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DieTimes" führt feine Verhaftung tn erster Linie auf Eifersüchteleien zwischen ihm und dem Chef der Roten Armee zurück. Jagoda habe sich eine eiaene Rote Armee von 200000 Mann geschaffen. Diese sei besser ausgerüstet ge­wesen als viele Teile der Roten Armee. Seine Ge­heimagenten hätten sich unter das Militär gemengt und Offiziere verhaftet. Woroschilow habe sich seinerzeit gezwungen gesehen, selbst ein­zugreifen, um Jagodas Einmischung abzustellen.

14 Zähre faschistische Lustwaffe.

Rom, 3. April. (DRV.) Die Neuordnung der italienischen Luftwaffe, die stufenweise in den näch­sten Jahren durchgeführt werden soll, ist anläßlich des 14. Jahrestages der Gründung der Luftwaffe in Kraft getreten. Sie soll im Jahre 1941 mit der Erhöhung der aktiven Fliegeroffiziere von 4000 aus 7670 und der Fliegerunteroffiziere von 8000 aus 12 600 abgeschlossen werden. Die Heimatluft - waffe ist nun in 93 Gruppen untergeteilt. 40 von ihnen sind neu eingerichtet worden. Sie haben bei der Gründungsfeier am Samstag im Beisein Mussolinis aus den Händen des Königs ihre Fah­nen erhalten. Zu der Feier am Nationaldenkmal in Rom waren aus ganz Italien 10 000 aktive und Reservefliegeroffiziere in Galauniform aufmarschiert. Sie zogen später in geschlossenen Kolonnen auf den Palatin, um im antiken Stadion des Diokletian vor dem Duce zur Besichtigung anzutreten.

Die römischen Blätter unterstreichen die Bedeu- tuna der planmäßig erfolgenden Verstärkung der Luftwaffe. Dabei heben sie besonders die Verdienste der Flieger bei der Eroberung des italienischen Imperiums in Ostafrika sowie die Vorliebe der italienischen Jugend für die Luftwaffe hervor, die unter Mussolini zu einem machtvollen Instrument heranwachse.

Oer ehemalige Sultan von Marokko gestorben.

Paris, 4. April. (DNB.) Der ehemalige Sul­tan von Marokko, Mulai Hafid, der seit dem Kriege in Enghien-les-Bains bei Paris wohnte, ist gestorben. Mulai Hafid war einer der vielen Söhne des letzten selbständigen Sultans von Ma­rokko. Mulai Hafid wußte die Unzufriedenheit der Marokkaner über die Ausländerfreundlichkeit fei­nes Bruders auszunutzen. Nach längeren Kämpfen wurde er 1909 von den Mächten des Algeciras-Ver- trages als Sultan anerkannt, 1911 bot die franzö­sische Regierung dem Sultan die Schutzherr­schaft an. Bald darauf kam es zu Unruhen, Mulai Hafid dankte zugunsten seines Bruders Mu­lai Jussef, des Vaters des gegenwärtigen Sultans, ab. Mulai Hafid lebte zunächst in Spanien und feit dem Kriege in Paris, wo er eine ihm von der fran­zösischen Regierung zugestandene Rente verzehrte.

Wird eine Teilung Palästinas geplant?

London, 5. April (DNB. Funkspruch.)Mor- nina Post" vermutet, daß die P a l ä st i n a - Kom­mission eine Teilung Palästinas in einen jüdi­schen und einen arabischen Teil vorschlagen wirb. Dadurch würbe Palästina aufhören, britisches Manbat zu sein. Der jübische Teil Palästinas würde ein sich selbst regierendes Dominion im Empire werden. Es würde in den Völkerbund aufgenommen werden. Der arabische Teil würde unter d i e Herrschaft des Emirs von Transjordanien kommen. Auch die Araber könnten einen Sitz in Genf erhalten.

Oer nationale Heeresbericht.

