Kleine politische Nachrichten
Meine politische Nachrichten.
Der Führer und Reichskanzler hat den Legationsrat Wolf im Auswärtigen Amt zum Vortragenden Legationsrat, den Gesandtschaftsrat der deutschen Gesandtschaft in Brüssel Dr. Curt Bräuer zum Botschaftsrat an der Pariser Botschaft ernannt.
♦
Der Führer und Reichskanzler empfing im „S)aufe des Reichspräsidenten" unter dem üblichen Zeremoniell den neuernannten Gesandten von Venezuela Dr. Gustavo Herrera zur Entgegennahme seines Beglaubigungsschreibens und des AbberufungsschreibenS seines Vorgängers. Es folgte der Empfang des neuernannten G e s a n d -
Die Maul- und Klauenseuche
Eine Gefahr für Bauernhof und Volkswirtschaft.
Von unserer berliner Schristleitung.
Der Reichsjustizminister und Frau Gürtner gaben in ihrer Wohnung in Berlin-Dahlem zu Ehren des italienischen Iustizministers S o l m i und seiner Begleitung einen Empfang, an dem der italienische Botschafter Attolico Reichsminister Dr. Frank, die Staatssekretäre Dr. Schlegelberger und
Kupfer 125,6 (127,7), Blei 140,7 (140,9), Zinn 83 7 (86,6). 3’nf 113,4 (116,4), Baumwolle 80,9 (82 5) Kautschuk 158,6 (162,9), Petroleum 101,3 (107 5) Weizen 235,0 (250,9), Roggen 165,1 (163,8), Kaffee "0'2 (123,0), Kakao 114,6 (104,8), Zucker 119,9 (1214). 3m Durchschnitt ist die Vergleichszahl für dlese Rohstoffe am 29 Oktober auf den neuen Tief- stand von 129,7 gegen 131,1 am 22. Oktober gesellen und damit um 5,5 v $). niedriger als am 1. Oktober d. 3 Die Meldung über eine neue Kasfeepolitik Brasiliens — Brasilien gibt die Kaffeeausfuhr völlig frei — hatte einen starken Rückgang der Kaffeepreise in Neuyork für Santos- und Rio-Kaffee zur Folge.
damalige Verlust auf eine Milliarde geschätzt werden. Der Ernst dieser Sachlage hat das 3nnenmim- sterium zu strengen Sperrmaßnahmen veranlaßt
Neben der Unterbindung des Handels und des Viehverkehrs ordnete man vielfach auch in einem bisher nicht gebräuchlichen Ausmaß Beschränkungen des Personenverkehrs an, da der Erreger dieser Seuche besonders flüchtig und wie schon gesagt auch durch den Menschen über weite Strecken verschleppbar ist Namentlich in den Seuchengebieten Baden, der Pfalz und im Saarland wurden deshalb nicht nur tierzüchterische Veranstaltungen verboten, sondern auch zum Teil sogar die Schulen geschlossen und Veranstaltungen und Zusammenkünfte aller Art weitmöglichst untersagt. Um die Seuchenherde herum sind zum Schutz der noch unverseuchten Bestände im großen Umfange Ringimpfungen mit Riemser Maul- und Klauenseuche • Hochimmunserum vorgenommen worden. Durch diese 3mpfung sind gesunde Tiere etwa 14 Tage lang vor der Seuche geschützt, und die damit geschaffene Schutzzone verhindert eine rasche und sprunghafte Ausbreitung der Seuche
Ministerialdirektor Moritz vom Ernährungsministerium hat vor der Presse dem Reichsinnenminister Dr Frick im Namen des Reichsbauern' führers und Ernährungsministers DarrS den Dank für die entschlossenen Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung vermittelt und ihn der vollen Unter- stützung des Reichsnährstandes versichert. Er hat besonders darauf hingewiesen, daß die Seuche einen Ausfall in unserer Milch- und Fett- wirtschaft bedeutet. Ganze Gebiete fallen als Lieferanten aus, sie müssen von anderen Bezirken mitversorgt werden und stören damit das System der Marktordnung. Es ist weiter darauf hinzuwei- sen, daß die Milchleistungskontrotte, die seit 1933 eine Steigerung der Buttererzeugung von 20 o H. ermöglicht hat, in den gefährdeten Bezirken eingestellt werden muß. Eine überaus erfreuliche Entwicklung wird dadurch aufgehalten. Die Erkrankung der Tiere dauert in der Regel zwar nur 14 Tage, aber auch nachher macht sich bei ihnen der Rückgang in der Milchleistung und in der Mast noch lange bemerkbar. Es liegt bisher kein Grund zur Beunruhigung vor, da der oft bewährte deutsche Seuchenschutz auch diesmal das Aeußerste tut, um die Schäden in ihren Grenzen zu halten Es ist aber notwendig, daß das ganze Volk, nicht nur die Landwirtschaft, diese Abwehrmaßnahmen in jeder Hinsicht unterstützt.
