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den vielen Kirchen, an Domen und Kapellen mit runden und stumpfen und spitzen Türmen, mit katholischen Glocken, und sie läuten am Morgen, am Mittag und am Abend. Passau ist die glocken- geschwätziAte Stadt.

Von der Festung aus, die über der Stadt droht, Oberhaus heißt sie, sieht man weit in das Land hinein, über Hügel und Aecker und Wasser hinweg, hinein nach Oesterreich sieht man, und dort, wo die Wälder wie ein grüner Wirbel zusammen­schlagen, ist Adalbert Stifters Land.

Die Festung Oberhaus war einmal Militärzucht­haus und in vielen schwermütigen Liedern wird ihrer gedacht. Wer den Offizier mit der blanken Waffe anging, den rosigen Leutnant oder den breitschultrigen Hauptmann, in Trotz und Rausch und Jähzorn, oder wen das Heimweh verführte, daß er der Ehre uttd des Eides vergaß und schmäh­lich davonlief, der mußte hier Karren schieben, Sol­dat zweiter Klasse, schielend hinunter auf die gol­denen Dächer.

In einer kleinen Schenke, die einem frommen Stift gehört, gibt es einen würzigen Wein. Der wächst über der Grenze auf einem Weinacker, den die Braunkuttenträger betreuen. Man schenkte in der Schenke, damals, vor Jahren, als ich dort war, nur diesen einen Wein und sonst nichts und gar nichts sonst. Man saß am butterweiß gefegten Tisch, und schon stand das funkelnde Glas vor einem. Brot mußte man selbst mitbringen. In der Schenke gab es nur den gelben Wein.

Mit gemauerten Seitenwänden stößt eine Insel hinaus in das viele Wasser. Mit wippender Gerte steht an der vordersten Spitze ein Angler. Der Himmel wölbt sich herab. Das viele Wasser ist wie ein See, und Himmel und Erde verrinnen in eins, und der Angler angelt nach Fischen und Sternen.

Ob der alte Stecher und Holzschneider Hans Se- baldt Lautensack die Stadt Passau jemals vor seine leiblichen Augen bekam, weiß ich nicht. Sein Nach­fahr Heinrich Lautensack, der Dichter, der um 1910 im Wahnsinn in München starb, und dessen Andenken heut fast verschollen ist, dessen Werke man vergeblich in einem Bücherladen zu kaufen versuchen würde (auf einem Bücherkarren vielleicht oder bei einem Antiquar kann man einmal das eine oder andere aufitöbern), der ist hier in der Nähe, in Vilshofen, geboren, und lebte jahrelang in dieser Stadt und kehrte immer wieder hierher zurück. Er war zuhause hier, in dieser krausen und schroffen und lieblichen Landschaft, wie sie auf den Abbildun­gen der Donaumeister, des Augustin Hirschvogel, des Wolf Huber und des großen Albrecht Alt­dorfer ein zaubermächtiges Leben führt, mit Kalk­felsen und Stromdurchbrüchen und wehendem Strauchwerk und einem wolkenüberflogenen Him­mel. Seine Gedichte sind stark und würzig und ein wenig auch wie der Schoppenwein in der kleinen Schenke, und gelbfunkelnd und prächtig und zierat- reich wie die Arbeiten eines anderen Ahnen von ihm, des Goldschmiedes Lautensack, von dem Goethe berichtet, daß erein geschickter, munterer Mann war, der wie mehrere geistreiche Künstler selten das Notwendige, gewöhnlich aber das Willkürliche tat, was ihm Vergnügen machte". Und ein wenig jo war Heinrich Lautensack wohl auch, der Dichter desHahnenkampfs" und desGelübdes" und der Pfarrhauskomödie".

Von kurzem, grünem, hellgrünen Stoppelgras be- flaumt steigt die Anhöhe sSnst hinauf. Da liegt

gend und cm das Arbeitsvolk.Eihgenoß wach uff!" ist das Losungswort, das eine Jugend vor­findet, die sich in steigendem Maße von den alten politischen Parteien abwendet. Die Absplitterung von diesen Parteien und die Bildung von Grup­pen, derJungliberalen",Jungkonservativen", Jungbauern" ist ein bemerkenswertes Zeichen des wachsenden Parteienzerfalls. Jugend und arbeiten­des Volk suchen nach neuen Gestaltungsformen der völkischen und staatlichen Erneuerung. Mit sicherem politischen Instinkt uno psychologischen Einfühlungs­vermögen greift die nationale Erneuerungsbewegung in den innerpolitischen Entwicklungsprozeß ein, mit einem klaren Aufbaugrogramm, das die neue Zeit und ihren neuen Auftrag begreift. Dabei erscheint als wesentliche Aufgabe, sich nicht mit untergeord­neten Reformoorschläaen zu begnügen, sondern in die Tiefe zu gehen und den Volkskörper von Grund auf zu erneuern, indem das Volk zu den heiligen Quellen der nationalen Kraft geführt wird.

