Schwierigkeiten zu überwinden, die sich aus dem Problem der Devisen und der Transportmittel ergeben sollten.
7. Der gemeinsame Wille, aus Grund des Inhaltes obenstehender Punkte zu einer deutsch-italienischen Verständigung zu gelangen, darf nicht als das Bestreben zur Gründung einer neuen Internationale angesehen werden. Jede vertretene Organisation wahrt ihre Eigenarten und ihre volle Selbständigkeit
8. Es wird jedoch vereinbart, daß sich beide Teile in allen Angelegenheiten, die in den Rahmen der gegenwärtigen Vereinbarung fallen, v e r p f l i ch - te'n, sich gegenseitig zu besprechen, bevor sie Maßnahmen ergreifen, die internationalen Charakter haben.
Gez.: Dr. Robert Ley.
Gez.: Tulio C i a n e t ti
Kaffegesehgebung auch im ehemaligen oberschlesischen Abstimmungsgebiet.
Berlin, 3. Juli. (DRB.) Das deutsch-polnische Abkommen über Oberschlesien vom 15. Mai 1922 (Genfer Abkommen) enthält S ch u tz v o r s ch r i f- t e n für die im deutschen und die im polnischen Teil des ehemaligen Abstimmungsgebietes wohnhaften national en Minderheiten. Die Bestimmungen des Genfer Abkommens untersagen jede „unterschiedliche Behandlung" von Minderheitsangehörigen in ihren staatsbürgerlichen und kulturellen Rechten. Der Minderheitenschutz wurde ursprünglich nur von den polnischen Staatsangehörigen deutschen Volkstums in Ostoberschlesien und den Staatsangehörigen des polnischen Volkstums in Westoberschlesien in Anspruch genommen Rach Einführung der deutschen Rassegesetzgebung haben sich die Juden in Westoberschlesien eoenfalls aus die Schutzvorschriften berufen und für sich die Rechte einer „jüdischen Minderheit" beansprucht. Das Reich hat dem Judentum in Westoberschlesien den Minderheitenschutz des Genfer Abkommens in loyaler Weise zugestanden Im ehemaligen oberschlesischen Abstimmungsgebiet sind deshalb die Vorschriften der deutschen Rassegesetzgebung bisher nicht durchgeführt worden
Mit dem Ablauf des Genfer Abkommens am 15. Juli 1937 treten in Westoberschlesien die Reichs- gesstze, die sich mit dem Rassen- und Blutschutz befassen, automatisch in Kraft. Sie gelten stets für das gesamte Reichsgebiet. Eine reichsgesetzliche Regelung war nur auf einigen Gebieten erforderlich, die eine rassenmäßige Bereinigung der verschiedenen Stände und Berufe vorsehen, und die, wie z B. das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums, nach ihrer Durchführung inzwischen außer Kraft getreten sind. Das Ziel ist die vollständige Gleichschaltung des ehemaligen oberschlesischen Abstimmungsgebietes mit dem Rechtszustand in den übrigen Reichsgebieten.
England befürchtet neue Unruhen in Palästina.
L o n do n , 5. Juli. (DRB. Funkspruch.) Der Bericht der Palästina-Kommission, der am Donnerstag veröffentlicht wird, schlägt vor, Palästina in drei Teile zu teilen, nämlich in einen jüdischen und einen a r a b i sch e n Staat und schließlich in einen Staat unter ständigem britischem Mandat. Besonders der marxistische „Daily Herald" äußert die große Besorgnis, daß es bei der Bekanntgabe dieses Teilungsplanes in Palästina zu neu en Unruhen kommen werde, weil ein großer Teil der Araber, aber auch ein großer Teil der jüdischen Bevölkerung sich mit den Vorschlägen der Kommission nicht abfinden werde. Deswegen sei der britische Schlachtkreuzer „R e - pulse" unerwartet von Malta nach Palästina in See gegangen. Auch in Palästina selbst würden bereits militärische Vorsichtsmaßnahmen getroffen, es werde im Falle neuer Un- rühen der Belagerungszustand verhängt werden. Ander ägyptischen Grenze stünden außerdem britische Truppen bereit, die notfalls sogar im Flugzeug nach Palästina gebracht werden könnten.
