Ausgabe 
5.7.1937
 
Einzelbild herunterladen

gesetzten Rettungsmannschaft der Unglückszeche tra­fen alsbald Rettungstrupps der Hauptstelle für das Grubenrettungswesen in Essen ein. Der Führer hat an den Betriebsführer der Zechen folgendes Beileidstelegramm gerichtet:In tiefer Trauer über die Nachricht von dem schweren Gru­benunglück bitte ich Sie, den Hinterbliebenen der Toten meine herzlichste Anteilnahme und den Ver­letzten meine aufrichtigen Wünsche für ihre baldige Wiederherstellung zu übermitteln. Als erste Hilfe für die betroffenen Familien stelle ich den Betrag von 10 0 0 0 Mark zur Verfügung."

*

Die StiftungOpfer der Arbeit" hat 10 0 0 0 Mark zur Verfügung gestellt.

Das Schicksal dei-Wettfliecrerin Earhart

M

R t Ä

In den Vereinigten Staaten herrscht ernste Besorg­nis um das Schicksal der jungen amerikanischen Fliegerin Amelia Earhart, die, im Begriff, ihLen Weltrundflug zu beenden, nach dem Start von Lae auf Neu-Guinea im Stillen Ozean verschollen ist. Amelia Earhart ist eine der gefeiertsten Fliege­rinnen. (Scherl-Bibdarchiv-M.)

Wegen ihrer starken Verstümmelung zunächst un­verständlich gebliebene Funksprüche, die von ver­schiedenen Empfangsstationen aufgefangen wurden, haben die sinkende Hoffnung wieder belebt, daß die verschollene Weltfliegerin Amelia Earhart und ihr Begleiter irgendwo im mittleren Pazifik doch noch gefunden werden können. Die verstümmelten Funksprüche werden als Antwort auf Instruktionen für die Flieger angesehen, die von der Großfunk­station Honolulu ausgesandt worden waren. Bisher ist es leider unmöglich gewesen, aus den unver­ständlichen Funksignalen, als deren Quelle man das Flugzeug der Earhart ansieht, auf die Position des Flugzeuges zu schließen. Inzwischen ist eine Ret­tungsaktion in größtem Ausmaße eingeleitet wor­den. Ein Schlachtschiffe mit drei Flugzeugen, einige Hilfskreuzer, vier Zerstörer und das Flugzeug­mutterschiffLexington", das 54 Flugzeuge an Bord hat, sind nach der Howlandinsel ausgelaufen.

Deutscher Filmabend in Paris.

Idsteins 6S0jähn'ges Stadtjubiläum.

Gauleiter Sprenger auf dem Kreistreffen Untertaunus der NSDAP.

LPD. Idstein, 4. Juli. Auf Idsteins 650jähri- gem Stadtjubiläum sprach bei einem Kreistreffen Untertaunus der NSDAP. Gauleiter Sprenger. Er wies auf unser Miterleben der endlichen Eini- S unseres Volkes unter Adolf Hitler hin. Dieses

) der Deutschen werde Jahrtausende bestehen, denn wir hätten aus des Geschichte gelernt, und was wir gelernt hätten, danach würden wir uns rich­ten. Niemals wieder werde deutsche Zwietracht deut­sche Menschen trennen. Wenn wir dem Vorbild des Führers nachleben, würden wir die Einheit erhal­ten. Vor den Toren Deutschlands steht unsere Wehr­macht und wehrt jeden, der über die Grenze kom­men will. Dieses feste staatliche Gefüge, diese Disziplin sind die Grundlage unserer Freiheit. Wer ist freier als wir? Der Gauleiter ging auf die Stellung der Kirchen im Staat ein. Der Führer habe die Kirchen und Konfessionen geschützt und gesichert. Wenn die Partei nicht gewesen wäre, wo wären wohl die Kirchen geblieben? Jeder sei willkommen, ganz gleich ob Katholik oder Prote­stant oder Deutschgläubig, wenn er nur Nativ- nalsozialist sei. Die nationalsozialistische Welt­anschauung habe Platz für jeden. Doch die Kanzel­wühler mögen zusehen, daß sie vor sich selber be­stehen können. Bei aller Rücksicht und allem Ent­gegenkommen sollten sich die Herren doch eines merken, daß es noch Richter in Deutschland gibt. In Staat und Partei habe keiner von ihnen etwas

hineinzureden. Die Zukunft gehöre der Jugend. Sie werde ein würdiger Erbe des Werkes fein, das wir begonnen haben, und sie werde es so zu Ende führen, daß, wenn wir einmal in Jahrzehnten wiederkommen würden, in Staunen versetzt würden. So wird Deutschland Ewigkeitswert erringen durch feine Geschlechterfolge.