Salamanca, 5. April. (DNB. Funkfpruch.) Der nationale Heeresbericht meldet weitere Fort­schritte ber Nationalen an ber Basken-Front. Da­nach sinb bie nationalen Truppen weitere vier Kilometer vorgesto/ßen unb haben bie Ortschaften Olaeta, Garbovilla, Ochandiano, Mon- chote unb Santa Cruz Ermite eingenommen. Ge­neral Queipo be Llano erklärte: Die Bolschewisten hätten ihre zum Teil breifachen Schützengraben­linien bei Ochanbiano nicht halten können. Sie hätten ihre Stellungen unb bie Ortschaft in eili­ger Flucht geräumt unb erhebliche Mengen von Kriegsmaterial hinterlassen. Ochandiano liege an ber großen Autostraße, zehn Kilometer von Du­rango unb breißig Kilometer von Bilbao entfernt.

Verbot derEvangelischen Woche" der Bekenntnisfront.

Frankfurt a. M, 3. April. (DNB.) Die in ber Zeit vom 31. März bis 4. April 1937 von der Bekenntnisfront in Darmstadt geplante Evangelische Woche" mußte verboten werden, da sich schwere Unzuträglichkeiten bei ber Durchfüh­rung ergaben. Die Veranstalter versuchten, bas aus Gründen ber Aufrechterhaltung bes kirchlichen unb religiösen Friedens verbotene Auftreten auswär­tiger unb auslänbifcher Rebner zu umgehen mit der eingeftanbenen Absicht, es auf eine Machtprobe ankommen zu lassen. Dieses Verhalten gab Veran­lassung zu Dem Verbot.

Ersatzkaffen werden Körperschaften des öffentlichen Rechts.

Berlin, 3. April. (DNB.) Der Reichsarbeits­minister hat oerorbnet, baß bie Ersatzkassen ber Krankenversicherung öffentlich-recht­liche Körperschaften werden. Damit sind bie Ersatz­kassen enger in ben Kreis ber Träger ber gesetzlichen Krankenversicherung eingegliedert. Die Verorbnung beseitigt weiter bie bisherige Härte, baß e i n Wechsel im Beruf eines Erfatzkassen- m i t g l i e b e s aus dem zugelassenen Mitglieber- kreis ber Ersatzkasse hinaus ohne weiteres zum

Englisch-amerikanische Paktpläne.

Londoner Kombinationen um den Besuch von Norman Davis.

öonbon, 4. April. (DNB.)Weltfrieben burch Wirtschaftspakte" lautet das neue Schlagwort ber englischen Sonntagspresse. Uebereinstirnrnend wird behauptet, daß der amerikanische Sonderbotschafter Norman Davis, der sich anläßlich der inter­nationalen Zuckerkonferenz in London aufhält, zu­nächst auf ein englisch -amerikanisches Handelsabkommen großen Ausmaßes hin­arbeiten werde, nachdem England auf der im Mai ftattfinbenben Weltreichskonferenz die Han­delsbeziehungen zu seinen Dominien geklärt haben werde. Darauf würde Präsident Roosevelt versuchen, ähnliche Wirtschaftsabmachungen mit anderen europäischen Staaten abzu­schließen, um dadurch einen neuenFriedens- P f a n" einzuleiten. Die Blätter müssen allerdings zugeben, daß es einige praktische Tatsachen gibt, bie diesen Gedankenflügen im Wege stehen. Die Vereinigten Staaten haben nämlich vor einiger Zeit ein Gesetz verabschiedet, wonach Amerika keinem der Länder, die ihre Kriegsschulden nicht bezahlt haben, Kredite gewähren darf. Um dies zu umgehen, strebe aber Washingtontechnische Re­gelungen" über bie noch bestehenden Kriegsschulden an.

Sunbag Expreß" schreibt, baß Englanb unb Amerika nach bem Abschluß bes Abkommens einen Druck auf bie übrige Welt ausüben wür­ben, um bie Rüstungen herabzusehen. Englische Minister teilten bie Ansicht führenber Amerikaner, baß es Pflicht ber beiden Länder sei, ein katastrophales Wettrüsten zu verhin- bern. Das Blatt zeigt gleichzeitig einen ber Hintergründe ber Paktverhandlungen auf, es schreibt, baß eine Verstänbigung mit ben Ver­einigten Staaten eine lebenswichtige Auswir­kung auf bie britischen Verteibi- gungspläne haben würbe. Es würbe sich besonbers nm Abmachungen über 2Hu- nitions - unb R a h r u n g s m i t t e l l i e - ferungen in Sriegszeiten unb um bie Verteibigung ber britischen -Stützpunkte im Stillen Ozean hanbeln.