Rachspiel
zur Amnestiedebaite inNelgien
Der Justizminister in Mons schwer mitzhand *lt
Brüssel, 3. Juli. (DRB.) Der Justizminister de L a v e l e y, der sich den Haß der Gegner der den politischen Führern des Flamentums während des Weltkrieges gewährten beschränkten Amnestie in besonderem Maße zugezogen hat, da er im Parlament die Amnestievorlage vertrat und der bereits vor wenigen Tagen bei einem Besuch in Charleroi ausgepfiffen wurde, ist in Mons tätlich angegriffen worden. Als er vor dem Justizpalast eintraf, stellten sich eine ansehnliche Menge, unter der sich vorwiegend Frontkämpfer und Rexisten befanden, dem Wagen des Ministers in den Weg. Es gelang ihm nur mit Mühe, in den Justizpalast zu kommen. Rach Erledigung seiner dienstlichen Angelegenheiten wurde der Justizminister von Polizeibeamten zu seinem Auto geleitet. Ein Polizeiauto setzte sich vor den Wagen des Ministers. Dieses konnte jedoch wegen einer Panne nicht in Bewegung gesetzt werden, und es blieb dem Justizminister nichts anderes übrig, als auszu- stejgen. Als er auf die Menge, die die ganze Zeit fchon eine drohende Haltung eingenommen hatte, zuging, erhob sich ein ungeheuerer Tumult. Die Menge versuchte, ihm die Kleidervom Leibe zu reißen. In dem allgemeinen Durcheinander erhielt de Laoeley einen Faust schlag ins Gesicht. Erst allmählich gelang es den Polizisten, den Justizminister vor weiteren Angriffen zu schützen. De Laoeley ist schon seit einiger Zeit Gegenstand heftiger Angriffe seiner eigenen, der liberalen Partei. Wegen des Eintretens in das Kabinett van Zeeland ist es vor den Auseinandersetzungen um die Amnestievorlage zu einem Konflikt zwischen der liberalen Partei und van Zeeland gekommen. Es ist anzunehmen, daß die Liberalen nach der Rückkehr van Zeelands aus den Vereinigten Staaten auf dem Rücktritt des Justizministers bestehen werden.
Kleine politische Rachrichten.
RSG. Der Gauamtsleiter für Kommunalpolitik und Vorsitzender der Landesstelle Hessen (Hessen- Nassau) des Deutschen Gemeindetages, Bürgermeister Linder (Frankfurt a. M.), Mitglied des Reichstages, wurde zum stellvertretenden Gauleiter des Gaues Hessen-Nassau berufen. Er wird am 26. Juli 1937 vom Gauleiter
England und die spanische Krage.
Eden über die französisch-englische Freundschaft und die „Friedensmission" der britischen Aufrüstung.
London, 3. Juli. (DNB.) Außenminister Eden hielt in Coughton (Warwickshire) eine Rede, in der er erklärte: Neben der Verhinderung der Ausdehnung des Krieges über Spaniens Grenzen hat England noch ein anderes Interesse: Die Beibehaltung der gebietsmäßigen Unversehrtheit Spaniens. England wünsche von Spanien, ganz unabhängig von seiner Regierungsform, lediglich freundschaftliche und normale Beziehungen. Deshalb hätten seit dem Verbot weder Waffen, noch Offiziere, noch Munition für Spanien England verlassen, noch sei ein einziger Freiwilliger nach Spanien abgereist. Englischerseits sei man der Ansicht, daß Spaniens Regierungsform eine Angelegenheit des spanischen Volkes sei. Diese Frage berühre nicht vitale Interessen Englands. Aus diesem Grunde sei England auch jetzt bereit, an jeder fairen und gerechten Maßnahme mitzuarbeiten, den augenblicklichen Konflikt daran zu verhindern, ein europäischer Konflikt zu werden. Die englische Selbstlosigkeit dürfe aber nicht als Selbstlosigkeit in den Angelegenheiten betrachtet werden, in denen britische Interessen sei es an den Land- ober Seegrenzen Spaniens, sei es auf den Handelswegen, auf dem Spiele stünden.
Trotz der Schwierigkeiten der internationalen Lage bestünden Faktoren, deren Gewicht vorteilhaft in die Waagschale fiele. An erster Stelle müsse man darunter die britische Weltkonferenz zählen; es bestünde kein Zweifel darüber, daß die Schlußerklärung dieser Konferenz zur Sache des Friedens beigetragen habe. Der zweite Faktor feien Englands Beziehungen zu Frankreich, die niemals besser gewesen seien, und die auf einer idealen Grundlage beruhten, weil die Beziehungen niemanden bedrohten und niemanden von der Freundschaft ausschlössen. Andere Nationen hätten jetzt verstanden, daß die Verständigung, die Frankreich und England verbinde, nicht leicht zerbrochen werden könne. Man könne jetzt bestimmt hoffen, daß durch diese Verständigung der Kreis der Freundschaften sich erweitere. Niemand von uns, so meinte Eden, wünscht jemand aus diesem Kreis auszuschließen. Der dritte Faktor seien die guten Beziehungen Englands zu den Vereinigten Staaten. Unser Aufrüstungsprogramm ist von beinahe allen Nationen der Welt und insbesondere von den kleinen Nationen als ein Beitrag zum Frieden begrüßt worden. Ein starkes England, so hat der schwedische Außenminister erklärt, stellt einen Schutzwall für den Weltfrieden dar. Ich (Eden) bin überzeugt, daß das die Wahrheit ist, und die Welt kann sicher sein, daß die wachsende Stärke der englischen Rüstungen niemals mißbraucht wird.
