187. Jahrgang
„Bannerträger eines neu erwachenden Europas."
Minister Nr.Goebbels spricht in einer Massenversammlung in der Hamburger Hanseatenhalle.
Gietzener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberheffen
m. 30 Erstes Blatt 187. Jahrgang 8reitag, 5. Februar 1957
_ Ä Annahme von Anzeige«
Lrjcheim täglich, autzei »■■■ ■ IHf W tor ote Mitlagsnummer
Sonntags und Feiertags ▼ H ▲ Jk A bis 8'/.Uhr des Vormittags
srs iMiAHAitAit HR *♦ -*A«A-fMsv
E- VnviKlnl TlllwlUvl -Zs
Auch bei Nichterscheinen NM MM Ermähtgle Grundpreise:
BOT einzelnen Nummern V Stellen-. Vereins., gemein.
ZGL General-Anzeiger für Oberheffen ZUM
richten- Anzeiger Giessen V w 1 w behördliche Anzeigen 6Npf.
Stanfftttin 11688 vruck und Verlag: vrühl'sche llniverfitätsVllch- und Steindruckerei R. Lange in Stehen. Schriftleitung und Seschäftsftelle: Schulftrahe 7 W-Ng-N°b,chiüsi° Stnffel 8
Hamburg, S. Dez. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels traf gegen 19 Uhr auf dem Hamburger Hauptbahnhos ein, wo er von Gauleiter Reichsstatt- halter Kaufmann empfangen wurde. Tausende hatten sich eingefunden, um Dr. Goebbels auf seiner Fahrt zur Hanseatenhalle grüßen zu können. Der riesige Versammlungsraum war überfüllt.
Dr. Goebbels erklärte, daß das nationalsozialistische Aufbauwerk der letzten vier Jahre niemals ohne das deutsche Volk möglich gewesen wäre. Der Nationalsozialismus habe eine Art moderner Demokratie geschaffen, die das Volk in unmittelbare Beziehung zur politischen Meisterung seines Schicksals gebracht habe. Der Nationalsozialismus habe zum ersten Male in der Geschichte eine Revolution der Ordnung Durchgeführt und ein Regime der Disziplinlosigkeit Lurch ein Regime der Disziplin abgelöst. Die deutsche Währung, erklärte der Minister, ist d i e -st a b i l st e der Welt, das Heer der Arbeitslosen von damals ist in dem Wirtschaftsprozeß eingegliedert — und zwar für immer — die Produktion geht wieder ihren geregelten Gang. Das Regime ruht im Herzen des Volkes. Wir haben den Bolschewismus ausgerottet, Versailles ist zerrissen, und nach innen wie außen steht das von einer starken Armee geschützte Reich g e f e st i g t e r da denn j 6.
Heule gehe es um die Erhaltung der abendländischen Kultur, die durch den asiatisch-jüdischen Bolschewismus aufs schwerste bedroht sei. Bor dieser akuten Gefahr dürfe kein Staat die Augen verschließen. „Wir bemühen uns, Europa über diese Gefahr aufzu- klären. Des Führers Außenpolitik zeigt ein absolut konstruktives Gesamtbild und läßt klar erkennen, daß eine ordnende und regelnde Hand nach einer weil vorausschauenden Konzeption am Werke ist. Sie ist allerdings nur bei einer Regierung möglich, die fest im S a l t e l s i h l und dank der Geschlossenheil der Kation eine Wacht verkörpert, mit der die Welt rechnen kann und muß. Es gibt in Europa einen Gegner, der das Lhaos will: die Sowjets! Sie wissen, daß sie nur dadurch die Weltrevolution Vorwärtstreiben können."
