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wie das sein Beruf wohl so mit sich bringt brütend des verlorenen Sohnes gedenkt.

Kurz darauf hält der Autobus vor einem, im bombastisch-schauerlichen Stil der Jahrhundertwende erbauten, riesigen Kasten, demHotel Metro- p o r, wo alleFremden von Distinction" abzustei­gen pflegen. Drehtür. Große Halle. Schwere Tep­piche. Kostbare Porzellane, die anscheinend aus herrenlos gewordenen Schlössern und Palästen stammen. Gleich rechts ein Buchladen, wo kom­munistische Moskauer Zeitungen in deutscher, eng­lischer und französischer Sprache ausliegen, wo die deutsche Emigranten-Literatur einen breiten Raum einnimmt. Ein paar bekümmert aussehende Por­tiers nehmen die Mäntel ab.Bitte, hier, meine Herrschaften! Das Frühstückszimmer" Einrich­tung wie in jedem Hotel, eine besondere Note geben dem Raum jedoch die hübschen Kellnerinnen. Braune Einheitstracht mit weißen Häubchen, wei­ßen Schürzchen und weißen Stirnbändern .. die augenscheinlich die phantastischen Preise schmackhaft machen sollen, die hier erhoben werden. Eine Tasse Tee und zwei Stück Torte 10 Rubel oder 5 Reichsmark. Ein reichliches Mittagessen in diesem Lokal würde den Wochenlohn eines deutschen Arbeiters verschlingen ...

Einer der Missionare versucht heimlich, so eine Speisekarte in seiner Brusttasche verschwinden zu lassen, wahrscheinlich, um sie daheim alsBeweis­material" vorzuzeigen. Ein scharfäugiger Ober ver­hindert mit sicherem Griff diese Untat, und eine etwas unbehagliche Stimmung greift Platz. Man kommt sichbeobachte t" vor und dieBasser- mannschen Gestalten", die im ganzen Saale verteilt, träge an ihren Tischchen hocken und durch halbge­schlossene Lider scheinbar gleichgültig diefremden Etrangers von auswärts^ mustern, erinnern an Riesenschlangen vor demSprung". Wie fremd und unbehaglich das ganze, trotz der guten äußeren Aufmachung! Wie eine Erlösung wirkt daher der Jubelschrei, den plötzlich der chinesische Eierhändler ausstößt! In der Tür steht wie hingezaudert und strahlend wie dieVenus Anadyomene" Herr Wang jun., und in den Armen liegen sich beide. Das Publikum klatscht begeistert Beifall. Auch der Jnturist-Mann taucht auf, gibt dem Wiedergefun­denen seinen Segen und meldet das Rund­fahrtauto zur Stelle.

Neuguinea als Giedlungsproblem.

Von unserem Gtr.-Äerichterstatter.

Amsterdam, Juni 1937.

Don dem niederländischen Besitz in Ostindien, der im ganzen die gewaltige Oberfläche von 1,9 Mil­lionen Geoiertkilorneter aufweist, ist, wenn man vorn Inneren Borneos absieht, der in holländischem Besitz befindliche westliche Teil N e u g u i n eas bisher am wenigsten erschlossen, der nordöstliche, das ehemalige deutsche Kaiser-Wilhelm-Land ist mit dem Bismarck-Archipel australisches Mandat, der südöstliche, die ehemals britische Kronkolome Neuguinea ist australisches Territorium (Papua). Seit geraumer Zeit sind in Holland Stimmen laut geworden, in verstärktem Maße an die Erschließung Neuguineas heranzugehen, dessen holländischer Teil nur 403 000 Seelen auf einer Fläche von 390 000 Quadratkilometer beheroergt, davon so gut wie keine Weiße. Es ist vor allem die NSB. (Mussert- bewegung), die diese Forderung immer wieder stellt. Von der holländischen Regierung besteht wenig Neigung, diesen Wünschen Gehör zu geben. Der holländische Ministerpräsident C o l i j n hat wiederholt die Ansicht vertreten, daß Neuguinea für die Ansiedlung Weißer aus klimatischen Grün­den nicht in Frage komme. Von der NSB. wird dem widersprochen und darauf hingewiesen, daß die Hochebenen des Berglandes sehr wohl weißen Sied­lern Lebensmöglichkeiten geben könnten. Der NSB. kommt es neben der wirtschaftlichen Erschließung gerade auf die Siedlungsfrage an, denn iese Bewegung bekämpft die massenweise Aus­wanderung von holländischen Bauern nach Süd­afrika und Frankreich und vertritt die Auffassung, daß Holland bei seinem riesigen Kolonialbesitz doch die Möglichkeit finden sollte, sein wertvolles Men­schenmaterial auf eigenem Hoheitsgebiet zu ver­wenden.