London, 4. Juli. (DNB.) Die Londoner Sonntagspresse berichtet, daß eine rege diplomatische Tä
tigkeit m allen Hauptstädten eingesetzt habe. „Sun- day Times" schreibt, zur Lösung der Krise komme nur eine abgeänderte Form der englisch-französischen Vorschläge in Frage. Man spreche von der Einsetzung neutraler Beobachter m spanischen Häfen. „Observer" setzt sich sehr für den deutschen-italienischen Standpunkt ein. Was Berlin und Rom vorschlügen, sei wirklich u n - parteiisch. Die Vorschläge beruhten auf der gleichen Anerkennung beider Seiten in Spanien als kriegführende Parteien. Das würde in der Tat die beste Grundlage für eine Fortsetzung der kontrollierten Nichteinmischung sein. Man müsse sich darüber klar sein,' daß Deutschland und Italien es niemtls gestatten würden, daß Spanier eine bolschewistische Eroberung würde. Außerdem müsse
man mit der Wahrscheinlichkeit rechnen, daß General Franco den Krieg in Spanien gewinnen werde. Zwei Drittel des spanischen Eisenerzes, das sich jetzt in Händen des Generals Franco befinde, war früher nach England geliefert worden. Gibraltar sei ein lebenswichtiger Knotenpunkt für EnglandsWeg nach dem Fernen Osten. Englands Interessen seien somit in steigendem Maße in die ganze Frage verwickelt. Aus diesem Grunde werde die englische Politik der sinnlosen Feindseligkeit gegen Franco jetzt einer genaueren Untersuchung unterzogen. Die britische Regierung müsse antworten, ob sie gewillt sei, den Zustand der Spannung mit Deutschland und Italien in einer rein spanischen Frage fortzusetzen oder nicht.
Spanische Volscheivistenhäupilinge bitten in Paris um Hilfe.
Paris, 4. Juli. (DNB.) Pariser Zeitungen veröffentlichen die Mitteilung, daß die spanisch-bolschewistischen Häuptlinge von Valencia „Ministerpräsident" N e g r i n und „Außenminister" Giral nach Paris gekommen seien und Besprechungen mit der französischen Regierung geführt haben. Es ist bemerkenswert, daß dieser Pariser Besuch der beiden spanischen Bolschewisten streng geheimgehal- t e n wurde. Beide sollen von Ministerpräsident Chautemps und von Außenminister Delbos empfangen worden sein. Der „Jour" meldet, sie hätten über die verzweifelte Lage in Rot- fpanien Bericht erstattet. Die Ernährung der Bevölkerung sei besonders in Madrid unmöglich geworden. Die spanischen Bolschewistenhäuptlinge sollen dringend um moralische und materielle Hilfe ersucht haben. Man könne neugierig sein, welche Antwort die französische Regierung ihnen erteilt habe. Der „Paris Midi" berichtet, bafc, Chautemps und Delbos eine Besprechung mit dem sowjet- russischen Botschafter in Paris gehabt haben, und wirft die Frage auf, ob es sich hier um das zufällige Zusammentreffen zweier Besuche handele, oder ob man in ihnen etwa das Vorzeichen neuer überstürzter Ereignisse zu sehen habe. Das „Oeuvre" glaubt zu wissen, daß Negrin und Giral von ihrer Pariser Reise sehr befriedigt nach Valencia zurückgekehrt seien. Londoner Sonntagsblätter vermuten, daß der Zweck des Besuchs ein Appell an Frankreich war, d i e Nichteinmischung aufzugeben, damit Valencia mit Waffen und Munition beliefert werden könne. Delbos soll aber erklärt haben, daß Frankreich die Nichteinmischung nicht fallen lasse.
Das Echo der Eden-Rede.