Dr. Goebbels rechnete scharf mit der von Moskau betriebenen Hetz- und Lügenkampagne ab. Moskau habe die Absicht, Europa zu revolutionieren. Es unterhSN als Fremdenlegionseiner Irrlehre in allen demokratischen Ländern kommunistische Parteien, die auf eine völlige Lähmung der Außenpolitik der betreffenden Staaten hinzielen. Wir wissen, daß das Zentrum der Hetze zur internationalen Weltrevolution in Moskau sitzt. Wir wissen, daß Moskau von Spanien aus die europäische Revolution aufzurollen gedenkt. Wir werden die Welt über diese Gefahr rückhaltlos aufklären. Wir haben es erreicht, oon sieben Mann zum Volke emporzuwachsen, und wir werden es auch erreichen, die Kulturvölker der Welt über die bolschewistische Gefahr aufzuklären.
wie wir durch unseren unentwegten Ruf: „Deutschland erwache!" das deutsche Volk vom Abgrund zurückgerissen haben, so werden wir durch unseren Ruf: „Europa erwache!" den Völkern Europas die Augen öffnen. Deutschland hat damit eine wahrhaft europäische Wission zu erfüllen; es ist auf dem Wege, Bannerträger eines neu erwachenden Europas zu werden. Es giif, dem Bolschewismus mutig und unbeirrt ins Auge zu schauen, dann hat er bereits die Hälfte feiner Gefährlichkeit verloren. Deutschland steht in diesem gewaltigen Wettkampf nicht mehr allein da. Auch andere
Völker haben die Gefahr bereits erkannt.
Für uns sind Partei, Staat und Wehrmacht die wichtigsten Faktoren zur Erhaltung unseres Volkslebens. Denn das Volk ist für uns ein und alles. Wir alle haben dem Volke zu dienen und unsere Kräfte der Nation zu widmen. Die großen Bauten, die wir setzt planen, werden noch späteren Generationen Zeugnis von unserer großen Zeit ablegen. Wir wollen den Städten Berlin, München und Hamburg den ihrer Art und ihrem Charakter entsprechenden großzügigen architektonischen Ausdruck geben. Wir wollen sie zu wahren Weltstädten erheben. Die Organisationsformen der Partei, der Wehrmacht und des Staates finden i n der Person des Führers ihre Einheit. Die Partei stellt für alle Zukunft die politische Führung der Nation sicher. Deshalb bemüht sie sich, das Erziehungsproblem so schnell wie möglich einer Lösung entgegenzuführen. Die Partei hat eine universale deutsche Aufgabe zu erfüllen, sie läßt aus diesem Grunde jedem Volksgenossen auf religiösem Gebiet seine persönliche Freiheit. Die Wehrmacht schützt den Staat und seine Grenzen. Die Wehrmacht hat sich mit der Partei zum gemeinsamen Dienst am Volke verschworen. „Gibt es einen größeren Unterschied zwischen Bolschewismus und Nationalsozialismus als den, daß man in Moskau die alte Parteigarde Mann für Mann erschießt, während in Deutschland die alte Parteigarde Mann für Mann den heutigen Staat trägt?"
Die Kation beginnt zu begreifen, daß es ihr großer tragischer Irrtum war, sich im Jahre 1919 damit abzufinden, eine dienende Rolle unter den anderen Völkern zu fpielen. Sie beginnt nun wieder ihren Anspruch auf Leben und Ehre in der Welt anzumelden, und sie ist glücklich, im Führer das große Vorbild zu besitzen. Die hinter uns liegenden vier Jahre waren nicht umsonst. Wir können mutig und getrost in die Zukunft fchauen. Das Schlimmste haben wir hinter uns. Was nun noch zu lösen bleibt,
Moskau, 5. Fedr. (DNB. Funkspruch.) Wie im vergangenen Jahr nach dem Sinowjew-Prozeß, so setzte auch diesmal im Gefolge des Trotzkisten- Prozesses in der ganzen Sowjetunion eine Verhaftungswelle größten Umfanges ein. Ehemalige führende Sowjetpolitiker sind schwerster Kapital- und Staatsverbrechen angeklagt, und ohne jeden Zweifel verhaftet: Bucharin, einer der engsten Freunde Lenins, und früheres Mitglied des Politbüros, zuletzt Chefredakteur der „Jswestija", U g l a n o w , früheres Mitglied des bolschewistischen Zentralkomitees und gleichfalls ehemaliger Rechtsoppositioneller, R y k o w, Vorgänger Molotows im Vorsitz des Rats der Volkskommissare und zuletzt Postkommissar, Preobraschenski, S m i l g a und der Zarenmörder Beloborodow, alle drei frühere aktive Anhänger Trotzkys, sowie der frühere Sowjetbotschafter Rakowski.
