Aeirgfunfperfonal, Funkoberfeldwebel und Fernsprechoberfeldwebel. — Für das allgemeine Personal der Luftnachrichtentruppe gilt ebenfalls das, was bereits über das allgemeine Personal der Fliegertruppe gesagt wurde. Für die Luftvachrichtentruppe kommen in erster Linie Freiwillige der folgenden Berufe in Betracht: Funker, Techniker und Arbeiter aus der Funk-, Fernmelde- und Fernsprechgeräteindustrie, Telegraphenarbeiter, Dulkanisierer, Feinmechaniker, Uhrmacher, Kartographen, Mathematiker, Motor- und Autoschlosser, Kraftfahrer.
3m 11. und 12. Dienstjahr sind alle Unteroffiziere berechtigt und verpflichtet, eine Fachschule zu besuchen, um sich dadurch die Kenntnisse und damit die Anwartschaft für den erwählten Zivilberuf zu erwerben. Das kann zum Beispiel geschehen au einer Luftwaffen-Fachschule für Verwaltung mit dem Ziel einer späteren Anstellung als Beamter im Verwaltungsdienst bei Behörden des Reiches, der Länder und der Gemeinden. Für das Luftnachrichtenpersonal, Flugzeugfunkpersonal und Bordfunker liegt nahe der Besuch eines Lehrganges an einer höheren Technischen Wehrmachtslehranstalt, dessen Abschlußprüfung die Voraussetzung für die Einberufung als Anwärter für den gehobenen mittleren technischen Dienst des Nachrichtenwesens ist. Für Flug- zeugmechaniker, Flugzeugmotorenschlosser und Bordmechaniker kommen in Betracht die Lehrgänge a n der Fliegertechnischen Schule zur Vorbereitung auf den mittleren gehobenen Dienst des Flugwesens. Diese Lehrgänge dauern in der Regel zwei Jahre und werden im gleichen Rahmen wie die einer Höheren Technischen Lehranstalt durchgeführt. Kraftfahrer können die Höhere Technische Lehranstalt bei der Kraftfahrkampftruppe n s ch u l e besuchen. Die Abschlußprüfung dieser Lehrgänge berechtigt zur Zuladung als Beamten- anwärter des gehobenen mittleren technischen Dienstes des Kraftsahrwesens und zum gehobenen mittleren technischen Dienst bei den Bchörden des Reiches, der Länder, der Gemeinden und der Körperschaften des öffentlichen Rechts. Die Höhere Wehrmachtlehranstalt für Vermessungswesen bezweckt die Ausbildung für den gehobenen mittleren Vermessungsdienst bei den Behörden des Reichs, der Länder, der Gemeinden usw. Als Schüler eignet sich in erster Linie, wer in einem vermessungstechnischen oder ähnlichen technischen Beruf tätig war oder während seiner militärischen Dienstzeit im Bildwesen oder im Truppenoermessungsdienst ausgebildet wurde. Grundsätzlich steht aber jedem Soldaten der Zutritt zur Ausbildung offen. Hinreichende Kenntnisse in Mathematik und Fähigkeit im Zeichnen sind nötig. Soldaten mit handwerklichen oder technischen Kenntnissen, welche eine Stelle als technischer Beamter erstreben oder sich in ihrem früheren Beruf weiterbilden wollen, können eine Heeresfach- schule für Technich besuchen. Schließlich haben auch noch die Heeresfach- schulen für Landwirtschaft die Aufgabe, langdienende Soldaten, die aus der Landwirtschaft stammen, beruflich so weit zu fördern, daß sie in der Lage sind, einen bäuerlichen Betrieb selbständig zu bewirtschaften.
Der Soldat der neuen Luftwaffe hat also nicht nur die Auswahl unter der Vielzahl der militärischen Laufbahnen, sondern er kehrt gekräftigt an Körper und Geist, reich an militärischem Erleben in seinen alten Zivilberuf zurück oder tritt gerüstet mit Kenntnissen und Fähigkeiten in die erwählte neue berufliche Laufbahn ein. So wirkt sich der Aufbau der Wehrmacht des Dritten Reichs segensreich aus für jeden, der seinen Dienst in der Wehrmacht leisten darf.
