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MM General-Anzeiger fit Vberhessen
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Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
Letzte Warnung an die roten Machthaber.
Befristete Aufforderung zur Auslieferung des Passagiers und der Restladung der „palos"
Oie Wirtschaftslage -rinnen und draußen.
Von Or. Carl Wellthor.
Politik zu bringen.
Die amerikanische Waffenausfuhr
Zweiter Waffentransport für die Roten genehmigt.
Der Londoner Lleberwachungsplan den spanischen Parteien übersandt.
munistischen Staat in Westeuropa bezeichnen kann. Es ist in diesem Zusammenhänge von größter Bedeutung, in welchem Sinne das englisch-italienische Mittelmeer-Abkommen ausgelegt wird. Die Verpflichtung zur Aufrechterhaltung des Status quo im westlichen Mittelmeer gilt unseres Erachtens nicht nur für Italien, das sich damit aller territorialen Ansprüche auf spanischen Besitz begeben hat, sondern ebensosehr für Sowjetrußland, das sich in Spanien bzw. in Katalonien eine eigene Kolonie einrichten
Die Reichskreditgesellschaft veroffent- licht soeben ihren Bericht für das zweite Halbjahr 1936. Dieser Bericht ist wie gewöhnlich eine reiche Fundgrube wirtschafts-, finanz- und sozialpolitischer Daten und Darlegungen. Sie gibt auch den üblichen Rückblick auf das abgelaufene Jahr und den Ausblick auf das kommende Jahr. Diese Ausführungen konnten und wollten an den großen politischen Zusammenhängen nicht vorübergehen. Sie machen die bekannten Spannungen zwischen den Völkern dafür verantwortlich, daß zahlreiche Quellen von Verlust und Störung nicht beseitigt werden konnten. Sie heben hervor, daß Deutschland unverändert bereit sei, sich an der Behebung der inter» nationalen Wirtschaftsschwierigkeiten zu beteiligen. Sie vergessen auch nicht die Rolle hervorzuheben, welche die einmalige Rüstungskonjunktur bei der Produktionsbelebung spielt. Deutschland hat dieses Wettrüsten nicht gewollt; erst als alle Versuche, die Großmächte auf den verringerten deutschen Rüstungsstand herabzubringen, gescheitert waren, hat die Regierung des neuen Deutschlands ihrerseits energisch die Beseitigung des uns im Versailler Vertrage auferlegten Rüstungshandicaps in Angriff genommen. Es wird gemeinsame Sorge aller an der Rüstung beteiligten Völker und Länder sein, wie sie die erlöschende Rüstungskonjunktur durch eine echte friedliche Konjunktur ersetzen können.
Es ist selbstverständlich, daß der Bericht der Reichskreditgesellschaft von den beiden deutschen Vierjahresplänen spricht, deren erster im Herbst 1936 — also früher als im Februar 1933 in Aussicht genommen worden war — im wesentlichen beendet werden konnte, und deren zweiter uns ja im Jahre 1937 in hohem Grade beschäftigen wird, lieber diesen zweiten deutschen Vier- jahresplan wird gesagt, daß er das Interesse Deutschlands am Außenhandel — und vornehmlich an der Ausfuhr — nicht Der« mindere. Es ist also verfehlt, wenn von ausländischen Kritikern behauptet wird, der zweite deutsche Vierjahresplan werde den Handelsverkehr zwischen Deutschland und der Umwelt zum Erliegen bringen. Die Reichskreditgesellschaft tritt für ihre Behauptung auch den Beweis an: Deutschland hatte vor dem Weltkrieg für 25 bis 30 Milliarden Mark Guthaben im Ausland und daraus Einkünfte, die es ihm gestatteten, einen Paffivfaldo der , Handelsbilanz von mehr als einer Milliarde im . Jahr auszugleichen. Dies Auslandsguthaben hat ; sich durch die territorialen Verluste und durch die Reparationsbelastung in eine Schuld von 12 bis ' 13 Milliarden Mark verwandelt. Obwohl Deutsch- ; land Mitte 1934 für seine langfristigen Schulden , ein Moratorium verfügen mußte und auch freie . Ueberroeifungen verhindert, haben die Gläubiger« länder, denen gegenüber Deutschland einen lieber« ' schuß im Außenhandel erzielt, doch im Verrechnungsverkehr Möglichkeiten genug, sich für fällige Zinsen Deckung zu verschaffen. So kommt es, daß " Deutschlands Handelsbilanz trotz ihrer Aktivität keine Heberschüsse liefert, aus denen in einem ' späteren Zeitraum ein verstärkter Rohstoffbe« ' z u g bezahlt werden könnte. Erzielte Deutschland diesen Ueberschuß in der Handelsbilanz nicht, so könnte es nicht die halbe Milliarde Mark für den ausländischen Schuldendienst zur Verfügung stellen.