Als zur Zeit der sehr niedrigen RoMoffpreise die hochkultivierten Teile Niederländisch-Jndiens durch die Krise erschüttert wurden und als vor allem unzählige Europäer dort ihr Brot verloren und gleichzeitig in Gefahr gerieten, in den Kam- pougs (Eingeborenensiedlung) zu verschwinden, weil fie den Lebensstandard, der nun einmal vom Weißen in den Kolonien verlangt wird, nicht auf­rechterhalten konnten, lag der Gedanke der Besied­lung Neuguineas mit erwerbslos gewor­denen Europäern aus Java und Sumatra besonders nahe. Es wurde damals darauf ver­wiesen, daß gerade diese Pflanzungsangestellten, die oft jahrelange Erfahrung bei großen Unternehmun­gen hatten, über die notwendiges Voraussetzungen verfügten, um als Einzelfarmer auf Neuguinea ein­gesetzt zu werden. Zur Durchführung dieser Pläne hätte jedoch sehr viel Geld gehört, das von der Regierung hätte vorgestreckt werden müssen, da die arbeitslosen Europäer in den übrigen Teilen Nieder­ländisch-Jndiens natürlich nicht über genügend Mittel verfügten, um aus eigenen Kräften den An­fang zu machen. Diesem Plan ist denn auch die Regierung gar nicht nähergetreten und die Mei­nungsverschiedenheit über die Zukunft Neuguineas schien für ewige Zeiten zu einem rein theoretischen Diskussionsobjekt der Zeitungsspalten zu werden.

Im Frühjahr dieses Jahres änderte sich jedoch die Sachlage insofern, als im japanischen Reichstag der Minseito - Abgeordnete Hioaoro Sakurai bei der Regierung anregte, Japan solle mit Holland einen Nichtangriffspakt ab­schließen und gleichzeitig einen Vertrag eingehen, der es ihm ermöglichen sollte, das dünnbesiedelte und wettausgedehnte Gebiet Niederländisch- Neuguineas wirtschaftlich zu erschließen und dort japanische Siedlungen anzulegen. Ob­gleich von japanischer Seite bald nach Bekannt­werden dieser Parlamentsrede darauf hingewiesen wurde, daß es sich hier um die Privatmeinung eines Abgeordneten handele, die keineswegs die Auf­fassung der japanischen Regierung in dieser Sache wiedergäbe, löste die Rede Sakurais in Holland doch erhebliche Unruhe aus, und die Zeitungen sprachen davon, Japan wolle einen moraliscyen Druck auf Holland ausüben, um so eine Ver­pachtung Neuguineas zu erzwingen.

Die holländische Regierung legte dieser Reichs- tagsrede keine allzu große Bedeutung bei. Sie er­klärte, Holland verfolge in feinen Kolonien die Politik der offenen Tür, von Der auch Japan Ge­brauch machen könne, und bisher bereits Gebrauch gemacht habe. Trotz dieser abwartenden Haltung beider Regierungen ist die Neroosttät in Holland

Laut-Denkmal reichsdeutscher Stämme.

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Zu seinem 48. Geburtstag hatte die Deutsche Beamtenschaft dem Führer ein Laut-Denkmal reichsdeutscher Mundarten zur Zeit Adolf Hitlers" zum Geschenk gemacht, das jetzt fertiggestellt und im Juni überreicht werden soll. In einem kunstvoll gearbeiteten Schrank aus Nußbaum (Entwurf Professor E. S ch e n f e n b e r g), dessen Türen auf der Innenseite eine in Intarsia ausgeführte Karte der deutschen Mundarten (von Professor Orlewski) zeigen, befinden sich 300 Schallplatten mit Aufnahmen von sämtlichen Mund­arten der deutschen Stämme. (Scherl-Bilderdienst-M.)

