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anmutenden Spwnenfurcht in jedem deutschen Haus­mädchen eine politische Agentin, in jedem deutschen Kaufmannsgehilfen einen Beauftragten des deut­schen Nachnchiendienstes sehen und die Auslands­organisation als Ganzes nur betrachten als einen Propagandaapparat Deutschlands zur Verbreitung nationalsozialistischen Gedankengutes jenseits der Grenzen. Der Führer selbst hat mehr als einmal mit Nachdruck betont und fein Stellvertreter Ru­dolf Heß hat es jetzt in Stuttgart wiederholt: Der Nationalsozialismus ist für uns keine Exportware, nein, wir sind eifersüchtig darauf bedacht, ihn für uns zu behalten, weil wir im Nationalsozialismus eine Staats- und Lebensanschauung sehen, die dem deutschen Volkscharakter entspricht, wir aber nicht der Meinung sind, daß etwas, was unserem Volks­charakter angemessen ist, nun auch andern Völkern dienlich sein müsse. Nein, die Auslandsorganisation hat nichts zu verbergen, ihre Tätigkeit liegt vor aller Augen offen da, und jeder vorurteilslose Aus­länder ist sehr wohl in der Lage, sich ein zutreffen­des Bild zu machen von der zwar umfassenden, aber die Gebote des Gastrechts stets peinlich wah­renden Betreuung der Reichsdeutschen im Ausland durch ihre Organisation. Es gehört schon eine große Portion Böswilligkeit dazu, wenn auch nach den Erklärungen von Stuttgart dieTimes" und andere englische Blätter in aller Seelenruhe fortsahren, Zwe7^ und Mißtrauen zu säen, wo freimütige Anerkennung selbstverständlicher und von England stets für sich in Anspruch genommener Rechte den Brückenschlag zur Verständigung zweier großer und stolzer Nationen hätte erleichtern können.

Deshalb ist es von besonderer Bedeutung, daß in Stuttgart auch der Mann in einer gewaltigen Kundgebung zu Wort gekommen ist, der auch im Ausland als die rechte Hand des Führers gilt, dem mit der Durchführung des Dierjahresplans die denk­bar schwerste Aufgabe gestellt, aber auch das größte Vertrauen geschenkt worden ist: Hermann Gö­ring. Und auch er hat an die Spitze seiner gro­ßen, in alle Welt verbreiteten Rede den Frie­denswillen Deutschlands gestellt. Wenn man auch heute nicht mehr deutsche Rechte und deutsche Interessen mit Füßen treten darf, ohne mit deutschen Kanonen Bekanntschaft zu machen, so will doch Deutschland den Frieden, solange es ihn in Ehren bewahren kann, weil es ihn braucht zum Aufbau seines nationalsozialistischen Reichs. Und die Ausländsdeutschen sind Sendboten dieses Friedens­willens Sie haben zwar allen Grund, sich auch draußen stolz als Nationalsozialisten zu bekennen, denn da in Deutschland die Nationalsozialistische Partei die alleinige Trägerin des politischen Willens ist, kann auch der Ausländsdeutsche naturgemäß nichts anderes fein, als Nationalsozialist, aber dabei ist er doch weit entfernt, die Quelle der Unruhe zu sein, wie böswillige Presseorgane ihm immer wie­der unterstellen. Der Deutsche zeugt auch im Aus­land von der nationalsozialistischen Volksgemein­schaft der Heimat. Und wenn er dieser Heimat sich stets würdig erweist, ist er auch ihr bester Für­sprecher im Ausland.