Berlin, 5. Jan. (DJtB.) Der Admiral der deutschen Seestreitkräfte in den spanischen Gewässern hat über den Kreuzer „Königsberg" folgenden Funkspruch an die roten Machthaber in Valencia gerichtet:
„Nachdem nunmehr die beiden Dampfer „Aragon" und „2U arta Iuquera" von deutschen Seestreilkräften beschlagnahmt worden sind, wird nochmals die Auslieferung des Passagiers und der Restlabung des Dampfers „palos" gegen Freigabe der beschlagnahmten spanischen Dampfer gefordert. Sollte binnen drei Tagen, bis zum 8. Januar um 8 Uhr vormittags, die Auslieferung nicht erfolgt sein, werden die Dampfer und ihre Ladungen von der deutschen Regierung unter Abrechnung mit der von ihr anerkannten spanischen Regierung verwertet werden. Falls Wiederholung eines Piratenaktes gegen deutsche Handelsschiffe erfolgen sollte, wird die deutsche Regierung genötigt sein, weitere Maßnahmen zu ergreifen."
Der Unterausschuß erörterte dann.die finanzielle Seite des Ueberwachungsplanes und nahm eine Erklärung zur Kenntnis, die sich auf die Fortschritte bezog, die die technischen beratenden Unterausschüsse gemacht haben, die in der letzten Sitzung eingesetzt worden sind, um die technische Seite der zwei Fragen zu prüfen, die unter den Begriff „ungerechte Einmischung" fallen. Es handelt sich dabei um die Rekrutierung ausländischer Staatsangehöriger für den Militärdienst einer der beiden Parteien in Spanien und die verschiedenen Formen finanzieller Hilfe für diese Parteien, die durch eine Ausdehnung des Abkommens unter Kontrolle gebracht werden könnten. Die Berichte dieser Ausschüsse werden im Verlaufe der nächsten ein bis zwei Tage unterzeichnet werden.
Kolonne, besonders nach den letzten Verlusten k a tast rophal erschüttert sei, und allgemeine Disziplinlosigkeit herrsche. Eine von den Nationalisten eroberte Villa war für de n kommunist i s ch e n Stab mit allem Luxus eingerichtet, und wies große Bestände an Kleidung, Lebensrnitteln und Munition auf. Der nationale Sender meldet, daß der Oberste Befehlshaber der katalanischen Streitkräfte, Oberst Sandino, auf dem Fort Montjuich f e st g e s e tz t wurde, da die Polizei ihn bei Vorbereitungen f ü r eine Flucht nach Frankreich ertappte. Eine große Geldsumme, die diesem Zweck dienen sollte, wurde beschlagnahmt. Die Verhaftung erregt in Katalonien großes Aufsehen, da Sandino seit Revolutionsbeginn Generalissimus der katalanischen Streitkräfte ist. — In Bilbao drangen rote Horden in das Gefängnis ein und er rnorde- ten di e dort eingeterterten 200 Geiseln. Die Horden trieben die Geiseln zusammen, und warfen Handgranaten unter sie, so daß die Körper völlig zerrissen wurden.
Aus dem Bericht der Reichskreditgesellschaft geht noch eine weitere außenwirtschaftlich bedeutsame Tatsache hervor: der G o l d st r o m fließt unverändert nach denjenigen Ländern, die ohnehin überreich an Gold sind. Diejenigen Länder, die ihre Devisen in Bewirtschaftung nehmen und ihre Währungen vor der internationalen Spekulation schützen mußten, sind derartig von Gold und Devisen entblößt, daß sie nicht einmal in einem kurzen lieber« gangszeitraum ihre Rohstoffeinfuhr aus Reserven bezahlen können. Dazu kommt, daß durch den Kreditzusammenbruch vom Sommer 1931 jene Deckungskredite aufgehört haben, die zur Zwischenfi n a n 3 i e r u n g überseeischer Rohstoffbezüge verwendet wurden und die nicht ohne weiteres ersetzt werden konnten. Wenn die Rohstoffländer und mit ihnen die Gläubiger dieser Länder und die Vermittler ihrer Lieferungen an die Interessenten, — also die großen Welthandelsvolker, — jahrelang unter der Preisdepression der Rohstoffmärkte gelitten haben, so tragen, sie selber daran die Hauptschuld. Sie hätten diese Entwicklung vermeiden oder doch erheblich mildern können, wenn sie bereit gewesen wären, den Schuldnerländern ihre Verpflichtungen zu erleichtern und ihnen bis zur Ueberroinbung der Uebergangsschwierigkeiten Kredit zu gewähren. Daß sie dazu nicht bereit waren, hat überwiegend politische Gründe. An Bemühungen der internationalen Wirtschaftsorganisationen, nämlich der großen Branchenzusammenschlüsse und der Internationalen Handelskammer, nach dieser Richtung hat es nicht gefehlt.
