Ausgabe 
5.7.1937
 
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Große

Handarbeiten-Schau

deutscher Stickgarn-Fabrikanten

in Gießen im Hotel Prinz Carl, Seltersweg 40

vom Dienstag, 6. Juli 1937, bis einschl. Freitag, 9. Juli 1937 von 10 bis 18 Uhr durchgehend geöffnet

Kein Verkauf! Eintritt frei!

Wir laden zum Besuch dieser interessanten und schönen H a n d a r b e i te n-S c h a u ein

Seiden- und Garn G. m. b. H., Frankfurt/M.

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Die Tragödie

-er deutschen Nanga-parvat- Expedition

Von unserem G. £. L.-Berichterstatter.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

Simla, 22. Juni. (Durch Flugpost.)

Höchste Bestürzung erregte die gestern hier zuerst durch die Presse bekanntgewordene Tragödie der deutschen Nanga-Parbat-Expedi- t i o n. Es war nur eine kurze Meldung des Poli­tischen Agenten von Gilgit, die besagte, daß sieben Mitglieder der Expedition Dr. Karl Wiens sowie neun einheimische Träger durch eine Lawine g e - tötet worden seien, der Leiter der Expedition, Dr. K. Wien und Lieut. D.M.B. Smart von den 4th Gurkha Rifles, der als Verbindungsmann die Expedition begleitete, seien in Sicherheit. Ferner soll noch ein Deutscher, dessen Name aber bis zur Stunde nicht festgestellt werden konnte, möglicher­weise dem Tode entronnen sein. Weitere Nachrichten waren auch bis heute nicht festzustellen.

Die Katastrophe vom Sonntag, dem 20. Juni d. I., stellt eine der schwersten Bergsteigerkatastro­phen der letzten Jahre dar. Wieder haben wertvolle Pioniere und Wissenschaftler ihr Leben für eine rein ideelle Aufgabe geopfert, wieder waren es Deutsche in vorderster Front, und wir stehen er­schüttert an ihrer Bahre. Schneestürme rasen über den unbezwungenen Nanga Parbat. Schon im Jahre 1895 hat ein Engländer, Mummery, mit zwei Trägern bei dem Versuch, ihn zu bezwingen, sein Leben lassen müssen. Vor zwei Jahren opferten Merkl mit drei Kameraden und sechs Trägern ihr Leben für die Bezwingung dieses furchtbaren Berges, und heute stehen wir vor der größten Katastrophe, den schwersten Opfern, die der Nanga Parbat bis jetzt gefordert hat. Auch in hiesigen Kreisen dxr Bergsachverständigen ist man über die­ses Unglück äußerst bestürzt. Man ist immer der Ansicht gewesen daß die jetzige Jahreszeit durch­aus nicht günstig für die Besteigung sei, man glaubt, daß die Besteigung im August weit einfacher gewesen wäre.

Wie dem auch sei, die Expedition war mit den größten Erwartungen an ihre Ausgabe herange­gangen. Sie war am 6. Mai von Srinagar, der Hauptstadt Kaschmirs, aufgebrochen und hat den 14 600 Fuß hohen Tragbal-Paß überquert. Am nächsten Morgen sand sie günstige Wetterbedingun- aen vor, der Schnee war hart und trug gut. Beim Abstieg geriet die Expedition in einen Gewitter- sturm mit Hagel, der ihr jedoch nichts weiter an­tat. Sie erreichte dann nach einem weiteren Tages­marsch Gares, wo die Träger gewechselt wurden.

