Schlesien wie in diesen Tagen seine deutsche Sen- dung auch in Zukunft erfüllen und seine Einheit mit dem großen Reich der Deutschen bekunden werde. Daß Schlesien stets deutsch war, werde durch seine große kulturellen Leistungen in Vergangenheit und Gegenwart bewiesen. Die Tage der' Gau- kulturwoche in Oberschlesien sollten ein Bekenntnis bilden zur deutschen Art, zum deutschen Wesen und zur Kultur der Deutschen. Der Führer und das Reich sollten wissen, daß die Menschen im schlesischen Raum nichts sein wollten als Deutsche, eins mit dem, was Deutschland heißt, und ihren Mann stehen werden jetzt und allezeit im großen deutschen Schicksalskampf. — Die Eröffnung einer Ausstellung junger schlesischer K ü n st l e r, einer Schau von laienkünstlerischen Freizeitarbeiten schlesischer Bauern und Arbeiter sowie eine Kundgebung der Reichskammer der Bildenden Künste beschlossen den ersten Tag der Gaukulturwoche.
Die Frankfurt.r Kolonialausstettung eröffnet.
Lpd. Frankfurt a. M., 4. April. Am Sonntagvormittag fand im Bachsaal des Festhallengeländes die Eröffnung der Deutschen Kolonialausstellung statt. Der Feier wohnten der Gauleiter, Reichsstatthalter Sprenger, Gaupropagandaleiter Müller-Scheld, Generalmajor Leeb, sowie Vertreter der Behörden und Angehörige des Konsularkorps bei. Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs hob die hervorragende Stellung Frankfurts in der Kolonialgeschichte hervor. 1882 wurde hier der Deutsche Kolonialverein gegründet. Aber auch 1933 habe unter Führung des ehemaligen Gouverneurs Dr. Schnee der koloniale Gedanke im Dritten Reich einen starken Auftrieb erhalten. Zum Schluß erinnerte der Oberbürgermeister an die Worte Sven Hedins, der sagte, daß Deutschland genau so Kolonien haben müsse wie andere Nationen und daß das Recht ganz auf Deutschlands Seite sei. Auf diesem Recht bestehen mir; wir verlangen unsere Kolonien zurück als Lebensnotwendigkeit und Erfüllung eines gerechten und unabdingbaren Verlangens.
Der Propagandaleiter des Reichskolonialbundes, Bohm, überbrachte die Grüße des Bundesführers des Reichskolonialbundes, Reichsstatthalters Ritter von Epp. Die Ausstellung solle einen Ueberblick geben über das, was Deutschland in den Kolonien geleistet habe und was die Kolonien heute für das deutsche Volk im Kampf um den Raum bedeuten. Stadtrat Bickendorf, der Gauverbandsleiter des Reichskolonialbundes für Hessen-Nassau, übergab die Ausstellung der Oeffentlichkeit. Es handele sich bei dem kolonialen Gedanken nicht um Fragen oder Probleme, sondern um die deutschen kolonialen Forderungen. Deutschland erhebe diese Forderung im Namen geschichtlicher Gerechtigkeit und wirtschaftlicher Vernunft. Er schilderte dann im einzelnen die Art der Erwerbung der deutschen Kolonien und betonte, daß von allen Schutzherren in Afrika Deütsch - land die reinsten Hände gehabt habe. Die koloniale Forderung sei heute eine Forderung des gesamten deutschen Volkes geworden. Das nationalsozialistische Deutschland habe den bedingungslosen Glauben, daß der Führer, der Gerechtigkeit und Vernunft in Deutschland wieder einsetzte, auch den Lebensraum der Nation ermöglichen wird.
Die Forderung der Partei an den Studenten.
Der Gauleiter spricht zu den Studenten Hessen-Nassaus.