Darauf weihte der Gauleiter drei Fahnen der Deutschen Arbeitsfront und nahm den Vorbei­marsch der Partei und ihrer Gliederungen ab. Im Ständesaal des Rathauses zeichnete sich der Gau­leiter als erster in das Goldene Buch der Stadt ein.

In der Jubiläumsausstellung in der Turnhalle fällt besonders der Raum auf, welcher der Idsteiner Lederindustrie gewidmet ist. Er zeigt die mannigfaltigsten Erzeugnisse, wie Hut­schweißleder, Futterleder, Brokatleder usw. Einen guten Ueberblick über die Geschichte der Stadt gibt die historische Abteilung. Der Festzug zeigte Landsknechte, die vor dem Rathaus ein Werbelaaer einrichteten. Ein Graf zog mit Gefolge durch die Stadt zu einem Turnier. Ritter erschienen hoch zu Roß. Die Gräfin kehrt von der Jagd heim, fahren­des Volk schließt sich an. Der rote Henker folgt der Hexe, die seine Schinderknechte peitschen. Ein Bild aus Idsteins traurigster Vergangenheit. Bauern- kapellen, die Schützengilde, die Zünfte mit ihren Fahnen. Die vielen Besucher waren Zeugen, wie eine Stadt seine eigene Geschichte spielte.

Erfolg der deutschen Lustfahrt.

Hubschrauber Professor Zockers bricht sämtliche internationalen Rekorde.

Berlin, 3. Juli. (DNB.) Auf dem Flugplatz Bremen hat der Flugzeugführer R o h l f s mit einem von Professor Heinrich Focke erbauten H u b- schrauben-Flugzeug sämtliche für diese Flugzeuggattung geführten internationalen Rekorde für Deutschland errungen. Es ge­lang folgende Leistungen zu erzielen: Höhe: 2500 Meter (bisher 158 Meter durch Frankreich), Dauer: 1:20:49,89 (d. h. eine Stunde, 20 Mi­nuten, 49,89 Sekunden) (bisher 1:02,50 durch Frankreich); Geschwindigkeit: über 20 Kilo­meter-Strecke 122,553 Kilometer in der Stunde (bisher 44,692 Kilometer in der Stunde durch Frankreich); Entfernung in grober Linie: 16,400 Kilometer (bisher 1,786 Kilometer durch Ita­lien); Entfernung mit Rückkehr zum Startpunkt: 80,604 Kilometer (bisher 44 Kilometer durch Frank­reich). Diese Rekorde bedeuten demnach größten­teils eine Vervielfachung der früheren Best­leistungen, die von Italien 1930 und von Frankreich 1936 erreicht wurden. Der Hubschrauber ist ein Flugzeug, das in der Luft stillsteht und das über­all auf kleinem Platz sich senkrecht erheben und ebenso wieder landen kann. Prof. H. Focke baute nach jahrelangen Vorstudien den Hubschrauber Fw 61". Der Hubschrauber ist ein Flugzeug, das nur von seinen Luftschrauben ohne weitere Tragflä­chen getragen wird, aus einem gewöhnlichen Flug­zeugrumpf besteht der rechs und links auf Aus­legern aus Stahlrohr zwei große dreiflügelige wag­

rechtliegende Hubschrauben trägt. Das im übrigen normale Fahrgestell, mittels dessen die Maschine auch am Boden rollen kann, hat große Spurweite. An dem Leitwerk am Rumpfende bemerkt man lediglich als Abweichung, daß die waagrechte Höhen­flosse über dem Seitenleitwerk liegt. Vorn sitzt am Rumpf der 160 PS sh 14 h-Motor der Brandenbur­gischen Motorenwerke Berlin-Spandau, die auch durch die Herstellung der Getriebe für den Antrieb der Luftschrauben vom Rumpf aus großen Anteil an dem Erfolg haben.

