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im Kalenderjahr 1936 956 Millionen RM Gegen­über den Kosten im Kalenderjahr 1933 haben sie sich um 1050 Millionen RM. oder um über 52y.H. vermindert.

Neue Schahanweyungen des Reiches.

Zur öffentlichen Zeichnung aufgelegt.

Berlin, 4. Mai (DNB.) Zur Fortführung der von der Reichsregierung übernommenen Aufgaben begibt das Deutsche Reich 600 Millionen Mark 4*/2 Prozent, auslosbare Reichs- schatzanweisungen von 1937 II. Folge. Die Schatzanweisungen werden späte st ens in 15 Jahren fällig. Zum ersten Mai der Jahre 1947 bis 1952 wird je ein Sechstel des gesamten Betrages der Schatzanweisungen nach vorangegan­gener Verlosung zum Nennwert ausgelost, so daß die durchschnittliche Laufzeit sich auf zwölf Jahre errechnet. Das Reich behält sich jedoch die Kündigung aller Schatzanweisungen dieser Folge oder von Teilen der Schatzanweisungen dieser Folge nach Ablauf von fünf Jahren vor. Der Z i n s - lauf beginnt am 1. Mai d. I. Von dem Gesamt­betrag dieser Emission sind bereits 10 0 Millio­nen Mark f e st gezeichnet worden. Die ver­bleibenden 500 Millionen Mark werden durch ein unter Führung der Reichsbank stehendes Anleihe­konsortium zum Kurse von 983/4 v. H. zur ö f - fentlichen Zeichnung in der Zeit vom 13. Mai bis 29. Mai aufgelegt. Die Einzahlun­gen durch die Zeichner auf die zugeteilten Schatz­anweisungen verteilen sich auf die Zeit vom 3. Juni d. I. bis zum 20. Juli d. I., und zwar sind 40 v. H. am 3. Juni und je 20 v. H. am 21. Juni, 4. Juli und 20. Juli zu entrichten. Frühere Zahlungen sind zu- lässig. Die neuen Schatzanweisungen sind mün­de lf i ch e r ; ihre Stücke sind bei der Reichsbank l o m b a r d f ä h i g. Die Schatzanweisungen kön­nen auf Antrag in das Reichsschuldbuch eingetragen werden; ein dahingehender An­trag kann sofort bei der Zeichnung gestellt werden.

Ein beschämender Skandal."

Bolschewistische Rowdies belästigen deutsche Kraftfahrer in Winterthur.

Basel, 4. Mai. (DNB.) Unter der Ueberschrift Ein veschämender Skandal" berichtet dieNeue Züricher Zeitung" aus Winterthur: Als die vielen deutschen Besucher des Fußball-Län­derspieles in Zürich mit ihren Gesellschafts­wagen auf der Rückfahrt in Winterthur einfuhren, wurden sie bei derKrone" in Töß von gröh- lenden und lärmenden Burfchen emp­fangen, die sich längs der Züricher Straße bis zum Bahnhofsplatz aufgestellt hatten. Es handelt sich allem Anschein nach um einen organisier­ten Radau, an dem in der Hauptsache ein paar Dutzend halbwüchsige bis 20jährige Burschen mit­wirkten. AuchRote Falken" wurden unter den Lärmmachern gesehen. Die Radaubrüder begleite­ten während mehrerer Stunden die durchfahrenden deutschen Automobile mit einem ohrenbetäubenden Lärm. Einzelnen Insassen wurden beim Vorbei­fahren die Hakenkreuzfähnchen aus der Hand gerissen, dann verbrannt oder zerschnit­ten. Die Deutschen begrüßte man mitRotfront" und beschimpfte sie zum Teil in unflätiger Weise.

Eine wenig rühmliche Rolle spielte Die P o - l i z e i. Die Belästigungen geschahen unter ihren Augen, vor allem an zwei Straßenkreuzungen, wo Verkehrspolizisten den Autos den Weg wiesen, ohne die Krawallmacher in ihrem Tun zu hindern. Augenzeugen behaupten sogar, daß' der Chef der städtischen Polizei und ein höherer Polizeifunktio­när in einem Auto ohne einzugreifen, dem Ra­dau beiwohnten. Dabei wurde der Angriff auf die deutschen Automobile allseitig miß­billigt; man hörte auch zahlreiche Arbeiter und organisierte Sozialdemokraten, die die Beleidigung der fremden Gäste entschieden verurteilten.