N S G. 3n dem Schulungslager der Studenten des Gaues Hessen-Nassau in Oberursel werden die Stu- dentensührer auf ihre künftige Arbeit vorbereitet. Gauleiter und Reichsstatthalter Sprenger sprach am Samstagnachmittag in Anwesenheit des stellvertretenden Reichsstudentenführers, Sturmbannführer Horn, über die Forderungen der Partei an die deutschen Studenten. Der 'Gauleiter erhob die Forderung, daß der Nationalsozialismus n i ch t a u f dem Katheder gelehrt wird; denn die Lehre des Führers, die durch die Tat verwirklicht wird, kann durch keinen Dritten untermauert werden. Der Studentenbund ist als Gliederung der Partei allein der Partei verantwortlich, wie sich auch die Partei besonders der Studenten an- nimmt, die zum höheren Studium berufen sind. Heute gilt das Wort Berufung wirklich, denn es ist nicht mehr nur den Begüterten möglich zu studieren, sondern aus allen Schichten können die Gut- veranlagten und Gesunden zum Studium kommen. Damit übernehmen aber auch die eine ungeheuere Verantwortung, die den jungen Hochschüler lenken sollen, daß nicht nur Forscher und Gelehrte aus ihnen werden, sondern daß diese jungen Menschen ebenso gute Politiker abgeben. Die Fahnen der Korporationen von ehedem wurden eingerollt und haben einen Ehrenplatz erhalten; sie müssen nun aber ein für alle mal verschwunden sein! Die neue studentische Ordnung ist eine Synthese, die das alte Gute, was wert ist übernommen zu werden, als Grundlage nimmt. Dabei sprach der Gauleiter auch die Hoffnung aus, daß die Alt-Herren- schäft den Weg mitgehen wird, um zu betonen, daß, wer diese Brücke nicht benutzt, endgültig daneben steht. Es bedeutet nichts, wenn der junge Student den Nationalsozialismus fabelhaft auseinandersetzen kann, das Einzige, was hochgewertet wird, ist das Vorbild, das der junge Student gibt. Die Ehrenordnung sei nichts neues im Nationalsozialismus, es sind Grundsätze, die der Führer gelegt hat. Das Wesentliche aber ist, daß d i e Ehre jedes guten Deutschen gleich gewertet wird und jeder das Recht hat, seine Ehre mit der Waffe wiederherzustellen. Bei den Studenten, die eine Auslese des Volkes darstellen, werden allerdings die Ehrengesetze schärfer hervortreten. Zum Schluß forderte der Gauleiter die Studenten auf, sich eine Fachschaft auszusuchen und sich auf ein ern st Haftes Studium festzulegen. Besonders eindringlich stellte er dabei die Nachwuchsfrage der Dozentenschaft heraus, die gerade heute, da wir nationalsozialistische Dozenten verlangen, nicht vernachlässigt werden darf, Der Grundsatz unserer Arbeit ist, ein aufrechtes und freies Volk zu erziehen und so wollen wir in dem Studenten schon den freien Mann sehen. Wenn wir so denken, sind wir schon ein weites Stück gegenüber den alten Korporationen vorgedrungen. Der Student muß jederzeit vor dem deutschen Volke bestehen können, denn das Lanze Volk bringt ungeheure Opfer, um den Bestand der Hochschulen zu sichern, und hat ein Recht zu verlangen, daß die xStudenten Kerle werden. — Für die studentischen Mannschaftsführer versprach Studentenführer Ä a l o n , daß die Studenten im Gau Hessen-Nassau jederzeit ihre Pflicht erfüllen werden.
Der grauenvolle Sexualmord in Manage
Die furchtbaren Vorgänge in dem belgischen Kloster.-Die Bevölkerung in heller Empörung
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und über die Herkunft des Geldes keine Angaben machen könne, bequemte er sich später in Gegenwart des Leiters des Klosters dennoch zu einem umfassenden G e st ä n d n i s. Als er 1932 die fragliche Zelle im Kloster Marienthal bezog, mar der Mönch gerade von Japan zurückgekehrt, wo er einer Franziskaner-Mission angehört hatte. Da seine Nerven stark mitgenommen waren, sollte er sich in dem ruhigen Wallfahrtsort des Rheingaues erholen. Um Gegenstände unterbringen zu können, die er vor feinen Oberen verbergen wollte, brach er in eine Zwischenwand ein Loch und richtete sich einen Wandschrank ein, der durch einen Kleiderverschlag unberufenen Blicken entzogen war. In dem Wandschrank, von dessen Vorhandensein niemand etwas wußte, hatte er mehrere Pappschachteln mit allerlei Habseligkeiten stehen.