Paris, 4. Juli. Die Pariser Sonntagsblätter unterstreichen einen Hinweis Edens, daß die englisch-französischen Beziehungen nie besser gewesen seien als augenblicklich. Das durch seine wilden Kombinationen berüchtigte „Oeuvre" sieht in der deutschen Haltung nur den Wunsch, Zeit zu gewinnen. Der Grund hierfür fei, daß die augenblickliche Stellung General Francos sehr günstig sei. Man hoffe, daß General Franco inzwischen in Santander einziehe und die europäische öffentliche Meinung . sich weiter zu feinen Gunsten ändern werde. Der „Jour" versteigt sich zu der hysterischen Behauptung, Deutschland prüfe augenblicklich die Gelegenheiten, die sich ihm für einen Konflikt mit Frankreich böten.(!) Im „Figaro" wird betont, daß Frankreich noch nie eine s o ernste Stunde erlebt habe. Deshalb wäre es auch wünschenswert gewesen, daß die französische Regierung eine Regierung der nationalen Einigkeit wäre. Da dies augenblicklich nicht möglich sei, müsse man auf alle Fälle einmal deutlich erklären, daß alle Franzosen einen einzigen Block bildeten, wenn „die Interessen des Vaterlandes" auf dem Spiele ständen. Auf der Rechten wie auf der Linken gebe es in diesem Augenblick nur ein Gefühl, nämlich das Nationalgeftihl.
Der marxistische „Populaire" begrüßt die französisch-englische Zusammenarbeit. Sie sei das Sicherheitsschloß, das das „Blutrad der Geschichte" daran hindere, sich in der Richtung auf den Krieg zu drehen.
Sprenger in sein neues Amt feierlich eingeführt werden.
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Der Führer und Reichskanzler hat den Vortragenden Legationsrat Pilger zum Gesandten in Kabul (Afghanistan) und den Vortragenden Legationsrat Dr, Hempel zum Gesandten i n Dublin (Irland) ernannt.
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Der Reichsbauernführer hat den Hauptabteilungsleiter I Thüringen, Bauer Karl Reinhardt - Kittelsthal zum (Sonderbeauftragten für Landarbeit erfragen ernannt. Bauer Reinhardt gehört dem Reichstag an und ist Reichsredner der NSDAP
Der schweizerische Bundespräsident Motta empfing den zu einer Besichtigungsreife deutscher Krieger-Kurhäuser und Heilanstalten in der Schweiz weilenden Herzog von Koburg, Präsident des Deutschen Roten Kreuzes und Präsident der deutschen Frontkämpferverbände, in Begleitung des deutschen Gesandten Dr. Köcher. Aus Anlaß des Besuches fand auf der Gesandtschaft ein Frühstück statt, an dem Präsident Motta, Minister Bonna,
der Leiter der auswärtigen Abteilung im politischen Departement und höhere Offiziere teilnahmen.
Bei den irischen Landtagswahlen hat nach den bis Sonntag abend bekannt gewordenen Ergebnissen de Valero 58 Sitze, die Opposition 57 Sitze erhalten, von denen 38 auf die Partei Cosgraves entfallen.
Am Sonntag veranstalteten die englischen Faschisten unter der Führung von Sir Oswald M o s- l e y einen Umzug durch die Hauptstadt. Ueberall versuchten linksgerichtete und jüdische Elemente Zusammenstöße hervorzurufen. Die Polizei hatte den Ordnungsdienst außerordentlich verstärkt, so daß es der jüdisch-bolschewistischen Meute nicht gelang, den disziplinierten Marsch der englischen Faschisten ernstlich zu stören. Sir Oswald Mosley hielt auf zwei Londoner Plätzen Ansprachen.
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In Lissabon wurde auf den Ministerpräsidenten Salazar ein Bombenanschlag verübt, als der Ministerpräsident im Wagen vom Kirchenbesuch zurückkehrte. Personen wurden nicht, verletzt. Der Materialschaden ist bedeutend.
Das Wrack -er „Rau IIP geborgen.
(Ss gelang das Wrack des gesunkenen Walfängerbootes „Rau III" zu heben. Nachdem es am olden- burgrfchen Ufer der Außenwefer auf Grund gefetzt worden war, wurde mit dem Auspumpen begonnen (Scherl-Bilderdienst-M.)
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Erstes deutsches Walfangmutterschiff vom Stapel gelaufen.