Der Hubschrauber, der äußerlich eine gewisse Ähnlichkeit mit einem doppelten Windmühlenflug­zeug hat, arbeitet jedoch durchaus anders als dieses, das ja nicht im Stand ist, in der Luft stillzustehen. Es ist der erste Hubschrauber, der einen größeren Ueberlanbfliig durchgeführt und der die nor­male behördliche Zulassung für Flugzeuge erhalten hat und somit die technischen Bedingungen der Sicherheit wie jedes andere Flugzeug erfüllt. Bei den Rekordflügen ist bewiesen worden, daß von diesen Flugzeugmustern auch bei einem Ver­sagen des Antriebes die Landung im Gleitflug durchgeführt werden kann. Der Flugzeugführer Rohlfs hat wiederholt in mehreren hundert Metern Höhe den Motor abgestellt und ist glatt gelandet. Die deutsche Luftfahrt, die Luftfahrttechnik und -industne haben einen Erfolg errungen, dessen wei­tere Entwicklung noch viele Möglichkeiten offen läßt.

Paris, 3. Juli. (DNB.) Der Präsident der Reichsfilmkammer Pros. Dr. L e h n i ch und der Kommissar des Deutschen Reiches für die Inter­nationale Ausstellung in Paris 1937 Dr. Rup - p e l luden aus Anlaß der ersten Aufführung deut­scher Filme in dem internationalen Kino aus dem Ausstellungsgelände zu einem Galaabend ein, der sich zu einem großen gesellschaftlichen Ereignis ge­staltete. Die Bedeutung, die Deutschland dem Film im Rahmen der Jnternatioalen Pariser Weltaus­stellung beimesse, so führte Dr. R u p p e l aus, gehe daraus hervor, daß Deutschland in sein Ausstel- lungsgebäude ein eigenes Filmtheater eingebaut habe, in dem die deutschen Spitzenfilme der letzten Jahre gezeigt werden. Die Beliebtheit, der sich diese Einrichtung erfreue, werde durch das ständig bis auf den letzten Platz gefüllte Haus bewiesen. Prof. Dr. Lehnich kam auf die Vorführung eines Werkfilms über den großen Olympiafilm zu spre­chen und wies auf die ungeheueren Schwierigkeiten und die Leistung hin, die die Fertigstellung dieses Olympiafilms bedeute. Der Film wurde mit lang­anhaltendem Beifall ausgenommen. Leni Riefen- st a h l gab einige Erklärungen über ihre schwie­rige Arbeit zur Herstellung des Olympiafilms. Drei Monate habe sie allein für die Durchsicht der 400 000 Filmstreifenmeter langen Aufnahmen benötigt, und dann habe die Arbeit begonnen, aus diesen 400 000 Meter einen 6000 Meter langen Film herauszu­schneiden. Sie glaube ankündigen zu können, daß im Januar 1938 der Film von den Olympischen Spielen in deutscher, französischer, englischer und italienischer Sprache herauskommen werde.

Aus aller Welt.

Die Nachforschungen nach den Verunglückten der Himalaja-Expedition.

Die deutsche Bergsteigergruppe, bestehend aus Dr. Berchthold, Paul Bauer und Dr. von Krauß, die Nachforschungen nach den Verun­glückten der Himalaja-Expedition anstellen soll, hat am Samstag in einem Flugzeug der britischen Luft­waffe Lahore verlassen. In Rijaipur in der Nähe von Peschawar wurde eine Zwischenlandung ge­macht und wegen ungünstiger Wetterbedingungen und eines Schadens an der Maschine der Weiter­flug bis Montag verschoben. Wenn die Wetter­bedingungen es gestatten, wird die deutsche Berg­steigergruppe dann ihren Flug fortsetzen.

Die letzten Toten vonRan IIP geborgen.

Die Bergungsarbeiten an dem auf der Außen- weser gekenterten WalfängerRau 111" sind so­weit fortgeschritten, daß der Bug des Schiffes jetzt weit aus dem Wasser ragt. Auf dem Vordeck arbei­ten mehrere Pumpen, die jedoch durch den dicken Schlick, der sich im Innern des Wracks angesam­melt hat, immer wieder abgestoppt werden. Durch das Maschinenoberlicht wurden die letzten beiden Toten, der norwegische Aufseher Larsen und der Maschinenbauer Wilhelm Brandes aus We- fermünde-Lehe, geborgen. Da die Reinigungsarbei­ten infolge der starken Verschlickung und Versan­dung des Wracks längere Zeit in Anspruch neh­men, wird die Abschleppung zur Eindockung erst in einigen Tagen erfolgen können.

Mackensen beim Westdeutschen kaoallerietag in Düsseldorf.

Der Westdeutsche Kavallerietag in Düsseldorf an dem rund 20 000 Kavalleristen aus dem ganzen westdeutschen Gebiet teilnahmen, hatte am Sonn­tag seinen Höhepunkt in der großen Parade-

Wege zur Gesundung der Weltwirtschaft.