Am Morgen des Osterdienstag hatte der Mönch einen der Kartons aus dem Wandschrank heraus- genommen. Da der hinter dem Kleiderverschlag liegende Wandschrank völlig lichtlos war, pflege der Mönch eine Kerze auf eine Pappschach - t e l innerhalb des Schrankes zu stellen. Während jer nun an dem Karton hantierte, den er aus dem Schrank L'nommen hatte, hörte er plötzlich Schritte vor feiner Zelle. Er verließ die Zelle, deren Tür er hinter sich abschloß, ohne an die brennende Kerze im Wandschrank zu denken. Die Kerze brannte nieder, das Feuer griff auf die Pappschachtel über und fand zunächst an den umliegenden Sachen und dann an den Dachsparren des Mansardengeschosses reichlich Nahrung. Als das Feuer entdeckt und der Mönch herbeigerufen worden war und feine Zelle aufgeschlossen hatte, war ein Löschen des Feuers schon nicht mehr möglich, zumal es in den Beständen der benachbarten Bibliothek reiche Nahrung fand. Eigenmächtige Geheimniskrämerei, sortgefetzter Verstoß gegen das Gelübde der Armut, leichtfertiges Hantieren mit einer ungeschützten Kerze und unverantworttiche Sorglosigkeit haben diesen Mönch zum Brandstifter werden lassen, der wertvolles Volksvermögen vernichtet hat."
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Lpd. Frankfurt a. M., 4. April, lieber die Entstehung des Großfeuers im Kloster Marienthal veröffentlicht die Frankfurter Kriminalpolizei einen Bericht, in dem es u. a. heißt: „Als Brandherd konnte eine im Manfardengefchoß neben dem Bibliotheksraum gelegene Zelle eines Laienbruders bestimmt werden. Dieser Laienbruder verstand es zunächst, durch sein sehr sicheres Verhalten, das er während einer mehrstündigen Vernehmung zur Schau trug, jeden Verdacht von sich abzulenken. Um alle Möglichkeiten der Brandentstehung in dem genannten Raum zu erfassen, wurde der in der Zelle lagernde Brandschutt einer gründlichen Untersuchung unterzogen. Dank der sehr sachgemäßen Arbeit der Feuerwehren, die jedes überflüssige Einreißen vermieden hatten, war es möglich, die sehr bedeutsame Feststellung zu treffen,' daß sich in der Außenwand der in Frage stehenden Zelle des MWsardengeschosses zweifellos ein Wandschrank befunden hatte, der in den Bauplänen nickt verzeichnet war. Ferner wurden in dem Brand schütt zahlreiche Gegen st ände vorgefunden, die nicht zu dem üblichen Inventar eines Mönches gehören und deren Besitz offensichtlich dem Gelübde der Armut widersprach. Die sofortige Freilegung der Reste des Wandschrankes zeigte sodann das für die weiteren Ermittlungen sehr bedeutsame Ergebnis, daß in der hintersten Ecke des Wandschrankes Geld versteckt worden war. Aus einem vorgefundenen stark verkohlten Stoffrest war zu entnehmen, daß das Geld offensichtlich gerollt aufbewahrt worden war. Es handelte sich ausschließlich um Kleingeld. Dieser Befund war um so auffälliger, als den Franziskanermönchen jeder Geld- befitz mit besonderer Strenge untersagt ist. Als dem Oberen des Klosters das in der Zelle versteckt gewesene Geld vorgezeigt wurde, mußte auch er sich der von den Beamten vertretenen Ansicht an- schließen, daß dieses Geld offensichtlich aus Opferstockdiebstählen herrührte.
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Die Verjudung der Gowjetpresse.