Hamburg, 3.Juli. (DNB.) Aus der Deutschen Werft in Finkenwärder lief das erste deutsche Walfangmutterschiff, das für die Firma Walter Rau, Deutsche Oelwerke AG. erbaut ist, vom Stapel. Der Neubau, der eine Größe von 22 000 Tonnen hat, ist 175 Meter lang und 25,62 Meter breit Er wurde von Frau Rau auf den Namen "Walter Rau" getauft. Gauleiter Roever
führte nach einem Gedenken für die Verunglückten des Walfangschiffes „Rau III" u. a. aus:
Die Zweckbestimmung des neuen Schiffes gibt oem Stapellouf besondere Bedeutung. Ist doch dieses Schiff das erste neu auf einer deutschen Werft qe= baute Mutterschiff einer deutschen Walfangflotte, leit Deutschland nach 70jähriger Unterbrechung wieder in den Walfang eintritt. Der Vierjahresplan ?ei!LUns ,?ie. Aufgabe zu, die Lücke, die in der deutschen Speisefettversorgung vorhanden ist, mit eigenen Anstrengungen ohne Aufwand von Devisen
so weit wie möglich zu schließen. Es wäre verfehlt, darin eine störende Maßnahme gegenüber anderen Volkswirtschaften zu sehen, die feit längerer Zeit als wir den Walfang betreiben. Der deutsche Markt wird aufnahmefähig für ausländische, insonderheit norwegische Erzeugung in Walöl bleiben. Dafür ist unser Bedarf viel zu groß. Es ist überhaupt nicht die Absicht des Vierjahresplanes, die deutsche Volkswirtschaft autark zu gestalten. Nichts sehne die beut» Wirtschaftsführung stärker herbei, als eine weltwirtschaftliche Verständigung, die den freien Güterverkehr unter den Nationen wiederherstellt und die Volkswirtschaften aller Länder befruchtet. Durch die Zustimmung zu dem Londoner Abkommen für die internationale Regelung des Walfanges hat Deutschland bewiesen, daß es auch auf diesem Gebiet durchaus bereit ist, mit den anderen Völkern auf dem Markt der internationalen Betätigung zusammenzuwirken.
Das Grubenunglück auf Zeche „General Blumenthal".
Recklinghausen, 3. Juli. (DRV.) Das Grubenunglück auf der Zeche „General Blumenthal III/IV“ der Hubernia-Bergwerksgefellschaft hat inzwischen acht weitere Tote gefordert. In der Nacht zum Samstag sind fünf der in das Knappschaftskrankenhaus in Recklinghausen eingelieferten Knappen ihren Verletzungen erlegen. Im Krankenhaus befinden sich noch 11 Verletzte. Vier leichtverletzte Bergleute konnten nach der Bergung nach Hause entlassen werden. Insgesamt sind 12 Todesopfer zu beklagen.
Der Unfallausschuß des Sicherungsbeirates des Oberbergamtes Dortmund ist nach Einsichtnahme der Grubenbilder und Befahrung des Unfallreviers zu nachstehendem Ergebnis gekommen: Als Ausgangspunkt der Explosion wurde einwandfrei der Ort der Kopfstrecke im Flöz „Gretchen" festgestellt. Beim Aufschießen des Liegenden wurden Schlagwetter gezündet, die mit großer Wahrscheinlichkeit in der Zeit zwischen dem Ableuchten und dem Wegtun der Schüsse unvermutet aus dem Hangenden ausgetreten sind. Die Schlagwetterexplosion pflanzte sich in darunterliegendem Streb fort, wo bei Kohlenstaub zur Zündung gelangte und die Flamme erheblich verstärkte. Die Explosion wurde durch die Gesteinsstaubsperre zum Stehen gebracht. Betriebliche Mängel wurden nicht festgestellt. Die zur Verhütung ähnlicher Vorkommnisse zu ergreifenden Maßnahmen wurden eingehend erörtert?
Die Bergungsarbeiten wurden auß. ordentlich schnell durchgeführt. Außer der sofort ein-
Hreilichtspiele.
Verschiedene Vorkommnisse geben mit Anlaß, nochmals daraus hinzuweisen, daß alle Freilichttheateraufführungen im Gau Hessen-Nassau mir so frühzeitig wie möglich, spätestens aber 14 Tage vor der ersten Aufführung von den Veranstaltern zu melden sind. Im Interesse einer gefunden Entwicklung des Freilichtspielwesens muß ich unter allen Umständen über jedes einzelne Vorhaben so rechtzeitig unterrichtet sein, daß ich mich noch beratend einschatten kann. Veranstalter, die dieser wiederholten Aufforderung nicht nachkommen, haben die daraus entstehenden Folgen sich selbst zuzuschreiben.
Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda.
In Vertretung: gez. Lehr.