Entschließungen der Internationalen Handelskammer.

Berlin, 3. Juli. (DNB.) In der Schlußsitzung des Berliner Kongresses der Interna­tionalen Handelskammer wurde eine Reihe von Entschließungen angenommen. In der Entschließung über den Wiederaufbau der Weltwirtschaft heißt es, daß die IHK. davon überzeugt ist, daß ohne Frieden der Welt­handel nicht gedeihen und der Lebensstan­dard ohne Wiederherstellung des Güteraustausches und ohne Aufrechterhaltung des Friedens nicht ge­hoben werden könne. Wichtig fei es, sich Unter­schiedlichkeit der natürlichen Hilfs­quellen, der klimatischen Bedingungen und der demographischen Verhältnisse in den verschiedenen Ländern bewußt zu sein und die Probleme zu mildern, die sich daraus ergeben. In jedem Falle sollten im Rahmen des Möglichen alle Länder Zugang zu den landwirtschaft­lichen und industriellen Roh st offen haben, und zwar ohne Diskrimierung. Eine Periode der Wirtschaftsausweitung wie bie gegenwärtige mache eine internationale Aktion aussichtsreicher als ein überall unnatürlich niedriger Stand von Produktion und Güteraustausch, der Preise und Be­schäftigungsgrades.

In der Entschließung über die Währungspo­litik wird festgestellt, daß ein Bedürfnis nach einer Stabilisierung der Währungen auf Goldbafis besteht. Eine allmähliche Abschaf­fung der Zwangsoorschriften, eine stetige Annähe­rung an den Zustand der Währungsstabilität, eine Wiederaufnahme des internationalen Kreditver­kehrs und die volle Entfaltung der internationalen Zusammenarbeit in der Währungspolitik einschließ­lich einer Lösung des Problems der interna­tionalen Schulden politischen Ur­sprungs stellen die Basis der fortschreitenden Wiederherstellung einer rationellen Währungsord­nung dar. Diese wird ihrerseits den internationa­len Handel, die Kapitalbewegung und die Lockerung der internationalen Spannungen erleichtern.

Die Entschließung über die Handelspolitik

besagt, der Schlüssel zu einer dauernden Wieder­belebung des internationalen Handels fei^bie För­derung des vielseitigen Austausches von Waren und Dienstleistungen als des Grenzfak- tors für eine Geschäfts-Ausweitung, eine umfas­sendere Spezialisierung der Kapitalbewegung und die Tilgung der Schulden, die notwendiger­weise in Waren und Dienstleistungen erfolgen muß. In dem Bestreben, so rasch wie möglich den Ueber- gang vom zweiseitigen Tauschverkehr zum vielsei­tigen Handel zu vollziehen und die bestehenden Han­delshemmnisse zu beseitigen, müßten die Gläubi­gerländer die Abtragung der Schulden dadurch ermöglichen, daß sie mehr Waren und D i e n st l e i st u n g e n von der Welt annehmen, als sie Waren ausführen. Die deutsche Gruppe der IHK. gab zu der Resolution folgende Erklärung ab: Die deutsche Delegation stimmt der Resolution zur Handelspolitik zu ohne Vorbehalt. An verschie­denen Stellen des allgemeinen Teiles der Entschlie­ßung sind handelspolitische Gedankengänge enthal­ten, die so wichtig und entscheidend sind, daß sie nach Ansicht der deutschen Gruppe zweckmäßigerweise nochmals zusammengefaßt werden. Diese Gedanken­gänge sind die Maßnahmen für Widerher- ftellung des internationalen Handels, sie müssen im Wege freundschaftlicher und verständ­nisvoller Zusammenarbeit zwischen gesun­den und in sich gefestigten Nationalwirt­schaften erfolgen, und zwar auf der Grundlage gänzlicher wirtschaftlicher Gleichberech­tigung und nach Maßgabe der nationalen Lebensnotwendigkeiten, die begründet find in dem Recht eines jeden Polkes auf Selbst­erhaltung. Wie die Lösung des Rohstoffproblems, der Schüldenfrage und der Währungsprobleme we- fentliche Voraussetzungen für eine Ausweitung des Handels und eines Abbaues der ihm entgegen; stehenden Schranken bilden, so setzt andererseits die Lösung der Probleme eine gleichzeitig merkbare Er­leichterung der Warenbeziehungen voran.