EDGAR

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Heinrich Lautensacks Haupt. Schmerzlich grinst sein geöffneter Mund, eine bräunliche Kiesgrube. Bäume, bufckig, blätterwuschlig, stehen im Halb­bogen wie Augenbrauen. Abgetrennt liegt sein Kopf vom Rumpf, wächst zusammen mit der Land­schaft, und wie eine freche, stechende, stachlige Nase mit nach oben stehenden Nasenlöchern erhebt sich ein Grasbuckel in der Mitte des Hanges. So sieht um die Abendröte weinrot des Dichters Kopf über die bayrische Stadt.

Ein hoher Baum, eine kahle Föhre, sonnt sich am Erdbeerhügel. Eidechsen rascheln unten, die nackte Föhre wiegt sich im Blau. Es ist nur ein schwarzer Abdruck von der bräunen Kupferplatte, aber das Blau, das über der Föhre auf dem Stadt­hügel bläut, das tiefe, tönende, wankende Blau ist doch deutlich zu sehen. Hinter dem Hügel beginnen die Wälder, die schattenden, dunklen böhmischen Wälder. Nur die froschnackte Föhre ist auf die Platte gesprungen, voreilig, zu früh, und brät nun allein in der hitzigen Einsamkeit ihres Vorpostens. Denn nach Passau darf sie doch nicht hinein, dieser Stadt, schwankend und tänzerisch überm Drei lüsse-

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Lob einer Stadt.

Von Georg Britting.

Als ich noch verliebter war in diese Stadt, und vermessen in meinem Urteil, und schnell fertig mit dem Wort, da schrieb ich wohl, daß Passau die schönste deutsche Stadt sei. Heute wage ich das von ihr so wenig 3U sagen als von irgendeiner anderen deutschen Stadt im Norden und im Süden, im Osten und im Westen. Aber wenn meine Liebe heute gezügelter ist und ich vorsichtiger geworden bin und von Passau als von einer der schönsten deutschen Städte spreche, so darf mich niemand der Uebertteibung zeihen.

Es gibt Holzschnitte von einem alten und treu­herzigen und klaräugigen Meister, von Hans Se- baldt Lautensack, der vor vierhundert Jahren lebte und arbeitete. Auf seinen vergilbten und bräun­lichen Blättern sind die Umrisse von süddeutschen Städtebildern klar in den Himmel gezogen. So ist es oft bei ihm: Ein Netz von Strichen, ein Geflecht und Gespinst, ein Kreuz und Quer von Dächer­kanten, von Fenstergesimsen, von Türmen und Mauern schwankt tänzerisch und verwegen über dem Flußtal. So ist auch Passau anzusehen, die Stadt, von der ich nicht weiß, ob der alte Holzschneider und Kupferstecher Lautensack sie jemals vor Augen bekam: ein hüpfender Ball über Ebenen und Wäldern.

Drei Flüsse vereinigen sich rauschend ihr zu Füßen: die Donau, der Inn und die Jlz. Spie­gelndes Wasser glänzt unvermutet auf hinter jedem Häuserblock, und von der breitesten der Brücken schaut der böhmische Beichtvater Nepomuk, der bis in den Tod schweigsame, hinunter zu den silbernen Fischen.

Die Straßen steigen hurtig auf und nieder, ver­wandeln sich in Treppen mit moosbewachsenen, feuchten Stufen, und stürzen jäh und glitschig ab und immer steht man dann an einem Fluß. Grün und geringelt wie Wasserschlangen, die ihr Element suchen, patschen die Treppenstraßen ins Strömende. Drei Tage ist man dort, dann unter­scheidet man an der Farbe des Wassers, ob es die

braunen Platte des alten Lautensack. Und aus den Versen des jungen Lautensack strömt der Dust die­ser Landschaft zu mir her, und den funkelnden Schoppen halt' ich hinauf, empor zum Oberhaus, hinüber ins Adalbert-Stifter-Land, uttd fchwenk' ihn und schütt' ihn hinab zu Donau und Inn und Jlz.

Als ich noch verliebter war in diese Stadt, viel verliebter als heute, und vericheffener, fa, frech in meinem Urteil und überaus schnell fertig mit dem Wort, da ließ ich wohl drucken, daß Passau die schönste deutsche Stadt sei. Heute wag' ich das von ihr so wenig zu sagen als von irgendeiner ande­ren deutschen Stadt im Norden und im Süden, im Osten und im Westen. Aber wenn meine Liebe heute gezügelter ist und ich vorsichtiger geworden bin, vielleicht zu vorsichtig, ja, leisetreterisch, und ich von Passau als von einer der schönsten deut­schen Städte spreche, wer dürfte mich da der Heber» treibung zeihen, wer?

Wanderfahrten.

Gedern Großer See Bilstein Hoherodskopf Schotten.

