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Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für (Vberheffen)

Dienstag, S.Zanuar 1957

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Stadttheater: 20 bis 23 UhrPrinzessin Nofre­tete" (Operette von Köller und Dostal). Glaria-

legen Sie Wert auf ein gepfleg­tes Aussehen? Dann sollten Sie Nivea-Zahnpasta benutzen. De* außerordentlich feine Putzkörper schont den Zahnschmelz und reinigt gründlich. Regelmäßige Pflege mit Nivea-Zahnpasta er* hält die Zähne weiß und gesund.

Die Sportwartin des Untergaues 116.

Veichslustschutzbund und Verdunkelungsübung.

Kreisamt Gießen schreibt uns:

Einer Bitte der Bezirksgruppe Ober­hessen des Reichsluftschutzbundes ent­sprechend, wird in Ergänzung unserer in Nr. 304 vom 30. Dezember des Gießener Anzeigers abge­druckten Ausführungen darauf hingewiesen, daß

gen wird im Mittelalter gewiß noch vorhanden ge­wesen sein. Daher die außerordentliche Vorliebe für den von Matthäus berichteten königlichen Huldi- gungsakt, der freilich mit nachlassendem Verständ­nis, wie so manches andere, das Schicksal hatte, im­mer mehr dem vulgären Schaubedürfnis angepaßt und in ein mehr oder weniger profanes Schauspiel verwandelt zu werden.

Ein uraltes Schwert aus der Themse.

Bei der letzten Versammlung des Ueberwachungs» amtes der Themse in London wurde ein schönes, gut erhaltenes Bronzeschwert vorgezeigt, das bei den letzten Baggerarbeiten im Fluß gefunden wurde. Die Beamten des Britischen Museums, denen es zur Untersuchung vorgelegt wurde, stellten fest, daß es der späten Bronzezeit oder der frühen Eisenzeit angehöre und seine Entstehung etwa um 800 v. Ehr. anzusetzen sei. Die Mitglieder beschlossen, den schö­nen Fund diesmal nicht, wie es sonst immer üblich war, dem Museum zu überweisen, sondern selbst in Verwahrung zu behalten.

Trefft Vorsorge für die große Verdunkelungs­übung am 13. Januar.

naten des vorigen Jahres begann dann xauf dem Sonnenball nach den Beobachtungen der zuständi­gen Sonnenwarten eine neue rege Tätigkeit zum nächsten Fleckenmaximum, es wurden große Flecken­gruppen beobachtet, die zwar zuweilen wieder zu­rückgingen, aber gerade in den letzten Wochen sich zu Höchstwerten vermehrt haben. Es läßt sich nicht bestreiten, daß das Wetter der letzten Herbst- und Wintermonate sehr niederschlagsreich und im höchsten Grade unbeständig war. Das nächste Sonnenfleckenmaximum innerhalb der elfjährigen Perioden ist erst 1939 zu erwarten. Bis dahin wer­den noch wiederholt größere Fleckengruppen auf dem Sonnenball entstehen. Unter ihrem Fern­einfluß dürste gerade das Jahr 1937 in meteoro­logischer Hinsicht stehen, das heißt: unruhiges, feuchtes und zu mancherlei Ungewöhnlichkeiten nei­gendes Wetter, das vielleicht sehr oft nicht unseren

Die Könige

aus dem Morgenlande

Von Ernst von Niebelschüh.

Weltheiland nimmt mit den Geschenken der weisen Könige das geistige Opfer des heidnischen Orients entgegen. So wird mit Gold, Weihrauch und Myrrhe das Beste der absterbenden alten Weis­heitskulte in das Christentum mit hinübergerettet. Christus erweist sich als der wahre Weltenherr, als der von allen Völkern der Erde, auch den heid­nischen, seit langem erwartete Heiland, dem schon bei der Geburt die alten Kulturen dienen, um durch ihn zu neuem und größerem Leben erweckt zu werden.