nicht völlig gewichen und hier ist eine Stellung­nahme bezeichnend, die der frühere Vizepräsident des Rates von Indien Dr. I. W. Meyer Rannest in der ZeitschriftNieuw-Guinea" veröffentlicht hat. Meyer Rannest ist der Auffassung, daß Neuguinea im Augenblick kein Gebiet sei, wo man sein Geld gewinnbringend anlegen könne, es habe aber viel­leicht eine wirtschaftliche Zukunft. Neu­guinea habe nichts von dem, was Java und Su­matra zu Musterkolonien machte und passe wenig in den Rahmen der erprobten holländischen Kolo­nialpolitik. Vielleicht aus dem Grunde, weil dieses Gebiet dünn besiedelt und unerschlossen ist, habe es die Aufmerksamkeit der, und hier spricht sich die bedauerliche Einseitigkeit des Angehörigen eines mit Kolonien übersättigten Volkes aus,Habenichts- Mächte" auf sich gezogen, die in dieses Gebiet Men­schen und Geld stecken wollten. Meyer Rannest zielt augenscheinlich hierbei aus Japan und fügt hinzu, daß solche Bestrebungen für Holland etwas Neues und Unangenehmes bedeuten, das viele Holländer bedenklich stimme. In dem Artikel wird nicht verhehlt, daß Holland, wie wenig angenehm dieses auch für den Verfasser erscheint, gezwungen sein werde, seine Kolonialpolitik in Neuguinea grundlegend zu ändern. Hierzu müßten zielbewußt große Mittel zur Verfügung gestellt werden, die eine Erschließung Neuguineas ermöglichen. Hierbei könne internationales Kapital herange­zogen werden, doch müsse jedenfalls die Vormacht­stellung Hollands gewährleistet werden.

Gleichzeittg setzt sich Meyer Rannest für B e - siedlung durch Europäer und I a o a n e n, soweit dies die Umstände gestatten, ein und fordert zur Verwirklichung dieser Pläne weitgehende finan­zielle Unterstützung vom holländischen Mutterlande, da Mederländisch-Jndien nicht in Der Lage sei, die genügenden Mittel aufzubringen. Es handele sich hier um eine Frage, die vielen fern liege, meint Meyer Rannest, aber die nun einmal nicht gelöst werde, indem man sie einfach übersehe. Die Ent­wicklung des Pazifik nehme ihren Fortgang. Man spürt deutlich aus den Darlegungen dieses erfahre­nen holländischen Kolonialmannes die große Be- soranis um diesen Teil holländischen Besitzes, der bisher zu den gewaltigen Gebieten holländischer Kolonialreserve gezählt wird. Der Verfasser ver­tritt die Meinung, daß nur die wirkliche Aus­nutzung dieses Gebietes ihm das Odium nehmen kann, es sei wrtschaftlich gesprochen Niemandsland.

Die holländische Presse hat den Arttkel Meyer Rannests aufgegriffen. So meint dasHandels­blad", das Interesse für Neuguinea sei im Wachsen, zwei große Konzerne hätten dort Bergwerke. Es wäre nach Petroleum und Gold gesucht, aber das sei nicht genug. Es müsse zielbewußt in

der Entwicklung dieses Riesengebietes fortgeschritten werden. Ein großer Teil des holländischen Kolo­nialbesitzes liege noch brach, und wenn Holland nicht in der Lage sei, die Aufgaben, die es in die­sem Teil seiner Kolonien erwarten,- zu erfüllen, werde das eine Schwächung seiner Stellung am Stillen Ozean bedeuten. Man sieht hieraus, daß in bezug auf Neuguinea auch in oen Kreisen, die bis­her die Beharrungspolitik der holländischen Re­gierung unterstützten, eine Neuausrichtuna erfolgt ist. Es kann kein Zweifel darüber bestehen, daß auf Holland dort eine große Aufgabe wartet, will es nicht auf eigenem Gebiet vor Freuten im Hintertreffen bleiben. Die fleißigen und zielbewuß­ten Japaner sind dort gewaltig am Werk. Erft kürzlich erregte die Nachricht in Holland großes Aufsehen, daß es einer japanischen Konzessions­gesellschaft auf Niederländisch-Neuguinea nach jahre­langen Versuchen gelungen sei, dort Baumwolle anzupflanzen und daß diese Anpflanzungen ge- roaltig ausgedehnt werden sollen. So finden die Japaner auf Neuguinea Möglichkeiten, an die man in Holland bisher noch nicht gedacht bat

Nicht Unkraut sondern Heilkraut!