3m Geiste Heinrich von Stephans.
Die Gefolgschaft -er Reichspoft begrüßt den neuen Minister.
Berlin, 4. Febr. (DNB.) Am Donnerstagmorgen überreichten Mitglieder des Reichspostministeriums dem neuen Reichspostminister Dr.-Jng. e. h. Ohnesorge in seiner Wohnung als Glückwunsch der Gefolgschaft eine Festgabe, während eine Kapelle des Postschutzes ein Ständchen darbrachte. Im Festsaal des Reichspostministeriums fand eine schlichte Feier statt. Ministerialdirektor Diplom- Ingenieur Nagel begrüßte im Namen des Personals der Deutschen Reichspost herzlich den Minister. Am heutigen Tage danken ihm die Gefolgschaft und vor allem die alten Parteigenossen für sein jahrelanges unerschütterliches Eintreten für die Aufrechterhaltung des Charakters der Deutschen Reichspost als einer Hoheitsverwaltung. Die Gefolgschaft sei stolz darauf, daß an der Spitze der Verwaltung ein Mann stehe, der zu den ältesten und treuesten Anhängern des Führers zähle. Sie gelobe ihm, in Vertrauen und Treue auf dem Weg zu folgen, den sie der Minister im Staate unseres Adolf Hitler führen werde. Der Minister gab in kurzen Umrissen ein lebendiges Bild von der Entwicklung der Reichspost,- er dankte seinen Mitarbeitern für die treue Unterstützung und rief die Gefolgschaft auf, im Geiste preußischen Beamtentums auf dem Grundstein aufzubauen und weiterzuarbeiten, den Heinrich von Stephan der Reichspost legte.
Reichspostminister Ohnesorge erklärte einem Schriftleiter des „Völkischen Beobachters" u. a.: Die Personalunion zwischen dem Reichspostminister und dem Reichsverkehrsminister hat bereits vor der nationalsozialistischen Machtergreifung bestanden. Nachdem die Reichsbahn jetzt als unmittelbare Reichsverwaltung wieder unter die Hoheit des Reiches zurückgeführt ist, ist der Aufgaben- kreis des Reichsverkehrsministers so gewachsen, daß eine einzelne Persönlichkeit diese vielgestaltigen Aufgaben nicht bewältigen kann.
Einheit der Verkehrspolitik war in der vergangenen Zeit zu einem Schlagwort geworden. Die Deutsche Reichspost tritt aber im Nachrichtenwesen nie in Konkurrenz mit anderen Verkehrsanstalten auf, sondern hat eine monopol- artige Stellung, so daß hier die Einheit der Derkehrspolitik im Verwaltungskörper der Deut- chen Reichspost allein und unteilbar gesetzt ist. Im übrigen würde die Deutsche Reichspost auch schon deshalb nicht unter dieses Schlagwort passen, weil ie im Nachrichtenwesen keine Verkehrsleistung, also keinen Transport von Gütern ausführt. Die Reichspost übermittelt in ihrem Nachrichtenwesen geistiges Gedankengut und stellt es unter einen besonderen Vertrauens- 3H u tz, den Schutz des P 0 st g e h e i m n i f f e s. Sie transportiert diese Nachrichten, soweit sie verkörpert sind, nicht selbst, sondern überläßt den Transport den übrigen Derkehrsanstalten. Und soweit die Post in ihrem Personen- und Güterverkehr tatsächlich Beförderungsleistungen ausführt, teilen diese Aufgaben im Verhältnis zu ihren Ge- amtaufgaben einen so verschwindend kleinen Dro- zentsatz dar, daß es Sinn in Unsinn verkeyren ließe, die Deutsche Reicbspost in ein ihr wesens- remdes Schema zu pressen.