aufstellung am Rhein und dem anschließen­den Vorbeimarsch vor dem Generalfeldmarschall von Mackensen. Der Feldmarschall fuhr mit zahlreichen Ehrengästen, darunter General v o n Kluge, Gauleiter Florian und dem Vorsitzen­den des Waffenringes der deutschen Kavallerie, Ge­neralmajor a. D. Preußer, die Front der Pa- radeaufstellung ab, immer wieder von den vielen Tausenden von Menschen, die die Straßen säumten, stürmisch begrüßt. Nach dem Vorbeimarsch fuhr der Generalfeldmarschall zum S ch-l a g e t e r - D e n k- mal. Einige Minuten weilte er in stillem Geden­ken an der Gruft und grüßte die dem Gedächtnis des Toten geweihte Stätte mit erhobenem Mar- fchallstabe.

Zwei Wiesbadener Metzger wegen Unregel­mäßigkeiten bei der Fleischverleilung verurteilt.

Lpd Wiesbaden, 3. Juli. In dem.Strafver­fahren gegen fünf Wiesbadener Metzger wurde der Angeklagte G. wegen fortgesetzter Untreue anstelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von zwei

Monaten zu einer Geldstrafe von 5000 RM., der Angeklagte W. wegen fortgesetzter Untreue und Bei­hilfe zur Untreue zu Gefängnis von sechs Monaten und zu einer Geldstrafe von 300 NM. verurteilt. Die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. In der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende aus, die verurteilten Angeklagten, die leitende Stel­lungen in der Metzger-Innung innehatten, hätten sich'in einer Zeit, in Der die Reichsregierung im In­teresse der Sicherung der Fleischversorgung der Be­völkerung zur Kontingentierung der Großviehzuteilung schreiten mußte, schwer gegen die angeordneten Maßnahmen vergangen. Beide hätten in ihrer leitenden Stellung auch eine besondere Treuepflicht sowohl gegenüber der Reichs­stelle für die Fleischversorgung. wie gegenüber den der Innung angefchlofsenen Wiesbadener Metzgern gehabt. Diese Treuepflicht hätten sie verletzt, indem sie die für sie festgesetzten Kontingente in der Zu­teilung an sich selbst ständig erheblich überschritten. Beide hätten dadurch ihren eigenen Umsatz auf Ko­sten der übrigen Metzger, die ihr Kontingent nicht

voll erhalten konnten, gesteigert. Auch hätte der An- jeflagte W. seine Stellung dazu mißbraucht, sich tets die besten Stücke herauszusuchen und sei auch nicht davor zurückgeschreckt, anderen Metzgern be­reits zugewiesene Stücke, die ihm besser erschienen als die ihm selbst zugeteilten, ohne deren Wissen gegen seine eigene Zuteilung auszutauschen.

Verheerendes Grohfeuer in einem thüringischen Dorf.

In dem Dorf Windeberg (Thüringen) wütete ein Großfeuer, dem auf acht Gehöften 14 Wirt­schaftsgebäude und 8 Stallungen zum Opfer fielen. Zwei Wohnhäuser wurden erheblich beschädigt. Ver­brannt sind große Vorräte an Stroh und Heu so­wie viele landwirtschaftliche Maschinen. Eine An­zahl Schweine und viel Kleinvieh kam in den Flam­men um. Sehr erschwert wurden die Löscharbeiten durch großen Wassermangel in dem hochgelegenen Dorfe. Eine Wehrmachtsabteilung leistete tatkräf­tige Hilfe. Die Ursache des Brandes ist noch nicht geklärt, doch ist die Annahme begründet, daß Brandstiftung vorliegt.

Vollstreckung von Todesurteilen.

Am 2. Juli sind der Anton S a 11 n e r aus Ro­senheim und der Max Burger aus Dettenschwang hingerichtet worden, die vom Schwurgericht in Traunstein wegen gemeinschaftlich begangenen Mor­des und schweren Raubes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehren verur­teilt worden waren. Seltner und Burger, zwei ar­beitsscheue Burschen, die von Jugend auf bettelnd und stehlend im Lande herumgezdgen, haben auf der Käsalm bei Nußdorf am Inn den 67jährigen Sen­nen Wolfgang Ueberroein erschlagen und be­raubt.

Am 2. Juli ist der W. Marx aus Käln-Mühl- heim hingerichtet worden, der vom Schwurgericht in Köln wegen Mordes zum Tode und zum dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte ver­urteilt worden war. Marx hatte feine Geliebte, die von ihm schwanger war, erdrosselt, um sie nicht zu heiraten und für das zu erwartende Kind nicht sorgen zu müssen.