Ihm fällt gerade jetzt, wo Deutschland mit aller Kraft um seine Rohstofffreiheit ringt, die große Aufgabe zu, das mißtrauische und skeptische Aus­land davon zu überzeugen, daß wir nur aus der Not eine Tugend machen, wenn wir alle unsere Anstrengungen darauf richten, mit Hilfe des Vier­jahresplans auch handelspolitisch und wirtschaftlich frei und unabhängig zu werden. Mit Nachdruck hat aber Ministerpräsident Göring es noch einmal be­tont, daß die wirtschaftliche Autarkie keineswegs unser Ideal ist, wir vielmehr nichts sehnlicher wün­schen, als einen regen Warenaustausch mit aller Welt, soweit man uns dazu durch Abnahme unse­rer Erzeugnisse die Möglichkeit gibt. Für diese wirt­schaftlichen Zusammenhänge im Ausland Verständ­nis zu wecken und. deutscher Qualitätsware den Weg zu ebnen, ist eine lohnende Aufgabe unserer Volks­genossen im Ausland. Dabei richtete Hermann Gö­ring eine eindringliche Mahnung an die deutsche Industrie über gut bezahlten Jnlandsaufträaen nie­mals die Pflicht zum Export aus dem Auge zu lassen, der allein uns die nötigen Devisen zur Be­zahlung der Rohstoff- und Nahrungsmitteleinfuhr bereitstellen kann Und mit allem Nachdruck stellte der Ministerpräsident noch einmal den Grundsatz nationalsozialistischen Wirtschaftsdenkens feinen Hörern vor die Seele, daß alles nur dem Gemein­wohl zu dienen hat und daß wir Sorgen und Mühe auf uns zu nehmen haben, um unserem Volk eine bessere Zukunft au erkämpfen.Die beste Tat ist das gute Beispiel , das ist ein Wort Hermann Görings, das auch wir alle, die hier in der Heimat an der Front des deutschen Freiheitskampfes stehen, selbst in den kleinen und uns bislang oft so un­wesentlich dünkenden Dingen des Alltags beherzigen wollen. Wenn in der kommenden Woche in Nürn- bera der Reichsparteitag zusammentreten wird, so wird von seinen Kundgebungen ein neuer Strom der Kwft, des Mutes, der Ausdauer, des Willens zur Leistung ins Volk hinausgehen und uns alle vorwärtsreißen zu neuer Tat, im Dienst der Zukunft unseres Volkes. Dr. Fr. W. Lange.

Weitere Pressestimmen zum Besuch Mussolinis.

In der Berliner Börsenzeitung heißt es: Das deutsch-italienische Einverständnis ist in der europäischen Politik ein Faktor geworden, des­sen Gewicht bei keiner gesamteuropäischen Entschei­dung außer Acht gelassen werden Fann. Die Zu­sammenarbeit zwischen Berlin und Rom ist um so ersprießlicher, als die an der Spitze der beiden Völker stehenden Staatsmänner von konstruk­tiven Ideen beseelt sind, deren Fruchtbar­keit sich bei der inneren Aufbauarbeit in ihren Völkern selbst längst bewährt hat und deren posi­tive Wirkung nach außen hin bereits stark und segensreich in Erscheinung getreten ist. Das deutsch- italienische Einverständnis ist ein unvergleich­licher Friedensfaktor dadurch geworden, daß die beiden Führer Deutschlands und Italiens nach der inneren Wiederherstellung ihrer Völker und Staaten sich der Verfolgung des Zieles hin­gegeben haben, durch Ausräumung von Ungerechtig­keiten, die ihre Länder bedrückten, die allgemeine Atmosphäre von gefährlichen Spannungen zu be­freien. Die weitgehende Uebereinftimmung von Weg und Ziel ist keineswegs auf Zufälligkeiten zurück­zuführen. Sie ist vielmehr das natürliche Ergebnis eines weitgehenden Gleichklanges der Welt­anschauung. Ein besonders sinnfälliger Aus­druck dieser gemeinsamen Einstellung gegenüber den wichtigen Vorgängen des Weltgeschehens ist die Abwehr des Bolschewismus, in der sich die von Hitler und Mussolini geführten Volker aus tiefster innerer Ueberzeugung und aus stärkstem menschlichen Verantwortungsgefühl gefunden haben.