Sunday Chronicle will wissen, daß der von Roosevelt geplante Handelspakt vorsehe, daß Eng­land jährlich hundert Millionen Pfund 1,2 Milliarden RM.) für amerikanische W a - ren ausgebe. Amerika wäre seinerseits bereit, bri­tische Waren im Werte von 50 Millionen Pfund abzunehmen, während die restlichen 50 Millionen Pfund von England in Gold gezahlt werden müß­ten. Wahrscheinlich müßten die amerikanischen Be­dingungen abgeändert werden, um für England an­nehmbar zu sein.Observer" schlägt vor, daß alle Staaten ihre Haushalte für Rüstungen in einem für alle Staaten besonders festgelegten Verhältnis, also beispielsweise um 10 v. H., kürzten. Diese ersparten 10 v. H. sollten von al­len beteiligten Nationen einem international len Fonds zugeführt werden, der von der BIZ.

zur Stabilisierung der Währungen zur Herabsetzung der Zölle und zur Fi­nanzierung der Verteilung von Roh st off en eingesetzt werden solle.

Englische Offiziere studieren die französischen Grenz-

- Verteidigungsanlagen.

London, 4. April. (DNB.) Das Rothermere- BlattSunday Dispatch" weist auf die enge Zu­sammenarbeit hin zwischen den englischen und fran­zösischen Streitkräften. Offiziere der ersten bis fünf­ten Division, die in allen Teilen Englands statio­niert sind, würden regelmäßig nach Frank­reich gesandt, um Kriegsstudien zu betreiben und sich mit der gegenwärtigen Lage zu befassen, die durch die Fertigstellung der Verteidigungs­anlagen an der französischen Grenze geschaffen worden sei. In der letzten Woche seien Offiziere der zweiten Jnfantenebrigade von Aldershot von einem Militärkursus in Frank­reich zurückgekehrt. Andere Offiziersgruppen würden zum selben Zweck von Zeit zu Zeit nach Frankreich reisen.

Südafrikas Ilottenstühpunki Simvnstown.

London, 3. April. (DNB.) Die südafrikanische Regierung will den Flottenstützpunkt Simonstown auf Grund ihrer der englischen Regierung gegebe­nen Versprechungen ausbauen. Verteidigungsmini­ster Pirow wies in einer Rede auf das Abkommen van 1920 hin, in dem die Bedeutung von Simons­town als Stützpunkt für die britische Flotte in Südafrika festgelegt worden war. In der nahen Zukunft werde man in erster Linie die Frage der Zusammenarbeit zwischen Der südafrika­nischen ß u f t ft r e i t E r a f t und der Flotte in An­griff nehmen. Südafrika betrachte Simonstown wie bisher als einen Stützpunkt des britischen Welt­reiches, den die Union gegen jeden Feind verteidi­gen müsse.

Kanada errichtet Befestigungen am Pazifik.

London, 4. April. (DNB.) Die kanadische Pro­vinz British Columbia wird jetzt zum ersten­mal ft arte Küstenbefestigungen erhalten. In Prince Rupert wird eine Luftbasis geschaffen, in Johnstone Strait werden Ar­tilleriestellungen errichtet werden. Johnstone Strait hat erhebliche strategische Bedeutung, weil alle nach Vancouver gehenden Schiffe es passieren müs­sen. Vancouver selbst wird vor allem Luftab­wehrbatterien erhalten und einen großen Flughafen. Der schon bestehende Flottenhafen E s q u i m a 11 soll vergrößert und modernisiert werden. Victoria soll zu seinem Schutz neue Be­festigungsanlagen und Luftabwehrbatterien erhalten.