Noch im vorigen Jahr stellte der Bericht der Reichskreditgesellschaft fest, daß die Umwelt in der Ueberwindung der Krise weitergekommen sei als Deutschland, wenigstens soweit die Außenwirtschaft in Betracht kommt. Der neue Bericht der Reichskredit-Gesellschaft verzeichnet für die deutschen Produktionsmittelindustrien, daß im dritten Quartal 1936 der Stand vom gleichen Quartal 1929 —- dem letzten Konjunkturjahr —, um 18 v.H. Ü b er troffen worden war. Bei den Konsumgüterindustrien ist der Stand von 1928/29 wieder erreicht worden. Damit wird der alte Erfahrungs- fatz bestätigt, daß die Konjunkturbesserung bei den
Um das Wahlrecht der Eingeborenen in Nordafrika.
Lord Nordelibank fordert Lösung der Kolonialfrage.
London, 5.Jan. (DNB.) Das Oberhausmtt- glieb Lord Nordelibank fetzt sich in einer Zuschrift an die „Times" für eine Rückgabe von Togo und Kamerun ein und meint, daß Neuseeland, falls hierdurch der europäische Friede gewahrt werden könne, keine starken Einwände gegen die Rückgabe Sam 0 as und Australien keine Einwände gegen die Rückgabe Neu-Guineas erheben werde. Vielleicht gelinge es auch, Japan zu überreden, eine der Inseln im Stillen Ozeam wieder zurückzugeben. Lord Nordelibank weist ferner auf Holländisch-Neu-Guinea, das noch in weitem Ausmaß erfchließungsbedürftig fei und meint, daß auch Portugal helfen könne.
Paris, 6. Jan. (DNB. Funkfpr.) Die Bürgermeister von 120 algerischen Städten haben unter dem Vorsitz des rechtsstehenden Bürgermeisters von Dran, Abb6 Lambert, in Dran gegen einen Gesetzentwurf protestiert, durch den den Eingeborenen der nordafrikanischen Kolonien unbeschränktes Bürgerrecht und insbesondere das Wahlrecht zugestanden werden soll. Diese Vorlage werde in Algerien von allen revolutionären Elementen unterstützt, die den französischen Einfluß in Nordafrika bekämpften und eine „algerische Nation" anstrebten, die von dem französischen Mutterland abgetrennt werden solle. Eine Gesetzesvorlage wurde gutgeheißen, durch die den Eingeborenen ein beschränktes Wahlrecht und eine parlamentarische Vertretung zugestanden wird, sowie eine Art Eh r e n b ü r g e r r e ch t für diejenigen Eingeborenen, die sich um das französische Vaterland besonders verdient gemacht hätten. Die Bürgermeister wurden beim Verlassen des Rathauses von mehreren hundert Kommunisten mit Schmährufen und dem Gesang der Internationale empfangen.