Ein zweites Todesopfer des Wiesbadener Explofionsunglücks.

Die polizeilichen Ermittlungen über die E x - p 1 o s i o n und das Großfeuer in der Oelfabrik Fauth Wiesbaden lassen auf eine Staubexplo­sion als wahrscheinliche Ursache des Brandes schließen. Weitere Ermittlungen sind noch im Gange. Vier Schwerverletzte, 13 Leichtverletzte wurden den Krankenhäusern zugeführt, wo inzwischen ein Schwerverletzter verschied, so daß dem Unglück bisher 2 Personen zum Opfer fielen. Fast alle Ver­letzten haben Brandwunden erlitten. Der größte Teil der Verletzten ist außer Gefahr.

30 Todesopfer beim Grubenunglück in Chesterton.

Die Zahl der Todesopfer des Grubenun­glücks von Chesterton hat sich auf 3 0 erhöht. Die Rettungsarbeiten werden nach wie vor fortgesetzt. Die Aufräumungsarbeiten werden wahrscheinlich noch einige Tage in Anspruch nehmen.

hundert Jahre Herzheilbad Orb.

Das Herzheilbad Orb im Spessart konnte am Sonntag sein lOOjähriges Jubiläum fest­lich begehen. Tausende von Mander- und Spes- fartfreunDen belebten die herrlich geschmückten Straßen des alten Städtchens, das gleichzeitig Gast­geber des 18. Bundesfestes des Gefamtfpefsartbun- des war. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates der Bad - Orb - G. m. b. H., Kreisleiter und Landrat Kaufemann (Gelnhausen) gedachte der verstor­benen Förderer Bad Orbs, des Stadtapothekers Koch, des Sanitätsrats Dr. Hufnagel, des Begründers der Bad Order Kinderheilanstalt, und des Sanitätsrates Dr. Schorf, der größten An­teil an dem heutigen vorbildlichen Stand des Bades hat. Die Festansprache von Bürgermeister und Kur­direktor Weiler führte in die bewegte Geschichte Bad Orbs zurück. An die Hundertjahrfeier schloß sich der öffentliche Teil Des 18. Spessartbundesfestes mit einem prächtigen Festzug an.

Grohfeuer in einem polnischen Dorf.

In dem Dorfe Slupsko bei Czenstochau brann­ten 30 Wirtschaften nieder. In den Flam- men kam ein 23jähriger Bauer ums Leben. Zwei weitere Personen erlitten lebensgefährliche Verletzungen. Da das Feuer mit rasender Geschwindigkeit um sich griff, konnte auch das In­ventar nur zum Teil gerettet werden.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausqabeort Frankfurt

Die mit starker Sonneneinstrahlung der letzten Tage verbundene Erhitzung zeigte Sonntag mit Höchstwerten über 30 Grad im Schatten ihren Höhe­punkt. Durch diese Entwicklung begünstigt, erfolgte ein Einbruch kühlerer Meeresluft, der fast allge­mein mit Bewölkungszunahme und böigen, auf­frischenden westlichen Winden, aber nur vereinzelt mit Gewitter verbunden war. Zunächst wird in einem nachfolgenden Zwischenhoch wieder Besserung eintreten, doch beständiges Schönwetter für längere Zeit nicht zu erwarten jein.

Aussichten für Dienstag: Zunächst viel­fach aufheiternd und tagsüber wieder etwas wär­mer, später wieder starke Bewölkungszunahme, meist südliche und westliche Winde.

Aussichten für Mittwoch: Voraussicht­lich wieder unbeständiges, aber nicht durchweg un­freundliches Wetter.

Lufttemperaturen am 4. Juli: mittags 30,8 Grad, am 4. Juli: abends 23,6 Grad, am 5. Juli: mor­dens 19,4 Grad, Maximum 31,8 Grad, Minimum 13,1 Grad Celsius. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. Juli: abends 27,7 Grad, am 5. Juli: morgens 22,8 Grad Sonnenjcheindauer 13,5 Std.

Hauptfchriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertreter des Hauptfchriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr. Fr. W. Lange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumfchein. Anzeigen­leiter: Hans Beck Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: i. V. Hans Thein. D. A. VI. 37: 9104. Druck' und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Stembrucferei R Lange, K.-G., sämtlich in Gießen Monat-Bezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr Elnzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags

15 Pf., mit Der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

vor dem Schlafengehen

Chloroclont

, f WMMM Nach dem Aufstehen