Ueber seinen Aufgabenkreis als Reichspoltmini- ter äußerte sich Dr. Ohnesorge: Ich bin bereits seit
über 40 Jahren im Dienste der Deuffchen Reichspost tätig und habe sämtliche Beamtenstellen der Deutschen Reichspost von unten bis ooen durchlaufen. Ich glaube daher für mich in Anspruch nehmen zu können, Fachmann auf dem Gebiet des Nachrichtenwesens zu fein. Seit 1933 habe ich als Staatssekretär im Reichspostministerium als meine Aufgabe angesehen, die Deutsche Reichspost von allen bisherigen p ri v a t w i rt s ch a ftl i ch e n Tendenzen zu befreien und ihre Eigenschaft als ein Kul- turinstitut, das nur dem Führer und dem gesamten Volk zu dienen hat, klar herauszustellen. Ich habe hierin an das Erbe des großen Generalpostmeisters von Stephan angeknüpft, der in der Deutschen Reichspost eine Einrichtung erblickte, die
Berlin, 4. Febr. (DNB.) Auf dem Wilhelm- Platz waren etwa 20 000 Eisenbahner mit ihren Fahnen und Kapellen aufmarschiert, um dem Führer zugleich namens ihrer 670 000 Arbeitskameraden den Dank abzustatten für die Befreiung der Reichsbahn aus den Fesseln internationaler Verträge und die Rückführung unter die Hoheit des Reiches. Kurz vor 16 Uhr war die Aufstellung in vorbildlicher Disziplin vollzogen. Die Abordnung der Reichsbahnarbeiter und -beamten Berlins, die vom Reichsstellenleiter Reichsbahnoberinspektor P e p p m ü l l e r als Vertreter der Beamten und dem Eisenbahnarbeiter-Fachgruppenwalter Praefke geftihrt wurde, begab sich zum Führer. Der Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller und der stellvertretende Generaldirektor Pg. Klein- m a n n stellten dem Führer die Vertreter der Reichsbahnarbeiter und -beamtenschaft, unter denen sich drei Mitglieder des Hauptvertrauensrates der Reichsbahn befanden, vor.
Brausende Heilruse hallten über den weiten Platz und vermischten sich mit den Klängen des Badenweiler Marsches, als der Führer wenig später, gefolgt von Reichsverkehrsminister Dr. D 0 r p - müller, Reichsleiter Dr. Ley, dem stellvertretenden Generaldirektor Dr. Kleinmann, dem Präsidenten des Reichsfremdenverkehrsverbarrües Esser, Staatssekretär Lammers und anderen Herren seiner Umgebung auf dem Balkon der Reichskanzlei erschien.
Der Führer hielt an die 20 000 deutschen Eisenbahner eine kurze Ansprache, in der er insbesondere daraus hinwies, daß nun die Deutsche Reichsbahn unter die restlose Oberhoheit des Reiches zurückgekehrt sei, ohne daß dafür neue umlanareiche Der- vflichtungen übernommen worden sind. Zum Schluß dankte der Führer den versammelten Eisenbahnern und darüber hinaus allen denen, die an dem großen Werk der Deutschen Reichsbahn in den vergangenen vier Jahren mit- gewirkt haben, für ihre Mühe und Arbeit. Als der
nur der Allgemeinheit und dem Kul. turfort schritt des eigenen Volkes zu dienen und jeden Fiskalismus abzulehnen hatte. In Verfolg dieser Gesicktspunkts haben wir es als unsere Aufgabe angesehen, dem Führer und dem Volk ein auf der Höhe der Technik stehendes Nachrichtenwesen zur Verfügung zu stellen und auch der wirtschaftlichen Betätigung durch günstige, der Zeitlage entsprechenden Tarife zu helfen. Wir haben ferner das Personal der Deuffchen Reichspost zu einem f e ft e n Kameradschafts, block zusammengeschlossen, der fest in der Hand des Führers liegt. Auf diesem Wege werde ich jetzt fortfahren.