Am 10. Mai finden wir die Expedition in Burzil Chauki. Die Kletterer überschritten den Burzil-Paß am 11. Mai in der Frühe, da sie ausgezeichnete Schneebedingungen vorfanden, kamen sie bis Mittag in Chillam an. Am nächsten Tag, in Godai, wur­den die Lasten auf 50 Ponys verladen, und herrlichster Sonnenschein begleitete die Expedition

durch das Astortal, wo sie den ersten Teil ihrer Reise ohne irgendwelche Zwischenfälle beenden konnte. In Astor stieß Leutnant Smart zu der Expedition. Diese hatte nun den Indus zu Über­schreiten, da aber die Fähre bei Taleghi nicht mehr existierte, mußte sie einen 40 Kilometer langen Umweg durch das staubige und heiße Jndustal machen. Am 16. Mai hatte sie noch einen heißen Packtag an der Rakist Bridge (1179 Meter) und überquerte dann zwei Tage später den Märchen Wiresk, wo sie ihr vorübergehendes Ausgangslager hinter der Moräne des Rakist-Gletschers erreichte. Hier war es mit dem guten Wetter, das bis zu diesem Lager die Expedition bisher begünstigt hatte, bald zu Ende. Die letzten schönen Tage wurden dazu verwandt, alle für die weiteren hochgelegenen Lager erforderlichen Lasten nach dem Akunoor- Lager zu schaffen, das von dem Vortrupp in tiefem Schnee an der gleichen Stelle wie 1934 errichtet wurde. Am 23. und 25. erreichten je eine Gruppe das Lager II (5360 Meter) über die Eiswände des Rakiot-Gletschers, obwohl das Wetter äußerst un­günstig war und von Tag zu Tag schlechter wurde.

Schon hier hätte sich beinahe eine Katastrophe ereignet. Die letzten Träger hatten gerade ihre Lasten abgeladen und sich ins Lager II begeben, als eine mächtige Lawine sich vom Nanga Parbat löste und donnernd in die Tiefe sauste. Die Zelte waren glücklicherweise hoch genug aus einem gegenüberliegenden Abhange angelegt, daß sie dem Anprall der Lawine entgingen, doch war der Luft­druck so gewaltig, daß sich alle in den Schnee werfen mußten, um den kolossalen, mit feinem Pulverschnee erfüllten Zug über sich Hinwegsausen zu lassen. Die Zelte wurden um geb lasen und zwei zerrissen. Nach zwanzig Sekunden war alles wieder still. Heftiger Schneefall hielt mehrere Tage an, so daß die Expedition in Lager I und II bleiben mußte. Am 31. Mai kamen die Bergsteiger, die während des schlechten Wetters in den beiden Lagern hatten warten müssen, zum Ausgangslager herab. Das Wetter hatte sich inzwischen gebessert. Vier Bergsteiger stiegen am 2. Juni zum Lager I auf und am 3. Juni in der Frühe zum Lager II. Sie fanden dort das Lebensmitteldepot unter Eis und Schneemassen, die in ihrer Abwesenheit vom Berge herabgestürzt waren, vergraben, jedoch war das Sahib-Zelt in Ordnung, denn es lag in einer Senkung und war von einem Wall von tiefem Schnee umgeben. Am gleichen Tage kamen noch zehn Träger herauf, und nm Abend der Rest der Bergsteiger mit Mr. Smart. Am 4. Juni be­reitete ein Vortrupp den Aufstieg zum Lager III vor, das nach großen Schwierigkeiten erreicht wurde, und am 6. Juni begab sich dkr Vortrupp mit neun Trägern auf den Weg nach Lager IV. Seitdem hat man in der hiesigen Presse nichts mehr von dem weiteren Verlauf des Aufstiegs gehört, bis gestern

die Nachricht von der großen Katastrophe hier etn= traf. Der Politische Agent von Gilgit hat sich sofort persönlich nach der Unglücksstätte aufgemacht, um die notwendigen Hilfsmaßnahmen in die Wege zu leiten.

*

Simla, 24. Juni 1937. (Durch «Flugpost.)