Erlöschen der Mitgliedschaft und gleich­zeitig zum Uebertritt in die zuständige gesetzliche Krankenkasse führt. Nach der Verordnung, die auch für schwebende Fälle gilt, genügt es vielmehr, daß die Voraussetzungen für bie Aufnahme in die Erlatzkasse im Zeitpunkt des Bei­tritts zu der Kaffe bestehen. Spätere Verän­derungen werden nur dann berücksichtigt, wenn e i n Antragsteller in einen Arbeiterbe- ruf übertritt oder umgekehrt. Aber auch in diesen Fällen kann die Aufsichtsbehörde in Härte­fällen A u s n a f) m e n bis zu einem Jahre zulassen.

Kunst unv Wissenschaft.

Abschluß des Ehirurgen-Kongresses.

Die Schlußsitzung des Chirurgen-Kon- g r e s s e s in Berlin brafyte einige Ergebnisse aus der Knochen-Chirurgie. Professor Ertl (Budapest) berichtete über bemerkenswerte und interessante Er­folge aus der Wiederherstellungs-Chirurgie. Er zeigte Beispiele von völligem Ersatz von Schädel- und Kieferdefekten. Weitere Referate galten der Er­kennung und Behandlung verschiedener Wirbeler­krankungen und Brüche. Erwähnenswert ist der von Geißendörfer (Breslau) vorgeführte Farben- Lehrfilm, der für den Unterricht neue Möglichkeiten zur Veranschaulichung komplizierter Operations­methoden bringt. Damit hatte die Tagung ihr Ende gefunden. Der Vorsitzende Professor Stich dankte allen Vortragenden, die mit ihren Beiträgen An­regung zu neuen Arbeiten gaben.

Die Woche derDramatiker der f)3. in Bochum.

Die Woche der Dramatiker d e r H I. ist eine neue große zyklische Veranstaltung des Bochumer Schauspiels, das im Herbst v. I. mit der Kleist-Woche einen in- der deutschen Öffentlichkeit als kultur­politisches Ereignis gewürdigten Zyklus heraus­gebracht hatte. Aehnliche Zyklen des Bochumer Thea- ters in früheren Jahren waren dem Drama Shake­speares, Goethes und Schillers gewidmet.

Großer Erfolg der ungarischen philharmonikerinBerlinundHamburg.

Das Berliner Konzert der Budapester Phil­harmoniker gestaltete sich zu einem großen Erfolg für die ungarischen Gäste. Den Darbietun­gen gingen die deutsche und die ungarische Na­tionalhymne voraus. Die Konzertbesucher dankten durch lebhaften Beifall dem Diregenten von D o h- nanyi für feine sinnbildliche JBeEunbung der deutsch-ungarischen Freundschaft. Die Bedeutung, die dem Gastspiel beigemessen wird, sah man auch in der starken Beteiligung führender Manner des Staates, der Bewegung und des kulturellen Lebens^

Die Darbietungen des Orchesters, die das Mei­sterfingervorspiel von Wagner, die Fis=Moll=<5uite op. 19 von Dohnanyi, und die 3. Sinfonie von Beethoven umfaßten, lösten bbt den Zuhörern stärk­sten Beifall aus. Der Schlußbeifall steigerte sich zu anhaltendem Jubel, so daß die Gäste mit der Zu­gabe des Rakoczy-Marsches für die' überaus herz­liche Aufnahme in Berlin dankten.

Reichsminister Dr. Goebbels richtete an das ungarische Philharmonische Orchester folgendes Be­grüßungstelegramm:Ich begrüße die ungarischen Philharmoniker mit ihrem berühmten Dirigenten herzlichst auf ihrer Deutschlandreise und wünsche ihrer Konzerttätigkeit reiche Erfolge. Möge sie mit baau beitragen, unsere beiden befreundeten Länder kulturell noch näher zu bringen und die so herz­lichen deutsch-ungarischen Beziehungen weiter zu vertiefen. Reichsminister Dr Goebbel s."