Führer, immer wieder unterbrochen von begeisterten Zustimmungsrufen, seine Ansprache beendet hatte, klang brausend der Sprechchor der Eisenbahner auf: „Führer — wir sanken dir!" Ein einziger Ruf, der sich immer wieder erneuerte. Das Kommando, die „Fahnen hoch! Stillgestanden!" gab das Zeichen für das dreifache Sieg-Heil auf Führer und Reich. Den Abschluß der eindrucksvollen Kund- bildete der Gesang der Nationalhymnen.
Amlsiidergahe im Reichsverkehrsmimstermm.
Freiherr von Eltz-Rübenach verabschiedet sich.
Berlin, 4. Febr. (DNB.) Im Festsaal des Reichsverkehrsministeriums verabschiedete sich der bisherige Reichspost- und Reichsverkehrsminister Freiherr von Eltz-Rübenach und dankte den Arbeitern, Angestellten und Beamten des Mi- nisteriums für ihre treue Mitarbeit. Er begrüßte seinen Nachfolger, Dr. D 0 r p m ü l l e r, und bat ihn, allen Mitarbeitern des Hauses fein Vertrauen zu fchenken. Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller brachte in feiner Ansprache zum Ausdruck, daß er die ihm vom Führer übertragenen Aufgaben von allgemein v e r k e h r s p 0 li t i f ch e n Ge- fichtspunkten aus in Angriff nehmen werde. Es werde sein Bestreben sein, alle Verkehrsmittel weiter zu entwickeln. Er würde es als einen Fehler ansehen, einzelne Verkehrszweige nicht auf den höchsten Stand ihrer Entwicklungsfähigkeit zu bringen und nicht alles aus ihnen herauszuholen, was der Allgemeinheit nützen könne. Staatssekretär Königs dankte Freiherrn von Eltz, der allen Mitarbeitern ein gütiger und gerechter Vorgesetzter gewesen sei, und gelobte Reichsminister Dr. Dorpmüller die Treue und aufgeschlossene Mitarbeit aller Angehörigen des Reichsverkehrsministeriums.
Oie deutschen Eisenbahner danken dem Führer.
Große Kundgebung vor der Reichskanzlei.—Oer Führer spricht.
Nochmals -er Fall Schütte.
Als das Urteil gegen den ehemaligen Diözesanjungscharführer Schülle aus Oberkirch (Baden), der wegen Blutschande mit feinen Schwestern zu Vit Jahren Gefängnis verurteilt wurde, ausgesprochen war, hat sich die deuffche Presse wegen des besonders abscheulichen Charakters des von Schülle begangenen Verbrechens in der Berichterstattung stark zurückgehalten. Die Tatsache aber, daß von kirchlichen Stellen die Angelegenheit weiter öffentlich behandelt wird, gibt Veranlassung, noch einmal zum Fall Schülle Stellung zu nehmen.
In den Erklärungen, die von amtlicher kirchlicher Seite abgegeben worden sind, heißt es, Schülle fei nicht Führer sämtlicher katholischer Jungscharen für Baden gewesen, sondern nur „vor zwei Jahren rund sechs Monate in der Diözesanführerschaft der katholischen Jugend tätig gewesen'. Es sei ferner unwahr, daß „dieser junge Mann Theologie studiere, da er noch nicht das vorgeschriebene Studium beendet habe. Er habe erst seit April vorigen Jahres die Obersekunda eines vadischen Prioatgymnasiums besucht."
Demgegenüber muß festgestellt werden:
1. Die Behauptung, daß Hans Schülle Diözesanjungscharführer für Baden war. ist vollkommen richtig. Das ergibt sich schon daraus, daß beispielsweise die Anschriften von Briefen, die von amtlicher kirchlicher Stelle an Schülle gerichtet waren, lauteten: „An den Diözesanjungscharführer in Oberkirch". Die Weglassung des Namens besagt eindeutig, daß es eben in der ganzen Erzdiözese nur einen Jungscharführer gegeben hat. Rundschreiben des Schülle an seine Unterführer tragen den Kopf: „Jungschar, Erzdiözese Freiburg". Wenn es weiter in der Erklärung heißt, Schülle sei vor etwa zwei Jahren rund sechs Monate in der Diözesanführerschaft der katholischen Jungscharen tätig gewesen, so muß demgegenüber festgestellt werden, daß Schülle nicht nur irgendwie „tätig", sondern der tatsächliche Führer war. Wenn er nur sechs Monate „tätig'7 gewesen ist, so nicht deshalb, weil er vielleicht, wie aus der Formulierung der Erklärung geschlossen werden konnte, aus freiem Entschluß die Führerschaft niedergelegt hätte oder weil dies von der kirchlichen Obrigkeit veranlaßt worden wäre, sondern weil er wegen staatsfeindlicher Tätigkeit von seinem Posten entfernt wurde. Schülle hat sich übrigens auch noch im Prozeß als „Diözesan- jungscharführer" bezeichnet.