Mit Gummiknüppeln und Gewehr­kolben gegen Eudetendeutsche.

Prag, 4. Mai. (DNB.) Auf einer Kundgebung der Sudetendeutschen Partei zumTage der Ar­beit" i n Staab bei Pilsen kam es bei der An­sprache des Abgeordneten Dr. Köllner zu Schmäh­rufen von kommunistischer und tschechischer Seite. Der anwesende Regierungsoertreter erklärte, es fei Sache der Dersammlungsordner, für Ordnung zu sorgen. Als daraufhin SDP.-Ordner die kommu­nistischen Störenfriede in eine Nebenstraße abzu­drängen versuchten, zog ein Oberleutnant der tschechoslowakischen Armee den Säbel und gab 70 Gendarmen den Befehl, den Platz zu räumen. Die Gendarmen verdrängten mit Gummiknüppeln und Gewehrkolben die 3000 Kundgebungsteilnehmer, ohne daß die Versammlung vom Regierungsvertreter aufgelöst worden wäre. Es entstand ein großer Tumult, in dessen Verlauf 80 Personen verletzt wurden. Der sudetendeutsche Abgeordnete Dr. Köllner legte sofort Verwahrung ein.

Wieder ungesetzliches Vorgehen gegen eine Hakenkreuzfahne in Oesterreich.

Wien, 4. Mai. (DNB.) Im südlichen Burgen­land, in dem Städtchen Kinkafeld, wurde am 30. April bekanntgegeben, daß laut Staatsvertrag reichsdeutsche Staatsangehörige zum 1. Mai d i e Hakenkreuzfahne zeigen dürfen. Don die­sem Recht machte auch der reichsdeutsche Staats­angehörige T h i e m Gebrauch. Am Vormittag des 1. Mai marschierte nun eine Abteilung Solda­ten der Garnison unter Führung eines Oberleut­nants vorbei. Als der Offizier die Fahne bemerkte, gab er einem Korporal den Befehl, die Flagge zu entfernen. Die Soldaten drangen in die Wohnung ein und entfernten die Flagge. Der Ober­leutnant machte seinen Befehl auch nicht rückgängig, als er auf die Ungesetzlichkeit seines Handelns auf­merksam gemacht wurde. Während der Aktion hatte sich eine größere Menschenmenge angesammelt, die laut ihrer Entrüstung über den Vorfall Ausdruck gab.

Großer Erfolg der Berliner Philharmoniker in London.

Die ersten Konzerte der Berliner Philhar­moniker unter Furtwänglers Stabführung in London haben einen großen künstlerischen Erfolg gebracht. Die Londoner Zeitungen unterstreichen mit Worten höchster Bewunderung die Leistung des Diri» genten und aller Orchestermitglieder. Bei der Neunten Symphonie von Beethoven, sagt der Musikkritiker derTimes", habe man eine Verwirklichung der Höhen und Tiefen von Beethoven erlebt, wie man sie nur selten erleben durfte.

Oie künstlerische Führung im deutschen Filmschaffen.

Neugebildete Kunstausschüffe bei der Lisa und der Tobis.

Berlin, 4. Mai. (DNB.) In der Generalver­sammlung der Unioersum-Film AG. gab General­direktor K l i tz s ch eine Schilderung der Entwick­lung während der ersten zehn Monate des am 31. Mai d. I. endenden Geschäftsjahres. Die ver­gleichbaren Umsätze konnten um etwa 17 Millionen Mark gesteigert werden. In den zehn Monaten 1936/37 erreichten die Umsätze 84 Millionen Mark gegenüber 67 Millionen Mark in der gleichen Zeit 1935/36 und 63 Millionen Mark 1934/35. Wäh­rend die Filmproduktionen 1934/35 und 1935/36 noch erhebliche Verluste aufwiesen, die nur durch Gewinne der Nebenbetriebe ausgeglichen werden konnten, werden die Herstellungskosten der Film­produktion 1936/37 wesentlich verbesserte Deckungs­möglichkeiten finden. In welchem Umfange sich das Jnlandsgeschäft verbesserte, gehe aus den Frequenzziffern der deutschen Ufa- Theater hervor, die während der ersten zehn Monate des Geschäftsjahres von 32 430 000 Per­sonen (gegen 27 530 000 Personen in der entspre­chenden Zeit des Vorjahres) besucht wurden. Die Besuchersteigerung betrug hiernach also 18 v. H.