Das ungarische Philharmonische Orchester gab auch in Hamburg ein fast ausverkauftes Konzert. An der Spitze des Programms stand Beethovens Eroika. Im zweiten Teil hörte man ungarische Mu­sik und als Abschluß Wagners Meistersingervorspiel. Wie schon in Breslau und Berlin wurden die un­garischen Gäste stürmisch gefeiert.

Deutschland ehrt das Andenken des polnischen Komponisten Szymanowski.

Auf bem Anhalter Bahnhof in Berlin fand eine eindrucksvolle Gedenkfeier für Karol Szyrnanow- fki, den bedeutendsten Komponisten Polens, statt, der am Ostermontag in Lausanne verschieden ist, und dessen sterbliche Hülle nach seiner Heimat über­geführt wurde. Auf dem Außenbahnsteig hatte sich eine große Trauergemeinde versammelt. Der pol­nische Geschäftsträger Prinz L u b o r m i r s k i ge­dachte mit ehrenden Worten des Dahingegangenen. Präsidialrat I h l e r t überbrachte die letzten Grüße der Mitglieder der Reichsmusikkammer.

Aus aller Welt.

Zehn Todesopfer des Eisenbahnunglücks bei London.

Die Zahl der Toten bei dem schweren Eisen­bahnunglück auf der Londoner Südbahn hat sich auf zehn erhöht. Am Sonntag ereignete sich in der Nähe von Seven Oaks in der Grafschaft Kent wiederum ein leichter Zugzusammenstoß, bei dem aber niemand verletzt wurde. Das ist der fünfte Eisenbahnzusammenstoß innerhalb von vier Tagen in London oder in seiner unmittelbaren Um­gebung.

Streikunruhen in Minnesota.

In Albert Lea im Staate Minnesota stürmte bie Polizei bas Hauptquartier ber radikalen Gewerk­schaft, obwohl sie vom Dach bes Gebäudes mit

brennenden Decken beworfen und mit kochendem Wasser begossen wurde. 54 Streikanführer wurden verhaftet. Streikende Arbeiter der amerikanischen Gasmaschinengesellschaft drohten darauf das Ge­fängnis zu stürmen, und es kam in der Stadt zu wüsten Ausschreitungen. Kraftwagen mür­ben umgeworfen, ein Polizeiauto in Brand gesetzt, ein zweites in ben Fluß gestürzt. Danach zogen Streikende vor ein Werk, in dem Arbeitswillige nach gewaltsamer Entfernung der Sitzstreiker bie Arbeit ausgenommen hatten, warfen die Fenster­scheiben ein und versuchten in die Fabrik einzu- bringen. Der Sachschaden beträgt 15 000 Dollar. Die Polizei setzte sich schließlich mit Knüppeln unb Tränengas burch. Nach Eintreffen bes Staats« gouverneurs Benson, der die Verhafteten in Freiheit setzen ließ und in Schutz nahm, würbe* die Ruhe wiederhergestellt.

Sprengstoff-Anschlag in Vrilifch-Eolumbien.

In der Nähe von Nelson in Britisch-Columbien wurden vier Schulen und zwei Hallen durch eine Explosion unb einen anschließenden Brand vernichtet. Eine fünfte Schule wurde beschädigt. Es handelt sich um einen Spreng st oss-Anschlag. Verletzt oder getötet wurde niemand.

Einsturzunglück in Italien.

In Sestri Levante stürzte ein Teil bes im Bau befindlichen faschistischen Parteihauses ein. Während des Unfalles befanden sich zwölf Arbeiter, die vor dem Regen Schutz gesucht hatten, in den Räumen des ersten Stockwerkes. Einige von ihnen konnten sich unversehrt in Sicherheit bringen, bie übrigen sind mehr ober weniger schwer verletzt warben. Die Aufräumungsarbeiten würben sofort in An­griff genommen, boch fehlten nach einigen Stunben noch vier Arbeiter. Man befürchtet, baß sie ums Leben gekommen sinb und unter ben Trüm­mern begraben liegen.

Hochwasser in IHosfau.