Ein Wort noch über den geheimnisvollen wan­dernden Stern von Bethlehem, der unseren Astro­nomen so viel Kopfzerbrechen verursacht, daß sie ihn sogar in einer bestimmten Konstellation zu Be­ginn unserer Zeitrechnung gefunden zu haben wäh­nen. Allein dieser Stern war ja kaum ein Stern im gewöhnlichen Sinne. Eine lateinisch geschriebene Legende von den heiligen drei Königen aus dem 15. Jahrhundert, die schon Goethes höchstes In­teresse erregte, bringt vielmehr den bethlehemitischen Stern mit jenem anderen Stern in Verbindung, der in allen messianischen Weissagungen eine so große Rolle gespielt hat, vor allem in der Geschichte von Bileam. Der war ein chaldäischer, also heidnischer Prophet und wurde von dem Moabiterkönig Balak herbeigerufen, um mit einem kräftigen Fluche den Juden den Weg in das gelobte Land zu versperren. Bei dieser Gelegenheit sieht er in weiter, weiter Zeitenferne den Stern des Heils, der mehr als ein Jahrtausend später den Weisen aus dem Morgen­lande auf ihrem Wege nach Bethlehem voranleuch- tete. Um dieser Weissagung willen ist der altheid­nische Naturprophet sogar unter die großen Kron­zeugen der Kirche ausgenommen worden, die, in Chartres z. B., den Eingang christlicher Kathedralen schmücken.

Abgesehen von der Voraussage des Bileam und den bekannten Hinweisen in den Psalmen und bei den Propheten gewinnt die Magierverehrung aber durch den Zusammenhang mit einer anderen vor­christlichen Führergestalt noch mehr Leben und Bedeutung. Gemeint ist der urpersische Zoroaster oder Zarathustra. Die Bibel zwar nennt ihn nicht, wohl aber tritt sein Name in einer apokryphen Schrift, dem sogenanntenarabischen Evangelium", das von der Kindheit Jesu handelt, in ganz unmiß­verständlicher Verbindung mit den drei anbetenden Priesterkönigen aus. Da heißt es nämlich:Und als der Weltenherr Jesus geboren worden war, da ka­men aus dem Orient Magier nach Jerusalem, so wie es Zarathustra vorhergesagt hatte". Abermals wird mit dieser heidnischen Prophetie das Christentum zeitlich wie räumlich in die allergrößten Weltzu­sammenhänge gestellt. Eine Ahnung von diesen Din­

und wird sich alles wiederholen.

Dornotizen.

Tageskalender für Dienstag.

Palast, Seltersweg:Die Julika". Lichtspiel­haus, Bahnhofstraße:Die Jugendsünde".

Hitler-Zugend Bann 116 Gießen.

Jugendfilmsiunde.

Sonntag, 10. Januar, findet m Hungen die zweite Jugendfilmstunde des Bannes statt. Es läuft der FilmHeldentum und Todeskampf der Emden." Teilzunehmen haben die Gefolgschaften 11 und 12, sowie Jungvolk und BDM.

BOM. Untergau 116 (Gießen).

Betr.: IM - Schwimmabteilung! Dienst­befehl! Die Schwimmabteilung der IM. Gießen tritt am Mittwoch, dem 6. Jan., um 18.45 Uhr am Volksbad an.

Zeitschriften.

DieI l l u st r i r t e Zeitung Leipzig" (I. I. Weber, Leipzig) gibt in ihrer neuesten Num­mer einen kurzen Ueberblick über die erfolgreichsten und meistgespielten deutschen Bühnenwerke und ihre Autoren. Die Porträts der neuen Bühnendichter wechseln mit Szenenbildern aus ihren Werken. In das Tierparadies der Schorfheide, des größten und schönsten Forstgebiets der Mark, führt ein reich bebilderter Aufsatz von Dr. Ulrich K. T. Schulz. Ein anderer Beitrag zeigt die französische Renais­sance an den Schlössern der Loire, von denen die berühmtesten im Bilde festgehalte sind. Das Lie­besschicksal der Caroline v. Linsingen, der geheimen Gattin des späteren Königs Wilhelm IV. von Eng­land, wird allgemeinem Interesse begegnen, ist doch jene geheime Prinzenehe kaum bekannt geworden.