Die Filmwirtschaft sieht sich schwierigen Proble­men gegenüber, u. a. denen des Farbfilms. Zum Zwecke der Entwicklung eines künstlerisch wett­bewerbsfähigen Verfahrens wird in Neubabelsberg ein eigenes Laboratorium mit besonderen techni­schen Einrichtungen gebaut Auch andere Erfindun­gen, wie die Film-Fernübertragung (Tele­vision) müssen weiter verfolgt werden. Die allgemei­nen künstlerischen Probleme der nächsten Zeit wer­den Aufgaben von besonderem Ausmaß stellen. Die Verwaltung steht daher auf dem Standpunkt, daß alle verfügbaren Mittel für solche Aufgaben dienst­bar gemacht werden müssen, so daß eine Divi­dende für dieses Jahr voraussichtlich nicht in Frage kommen wird.

Der Vorsitzende teilte alsdann mit, daß in Aus­wirkung des Besitzwechsels 20 Herren ihre Aufsichts­ratsämter bzw. ihre Mandate niedergelegt haben: Es verbleiben im Aufsichtsrat die Herren Staatsrat Dr. von S t a u ß , Direktor K i e h l (Deutsche Bank und Diskontogesellschaft), Geheimer Regie­rungsrat Dr. K r e u t e r, Direktor Pfeiffer (Deutsche Länderbank) und Direktor Dr. Schil­ling (Commerz- und Privatbank).

Staatsrat von Stauß dankte dem bisherigen Vorsitzenden des Auffichtsrates, Dr. Hugenberg, für die wertvollen, dem Unternehmen geleisteten Dienste. Die vor genau zehn Jahren erfolgte lieber» nähme der Mehrheit der Ufa durch Dr. Hugenberg sei in erster Linie deshalb erfolgt, um zu ver­hüten, daß die kulturell so bedeutende Unterneh­

mung, die durch die sinnlose Lustbarkeitssteuerpoli- tit der Nachkriegsregierungen um Dutzende von Millionen geschwächt wurde, in die Hände uner­wünschter oder ausländischer Kreise geriet. Die erste Maßnahme Hugenbergs bestand darin, die Ufa aus der amerikanischen Umklammerung zu befreien, die sich aus der Verpflichtung er­gab, amerikanischen Spielfilmen in deutschen Ufa- Theatern die Hälfte der gesamten Spielzeit zur Verfügung zu stellen. Entscheidend für die Auf­wärtsentwicklung der Ufa war der rechtzeitige Ent­schluß der Umstellung auf den T o n f i l m

Es wurden alsdann neu in den Aufsichts- rat gewählt: Professor Karl Fröhlich, stell­vertretender Vorsitzender, Staatsschauspieler Paul Hartmann, Generalintendant Eugen Klöp­fer, Dr. Pilder, Direktor der Dresdner Bank, Filmregisseur Karl Ritter, Vizepräsident der Reichsfilmkammer Hanns Weidemann und Staatsschauspieler Mathias Wiemann. Den Vorsitz im Aufsichtsrat übernimmt Staatsrat Dr. v o n S t a u ß. Die k ü n st l e r i s ch e F ü h - rung des Unternehmens liegt in den Händen eines Kunstausschusses, der sich wie folgt zu­sammensetzt: Professor Karl Fröhlich, General­intendant Eugen Klöpfer, stellv. Vorsitzender, Staatsschauspieler Paul Hartmann, Film­regisseur Karl Ritter, Vizepräsident Hanns Weidemann, Staatsschauspieler Matthias W i e- mann und Generaldirektor Klitzsch.