Die Mitteilung, die der Kreuzer „Königsberg" an die roten Machthaber in Valencia gefunkt hat, stellt eine letzte Warnung und zugleich das einzig mögliche Mittel dar, durch das eine zufriedenstellende Lösung des Palos-Zwischenfalles erzwungen werden kann. Ob nun die Bolschewisten sich ejnes Besseren besinnen und das gestohlene deutsche Eigentum bis zum vorgesehenen Datum herausrücken ober ob sich im anderen Falle die deutsche Regierung veranlaßt sieht, die von unseren Kreuzern aufgebrachten roten Dampfer der recht- mäßigen spanischen Regierung Francos auf dem Derrechnungswege zurückzugeben — in beiden Fallen würde eine ausreichende Sühne erzielt. Sowohl vom allgemeinen moralischen wie vom völkerrechtlichen Standpunkt aus muß also die von Deutschland getroffene Regelung begrüßt werden. Sie trägt der nationalen 'Ehre Rechnung und vermeidet es trotzdem, durch Blutvergießen oder verschärfte Gewaltmaßnahmen einen internationalen Konflikt heraufzubeschwören. Man wird in Valencia wohl ober übel ben Sinn bes beutschen Ultimatums begreifen, man wirb verstehen müssen, baß wir zwar zu einer frieblichen Lösung aller Konflikte jeher« zeit bereit finb, baß wir aber eine Antastung ber deutschen Ehre unb bes beutschen Eigentums niemals zulassen werben. Damit man bort nicht etwa als Schwäche auslegt, was für uns nur bas Bedürfnis nach Frieben ist, hat bie beutsche Regierung gleichzeitig mit ihrem Ultimatum weiter e M a ß- nahrnen für ben Fall angetünbigt, daß sich das Vorgehen roter Piraten gegen deutsche Handelsschiffe wiederholen sollte. '
Man weiß nun also in Valencia, m Barcelona, in Madrid, in Bilbao ober wo sonst sogenannte rote „Regierungen" bestehen sollten, woran man ist. Db allerbings die verschiedenen Kommissionen und Ausschüsse, die in ben ebengenannten Stabten eine ftänbiq wechselnbe Gewaltherrschaft ausüben, noch imstanbe finb, felbftänbige Entschlüsse zu fassen, bas ist eine Frage, bie man heute wohl schon verneinen muß. Es geht im roten Laben alles brunter unb brüber, bie verschiebenen marxistischen, anarchistischen unb kommunistischen Gruppen liegen m ständigem Streit miteinander, eine gesetzliche Ordnung ist nicht vorhanden, und wenn da und dort sich gewisse Revolutionskomitees oder Machtcliquen behaupten, so finb auch biefe nneber« um nur Marionetten in der Hand der Moskauer Regisseure. Der sowjetrussische Botschafter Moses Rosenberg in Valencia ist der wahre Herrscher über Rot-Svanien, seinem Befehl gehorchen auch jene roten Machtcliguen, bie sich bort Regierungen
nennen. m .
Unter diesen Umständen erscheint auch der Palos- Zwischenfall in einem ganz neuen Licht. Bedeutende Zeitungen des Auslandes machen auf Die merkwürdigen Umstände aufmerksam, unter denen Die Behandlung dieses Konfliktes durch die Roten erfolgte. Beispielsweise schreibt die Londoner „Dcor- ningpost", bas Vorgehen ber Machthaber in Ba- lencia sei außerordentlich seltsam und gebe zu Dem Verdacht Anlaß, daß Valencia in seinem bartnaai= gen Widerstand gegen die Regelung der Palos- Angelegenheit von Moskau angetrieben werde. Denn sonst sei es unverständlich, warum Valencia es wegen einer verhältnismäßig unrrucy- tigen Sache auf eine Kraftprobe mit Deutschland auf hoher See ankommen lassen wolle. Der Pariser „Matin" berichtet in allen Einzelheiten, wie Der Sowjetbotschafter Rosenberg bie roten Behörden in Valencia und Bilbao gezwungen hat, den Borfai nicht auf gütliche Weise, wie es ursprünglich geplant war, zu schlichten. Auf Befehl Moskaus wurde also der Passagier und ein Teil ber Labung des „Palos" zurückgehalten.
Diese Vorgänge bestätigen durchaus die Auffassung, daß es auf feiten ber Bolschewisten so etwas wie eine spanische Regierung niemals gegeben hat. Der spanische Krieg wurde von vornherein durch Moskau inszeniert und durchgefuhrt was auch durch die Tatsache bezeugt wird daß fowjettussische Waffen unb ^aat&a"S,^nD"fnt Anfang an Verwendung fanden. 3WlJ$en if in Katalonien das von Moskau befohlene Pro gramm der Kollektivierung und Sowlettsierung bereits soweit durchgeführt, daß man, wie die Times" es tut, Katalomen als den ersten fom-
3mmer mehr Roie laufen über.
»er katalanische Generalissimus vor der Flucht verhaftet.