Leider haben sich die Nachrichten von der Er­rettung Dr. Karl Wiens nicht bewahrheitet. Ein amtliches Telegramm, das am 23. Juni hier ein­ging, besagte, daß auch er mit seinen Kameraden ums Leben gekommen und der einzige Ueberlebende der Expedition Herr Lust sei. Inzwischen ist auch ein Bericht von Leutnant D. M. B. Smart ein= gegangen, der weitere Einzelheiten zu dem Unglück enthielt. Smart hatte die Bergsteiger in Lager IV am 14. Juni verlassen, um kranke Träger ins Aus­gangslager zu bringen. Die Bergsteiger befanden sich an diesem Tage in bester Verfassung und be­reiteten den Aufstieg nach Lager V vor. Luft, den Leutnant Smart im Ausgangslager ablöste, er­reichte Lager IV am 18. Juni und fand zu seinem Entsetzen das Lager unter einer Eis­la w i n e begraben vor. Bisher wurden drei Rucksäcke festgestellt, aber es besteht nur wenig Aussicht, die Toten für die Beerdigung zu bergen. Inzwischen ist auch der Assistent Political Agent, Ehilas, und ein Ingenieur mit Werkzeug und Mannschaften nach dem Ausgangslager aufge­

brochen. Lager IV, das die Bergsteiger am 6. Jmti erreicht hatten, befindet sich in einer Höhe von 6185 Meter. Am 12. Juni hatte der Vortrupp Lager V (6690 Meter) erreicht, kehrte aber wegen der schlechten Bedingungen, die er dort vorfand, wieder nach Lager IV zurück.

Tatsache bleibt, daß die Expedition bis auf einen Mann vernichtet worden ist. Der Vizekönig, Lord Linlithgow, hat in einem Telegramm an den deutschen Generalkonsul sein tiefstes Mitgefühl zum Ausdruck gebracht. Der deutsche Generalkonsul hat bereits einen Betrag, der in der deutschen Kolonie in Kalkutta gesammelt worden war, für die Hinter­bliebenen der getöteten Träger, die größtenteils aus Darjeeling kamen, zur Verfügung gestellt, um die erste Not zu lindern. Auch ihre Dienste werden von Deutschland nie vergessen werden, wie der Generalkonsul in einem Beileidstelegramm an Mr. Kydd, den Werbeagenten der Träger, zum Ausdruck brachte. Der Kommandant der Gilgit Scouts, Capt. R. A. Cropper, hat sich ebenfalls mit acht Freiwilligen zum Ausgangslager begeben, um mit Leutnant Smart zusammen die Ber­gungsmaßnahmen einzuleiten, obwohl man hier die Aussichten für die Bergung der Toten als ziem­lich schwach ansieht. Und so werden sie wahrschein­lich für immer im Schoße dieses grausamen Ber­ges, Nanga Parbat, ruhen müssen, den sie besiegen wollten.

Aus der engeren Heimat.

Oie Frühkartoffelpreise.

LPD. Die Hauptvereinigung der deutschen Kar-

toffelwirtschaft hat

mit Zustimmung des Reichs-

und preußischen Ministers für

Ernährung und

Landwirtschaft sowie des Reichskommissars für die

Preisbildung für

die Zeit vom 5. bis 10. Juli

folgende Erzeugerpreise

Frühkartoffeln festgesetzt:

für deutsche

Weiße, rote, blaue Sorten

Anlieferungstag

mindestens

jedoch nicht mehr

5. 7.

5,00

5,50

6. 7.

4,90

5,40

7. 7.

4,80

5,30

8. 7.

4,70

5,20

9. 7.

4,60

5,10

10. 7.

4,50

5,00

Runde gelbe Sorten

Anlieferungstag

mindestens

jedoch nicht mehr

5. 7.

5,40

5,90

6.7.

5,30

5,80

7. 7.

5,20

5,70

8. 7.

5,10

5,60

9. 7.

5,00

5,50

10.7.

4,90

5,40

Lange gelbe Sorten

Anlieferungstag

mindestens

jedoch nicht mehr

5. 7.

5,80

6,30

6. 7.

5,70

6,20

7.7.

5,60

6,10

8. 7.

5,50

6,00

9. 7.

5,40

5,90

10. 7.