Gleichzeitig mit diesen organisatorischen Verän­derungen bei der Ufa sind entsprechende Maßnahmen bei der Tobis (Tonbild-Syn­dikat 21. G.) getroffen worden. Auch bei der Tobis wird derKunstausschußdie künstlerische Führung des Unternehmens haben, dem angehören: Staatsschauspieler Emil Hannings als Vor­sitzender, gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender Des AR., Willy For st, Veit Harlan, Oberregie­rungsrat a. D. Raether, Regisseur Hans Zer- l e 11, der Generaldirektor der Tobis.

Die Kunstausschüsse haben die laufenden künstle­rischen Angelegenheiten der Gesellschaft, soweit sie mit der Filmplanung und -Herstellung Zusammen­hängen, zu prüfen. Zu den besonderen Aufgaben der Kunstausschüsse gehören die Stoffauswahl, die Bestimmung der Komponisten, Schriftsteller, Regis­seure, die Besetzungsfragen, die Kontrolle des Fort­gangs der künstlerischen Arbeit in den Ateliers, die Ueberwachung aller die künstlerische Seite der Pro­duktion betreffenden Angelegenheiten. Die Kunst­ausschüsse können aus ihrer Mitte einzelne Mit­glieder bestimmen, welche die Ausführung bestimm­ter Filmvorhaben künstlerisch zu leiten und zu überwachen haben. Den Wirtschaftsausschüssen sind

die Entscheidungen über alle wichtigen wirtschaft­lichen Angelegenheiten vorbehalten.

Hierzu teilt DNB. noch u. a. folgendes mit: An­läßlich der Jahrestagung der Reichsfilmkammer am 5. März d. I. hat Reichsminister Dr. Goebbels ! bargelegt, daß es darauf ankomme, Grundsätze neu zu schaffen und Schäden abzustellen, die als unver­meidliche Folge falscher Organisation aufgetreten sind. Ein zu entscheidenden Zwecken vorgenommener Einbau kün st lerischer Kräfte auch in den Werdeprozeß sei das wichtigste Erfordernis des Filmschaffens. Denn auf die Dauer könne die Wirt­schaft in der Filmkunst nur eine beratende und dienende Rolle spielen. Wenn dieser grundsätzlichen Forderung nachgekommen werde, dann werde der deutsche Film sein künstlerisches Gesicht wahren können, und bann werben wir bie Gewähr haben, baß es tatsächlich Künstler sinb, bie ben beutschen Film künstlerisch gestalten. Mit ben Beschlüssen bet Ufa unb ber Tobis ist nun biefen Forderungen Rechnung getragen worben. Diese Grunbsätze wer­den in der nächsten Zeit für das gesamte deutsche Filmschaffen Geltung erhalten. Die enge Zusammenarbeit zwischen Ufa und Tobis wird auch auf die heute noch außenstehenden Film­gesellschaften ausgedehnt werden, so daß insbeson­dere im deutschen Filmverleih eine nach ein­heitlichen Richtlinien geleitete Arbeitsgemein­schaft hergestellt wird.

Bei der Wahl der Stoffe, die Heranziehung der Schriftsteller, der Vergebung der Spielleitung und der Besetzung der Rollen wird künftig tünftle» rischer Wille maßgebend mitwirken. Daß diese Einschaltung des bestimmenden künstle­rischen Einflusses in diesem Maße gerade jetzt er­folgt, entspricht genau dem entwicklungsgeschichtlichen Stand des deutschen Films, den Dr. Goebbels mit dem Satz fixiert hat, baß ber deutsche Film heute etwa da stehe, wo das deutsche Theater zur Zeit Lessings stand. Das ist das Stadium der Möglichkeit einer neuen, einer Höch- ft en Entwicklung. Das ist der Augenblick, in dem der deutsche Film seiner natiönalen Aufgabe an Staat, Volk und Kultur gerecht zu werden und noch mehr als schon in den letzten Jahren vom Volk aus internationale Wirkung zu üben und vom nationalen Boden her eine gei­stige Weltmacht zu werden beginnt. Gerade der deutsche Film hat hier eine Berufung in der Welt. Die künstlerische Formungskraft, die ohne Vergleich dastehende deutsche Musikalität und die Verkündung des Primats des künstlerischen Grundgesetzes sind Gewähr dafür, daß gerade ber deutsche Film diese Mission erfüllen wird.

Deutschlands neuer Zeniralslughasen.