DieDeutsche Allgemeine Zeitung" schreibt u. a.: Die Nachricht, daß Mussolini nach Deutschland kommt, hören wir alle mit besonderer

Freude. Einen Staatsbesuch im Ausland hat Musso­lini bisher überhaupt nicht gemacht. Sein bevor­stehender Besuch beim Führer und Reickskanzler ist also der erste und Deutschland weiß die Ehre dieses Gegenbesuches zu schätzen. Das deutsch-italie­nische Verhältnis ist in jeder Beziehung mehr als etwa eine politische Interessen­gemeinschaft. Selbstverständlich ist das Zu­sammengehen beider Länder ihren politischen Inter­essen dienlich, wie beide es in bieden Jahren wieder­holt erfahren haben. Ader das Verhältnis erschöpft sich nicht in Zweckmäßigkeit. Das zeigt sich beson­ders in der Bekämpfung des Kommunismus. Ge­rade auf diesem Gebiet haben die beiden Systeme in eine Ideengemeinschaft hineingeführt, die über alle machtpolitischen Erwägungen hinaus in einem gemeinsamen abendländischen Kulturgefühl wurzelt. Der Faschismus, der in Deutschland eher gewürdigt wurde, als in jedem anderen Land, hat auch uns mit seinen Leistungen über ein Italien belehrt, das viele vorher nicht kannten. Den Mann nun selbst zu sehen, der dies geschaffen hat, das wird den Deutschen überall, wo der Duce auf seiner Reise hinkommt, zu einem bedeutsamen Erlebnis werden.

In derGermania" heißt es schließlich: Das deutsche und das italienische Volk sind in der Ver­gangenheit wiederholt gemeinsame Wege gegangen, sie haben geschichtlich in enger Berührung gelebt und fast zum gleichen Zeitpunkt ihre nationale Einigung vollzogen. Man mag über die Ähnlich­keiten und Verschiedenheiten der beiden autoritären Regime urteilen wie man will, in den großen Um­rissen sind sie sich gleich, in der Art der politischen Willensbildung, in den Methoden ihrer Durch­setzung, in der nationalen und sozialen Grund­haltung und heute auch in den großen außenpoliti­schen Zielsetzungen. Der politische Himmel ist gegen­wärtig umwölkt von ernsten Gefahren, die in Spanien und im Fernen Osten drohen, der Bolsche­wismus hat hier wie dort seine Hand im Spiel und jeden Tag können unheilvolle Entwicklungen zum Ausbruch kommen. Um so notwendiger ist die wirksame Solidarität befreundeter Länder, die wissen, was sie wollen und die geschlossen hinter ihrer Führung stehen. Sämtliche Blätter bringen zusammen mit der Meldung und den Kommentaren auf der ersten Seite charakteristische Bilder des Duce.

Englische (Stimm »n für eine Zusammenarbeit mit Deutschland

London, 4. Sept. (DNB. Funkspruch.) Das Rothermere-BlattDaily Mail" setzt sich erneut für eine deutsch-englische Verständigung ein. Warum kommen Deutschland und England nicht zusammen? Welche Kräfte sind an der Arbeit, um die Vereini­gung zweier großer Nationen für den Frieden zu verhindern? Einige sagen, daß der Einfluß derinternationalen Finanzleute" gegen dieses große Werk arbeite. Ob das wahr ist oder nicht, es darf nicht zugelassen wer­den, daß irgendein Hindernis einer sofortigen Aktion im Wege steht. Deutschland will Kolo­nien zurück haben. Das ist kein unnatür­licher Wunsch für eine Nation von 68 Millio­nen kraftvollen Menschen und Deutschlands Wünsche verdienen Beachtung. Auf Initiative Englands hin sollten die Mandatsmächte zusammenberufen werden, um Deutschlands Forderungen anzuhören. Wenn sie nicht bereit wären, dieses Problem zu prüfen, müßte England felbft bereit sein, eine Einigung vorzuschlagen. Im Namen des Frie­dens muß etwas getan werden.