Die Januarnummern von Langenscheidts English Monthly Magazin e.unbLe Journal fran?aisLangenscheidt brin­gen u. a. die Rede Eduards VIII., mit der er sich nach seiner Thronentsagung von seinem Volk ver­abschiedete, Aufsätze über den abgebrannten Kristall- Palast in London, über die afrikanischen Truppen im Dienste Frankreichs und über die Frau im heu­tigen Frankreich. Der Humor kommt zu seinem Recht in lustigen Kurzgeschichten und Witzen. Auch die Sprache des Kaufmanns ist berücksichtigt. Wer die beiden Zeitschriften regelmäßig liest, wird seine Sprachkenntnisse immerup to bäte" halten.

Einwirkung wurden einige der Fenster mit kräfti­gen Vorhängen versehen. Die Vorzeitabteilung ist gegenwärtig nicht zugänglich.

Weitere Aenderungen sind vorgesehen in der Trachtenabteilung des Museums. Dor allem will man sich darum bemühen, eine Lösung für eine andere Form der Zurschaustellung der herrlichen Trachten zu finden. Die lebensgroßen Wachsfiguren bilden keinen sehr erfreulichen Anblick.

Vorgesehen ist ferner eine Beschränkung in der Fayencen-Sammlung, da es sich schon immer er­wiesen hat, daß dem einzelnen Stück bei der jetzi­gen Fülle der Dinge kaum genügend Aufmerksam­keit geschenkt werden kann.

Das zahllose Bildermaterial, das auf Fluren, Wendeltreppen und in Nischen untergebracht ist und nicht allenthalben einen Ueberblick in sachlicher oder chronologischer Folge zuläßt, soll ebenfalls eine Neuordnung erfahren.

Die Arbeiten, die im Sinne der Neuordnung un­seres heimatlichen Museums in Angriff genommen wurden, werden sich über längere Zeit erstrecken. Das Museum wird aber trotzdem zu den üblichen Zeiten offengehalten, da ja die Neuordnung der Gegenstände abteilungsweise geschehen wird. Es wäre ein schöner Erfolg für diese begrüßenswerten Bemühungen, wenn die Bevölkerung unserer Stadt den Schätzen unserer Heimat, den Zeichen der Kunst und des Handwerksfleißes unserer Vorfahren mehr Interesse entgegenbrächten, als es bisher oft ge­schah, sicherlich läßt ein Museumsbesuch das Be­wußtsein der Verbindung mit unseren Vorfahren erneut lebendig werden und ihr Können und Stre­ben kann lebendiger Ansporn sein auch für die Gegenwärtigen.

Ein Stück ältester Gießener Burgmauer freigelegt.

Vor kurzer Zeit wurde unmittelbar am Turm der Stadtkirche, an jener Stelle, an der das ehe­malige, jetzt abgebrochene Küsterhaus stand, ein kleines Stück der ältesten Gießener Burgmauer frei­gelegt und gleichzeitig durch einen andersfarbigen Bewurf aus der Umgebung herausgehoben und kenntlich gemacht. Es handelt sich um einen Rest der etwa um das Jahr 1150 erstellten ersten Burg­mauer. Sicherlich wird diese Maßnahme van man­chem Freund unserer Stadt begrüßt werden.

Museumsschähe in neuer Ordnung

Sichtung im Oberhessischen Museum.