Noch vor Schluß des nächsten Jahres wird der neue Zentralflughafen des Deutschen Reiches betriebsfertig sein. Schon jetzt lassen sich auf bem gewaltigen Bauplatz auf bem alten Tempel- Hofer Feld, diesem größten Paradefeld der Vor­kriegszeit, die Anlagen erkennen, die ausersehen sind, einen Luftverkehr durchzuschleusen, an bem 1925 erst 9000 Personen, 1936 aber schon 220 000 Fluggäste beteiligt waren. Die bisherigen, vorläufig noch benutzten Baulichkeiten genügten schon längst nicht mehr, um diesen Verkehr, der immer mehr in bie Breite geht, bewältigen zu können. Vor einem Jahr wurde mit dem ersten Spatenstich auf bem jetzigen Baugrund praktisch das Todesurteil über den alten Flughafen gefällt, nachdem dessen Schicksal schon durch ben Willen des Führers, der Reichshauptstadt einen wahrhaft imposanten Flug­platz zu geben, besiegelt worden war.

Es fällt bem Besucher des Neubaues nicht leicht, eine Beschreibung ber kurz vor ber FertiDellung stehenden Gebäude zu geben. Lassen sie sich auch im einzelnen unterscheiden, so bilden sie in ihren Zu­sammenhängen doch ein Projekt, vor dem ber Laie ziemlich fassungslos steht. Er kommt sich hier wie ein verlorenes Wesen vor, das sich ben Hals aus­recken muß, um durch das teilweise schon verkleidete Gerippe ber Stahlskelettbauten bis zu den Dächern hinaufschauen zu können. Und schwindelig wirb einem, blickt man von ebener Erde tn bie Schächte, die als tiefe Höfe in den ganzen Bau eingelassen sind. Hier Unten liegen wichtige Anlagen für bie Reichspost und die Reichsbahn. Nicht weniger als sechzig Postautos können zu gleicher Zeit in bie unterirdischen Hallen für bie Brief- und Paketabfertigung hinemfahren, aber auch ein unter­irdischer Gleisstrang ber Reichsbahn sorgt dafür, daß weiterzuleitende Fracht sofort in die bereit« stehenden Güterwagen hinübergeschafft und abbe­fördert wird. Alles ist hier auf Er rei chung höch ster Geschwindigkeiten in ber Weiterbeförderung abgestellt, genau wie überirdisch alle Vorkehrungen getroffen werden, um einen massierten Flugverkehr abwickeln zu können. Mächtige Flugzeughallen umschließen einen Teil des ovalen Flugfeldes, auf den Hallen selbst befinden sich 60 000 Plätze für Zuschauer bei Flugsporiver- anftaltungen.

Dieser neue Flughafen hat zwei Fronten. Die eine ist dem abfahrenden Reisenden zuge­wandt, der aus der Stadt kommt. Er sieht vor sich ein riesiges Rund von Gebäuden, die alle mit dem zivilen Luftverkehr zusammenhängenden Ab­teilungen von den Büros ber Deutschen Luft­hansa bis zum Wetterbienst aufnehmen werden. Das Halbrund ist so groß, daß die Vorderfront des gewiß nicht kleinen Reichsluftfahrtministeriums be­quem hineingelegt werden könnte. Der Platz, mit Platten ausgelegt, gestattet eine rasche Abwicklung der An- und Abfahrt von Kraftwagen der Flug- gäste. Namentlich in der Stunde zwischen 7 und 8 Uhr verlassen täglich etwa 170 Gäste Berlin. Hier muß also für eine flotte Auffahrt gesorgt werben. Insgesamt gehen durch den Hafen täglich 1000 Flug­gäste hindurch.

Sobald der Reisende die Räumlichkeiten betreten hat, steht er inmitten eines gewaltigen Bahn­hofs, wenn man diesen nicht ganz zutreffenden Ausdruck gelten lassen will. Er wird von Hallen und Räumen aufgenommen, die sämtliche 21 b - fertigungseinrid)tungen enthalten. Hier gibt es Warteräume und ein Restaurant, hier sind die Fahrpläne, hier wird mit modernsten Apparaten dem Reisenden mitgeteilt, wann und wo sein Flug­zeug startet. Von hier aus führen wieder Treppen­aufgänge zu einer überdachten Halle, zum Flug- ft e I g. Dori stehen die Flugzeuge wohlgeordnet, die die abfltegenben Gäste aufneymen, während in

(Scherl-Bilderbienst-M.)