Edelsteine.
Das schmucke Edelsteinabzetchen mit den zwölf Bildern des Tierkreises, das uns die 2 Reichs- straßensammlung des Winterhilfs- Werks am kommenden Samstag und Sonntag beschert, wird sicherlich die Frage „Edelstein oder Halbedelstein"? von neuem aufwerfen. Gar mancher wird meinen, daß es sich bei den Steinen dieses Edelsteinabzeichens nur um „Halbedelsteine" handeln kann. Um so erstaunter wird er sein, wenn er sich mit der Bitte um eine Entscheidung an einen Juwelier wendet, um dann zu hören, daß es gar keine Halbedelsteine gibt! Auch der Hinweis auf dieses oder jenes Konversationslexikon wird den zünftigen 3uwelier in seiner Entscheidung nicht beirren. weil eben der Edelsteinfachmann nur Edelsteine kennt.
Damit ist aber eine neue Frage aufgeworfen: was sind denn nun überhaupt Edelsteine? Die Antwort ist nicht schwer. Edelsteine sind Mineralien, die sich durch Härte, Glanz, Reinheit, Durchsichtigkeit, Lichtbrechungsvermögen oder besondere Schön- heit auszeichnen. Ein Malachit, ein Opal, ein Achat ein Turmalin, ein Amethyst ist demnach ebenso ein Edelstein wie ein Rubin, ein Saphir oder ein Diamant. Und somit sind auch alle Steine des WHW.- Edelsteinabzeichens echte Edelsteine.
Aber, so wird mancher einwerfen, ein Opal ist doch nicht so kostbar wie ein Diamant? Woher kommt das? Auch hierauf ist die Antwort nicht schwer. Der Unterschied der einzelnen Edelsteine liegt vornehmlich im Härtegrad des betreffenden Edelsteins. Unter „Härte" versteht man im allgemeinen in der Mineralogie den Widerstand gegen ritzendes Angreifen. Die auf diese Weise gefundene oder errechnete Härte wird in der Praxis des 3uwe° liers (nach Mohs) in zehn Stufen (Härtegrade) ein» geteilt. Erst ah Härtegrad 6 pflegt man von Edelsteinhärte 3u sprechen. Diese aus der Praxis übernommene Hebung ist es nun, die dazu geführt hat, fälschlicherweise von Halbedelsteinen und Edelsteinen zu sprechen.
Diese Einteilung ist sehr zu bedauern, weil sie einmal zu einer durch nichts gerechtfertigten Geringschätzung der Edelsteine geführt hat, die nicht den Härtegrad 9 (Saphir und Rubin) oder Härtegrad 10 (Diamant) haben. Zum andern aber weil infolge dieser ungerechtfertigten Geringschätzung jene 3mita- tionen auf den Markt kamen die Saphire, Rubine und Diamanten oortäuschen sollen, zu welchen Imitationen übrigens nicht etwa die synthetischen Edelsteine gehören, die ihrem inneren Wesen und Aufbau nach durchaus Edelsteine, wenn auch künstliche, sind. Es ist erfreulich, daß durch die Edelstein- abzeichen des Winterhilfswerks die Freude an den echten Edelsteinen und damit am echten Schmuck wieder wachgerufen wurde. Und zwar nicht nur aus kulturellen Gründen, sondern auch aus wirtschaftlichen Gründen, weil damit einer bodenständigen deutschen Edelsteinerzeugung, wie sie z. Ä. in 3 d a r - O b e r st e i n vor ihrem Niedergang seit 3ahrhunderten geblüht hat, ein neuer und höchst erfreulicher Auftrieb gegeben wird. D. S.