Gesetz folgend, das sie auf die Natur und deren wirklichkeitsgemäße Nachahmung verwies, hat sie dem einfachen kultischen Geschehen, zu dessen Ver­deutlichung fünf Personen genügten, immer neue Züge hinzugefügt und ist nicht müde geworden, die Handlung zeitlich und räumlich zu differenzieren, die drei Könige nach ihrer Rassezugehörigkeit zu charakterisieren und ihr Gefolge nebst Troß mit kostümgeschichtlicher Treue aus der Raumbühne unterzubringen. Man muß einmal Benozzo Goz- zolis Wandgemälde im Palazzo Medici in Florenz gesehen haben, um ermessen zu können, welcher Aoparat schon im 15. Jahrhundert aufge­boten wurde, um der Schaulust ein Augenfest zu bereiten. Oder man gehe noch weiter und denke etwa an die berühmten Anbetungsbilder von Rubens, in denen der turbangeschmückte Mohren­könig die ganze Komposition beherrscht und nicht selten sogar einen unverkennbar humoristischen Zug in das heilige Opfer hineinträgt. Aus der stillen Anbetungsszene des Evangeliums, die so viel Un­ausgesprochenes enthält und eben darum so ein­drucksvoll wirkt, ist schließlich ein pompöser, fast theatralischer Huldigungsakt mit Kamelen, Affen, Papageien und allen Schätzen des wunderreichen Orients geworden.

Wir werden nichl zögern, heute wieder den einfacheren Bildern den Vorzug zu geben, die uns tiefer in das innere Geheimnis der Drei-Komgs- Gefchichte einführen als die farbenprächtigen und wirklichkeitsgemäßen Riesengemalde eines Rubens und anderer Meister neuerer Zeit mit ihren vielen Ablenkungen auf das Nebensächliche. Denn wer sind eigentlich diese drei Könige des Morgenlandes, und was wollen ihre Geschenke bedeuten? Magier sind es, aber Magier nicht im Sinne von Zauberern, sondern, wie schon die Legenda aurea des 13. Jahr­hunderts zutreffend übersetzt, Philosophen, Bewah­rer und Lehrer uralter Sternenweisheit. Pnester- köniqe sind es, die sich an Himmel und Erde aus­kannten, wie alle Herrscher des geheimnisreichen Morgenlandes, die sämtlich neben dem weltlichen auch ein geistliches Zepter führten und als Vor­steher und Betreuer von Tempelstatten wahre Hirten" ihrer Völker waren. Und worin besteyen ihre Gaben? Wenn die Bibel von Gold, Weihrauch und Myrrhen spricht, so werden wir uns davor zu hüten haben, das allzu wörtlich zu nehmen und in diesen Opferspenden nichts weiter als wertvolle Naturprodukte zu sehen. Gold verbindet sich m der alten Legendenüberlieferung stets mit der Vorstel­lung von Weißheit, Weihrauch mit der von Ge­betsandacht, Myrrhe mit der von inneren Reinheit und Demut. Mit anderen Worten: der neugeborene

ausgeschmückt worden ist.

Was reizte die Kunst an dem Vorgang? Gewiß schon der einfache evangelische Stoss von den drei orientalischen Herrschern, die, ohne voneinander zu wissen nach Jerusalem kamen, um den neugebore­nen König anzubeten, dessen Stern sie gesehen hatten. Es wird dann weiter berichtet, wie die fremdländischen Könige zu Herodes kommen, wie sie von dem Stern an die richtige Stelle geleitet werden und dem Christkinde ihre Geschenke m Ge­stalt von Gold, Weihrauch und Myrrhen barbringen.

Soweit ber neutestamentliche Text, ber, wie ftets, kurz, aber vielsagend ist. Kein Wunder also, daß bie rebselige Legenbenliteratur bes Mittelalters den dankbaren Stoff begierig aufgegriffen und nach vielen Seiten hin ergänzt hat. Auch die Kunst, namentlich die Malerei, pflegt sich an beide Quellen, Bibel und Legende, zu halten. In den alteren Bildern, etwa den frühmittelalterlichen Buchmima- turen, wird mehr der feierliche, liturgische Charakter des Vorgangs herausgestellt, nicht selten sogar unter Nichtbeachtung der biblischen Szenerie. Maria, nicyl als Mutter, sondern als die Königin der Himmel, sitzt auf einem goldenen Thronsessel, das Kind aus dem Schoße, und erteilt den mit ihren Gaben her- aneilenden Königen Audienz. Keine ^^deutung der ärmlichen Umgebung, weder Joseph noch die Tiere sind zugegen. Aller Nachdruck liegt auf der Wieder­gabe der sakramentalen Handlung, die außerhalb von Zeit und Raum vor sich zu gehen scheint

Allein die Kunst ist dabei nicht stehengeblieben unb hätte es auch gar nicht gekonnt. Ihrem inneren

Gewinn ber stattlichen Summe von 500 Mark, ein zweites Los war ein 1-Mark-Gewinn. Die Freube über ben unerhofften Segen war natürlich groß.