5,30

5,80

Es wird darauf hingewiefen, daß nach der An­ordnung Nr. 19 des Kartoffelwirtschaftsverbandes Hessen-Nassau die zukünftigen Anbaugebiete für Frühkartoffeln geschlossen wurden, d. h. daß die Käufe in den in Frage kommenden Orten nur über die Bezirksabgabestelle für Hessen-Nassau, das ist die bäuerliche Hauptgenossenschaft, Frankfurt a. M., Fernruf 20 401, möglich sind.

Aach 23 Jahren

an einer Kriegswunde gestorben.

LPD. Lauterbach, 4. Juli. Der Landwirt Karl Winterholler in Hopfmannsfeld starb innerhalb weniger Tage an den Folgen einer Kriegsverletzung. Der Mann war Ende August 1914 in Frankreich durch ein Jnfanteriegefchoß am lin­ken Unterschenkel verwundet worden. Während da­mals die Stoffteile aus der Wunde herauseiterten, blieb die Kugel selbst in der Wunde stecken. Vor etwa zwei Wochen verspürte Winterholler wie­derum Schmerzen, die bald darauf zu Vergiftungs­erscheinungen führten. Trotz aller ärztlicher Hilfe­leistung starb der Mann einige Tage später

Tod durch eine unbeachtetekleineWunde

Lpd. Nidda, 4. Juli. Frau Lina Weitz von hier zog sich vor etwa einer Woche durch einen rostigen Nagel eine kleine Verletzung am Fuß zu, die sie nicht weiter beachtete. Einige Tage dar­auf stellte sich Blutvergiftung ein, an der die Frau in der Gießener Klinik trotz Anwendung aller Hilfsmittel gestorben ist.

Frau Katharina Fach, geb. Eurich

im 77. Lebensjahre.

im 72. Lebensjahre

Gießen (WetzlarerWeg 63II), Koblenz (Seb.-Bach'Straße 25), 5. Juli 1937.

Heuchelheim, Leuna, Gießen, den 4. Juli 1937

03362

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in Einfam.-Haus leer od.möbliert, an Einzelperson

zu vermieten.

Koksu. Kohlen

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IMEODE DRUCKSACHEN W CHOE Brühl, Gießen

In tiefer Trauen Geschwister Marx

Gießen (Wolkengasse 18), den 3. Juli 1937

03360

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen;

Heinrich Velten und Frau

GrofiemLinden, den 5. Juli 1937

4551 D

1'5

Schr.Angeb.unt. 03364 a.d.G.A.

Neuhergerichtete 2 Zimmer

Am Samstag, dem 3. Juli 1937, entschlief nach langer Krankheit unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante

im blühenden Alter von 16 Jahren in die Ewigkeit zu sich zu nehmen

Allen denen, die uns bei unserem schweren Verluste, der uns betroffen, so treu zur Seite standen, danken wir herzlichst

Die tieftrauernden Hinterbliebenen:

Familie Ferdinand P nn Otto Rinn und Frau Luise und Emma Rinn

Im Namen der Hinterbliebenen: Karl Fach und Frau Marie Zoll, geb. Fach Hans Zoll Anneliese Zoll

Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 6. Juli, um 14 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofs aus statt.Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen.

zu vermieten.

Hahn 45&8D Nittergasse 23.

Die Beerdigung findet am Dienstag, dem 6. Juli, nachmittags 2.45 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt

Die Beerdigung findet Dienstag, den 6. Juli, mittags 1 Uhr vom Trauerhause, Ludwigstraße 11, aus statt

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gut erhalten, zu kaufen gesucht.

Wo, sagt die Ge- schäftsstelle des Gieß. Anz. 455*0

Samstag nachmittag 5.15 Uhr entschlief sanft nach schwerem, mit großer Geduld ertragenem Leiden unsere liebe gute Mutter, Schwiegermutter, Groß» mutter, Schwester, Schwägerin und Tante

Frau Luise Rinn Wwe.

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