2. Es ist vollkommen wahr, daß Schülle Priester werden wollte. Schülle hat, wie berichtet, feiner Mutter aus der Untersuchungshaft geschrieben, er wolle trotz allem seine Absicht, Priester zu werden nicht aufgeben. Er hat im Prozeß auch nach richterlicher Feststellung feines Verbrechens bis zum letzten Augenblick den festen Entschluß kundgegeben, doch noch Pfarrer zu werden, ein Entschluß, der bei allen Prozeßbeteiligten Erstaunen und Verblüffung ausgelöft hat. Es ist freilich richttg, daß Schülle noch nicht eingeschriebener Student der Theologie an der Universität war, vielmehr gehörte er als Schüler der allen Katholiken wohlbekannten Len- derschen Dorbereitungsanftalt in Sasbach (Baden) an. Als solcher bezog er besonders hohe Stipendien von feiten des erzbischöflichen Ordinariats, die mir solchen Angehörigen der Darbereitungsschule in
Am Grabe Wilhelm Gustloffs.
Nächtliche Weihestunde im Schweriner Ehrenhain.
Sasbach zuteil werden, die ausdrücklich erklärt haben, daß sie katholische Geistliche werden wollen und die man in ihrem Vorhaben unterstützen will. Schülle ist vom Herrn Erzbischof in Freiburg per- onlich als Jungscharführer eingesetzt worden. Ein Beweis für seine Bedeutung in der katholischen Jugendarbeit ist die Tatsache, daß er vom Herrn Erzbischof in Freiburg während seiner Schutzhaft persönlich besucht wurde.
Unter diesen Umständen muß im Interesse der Wahrheit noch einmal darauf hingewiesen werden, daß die von kirchenamtlicher Seite'herausgegebenen Erklärungen an dem Kernpunkt der Angelegenheit vorbeigehen. Der wegen des scheußlichen Verbrechens der Blutschande bestrafte Schülle hat in der Erzdiözese Freiburg an einer bemerkenswerten Stelle gestanden. Es wäre unter diesen Umständen besser gewesen, wenn kirchliche Stellen die Angelegenheit nicht weiter in „Erklärungen" behandelt hätten, sondern entsprechend der von der deutschen Presse geübten Zurückhaltung durch Stillschweigen mit dafür geforgt hätten, daß der Urteilsspruch recht bald in Vergessenheit gerät. Durch immer neue Behandlung der Angelegenheit in der Oeffent- lichkeit kann unmöglich dem Interesse der Kirche gedient werden.
Frankreichs Flottenrüftung.
Fast 300 000 Tonnen Neubauten.
London, 5. Febr. (DNB. Funkspruch.) Wie der Flottenkorrespondent des „Daily Telegraph" meldet, werden in Paris zwei verschiedene Pläne für die französische Flottenrüstung ausgearbeitet Der erste Plan sehe den Bau do n fünf Großkampfschiffen von je 35 000 Tonnen vor. Es würde sich um z u s ä tz l i ch e Schiffe zu den bereits in Bau befindlichen zwei Großkampffchiffen handeln. Ferner sehe dieser Plan den Bau von zwei Flugzeugträgern von je 15 000 Tonnen, 10 Kreuze rn von je 8000 und einer Reihe von Zerstörern und U-Booten vor. Ins- gesamt werden 39 Schiffe mit einer Gesamttonnage von 273 000 Tonnen gebaut werden. Nach dem w e i t en Plan wurden nur 3 Großkampf- chiffe, jedoch eine entsprechend größere Anzahl von kleineren Schiffen in Auftrag gegeben, um die gleiche Gesamttonnage zu erreichen.