Zn den Moskauer Redaktionen sitzen die Hetzer und Friedensstörer.
düros enthält. Besonders erschreckend ist dabei, daß es sich leider keineswegs um den Einzelfall eines verirrten haltlosen Klosterinsassen handelt, sondern wie aus dem Bericht hervorgeht, schon vor Jahren in dem gleichen Kloster eine Reihe von ähnlichen abscheußlichen Verbrechen aufgedeckt wurde, ohne- daß die zuständige Kirchenbehörde nun hinreichende Maßnahmen getroffen hätte, solche schändlichen Verbrechen an der der Obhut des Klosters anvertrauten Jugend zu verhindern, ja der Bericht verstärkt den Verdacht, als ob die Kirchenbehörden auch in diesem letzten Fall versuckt hätten, das schwere Verbrechen zu vertuschen. Aehnliche Vorgänge haben wir in den Koblenzer Prozessen kennengelernt. Es ist begreiflich, daß der Oeffentlichkeit aus Gründen der Moral, nicht aus irgendwelcher Feindschaft gegen eine kirchliche Gemeinschaft über die wachsende Zahl dieser Vorfälle in katholischen Erziehungsanstalten in Deutschland nicht nur, sondern auch im Ausland eine steigende Empörung bemächtigt und man eine ganz entschiedene. Stellungnahme der kirchlichen Behörden erwartet.
Ausklärung des Brandes im Kloster Marienthal
Grobe Fahrlässigkeit eines Laienbruders die Ursache des folgenschweren Schadenfeuers im Rheingau.
Berlin, 2. April. (DNB.) Von allen Gebieten des öffentlichen Sowjetlebens ist die Okkupation des Pressewesens durch das Judentum am weitesten fortgeschritten. Daß der Haß dieser sowjetjüdischen Pressekamarilla gegen das nationalsozialistische Deutschland seit Jahren keine Grenzen mehr kennt, ist bekannt. Um so wichtiger ist es, sich über das wahre Gesicht dieser sowjet-„russischen" Presse klar zu sein, die jede ihr günstig erscheinende Gelegenheit ausnützt, um selbst und durch Vermittlung ihrer internationalen Gesinnungs- und Rasse- genossen in den verschiedenen Volksfrontparteien die Deutschlandhetze immer von neuem zu entfachen. Maßgebend für das gesamte Pressewesen der Sowjetunion ist die Presseabteilung des Zentralkomitees der Partei, von der die gesamte Sowjetpresse ihre Instruktionen erhält. Der Leiter ist der Juoe Thal, außenpolitischer Referent der Jude Menkes (Jswestija), innenpolitischer Referent der Jude M e ch l i s (Direktor der Prawda) usw. Auch die Preffeabteiluna der Kommissariate, insbesondere des Außenkommisfariats, sowie die gesamte Leitung der TASS, des amtlichen Nachrichtendienstes, sind ausschließlich mit Juden besetzt.