ZdR. Manche Pflanze, die unbeachtet auf einer Wiese, am Wegrande oder gar auf dem Acker wächst, und als Unkraut betrachtet und behandelt wird, hat einen Wert, der nur zu vielen unbekannt ist. Wir alle wissen zwar aus alten Erzählungen, daß in Feld und Wald heilkräftige Pflan­zen gesammelt wurden, die manche Krankheiten befeitigten. Heute aber wachsen diese Pflanzen zu­meist unbeachtet, während wir 40 bis 50 Millio­nen Mark jährlich für ihre Einfuhr aus­geben müssen. Der Verbrauch an solchen Pflanzen ist nicht gering. Wir verbrauchen z. B. jährlich 50 000 kg Arnikablüten, 136 000 kg Schafgarben­blüten, 430 000 kg Lindenblüten, 250 000 kg Huf­lattich - Blätter, 80 000 kg Tausendgüldenkraut, 400 000 kg Schachtelhalm, 150 000 kg Vogelknöte­rich und 100 000 kg Veilchenblätter. In kleinem Umfange werden allerdings heute auch bei uns schon Heilkräuter angebaut, u. a. Pfeffer­minze, Fenchel, Baldrian, Kamille, Eibisch und Sal­bei. Die Anbaufläche ist in den letzten Jahren zwar von 820 Hektar auf 1200 bis 1300 Hektar gestiegen, eine weitere Ausdehnung ist aber unbe­dingt notwendig. Gerade die Heilpflanzen eignen sich zum Anbau auf kleinsten Flächen und sollten darum besonders in Kleinbetrieben bevor­zugt werden. Voraussetzung für gute Erträge ist allerdings auch hier die Verwendung von gutem Saatgut, während die Pflanzen an den Boden zumeist keine besonders hohen Anforderungen stellen.

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Im engsten Rahmen fand auf Schloß Cand6 bei Tours die Hochzeit des ehemaligen Königs von England, des Herzogs von Windsor, mit Frau Wallis Warfield-Simpson statt. Unser Bild zeigt das Brautpaar nach der Trauung. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Die EmMwngsbeweglliig in Der Schweiz.

Von unserem Or. S -Berichterstatter

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboteirr

Zürich, Mai 1937.

Seit der Gründung einesewigen eidgenössischen Bundes" durch» die drei Urfantone Uri, Schwyz und Unterwalden im Jahre 1291 im Abwehrkampf ge­gen die Fremdherrschaft der Habsburger war die alte Schweiz eine Hochburg des staatsschöpferischen Gemeinschafts- und Freiheitsgedan­kens. Der Rütli-Schwur in der schweizerischen Befreiungssage enthält bereits ausgeprägt v olks­sozialistische Bestandteile: Wehrhafte Verteidi­gung der Lebensrechte des Volkes, aufopfernder Einsatz des einzelnen Volksgenossen für die Volks­gemeinschaft und äußere Freiheit des Bundes. Im­mer mehr erstarkte die eidgenössische Bauerndemo­kratie nach dem endgültigen Siege über die Habs­burger, sie bekannte sich ttotz des Beitritts bedeut­samer Städte zum bäuerlichen Urgrund alles völ­kisch-politischen Lebens.

Spätere Tagsatzungen und andere Beschlüsse be­weisen, daß schon die alte Eidgenossenschaft die volksfeindliche Macht des Judentums zürückweisen mußte. Wurde das Schicksal des Bundes auch über­wiegend vom deutschen Volksstamm der Alemannen bestimmt, so war es letzthin deutscher Duldsamkeit und Ritterlichkeit zuzuschreiben, daß der Grundsatz der Achtung vor fremdem Volkstum in den neu hinzukommenden welschen Gebieten stets anerkannt wurde. Hieraus erklärt sich auch die Aufrechterhaltung des <5 ß,r a d) f r i e dens in der Schweiz und die Tatsache, daß es in diesem Lande eine Minderheitenfrage nicht gibt.

Der alte Bund wurde erst beseitigt, als franzö­sische Truppen Ende des 18. Jahrhunderts weite Landesteile besetzten und dieHelvetische Republik" austichteten, deren Verfassung das *HRufter des

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französischen Einheitsstaates nachahmte. Die Lehren der französischen Revolutton fanden Aufnahme, Parlamentarismus, Demokratte westlerischer Prä­gung und Liberalismus lösten die alte Ordnung auf. Der Bundesoertrag von 1815 stellte zwar die alten Rechtsverhältnisse auf vielen Gebieten (föde­ralistischer Staatsaufbau) wieder her, aber Politik, Kultur und Wirtschaft standen nun ganz unter dem Einfluß einer volksfremden, aus dem Westen impor­tierten Weltanschauung.