Diese lohnende Vogelsbergwanderung beginnen wir in Gedern. (Sonntagskarte GedernSchotten zurück.) Nachdem wir das freundliche Bergstädtchen durchschritten haben, führt uns ein Fußweg in west­licher Richtung über den Galgenberg nach dem teil­weise von Wald umsäumten, reizvoll gelegenen Großen See". Hier stoßen wir auf grüne Kre.uze, denen wir nunmehr nachgehen. Wir kommen zu­nächst auf eine breite, mit mächtigen alten Linden­bäumen bestandene Allee, später durch schönen Buchenhochwald zum Pilstein, einer gewaltigen Ba­saltgruppe. Hier erfreuen wir uns an der herr­lichen Fernsicht und wandern dann blauen Strichen nach über blumenreiche Triften, später durch Wald, an der Wasserleitung vorbei, zum Hoherodskopf, wo uns das bedeutend vergrößerte Klubhaus des VHC. zur Rast einladet. Zum Abstieg folgen wir grünen Ringen, die uns über Breungeshain und Michelbach nach unserem Endziel Schotten bringen. Dauer der Wanderung etwa 5% Stunden.

Gießen Hangelstein Beuern Großen-Buseck.

Diese Wanderung beginnen wir am Justizgebäude und folgen blauen Dreiecken, die uns bis Beuern das Geleite geben. Wir gehen über die Wiesen, am Rande des Philosophenwaldes entlang, nach Wieseck, das wir durchschreiten und bei der Ludwigsburg in den Wald einbiegen. Das Zeichen führt uns über die Höhe des Hangelsteins, an verschiedenen beach­tenswerten Punkten, wie den schönen Ausblick über dem Steinbruch, Felsenkanzel mit Staufenbergblick, Teufelskanzel und Unionslinde, später am Hölzernen Born vorüber zum Daubringer Paß. Hier bieten sich wiederum hübsche Blicke, zur Rechten in das Bu­seckertal mit einigen Dörfern, zur Linken in das Lumdatal mit Staufenberg und Totenberg. Nachdem wir ein kurzes Stück über freies Feld gegangen sind, nimmt uns wieder der Wald auf. Auf stillen, lauschi­gen Pfaden, eine kleine Weile mit roten Punkten gemeinsam, wandern wir weiter, bis sich uns am Waldausgang ein prächtiger Blick auf das im Tal liegende Beuern mit den umliegenden Höhen bietet. Bald ist das freundliche Dorf erreicht, wo eine Rast am Platze ist. Um zum Endziel Großen-Buseck zu gelangen, benutzen wir die aussichtsreiche Landstraße. Wanderzeit etwa 4 Stunden.

Abhärtung an der See

Unter vielen anderen Aufgaben hat die mensch­liche Haut auch die der Wärmeregulation gegen­über der wechselnden Lufttemperatur. Sie erfüllt die Aufgabe dadurch, daß sich auf Kälte- oder Wärmereize ihre Blutgefäße verengen (weniger Wärme abgeben) ober erweitern (mehr Wärme abgeben). Das Gegenspiel wird durch besondere verengende oder erweiternde Gefäßnerven geleitet. Abhärtung, Widerstandsfähigkeit gegen Wetterein- lüsse, bedeutet nichts anderes, als daß die Ge- fäßnerven in gutem Stande und in Hebung find. Keine körperliche Funktion verliert beim Stadt­menschen ihre Hebung aber so wie diese. Daher die Anfälligkeit gegen die sogenannten Erkältun­gen und alle möglichen Krankheiten. Das beste Training für die Gefäßnerven ist wie Professor Curschmann, Rostock, in derDeutschen me­dizinischen Wochenschrift" ausführt, ein Aufenthalt an der See.Nirgends pflegt der Mensch, auch der sonstverpimpelte", so leicht bekleidet sich von rüh bis spät zu bewegen, nirgends abgesehen )on der kurzen Sonnenzeit im Gebirgswinter riert er trotz geringster Bekleidung so wenig wie am Meeresstrande.

Jakob Schaffners Aufklärungsfeldzug will auch die bessere Einsicht des Schweizervolkes für die Tat Adolf Hitlers wecken und damit die Wieder­auferstehung des durch den Nationalsozialismus ge­einten deutschen Volkes als geschichtliche Notwendig­keit im Dienste der Erneuerung Europas und als Bollwerk gegen die bolschewistische Gefahr darstel­len.Mit glühender Liebe umfaßt er (Jakob Schajf- ner) seine Schweiz und möchte sie vor einer falschen Beurteilung des Nachbarn hüten. Er sieht die Fol­gen kommen, die aus Verleumdungen früher oder später sich ergeben werden Er sieht die gemein­same Geisteskultur in Gefahr, Gottfried Kellers und C. F. Meyers Erbe, die beide in Deutsch­land fast noch mehr verehrt werden, als daheim, und heute, was zweifellos ist, wenn sie unter uns lebten, auf Schaffners Seite stünden, der Deutsch­land und die Schweiz vor einem unheilbaren Riß retten und bewahren möchte " (, Schweizerisches Pro­testantenblatt.")

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