An Angehörigen von früheren „Trotzkisten" und ihnen sonst nahestehenden Personen sind verhaftet: Frau I a b a k o w , der jüngere Sohn Trotzkis, Sergey S e d o w - B r o n st e i n , der zuletzt als Ingenieur in einer Maschinenfabrik in Sibirien tätig war, ein Neffe Sinowjews mit Namen Sachs, der persönliche Sekretär Radeks und der persönliche Sekretär Rabakows.
An Funktionären der Sowjetwirtschaft und leitenden Ingenieuren sind der Sabotage beschuldigt und verhaftet: der Direktor der großen landwirtschaftlichen Maschinenfabrik in Rostow am Don, G l o b o w , der Chef der Gebiets- oerwaltung für die einheimische Industrie in Tscher- nigow, Ljubimow, der Leiter der gesamtsowjetrussischen Gummiindustrie, Bitter (früher stellvertretender Leiter der Berliner Sowjethandelsvertretung) Marjassin, offenbar ein Bruder des
wird zwar auch die angespannte Kraft des ganzen Volkes erfordern, aber es wird im Zuge der Entwicklung gelöst werden. Jeder ist zu dieser Aufgabe aufgerufen, es soll der Ehrgeiz eines jeden fein, daß einmal auch auf feinem Grabstein die ehrenden Worte stehen dürfen: „Auch ich habe mich verzehrt im Dienste
am Vaterland!"
Minutenlanger Beifall dankte Dr. Goebbels für seine Ausführungen, mit denen er die Massen von Anfang bis Ende im Banne hielt.
früheren Staatsbankpräsidenten und hoher Funktionär des Uraler Industriegebietes, vier weitere hohe Beamte der Industrie des Uralgebietes, zwei Bankdirektoren, zwei führende Funktionäre in der koksoerarbeitenden Industrie, ferner als angebliche Mitglieder des west- sibirischen „Verschwörerzentrums" 10 h o ch g e - stellte Wirtschaftsfunktionäre und Ingenieure. Unter den hohen Eisenbahnbeamten zählt man insgesamt 26 Fälle von Verhaftungen.
Laut „Jswestija" wurden vier „Terroristen' in der Akademie der Wissenschaften „entlarvt", während der bereits seit Monaten verhaftete frühere Rektor der Moskauer Universität Friedland der Anführer einer ganzen Gruppe von „terroristischen Historikern" gewesen sein soll Auch in der Zentrale der Sowjetgewerkschaften wurden angeblich vier „Trotzkisten" entdeckt. Unter den georgischen Nationalisten oder Separatisten werden gleichfalls ein halbes Dutzend Namen genannt, die dem Strafgericht der GPU. nicht entronnen sind. „Terrorgruppen" in Moskau, Leningrad, in der Ukraine und an anderen Orten sollen der Presse zufolge in Massen aufgedeckt worden sein. Hinsichtlich der Haftfälle in der Roten Armee wird amtlich lediglich die Verhaftung des bekannten früher trotzkistisch gesinnten Generals Pu tna zugegeben. Weitere Haftfälle wie der des Adjutanten Tuchatschewskis und andere werden dementiert. Diese stattliche Lifte vermag aber nur eine blasse Vorstellung zu geben von dem Ausmaß der in Gang befindlichen „Säuberungsaktion". Wie man sieht, bleibt kaum ein Gebiet der Sowjetwirtschaft oder Verwaltung davon berührt.