Neue Streiks in Frankreich.
Paris, 5. Febr. (DNB. Funkspruch.) Fast zwei Drittel der Hafenarbeiter und Packer der großen Warenhäuser in St. Jean-de-Luz bei Paris sind am Donnerstag inden Ausstand getreten, wie es heißt wegen der noch immer nicht geregelten Lohnforderungen und der Einführung des Einheitsrahmenoertrages. Der Streik soll' jetzt durch das pflichtgemäße Schiedsverfahren beigelegt werden. In Casablanca ist die 800 Mann starke Belegschaft der marokkanischen Zuckerfabrik in den Streif getreten und hat die Arbeitsstätten be- etzt. Die Belegschaft einer Glasfabrik in Asnieres streikt und verlangt ein 25prozentige Lohnerhöhung. Die Fabrikgebäude sind von den Streikenden besetzt worden. Der Streik in den elfassifchen Kaligruben geht weiter, edoch haben die Stteikenden das Direktlonsgebäude geräumt
Schwerin (Mecklenburg), 4. Febr. (DNB.) Mit einer erhebenden Weihestunde feierte am Donerstag- abenb die Auslandsorganisation der NSDAP, das Andenken ihres vor einem Jahr von jüdischer Mörderhand getöteten Landesgruppenleiters Wilhelm Gustl 0 ff in dem von loderndem Fackelschein erleuchteten Ehrenhain. Zu der Trauerfeier waren Ehrenabordnungen aller Gliederungen der NSDAP, mit ihren Feldzeichen angetreten. Besonders zahlreich waren ferner Parteigenossen aus dem Auslandsdeutschtum erschienen; so die Landesgruppenleiter von Großbritannien, Oesterreich, Jugoslawien, Italien, Polen, Luxemburg, Belgien, Frankreich und Bulgarien. Ferner die Gesandten von Stiewe und Frhr. von Weizsäcker, Ministerialdirektor Dr. Prüfer, der deuffche Geschäftsttäger in der Schweiz, Freiherr von Bibra.' Die Witwe Wilhelm Gustloffs wurde von Gauleiter Bohle durch das Fackelspalier geleitet.
Die Trauermusik aus der „Götterdämmerung" leitete die Feierstunde ein. Dann legte Gauleiter Bohle den Kranz des Stellvertreters des Führers an der Grabstätte Wilhelm Gustloffs nieder. Anschließend nahm Reichsstatthalter Gauleiter Hildebrandt das Wort. Ein auslandsdeutscher Parteigenosse sprach darauf als Weihespruch die „Mahnung" des SA.-Dichters und Staatspreisträgers Gerhart Schumann. Darauf hielt Stabschef Lutzedie Gedenkrede. Wilhelm Gustloff, so sagte er, nahm den unbändigen Glauben an den Führer und an die Bewegung über die Grenzen Deutschlands hinaus, und hier ging er mit demselben harten Willen, mit dem unbändigen Glauben und unverbrüchlicher Treue an die Arbeit. Er tat auch i m A u s - lande als alter SA.-Mann im alten SA.-Geist seine Pflicht und marschierte mit uns auf das gemeinsame, vom Führer gesteckte Ziel. Er war dabei ebenso legal, wie wir immer legal gefochten haben, d. h. unter selbstverständlicher Achtung der Gesetze des Gastlandes. Hier, mitten in seiner Arbeit, strecke ihn des feigen Meuchelmörders Kugel nieder. Bei dieser feigen Ermordung unseres Kameraden hat sich der Jude in dem abgrundtiefen Haß eines niederrassigen Volkes gegen das Ariertum zum ersten Male selbst enthüllt: Der die Waffe gegen Gustloff richtete, war ein Jude! Der Grabstein, der die sterblichen Ueberreste dieses echten Nationalsozialisten ausgenommen habe, fei nicht nur ein Gedenkstein, sondern ein Mahn- und Ehrenmal für alle Zukunft. „Wir werden dafür sorgen — das ist unser Versprechen hier vor dem Gedenkstein unseres Kameraden Wilhelm Gust- loff —, daß wir dereinst reinen Herzens vor unserem Herrgott stolz bekennen können: Wir sind geblieben, was mir waren, des Füh- rers Soldaten! Wir werden bleiben, was wir sind, Kameraden in alle Ewigkeit!"