In einer Zuschrift an dieTimes" setzt sich Lord

R e n n e 11 s für ein Vergessen aller Feindselig­keiten und für eine neue europäische Z u - fammenarbeit ein. Der einzige Vorschlag für eine allgemeine Erörterung der europäischen Pro­bleme sei vom Führer ausgegangen. Man müsse endgültig zwischen den früheren Kriegsgegnern jenes Gefühl der Ungleichheit ver­nichten, das die traurige Erbschaft des Welt­krieges sei. Es dürfe keine Zeit verloren gehen, um in Zusammenarbeit mit anderen Mächten, die das­selbe Ziel vor Augen hätten, die Möglichkeiten einer Verständigung zu untersuchen, die sich auf guten Willen und faire Abmachungen stützen würde. Eine solche Verständigung, auch wenn sie zunächst nur auf eine begrenzte Zahl von Jahren ausgedehnt würde, könnte genügen, um eine neue Menta- lität zu schaffen, die die V e r t e i b i g u n g der w e st 1 i ch e n Zivilisation als ein gemein­fam e s I n t e r e s s e betrachten würde. Auf jeden Fall dürfe sich England nicht mit einer ßinfsgruppe" europäischer Staaten gleichsetzen, deren Politik in logischer Folge zum Kriege führen würde.

Um eine Befriedung des Mittelmeers.

Englische Vorschläge für die geplante Konferenz der Mittelmeermächte.

London, 4. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der für nächste Woche geplanten Konferenz der Mittel- meerrnächte wird in London wachsende Bedeutung beigemessen. Der Konferenzort ist nicht bekannt, doch hält man es für möglich, daß nicht Genf, son­dern Montreux ober Lausanne gewählt werben wird. Darüber, sowie über die Frage der einzulabenden Länder und über das Konferenz­programm finden Besprechungen zwischen England und Frankreich statt. Der franzö­sische Geschäftsträger in London, Cambon, sprach am Freitag zweimal bei Außenminister Eden im Foreign Office vor.

Daily Telegraph" und andere Blätter vermuten, daß der englische Hauptvvrschlag dahin gehen werde, einenU-Boot - Feiertag im Mittelmeer zu erklären, wonach alle Mittel­meermächte aufgefordert werden würden, ihre U-Boote bis auf weiteres in ihren Häfen zurück­zuhalten. Jedes U-Boot, das dann im Mittelmeer aufgefunden werde, würde sofort bei Sicht versenkt werden.Daily Telegraph" betont je­doch, daß dieseenergische Losung" offensichtlich po­litische Schwierigkeiten mit sich bringen würde, wenn keine allgemeine Vereinbarung erzielt wer­den könnte. Ein weiterer englischer Vorschlag werde voraussichtlich dahin gehen, ein gemeinsames internationales Geleitsystem im Mit­telmeer zu schaffen. Man hoffe in London, daß Italien den Besprechungen, die außerhalb der Dölkerbundsarbeit stattfänden, beiwohnen werde.

Daily Expreß" meldet, daß Paris eine Art französisch - englisches Flotten­bündnis für ein gemeinsames Vorgehen im Mit­

telmeer wünsche. Frankreich verknüpfe damit die Hoffnung, daß auf der Mittelmeerkonferenz eine gemeinsame englisch - französische Front gezeigt werden könnte. Die britische Regie­rung sei jedoch nicht bereit, ihre Entscheidung ZU überstürzen, sie habe den französischen Plan vorläufig mit Vorsicht ausgenommen.

London hat die Initiative übernommen.