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höchster Höhe die Flugpolizei dafür sorgt, daß sich der Verkehr zu ihren Füßen in aller Ord­nung abwickelt. 'Hier liegt auch die zweite Front, die für den ankommenden Fluggast bestimmt ist. Ihn nimmt diese Halle auf, er passiert dann die mit deutschem Werkstein einfach und doch schmuck, nicht aufdringlich aber geschmackvoll unb gediegen verkleideten Räumen, um nun vom wei­ten Halbrund aus die Fahrt in die Reichshauptstadt anzutreten.

Hier wird ein Bauwerk geschaffen, bas später eins der schönsten und größten Gebäude der Reichs­hauptstadt sein wird. Der Führer hat zu diesem Bau in großen Zügen die Richtlinien gegeben, er hat mit sicherem Griff das aufgezeigt, worauf es an­kommt. Und Prozessor S a g e b t e l, der Gestalter des Flaghafens, yat, aufbauend auf der Idee des Führers, die Pläne entworfen und die Berechnun­gen vorgenommen, die nunmehr schon seit Jahres­frist zweitausend Mann von früh bis spät werken lassen. W. S.

(Sporffämpfe der HZ. auf dem Heichsparteitag.

Berlin, 4. Mai. (DNB.) Nach einer Anord­nung des Beauftragten für die Leibeserziehung der deutschen Jugend, Reichssportführer v. Tscham- m e r und Osten, finden 1937 auf dem Reichsparteitag in Nürnberg erstmalig die Endkämpfe des Mannschaftsmehr­kampfes der Hitler-Jugend und des Deutschen Jungvolkes statt. Gleichzeitig werden in Nürnberg erstmalig die Jugendmeister­schaften in Leichtathletik und Schwim­me n ausgetragen. Die Ausscheidungen zu diesen sportlichen Wettkämpfen erfolgen in ben Fähnlein unb Gefolgschaften in Verbindung mit dem Reichs- sportwettkampf der Hitler-Jugend, in den Bannen und Jungbannen in Verbindung mit den Bann-

unb Jungbann-Sportfesten, in ben Gebieten in Ver­bindung mit ben Gebiets-Sportfesten. Anläßlich der Kampfspiele werden in Nürnberg ferner ein Wehr- sporifünfkampf unb die Endkämpfe im Reichsschieß- wettkampf ber Hitler-Jugend ausgetygen.

Kleine politische Nachrichten.

Im Auftrage des Führers und Reichskanzlers wird sich der Reichswirtschaftsminister, Reichsbank­präsident Dr. Schacht, zur Eröffnung des Deutschen Hauses auf der Internatio­nalen Ausstellung Paris 1937 nach Paris begeben. Die Eröffnung erfolgt am 26. Mai.

Die italienischenJournalisten.die zum Abschluß ihrer Deutschlandreise sich in ber Hauptstadt der Bewegung aufhalten, ehr­ten die Toten der Bewegung in den Ehrentempeln der Ewigen Wache. Anschließend wurden die Jour­nalisten im Braunen Haus vom Stellvertre­ter d e s Führers empfangen. Er gab feiner Freude darüber Ausdruck, daß bie gemeinsame kul­turelle unb politische Mission beider Länder, die Europa vor bem Bolschewismus gerettet habe, im­mer wieder durch gegenseitige Besuche ber führen­den Männer des öffentlichen Lebens zum Ausdruck komme.

Infolge ber Beauftragung des bisherigen Prä- fibenten der Reichsrundfunkkammer Ministerialrat Pg. Horst D r e ß l e r - 21 n d r e ß mit der Leitung der besonderen Abteilung für volkskulturelle Arbeit im Reichsministerium für Volksaufklärung und Pro­paganda ist der bisherige Intendant des Reichs» senoers Breslau, Pg. Hans K r i e g l e r, von bem Präsidenten der Reichskulturkammer, Reichsminister Dr. Goebbels, zum Präsidenten der Reichs­rundfunkkammer ernannt worden.