ten von 3ran Nader Arasteh. Ferner empfing der Führer und Reichskanzler den italienischen 3ustizminister S o l m i in Begleitung des Reichsministers Dr. Frank.
Botschafter von Ribbentrop hat sich am Donnerstag in seiner Eigenschaft als Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter des Deutschen Reiches nach Rom begeben.
Berlin, 4. November.
Die deutsche Diehseuchenbekämpfung hat ihr besonderes Augenmerk auf die Gefahr der Tierseuchen zu lenken, die über d i e Grenzen einge- schleppt werden können. Diese Bemühungen versagen aber gegenüber der Maul- und Klauenseuche da diese 3nfektionskrankheit auch durch Menschen eingeführt werden kann, ferner durch Futtermittel oder Dünger, die aus verseuchten Bezirken stammen. Seit dem letzten Sommer grassiert nun u n • ter den französischen Viehbeständen die Maul- und Klauenseuche, die anscheinend von Afrika nach Frankreich gebracht worden ist. Bisher sind 79 von den 82 französischen Departements ergriffen, hauptsächlich aber Elsaß und Lothringen, wo unter Rindern, Schweinen und Ziegen der Schaden auf 12 bis 14 Millionen RM geschätzt wird. Dom Elsaß aus ist die Seuche, die eine Ansteckungskrankheit wie etwa Pocken, Scharlach und Grippe bei den Menschen ist, nach Baden und in die Pfalz gedrungen, sie hat jetzt einen Grenzstreifen im ganzen Westen Deutschlands von Basel bis nach Ostfriesland erfaßt. Bis jetzt find 2000 Höfe gesperrt worden. 3n Deutschland ist die Seuche nicht in derselben scharfen Form aufgetreten wie in Frankreich, Belgien und Holland. Die Zahl der tödlichen Fälle ist bei uns gering, es sind besonders 3ungtiere, Ferkel und Kälber erfaßt worden. Auch der Wildbestand kann davon ergriffen werden, da Rehe und Hirsche zu den anfälligen Tieren gehören.
Die Erscheinungsformen der Seuche bestehen in Blasen, die sich an der Schleimhaut der erkrankten Tiere bilden oder in der Haut der Klauen, die bald platzen und Geschwüre zurücklassen. Wenn die Seuche auch selten tödlich verläuft, stellt sich doch bei den Tieren Abmagerung, Freßunlust oder Lähmung ein. Die Milcherzeugung geht stark zurück. Diese Milch darf nur abgekocht benutzt werden und kommt nicht in den Handel
Es ist klar, daß die Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche zu einer Gefahr für unseren Viehbestand jmb für die Ernährung unseres Volkes werden könnte. 3n den Fahren 1920/21, da dieselbe Krankheit ebenfalls vom Westen aus in unsere Stallungen gebracht wurde, betrug der Ausfall an Milch und Butter allein in Preußen 480 Millionen Goldmark. Die mittelbaren Verluste an Fleischerzeugung und Arbeitsleistung werden nicht geringer gewesen sein. Da die Zahlen von Baden, Hessen und Bayern dabei nicht mitgerechnet sind, muß der
Dr. Freißler, Staatsrat Graf von der Goltz und die Universitätsprofessoren Dr. Hedemann und Dr. Kohlenrausch teilnahmen. Reichsjustizmmister Dr. Gürtner begrüßte in italienischer Sprache die Gäste. 3n seiner Erwiderung betonte Exzellenz Solmi die herzlichen persönlichen Beziehungen und die Verbundenheit der italienischen und der deutschen Rechtspflege.