Paris, 4. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Blätter kündigen in Schlagzeilen an, daß zwifchen England und Frankreich über die Konferenz selbst im großen und ganzen bereits eine Einigung erzielt sei. Zwar stellt man fest, daß London die von Paris ergriffene Initiative in die Hand genommen habe, und daß man nun von briti­schen Vorschlägen zu dieser Konferenz spreche, wahrend die ursprünglichen französischen Vor­schläge zu dieser Konferenz fallen gelassen zu sein schienen. DerJour" meint, das britische Kabinett wolle sich wahrscheinlich nicht allzu weit hinreißen lassen. Das französische diplo­matische Unternehmen sei unzureichend ausgearbeitet gewesen, und London scheine sich nun an die Stelle von Paris setzen zu wollen.Epoque" betont, die öffentliche Meinung habe die französische Anregung einer Kollektivmaßnahme der Mittelmeermachte gegen das Piratenunwesen mit Freuden aufge­griffen. Man dürfe aber nicht die Schwierigkeiten unterschätzen, die eine praktische Durchführung des Planes mit sich bringen würde. Ungewißheit herrsche insbesondere über die Haltung Italiens.

Das bolschewistische Freibeutertum.

Aufschlußreiche Dokumente aus roten Archiven.

Paris, 3. Sept. (DNB.) Wie derJour" be­richtet, hat der Bolschewisten-Ausschuß bei feiner Flucht aus Bilbao einen Teil feiner A r - ch i v e zurücklassen müssen. Der nationale General- siab konnte Dokumente von unschätzbarem Wert vorfinden. DerJour" veröffentlicht im Faksimile öie Photographie eines Telegramms desChef s" der rotspanischen Seestreitkräfte in Den kantabrischen Gewässern. Das Telegramm hat folgenden Wortlaut:

Der Chef der Cantabrischen Seestreitkräfte an °en ÄrtegsfommiHar, Santander. A n die U-BooteC2" undC5" ist der Befehl ge- geben worden, sich in der Nähe von Santona auf Beobachtungsposten zu halten. In dem Fall, daß ein Handelsschiff ober eine Stadt bombardiert wer­den sollten, werden sie sofort die To r p e ö i e r u nq eines deutschen Schiffes vornehmen. Bil­bao, 1. Januar 1937."

Ein zweites Telegramm lautet:Der Chef der Can abrischen Seestreitkräfte an den ,Ehest der WasserfUigzeuge, Santander: Sofort nach Erhalt dieser Mitteilung müssen Sie schnellstens die größt­mögliche Zahl von Apparaten vorbereiten. Die Be­satzung muß in Malino bleiben und auf Abfluas- orber aber Instruktionen warten, bie auf bem Te- lepbon 1708 gegeben werben. Wir haben Jaqbflua- zeuge, die zum Schutz des Fluges der Wasserflua- zeuge geeignet sind. Wahrscheinliches Ziel wird es ein, über Santona zu fliegen, wobeiderdeut- e Panzerkreuzer bombardiert wer- 9-ini<5aU«6' roenn bie5 nötig fein sollte. Bilbao, u. 1. iyd /.

Der »Jour schließt daran die Betrachtung, daß es der Wunsch der Bolschewisten von Valencia war den innerspanischen Konflikt in einen euro - PQJ l<h c " 3 u lamme n st o ß umzuwandeln. Seit dem Anfang des Winters habe Largo Cabal­lero gewußt, daß die spanisch-bolschewistische Sache endgültig verloren sei. Im Einvernehmen

mit Moskau habe er seitdem nicht aufgehört, Zwischenfälle zu provozieren. Die Bombar­dierung oder die Torpedierung eines deutschen Schiffes sei nach Ansicht der Bolschewisten das beste Mittel gewesen, diesen allgemeinen Konflikt zu pro­vozieren, der ihnen allein die Hoffnung auf einen Sieg geben konnte: sie seien vor dieser grauen­haften Möglichkeit nicht zurückgeschreckt. Das zweite Telegramm sei hierfür der handgreifliche Beweis.

Votfchewisiisches Älutbad vor der Flucht aus Santander.