Dieser kurze geschichtliche Rückblick führt zum besseren Verstehen der nationalen Erneuerungs­bewegungNationale Fron t", die in der deutschsprachigen Schweiz unter der Führung von Dr. Rolf Henne steht und in dem bekannten Schweizerdichter Jakob Schaffner, Mitglied der Deutschen Dichterakademie, einen sehr aktiven Vor­kämpfer besitzt. Erst vor kurzem wurde das Züricher Organ derNationalen Front", dieFront" mit dem in Schaffhausen erscheinenden Grenz- boten vereinigt, der nunmehr den UntertitelNa-, tionales Kampfblatt der Schweiz" trägt. Die Fahne der Bewegung ist das langschenklige weiße Kreuz auf rotem Grund und damit kommt die Fahne des alten Schweizerbundes wieder zu Ehren. Im Fe­bruar 1937 wurde in Bern zwischen dem Landes­führer derNationalen Front", Dr. Henne und dem Führer der westschweizerischenUnion N a - tionale", Georges Oltramare, ein Abkom­men abgeschlossen, das eine enge Zusammenarbeit der beiden Bewegungen herbeiführt. Das gegen­seitige Tätigkeitsgebiet wurde in der Werse abge­grenzt, daß die Nationale Front die deutsch-spre­chenden, die Union Nationale die französisch-spre­chenden Gebiete der Schweiz bearbeitet.

Wie Dr. Rolf Henne in derFront" mitteilt, ist es notwendig, daß die wirklich nationalen Kräfte sich finden und zu gemeinsamer Arbeit zusammen­tun, da die Gefahr eines endgültigen Abgleitens nach links, die dem Lande droht, immer offenkun­diger wird.Bestimmend für den Abschluß der Ver­einbarung war der Umstand, daß Nationale Front und Union Nationale programmatisch a u f dem gleichen Boden stehen, gleichzeitig aber auch die einzigen Erneuerungsbewegungen in der Schweiz sind, welche einen politischen Machtfaktor darstellen. Deutsch und Welsch wird von jetzt an in kamerad­schaftlicher Verbundenheit kämpfen gegen d i e Flut des Bolschewismus, gleichzeitig aber auch für die Befreiung unseres Volkes von den un° erträglichen Fesseln eines bankrotten Systems." Aus einer Mitte März von den beiden Bewegungen in Gens veranstalteten Kundgebung wurde der nicht sozialdenkendenBourgoisie" bedingungsloser Kampf angesagt und angekündigt, daß man sich in Zukunft insbesondere der Gewinnung der Arbeiterschaft wid­men werde. DieL e g a Nazionale Tici - n e f e" im Kanton Tessin ist vor wenigen Wochen dem erwähnten Abkommen beigetreten, so daß die nationale Erneuerungsbewegung in der gesam­ten Schweiz Fuß gefaßt hat.

DieNationale Front", die uns hier näher be­schäftigt, bekennt sich zum nationalen Sozialismus, der in feinenGrundgedanken völlig dem entspricht, was das Wesen des wahren Eidgenossentums aus­macht." (Rolf Henne.) Jakob Schaffner, der in zahlreichen Kundgebungen der Erneuerungsbewe­gung spricht wir hatten kürzlich Gelegenheit, einer solchen eindrucksvollen Versammlung beizuwohnen wählt u. a. als Vortragsthema die Gegenüberstel­lungFremdwesen Eigenwese n", um damit darzutun, daß der Kampf um den neuen Staat zur Besinnung auf die weltanschaulichen und politischen Grundsätze der alten Eidgenossenschaft aufruft, die von fremdländischem, mit Hilfe fran­zösischer Bajonette eingeführtem Gewächs des Par­lamentarismus und Liberalismus verdrängt wur­den. Der eidgenössische Sozialismus werde hie kom­mende Form der unmittelbaren Selbstregierung des Arbeitsvolkes sein. Der nationale Sozialismus der eidgenössischen Gemeinsamkeit wolle Unmittelbarkeit der Dolksherrschaft: der politisch mündig gewordene Arbeitsmann stehe heute im Vordergrund und nehme sein Schicksal selber in die Hand. Notwendig seien allüberall Bewußtwerden der nationalen Würde, verantwortungsbewußte Führung durch eine Gruppe freier Männer und Bereitschaft zum per­sönlichen Einsatz als der höchsten sittlichen Leistung, die der Mann geben kann.

Der Appell zur Sammlung der nationalen Kräfte wendet sich in erster Linie an die eidgenössische Ju-