Auch in den Redaktionen und Auslandsvertretungen der großen Moskauer Blätter findet man beinahe nur jüdische Namen. Als Beispiele mögen dienen: Gestand (TASS in Genf), Jeruchimowitsch (Prawda in London), Nilvir (Jswe- ftija in Genf), Jenkins (Jswestija in London), Olgin (Prawda in Washington), Oliver (Prawda in Valencia), Karmen (Jswestiia in Madrid), Olger (Kom- somolskaja Prawda in London) usw. In den Moskauer Redaktionen waren am bekanntesten die letzten Nichtjuden Bucharin (Jswestija) und Rajewski (Journal de Moscvu), die beide vor kurzem verhaftet worden sind. Einen nichtjüdischen bekannten Journalisten gibt es seitdem nicht mehr! Unter jenen, die in der maßgeblichen Moskauer Presse am meisten in Erscheinung treten, finden wir folgende Namen: .Rosenblatt, Ehrenburg, Jeru- salimski, Fischbutter, Segalowitsch, Kolzow-Fried- land, Borodin-Mandelstamm, Kassil, Jefimow-Fried- land, Altmann, Elwin, Joelsohn, Mendelsohn, Mai- sel, Amor, Kuschner, Liebermann, Rosenfeld, Perel- ftein, Fejgin, Kantorowitsch, Mingulin, Lewin, Dia- mantftein, Bärmann, Grinwald, Mejersohn usw. usw. usw. Daß „Genosse" Friedland (Sonderberichterstatter der Prowda in Spanien) sich lieber mit dem russischen Namen Kolzow nennen läßt, sein Bruder Friedland (Karikaturist der Jswestija) sich den Namen Efimo zulegt, „Genosse" Mandelstamm
Lüttich, 3. April. (DNB.) Zu dem Sexualmord, den der Klosterbruder Deinard in dem katholischen Waisenhais „Zur heiligen Familie" in Manage in den Ostertagen verübte, werden jetzt weitere grauenerregende Einzelheiten bekannt, die zu einer außerordentlich heftigen Erregung der Bevölkerung des Gebietes von Charleroi geführt haben. Wie sich jetzt ergibt, find bereits im Jahre 1921 bei den „Brüdern der Barmherzigkeit", die das Waisenhaus von Manage verwalten, ekelhafte geschlechtliche Ausschweifungen bekanntgeworden. Es wurden damals zehn Klosterbrüder verhaftet und zu schweren Kerker st rasen verurteilt, weil sie sich an ihren Zöglingen furchtbar vergangen hatten. Damals war die gesamte Arbeiterbevölkerung vor den Toren des Waisenhauses in Ausruhr geraten und hatte mit handgreiflichen Maßnahmen gegen die Klosterbrüder gedroht. Der erneute Vorfall in dem Waisenhaus hat nun dazu geführt, daß die Bevölkerung von Manage eine drohende Haltung gegen d i e Mönche einnimmt, daß diese sich nicht mehr öffentlich zeigen können. Wenn jemand nach Manage kommt, dann ist nicht nur in dem wallonischen Städtchen selbst, sondern in der weitesten Umgebung der Sexualmord an dem 14jährigen Waisenknaben Cordemans aus Boitsfort bei Brüssel in aller Munde. Die Leute erzählen sich auf der Straße davon, und selbst die Kinder wissen Bescheid. In der Nähe des finsteren Hauses, in dem der Mord geschah, flauen sich immer wieder Menschengruppen, die ganz unmißverständlich ihre Meinung äußern und zum Ausdruck bringen, „man solle den ganzen Kasten ausräuchern".
Bei der ersten Kriminaluntersuchuna bot sich nach den amtlichen Berichten folgendes Bild: Hock oben im Speicher war die Leiche des jungen Cordemans an einem Seil aufgehängt. Das Beil, das zuerst an einem Nagel der Dachluke und dann an einem Balken befestigt war, reichte bis ungefähr einige Fuß über den Boden. Dort hing der Körper des Ermordeten in fahlem Licht der Dachluke völlig entblößt, Hände und Füße gebunden. Nur der Kopf und die Brust schwebten frei. Die Beine und der Unterkörper lagen auf einer Matratze. Spuren auf der Matratze und ein Strumpf mit menschlichen Fäkalien bewiesen, welch wüsten Exzessen sich der Klosterbruder bei dem Sexualmord hingegeben hatte.
Widerliche Szenen, die einen Einblick in die „Moral" des katholischen „Erziehers" geben, kamen bei dem Verhör des Mörders zutage. Zuerst leugnete er alles ab. Schlag auf Schlag wurde aber festgestellt, daß nur er (außer einem anderen Bruder, dessen Alibi einwandfrei feststeht), den Schlüssel zum Speicher befaß. Außerdem war er am Tage des Mordes am Karfreitag nachmittags zwischen 17.30 und 18.30 Uhr von niemanden gesehen worden. Zum Abendbrot war er in Schweiß gebadet und in furchtbarer Aufregung angetreten. Als dem Mörder Bruder Veinard alle diese Einzelheiten vorgehalten wurden, versuchte er feige einen anderen Bruder mit der Tat zu belasten. Nachher verdächtigte er einen Schüler. Erst nach vielen Stunden mühevoller Arbeit ist es den Kriminalisten gelungen, endlich ein Geständnis zu erhalten.