Das Beispiel maa manchen Volksgenossen dazu veranlassen, ebenfalls einmal in ben Kasten eines ber grauen Glückmänner zu greifen, benn mit ihnen steht bas Glück an jebermanns Weg. Jenen aber, benen ein Gewinn nicht beschieben ist, mag das Be­wußtsein, ein gutes Werk getan zu haben, eine Freube sein.

Gießener Wochenmorktpreise.

* Gießen, 5. Jan. Auf bem heutigen Wochen­markt kosteten: D. f. Molkereibutter, XA kg 1,57 Mk., f. Molkereibutter 1,52, Markenbutter 1,55 bis 1,60, Lanbbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, bas Stück 4 bis 10, Eier, beutsche, ungezeichnet 10, hal- länbische, Klasse B 11, Wirsing, kg 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 12, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 25, Unter» kohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosenkohl 28 bis 30, Felbsalat 80 bis 90, Tomaten 60, Zwiebeln 8 dis 10, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 20 bis 30, Kartoffeln, kg 5 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,40 Mk., Aepfel, kg 15 bis 20 Pf., Tafeläpfel 25 bis 30, Birnen 10 bis 25, Nüsse 30 bis 55 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, bas Stück 50, Blumenkohl 30 bis 70, Enbivien 5 bis 25, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 15 Pf.

** Die Dienststunben bei ben hiesigen Gerichtsbehörben (Landgericht, Staatsan­waltschaft unb Amtsgericht) sind vom 4. Januar 1937 ab wie folgt festgesetzt worden: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 7.30 bis 13 Uhr und von 15 bis 18.30 Uhr: Mittwoch und Samstag von 7.30 Uhr bis 13.30 Uhr.

bei der Durchführung der örtlichen Kontrollen be­züglich der Derbunkelungsmahnahmen in ben Hof­reiten selbstoerstönblich auch bie örtlichen Organs bes Reichsluftschutzbunbes mit herangezogen wer­ben.

S00-Mark-Gewinn

in der Winterhilfe-Lotterie.

Gestern abenb brachte einer ber grauen Glücks­männer in eine Gastwirtschaft in ber Licher Straße große Freube. Der Inhaber ber Gastwirtschaft, wie auch seine Frau, nahmen mehrere Lose unb taten dabei einen sehr glücklichen Griff. Während die Frau des Gastwirts zuerst ein Los nahm, ein Frei­los zog unb bann noch ein Freilos gewann, ohne baß ihr bamit Gewinn beschieben war, ftanb bem Gastwirt bie Glückgöttin Fortuna sichtlich mehr zur Seite. Das erste Los, bas er zog, lautete auf ben

Die Ueberholung bes Treppenhauses im Ober- hessischen Museum im Alten Schloß am Branbplatz hat sicherlich ben ersten äußeren Anlaß bazu ge­geben, bah bie Leitung bes Museums bem Gebau­ten nähertreten will, bie Schätze, bie in unserem großen Heimatmuseum vereinigt sinb, einmal einer grünblichen Sichtung zu unterziehen. Die Anfänge bieser Arbeit unb Verwirklichung bes Gedankens hat bereits einen schönen Ausdruck in der Neuge­staltung des Treppenhauses gefunden. Mit sorgfäl­tig abwägender Hand wurde das Treppenhaus so mit Museumsstücken ausgestattet, daß der Besucher nicht von einer verwirrenden Fülle der Dinge in Anspruch genommen wird, sondern sich der be­schränkten Anzahl der Stücke mit mehr Ruhe wid­men kann, als es bisher der Fall war. Selbstver­ständlich werden jetzt nur die bedeutendsten unb schönsten Stücke bie Aufmerksamkeit für sich in Anspruch nehmen. Im Fensterwinkel zur rechten Hanb unmittelbar unter bem ersten Stockwerk wirb übrigens noch eine Mabonnen-Figur zur Aufstel­lung gelangen, bie aus ber Kapelle herausgenom­men worden ist, gegenwärtig renoviert wird und nun im Lichte des bunten gotischen Fensters einen besonders stimmungsvollen Platz erhalten wird.