Nach der Rede des Stabschefs spielte der Musikzug des Reichsarbeitsdienstes das Lied vom guten Kameraden, das die Trauergemeinde mit erhobener Rechten anhörte. Dann hielt der Leiter der Aus» landsorganisatton der NSDAP., Gauleiter Bohle, die Gedächtnisrede für seinen gefallenen Kamera
den. Sein Name ist Sinnbild geworden für den Kampf der auslandsdeutschen Nationalsozialisten um die selbstverständlichen Rechte, die von keiner Macht der Welt dem Bürger des Dritten Reiches verwehrt werden können. In der Standarte Horst Wessel ist Wilhelm Gustloff der Bannerträger der Nationalsozialisten im Ausland geworden. Wir Kameraden, die wir ihn gekannt haben, und die wir vor allem den erschütternden Kampf kannten, den er als Landesgruppenleiter gegen Verleumder und gegen verhetzte Elemente zu führen gezwungen war, wir wissen, daß Wilhelm Gustloff schon als Lebender ein Mann war, dessen Tun und Handeln ein stilles Heldentum verkörperten. Es gehörte ein ganzer Mann dazu, jahrelang auf einsamem Posten jenseits unserer Reichsgrenzen für den Durchbruch einer neuen Idee zu kämpfen, ohne jede Rücksicht auf seine eigene Familie und auf sein Leben. Es kann daher kein Zufall sein, daß die Macht, die ihn gefällt hat und die mit allen Mitteln menschlicher Gemeinheit das Deutschland Adolf Hitlers zu stürzen sucht, gerade Wilhelm Gustloff als Opfer bestimmt hat. Man wollte das neue Deutschland treffen, und deshalb wurde einer von Deutschlands besten Söhnen im Ausland ermordet. Er starb als Sieger in dem von ihm selbst gewählten friedlichen Kampf um die Gewinnung deutscher Menschen, die diesem Reich gehören. In stolzer Trauer stehen wir in dieser Nacht an der Stelle, wo unser toter Kamerad feine letzte Ruhe gefunden hat. Das Deutschtum im Ausland lebt, weil der Führer auch ihm die Ehre wiedergab und weil Wilhelm Gustloff für diese Ehre stet.
Meine politische Nachrichten.
Die Reichsfrauenführerin Frau Sch 0 ltz - Klink sprach vor der Deutsch-Schwedischen Vereinigung in Stockholm über die Stellung der Frau im Dritten Reich. Dabei wies sie vor allem die ausländischen Behauptungen über die „unterdrückte" deuffche Frau zurück. Sven Hedin eröffnete den Abend. Den Dank der Versammlung brachte die Gattin des Admirals Lindstrom zum Ausdruck.
*
Außenminister Eden, der am Samstag einen vierzehntägigen Erholungsurlaub in Südfrankreich antreten wird, ist am Donnerstagabend von König Georg in Audienz empfangen worden.
•
König Georg VI. empfing die am Hofe beglaubigten Vertreter Der ausländischen Mächte zur Entgegennahme ihrer Beglaübigunas- schreiben. Auch der deutsche Botschafter von Ribbentrop überreichte sein Beglaubigungsschreiben.
Von Brüssel kommend traf am Donnerstagabend der König von Schweden in Paris ein. Er wurde auf dem Bahnhof im Namen des französischen Außenministers vom Ehef des Protokolls begrüßt.