eatamanca.6. San. (DNB. Funkspruch) Di- nationalen Truppen läuterten bas an den letzten bctbcn lagen eroberte Gelände, wobei 627 tote 'Rnhnifiaroßenteils Ausländer, sowie umfangreiches Kriegsmaterial geborgen wurden. 250 kommunistische Söldner liefen über. Die Ueber- läufer benutzten bie kopflose Flucht der roten Truppen sich zu verstecken, um sich bann ben Nationa- Nn zu ergeben. Sie berichteten, baß bie mora - 1 i s ch e Verfassung in ber internationalen
Washingtons. Jan. (DNB.) Nachbem sich in Kreisen bes Bundeskongresses unb des Weißen Hauses ein Wiberstand bagegen geltenb gemacht hat, dem Präsidenten Vollmacht zur Verkündung von Waffensperren in Fällen eines Bürgerkrieges zu geben, hat sich die Bundesregierung entschlossen, durch die Vorsitzenden der auswärtigen Ausschüsse beider Häuser ein gemeinsame Entschließung einzubringen, die Präsident Roosevelt lediglich für den besonderen Fall des spanischenBürgerkrieges ermächtigen soll, ein Ausfuhrverbot für Kriegsmaterial zu erlassen. Durch diese Entschließung soll die Verschickung der durch die Maklerfirma Euse in New Jersey für die roten Machthaber in Spanien gekauften Flugzeuge verhindert werden. Der Makler Euse hat aber bereits seine Ausfuhrlizenzen dem Neuyorker Zollinspektor vorgezeigt und begonnen, schnellstens seine Flugzeuge und Motoren auf dem im Neuyorker Hafen liegenden Dampfer „Mare Eantabrico" zu verladen. Euse, der die Ladung schnellstens aus dem Hafen herausbringen will, ehe derKongreß d i e A u s f u h r v e r h i n- bert, hat bie Hafenarbeiter sogar bie Nacht über mit der Verladung von hundert großen Kisten, die 18 Flugzeuge enthalten, beschäftigt. Die Ladung des'Schiffes wird am Mittwoch beendet fein, wenn Euse so fieberhaft weiterarbeiten laßt.
Das Staatsdepartement hat ferner dem Munitionsmakler Dinley die Ausfuhrlizenz für Kriegsmaterial für die Bolschewisten m Spanien erteilt. Dinley gab als Empfänger Drb a s, den Vertreter der spanischen Bolschewisten in Mexiko an, der sich angeblich im Flugzeug nach Washington unterwegs befindet. Die Lieferungen sollen nach Valencia gehen. Pressevertretern erklärte Dinley, sein Vertrag laute auf Gesamtlieferungen im Werte non neun Millionen Dollar, darunter auch Gasmasken. So gering angesichts der bevorstehenden Konqreßaktion offenbar die Möglichkeit ist, daß Dinley seinen Riesenvertrag erfüllen kann, \o bestimmt müssen die Aussichten des Maklers Euse angesehen werden, baß ber Dampfer „Mare Ean- tabrico" am Mittwochnachmittag mit einer „Flu^ zeuglabung losdampft. Der Kongreß ntt nämlich gewöhnlich erst mittags zusammen Auf der Tages- vrdnuna stehen zunächst Roosevelts Jahresbotschaft und die amtliche Zählung ber Wahlstimmen. Beamte des Außenministeriums erklärten, daß man dem Schiff, wenn es sich nach ber Unterzeichnung bes Ausfuhrverbotes burch ben Prasibenten n ° ch innerhalb ber D r e i m e i l e n z o n e beftnben sollte, ein Küstenwachboot nachschicken könnte, um es anzuhalten.
mochte. Diese Auffassung Des englisch-italienischen Gentleman Agreements wirb offenbar auch in Rom vertreten, denn italienische Zeitungen erklären nach wie vor, baß Italien einen Sowjet st aat in Spanien niemals bulben könne. Die große Frage ist, welche Ansicht bie englische Reaie- rung in biesem Punkte vertritt. Das beutsche Ultimatum hat jebenfaüs neben seinem unmittelbaren Zweck auch bie Wirkung gehabt, etwas Licht in eine sehr bunkle Angelegenheit ber europäischen -........ Ev.
London, 5. Jan. (DNB.) lieber die Sitzung bes Unterausschusses bes Nichteinmischungsausschusses würbe folgendes mitgeteilt: Der Vorsitzende teilte mit, daß er Vorschläge für bie Ueberwachung ber Grenzen Spaniens zur See und zu Lande und der spanischen Besitzungen über See zur Durchführung bes Nichteinmischungsabkommens bem britischen Außenminister mit bem Ersuchen Überreicht habe, sie ben beiben Parteien in Spanien zu Übermitteln. Er habe barum gebeten, daß ber Außenminister beide Parteien ersuchen solle, eine Antwort innerhalb von zehn Tagen nach Empfang, und zwar auf die Frage, ob sie zu einer Mitarbeit an dem vorgeschlagenen Ueberwachungs- plan bereit seien. Der britische Außenminister habe sofort die gewünschte Mitteilung an beide Parteien in Spanien ergehen lassen.