♦
Der zum Vorsitzenden des 01. Zivilsenates des Reichsgerichts ernannte ©enatsprafibent Hage- mann hat zugleich den Vorsitz des Reichs- arbeitsgerichtes übernommen. Präsident Hagemann, der 1876 in Hannover geboren ist, gehört seit 1919 als Reichsgerichtsrat dem Reichsgericht an.
•
Der Reichs st atthalter in Hessen hat als Führer der Landesregierung mit Zustimmung der Reichsregierung das folgende Gesetz beschlossen, das soeben im Hessischen Regierungsblatt Nr. 20 im Namen des Reiches verkündet wird: „Artikel 1. 3n dem Staatshaushaltsplan für das Rechnungsjahr 1937 gehen im Ordentlichen Haushalt zu: an Einnahmen 2 520 057 RM., an Ausgaben 2 028 887 RM Die Abschlußzahlen des Ordentlichen Haushalts werden hiernach feftgefteUt für die Einnahme auf 103 160255 RM., die Ausgabe auf 105 633 246 RM "
*
Am Montag wird in der Hauptstadt der Bewegung die Ausstellung „Der ewige 3 u d e" eröffnet. Gauleiter Julius Streicher wird im Rahmen der Eröffnungskundgebung im Kongreßsaal des Deutschen Museums sprechen.' Hieran anschließend übergibt Reichsminister Dr Goebbels die Ausstellung der Oeffentlichkeit.
*
Reichsleiter Dr. Ley fliegt nach Neapel, um dort die am Samstag mit 3000 deutschen Arbeitern landenden drei „K d F." - S ch i f f e zu empfangen und an der von den italienischen Behörden vorbereiteten Begrüßungsfeier teilzunehmen. Dr. Ley und seine Begleiter kehren bereits am Montag mit dem Flugzeug nach München zurück.
*
Der König von Belgien hat den Außenminister S p a a f mit der Bildung einer Regierung der nationale nEinigung beauftragt. Spaak hat den Auftrag grundsätzlich angenommen.
•
Der Bruder Ottos von Habsburg, der dritte Sohn des verstorbenen Kaisers Karl, Erzherzog Felix, wird in die T h e r e f i a n i s ch e Militärakademie in Wiener-Neustadt eintreten um sich zum 3nfanterieoffizier ausbilden zu lassen. Mit ihm wird zum erstenmal ein Mitglied des Hauses Habsburg der neuen österreichischen Wehrmacht angehören. ,
•
Einer Havas-Meldung nach soll der Militär- aufstand in Concepcion (Paraguay) völlig niedergeschlagen sein Die Verbindung zwischen der Hauptstadt Asuncion und Concepcion sei wieder hergestellt. Bei den Kämpfen seien etwa 100 Personen ums Leben gekommen
Aus aller Welt.
40 Todesopfer eines Unwetters auf Sumatra.
Zwischen den Orten Padang und Medan auf Sumatra (Niederländisch°3ndien) wütete ein schweres Unwetter, dem nach vorläufigen Meldungen vierzig Menschen zum Opfer gefallen sind. Die Telephon- und Wegeverbindun- gen sind teilweise unterbrochen. Nach den Angaben der örtlichen Behörden wurden mehrere Eingeborenendörfer und eine Anzahl von Brücken durch das Hochwasser vernichtet.
W
NW MM
v' X
OVERSTOLZ
MIT GOLDMUND STUCK
OHNE MUNDSTÜCK
GULDENRING
Qoldmundflücl^
schützt und damit vor Verlusten an Feuchtigkeit und Aroma bewahrt. So blieb ihrer FWischung die natürliche Frische erhalten, die dem Raucher erst das Recht gibt,den Tabak zu denköstlichsten Gaben der Natur zu zählen.
^SJenn Sie eine TROPEN-PACKUNG öffnen, erschliessen Sie sich einen besonderen Genuss. Denn bis zu diesem Augenblick hat derVerschluss-
NEUERBURG
K,iS5NERsj