So wie das Treppenhaus, so sollen auch die mei­sten anderen Abteilungen des Museums einer Sich­tung unterzogen werden, da sich im Laufe der Jahre eine solche Fülle wertvoller Gegenstände ein­fand, daß da und dort trotz allen guten Willens die Uebersichtlichkeit zu leiden begann.

Der große Vorplatz im ersten Stockwerk soll ganz der eigentlichen Gießener Geschichte gewidmet sein. Schon jetzt haben dort einige schöne repräsentable Schränke und Truhen, sowie ein schönes altes Bild Unterbringung gefunden. Weitere Ausstellungs­stücke sollen so eingefügt werden, daß sich das Ganze zu einem stilloollen und nicht überladenen Raum entwickelt.

Gegenwärtig ist man nach Maßgabe der zur Verfügung stehenden Zeit und der Arbeitskraft darum bemüht, die Vorzeitabteilung neu zu ordnen, die ja in unserem Museum dank eifriger For­schungsarbeit in jüngster Zeit als sehr reichhaltig bezeichnet werden kann. Einige große Kisten voll Material aus Ausgrabungen an ber Reichsauto­bahn bei Butzbach harren außerbem ber Aufarbei­tung. Zum Schutz ber einzigartigen Fränkischen Frauensärge gegen eine mögliche Sonnenstrahlen-

Aus der Provinzialhaupistadi.

Oer Winter mit den Gammelpfötchen.

Es ist ein unbankbares Geschäft, das Wetter zu prophezeien. Nicht nur deshalb, weil die allmäch­tige Natur aller wissenschaftlichen Erkenntnisse im­mer noch querschießen und sämtliche wohlerwogenen Berechnungen über den Haufen werfen kann, son­dern weil auch keine Vorhersage die verdiente An­erkennung findet. Der eine wollte mehr Sonnen­schein, der andere lieber Schnee, der dritte schätzt einen derben Frost. Und wenn eine Vorhersage überhaupt nicht stimmt, insbesondere an hohen Fest- und Feiertagendanebengeht", dann fallen alle über ben armen Wetterpropheten her unb spre­chen über seine Wissenschaft bas Todesurteil. In der letzten Zeit haben die Wetterkundigen zweifel­los Glück gehabt, sie haben grüne Weihnachten prophezeit, sie haben ein feucht-fröhliches Neujahr angekündigt und damit in jeder Beziehung recht behalten. Reingefallen sind dagegen alleHellseher" die einen strengen Winter voraussagten und nun seststellen, daß der sonst so bärbeißige Herr mit Sammelpfötchen durch die Lande zieht.

Aber es gibt Leute, die skeptisch die Stirn in Falten legen unb mit gewichtiger Miene auf das Jahr 1928/29 Hinweisen, allda in der Silvesternacht ber Norbwinb sich aufmachte, ein frostglitzerndes Neujahr bescherte und anschließend acht Wochen Polarwinter kommen ließ. Vor sieben Jahren war ber strengste Winter, ben Deutschland) in neuerer Zeit gehabt hat. Es kommt uns heute beinahe un­glaublich vor, daß die Ostsee zum Eismeer gewor­den war, in bas unsere Panzerkreuzer mühsam Rinnen schlugen. Vor sieben Jahren saß eine Reihe kräftiger Dampfer im Eise fest unb Flugzeuge unserer braven Lufthansa mußten ben Passagieren täglich Essen bringen.