Moskau steht augenblicklich im Zeichen des Frühjahrshochwassers. Infolge anbau» ernber Regengüsse und anschließender Schnee­schmelze hat der Wasserstand des Moskwaflusses und seiner Nebenflüsse stellenweise eine beträchtliche Hohe erreicht. Auf dem Gelände der Moskauer Landwirt­schaftlichen Ausstellung hat das Wasser eines Stau­dammes die Schleusen durchbrochen. Die Wasser­massen drohen das fünfstöckige Gebäude eines Volks­kommissariats und einen großen Teil der Chaussee zu unterspülen. In den angrenzenden Sttaßenzügen sind die meisten Keller und sogar bie ersten Stock­werke der Häuser überschwemmt. Auch ber Fluß Jausa führt Hochwasser. Insgesamt mußten über 3000 Menschen ihre Wohnungen räumen.

Ein Stratosphärenballon gefunden.

In ber Nähe ber oberitalienischen Ortschaft Mon- temagno bei Cabello Ligure entdeckten ßanbleute die Ueberrefte eines großen Stratosphären­ballons. In der Gondel befanden sich verschie­dene Apparate, darunter Photoapparate und ein Höhenmeßinstrument, das die Höchstgrenze von 22 000 Meter anzeigte. Die Fundstücke wurden von Militärbehörden zwecks weiterer Nachforschungen in Verwahrung genommen.

Pariser Geschäfte Montags geschlossen.

Nach einem neuen Gesetzeserlaß über bie Durch­führung ber 40-Stunben-Woche wirb in Zukunft an Montagen genau so wie an Sonntagen aus­sehen. Sämtliche großen Geschäfte unb ber größte Teil ber kleinen Verkaufsläben müssen geschlos - s e n bleiben, ba bie Angestellten nur fünf Tage in ber Woche arbeiten bürfen. Die Banken unb Ver­sicherungsgesellschaften haben bagegen am Sams« tag unb Sonntag geschlossen. In ben klei­nen Verkaufsläben ist es ben Inhabern anheimge­stellt, ihre Geschäfte zu öffnen, wenn sie keine be» folbeten Angestellten beschäftigen.

Die Methylalkoholvergiftungen bei Bitterfeld.

Der traurige Vorfall, ber sich in Reitzsch bei Bitterfeld ereignete und bem die Volksgenossen ßouis, Albert und Otto F e l g n e r zum Opfer fielen, ist aufgeklärt worden. Der Einwohner Gaul, der den Methylalkohol enthaltenden ßitör ausgeqeben hatte, legte ein Geständnis ab, daß er von seiner Arbeitsstätte Alkohol entwendet und ßiför davon hergestellt habe. Es handele sich um den gefährlichen und für ben menschlichen Genuß verbotenen Methylalkohol. Gaul wurde in das Untersuchungsgefängnis eingeliefert.

Kleine politische Nachrichten.

lieber die Auslosung einer illegalen ukrainischen Organisation in Wolhynien, deren Ziel bie Vor­bereitung eines bewaffneten Auf« ftanbes gegen ben polnischen Staat mit Hilfe einer fremben Macht gewesen sei, berichtet berKrakauer Illustrierte Kurier". Danach gelang es im Kreise Horochow nach länge­rer Beobachtung eineUkrainische Kosaken­bewegung" aufzubecken unb 43 führenbe Mit­glieder zu verhaften. An ber Spitze ber illegalen Organisation habe als Ataman ein gewisser W o - loszyn gestanden, ein ehemaliger Oberst der Sko- ropadski-Truppen. Dem Wolhynischen Geheimver­band, der eng mit der illegalen ukrainischen Ter­rororganisation OUN. zusammengearbeitet habe, hätten 200 Mitglieder angehört.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm ßange. Stellvertreter des Hauptschriftleiters: Ernst Blum­schein. Verantwortlich für Politik und für bie Bilber: Dr. Fr. W. ßange; für Feuilleton: Dr Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen­leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. III 37: 10 496. Druck und Verlag: Brühl'sche Unioerfitäts-Buch- und Steindruckerei R. ßange, K.-G., sämtlich in Gießen Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr Emzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samstags

15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 4 vom 1. April 1937 gültig.

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