S a n t a n ö er, 3. Sept. (DNB.) Wie nun bis ins einzelne festgestellt ist, haben die Bolschewisten noch in der Nacht zum 26. August vor bem Einrücken der nationalspanischen Truppen im bärtigen Kran­kenhaus Valdesillas ein Massaker angerichtet. 5 6 Leichen würben noch im^rankenhaus oorgefunben, 18 Ermorbete waren bereits bt- erbigi. Unter ben (Ermorbeten befanben sich u. a. drei männliche Mitglieder aus einer Familie, bar­unter ein fünfzehnjähriger Junge. Ferner ist fest- gestellt worben, bah in bemfelben Krankenhaus vor einigen Monaten ein bort in ärztlicher Behand- lung befinblicher politischer Gefangener auf Veranlassung bes früheren Deputierten unb je^igen politischen Kommissars ber roten Flotte in Valencia, Bruno Alonso, ermorbet würbe. Der gefangene mußte auf Befehl bes Sekretärs von Alonso in ein Einzelzimmer verlegt werben, wo er m berfelben Nacht e r ft o cf) e n würbe. Während ber roten Herrschaft würbe auch unter ben Jnhaf- herten eines im Hafen von Santanber liegenden ® e n,Ae n ,e n f cf) i f f e s ein Blutbab anqerich- es. Bolschewistische Horben erschienen an Bord, trieben bie politischen Gefangenen mit Handgrana- ten in eine Ecke bes Schiffes unb schossen f i e bann mit Maschinengewehren zusam­

men. Nach eiblichen Aussagen von Augenzeugen würben babei etwa 300 Gefangene e r m o r- b e t.

Der nationale Heeresbericht.

Salamanca, 4. Sept. (DNB.) Der nationale Heeresbericht vom Freitag teilt mit, baß an der Santanderfront Potes besetzt und dort ein großes Waffenlager erbeutet wurde. In dieser Ortschaft ermordeten die bolschewistischen Horden vor ihrer Flucht sämtliche nationalgesinnten Gefangenen. Unsere Truppen wurden von der Bevölkerung mit unbeschreiblichem Jubel empfan­gen. Andere Streitkräfte haben die Hohen von Santa Olalla und von Canbenos genommen. Das erbeutete Material ist sehr umfangreich. Darunter befinden sich acht 10,5-Zentimeter-Geschütze.

Im nörblich bes Ebro gelegenen Abschnitt an ber Aragonfront haben unsere Truppen wichtige Stellungen besetzt, woburch sich die Lage unserer Streitkräfte an dieser Front wesentlich gebessert hat. Im Süden des Ebro sind unsere Truppen weiter vorgedrungen und haben den Widerstand des Feindes überall gebrochen. Dieser griff wiederum im Abschnitt Belchite an, wurde aber zurückgewiesen. Die den Bolschewisten an ben einzelnen Abschnitten verursachten Verluste sind außerordentlich hoch. Bei der Südarmee griff der Gegner nach intensiver Artillerievorbereitung im Abschnitt Penarroya an und brach an einer Stelle in unsere Linien ein. Bei unserem Gegen­angriff wurde er jedoch wieder vertrieben und erlitt starke Verluste. In der vergangenen Nacht wurde auch in Lanjaron eine unserer Stellungen angegriffen, aber auch hier wurde der Gegner mit erheblichen Verlusten zurückgewiesen.

Ein Engländer in Leningrad unter Spionageverdacht ve'hastet.

London, 4. Sept. (DNB. Funkspruch.) Wie Daily Telegraph" aus Moskau meldet, ist der 28jährige Engländer Robert Bell am vergange­nen Dienstag von der sowjetrussischen Geheim­polizei in Leningrad verhaftet und ber Spionage" beschuldigt worden. Die bri­tische Botschaft in Moskau hat bereits energische Maßnahmen ergriffen, um von den Sowjetbehörden volle Aufklärung zu erhalten. Bell war bis Juli dieses Jahres in einer Leningrader Fabrik für Telephon- und Telegraphenapparate beschäftigt. Nach 7'/rjähriger Tätigkeit wurde er angeblich wegen seiner britischen Staatsangehörigkeit ent» lasseiz. Wenige Stunden vor der Verhaftung Bells waren zehn Beamte derselben Fabrik durch ein Kriegsgericht abgeurteilt und alsSaboteure" erschossen worben.