Nach allem, was die Untersuchung bisher ergab, muß die Tat von dem Bruder Veinard sorgsam vorbereitet worden sein. Jedenfalls hat er seine Autorität mißbraucht, um das Opfer von seinen Kameraden zu trennen. Die Zöglinge des Veinard standen am Karfreitagmittag gemeinsam im Hof. Plötzlich befahl Bruder Veinard den jungen Cordemans, in den Schlafsaal zu gehen und die Schuhe zu wichsen. Er ist ihm dann nachgegangen und hat ihn vom Schlafsaal auf den Speicher gelockt. Dort verging er sich dann an ihm. Ob er den Knaben tötete, weil dieser sich wehrte und ihn anzeigen wollte, oder ob es sich um einen regelrechten Lustmord handelte, ist bis zur Stunde noch nicht eindeutig ermittelt worden.
Das tragische Lebensschicksal des kleinen Cordemans wird bei den Leuten in Manage mit besonderem Mitleid besprochen. Seit seinem dritten Lebensjahr schon befand sich Cordemans in religiöser Obhut. Er hat keine anderen Einflüsse gekannt als die der Klosterschwestern und der Klosterbrüder. Welcher Art diese gewesen sein mögen, beweist nicht nur das Vergehen des Bruders Veinard. Bereits vor zwei Jahren mußte der kleine Cordemans aus den Händen eines lüsternen Klosterbruders befreit werden. Die Kriminalpolizei hatte von den geschlechtlichen Vergehen an Cordemans gehört und den Bruder aufgegriffen. Mit Rücksicht auf die kirchliche Obrigkeit hatte man einen öffentlichen Skandal vermieden. Wieviel aber ist vertuscht worden? Wie oft mag die Kriminalpolizei von den Vergewaltigungen im Hause der „Heiligen Familie" nichts gehört haben? Jedenfalls hat der Knabe Cordemans unter einem regelrechten Terror gelebt. Viermal in feinem kurzen Leben hat er aus diesen Kloftermauern zu fliehen versuche Viermal hat das bedauernswerte Kind das Freie errejcht, aber jedesmal hat ihn die Polizei feinen Peinigern wiedergebracht.
Die zweideutige Haltung der verantwortlichen K i r- chenbehörden bei der Entdeckung des Mordes, die im Verlaufe der polizeilichen Untersuchung ans Tageslicht gebracht wurde, hat auf die Bevölkerung in Manage den tiefsten Eindruck gemacht. Der Mord wurde am Karsamstag um fünf Uhr entdeckt. Die Polizei wurde von dem verantwortlichen Leiter des Instituts erst um zehn Uhr benachrichtigt. Fünf Stunden ließ man zwischen der Entdeckung des Mordes und der Mitteilung an die Polizei verstreichen. In diesen fünf Stunden wurde das Vertrauen der Gläubigen von Manage auf die härteste Probe gestellt. Was ist von füünf bis zehn Uhr im Kloster verhandelt worden? Was wurde fernmündlich mit den Bischöfen ober gar mit Mecheln besprochen? Das sind die Fragen, die in Manage gestellt werden. Wieder ist man sich nunmehr bewußt geworden, daß es der katholischen Obrigkeit weniger auf die Bestrafung des Mörders als auf ihr eigenes Prestige ankam.
Den peinlichen Eindruck der Unehrlichkeit vermitteln die kirchlichen Behörden jetzt mit ihren Versuchen, den Sexualmord in Manage als die Verirrung von geistig Umnachteten hinzustellen. In Zeitungsmeldungen katholischer Blätter wird das schon angedeutet; denn wahrscheinlich sei sowohl der Bruder als auch fein Opfer geistig minderwertig. Auf die Sexualverbrechen aus dem Jahre 19 21 gehen die katholischen Blätter überhaupt nicht. ein. Die Bevölkerung von Manage hat aber auf solche Ehrenrettungsversuche der kirchlichen Obrigkeit die treffende Antwort gefunden: Der Mörder und der Ermordete sollen wahnsinnig ge
wesen sein? Das wäre etwas viel Irrsinn auf einmal.