(He Aussichten für Freiwillige her Lustwaffe.
Von Major (E ) Adler, Meichslustfahrtministerium).
(Schluß.)
Rechnungsführer und Angehörige des Derwaltungsperfonals müssen schreibgewandt, also etwa Schreiber oder kaufmännische Angestellte gewesen sein. Kraftfahrer werden Soldaten aus dem gleichen Zivilberuf und alle, die Motorenkent- nisse, technische Anlagen und Fähigkeiten haben. Ihre Ausbildung geschieht auf der Kraftfahrschule der Luftwaffe/ Das Truppennachrichtenper- s o n a l erhält seine Ausbildung bei der Luftnach- richtentruppe, die bevorzugt einftellt: Funker, Funktechniker, Arbeiter aus der Funkindustrie, Telegraphenbauarbeiter, Vulkanisierer, Feinmechaniker, Uhrmacher, Kartographen, Mathematiker. — Musiker erhalten eine militärische Grundausbildung bei einem Truppenteil der Luftwaffe. Mufikunteroffi- ziere mit mindestens vierjähriger Gesamtdienstzeit, die durch eine Vorprüfung die Eignung dazu nachweisen, werden auf der Staatlichen akademischen Hochschule für Musik in Berlin zum Musikmeister ausgebildet. Diese Ausbildung dauert drei Jahre (sechs Semester). — Anwärter für die Feue r - werkerlaufbahn ergänzen sich aus Freiwilligen, die die Reife für Obersekunda einer neunstufi- gen höheren Lehranstalt und eine zweijährige praktische Tätigkeit in der Metallindustrie ober im Metallhandwerk nachweifen können. Nach sechsmonatiger militärischer Grundausbildung bei einer Fliegerersatzabteilung oder einer Flakabteilung leisten die Feuerwerkeranwärter ein halbes Jahr Frontdienst bei Truppenteilen und Munitionsanstalten, davon zwei Monate in einer Waffenmeisterei und einen Monat bei einer Nachschubdienststelle. Bei Eignung werden sie zu einem zweijährigen Lehrgang an die Feuerwerkerschule der Luftwaffe einberufen, der mit einer Prüfung und gegebenenfalls Beförderung zum Feuerwerker-Unteroffizier schließt. Bei weiterer Bewährung im Dienst bei den Verbänden folgt die Beförderung zum Feuerwerker und Oberfeuerwerker.
Freiwillige für die Waffenmeisterlaufbahn werden bei der Fliegertruppe, der Flakartillerie oder der Luftnachrichtentruppe eingestellt. Sie müssen das Gesellenzeugnis für das Schlosser-, Mechaniker- oder Büchsenmacherhandwerk besitzen. Der sechsmonatigen militärischen Grundausbildung folgen neun Monate Dienstleistung in einer Waffenmeisterei der Truppe, und bei Eignung ein Lehrgang von drei Monaten an der Waffenmeisterschule der Luftwaffe. Die Waffenmeister (Beamte) ergänzen sich aus bewährten Feldwebeln und Oberfeldwebeln dieser Laufbahn. Diese Unteroffiziere nehmen im zehnten Dienstjahr an einem halbjährigen Waffenmeisterlehrgang der Waffenmeisterschule der Luftwaffe teil.