Amoy von japanischen Torpedobooten beschossen.

Tokio, 4. Sept. (Ostasiendienst des DNB. Funk- sprach.) Nach einer Meldung desTokio Asahi Schimbun" w '.rde die 234 000 Einwohner zählende südchinesische Hafenstadt A rn o y in der Provinz Fu- kien, gegenüber der in japanischem Besitz befind­lichen Insel Formosa, von japanischen Torpedo­booten beschossen.

Das Befinden der in Schanghai v-rlehten Deutschen.

Schanghai, 3. Sept. (DNB.) Die deutschen Aerzte des Paulun-Krankenhauses mußten sich ent­schließen, dem bei der Bombenexplosion auf der Nanking-Road verwundeten Deutschen I a k o b y wegen ungenügender Blutzufuhr in den Unter­schenkel das verletzte Bein abzunehmen. Die Operation ist glatt verlaufen. Die Genesung des bei einer Autofahrt durch chinesisches Maschi- nengewehrseuer verwundeten Deutschen Rudolf Berg macht zufriedenstellende Fortschritte. Der ebenfalls verletzte Begleiter Bergs, der Tschecho­slowake C a n o t t i, ist bereits aus dem Kranken­haus entlassen worden.

400 Todesopfer des Taifuns in Hongkong.

London, 4. Sept. (DNB. Funkspruch.) Der schwere Taifun, der am Donnerstag Hongkong ver­wüstete, hat nach den letzten Berichten insgesamt 4 0 0 Todesopfer gefordert. Der schwer be­schädigte englische KreuzerS u f f o l k" mußte sich ins Trockendock begeben, um Reparaturen vornehmen zu lassen. In Hongkong spielen sich er­schütternde Szenen ab Tausende von Menschen irren herum und suchen nach Leichen von Freun­den oder Verwandten Man befürchtet, daß von der Flutwelle Hunderte ins offene Meer gerissen wur­den und dort ertrunken sind.

Meine politische Nachrichten.

Der Reichs- und preußische Minister für die kirch­lichen Angelegenheiten hat die Mitglieder des Landeskirchenausschusses für dieEva n- 9 elische Kirche der Altpreußischen Union aus ihren Aemtern abberufen, nach­dem zwei Mitglieder ihren Auftrag zurückgegeben hatten. Die Befugnisse des Landeskirchenausschusses werden von dem Präsidenten des evange­lischen Oberkirchenrates und Vorsitzenden der Finanzabteilung des evangelischen Oberkirchen- rates wahrgenommen.

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Der Führer und Reichskanzler hat an­läßlich des Todes des Begründers der Olympischen Spiele andieBaronindeCoubertinin Genf folgendes Beileidstelegramm gerichtet:Zu dem schweren Verlust, der Sie durch den Tod ihres Herrn Gemahls betroffen hat, spreche ich Ihnen meine und des deutschen Volkes herzlichste Anteilnahme aus."

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Ministerpräsident Generaloberst Göring emp­fing den Chef der Kgl. Bulgarischen Luftwaffe, Oberst Boidoff, der ihm im Auftrage des Kö­nigs Boris von Bulgarien ein in Brillanten ge­faßtes Ehrenfliegerabzeichen der bulga- rischen Luftwaffe überbrachte.

Zur Vertretung der italienische« Wehr- macht auf dem Reichsparteitag wird sich eine Abordnung der italienischen Luftwaffe unter Führung von General P o r r o nach Nürnberg be-