerichtet. An den Häusern findet man Spottzeichnungen auf Bothwell und Die Königin. Auf Darnleys Pferd reitet der Mörder vor Die Bank Der Richter. Kein Ankläger, kein Belastungs­zeuge hat sich in Die StaDt gewagt, Die Bothwell in ein Heerlager ihm ergebener Söldner verwandelt hat. Im Haufe eines der Verschworenen hat man eine silberne Kassette entdeckt. Die Briefe Marias

(Scherl-Bilderdienst-M.)

enthält, Entwürfe zu einem Helratsvertrag und einige Sonette,Die ihre ausschweifende ßeiDen- schaft für Bothwell bewiesen". Alle Warnungen sind vergeblich. Und wenn sie England, Frankreich und ihr eignes ßanD verlieren müßte, sie wurde dem Geliebten folgen bis ans Ende der Welt! soll Maria gesagt haben. Im Mai heiratete sieihn. Nun bricht der Aufitand los.Verbrennt siel schreit das Volk. Bothwell flieht und stirbt im Wahnsinn. Maria wird auf einem Inselschloß im ßoch Leven ringefperrt. Es gelingt ihr zu enttommen , Sber das fteer ihrer Betreuen wird in die Flucht ge- tcMagen. In einem Fijcherkahn rettet sie sich über den Soiway Firth nach England. Saum mehr

bringt sie mit als das nackte Leben. Elisabeth schickt ihr ein Stück Samt und zwei alte Röcke.Der vor Dem Sperber fliehende Vogel hat sich in ihrem Netz gefangen."

Der Kampf der Königinnen beginnt, der über neunzehn Jahre geht. Bedenkenlos spinnt Maria ein Netz diplomatischer Intrigen zum Sturz Elisa­beths. Im katholischen Norden erheben die Rebellen das alte Banner mit Den fünf Wunden Christi. Fanatiker und Abenteurer scharen sich um Maria, die Der Pol der katholischen Fronde roirD. Dabei schickt sie der Königin Stickereien unD küßt ihre Briefe. Elisabeth ist in einer Zwangslage: Ihr Souveränitätsgefühl erlaubt ihr nicht, Maria Den Schotten zur Verurteilung auszuliefern;, Burghley aber bekämpft entschieden ihre Absicht, sie wieder- einzusetzen:Legt man Die Axt nicht an Die Wurzel, so werden Die Zweige, Die gebrochen scheinen, wieder knospen." Schritt für Schritt muß Elisabeth ihr politisches Credo verleugnen. Sie bietet Dem Regenten, Der ein Halbbruder Marias ist, an, sie auszuliefern, wenn er sich Dafür verbürge, Maria in Den ersten vier Stunden nach ihrer Ankunft zu ermorden. Schottlands Reformator, DerDiener Gottes" John Knox, billigt diesen Vorschlag; doch die Verhandlungen zerschlagen sich. Da faßt ein schwärmerischer Jesuitenzögling, Anthony Babing­ton, Der Mortimer Des Schillerdramas, Den Plan, Elisabeth in ihrer Sänfte zu erdolchen. Er bittet in einem Brief Maria um Rat für Dietragische Hinrichtung". Maria antwortet in einem langen Chiffre-Schreiben. In einem Der Fässer Des Brauers, Der Das Schloß mit Bier beliefert, wird er be­fördert. Der Brauer ist jedoch nur eine Marionette Des Staatssekretärs Walsingham, Der selber Den verschlungenen Weg angelegt hat, um Marias geheime Post Überwachen zu können. Ehe ihn Babington erhält, liegt Der Brief entziffert Elisa­beth vor, und sie liest Die Ratschläge, Die ihre Cousine Maria Stuart für das geplante Attentat erteilt. Schicksalsergeben und staatsklug greift Maria jetzt nach Der Märtyrerkrone und betet, Gott möge sie für feinen Streit sterben lassen.

Im Oktober 1568 versammeln sich Peers, Staats­räte und Richter in Der Halle von Schloß Fothe- ringhay, um Marias Mitschuld an Babingtons Mordanschlag zu untersuchen. Das Urteil wird in Der Sternkammer in London gesprochen. Man wendet die Schneide des Richtbeils gegen die leere Bank der Angeklagten. Sir Amyas Pa ul et, der strenge Puritaner, der zum Wächter Maria Stuarts bestellt ist, läßt den Baldachin von ihrem Sitz ent­fernen und ein Kreuz dafür anbringen, da sie nach dem Gesetz bereits tot sei. Liber die Königin zögert

Die Unterzeichnung des Todesurteils hinaus. Das Parlament Drängt; Der haushälterische Paulet gibt zu bedenken, daß man doch die 52 Pfund einsparen könnte, die Marias Unterhalt wöchentlich verschlingt, wenn mandie Ursache wegräumt". Am 1. Februar malt Die Königin schließlich in steifen Majuskeln ihr ELIZABEtH R. unter Das Urteil. Aber da sie Das Odium Der Hinrichtung vermeiden will, läßt sie Paulet einen Wink geben,Das Leben Marias zu verkürzen".Gott verhüte", antwortet dieser, daß ich mein Gewissen so grauenvoll belaste." Am Morgen Des 8. Februar 1587 wird Maria von Hellebardieren in Die Halle von Fotheringhay ge­leitet. Eine burleske Szene beginnt, als Der angli­kanische Dechant Die lateinischen Psalmen Marias übertönen will. Im Hintergrund beten calvinistische ßorDs. So ringt man nach drei Ritualen um Das Seelenheil Maria Stuarts. In einem Unterkleid aus Purpursamt kniet sie vor Dem Block: in Der Gefangenschaft früh gealtert,eine dicke Person mit flachem Gesicht". Zweimal schlägt der aufge­regte Henker zu. Mit Dem Batistschleier fällt Die kastanienbraune Perrücke. Spärlich und grau ist Das Haar Darunter, Das einst Ronsard besungen hatte:Bei seinem Anblick fallen Den Kriegern ihre Schwerter aus Den Händen..." Steil hebt Der Henker Den blaffen Kopf in Die Halle von Fotheringhay:Gott schütze Die Königin!"

Wie man auf Neuguinea Fußball spieli.

Um die Eingeborenen von Neuguinea von ihrer verhängnisvollen Leidenschaft, von Stamm zu Stamm Krieg zu führen, endlich zu heilen, hat man sich viel Müye damit gegeben, ihnen Das Fußball­spiel beizubringen. Es gelang auch scheinbar sehr gut, Die Schwarzen hatten bald Das größte Ver­gnügen am Fußballspiel und widmeten sich ihm mit einem Eifer, Der bald übertrieben schien. Wenn die Mannschaft nach Der Vorschrift zu Beginn Des Spiels auf beiden Seiten elf Kopfe zählte, konnte man sicher fein, daß nach kaum einer halben Stunde ein wüstes Durcheinander von je dreißig Mann auf Dem Platz war, während mindestens ein Dutzend gefechtsunfähig gemacht war und recht schwer verwundet am Rande des Feldes lag. Dis Polizei mußte eingreifen und dem Kampf ein Ends machen. Als sie näher zusah, entdeckte sie in den Händen derSpieler" eine ganze Anzahl Messer, Rasierapparate, Flaschen uno andere Dinge, Die eigentlich nicht zum Zubehör Des Fußballs gehörem