Die schmutzigen Ereignisse im Schutze der „Heiligen Familie" sind für die Arbeiterbevölkerung von Manage von schwerwiegenden moralischen und sozialen Folgen. Der moralische Schaden, den die strenggläubigen Bewohner des Städtchens erlitten haben, ist nicht wieder gut zu machen. Der soziale Schaden ist bei dem niedrigen Lebensstandard der wallonischen Arbeiter besonders erschütternd. Don attersher waren die Arbeiter von dort gewohnt, ihre häusliche Ordnung auf das Vertrauen zu den Klosterbrüdern und Klosterfrauen aufzubauen. Während die Männer und meistens auch die Frauen arbeiten gehen, werden die Kinder in das Kloster gegeben. Jetzt hat wieder einmal ein Klosterbruder das ihm anvertraute Gut zur Befriedigung feiner Gelüste mißbraucht und einen Mord verübt. Keine Mutter hat in Manage noch Vertrauen ins Kloster. Wo aber sollen jetzt die Kinder hingegeben werden, wenn die Eltern zur Arbeit gehen.
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Nur mit innerem Widerstreben kann man die Einzelheiten des scheußlichen Verbrechens wiedergeben, die der Bericht des Deutschen Nachrichten-
(ber Direktor der Moscow Daily News) sich in Borodin umtauft und Rosenblatt seine Hetzartikel mit Jur oder Vigilis unterschreibt, ist bezeichnend dafür, daß diese Leute der Welt noch über den wahren Charakter der „russischen" Presse Sand in die Augen streuen mochten. Jüdisch sind auch die lokalen Korrespondenten der Moskauer Blätter, die überall die Rolle von Aufpassern und Denunzianten zu spielen haben, und die Redakteure der vielen mittleren und kleinen Provinzblätter. Je eher sich auch das Ausland über den wahren Charakter der „russischen Presse" klar wird, desto besser für den Weltfrieden. Denn dann muß es erkennen, wo die wahren Hetzer sitzen, deren Geschäft es ist, Unruhe zu säen und Unfrieden zu stiften.
potemkin zum stellvertretenden Außenkommissar ernannt.
Moskau, 4. April (DNB.) Das feit Wochen m der Sowjetunion anhaltende Revirement innerhalb der Sowjetregierung hat auch auf die sowjetrufsi- fdjen Auslandsvertreter übergegriffen. Der sowjetrussische Botschafter in Frankreich, Wladimir Petrowitsch Potemkin, wurde von feinem Posten abberufen und zum ersten Stellvertreter des Volkskommissars des Außenkommissariats ernannt. Potemkin war von 1926 bis 1929 Bot- schaftsrat in der Türkei, von 1929 bis 1932 Sowjetgesandter in Griechenland; 1932 bis 1934 vertrat er die Sowjetunion als Botschafter in Italien. Seit Ende Dezember 1934 hatte er den Posten des Sowjetbotschafters in Frankreich inne. Potemkin tritt an die Stelle des ins Justizkommiffariat versetzten bisherigen stellvertretenden Außenkommisfars Kre- s Z i n f k i.
Oer GM.-Häuptling Zagoda verhaftet.
Moskau, 4. April. (DNB.) Wie sowjetamtlich gemeldet wird, wurde der berüchtigte ehemalige GPU. - Chef Jagoda, der zuletzt die Stellung eines Poftkommisiars bekleidete, verhaftet „infolge dienstlicher Verbrechen strafrechtlichen Charakters". Jagoda, der offiziell die Bezeichnung eines Volkskommissars für innere Angelegenheiten führte, war Ende September 1936 von den Verpflichtungen dieses Amtes entbunden und zum Postkommissar ernannt worden. Die damalige „Versetzung" bedeutete eine völlige Kaltstellung des bis dahin im Kreml großen Einfluß ausübenden Jagoda, der jetzt auch zu feinem endgültigen Sturz geführt hat.