Für das Sanitätspersonal kommen Freiwillige in Frage, die als Heilgehilfen, Drogisten ober in ähnlichen Berufen ausgebilbet finb. Die Sanitätsfchüler werben nach ber militärischen Grunb- ausbilbung ihre Sonberausbildung burch einen Lehrgang bei den Sanitätsschulen ber ßuftmaffe ober in einem Lazarett erhalten. — Als Anwärter für die Beamten- (Einheit-) Laufbahn bes gehobenen mittleren nichttechnischen Dienstes kommen Freiwillige mit minbestens Primareife einer neunstufigen höheren Lehranstalt in Betracht. Diese Freiwilligen leisten nach der militärischen Grunb- aiisbilbung fünfzehn Monate Frontdienst. Darauf folgt eine'breimonatige Probebienstleistung bei Der- waltungsbienststellen, in ber bie Eignung zum Verwaltungsbeamten nachzuweisen ist. Diese Prohe- bienstzeit wirb angerechnet auf eine dreijährige Ausbildung im Verwaltungsdienst, bie mit einer schriftlichen unb mündlichen Prüfung (Regierungs- inspektoren-Prüfung) vor dem Prüfungsausschuß bes Reichsluftfahrtministeriums abschließt. Nach be- ftanbener Prüfung scheiben bie Beamtenanwärter als Solbaten aus. Sie werben außerplanmäßige Beamte mit ber Amtsbezeichnung „außerplanmäßige Regierungsinspektoren".
Bei der Flakartillerie unterscheidet man artilleristisches und allgemeines Personal. Der Bedarf an artilleristischem Personal wird durch Einstellung bei den Batterien gedeckt. Die Ausbildung geschieht bei der Truppe. Für das allgemeine Personal ber Flakartillerie gilt das, was oben über bas allgemeine Personal ber Fliegertruppe gesagt würbe. Es kommt lebiglich hinzu bie Laufbahn bes Gerätverwalters für Scheinwerfer, bie bei ber Truppe, in einer Pionierwerkstatt unb bei einem Zeugamt ihre Ausbildung erfahren. Für die Flakartillerie finb Freiwillige folgender Berufe erwünscht: Vermessungstechniker, Landmesser, Kartographen, Meteorologen, Motor- und Autoschlosser, Kraftfahrer, Autogenschweißer, Holzhandw"rker (Tischler, Stellmacher, Zimmerleute), Maurer, Bauarbeiter, Elektromechaniker, Mechaniker, Dreher, Fräser.
Bei der Luftnachrichtentruppe gibt es Luftnachrichtenpersonal und allgemeines Personal. Das Luftnachrichtenperfonal erhält eine zwölfmonatige militärische und nachrichtentechnische Ausbildung, die mit der Funk- oder Fernsprechprüfung A ab schließt. Anschließend werden bie Funker im Funkbetriebsdienst oder im Bodenpeildienst, die Fernsprecher im Fernsprechbetriebsdienst und Fernschreibbienst, bie Kraftfahrer im Kraft- fahrbienst ausgebilbet. Diese Ausbildung dauert sechs Monate und endet mit der Funk- ober Fernsprechprüfung B beziehungsweise den Kraftfahrprüfungen. Aus dem Luftnachrichtenperfonal gehen hervor die Bordfunker (Fliegerschützen), das Flug-
Hinter den Mauern des Vutzrki-GefängMes.
Warschau, 4. Febr. (DNB.) Die polnische Presse berichtet über die Hinrichtung der 13 zum Tode Verurteilten. Am Tage nach ber Urteilsverkündung sind die zum Tode Verurteilten in bas berüchtigte Butyrki - Gefängnis gebracht worden. Die Exekution fand mehrere Stunden vor Sonnenaufgang in einem der Jnnenhöfe des Gefängnisses statt. Die Verurteilten wurden gemeinsam durch Maschinengewehrfeuer niedergemacht. Der Hinrichtung wohnte der Jnnenkommissar I e s o w und der Staatsanwalt Wyschynskij bei. Bis auf Muralow, der bis zum letzten Augenblick die Fassung behielt, sollen sämtliche Verurteilte auf dem Hof des Bu- tyrki-Gefängnisses zusammengebrochen sein, so daß sie zur Hinrichtung an der Mauer des Gefangnis- hofes fest gebunden werden mußten. Die Hinrichtung fand bei Scheinwerferlicht statt.