Selbstverständlich wird auch dieser Winter noch Frost bringen, unb es besteht wohl kein Zweifel, daß in dieser Hinsicht der Januar als Hauptwinter- monat noch auf seine Rechte pochen wird. Nur eine Befürchtung haben wir für die kommenden Früh­lingsmonate: sie werden wahrscheinlich kälter sein als der vergangene Dezember unb November. Es ist eine bekannte Erscheinung unseres Klimas, baß es ben Winter zu ungelegenen Zeiten in Gestalt von enblofen Kälterückfällen im Frühling bringt.

Un was hält sonst bie Wissenschaft vom Wetter des neuen Jahres? Einzelheiten kann fk nicht prophezeien. Die wissenschaftlichen Unterlagen für eine Fernprognose sind noch nicht ausreichend, um eine langfristige Wettervorhersage mit genügender Sicherheit ausgeben zu können. Etwas mehr läßt sich schon über die allgemeine Wettertendenz sagen. So ist mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen, daß der größere Niederschlagsreichtum, der im Jahre 1936 eingesetzt hat, auch im Jahre 1937 sei­nen Fortgang nimmt. Ein besonderes Interesse verdienen'wissenschaftliche Ueberlegungen, die sich mit den Zusammenhängen zwischen Sonnenwetter unb Erbenwetter befassen. Die Ansicht, baß die Ver­hältnisse auf bem Sonnenball in mancher Be­ziehung für bas Wetter auf bem Erdball maß­geblich sind, gewinnt immer mehr an Bedeutung. Tatsächlich kann man gerade in den letzten Jahren diese Zusammenhänge klar erkennen. Wir erinnern an bie Jahre 1932 bis 1935, bie nicht nur wenig Niederschläge brachten unb im Sommer zum Teil verhängnisvolle Dürren auslösten, sondern auch die noch in Erinnerung befindlichen Schönwettersommer aufwiesen. Wir waren von den vielen schönen Wo­chen der damaligen Sommer so verwöhnt, baß man den Regensommer des letzten Jahres, der objektiv gewertet, ganz normal verlief, kaum zu ertragen glaubte. Es ist also ein grundsätzlicher Wechsel in der Großwetterlagenform in den letzten Jahren ein­getreten, den man mit den Sonnenverhältnissen zu begründen versucht. Die erwähnten schönen unb trockenen Jahre fielen in die Periode des Sonnen- fleckenminimums, das im Jahre 1933 feinen Höhe­punkt erhielt und sich auf die Jahre 1934 und 1935 noch auswirkte. Ende 1935 bzw. in den ersten Mv-

Wünfchen entspricht. Aber wir werden es hinneh­men müssen, wie Generationen vor uns und nach uns, denn es gibt in dieser Hinsicht nichts Neues unter der Sonne. Es ist alles schon mal baqeroefen -........ W. L.

Unmittelbar auf die beiden lieblichen Szenen Herrengeburt im Stalle zu Bethlehem unb Anbetung burch bie Hirten auf bem Felbe läßt die Bibel ein Bild von strenger, kultischer Feierlichkeit folgen: bie Huldigung ber brei Könige ober Magier" aus dem Morgenlanbe vor bem göttlichen Kinbe. Nur einer ber vier Evangelisten, Matthäus, berichtet bavon, aber er gibt bem Vorgang so viel Würbe unb Bebeutung, er verleiht ihm bei aller Knappheit ber Erzählung eine solche poetische Bilb- krast, baß wir leicht verstehen können, roarum ge= rabe diese Königsanbetung immer wieder bie religiöse Phantasie ber Menschen beschäftigt und auch die bildende Kunst zu ihren erlaubtesten Schöpfungen angeregt hat. Neben der Geburt Christi und der Kreuzigung gibt es wohl kein Thema ber Bibel, bas ähnlich oft bargestellt unb

Große Bodenverbesserungen im Westerwald.

Lpd. Dillenburg, 4. Jan. Das Meliorati­onsprogramm bringt bem Westerwalb bernnächst umfangreiche Arbeiten. Wie jetzt feststeht, werben im Laufe der nächsten Jahre im Westerwalb 61 000 Hektar melioriert unb verbessert werden. Dadurch werden Arbeitsmöglich- teiten auf viele Iahre hinaus erschlaffen.

Wollen Sie einen guten kindruck machen?