Polnische Blätter berichten, daß trotz ber Freu- benkundgebungen, bie in Moskau unb im ganzen Lande inszeniert wurden, in kommunistischen Kreisen starke Verstimmung über bie Hinrichtung ber 13 alten Bolschewisten herrscht, von deren Schuld man keineswegs überzeugt fei. be
richtet, baß in der Fabrik Metromer in Kiew em Großfeuer ausgebrochen fei, bei dem mehrere Personen ums Leben gekommen seien. Da Die GPU. vermutet, daß das Feuer das Werk von Oppositionisten sei, die auf diesem Wege gegen die Hinrichtung Pjatakows unb feiner Anhänger protestieren wollten, sind strenge Untersuchungen eingeleitet worden.
Das russische Volk muß bunaern.
Ein Drittel des Staatshaushalts der Sowjetunion für Rüstungen.
Warschau, 4. Febr. (DNB.) Der Krakauer Illustrierte Kurier" berichtet, im Sowjethaushalt für 1937 seien 20,102 Milliarden Rubel für die Rüstung vorgesehen. Zu diesem Betrag müsse man den Haushalt des Kommlfiariats für die Rüstungsindustrie, der 2,3 Milliarden Rubel Ausgaben vorsehe, hinzurechnen. Auch in den Haushaltsvoranschlägen der übrigen Kommissariate befänden sich Ausgabenposten für die militärische
Ausrüstung, so daß der tatsächliche Rüstungshaushalt der Sowjetunion für das Jahr 1937 etwa 30 Milliarden Rubel betrage. Das feien etwa 30 v. H. des gesamten Staatshaushalts. Etwa die Hälfte dieser Riesensumme soll für die technische Ausstattung ber Armee, vor allem für ben Ausbau ber Luftflotte bestimmt sein. Die Kämpfe in Spanien hätten nämlich erwiesen, baß bie sowjetrussischen Kampfflugzeuge unb Tanks nicht auf höchster Stufe ftünben. Darum seien besonbers große Bestellungen von Flugzeugen, Geschützen unb Munition aus ber Tschechoslowakei vorgesehen, mit der der sowjetrussische Generalstab immer enger zusammenarbeite.
Diesen Anstrengungen stehen allerbings bie Entwicklung ber Bevölkerung entgegen, deren Kriegstüchtigkeit infolge bes wachfenben Mangels an Lebensrnittel ftänbig geringer werbe. In vielen Bezirken hungere bie ganze Bevölkerung. Da es auch an Futtermitteln fehle, werbe trotz strengen Verbots alles Vieh abgeschlachtet. Es gebe meber (Betreibe noch Kartoffeln. Der Preis für Roggen unb Heu fei ungewöhnlich gestiegen. Spekulanten forberten gerabezu Phantast i'f ch e Preise für Mehl, Butter unb Kleidungsstücke. Der Preis für ein Kilogramm Butter betrage im regelrechten Handel 28 Rubel, im illegalen H anbei etwa 40 Rubel. Dieser Preis werbe auch bezahlt, da die Lebensmittel in ben staatlichen Läben nicht ausreichten. Auch bie Preise für anbere Artikel bes täglichen Be- barfs feien in letzter Zeit um 30 bis 50 v. H. gestiegen. Der Trust für Herrenkonfektion habe den Preis für einen Konfektionsanzug auf 900 Rubel erhöht.
Neue nationale Offensive auf Malaga.
London, 5. Febr. (DNB. Funkspruch.) Nach Meldungen aus Gibraltar haben die nationalen Truppen eine neue Offensive auf Malaga eröffnet. Sie greifen zu Lande, zu Wasser und in der Luft an. Die nationale Flotte beschoß am Donnerstagnachmittag ben Hafen von Malaga. Gleichzeitig wutbe der Kampf auf ber Land front zwischen Marbella und Fuengiro begonnen.
Oie neue Verhaftungswelle in der Sowjetunion.
Hunderte von alten Freunden Lenins und Funktionären der Eowjetwirtschast ais rrohkistische Staatsverbrecher festgenommen.


